Sodbrennen: Das Paradox von zu viel oder zu wenig Magensäure

Sodbrennen: Das Paradox von zu viel oder zu wenig Magensäure

vor 6 Tagen
Felix Moese & Matthias Baum
33 Minuten
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Podcast
Podcaster
Mensch, einfach erklärt

Beschreibung

vor 6 Tagen
„Sodbrennen kann entstehen, obwohl wir zu wenig Magensäure haben.
Das klingt paradox, ist biologisch aber erklärbar.“ Das Brennen
hinter dem Brustbein scheint eindeutig: Säure steigt aus dem Magen
in die Speiseröhre, also muss der Körper zu viel davon produzieren.
Doch Reflux bedeutet zunächst nur, dass Mageninhalt in die falsche
Richtung fließt. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viel
Magensäure vorhanden ist, sondern warum der Mageninhalt überhaupt
zurückfließt. Dahinter können eine übermäßige Säureproduktion, eine
gestörte Magenbeweglichkeit, ein schwacher Schließmechanismus
zwischen Magen und Speiseröhre oder unter bestimmten Bedingungen
sogar zu wenig Magensäure stecken. In dieser Folge der artgerecht
HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, warum Magensäure für eine
funktionierende Verdauung unverzichtbar ist. Mit einem pH-Wert um 1
herrscht im Magen ein extrem saures Milieu. Es denaturiert
Nahrungsproteine, aktiviert das eiweißspaltende Enzym Pepsin, hilft
dabei, Mikronährstoffe aus der Nahrung verfügbar zu machen, und
bildet eine wichtige Barriere gegen unerwünschte Keime. Wird zu
wenig Säure produziert, kann deshalb auch die Verdauung selbst aus
dem Takt geraten. Felix und Matthias zeigen, wie Mahlzeitengröße,
spätes Essen, Übergewicht, Alkohol, Stress, bestimmte Lebensmittel
oder eine Hiatushernie Reflux begünstigen können. Auch Säureblocker
werden differenziert eingeordnet: Protonenpumpenhemmer können bei
entsprechender medizinischer Indikation sinnvoll sein und die
Säurebelastung deutlich reduzieren. Werden sie jedoch eingesetzt,
ohne die Ursache der Beschwerden zu kennen, kann das Symptom
verschwinden, während das zugrunde liegende Problem bestehen
bleibt. Gleichzeitig verändert eine langfristig reduzierte
Magensäure das Milieu im Verdauungstrakt und kann die Aufnahme
bestimmter Nährstoffe beeinflussen. Wer immer wieder unter
Sodbrennen leidet, sollte deshalb genauer hinschauen: auf
Portionsgrößen und Essenszeiten, individuelle Trigger, Stress und
die Abläufe der eigenen Verdauung. Bitterstoffe vor dem Essen
können dabei ebenso eine Rolle spielen wie bewusstes, langsames
Essen und ausreichend Abstand zwischen der letzten Mahlzeit und dem
Schlafengehen. Bei häufigen oder starken Beschwerden,
Schluckproblemen, Erbrechen oder unerklärlichem Gewichtsverlust ist
eine ärztliche Abklärung wichtig. Denn Magensäure ist nicht das
Problem, das wir grundsätzlich bekämpfen müssen. Wir brauchen sie.
Entscheidend ist, dass sie in der richtigen Menge produziert wird
und dort bleibt, wo sie ihre Arbeit machen soll. HEALTH NERDS.
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