Warum kann ich das nicht auch haben? Die enge Verbindung, die
eine Freundin zu ihrer Mutter hat. Das leichte Sozialleben von
jemand anderem. Was wir dabei übersehen: Wir sehen immer nur
Ausschnitte, nie das Ganze. Und aus diesen Ausschnitten entstehen
unrealistische Erwartungen an unsere eigenen Beziehungen.
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In dieser Folge erfährst du:
· Warum sich deine Erwartungen an Beziehungen unrealistisch sein
können
· Den Unterschied zwischen Erwartung, Wunsch und Bedürfnis, und
warum nur eine der drei Ebenen wirklich essenziell ist
· Warum selbst erfüllte Erwartungen dich oft nicht dauerhaft
zufrieden machen
· Wie du herausfindest, was hinter einer Erwartung wirklich
steckt, und was davon verhandelbar ist
· Den Gedanken, der infrage stellt, ob in einer Partnerschaft
eine einzige Person wirklich alle deine Bedürfnisse erfüllen muss
Episodenbeschreibung
“Warum kann ich das nicht auch haben?” Diesen Gedanken kennst du
vielleicht: die enge Verbindung, die eine Freundin zu ihrer
Mutter hat, die Leichtigkeit eines fremden Paares im Café, das
Sozialleben von jemand anderem. Was wir dabei übersehen: Wir
sehen immer nur Ausschnitte, nie das Ganze. Und aus diesen
Ausschnitten entstehen unrealistische Erwartungen an unsere
eigenen Beziehungen.
Diese Episode zeigt, woher diese Erwartungen kommen, durch
sozialen Vergleich und romantische Skripte aus Filmen und Serien,
und warum sie sich nicht nur bei Enttäuschung, sondern auch bei
Erfüllung gegen uns wenden: Die sogenannte hedonische Anpassung
sorgt dafür, dass selbst erfüllte Wünsche uns selten dauerhaft
zufrieden machen.
Der Schlüssel liegt darin, zwischen Erwartung, Wunsch und
Bedürfnis zu unterscheiden. Denn hinter jeder Erwartung steckt
ein echtes Bedürfnis, und das lässt sich oft auf mehr als einem
Weg erfüllen. Zum Schluss geht es um einen Gedanken, der
besonders für romantische Partnerschaften provokant ist, sich
aber auch auf andere Beziehungen übertragen lässt: Muss wirklich
eine einzige Person all unsere Bedürfnisse erfüllen? Oder ist
unser Netz an Verbindungen größer, als wir denken?
Timestamps
[00:01:09] Kontext
[00:03:48] Woher unsere Erwartungen an Beziehungen wirklich
kommen
[00:14:23] Was unrealistische Erwartungen mit uns machen
[00:21:24] Wie du Erwartungen klären kannst, ohne deine Wünsche
aufzugeben
[00:27:25] Muss eine Person wirklich alle deine Bedürfnisse
erfüllen?
[00:35:36] Zusammenfassung
[00:37:56] Reflexion
[00:42:03] Abschluss
Der Gedanke dieser Episode
Nicht jede Erwartung ist ein Bedürfnis. Nur das Bedürfnis ist
wirklich essenziell.
Mein Gedanke dazu
Was mich an diesem Thema beschäftigt: Wie oft wir unerfüllte
Erwartungen als Urteil über die Beziehung lesen, statt als
Hinweis auf ein Bedürfnis, das wir nie ausgesprochen haben.
Gibt es einen Bereich in deinem Leben, wo du eher eine ganz
genaue Erwartung hast als einen offenen Wunsch?
Wenn du jemanden kennst, der sich fragt, warum sich eine
eigentlich gute Beziehung trotzdem nicht ganz richtig anfühlt,
schick ihr oder ihm diese Folge.
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enorm, damit mehr Menschen den Podcast finden.
Forschung & Konzepte
Soziale Vergleichstheorie: Festinger, L. (1954).
A theory of social comparison processes. Human Relations, 7(2),
117–140.
Sozialer Vergleich auf Social Media: Vogel, E.
A., Rose, J. P., Roberts, L. R. & Eckles, K. (2014). Social
comparison, social media, and self-esteem. Psychology of Popular
Media Culture, 3(4), 206–222.
Romantische Skripte durch Medienkonsum: Segrin,
C. & Nabi, R. L. (2002). Does television viewing cultivate
unrealistic expectations about marriage? Journal of
Communication, 52(2), 247–263.
Expectation Violation Theory: Burgoon, J. K.
(1993). Interpersonal expectations, expectancy violations, and
emotional communication. Journal of Language and Social
Psychology, 12(1–2), 30–48.
Hedonische Anpassung: Brickman, P. &
Campbell, D. T. (1971). Hedonic relativism and planning the good
society. In M. H. Appley (Ed.), Adaptation-Level Theory (S.
287–301). Academic Press.
Frederick, S. & Loewenstein, G. (1999). Hedonic adaptation.
In D. Kahneman, E. Diener & N. Schwarz (Eds.), Well-Being:
The Foundations of Hedonic Psychology (S. 302–329). Russell Sage
Foundation.
Historische Einordnung der romantischen
Partnerschaft: Coontz, S. (2005). Marriage, a History:
From Obedience to Intimacy, or How Love Conquered Marriage.
Viking.
Suffocation Model – steigende Erwartungen an die
romantische Partnerschaft: Finkel, E. J., Hui, C. M.,
Carswell, K. L. & Larson, G. M. (2014). The suffocation of
marriage: Climbing Mount Maslow without enough oxygen.
Psychological Inquiry, 25(1), 1–41.
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