Böhmisch Pils. Märzen. Bock. Und eine Brauerei, die klingt, als
wäre sie direkt aus einem guten Dorfabend entstanden.
In dieser Folge stehen Biere von Heinder
Naturtrüb auf dem Tisch. Zugeschickt aus Heinde, schön
gekühlt empfohlen und mit einer Geschichte im Gepäck, die
ziemlich genau zeigt, warum Bier manchmal mehr ist als nur das,
was im Glas landet.
Im Paket waren jeweils zwei Flaschen vom Böhmisch
Pils, Märzen und Bock.
Das Böhmisch Pils kommt mit Saazer Aromahopfen, Northern als
Bitterhopfen und diesem süffigen Charakter, der eben nicht nach
norddeutschem Pils schreit, sondern eher sagt:
Bleib ruhig sitzen, eins geht noch.
Das Märzen bringt Melanoidin-Malz, leichte Bernsteinfarbe,
Tettnanger Aromahopfen und einen runden Abgang mit. Also genau
diese Art Bier, bei der auch Leute sagen: „Eigentlich trinke ich
ja kein Bier …“ und dann ist das Glas trotzdem leer.
Besonders schön ist aber die Geschichte dahinter. Heinder
Naturtrüb ist kein Konzern, kein durchgeplanter Businessplan mit
Bieretikett, sondern ein echter Lokalplayer. Angefangen mit
Freunden, einem kleinen Topf, später größeren Kesseln und
irgendwann einer eigenen Brauerei im alten Gebäude.
„Fahrt nicht fort, sauft im Ort.“ Mehr muss man eigentlich fast
nicht sagen. Denn genau darum geht es hier: Bier brauen,
gemeinsam trinken, gut essen, Leute zusammenbringen und
unabhängig das machen, worauf man Bock hat.
Und dann ist da diese Corona-Geschichte: Bier war da, Ausschank
ging nicht, also wurden Bestellzettel im Dorf verteilt und
Flaschen vor die Türen gestellt. Das Dorf hat mitgetrunken,
mitgetragen und am Ende mit dafür gesorgt, dass Heinder Naturtrüb
heute noch am Start ist.
Natürlich reden wir auch über Biervielfalt: Kellerbier,
Lichtenhainer, Emmer-Weizen, kaltgehopftes Lager mit Chinook –
und gleichzeitig über die Realität, dass am Ende oft die Biere
mit guter Drinkability gewinnen. Weil spannend schön ist, aber
leergetrunken eben auch ein Argument.
Transparenzhinweis: Die Biere wurden uns von
Heinder Naturtrüb kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gab keine
Bezahlung und keine inhaltlichen Vorgaben. Unsere Meinung bleibt
unabhängig.
Wie immer: kein Brau-Seminar, kein Businessplan, kein sauberer
Verkostungsbogen – sondern Thekengespräch, ehrliche Meinung,
Dorfgefühl, gutes Bier und die Erinnerung daran, wie wichtig
gemeinsame Abende heute eigentlich sind.
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