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EGL110 Scherbenland – Xbergs Identity Property

EGL110 Scherbenland – Xbergs Identity Property

Eigentlich Podcast vor 4 Wochen
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In dieser Sommerfolge machen wir es uns vermeintlich leicht: keine
große Vorbereitung, einfach zusammen ins Kino und danach beim
Laufen reden. Wir sehen im Kino Zukunft den Dokumentarfilm
„Scherbenland“ an und stolpern prompt in einen Metaclash, als wir
merken, dass ein Interview des Films direkt vor der Tür dieses
Kinos aufgenommen wurde. Anschließend spazieren wir Flos alte
Laufroute nach entlang der Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau.
Dabei versuchen herauszufinden, was dieser Film eigentlich mit uns
gemacht hat. „Scherbenland“ ist weniger die erhoffte historische
Ton-Steine-Scherben-Doku als vielmehr eine Liebeserklärung an
Kreuzberg – ein Heimatfilm, dessen Schauplatz auf ein bis zwei
Quadratkilometer schrumpft. Drei Musik-Perspektiven werden
verwoben: das Rap-Trio RAPK mit ihrer Kiez-Attitüde und ihrem
Lebensgefühl „Land Kreuzberg“, die Liedermacherin Maike Rosa Vogel
mit ihrer klaren, ergreifenden Stimme und ihren Songs um soziale
und ökolgische Ungerechtigkeiten, sowie der starken Stimme von Rio
Reiser mit Ton Stein und Scherben. Micz ist skeptisch, ja fast
empört: ihm fehlt die Einordnungen, das Thema, der rote Faden. Er
hat das Gefühl, in die Irre geführt zu werden. Besonders bei der
Frage, ob verschnittenes Wasserwerfer-Material und ein
Rio-Reiser-Konzert zeitlich und örtlich (DDR? West-Berlin? Mainzer
Straße 1990?) überhaupt zusammenpassen. Flo hält dagegen: Der Film
schaffe ein Gefühl, ein Lebensgefühl, auch wenn die Collage nicht
ganz zusammenklebt. Den meisten Raum im Film nimmt RAPK ein. Das
Rap-Trio wird ausführlich porträtiert, mit vielen Songs,
Konzertmitschnitten aus der Columbiahalle und intimen Momenten in
Hinterhöfen, Kinderzimmern und auf Kreuzberger Dächern. In diesen
Passagen bekommen wir das Gefühl einem Promotionvideo der Band zu
folgen. Dennoch vermittelt sich ein Bezug; RAPK sind keine
Zugezogenen mit einem ungelösten Konflikt oder auf Suche nach einer
neuen Heimat, sondern die Einheimischen, die einfach geblieben
sind, hineingewachsen in den Kiez wie Fische ins Meer. Ihr
Widerstand ist weniger Parole als Lebensgefühl. Wir tauchen auch in
die Stadtgeschichte und linke Tradition von Kreuzberg ein: das von
der Mauer umschlossene Insel-Kreuzberg mit seinen toten Ecken,
billigem Wohnraum, hohem Migrationsanteil, „Fahnenflüchtigen“ und
der queeren Szene. Wir sprechen über die Hausbesetzerbewegung, den
Schwenk zum „Das Private ist das Politische“ und die
Autonomen-Szene. Es geht auch um die Räumungen von der Mainzer bis
zur Liebigstraße und um den ritualisierten, fast sportlichen
revolutionären 1. Mai. Am Ende bleibt Ambivalenz: ein Film, der vor
allem ein Gefühl transportiert, dem aber der rote Faden und die
politische Dringlichkeit fehlen. Muss man sehen? Möchte man gesehen
haben, wenn man Kreuzberg liebt!
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„EGL110 Scherbenland – Xbergs Identity Property“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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