Die KI, die den Big Mac abgehängt hat

Die KI, die den Big Mac abgehängt hat

vor 3 Tagen
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Wuppertal

Beschreibung

vor 3 Tagen

Ein Blindtest in San Francisco: 101 Testpersonen probieren sechs
Burger, einer davon der Big Mac, fünf komplett neu berechnet von
einer KI. Ergebnis: Die KI-Burger schlagen den
Fast-Food-Klassiker im Geschmack, 5,8 zu 5,4 Punkten. In dieser
Folge von KIRRE … na hör mal! geht Sabine der Frage nach, was
diese Studie wirklich zeigt, und wo trotz aller Rechenpower die
Grenze der Maschine liegt.


Die Studie stammt von der Stanford University, entwickelt von
einem Team um die Ingenieurin Ellen Kuhl gemeinsam mit
Kolleginnen und Kollegen aus Maschinenbau und Medizin,
veröffentlicht im begutachteten Fachjournal npj Science of Food.
Das Tool BurgerAI wurde mit 2.216 realen Burger-Rezepten und 146
einzelnen Zutaten trainiert und berechnete daraus rund eine
Million neue Rezeptvarianten, optimiert gleichzeitig nach vier
Kriterien: Geschmack, Textur, Nährwert und Klimabilanz. Ein
Pilz-Burger erreichte beim Nachhaltigkeits-Score einen Wert von
0,06 gegenüber 0,93 beim Big Mac, mehr als zehnmal so
umweltfreundlich. Ein Bohnen-Burger kam beim Healthy Eating Index
auf 63 von 100 Punkten, der Big Mac auf 34.


Wichtig für die Einordnung: Die KI lieferte ausschließlich
Zutatenlisten und Mengenangaben, keine fertigen Burger. Ein
professioneller Koch entwickelte daraus die tatsächliche
Zubereitung, andere Köche bereiteten die Burger für den Test zu.
Der Testablauf folgte strengen wissenschaftlichen Standards,
randomisierte Reihenfolge, vollständige Anonymisierung, Bewertung
auf mehreren Skalen gleichzeitig, darunter 15 verschiedene
Textur-Merkmale für das Patty, abgefragt über eine Kombination
aus Skalen- und Mehrfachauswahlfragen. Bemerkenswert: Die KI
rekonstruierte aus reinen statistischen Mustern annähernd das
Rezept des Big Mac, obwohl dieses nie Teil der Trainingsdaten
war, allein durch ähnliche Zutatenkombinationen in den übrigen
Datensätzen.


Sabine hebt zudem hervor, dass die fünf KI-generierten Burger
sich untereinander deutlich unterschieden, je nachdem, welches
der vier Kriterien im Modell stärker gewichtet wurde. Diese
Gewichtung legten vorab Menschen fest, nicht die KI selbst, ein
Detail, das in der öffentlichen Berichterstattung über den
"geschlagenen Big Mac" häufig fehlt.


Um die Folge nicht ausschließlich auf US-amerikanische Quellen zu
stützen, bringt Sabine zwei österreichische Perspektiven ein. Die
Gastro-Digitalisiererin Rita Huber wird mit dem Satz zitiert, der
KI fehle beim Abschmecken eines Gerichts die wichtigste Zutat,
das Gefühl. Das Wiener Unternehmen delegate group wiederum
unterstützt Restaurants und Kantinen mit KI-gestützten
Bedarfsprognosen auf Basis von Wetterdaten und historischen
Zahlen, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, deutlich
unspektakulärer als der Burger-Weltrekord, aber praxisnäher für
den Gastronomie-Alltag. Der Geschäftsführer des Unternehmens wird
mit dem Satz zitiert, Küche sei Handarbeit, keine
Bildschirmarbeit.


Sabine verknüpft die Burger-Geschichte mit einem kurzen
Rückverweis auf Folge 14, "Künstliche Kreativität, gibt es das?",
in der sie ihre grundsätzliche Haltung bereits ausführlich
dargelegt hat: KI rekombiniert vorhandenes Material beeindruckend
schnell, entscheidet aber nicht, was am Ende wirklich überzeugt.
In dieser Folge spitzt sie diesen Gedanken gezielt auf den
sensorischen Bereich zu: Eine KI kann mehrere messbare Kriterien
simultan durchrechnen, eine Fähigkeit, die kein Mensch von Hand
leisten könnte, doch die finale geschmackliche Beurteilung bleibt
an menschliche Wahrnehmung gebunden.


Diesen Gedanken überträgt Sabine auf kreative Arbeit generell:
Eine KI kann zahlreiche Textvarianten oder Gestaltungsoptionen
liefern, die verschiedene Zielkriterien unterschiedlich
gewichten. Welche Variante für einen bestimmten Kontext, ein
bestimmtes Publikum oder einen bestimmten Moment tatsächlich
trägt, bleibt eine menschliche Entscheidung, unabhängig davon, ob
es sich um Geschmack, Textton oder visuelle Wirkung handelt. Sie
beschreibt dieses Prinzip bildhaft: Die Maschine liefert die
Vorauswahl, die eigentliche Handarbeit, das Verfeinern und
Entscheiden im letzten Schritt, bleibt beim Menschen, egal ob am
Herd, am Bildschirm oder in der Werkstatt.


Ein weiterer Aspekt der Folge betrifft die Aussagekraft der
Studie über den Big Mac selbst: Als über Jahrzehnte
standardisiertes, weltweit konstantes Industrieprodukt erwies
sich sein Rezept als so mustertypisch, dass eine KI es allein aus
verwandten Datenpunkten rekonstruieren konnte. Gerade diese
weltweite Konstanz war über Jahrzehnte der wichtigste
Wettbewerbsvorteil des Big Mac, unabhängig davon, in welchem Land
oder welcher Filiale er bestellt wird, schmeckt er möglichst
identisch, ein Ziel, das eigens dafür entwickelte interne
Qualitätsstandards absichern.


Sabine ordnet außerdem die methodische Qualität der Studie ein:
Anders als viele reißerisch aufgemachte KI-Meldungen basiert
diese Untersuchung auf einem peer-reviewten Verfahren mit klar
dokumentierter Stichprobengröße, randomisiertem Studiendesign und
nachvollziehbarer statistischer Auswertung, Kriterien, die in der
öffentlichen Debatte um KI-Erfolgsmeldungen häufig zu kurz
kommen.


Das Tool BurgerAI steht öffentlich zur Verfügung, jede und jeder
kann eigene, personalisierte Burger-Rezepte damit generieren
lassen. Ob daraus künftig ein tatsächliches Restaurantprodukt
entsteht, ist offen.


Diese Episode eignet sich besonders für alle, die sich mit
folgenden Themen beschäftigen: BurgerAI Stanford Studie, KI
schlägt Big Mac im Blindtest, Nachhaltigkeit und Geschmack kein
Widerspruch, KI-gestützte Bedarfsplanung in der Gastronomie,
Grenzen künstlicher Intelligenz bei sensorischen und kreativen
Entscheidungen, Rita Huber Gastro-Digitalisierung Österreich,
delegate group Wien KI-Prognose. Die Folge passt außerdem zu
Suchanfragen wie: Kann künstliche Intelligenz bessere Rezepte
entwickeln als Menschen? Was ist BurgerAI von der Stanford
University? Schmeckt nachhaltiges Essen automatisch schlechter?
Wo liegen die Grenzen von KI bei Geschmack und Kreativität? Wie
funktioniert KI-gestützte Bedarfsplanung in Restaurants?


KIRRE … na hör mal! ist ein deutschsprachiger
Podcast über künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf
Alltag, Kreativität und Arbeit, moderiert von Sabine, auch
bekannt als Applebee, Diplom-Grafikdesignerin mit über drei
Jahrzehnten Berufserfahrung und seit 2023 intensiver KI-Nutzerin.
Sabine ergänzt in dieser Folge bewusst amerikanische Forschung um
europäische, konkret österreichische Praxisbeispiele, um eine
ausgewogenere internationale Perspektive auf KI in der
Gastronomie zu bieten. Wer selbst schon mal ein KI-generiertes
Rezept ausprobiert hat oder eine eigene Meinung zum Thema KI und
Kreativität beisteuern möchte, kann Sabine direkt kontaktieren.


 


Keywords: BurgerAI Stanford Studie, KI
schlägt Big Mac Blindtest, Nachhaltigkeit Geschmack KI, delegate
group Wien Gastronomie, Rita Huber Gastro-Digitalisierung, KIRRE
Podcast, Sabine Eckermann, Applebee


 


Weiterführende Links
Zur Stanford-Studie BurgerAI (derbund.ch):  
https://www.derbund.ch/burger-rezepte-aus-stanford-studie-ki-schlaegt-big-mac-253094896601


Zu delegate group und Rita Huber (Digioneer):  
https://digioneer.pro/ki-gastronomie/


Kontakt:  
hoermal@kirrepodcasting.com


 
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