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Beschreibung
vor 2 Wochen
Kann eine KI wirklich kreativ sein, im vollen, ernstgemeinten
Sinne des Wortes? Sabine sagt in dieser Folge von KIRRE … na hör
mal! ganz klar: Nein. Schön, ja. Eindrucksvoll, manchmal sogar
verblüffend. Aber kreativ ist für sie etwas grundsätzlich
anderes. Als Designerin, die seit drei Jahren intensiv mit
KI-Werkzeugen arbeitet, erklärt Sabine in dieser Episode, warum
sie zwischen echter menschlicher Kreativität und beeindruckender
KI-Produktion einen klaren Unterschied macht, und untermauert
ihre These diesmal nicht nur mit eigener Erfahrung, sondern auch
mit aktueller Kreativitätsforschung.
Ausgangspunkt der Folge ist eine Definitionsfrage: Was ist
Kreativität überhaupt? Sabine grenzt Kreativität bewusst ab von
reiner Geschwindigkeit, reiner Masse an Output und reiner
Überraschung, denn all das kann KI längst besser als jeder
Mensch. Sehr konkret beschreibt sie ihren eigenen Arbeitsprozess
mit Bildgeneratoren: Wird eine KI einfach machen gelassen, ohne
genaue Führung, entsteht aus ihrer Erfahrung fast immer Kitsch,
glatte und austauschbare Bilder, die alle irgendwie gleich
wirken, weil sie letztlich einen statistischen Durchschnitt aus
vorhandenem Material abbilden. Erst durch wiederholtes
Nachjustieren, teils zwanzig Anläufe und mehr, sowie durch
anschließende Nachbearbeitung entsteht etwas, das für sie
tatsächlich brauchbar ist. Diese Beobachtung aus dem eigenen
Alltag bildet die Grundlage, von der aus die Folge dann den Bogen
zu größeren, wissenschaftlich fundierten Fragen schlägt.
Ein zentraler Baustein der Folge ist die Arbeit der
Kreativitätsforscherin Teresa Amabile, die kreative Leistung aus
dem Zusammenspiel von drei Faktoren erklärt: Fachwissen,
kreatives Denken und, als entscheidendem dritten Faktor,
intrinsischer Motivation. Also echtem, innerem Interesse an einem
Problem, an einer Aufgabe, an einem Ergebnis. Genau diese innere
Motivation, dieses Feuer, das einen dazu bringt, noch mal
nachzubessern, obwohl es eigentlich schon reichen würde, fehle
KI-Systemen strukturell. Sabine beschreibt anschaulich, wie sehr
sie dieser Gedanke selbst überrascht hat, weil er in klare Worte
fasst, was sie bislang nur gefühlt, aber nie richtig benennen
konnte, nämlich dass ihr eigener Ehrgeiz und ihre Unzufriedenheit
mit dem ersten guten Ergebnis Teil ihres kreativen Prozesses
sind, nicht nur ein lästiges Extra.
Daran anschließend stellt Sabine ein bekanntes Experiment der
Wharton School vor, bei dem Studierende und eine KI dieselbe
Aufgabe lösen sollten: möglichst viele neue, innovative
Produktideen zu entwickeln. Das Ergebnis war für viele
überraschend, für Sabine selbst sogar ein kleiner Dämpfer fürs
eigene Ego, wie sie offen zugibt. Die KI produzierte in kürzester
Zeit ein Vielfaches an Ideen im Vergleich zu den Studierenden,
und als alle Ideen anonym bewertet wurden, stammte ein
überraschend großer Anteil der insgesamt am besten bewerteten
Ideen tatsächlich von der KI. Sabine ordnet dieses Ergebnis
differenziert ein, statt es einfach zu übergehen: Die KI ist
demnach vor allem stark darin, viele solide, brauchbare Ideen am
laufenden Band zu liefern, während der eine wirklich radikale,
alles verändernde Geistesblitz weiterhin selten bleibt, egal wer
ihn produziert. Sie beschreibt außerdem, wie sie ihr eigenes
Vorgehen nach der Lektüre dieser Studie noch einmal bewusst
reflektiert hat, um herauszufinden, an welcher Stelle im
kreativen Prozess ihr eigener Beitrag tatsächlich den Unterschied
macht.
Aus diesen beiden Bausteinen entwickelt Sabine eine
grundsätzliche Beobachtung darüber, wie sich die Rolle kreativ
arbeitender Menschen gerade verschiebt. Früher bestand ein großer
Teil kreativer Arbeit darin, überhaupt erst genügend Ideen zu
produzieren. Heute übernimmt das zunehmend die Maschine, in
Sekundenschnelle und in schier endloser Menge. Die eigentliche
menschliche Kompetenz verlagert sich dadurch immer stärker
Richtung Kuratieren, Bewerten, Verwerfen und Zuspitzen, eine
Fähigkeit, die aus Sabines Sicht mindestens genauso anspruchsvoll
ist wie das klassische Ideenfinden, aber bislang deutlich weniger
Anerkennung findet.
Die Kernaussage der Folge lässt sich klar zusammenfassen: KI ist
für Sabine ein Werkzeug wie ein Bleistift, mächtig, schnell, in
der Lage, enorme Mengen an Material zu produzieren, aber ohne
eigene kreative Absicht und ohne inneres Interesse an der Sache.
Erst in menschlicher Hand, geführt von Erfahrung, Auswahl und
echter Verantwortung für das Ergebnis, kann daraus etwas wirklich
Kreatives entstehen. Künstliche Kreativität als eigenständiges
Phänomen existiert für Sabine nicht, KI als kreatives Werkzeug in
menschlichen Händen dagegen sehr wohl, und genau in diesem
Unterschied liegt für sie der entscheidende Punkt der gesamten
Folge. Besonders bemerkenswert an dieser Episode ist, dass Sabine
ihre persönliche Haltung diesmal nicht nur aus dem eigenen
Bauchgefühl heraus begründet, sondern bewusst mit externer
Forschung abgleicht, auch dort, wo die Ergebnisse ihrer eigenen
Intuition zunächst zu widersprechen scheinen.
Diese Episode eignet sich besonders für alle, die sich mit
folgenden Themen beschäftigen: künstliche Kreativität, KI und
Design, KI-Bildgenerierung, Kreativitätsforschung, Teresa Amabile
und intrinsische Motivation, KI-Ideengenerierung und die
Wharton-Studie, der Unterschied zwischen menschlicher und
maschineller Kreativität sowie die veränderte Rolle kreativ
arbeitender Menschen im Zeitalter generativer KI. Die Folge passt
außerdem zu Suchanfragen wie: Kann KI wirklich kreativ sein? Was
sagt die aktuelle Forschung zu KI und Kreativität? Ist KI besser
darin, Ideen zu finden, als Menschen? Was bleibt von menschlicher
Kreativität übrig, wenn KI Ideen produziert?
KIRRE … na hör mal! ist ein deutschsprachiger Podcast über
künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf Alltag,
Kreativität und Arbeit, moderiert von Sabine, auch bekannt als
Applebee, Grafikdesignerin mit langjähriger Erfahrung und seit
drei Jahren intensiver KI-Nutzerin. Der Podcast richtet sich an
kreative und wissensbasierte Selbstständige, die KI weder
unkritisch feiern noch pauschal verteufeln wollen, sondern einen
ehrlichen, humorvollen und reflektierten Umgang damit suchen.
Jede Folge widmet sich einem konkreten Aspekt der KI-Nutzung im
Alltag, von Beziehungen über Arbeit bis hin zu Kreativität,
Wahrheit und Gesellschaft.
Wenn du eine eigene Meinung, ein Gegenbeispiel oder eine
persönliche Geschichte zum Thema künstliche Kreativität hast,
schreib Sabine gerne, sie freut sich über jede Zuschrift und
nimmt gute Denkanstöße auch gerne mal in einer der nächsten
Folgen auf. Selbstständige merken heute schnell, dass die eigene
Positionierung im KI-Zeitalter unklar geworden ist. Wer
Unterstützung dabei sucht, den eigenen kreativen Blick trotz
KI-Unterstützung sichtbar zu halten, sie freut sich über eure
E-Mails.
Gerade das Thema dieser Folge, die Frage, was am Ende wirklich
von einem selbst in einem Ergebnis steckt, betrifft nicht nur
Designerinnen und Designer, sondern alle, die beruflich mit
KI-Werkzeugen arbeiten und dabei ihre eigene Handschrift nicht
verlieren wollen.
Weiterführende Links:
Kontakt für eigene Meinungen, Gegenbeispiele und
Geschichten:
hoermal@kirrepodcasting.com
Teresa Amabile – Componential Theory of Creativity (Harvard
Business School, Originalarbeit):
https://www.hbs.edu/ris/Publication%20Files/12-096.pdf
Wharton-Studie „Ideas are Dimes a Dozen" – KI vs. Studierende bei
der Ideenfindung:
https://mackinstitute.wharton.upenn.edu/wp-content/uploads/2023/08/LLM-Ideas-Working-Paper.pdf
Ethan Mollick – „Automating Creativity" (Rekombinations-These,
One Useful Thing):
https://www.oneusefulthing.org/p/automating-creativity
Keywords: künstliche Kreativität, KI und Design,
KI-Bildgenerierung, Kreativitätsforschung, Teresa Amabile,
intrinsische Motivation KI, Wharton Studie KI Ideen, menschliche
versus maschinelle Kreativität, Ethan Mollick
Rekombinations-These, KIRRE Podcast, Sabine, Applebee
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