Applaus aus dem Ausland …

Applaus aus dem Ausland …

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag

Ein Tanzvideo auf TikTok, Hunderte begeisterte Kommentare,
Herzchen und Flaggen-Emojis. Sabines erste Reaktion: Respekt, die
hat aber Zulauf. Ihre zweite Reaktion, nach ein bisschen
Recherche: Das meiste davon ist gar nicht echt. In dieser Folge
von KIRRE … na hör mal! geht Sabine dieser Geschichte nach und
stellt die größere Frage dahinter: Wer applaudiert eigentlich
wirklich, und wer regiert künftig, wenn sich Applaus künstlich
erzeugen lässt?


Ausgangspunkt ist eine Analyse der unabhängigen Organisation
Reset Tech, die ein Netzwerk von mehr als 1.200 TikTok-Accounts
identifiziert hat, die monatelang koordiniert positive Inhalte
über eine deutsche Politikerin verbreiteten. Zusammen erreichten
diese Accounts über drei Millionen Follower und mehr als 30
Millionen Likes. Auffällig: 57 Prozent der analysierten Beiträge
wurden aus Nigeria hochgeladen. Viele der Accounts posteten zuvor
Inhalte zu Kryptowährungen oder Devisenhandel und wurden zwischen
November und Januar umbenannt, bevor sie auf Wahlwerbung
umschwenkten.


Sabine ordnet das Beispiel mit klarer eigener Haltung ein: Sie
positioniert sich unmissverständlich gegen Rechtsextremismus und
macht deutlich, warum sie ein Beispiel wählt, bei dem mehrere
Landesverbände der betroffenen Partei von Gerichten bestätigt als
gesichert rechtsextremistisch eingestuft sind. Die Partei selbst
bestreitet jede Beteiligung an dem Bot-Netzwerk. Sabines Ärger
richtet sich dabei nicht gegen legitime Fanbeziehungen im Netz,
sondern gegen die künstliche Erzeugung des Eindrucks einer
breiten Bewegung, wo tatsächlich ein Netzwerk umgewidmeter
Fake-Accounts steht, verstärkt durch einen Algorithmus, der genau
dieses künstliche Engagement zusätzlich mit echter Reichweite
belohnt.


Die Folge bleibt nicht bei Deutschland stehen. Sabine zieht die
Parallele zum US-Wahlkampf 2024: Donald Trump verbreitete
KI-generierte Bilder, die Taylor Swift und ihre Fans fälschlich
als seine Unterstützer zeigten, ein Vorfall, der Swift öffentlich
zur Klarstellung zwang. Allein zwischen Januar und Juli 2024
wurden in den USA über hundert solcher KI-Deepfakes im Wahlkampf
registriert. Sabine reflektiert dabei, warum ausgerechnet dieser
Fall so schnell aufflog: Swifts Millionen Fans kennen ihre echte
Stimme genau, während bei Politikerinnen, die viele nur aus
zweiter Hand kennen, dieses Frühwarnsystem gegen Fälschungen
deutlich schwächer ist.


Historisch verankert Sabine das Thema mit dem
Cambridge-Analytica-Skandal von 2016 und macht einen
entscheidenden Unterschied zu heute deutlich: Brauchte es damals
noch ganze Teams über Wochen und Monate, reicht heute eine
Handvoll Menschen mit passender Software, um in wenigen Tagen ein
tausendköpfiges Bot-Netzwerk aufzubauen.


Ein zentraler Gedanke der Folge: Es spielt keine Rolle, welches
Land oder welche politische Richtung betroffen ist, überall dort,
wo Wahlerfolg an Reichweite hängt, lohnt sich künstlicher
Applaus. Sabine erlaubt sich ein ausdrücklich als
Gedankenexperiment gekennzeichnetes Zukunftsszenario: Was, wenn
Wahlkampf zu einem Wettrüsten der besseren
Manipulationstechnologie statt der besseren Argumente wird?


Praktisch rät Sabine, große Follower-Zahlen nicht mehr
unhinterfragt als Beleg für echte Beliebtheit zu nehmen, sondern
zu prüfen, wer wirklich dahintersteckt. Für Wahlinformationen
empfiehlt sie offizielle Programme und Faktencheck-Redaktionen
statt Chatbots, da ein Correctiv-Experiment vor der Europawahl
2024 zeigte, dass gängige Chatbots teils erfundene Kandidatinnen
nannten und nicht mal das Wahldatum kannten.


Die Folge endet nicht mit Resignation, sondern mit einer
Ermutigung: Je mehr künstlicher Applaus im Umlauf ist, desto
wertvoller wird die eigene, kritische Stimme.


Diese Episode eignet sich besonders für alle, die sich mit
folgenden Themen beschäftigen: Bot-Netzwerke im Wahlkampf,
Deepfakes bei Wahlen, Cambridge Analytica Microtargeting,
Chatbots und Wahlinformationen, Rechtsextremismus und
Social-Media-Reichweite, Fake-Follower erkennen. Die Folge passt
außerdem zu Suchanfragen wie: Wie erkenne ich gekaufte Follower
und Bot-Kommentare? Was war der Cambridge-Analytica-Skandal
genau? Wie zuverlässig sind Chatbot-Antworten zu Wahlen?


KIRRE … na hör mal! ist ein deutschsprachiger
Podcast über künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf
Alltag, Kreativität und Arbeit, moderiert von Sabine, auch
bekannt als Applebee, Diplom-Grafikdesignerin mit über drei
Jahrzehnten Berufserfahrung und seit 2023 intensiver KI-Nutzerin.
Wenn dich diese Folge zum Nachdenken gebracht hat, schreib Sabine
gerne, welche viralen Zahlen dir selbst zuletzt verdächtig
vorkamen.


 


Weiterführende Links
Zum Reset-Tech-Bot-Netzwerk (Ruhrbarone):  
https://www.ruhrbarone.de/pro-weidel-content-auf-tiktok-mehrheit-der-beitraege-stammt-aus-nigeria/256415/


Zu KI-Deepfakes im US-Wahlkampf 2024 (bpb.de):  
https://www.bpb.de/themen/nordamerika/usa/552975/ki-und-wahlen-brennpunkt-usa/


Kontakt für Rückmeldungen:  
hoermal@kirrepodcasting.com


 


Keywords: Bot-Netzwerk TikTok Wahlkampf,
Reset Tech Nigeria Accounts, Deepfake US-Wahlkampf Taylor Swift,
Cambridge Analytica Microtargeting, Chatbot Fehlinformation Wahl,
KIRRE Podcast, Sabine Eckermann, Applebee


 
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