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Das Klischee geht so: Wenn eine Frau sich trennt, sucht sie
Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und startet befreit
in ein neues Leben. Doch die Wirklichkeit ist oft viel komplexer.
Immer wieder begleite ich Frauen, die selbst den Entschluss gefasst
haben die Beziehung zu beenden – und die trotzdem tief im
Trennungsschmerz stecken. Frauen, die sich nicht getrennt haben,
weil sie sich neu verliebt haben, sondern weil sie irgendwann
gespürt haben, dass sie es in ihrer Beziehung nicht mehr aushalten
konnten. Sie haben meist lange gekämpft, mit sich gerungen und viel
versucht, um die Beziehung zu retten. Jetzt die Trennung
auszusprechen, fühlt sich an wie ein Aufgeben oder gar Scheitern.
Nach der Trennung warten dann häufig nicht Erleichterung und
Freiheit, sondern Trauer, Schuldgefühle, Selbstzweifel und die
Frage, ob sie den grössten Fehler ihres Lebens gemacht haben. Und
nicht selten Angst vor der Zukunft. Frauen, die selbst gehen,
erfahren zudem häufig weniger Verständnis von ihrem Umfeld, da sie
es ja schliesslich so wollten und selbst so entschieden haben.
Freunde und Familie verstehen oft nicht recht, warum man, wenn man
schon gegangen ist, jetzt nicht auch weitergehen kann. Nicht selten
haben sogar die betroffenen Frauen selbst immer weniger Verständnis
für ihr anhaltendes Leiden nach der Trennung. Oder fragen sich, ob
das Scheitern nicht sogar an ihren eigenen Mustern und Defiziten
lag. In dieser Folge möchte ich über diese oft übersehene Seite von
Trennungsschmerz sprechen. Ich gehe der Frage nach, weshalb auch
eine selbst getroffene Entscheidung zutiefst schmerzen kann. Warum
unser Nervensystem eine Beziehung vermissen kann, die wir gar nicht
mehr wollten. Und warum die Schuldfrage uns oft genau von dem
abhält, was wir jetzt eigentlich brauchen, um wachsen zu können.
Dabei geht es unter anderem darum: - Weshalb Frauen, die selbst
gehen, oft genauso tief leiden wie Frauen, die verlassen wurden -
Warum nach einer Trennung häufig nicht Erleichterung, sondern
Trauer, Angst und Orientierungslosigkeit folgen - Weshalb
Schuldgefühle, Selbstzweifel und die Verantwortung für den Schritt
den Trennungsprozess zusätzlich erschweren können - Und warum die
Frage, wer welchen Anteil am Beziehungsende hatte, nichts darüber
sagt, ob der Entscheid richtig war, sondern darüber, was nun
wichtig ist, um gut weitergehen zu können. Eine Folge für dich,
wenn du selbst gegangen bist und dich fragst, weshalb dein Schmerz
trotzdem schwer auszuhalten ist und vielleicht sogar Zweifel
aufkommen. Oder wenn du verlassen wurdest und besser verstehen
möchtest, warum auch Frauen, die eine Beziehung beenden, oft einen
langen und schmerzhaften Weg vor sich haben. Denn Trennungsschmerz
hat viele Gesichter. Und unabhängig davon, wer gegangen ist,
verdienen Schmerz, Zweifel und Trauer Verständnis, Solidarität und
Mitgefühl.
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„#31 Ich bin gegangen. Warum leide ich trotzdem?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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