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  3. Mauerecho – Ost trifft West Podcast
  4. Folge 55 - Wer zahlt für den Sozialstaat?
Die Kosten für Sozialstaatreformen tragen schlussendlich die
Allerärmsten. Das kritisieren Sanktionsfrei-Aktivistin Helena
Steinhaus und Unternehmerin Isabelle Hoyer. Der Sozialstaat soll
sukzessive reformiert werden, damit er weniger kostet. So der Plan
der Bundesregierung. Kürzlich erst sprach sich die
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) gegen eine eigentlich
im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Bafög-Reform
aus. Denn Studierende seien in Deutschland privilegiert und neben
dem Studium zu arbeiten, sei laut Bär „kein Drama“. Ebenso ist eine
Pflegereform geplant, die beispielsweise vorsieht, die
Rentenpunkte, die pflegende Personen erhalten, von 100 auf 70
herunterzusetzen. Die Unternehmerin und Gründerin eines Women
Leadership Netzwerks, Isabelle Hoyer, hält in der neuen Folge
Mauerecho gegen den Vorschlag. Und Helena Steinhaus von
Sanktionsfrei e.V. fordert sogar: „Die sollten verdoppelt werden.“
Arbeitnehmer*innen auch durch Grundsicherungs-Sanktionen betroffen
Für die neue Grundsicherung, die ab dem 1. Juli das Bürgergeld
ersetzt, hat die Bundesregierung einen härteren Sanktionskatalog
beschlossen. Bisherige Schutzrechte des ehemaligen Bürgergelds
sollen ebenfalls wegfallen. Es sind Maßnahmen, die nicht nur
Leistungsempfänger*innen unter Druck setzen. Auch
Arbeitnehmer*innen sind betroffen. Kritik gab es von vielen Seiten.
Gewerkschaften, Grüne und Linke und zivilgesellschaftliche
Initiativen wie Sanktionsfrei e. V. positionieren sich gegen die
geplanten Reformen. Diese würden Menschen zwingen, schlechte
Arbeitsbedingungen auszuhalten, wie Helena Steinhaus im Gespräch
mit Mauerecho-Host Dennis Chiponda anmahnt. Sie sagt: „Die
Allermeisten würden fast jede Arbeit machen, um bloß nicht in die
Grundsicherung zu fallen. Und das heißt auch, dass man weniger
Ansprüche stellt, sowohl an die Arbeitsbedingungen als auch an die
Bezahlungen.“ Die Sankitonsfrei-Aktivistin fordert außerdem, dass
gute Arbeitsbedingungen für Menschen geschaffen werden, auch in
Berufsspaten, die weniger „verführerisch“ seien – besonders in
großen Unternehmen. Warum die Aktivistin in diesem Zusammenhang das
Unternehmen und den Arbeitgeber Tchibo als „Wichser“ bezeichnet und
wie Kleinunternehmer*innen mit finanziellem Druck umgehen, hört ihr
in dieser neuen Podcast-Folge Mauerecho. In der nächsten Folge
sprechen wir wieder mit Politiker*innen über die Themen Migration
und Integration. Die Folge erscheint am 25.06.2026. Habt ihr eigene
Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachmemo oder Nachricht an
0157 55875373 oder schreibt uns an mauerecho@taz.de. „Mauerecho“.
„Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz
panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf
taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer
Dank gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem
Sounddesigner Sebastian Jautschus.
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„Folge 55 - Wer zahlt für den Sozialstaat?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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