"Mein Job sind die schönen Dinge des Lebens": Lara M. Gahlow über ihre Arbeit als freie Autorin, Lektorin und Kulturmanagerin

"Mein Job sind die schönen Dinge des Lebens": Lara M. Gahlow über ihre Arbeit als freie Autorin, Lektorin und Kulturmanagerin

vor 5 Monaten
Absolventin der Leuphana Universität Lüneburg
1 Stunde 15 Minuten
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Beschreibung

vor 5 Monaten

„Moin, ich bin Lara. Wenn Menschen mich fragen, was ich mache,
sage ich: Ich beschäftige mich mit den schönen Dingen des
Lebens.“ Diese entwaffnende Antwort gibt Helenas heutige Gästin
Lara M. Gahlow allen, die behaupten, dass man nach einem
kulturwissenschaftlichen Studium beruflich weder erfolgreich Fuß
fassen, geschweige denn sich hierbei auch selbst verwirklichen
könne. Dass das genaue Gegenteil der Fall ist, zeigt Lara jeden
Tag als Solo-Selbstständige im Bereich Text, Lektorat und
Kulturmanagement. Wie sie selbst sagt, hat sie Kultur, Kulinarik
und Kommunikation zu ihrem Beruf gemacht. Lara hat das Glück,
sich in ihrem Job mit Aufgaben beschäftigen zu können, die sie
wirklich begeistern, sei es die Planung eines Kurzfilmfestivals,
das Schreiben von Programmtexten für das Reeperbahn Festival oder
das Lektorieren eines Graphic Novels.


Studiert hat Lara zunächst Kulturwissenschaften und Medien- und
Kommunikationswissenschaften in Bremen, danach folgte ein
kulturwissenschaftlicher Master an der Leuphana Universität
Lüneburg. Sie ergänzte ihr Studium mit einem Auslandsaufenthalt
in Litauen und einer Reise nach Malaysia, engagierte sich knapp
neun Jahre ehrenamtlich bei einem Festival im Harz und nahm
unterschiedliche Nebenjobs an. Die Erfahrungen, die sie so neben
dem Studium gemacht hat, sind für sie heute genauso relevant,
wenn nicht sogar noch wichtiger, als die Inhalte ihrer
Vorlesungen und Seminare.


Den Einstieg in die Selbstständigkeit fand sie kurz nach dem
Master in einer denkbar schwierigen Zeit, mitten in der
Corona-Pandemie. Doch Lara schaffte es mit Flexibilität, einem
Coworking-Space-Job und einem großen Netzwerk aus
Festivalkontakten, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen, die
rasch erfolgreich wurde. Kulturförderprogramme wie „Neustart
Kultur" schufen während der Pandemie Aufträge, die zu der Art von
Arbeit passten, die Lara anbieten wollte. Seit sie vollständig
selbstständig ist, hat sie nach eigener Aussage nie aktiv Kunden
anwerben müssen.


Ihre Selbstständigkeit ermöglicht es ihr, sich auch intensiv dem
literarischen Schreiben zu widmen. 2024 erhielt sie den Hamburger
Literaturpreis für ihr Debüt, die Erzählung „Vorwiegend
festkochend", aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Roman. Im
Gespräch mit Helena berichtet sie davon, was der Preis konkret
für sie und vor allem für ihr Selbstvertrauen bedeutet hat.


Anfang diesen Jahres hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Marcel
Wicker zudem SOFT gegründet, ein Büro für sensible und
progressive Kommunikationsarbeit. Beide sind in den Kontexten, in
denen sie arbeiten, als Ansprechpersonen für Fragen rund um
diskriminierungssensible Sprache und Bildsprache insbesondere in
Bezug auf queere Menschen bekannt. Wie Lara berichtet, ist SOFT
so entstanden, wie gute Dinge oft wachsen: langsam, mit dem
richtigen Partner und aus einem echten Bedürfnis heraus.


Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie sieht
Laras Arbeitsalltag als Solo-Selbstständige mit mehreren
parallelen Projekten konkret aus? Was hat sie bei einer Lesung
vor 100 Menschen gelernt, das sie so nicht erwartet hatte? Und
warum glaubt sie, dass Zweifel und kreatives Schaffen untrennbar
miteinander verbunden sind?


Viel Spaß beim Hören!


Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner


Das Gespräch fand statt im Oktober 2025.


Hier geht es zu Links und weiteren Informationen:
https://studium-und-dann.com/?p=13175
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