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Beschreibung
vor 5 Monaten
Lagos hat zweiundzwanzig Millionen Einwohner, die über
zweihundert Volksgruppen angehören und mehr als fünfhundert
Sprachen sprechen. Wer dort groß wird, weiß, was
Multikulturalität bedeutet, nicht als theoretisches Konzept,
sondern als gelebter Alltag. Genau diese Erfahrung bringt
Omotunde „Tunde" Kasali in seinen Beruf mit: Als Manager bei
Germany Trade and Invest arbeitet er heute in Berlin daran,
deutsche und afrikanische Wirtschaftsakteure zusammenzubringen,
und versteht beide Seiten aus eigener Erfahrung.
Tunde ist die erste international studierende Person im Podcast.
Aufgewachsen in Nigeria, entschied er sich nach seinem
Bachelorabschluss in Biochemie für ein Masterstudium im Ausland,
an der Leuphana Universität Lüneburg. Es war für ihn schon früh
klar, dass er sich in diesem ganz dem Thema nachhaltige
Entwicklung widmen wollte. Wie kann wirtschaftliches Wachstum in
Anbetracht der sozialen und ökologischen Herausforderungen der
Zukunft aussehen? Und wie kann ein westafrikanisches Land wie
Nigeria, mit all seinem Potenzial, aber auch seinen Problemen,
nachhaltig wachsen?
Ausschlaggebend für das Studium an der Leuphana Universität im
norddeutschen Lüneburg waren für ihn nicht nur die allgemein
guten Studienbedingungen in Deutschland, sondern auch, dass
Nachhaltigkeit hier nicht bloß ein Fach ist, sondern in der
Hochschule in allen Bereichen stets mitgedacht wird. Sein
englischsprachiges Masterstudium in Sustainability Science, das
er 2017 abschloss, war von Beginn an sehr interdisziplinär
aufgebaut: Biologie, Chemie, Physik, Politik und sogar
Umweltrecht standen auf dem Stundenplan. Seine Masterarbeit
schrieb er über Bildung zum Thema nachhaltige Entwicklung in
Nigeria, wodurch er seine beiden Welten direkt miteinander
verband.
Während seines Studiums in Lüneburg gründete er außerdem
gemeinsam mit anderen international Studierenden die „Leuphana
African Students Organization", eine Initiative, die neu
ankommenden afrikanischen Student:innen helfen sollte, in der
norddeutschen Kleinstadt Fuß zu fassen. Die Organisation
unterstützt sie nicht nur bei der Wohnungssuche und Problemen mit
der Bürokratie, sondern auch ganz allgemein beim Ankommen in
Deutschland. Für Tunde, der nach seiner Kindheit in der
Millionenstadt Lagos der Umzug in das kleine Lüneburg als
ziemlichen Kulturschock erlebte, war die „Leuphana African
Students Organization" ein echtes Herzensprojekt.
Nach dem Abschluss kehrte Tunde zunächst nach Nigeria zurück und
begann im Deutschen Generalkonsulat in der Wirtschaftsabteilung
zu arbeiten. Seitdem hat er seine Karriere ganz auf den Bereich
deutsch-afrikanische Wirtschaftskooperationen ausgerichtet. Bei
Germany Trade and Invest ist er heute für die Begleitung von
Unternehmen im englisch- und portugiesischsprachigen Westafrika
zuständig. Er koordiniert Branchenexperten und leitet ein
Förderprogramm für deutsche Unternehmen, die in afrikanische
Märkte einsteigen wollen. In Nigeria wie auch in Deutschland
gelebt, studiert und gearbeitet zu haben, ist für Tunde dabei die
Grundlage seiner Arbeit.
Davon und von vielem mehr erzählt er in dieser Episode und gibt
uns unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Was braucht
es, um langfristige und für beide Seiten vorteilhafte
Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und afrikanischen
Staaten aufzubauen? Warum sollte man sich trauen, einen Teil
seines Studiums im Ausland zu absolvieren? Und wie hilft Tunde
sein Engagement in einem englischsprachigen Rhetorik-Club
beruflich, aber auch privat?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner.
Hier geht es zu Links und weiteren Informationen:
https://studium-und-dann.com/?p=13099
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