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  4. #29 | Wie Souveränität die KI-Innovation beschleunigt | Gast: Sarah Levy, Swisscom
Die Schweiz steht bei Artificial Intelligence zwischen
Aufbruch und Zurückhaltung. Sarah Levy, Swisscom, erklärt
Chancen, Hürden und warum digitale Souveränität jetzt
entscheidend ist.

Sarah Levy ist bei Swisscom für die Swiss AI Platform zuständig.
Die Anwältin mit MBA und Expertin für digitale Transformation
gibt im Gespräch mit Christoph Soltmannowski Einblicke, wie
Swisscom AI nutzt und welche Herausforderungen die Schweiz bei
der AI-Adoption hat.

AI bei Swisscom: Vom Kundenservice zur
Netzoptimierung

Swisscom setzt AI bereits vielfältig ein: Der virtuelle Assistent
«Sam» bearbeitet jährlich über 13 Millionen Kundenanrufe und
850'000 Chats, oft selbstständig. Mitarbeitende profitieren von
AI beim Programmieren oder bei Wissensabfragen. Im Hintergrund
optimiert AI Netzwerke, Antennen und Rechenzentren. Mit
Investitionen von über 100 Millionen Franken will Swisscom AI in
den nächsten Jahren weiter ausbauen – in der Schweiz und Italien.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Swiss AI Platform, die in
Schweizer Rechenzentren läuft, höchste Datenschutzstandards
erfüllt und Unternehmen modulare Werkzeuge für AI-Anwendungen
bietet.

Schweizer AI-Landschaft: Potenzial mit
Hürden

«Kurzfristig überschätzen wir den Nutzen, langfristig
unterschätzen wir ihn», betont Levy. Viele Schweizer Unternehmen
stecken in der Pilotphase. Fehlendes Know-how,
Datenschutzbedenken und Kosten bremsen die flächendeckende
Einführung. Im Vergleich zu internationalen Firmen, die oft
experimenteller vorgehen, legt die Schweiz Wert auf Qualität und
Sicherheit. Das führt zu nachhaltigen, aber langsameren
Fortschritten. Digitale Souveränität ist hier ein Schlüssel, um
Abhängigkeiten von ausländischen Modellen, Daten und
Infrastrukturen zu reduzieren und macht insbesondere dort Sinn,
wo sensitive Daten im Spiel sind.

Verantwortungsvolle AI und Souveränität

Verantwortungsvolle AI bedeutet für Sarah Levy Transparenz,
Fairness und Sicherheit. Modelle müssen nachvollziehbar
entscheiden und dürfen niemanden diskriminieren. Die starke
Abhängigkeit von KI-Technologien – sowohl bei der Infrastruktur
als auch bei Modellen, die überwiegend aus dem Ausland stammen –
kann Risiken bergen, denen wir uns bewusst sein sollten.
Geopolitische Entwicklungen könnten den Zugang zu zentralen
Ressourcen beeinflussen oder als Verhandlungsmasse genutzt
werden.

Schweizer Sprachmodell Apertus: Ein Schritt zur
Souveränität

Das im September 2025 lancierte Sprachmodell Apertus, das von ETH
und EPFL entwickelt wurde, ist ein Meilenstein. Dieses
Open-Source-Sprachmodell berücksichtigt unter anderem auch
Romanisch. Swisscom hostet es in sicheren, ISO-zertifizierten
Rechenzentren und ermöglicht eine einfache Integration für KMU
und Grossunternehmen. «Es ist kostengünstig und niederschwellig»,
sagt Sarah Levy. Das Modell stärkt die Souveränität und könnte
auch im deutschsprachigen Raum Vorteile bieten. Rolle der
Swisscom:

Innovationstreiber im Ökosystem

Swisscom sieht sich als Gestalterin desSchweizer AI-Ökosystems.
«Unser Ziel ist, AI in den Alltag zu bringen», betont Levy. Dazu
gehören die Unterstützung bei der Identifikation von sinnvollen
KI-Lösungen, die Beschleunigung von Pilotprojekten, sowie die
erfolgreicheAdaption und Skalierung. Intern fördert Swisscom
Vertrauen durch Schulungen und Transformationsmanagement, extern
durch zugängliche Lösungen.

Ausblick: Eine souveräne KI-Zukunft

In fünf Jahren soll die Schweiz eine führende Rolle in der
souveränen AI einnehmen. «Wir sollten nicht nur Konsumenten sein,
sondern aktiv gestalten», sagt Levy. Die Swiss AI Platform und
das Sprachmodell Apertus könnten ein Vorbild werden. Levys Vision
ist es, dass KI als täglicher beruflicher und persönlicher
Wegbegleiter – als Assistent, künftig als Agent - den Alltag
vereinfacht und Menschen befähigt, kreative Innovationen zu
treiben, indem sie Zeit für echte menschliche Interaktionen
schafft und die Schweiz in der souveränen Nutzung von KI an die
Spitze bringt.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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