Céleste Spahić hat die Mental-Health-App «Mindzeit» entwickelt
und nennt sich Tech-Philosophin. Zusammen mit ihrem Mann Marinko
hat sie das Buch «Unlock your [AI]dentity» geschrieben.
In dieser Podcastfolge erklärt sie, warum KI als Denkpartner
taugt und weshalb die Aufklärung ein Update braucht.
Wenn Algorithmen immer mehr menschliche Aufgaben übernehmen,
müssen wir Menschen besser darin werden, Mensch zu sein. Das ist
die These von «Unlock your [AI]dentity», dem Buch von Céleste und
Marinko Spahić. Die beiden definieren darin sieben Future Skills:
geistige Autonomie, kritisches Denken, emotionale Intelligenz,
Kreativität, Lernfähigkeit, Resilienz und Regeneration.
Trainieren soll man diese Fähigkeiten ausgerechnet mit KI. Das
Buch liefert dazu Prompts, die sich per QR-Code direkt übernehmen
lassen.Céleste Spahić hat die Mental-Health-App «Mindzeit»
entwickelt, wurde 2023 als Female Founder of the Year
ausgezeichnet und spricht auf Bühnen wie TEDx, OMR und Bits &
Pretzels. Sie nennt sich Tech-Philosophin: Sie denkt über den
Einfluss von Technologie nach und baut selbst welche.
Im Podcast schlägt sie den Bogen zu Kant. Dessen «Sapere aude»,
habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, gelte
weiterhin. Heute brauche es zusätzlich «Conscius esse aude»: Habe
den Mut, bewusst zu sein. Also wahrzunehmen, was Technologie mit
uns machtWas sie damit meint, zeigt ein Blick zurück. 2007 kam
das iPhone auf den Markt, kurz darauf banden Facebook, YouTube
und Twitter die Nutzer an die Geräte. Seither steigen die
Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen.
Von Verboten hält Spahić trotzdem wenig: «Wenn man das Ganze
verbietet, aber nichts an der Plattformlogik ändert, verschiebt
man nur ein Problem.» Sie fordert Regulierung, wie sie beim
Rundfunk längst gilt. Und Bildung: An der phil.cologne, dem
grössten Philosophiefestival Europas, diskutierte sie diesen
Sommer mit über 400 Schülerinnen und Schülern. Auf die Frage, wer
ChatGPT für Hausaufgaben nutze, zeigten fast 90 Prozent auf. Für
Spahić folgt daraus: Die sieben Kompetenzen müssten ein Schulfach
werden. Mit einer KI, die als sokratischer Dialogpartner Fragen
stellt und die Schüler zum Denken bringt.
Grenzen sieht sie trotzdem. Large Language Models sind
Wahrscheinlichkeitsmaschinen, Beziehungen können sie nicht
ersetzen. Und wer ihnen seine Gedanken anvertraut, gibt sie einem
US-Konzern: «Man sollte sich immer vorstellen: Da könnte jemand
mitlesen oder zuhören.» Deshalb wünscht sich Spahić
datensouveräne Lösungen aus Europa.Den häufigsten Fehler im
Umgang mit KI sieht sie darin, sie als Antwortmaschine zu nutzen
und den Output ungeprüft zu übernehmen. Sie versteht die Arbeit
mit dem Sprachmodell als Dialog, als ständiges Hin und Her
zwischen Mensch und Maschine. An Nachschub arbeitet das Ehepaar
bereits: Ein weiteres Buch ist angedacht, ein Workbook wird
geprüft, ein Forschungsprojekt zu KI an Schulen ist in
Vorbereitung.
Mehr zum Buch «Unlock your [AI]dentity»:
https://www.penguin.de/buecher/c%C3%A9leste-spahic-unlock-your-identity/paperback/9783424203240
Die mindzeit app https://mindzeit.app/
Aifluencer https://www.ai-fluencer.de/
LinkedIn https://www.linkedin.com/in/celeste-spahic/
Instagram
https://www.instagram.com/celeste.kleinjans/?hl=de
Websitehttps://celeste-spahic.de/
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