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In der Demokratie herrscht Meinungsfreiheit, die Erlaubnis, dass
was man denkt oder meint, auch äußern zu dürfen. Erlaubt ist
dabei ausdrücklich auch das kritisieren, es wird sogar gefordert.
Kritisch stellen soll man sich dabei nicht nur zu sich und seinen
Gedanken sondern zu prinzipiell allem Geäußerten oder allen
Gegenständen der Befassung, man soll sich eine kritische Haltung
zulegen. Es gilt als Kompliment, dass man ein kritischer Mensch
ist. Und das ist ist schon etwas eigenartig, wenn noch vor jeder
Befassung mit etwas schon vornweg die Anforderung besteht, es
selbst kritisch sehen zu müssen. Kritik hat offenbar nicht den
Ausgangspunkt, dass einem etwas nicht passt, man deswegen den
Grund dafür ermittelt und dann den Grund weiß, um ihn
abzuschaffen.

Kritisiert wird dauernd, aber die verbesserte Welt stellt sich
gar nicht ein. Es scheint vielmehr so, dass Kritik üben zur
Kultur in der Demokratie zählt, dass man Kritik übt an allem
möglichen und die Gründe dann der Unzufriedenheit gar nicht
verschwinden, so dass sich viele Beschwerden standardmäßig
wiederholen: Grund der Unzufriedenheit und Kritik koexistieren.
Deswegen stellt sich die Frage: Kritik, was ist das und wie geht
sie heutzutage?

Teil 1: Einleitung - Kritik, was ist das?

Die Eigenart der Kritik in der bürgerlichen Gesellschaft

Teil 2: "ich meine" und vorstellig gemachte Betroffenheit als
Berechtigung

Teil 3: "ich als": die Berufung auf den eigenen Stand als
Berechtigungstitel und seine Zurückweisung

Teil 4: Kritik als Anklage eines allgemeinen Missstandes

Teil 5: Immanente Kritik im Namen einer Interessenharmonie

Teil 6: Der Ruf nach dem Staat als Beschränker der (anderen)
Interessen - Konstruktive Kritik - Fazit

Teil 7+8: Diskussion und Nachträge - Beispiel einer
durchgeführten Kritik - Aktuelle Kritikkultur in Stuttgart

Weitere Publikationen zum Thema:

Kritik - wie geht das? in Gegenstandpunkt 4-13
Episode melden

„Kritik - wie geht das?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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