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  4. Die toten Jungen unserer Heimatstadt
Die Schatten an den Wänden

unserer Heimatstadt schweigen für immer.

Manchmal gibt es Menschen,

die einen solchen Eindruck hinterlassen, wenn

sie den Raum betreten, dass man im

Kopf ganze Gespräche mit ihnen führt und

Korrespondenzen,

nachdem sie den Ort, an dem man ist

bereits verlassen haben,

oder man selbst den Ort verließ,

an dem sie waren.

Ohne, dass man auch nur einen Namen kennt.

Man begegnet ihnen in Bibliotheken,

in Kinos und an Autobahn-Raststätten.

Sie tragen ungewöhnliche

Kleidung oder welche die so nichtssagend ist,

dass es einen umso mehr überrascht.

Einige strahlen das volle Leben aus,

andere eine ungewöhnliche Leere.

Es ist eine Differenz zwischen ihrer Haut

und ihrem Inneren, das sich entweder

weit hinter diese zurückgezogen hat,

oder viel mehr Raum einnimmt und

außerhalb des Körpers im Zimmer alles verändert,

wie ein Loch, aus dem es von der Decke tropft.

Sie schweigen,

sie beobachten

und sind im Aufbruch begriffen.

Die toten Jungen unserer Heimatstadt,

die an anderen Orten unter anderen Namen leben,

können nicht mehr sprechen und sagen

doch so viel, da sie

uns mit ihrem Verschwinden kalt erwischt haben.

Man ist sich nicht sicher,

ob das Vakuum, das sie hinterlassen,

größer oder kleiner ist, als man es erwartet hätte.

Manche Dinge kann man sich nicht vorstellen,

kann man nicht beschreiben, bis man sie erlebt hat.

Und am Ende ist man sich überhaupt nicht sicher,

was man denn erwartet hat.

Wie viel Wärme im unbeachteten Baum am Wegrand steckt,

kann einen erst die Asche lehren.

Bei manchen Menschen ist es so ähnlich,

obwohl sie, anders als die Bäume,

Stimmen haben,

Ohren jedoch,

sind seit jeher Mangelware in der Welt.

Kerim Mallée
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„Die toten Jungen unserer Heimatstadt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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