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  4. LIT #1991 – Fritz J. Raddatz – Lesung und Gespräch mit Maxim Biller

Fritz J. Raddatz


 


Fritz J. Raddatz, geboren 1931 in Berlin, war ein wichtiger und
widersprüchlicher Intellektueller seiner Generation. Sein Werk
umfasst zahlreiche Essays und in viele Sprachen übersetzte
Romane. 2010 wurde er mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für
Publizistik ausgezeichnet. Seine letzte Veröffentlichung war
„Jahre mit Ledig. Eine Erinnerung“ (2015); er verstarb im selben
Jahr. Zwischen 1987 und 1994 war er insgesamt sechs Mal beim
Erlanger Poetenfest zu Gast.


 


Auszug aus dem Programmhefttext von 1991:


Fritz J. Raddatz liest aus seinem Roman „Abtreibung“. Es ist nach
„Kuhauge“ und „Wolkentrinker“ seine dritte Prosaarbeit.
Gezeichnet wird in diesem Roman die geistig-moralische Landschaft
der fünfziger Jahre, deren Merkmale das Niedliche und das Dumpfe
sind. Die Hauptperson ist die Figur des Bernd Walthers, der
zugleich schön und verlogen ist, intelligent und egozentrisch,
eiskalt und gefühlvoll. „Die Abtreibung“ so teilt der Verlag mit,
ist ein Erziehungsroman im altmodischen Sinne, in dem das
Politische als doppelte Kraft begriffen wird, als Prägung wie als
Spiegelung des Charakters. Und in dem sich eine alte Frage neu
stellt: Ist Literatur stets auch ein Stück Autobiographie – Hohn
und Grimasse des eigenen Ich?


Raddatz war bis 1958 stellvertretender Cheflektor des Verlags
„Volk und Welt“ in Ostberlin, von 1960 bis 1969 stellvertretender
Leiter des Rowohlt-Verlages, von 1977 bis 1985 Feuilletonchef,
seit 1986 Kulturkorrespondent der „Zeit“. Seit den siebziger
Jahren hat Fritz J. Raddatz in ungezählten Vorlesungen, Essays,
Literaturkritiken, Autorenporträts und –interviews das
literarische Geschehen in Deutschland kommentiert,
literaturkritische Debatten aufgeworfen und als jahrelanger
Leiter des „Zeit“-Feuilletons die literarische Diskussion
entscheidend mitbestimmt und geprägt.
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„LIT #1991 – Fritz J. Raddatz – Lesung und Gespräch mit Maxim Biller“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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