In der zweiten Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts geht es um
eine der häufigsten - wenn nicht die häufigste - Frage im
Fachgespräch: Was ist Objektorientierung? Mit der Antwort auf diese
Frage kann man ohne Weiteres 10 Minuten und mehr füllen, daher gebe
ich ein paar Tipps, wie man sinnvoll mit dieser Frage umgeht.
Allgemeines zu Prüfungsfragen im Fachgespräch Frei sprechen und
nicht auswendig lernen. Präzise antworten und nicht rumlabern.
Strukturiert antworten und nicht von Thema zu Thema springen. Vom
Allgemeinen zum Speziellen vorgehen. Woimmer es geht Beispiele
bringen. Fachbegriffe korrekt verwenden. Objektorientierung
Allgemein: Die Objektorientierung ist ein Programmierparadigma, das
mit Objekten arbeitet. Es zeichnet sich hauptsächlich durch drei
Konzepte aus: Kapselung, Vererbung und Polymorphie.
Programmierparadigma: Vorgehensweise bei der Programmierung, z.B.
objektorientiert, funktional, strukturiert. Objekt: Ding der realen
Welt, z.B. Hund, Tisch, Versicherungsvertrag. Ein Objekt hat
Eigenschaften (Attribute) und Funktionen (Methoden), z.B. die
Augenfarbe des Hundes oder die Policierung eines
Versicherungsvertrags. Klasse: Viele objektorientierte
Programmiersprachen verwenden Klassen als Baupläne für Objekte,
z.B. Fahrzeug oder Person. Objekte sind dann Instanzen dieser
Klassen, z.B. der blaue Mercedes oder Stefan Macke. Klassen
definieren, welche Attribute und Methoden jedes Objekt der Klasse
hat, aber die konkreten Ausprägungen des Objekts können dann
unterschiedlich sein. Kapselung: Objekte kapseln Attribute und die
zugehörigen Methoden. Der Zugriff auf die Attribute sollte nur über
entsprechende Methoden möglich sein, damit die Manipulation der
Werte verhindert wird und das Objekt immer in einem gültigen
Zustand ist. Vererbung: Klassen können Attribute und Methoden an
andere Klassen vererben. Damit stehen die Attribute und Methoden
der vererbenden Klasse der erbenden Klasse direkt zur Verfügung.
Die vererbende Klasse nennt man Basisklasse und die erbende Klasse
Subklasse. Polymorphie: Heißt Vielgestaltigkeit und bedeutet, dass
Variablen Objekte unterschiedlichen Typs zugewiesen werden können,
die sich beim Aufruf derselben Methode dann unterschiedlich
verhalten. Dies ist bei Vererbung oder Verwendung von Interfaces
der Fall. Überall wo eine Basisklasse oder ein Interface erwartet
wird, kann auch eine Subklasse oder implementierende Klasse
verwendet werden. Methoden können z.B. in Subklassen überschrieben
werden und damit eine andere Implementierung enthalten als die
Basisklasse. Wird nun die Subklasse übergeben, wo eigentlich die
Basisklasse erwartet wird, wird die Methode der Subklasse
aufgerufen. Häufige Anschluss-/Teilfragen Was ist der Unterschied
zwischen Objekt und Klasse? Warum verwendete man Getter/Setter
anstatt Attribute sichtbar zu machen? Was wird in einem Objekt
gekapselt? Was sind die drei wichtigsten Konzepte der
Objektorientierung? Welche Programmierparadigmen gibt es?
Literaturempfehlungen Helmut Balzert führt auf den ersten Seiten
seines Lehrbuchs der Softwaretechnik* die Begriffe der Kapselung,
Vererbung usw. verständlich ein. Es werden auch noch viele weitere
Prinzipien der (objektorientierten) Programmierung vorgestellt. *
Der Klassiker für alle Java-Entwickler: Christian Ullenboom erklärt
in seiner "Java-Insel" (direkt beim Rheinwerk-Verlag bestellen)
alles, was man über die Programmiersprache Java wissen muss. Dazu
zählen natürlich auch die obigen Begriffe. *(direkt beim
Rheinwerk-Verlag bestellen*) Links Permalink zu dieser
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Programmierung – 2.2 Die Kapselung von Daten Java ist auch eine
Insel - 3 Klassen und Objekte Java ist auch eine Insel – 5.8
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