Nach der Vorbereitung des Abschlussprojekts beende ich nun meine
zweiteilige Reihe zur Durchführung des Abschlussprojekts mit
Projektantrag und Umsetzung in der siebenundfünfzigsten Episode des
Anwendungsentwickler-Podcasts. TL;DR Für dein Abschlussprojekt
empfehle ich dir, etwa ein halbes Jahr vor dem Projektantrag ein
passendes betriebliches Thema auszuwählen und die Anforderungen
früh aufzuschreiben. Mit einem groben Architekturentwurf und
geplanten Artefakten kannst du überschaubare Arbeitspakete bilden,
deren Aufwand schätzen und den Antrag nach den Vorgaben deiner IHK
schreiben. Während du das Projekt umsetzt, hältst du deine
Arbeitszeiten fest und schreibst die Projektdokumentation parallel,
wobei du Zwischenergebnisse direkt sicherst. Hole regelmäßig
Feedback von deinem/deiner Ausbilder:in ein und plane genügend Zeit
ein, um die Dokumentation zu korrigieren. Kapitelmarken [00:00:00]
Hinweise zur Projektdokumentation [00:00:30] Projektantrag und
Projektarbeit vorbereiten [00:01:25] Der Weg zum Projektantrag
[00:02:20] Ein geeignetes betriebliches Thema auswählen [00:04:47]
Anforderungen strukturiert aufschreiben [00:07:22] Das Lastenheft
mit dem Fachbereich erarbeiten [00:08:21] Die Anwendung grob
entwerfen und Features planen [00:11:25] Artefakte für die
Dokumentation einplanen [00:13:24] Den Aufwand in kleinen
Arbeitspaketen schätzen [00:15:08] Einen passenden Projektplan
erstellen [00:17:27] Den Antrag nach den Vorgaben der IHK schreiben
[00:19:29] Feedback zum Antrag und Freigabe im Unternehmen
[00:21:25] Mit der eigentlichen Projektarbeit beginnen [00:23:13]
Artefakte während der Entwicklung erstellen [00:25:12] Methoden und
Zeitplanung aufeinander abstimmen [00:26:25] Arbeitszeiten erfassen
und Abweichungen begründen [00:27:36] Eingesetzte Technologien
verstehen und erklären [00:29:21] Die Projektdokumentation parallel
schreiben [00:30:37] Zwischenergebnisse sichern [00:32:06]
Zeitaufwand für Details begrenzen [00:34:05] Regelmäßig Feedback
zur Dokumentation einholen [00:35:29] Zeit für Korrekturen und
Layout einplanen [00:36:30] Material für die Projektpräsentation
sammeln [00:38:23] Rückblick auf die Vorbereitung und Projektarbeit
[00:39:49] Literaturempfehlung zur Projektarbeit [00:40:30]
Shownotes und Beitrag zur Wirtschaftlichkeit [00:41:05]
Schulungsunterlagen zu Java EE [00:41:46] Newsletter und
Checklisten Inhalt Der Weg zum Projektantrag Geeignetes Thema
auswählen. Anforderungen strukturiert aufnehmen und gleich in
verwertbarer Form dokumentieren (lassen), z.B. als Lastenheft.
Grobdesign der Anwendung erstellen. Zu verwendende Artefakte
planen. Aufwand schätzen. Projekt-/Iterationsplan erstellen.
Projektantrag schreiben. Auf Genehmigung des Projektantrags warten.
Umsetzung der Projekts Methoden anwenden und direkt dokumentieren
und Artefakte sammeln. Reihenfolge hängt vom gewählten
Entwicklungsprozess ab. Wasserfall: Design, Implementierung, Test,
Abnahme usw. in einzelnen Phasen Agil: Design/Test/Implementierung
in Iterationen Benötigte Zeit im Blick behalten. Alle verwendeten
Technologien und Begriffe sofort klären. Projektdokumentation
parallel zur Umsetzung schreiben (sonst vergisst man später die
Hälfte). Zwischenergebnisse dokumentieren (z.B. Entwürfe,
Screenshots) und direkt in die Dokumentation einbauen. Nicht zu
viel Zeit mit Details verschwenden (z.B. pixelgenaue Positionierung
in Weboberflächen, unwahrscheinliche Sonderfälle in Tests). Laufend
Feedback von Ausbilder/in einholen. Auch (oder gerade) für die
Dokumentation. Genug Zeit für den Feinschliff der
Projektdokumentation einplanen (z.B. Textsatz mit Grafiken,
Korrekturen durch Ausbilder/in). Ggfs. schon Ideen für
Projektpräsentation festhalten, z.B. Artefakte, die sich gut für
Folien eignen oder witzige Ideen für die Foliengestaltung.
Literaturempfehlungen Für die Durchführung des Abschlussprojekts
habe ich - anders als für die Vorbereitung auf die schrifliche
Prüfung - nur eine Buchempfehlung: Clevere Tipps für die
Projektarbeit* von Anselm Rohrer. Das Buch habe ich auch bei der
Erstellung meiner Vorlage für die Projektdokumentation verwendet. *
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Themenfindung für das Abschlussprojekt Inhalte des Projektantrags
Muss die Projektbearbeitungszeit (70 Stunden) wirklich genau
eingehalten werden? Zusammenfassung Ein geeignetes Thema finden
Etwa ein halbes Jahr vor der Abgabe des Projektantrags empfehle ich
dir, ein Thema aus deiner betrieblichen Praxis auszuwählen. Kläre
dabei, ob dein Unternehmen das Projekt unterstützt und welche
Ansprechpersonen dir zur Verfügung stehen. Die eingesetzten
Technologien solltest du bereits kennen und beherrschen. Das Thema
muss dir ermöglichen, die Fähigkeiten zu zeigen, die du als
Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung laut
Ausbildungsverordnung brauchst. Dazu gehören beispielsweise der
Umgang mit einer Datenbank und das Entwickeln einer Oberfläche samt
Anwendungslogik. Prüfe außerdem, welchen Mehrwert das Projekt
deinem Unternehmen bringt und ob du berechnen kannst, wann sich die
Kosten amortisieren. Bei einem Migrationsprojekt kann es schwierig
werden, geeignete Entscheidungsgrundlagen wie eine Nutzwertanalyse
zu erarbeiten. Prüfe deshalb früh, welche fachlichen und
wirtschaftlichen Aspekte dein Thema abdeckt. Ausführlichere
Hinweise zur Themenwahl findest du in meiner Episode 24; Episode 25
behandelt den Projektantrag. Anforderungen vor dem Antrag
aufschreiben Wenn du ein Thema gefunden hast, klärst du mit dem
Fachbereich oder dem/der Kund:in, was die Anwendung leisten soll.
Halte die Anforderungen strukturiert fest. Dafür kommen unter
anderem folgende Formen infrage: Ein Lastenheft beschreibt, was der
Fachbereich oder der/die Kund:in erwartet. User Stories folgen dem
Muster "Als Rolle möchte ich Funktion, damit Begründung". Ein
Beispiel: "Als Bankkund:in möchte ich mich anmelden können, um
meinen Kontostand zu kontrollieren." Mit MoSCoW ordnest du
Anforderungen den Kategorien Must, Should, Could und Won’t zu.
Orientiere dich an den Abläufen deines Unternehmens, damit die
beteiligten Personen mit deinen Unterlagen arbeiten können.
Formuliere Anforderungen so konkret, dass sie nachvollziehbar sind,
etwa durch eine vorgegebene Antwortzeit des Systems. Bereite die
Unterlagen gleich so vor, dass du später passende Auszüge in den
Anhang deiner Projektdokumentation übernehmen kannst. Wenn ein
Lastenheft bereits vor der eigentlichen Projektzeit fertig ist,
muss deine Zeitplanung diesen Stand korrekt berücksichtigen. Das
Lastenheft kommt seinem Zweck nach vom Fachbereich oder von dem/der
Kund:in. In der Praxis schreiben es häufig Entwickler:innen, weil
den Auftraggebenden die Erfahrung damit fehlt. In meinem
Unternehmen erarbeiten Entwickler:innen und Fachbereich es
gemeinsam. Die Anwendung grob entwerfen Bevor du den Aufwand
schätzt, brauchst du eine Vorstellung davon, wie deine Anwendung
aufgebaut sein soll. Kläre die Architektur und welche Komponenten
daraus entstehen. Auch die geplante Datenbank und die Oberfläche
müssen so weit feststehen, dass du die Arbeit einschätzen kannst.
Der detaillierte Entwurf gehört zur eigentlichen Projektarbeit. Für
den Antrag reicht ein grober Entwurf, aus dem sich deine
Arbeitspakete ergeben. Ich empfehle dir, einzelne Features über die
beteiligten Schichten hinweg zu planen. Bei einem Login kannst du
beispielsweise einschätzen, welche Tabellen und Logikklassen
erforderlich sind und wie die passende Oberfläche aussieht. Dabei
berücksichtigst du auch, dass während der Entwicklung Änderungen
entstehen können. Artefakte im Antrag einplanen Überlege beim
groben Entwurf, welche Unterlagen dein methodisches Vorgehen später
belegen. Je nach Projekt eignen sich beispielsweise: eine
Architekturskizze oder ein UML-Komponentendiagramm, ein ER-Modell
beziehungsweise ein Tabellenmodell, ein Klassendiagramm, ein
Use-Case-Diagramm. Nenne die geplanten Artefakte bereits im
Projektantrag. Als Prüfer möchte ich daraus erkennen können, wie du
die Software methodisch entwickelst und welche Nachweise ich später
in deiner Dokumentation finde. Aufwand schätzen und den Projektplan
erstellen Zerlege die Arbeit in überschaubare Pakete, deren Dauer
du anhand deiner Erfahrungen aus früheren Projekten einschätzen
kannst. Ein Login-Formular oder ein Klassendiagramm lässt sich
konkret beschreiben und zeitlich einordnen. Aus den geschätzten
Zeiten entsteht dein Projektplan. Darin muss erkennbar sein, wie du
das Projekt gliederst und ob der Umfang innerhalb der vorgesehenen
Zeit machbar ist. Die hier behandelte Projektarbeit hat einen
Zeitrahmen von 70 Stunden, einschließlich der Artefakte und der
Projektdokumentation. Passe den Plan an den Entwicklungsprozess
deines Unternehmens an: Bei einem klassischen Vorgehen kann ein
Gantt-Diagramm die zeitlichen Abläufe darstellen. Bei einem agilen
Vorgehen bietet sich ein Iterationsplan an, der Features sowie
zugehörige Tests enthält und Feedback nach den Iterationen
berücksichtigt. Die geplanten Zeiten müssen zu den Methoden passen,
mit denen du arbeitest. Den Antrag nach den Vorgaben deiner IHK
schreiben Mit dem Projektplan kannst du die weiteren geforderten
Angaben ausarbeiten. Dazu zählen die Ausgangssituation und die
Begründung des Projekts. Beschreibe außerdem, wer das Ergebnis
benötigt und welche Schnittstellen dein Projekt hat. Informiere
dich früh über die Vorgaben deiner IHK. Manche IHKs verlangen ein
Onlineformular mit festgelegten Feldern, andere erlauben ein
mehrseitiges PDF. Richte deinen Antrag nach dem Format und den
Inhalten aus, die deine IHK erwartet. Lass deinen/deine
Ausbilder:in den Antrag vor der Abgabe prüfen. Dabei geht es um die
Eignung des Themas und darum, ob deine Planung nachvollziehbar ist.
Auch sprachliche Fehler sollten dabei korrigiert werden. Bei meiner
IHK muss das Unternehmen den Antrag zusätzlich mit einer separaten
PIN freigeben. Das Projekt umsetzen und dabei dokumentieren ...
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