Die Organisation und Durchführung einer eigenen User Group ist das
Thema der einundachzigsten Episode des
Anwendungsentwickler-Podcasts. TL;DR Aus meinen Erfahrungen mit
einem Softwareentwicklungsstammtisch im Oldenburger Münsterland
gebe ich dir Tipps für deine eigene Usergroup. Als IT-Azubi kannst
du dort andere Entwickler:innen kennenlernen und dich über
Technologien außerhalb deines Ausbildungsbetriebs austauschen.
Prüfe zuerst, welche Treffen es in deiner Region bereits gibt, und
suche Interessierte in deinem Umfeld oder über soziale Netzwerke.
Für den Einstieg reicht ein reservierter Tisch im Restaurant, an
dem jede Person selbst bezahlt; den Termin stimmst du frühzeitig
ab, während sich Gesprächsthemen meist vor Ort ergeben.
Kapitelmarken [00:00:01] Thema: Eine eigene Usergroup starten
[00:01:18] Fachlicher Austausch außerhalb des Ausbildungsbetriebs
[00:03:11] Interessierte für eine Usergroup finden [00:04:38]
Kolleg:innen ansprechen und Lunch and Learn ausprobieren [00:06:53]
Kontakte aus Berufsschule und Hochschule [00:08:07] Interessierte
über soziale Netzwerke erreichen [00:10:53] Meetup, bestehende
Gruppen und passende Themen [00:12:25] Treffpunkt, Verpflegung und
technische Ausstattung [00:14:35] Erfahrungen mit Restauranttreffen
und Firmenräumen [00:16:02] Termine wählen und frühzeitig
ankündigen [00:17:35] Termine über Doodle abstimmen [00:18:38]
Gesprächsthemen für den Stammtisch [00:20:15] Mit einem eigenen
Vortrag starten [00:21:09] Zusagen, Ausfälle und kleine
Gesprächsrunden [00:23:35] Kosten und finanzielles Risiko beim
Start [00:25:21] Beiträge und finanzielle Unterstützung durch
Unternehmen [00:26:21] Rückblick auf die Tipps zum Start einer
Usergroup [00:30:13] Ausblick auf die eigene Konferenz [00:30:43]
Erfahrungen teilen und Kontakt aufnehmen [00:32:03]
Konferenzmaterial und visuell gestaltete Vortragsfolien Inhalt Am
vergangenen Freitag, den 04.11.2016 fand im Fizz in Vechta die
erste Softwareentwicklungskonferenz SEROM statt. Das Motto der
Veranstaltung war Softwareentwicklung im Mittelstand. Da ich die
Organisation dieser Konferenz übernommen habe, erzähle ich in der
aktuellen Podcast-Episode ein wenig über meine Erfahrungen. Diese
Woche geht es los mit der Organisation einer User Group und beim
nächsten Mal geht es dann um die Planung einer eigenen Konferenz.
Start einer User Group Potentielle Interessierte finden Kollegen,
Kommilitonen, Mitschüler, Lehrer Soziale Netzwerke, z.B. Xing*,
Facebook, Twitter, Meetup Location Wie läuft die Verpflegung
(Getränke, Essen)? Sind Beamer und eine Leinwand oder ein
Bildschirm vorhanden? Termin Empfehlung: an einem Wochentag
(Dienstag bis Donnerstag) früh genug ankündigen Abstimmung über
Doodle Themen ergeben sich meist beim Stammtisch ggfs. mit eigenen
Vorträgen starten Kosten am besten ohne Beitrag starten, jeder
trägt Verzehr selbst später können Sponsoren unterstützen Mein
Vortrag auf der SEROM Ich selbst habe auf der SEROM auch einen
kurzen Fachvortrag gehalten: Wer braucht eigentlich Microservices -
Aktuelle Trends der Softwareentwicklung in der Praxis. Die Folien
gibt es bei SlideShare oder direkt hier eingebettet: Wer braucht
eigentlich Microservices - Aktuelle Trends der Softwareentwicklung
in der Praxis from Stefan Macke Literaturempfehlungen Den
Pluralsight-Kurs "Starting and Running a Successful User Group"
habe ich für mich persönlich leider etwas zu spät entdeckt. Ich
habe ihn erst vor ein paar Wochen durchgearbeitet, aber der
Stammtisch existiert ja bereits seit 2014. Wenn du noch ganz am
Anfang stehst, wirst du sicherlich ein paar gute Tipps mitnehmen
können. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des
Podcasts Zusammenfassung Was dir eine Usergroup bringt In Vechta
habe ich Ende 2013 einen Softwareentwicklungsstammtisch angestoßen,
aus dem später eine eigene Konferenz entstanden ist. Solche Treffen
geben dir als IT-Azubi Gelegenheit, mit Entwickler:innen aus
anderen Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Dabei erfährst du,
welche Technologien sie einsetzen, und kannst deine eigene
Programmiersprache besser kennenlernen. Gerade in einem kleinen
Ausbildungsbetrieb mit wenigen Kolleg:innen eröffnet dir das
zusätzliche Möglichkeiten, dazuzulernen. Bestehende Gruppen finden
Bevor du selbst ein Treffen organisierst, suche bei Meetup oder
über Google nach Angeboten in deiner Region. Als Suchbegriffe
eignen sich dein Ortsname zusammen mit "Softwareentwicklung" oder
einer Programmiersprache. Einer passenden Gruppe kannst du dich
direkt anschließen. Wie eng du das Thema deiner eigenen Usergroup
fasst, hängt davon ab, wie viele Interessierte du erreichst. Für
meinen Stammtisch auf dem Land habe ich allgemein nach Menschen
gesucht, die sich für Softwareentwicklung interessieren. Eine
Gruppe zu einer einzelnen Sprache braucht genügend Interessierte
vor Ort. Interessierte ansprechen Beim ersten Stammtisch kam etwa
die Hälfte der Teilnehmenden aus meinem Unternehmen. Für deinen
Start kannst du folgende Kontakte ansprechen: Kolleg:innen, die
sich auch außerhalb ihrer täglichen Aufgaben mit
Softwareentwicklung beschäftigen. Mitschüler:innen aus der
Berufsschule oder Kommiliton:innen. Lehrer:innen und Dozent:innen,
die Kontakte vermitteln oder selbst einen Vortrag halten können.
Menschen in sozialen Netzwerken, deren Profile zu deinem Thema und
deiner Region passen. Ich habe bei Xing gezielt nach Orten und
fachlichen Interessen gesucht, passende Personen direkt
angeschrieben und sie in die Gruppe "Softwareentwicklung im
Oldenburger Münsterland" eingeladen. Auch Menschen, die als Hobby
programmieren, waren willkommen. Im Podcast kommen außerdem
Facebook, LinkedIn und Meetup als mögliche Plattformen vor. Über
weitergeleitete Einladungen erreichst du zusätzliche Interessierte.
Die Teilnahme bleibt freiwillig. Ob jemand kommen möchte, hängt
auch vom Thema ab. Wenn eine Einladung wenig Resonanz bekommt,
kannst du ein anderes Thema ausprobieren. Im Unternehmen anfangen
Mit einem "Lunch and Learn" kannst du zunächst im eigenen Betrieb
testen, ob Interesse besteht: Ein:e Kolleg:in hält während der
Mittagspause einen ungefähr 30-minütigen Vortrag, während die
Teilnehmenden etwas essen. Als Thema eignet sich beispielsweise ein
Framework, das im Unternehmen eingesetzt wird. Dabei kannst du das
Vortragen üben. Wenn dein:e Vorgesetzte:r zustimmt, lässt sich ein
solcher fachlicher Austausch auch während der Arbeitszeit
einplanen. Einen passenden Treffpunkt wählen Für meinen ersten
Stammtisch habe ich einen Tisch in einer Tapasbar reserviert. Etwa
15 bis 16 Personen kamen, wobei jede Person das eigene Essen und
die Getränke bezahlte. Teile den Eingeladenen mit, unter welchem
Namen du reserviert hast, damit sie den Tisch finden. Für Gespräche
brauchst du einen ausreichend ruhigen Ort. Bei einem meiner Treffen
störte ein Konzert vor dem Restaurant den Austausch erheblich. Wenn
du Vorträge oder Workshops anbieten möchtest, kläre vorher, welche
Technik vorhanden ist. Dazu können ein Beamer mit Leinwand, WLAN
oder ein kabelgebundenes Netzwerk gehören. Ein Konferenzraum in
einem Unternehmen kommt dafür infrage. Dort musst du die
Öffnungszeiten und mögliche Sicherheitsregeln klären, ebenso den
Zugang zum Netzwerk und die Frage, wer Essen oder Getränke
bereitstellt. Bei einem agilen Stammtisch in Lingen habe ich eine
weitere Möglichkeit kennengelernt: Nach dem fachlichen Teil im
Firmenraum ging es zum Essen in die Stadt. Jede Person konnte
selbst entscheiden, ob sie mitkommen wollte. Den Termin frühzeitig
abstimmen Meine Stammtische fanden gewöhnlich nach Feierabend
statt, häufig ab 18 Uhr. Ich empfehle dafür einen Wochentag von
Dienstag bis Donnerstag. Am Wochenende sind viele Personen bereits
durch private Termine gebunden. Über Doodle habe ich mehrere
Termine zur Wahl gestellt und den Termin mit den meisten Stimmen
ausgewählt. Kündige das Treffen rechtzeitig an, damit Interessierte
den Abend freihalten können. Erinnerungen helfen, wenn zwischen
Einladung und Treffen einige Zeit liegt. Gespräche und Vorträge Bei
meinen Stammtischen ergaben sich die Themen im Gespräch. Auch mit
fünf oder sechs Personen waren drei bis vier Stunden gefüllt. Neben
technischen Fragen kamen persönliche Themen zur Sprache. Durch
einen Platzwechsel kannst du weitere Teilnehmende kennenlernen. Ein
Vortrag eignet sich ebenfalls als Einstieg. Dafür brauchst du
jemanden, der ihn vorbereitet; gerade am Anfang kannst du diese
Aufgabe selbst übernehmen. Als Initiator:in gehört es dazu, aktiv
etwas beizutragen. Mit weniger Teilnehmenden rechnen Ich habe
mehrfach erlebt, dass trotz mehr als zehn Zusagen nur vier oder
fünf Personen erschienen. Eine Zusage per Klick bedeutet, dass
später noch etwas dazwischenkommen kann. Plane deshalb mit
Ausfällen. In einer kleinen Runde bleibt Raum, mit jeder Person
ausführlicher zu sprechen. Die Kosten überschaubar halten Für den
Anfang empfehle ich dir einen kostenfreien Stammtisch, bei dem jede
Person den eigenen Verzehr bezahlt. Mit einem reservierten Tisch
kannst du das Treffen ausprobieren, ohne Geld für Essen oder Räume
vorzustrecken. Wenn du später Verpflegung bereitstellst und
Beiträge erst vor Ort einsammelst, können ausgebliebene
Teilnehmende dazu führen, dass du auf Ausgaben sitzen bleibst. Für
größere Treffen kannst du deinen Ausbildungsbetrieb oder andere
lokale Unternehmen um finanzielle Unterstützung bitten. Als
Gegenleistung kommt beispielsweise ein Firmenlogo oder ein Link auf
der Website der Gruppe infrage. Material und Kontakt Nach mehreren
Jahren mit Stammtischen habe ich eine erste Konferenz organisiert.
Die ausführlichen Erfahrungen dazu gehören zur nächsten
Podcastfolge. Unter serom.de findest du Fotos und Vortragsfolien
der Konferenz, darunter meinen Vortrag "Wer braucht eigentlich
Microservices?". Darin hinterfrage ich auch mögliche Nachteile
moderner Technologien. Die Folien enthalten viele Grafiken und
wenig Text, sodass du sie als Beispiel für eine visuell gestaltete
Abs
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