Warum es schon für Auszubildende sinnvoll ist, einen eigenen
(Web-)Server zu betreiben, erkläre ich in der achtundachzigsten
Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts. TL;DR Ich empfehle dir
als IT-Azubi einen eigenen Linux-Server, mit dem du
prüfungsrelevante Themen praktisch lernst und deine eigenen
Anwendungen veröffentlichst. Darauf lassen sich auch E-Mails,
private Repositories und eine eigene Cloud betreiben, deren Daten
du selbst verwaltest. Die genannten Linux-V-Server beginnen bei
etwa 5 Euro im Monat; für den Einstieg reichen überschaubare
Ressourcen. Plane Zeit ein, um dich einzuarbeiten, und kümmere dich
um sichere Zugänge sowie regelmäßige Backups. Wenn du Linux erst
kennenlernst, kannst du die Schritte zunächst in einer lokalen VM
ausprobieren und wiederkehrende Aufgaben später mit Skripten
automatisieren. Kapitelmarken [00:00:00] Eigener Webserver als
Thema [00:03:10] Praktisch lernen mit einem eigenen Server
[00:05:36] Eigene Dienste und selbst verwaltete Daten [00:08:07]
E-Mail-Adresse unter deiner eigenen Domain [00:09:15] Websites und
weitere Dienste auf deinem Server [00:10:13] Eigener Mailserver und
private Repositories [00:11:12] ownCloud für Dateien und Kalender
[00:11:52] Build-Server und Firefox-Sync [00:13:03] Kosten und
Anbieter für den Einstieg [00:16:46] Passende Leistung und
Speicherplatz [00:18:47] Verantwortung für einen öffentlich
erreichbaren Server [00:20:29] Domain-Daten und rechtliche
Pflichten [00:24:22] Backups selbst einrichten [00:25:41]
Zeitaufwand und Managed Server [00:27:10] Debian installieren und
sichere Zugänge vorbereiten [00:28:13] Zuerst in einer lokalen VM
üben [00:29:23] Wiederkehrende Aufgaben mit Skripten automatisieren
[00:30:51] Eine passende Domain auswählen [00:33:34] Freie Domains
mit Variomedia prüfen [00:34:41] Fantasienamen und Zugang ohne
eigene Domain [00:36:13] Rückblick auf Kosten und laufende Aufgaben
[00:39:31] Eigene Websites teilen und verlinken lassen [00:40:01]
Shownotes und Literatur für Linux [00:40:56] Weitere
Hosting-Angebote und Domain-Prüfwerkzeug [00:42:07] Newsletter und
Fachartikel der IT-Azubis [00:43:44] Ausblick auf technische Folgen
Inhalt Warum sollte ich mir überhaupt einen Server aufsetzen?
Besser kann man den professionellen Umgang mit Infrastruktur nicht
lernen. Keine Abhängigkeiten von Dienstanbietern. Freiheit bei der
Auswahl der Dienste. Plattform für eigene Projekte. Daten liegen in
der eigenen Hoheit. Weil es Spaß macht. Weil es cool ist, eine
eigene Domain (z.B. für E-Mail-Adressen) zu haben. Was könnte ich
mit einem eigenen Server machen? Webserver Website, Blog, Wiki,
RSS-Reader Mailserver Git-Repositorys OwnCloud Build-Server
Application Server Firefox-Sync-Server Was kostet das? Je nach
Anbieter und Leistung ab 5 Euro im Monat für einen vServer auf
Linux. Windows kostet deutlich mehr, da Lizenzen fällig werden.
.de-Domains gibt es ab ca. 0,50 EUR pro Monat. Ich empfehle 1blu*.
Welche Leistung brauche ich? Hängt vom Betriebssystem ab. Linux
benötigt nur wenige Ressourcen (falls keine grafische Oberfläche
gewünscht ist). 2 CPU-Kerne, 2 GB RAM, 500 GB Festplatte reichen
schon. Mehr Leistung ist natürlich immer besser. Heute gibt es
schon günstige Server mit SSDs und mehreren GB RAM. Welche
(rechtlichen) Konsequenzen gibt es? Dein Name mit Anschrift steht
im Impressum bzw. bei der DENIC. Du musst dich an den rechtlichen
Rahmen halten und ggfs. Impressum und Datenschutzerklärung
erstellen. Wenn dein Server missbraucht wird, bist du dafür
haftbar. Du bist für alles selbst verantwortlich: Backups,
Sicherheit usw. Mit welchem Aufwand ist zu rechnen? Übliche
Administration: Installation, Konfiguration, Backup, Patching,
Updates einspielen, evtl. Migration auf neuen Server.
Automatisierung ist in vielen Bereichen möglich und absolut
sinnvoll. Spart viel Zeit und Nerven. Aber muss erstmal
eingerichtet/gescriptet werden. Welche Domain sollte ich
registrieren? Kommt auf deine Ziele an. Willst du z.B. deinen Namen
bekannt machen oder dich anonym bewegen? Empfehlung:
Domainüberprüfung bei variomedia.de. Dort gibt es viele und auch
"neue" TLDs zum Prüfen auf Verfügbarkeit und registrieren.
Literaturempfehlungen Wer in Linux einsteigen will, der kommt um
die "Linux-Bibel" von Michael Kofler* nicht herum. Es lässt
eigentlich keine Wünsche offen :-) *(direkt beim Rheinwerk-Verlag
bestellen*) Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des
Podcasts vServer bei 1blu* Das Impressum – Rechtsbelehrung Folge 3
(Jura-Podcast mit der neuen Bildersuche, Likes und der
Impressumspflicht) Die Datenschutzerklärung – Rechtsbelehrung Folge
4 (Jura-Podcast) Zusammenfassung Was du mit einem eigenen Server
lernst Ich unterstütze meine IT-Azubis dabei, eigene Server
aufzusetzen. Wenn du selbst einen Server betreibst, beschäftigst du
dich praktisch mit Linux und lernst, wie du Dienste sicher
einrichtest. Dazu gehören auch DNS und die Frage, wie deine Domain
auf die IP-Adresse deines Servers zeigt. Solche Themen begegnen dir
als Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung auch in der Prüfung.
Ein eigenes Projekt gibt dir ein konkretes Ziel beim Lernen. Sobald
dein Server im Internet erreichbar ist, übernimmst du Verantwortung
für ihn und musst dich mit möglichen Angriffen beschäftigen. Dabei
lernst du beispielsweise, eine Firewall einzurichten und Daten aus
einem Backup wiederherzustellen. Auf deinem Server kannst du selbst
entscheiden, welche Software läuft. Auch eigene Programme lassen
sich dort veröffentlichen. Deine Daten verwaltest du selbst,
während du Dienste einrichtest, für die du bisher externe
Anbieter:innen herangezogen hast. Ich betreibe unter anderem meine
E-Mails und meine Kalender auf meiner eigenen Infrastruktur. Welche
Dienste du betreiben kannst Websites und Webanwendungen: Du kannst
deinen Blog oder ein Wiki veröffentlichen. Mit Tiny Tiny RSS liest
du deine RSS-Feeds online. Auch eigene Webprojekte finden dort
einen Platz. E-Mail: Mit Postfix und einem IMAP-Server richtest du
eigene Postfächer ein. Du kümmerst dich dabei auch um
verschlüsselte Zugänge. Repositories: GitLab ermöglicht dir private
und öffentliche Git-Repositories, bei denen du anderen Personen
gezielt Rechte gibst. Auch Subversion kommt infrage. Eigene Cloud:
Mit ownCloud synchronisierst du Dateien zwischen deinen Geräten.
Zusätzlich lassen sich Kontakte und Kalender einbinden. Ich
synchronisiere darüber auch Daten mit meinem Android-Handy. Dienste
für deine Softwareprojekte: Ein Application-Server führt deine
Anwendungen aus. Mit Jenkins kannst du Projekte automatisch bauen
und deployen lassen. Firefox-Sync: Ein eigener Sync-Server gleicht
beispielsweise deine Lesezeichen zwischen verschiedenen Geräten ab.
Eine E-Mail-Adresse unter deiner eigenen Domain kannst du
langfristig behalten, auch wenn du den Anbieter wechselst. Dafür
brauchst du bereits eine eigene Domain, während ein selbst
betriebener Server eine zusätzliche Möglichkeit ist. Welche Kosten
ich als Beispiele nenne Für einen Linux-V-Server nenne ich etwa 5
Euro pro Monat als Einstieg. Mit rund 10 Euro monatlich lässt sich
auch etwas mehr Leistung einplanen. Bei Windows-Servern kommen
Lizenzkosten hinzu; mein genanntes günstiges Beispiel liegt bei
etwa 15 Euro monatlich. Für kleine V-Server empfehle ich aus meiner
Erfahrung EinsBlue. Das vorgestellte Angebot kostet in den ersten
sechs Monaten jeweils 1 Euro, anschließend 7,90 Euro monatlich.
Daraus ergeben sich ungefähr 55 Euro für das erste Jahr. Eine
.de-Domain und ein SSL-Zertifikat sind in diesem Beispiel
enthalten. Nach dem ersten Jahr gelten die höheren monatlichen
Kosten. Eine zusätzliche .de-Domain veranschlage ich mit ungefähr
50 Cent pro Monat. Die Angebote ändern sich, weshalb du beim
Anbieter nach den jeweiligen Preisen und Leistungen schauen
solltest. Meinen eigenen dedizierten Server betreibe ich bei
Hetzner, weil ich dort ein eigenes Stück Hardware im Rechenzentrum
bekomme, das zu meinen Anforderungen passt. Wie viel Leistung du
brauchst Als grobe Richtwerte für kleinere Dienste nenne ich: etwa
zwei CPU-Kerne, wobei auch ein Kern reichen kann, 2 GB RAM,
ungefähr 500 GB Speicherplatz. Der benötigte Speicher hängt davon
ab, welche Daten du ablegen möchtest. Eine SSD kommt infrage, wenn
dir schnelle Zugriffe wichtig sind und du mit weniger Speicherplatz
auskommst. Für umfangreichere Java-Anwendungen mit einer
Jenkins-Pipeline kann später ein größeres Serverpaket erforderlich
werden. Welche Verantwortung du übernimmst Du bist als Betreiber:in
dafür verantwortlich, deinen Server abzusichern und dich darum zu
kümmern, was darüber geschieht. Dazu gehört, mögliche Angriffe und
einen Missbrauch des Servers im Blick zu behalten. Bei den
rechtlichen Fragen spreche ich die Angaben an, die du für eine
Domain hinterlegen musst, sowie deren beschriebene öffentliche
Sichtbarkeit bei der DENIC. Außerdem geht es um Impressum und
Datenschutzerklärung. Ich gehe zunächst von einer kleinen privaten
Website oder einem eigenen Mailserver aus. Sobald du beispielsweise
Affiliate-Links einbindest, Spenden sammelst oder Dienste für
andere Personen anbietest, musst du dich mit weiteren Pflichten
beschäftigen. Auch ein Gewerbe kann dann zum Thema werden. Ich gebe
dazu keine Rechtsberatung. In den Shownotes verweise ich auf Folgen
des Podcasts Rechtsbelehrung mit Rechtsanwalt Dr. Schwenke, die
sich mit Impressum und Datenschutzerklärung beschäftigen. Für deine
Backups bist du ebenfalls selbst zuständig. Anbieter stellen dafür
häufig einen separaten Backup-Server bereit, den du etwa über SSH
oder FTP erreichst. Du musst die regelmäßigen Backups selbst
einrichten, damit du deine Daten nach einem Ausfall
wiederherstellen kannst. Wie du einsteigst und den Aufwand begrenzt
Ich empfehle Debian Linux. Bei einem Anbieter lässt sich das
Betriebssystem häufig über dessen Verwaltungsoberfläche
installieren. Danach folgen sichere SSH-Zugänge mit Schlüsseln und
eine Firewall. Wenn du Linux erst kennenlernst,...
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