Ein spannendes Interview über das Leben als Consultant mit Nina
Sauermann gibt es in der einhundertelften Episode des
Anwendungsentwickler-Podcasts. TL;DR Mit SAP-Beraterin Nina
Sauermann spreche ich darüber, wie du nach der Ausbildung zum/zur
Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung ins Consulting einsteigen
kannst. Je nach Projekt gehört dazu viel ABAP-Code, während du in
anderen Projekten vor allem Anforderungen klärst und mit Kund:innen
sprichst. Dafür brauchst du fachliches Wissen und die Fähigkeit,
technische Fragen verständlich zu vermitteln. Wechselnde Projekte
bringen neue Erfahrungen mit sich; zum Arbeitsalltag gehören auch
kurzfristige Überstunden und Dienstreisen, die dein Privatleben
belasten können. Kapitelmarken [00:00:00] Einführung ins Interview
über Consulting [00:01:15] Nina Sauermann und ihr Weg zur
Anwendungsentwicklung [00:05:07] SAP HCM und Erfahrungen mit der
Zeitwirtschaft [00:08:37] Fachliche Regeln am Beispiel eines
Bonussystems [00:11:17] ABAP und weitere Technologien im SAP-Umfeld
[00:13:10] Systemzugriff und Rechte beim Entwickeln [00:14:45]
Transaktionen und Programmnamen [00:17:11] SAP und
kundenspezifischer Code [00:18:30] Einstieg in den Beruf als
SAP-Beraterin [00:21:03] Anforderungen klären und Aufwand
vermitteln [00:25:01] Schulung zu Kommunikation und Auftreten
[00:27:44] Wie viel Programmieren zum Consulting gehört [00:28:53]
Projekte vorbereiten und technische Begriffe klären [00:32:58]
SAP-Standard an betriebliche Abläufe anpassen [00:35:55] SAP ohne
eigene Entwickler:innen betreiben [00:38:01] Daten finden und mit
der SAP-Hilfe arbeiten [00:40:15] Zeit zum Einarbeiten und Module
wechseln [00:43:35] Fachwissen und der Einstieg als
Junior-Berater:in [00:46:25] Aufgaben und Betreuung während der
Ausbildung [00:47:23] Dienstreisen und Remote-Arbeit [00:50:43]
Warum Unternehmen externe Berater:innen beauftragen [00:53:22]
Widerstand gegen zusätzliche Freigaben [00:55:50] Systeme zum
Testen und Transportaufträge [00:58:42] Nachwuchs für SAP und ABAP
finden [01:03:06] Selbstsicher auftreten und Vertrauen gewinnen
[01:07:04] Neue Aufgaben und unregelmäßige Arbeitszeiten [01:09:02]
Wie Kund:innen die Arbeit kontrollieren [01:10:22] Dienstreisen und
ihre Folgen fürs Privatleben [01:13:32] Zeit für Städte und
gemeinsame Unternehmungen [01:14:50] Gespräche führen und Small
Talk üben [01:18:48] Lieblingsprogrammiersprache und Kontakt zu
Nina [01:20:39] Shownotes und Feedback Inhalt Folgende Fragen haben
wir u.a. im Verlauf des Gesprächs geklärt. Consulting Was ist
eigentlich ein Consultant? Was macht ein Consultant den ganzen Tag?
In welchem Bereich bist du als Consultant unterwegs? Wie bist du
zum Consultant geworden? Welche Skills sollte man mitbringen, wenn
man Consultant werden möchte? Welche Rolle spielen Soft Skills in
deinem Arbeitsalltag? Erwarten Kunden von dir, dass du die Technik
komplett beherrschst oder darfst du auch mal etwas nachfragen? Wie
laufen Consulting-Projekte ab? Warum engagieren deine Kunden dich,
anstatt einen eigenen Mitarbeiter einzustellen? Bist du ständig auf
Reisen oder hast du auch mal einen "normalen" Alltag? Besteht dein
Alltag nur aus Meetings oder setzt du auch etwas um? Welchen Teil
deiner Arbeitszeit musst/darfst du in Weiterbildung investieren?
Wie bildest du dich weiter, um die bestmöglichen Lösungen für deine
Kunden zu finden? Was gefällt dir an deinem Job als Consultant? Was
magst du nicht an deinem Job als Consultant? Hast du
Literaturempfehlungen für den Bereich Consulting?
Literaturempfehlungen Im Nachgang hat Nina mir noch diese
Buchempfehlung geschickt für alle, die in die Programmierung mit
ABAP einsteigen möchten: Schrödinger programmiert ABAP*. * Links
Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Nina bei
fachinformatiker.de Nina bei XING Zusammenfassung Ninas Weg ins
SAP-Consulting Für einen Einblick in den Beruf habe ich Nina
Sauermann interviewt, die seit 2013 als SAP-Beraterin arbeitet. Sie
hat zuvor eine Ausbildung zur Fachinformatikerin
Anwendungsentwicklung bei der Hypovereinsbank abgeschlossen.
Ursprünglich hatte Nina sich für die Fachrichtung Systemintegration
beworben. Nach einem Tag in der Entwicklungsabteilung und einer
persönlichen Pro-und-Contra-Liste entschied sie sich für
Anwendungsentwicklung, weil sie dort mehr Neues lernen konnte. Ihr
erster Kontakt mit SAP war durch die vielen Informationen
anstrengend. In der Ausbildung arbeitete sie mit dem Personalmodul
HCM, ausgeschrieben Human Capital Management. Dort beschäftigte sie
sich unter anderem mit Arbeitszeiten und Lohnabrechnungen. Ihre
Ausbilderin wählte passende Aufgaben aus und besprach mit ihr, wie
sie diese umsetzen konnte. Direkten Kontakt zum Fachbereich hatte
Nina vor allem bei ihrem Abschlussprojekt. Fachliche Regeln
verstehen und in Code abbilden Wenn ein nächtlicher Job für die
Zeitwirtschaft ausfiel, fehlten am nächsten Morgen die gebuchten
Arbeitszeiten. Dadurch entstanden viele Tickets. Manche
Mitarbeiter:innen trugen ihre Zeiten selbst nach, wodurch nach dem
nächsten erfolgreichen Job doppelte Buchungen entstanden. Bei einem
späteren Projekt sollte Nina ein Bonussystem überarbeiten, das auf
manuell ausgefüllten Excel-Listen beruhte. Dabei waren Boni an
Personen ausgezahlt worden, die laut Vertrag keinen Anspruch
hatten. Auch verstorbene Mitarbeiter:innen erschienen noch in den
Vorschlägen. Mit dem Fachbereich besprach Nina ausführlich, unter
welchen Bedingungen jemand einen Bonus erhalten durfte. Der Code
musste diese Regeln vollständig abbilden, damit berechtigte
Personen ihren Bonus bekamen und unzulässige Zahlungen
ausgeschlossen wurden. Solche Aufgaben verlangen, dass du die
fachlichen Zusammenhänge verstehst. Mit ABAP im SAP-System
entwickeln Nina programmiert beruflich ausschließlich mit ABAP. In
ihrer Ausbildung lernte sie außerdem Java und erhielt eine Schulung
zu COBOL. Je nach SAP-System und Modul kommen auch Java-Komponenten
vor. UI5 und Fiori werden im Gespräch als Technologien für neuere
Oberflächen und Apps genannt; damit arbeitete Nina zum Zeitpunkt
des Interviews selbst noch nicht. Für ihre Arbeit braucht sie
Zugriff auf das jeweilige SAP-System. Die Entwicklungsumgebung ist
darin integriert. Nina arbeitet in der Transaktion SE80, in der sie
Programme schreiben und direkt ausführen kann. Eine Transaktion
kann auch als Aufruf für ein Programm dienen. Anwender:innen geben
dann den Transaktionsnamen ein und starten darüber das Programm,
ohne es in der Entwicklungsumgebung suchen zu müssen. Zu den
beschriebenen Rahmenbedingungen gehören: Viele Kund:innen betreiben
für HCM ein eigenes System. Der Zugriff hängt davon ab, welches
System freigegeben ist. Quellcode konnte Nina in ihren Projekten
meist einsehen. Zum Ändern brauchte sie einen zusätzlichen, bei SAP
registrierten Schlüssel, der mit Lizenzkosten verbunden war. Eigene
Programme beginnen mit Y oder Z. Kund:innen können auch einen
eigenen Namensraum kaufen. Nina beschreibt, dass SAP
kundenspezifischen Code unter den vereinbarten Bedingungen in den
Standard übernehmen kann. Im Gespräch zeigt sich außerdem, wie
unterschiedliche Begriffe technische Gespräche erschweren können.
ABAP- und Java-Entwickler:innen diskutierten längere Zeit über
denselben Sachverhalt, bis Nina zwischen ihnen vermittelte. Als
Beispiel nennt sie Wahrheitswerte, die in ihrem ABAP-Alltag häufig
durch ein Zeichenfeld mit X beziehungsweise einem leeren Inhalt
dargestellt werden. Was du im Consulting machst Ninas Einstieg
führte sie früh zu Kund:innen. Die angekündigte längere Phase mit
Schulungen wurde verkürzt, sodass sie zunächst kleinere
Programmieraufgaben übernahm und kurz darauf an umfangreichen
Projektgesprächen teilnahm. Als Berater:in klärst du mit
Kund:innen, was ein Programm leisten soll und welchen Aufwand das
verursacht. Häufig sprichst du dabei mit Personen, die ihre
fachlichen Ziele kennen und wenig technisches Wissen mitbringen. Du
musst nachvollziehbar vermitteln, warum eine Aufgabe beispielsweise
zehn Tage dauert und welcher Aufwand hinter einem gewünschten
Ergebnis steckt. Wie viel Zeit du mit Code verbringst, hängt vom
Projekt ab. Nina schätzte ihren Anteil zum Zeitpunkt des Interviews
auf etwa 80 Prozent. In anderen Projekten hatte sie viele
Besprechungen und Telefonate, gegen Projektende teilweise zwei
einstündige Telefonkonferenzen pro Tag. Vor einem Termin sind der
grobe Umfang und erste Konzepte meist bekannt. Mitarbeiter:innen im
Vertrieb klären vorab Wünsche und fragen nach, wie viel Zeit die
Arbeit erfordert. Im Termin werden anschließend Details und Termine
besprochen. Nina erlebte auch kurzfristige Einsätze, bei denen sie
erst vor Ort erfahren sollte, was zu tun war. Mit Kund:innen
sprechen und auftreten Eine einwöchige Schulung behandelte, wie
Nina E-Mails formuliert und Fehler bei Kund:innen diplomatisch
anspricht. Auch Kleidung und Verhaltensregeln wurden geübt. Beim
ersten Besuch erschien sie grundsätzlich formell gekleidet; bei
weiteren Terminen orientierte sie sich am jeweiligen Umfeld. Gerade
bei Banken und Versicherungen gehörte entsprechende Kleidung dazu.
Präsentationen müssen zu den teilnehmenden Personen passen. Für
eine Geschäftsführung bereitest du Inhalte anders auf als für
Entwickler:innen. Nina betont außerdem, wie wichtig es ist, sicher
aufzutreten und für die eigene Arbeit einzustehen. Als junge
Beraterin wurde sie teilweise zunächst wenig ernst genommen. In
einem Projekt schrieb ein Kunde trotz ihrer Antworten weiterhin
ausschließlich ihrem erfahrenen Kollegen. Nachdem Nina die Fragen
über zwei Wochen hinweg bearbeitet hatte, wandte er sich direkt an
sie. SAP an betriebliche Abläufe anpassen SAP bietet
Standardprozesse, während Betriebe eigene Anforderungen mitbringen.
Diese werden durch Customizing oder zusätzlichen Code abgebildet.
Ein Beispiel aus Ninas Ausbildung betrifft das Spenden der
Cent-Beträge des Nettogehalts. Ihr Ausbildungsbetrieb wollte das
Geld selbst sammeln und um denselben Betrag ergänzen....
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