Einige meiner Maßnahmen für die erfolgreiche Ausbildung zum
Fachinformatiker Anwendungsentwicklung stelle ich in der
einhundertdreizehnten Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts
vor. TL;DR Ich begleite dich als IT-Azubi mit selbstständigem
Lernen und festen Gesprächsterminen durch die Ausbildung. Tutorials
und Fachbücher helfen dir beim Einstieg, während du beim
gemeinsamen Programmieren und beim Erklären dein Wissen vertiefst.
Regelmäßige Fachartikel sowie Vorträge geben dir Gelegenheit,
Themen gründlich zu bearbeiten und das Präsentieren zu üben. Mit
frühen Lernzielkontrollen und monatlich bearbeiteten IHK-Prüfungen
bereite ich dich auf die Abschlussprüfung vor; dein Feedback fließt
dabei in meine Arbeit als Ausbilder ein. Kapitelmarken [00:00:00]
Einstieg: Maßnahmen für eine erfolgreiche IT-Ausbildung [00:03:27]
Eigene Ideen, Feedback und langfristiges Lernen [00:08:03]
Tutorials im eigenen Tempo bearbeiten [00:11:41] Fachbücher
gemeinsam im Buchclub lesen [00:14:55] Mentoring und Lernen durch
Lehren [00:18:11] Azubi-Rundlauf durch IT und Fachbereiche
[00:21:55] Einen eigenen Webserver aufsetzen [00:24:21] Regelmäßige
Termine im Ausbildungsalltag [00:24:52] Tägliches Stand-up am
Aufgabenboard [00:28:23] Wöchentliche Gespräche unter vier Augen
[00:29:14] Weekly Review und Link der Woche [00:31:50] Eigene
Codeschnipsel vorstellen [00:33:24] Podcasts und Blogbeiträge als
Lernmaterial [00:36:15] Wöchentliche Lernzielkontrollen [00:38:31]
Besprechungsprotokolle schreiben und verstehen [00:40:58]
Code-Reviews und Pair-Programming [00:43:46] Berichtsheft monatlich
prüfen [00:45:08] Fachartikel für den eigenen Blog schreiben
[00:48:58] Fachvorträge vor der IT-Abteilung [00:50:39] Monatlich
IHK-Prüfungen bearbeiten [00:53:00] Halbjährliche Gespräche mit
gegenseitigem Feedback [00:55:33] Das geplante jährliche
Azubi-Bootcamp [00:59:33] Überblick über die Maßnahmen [01:01:46]
Eigene Vorschläge und Feedback zur Ausbildung Inhalt Die hier
genannten Maßnahmen setze ich selbst - die meisten schon seit
einigen Jahren - in der Ausbildung bei der ALTE OLDENBURGER
Krankenversicherung AG ein. Es geht also nicht um Ideen aus der
Theorie, sondern um praxiserprobte konkrete Dinge, die man tun
kann, um die Ausbildung zu optimieren. Allgemein Sehr gut ist, wenn
die Azubis selbstständig eigene Maßnahmen erarbeiten oder zumindest
zur konkreten Gestaltung beitragen können. Die einzelnen Maßnahmen
können durchaus angepasst werden, wenn sie nicht (mehr)
funktionieren. Einige Maßnahmen entfalten ihre Wirkung erst nach
längerer Zeit und sollten daher nicht vorschnell wieder beendet
werden. Unregelmäßig/einmalig Neue fachliche Inhalte bringen sich
die Azubis mehr oder weniger selbstständig bei, in dem
entsprechende Tutorials bearbeitet werden. Beispiele: Java, Git,
SQL, Datenbanken. Mit Buchclubs kann die tiefergehende
Auseinandersetzung mit einem Thema gefördert werden und der sanfte
Druck, bis zu einem gewissen Termin bestimmte Kapitel eines Buches
gelesen haben zu müssen, fördert auch die langfristige
Auseinandersetzung mit dem Buch. Azubis aus den höheren Lehrjahren
sollten als Mentoren für die neuen Azubis zur Verfügung stehen.
Dadurch lernen sie selbst den Stoff noch einmal intensiver, weil
sie ihn erklären müssen. Aber auch die neuen Azubis profitieren, da
die älteren Azubis näher an ihrem Wissensstand sind als ein
langjähriger Ausbilder und die Probleme vielleicht etwas besser im
Blick haben. Beim Azubi-Rundlauf besuchen die Azubis die
Teilbereiche unserer IT-Abteilung bzw. auch die Fachbereiche
unseres Unternehmens. Zum einen bekommen sie dadurch ein besseres
Verständnis von den Aufgaben der Kollegen, sie können aber auch in
den Fachbereichen konkrete Probleme oder potentielle Projekte
identifizieren, um die Arbeit im Unternehmen zu optimieren. Jeder
Azubi bekommt während der Ausbildung Zeit, um seinen eigenen
Webserver aufzusetzen. Der kann dann z.B. für einen Blog, aber auch
für ein Git-Repository oder OwnCloud genutzt werden. Dabei lernen
die Azubis quasi nebenbei den Umgang mit Linux, die Absicherung
eines Internetservers und vielleicht sogar noch eine neue
Programmiersprache. Regelmäßig/wiederholend Täglich In einem
täglichen Standup-Meeting werden die aktuellen Aufgaben aller
Teilnehmer besprochen und eventuell neu priorisiert. Dadurch
bekomme ich als Ausbilder einen besseren Überblick über die
aktuellen Tätigkeiten und kann Probleme auch frühzeitig erkennen.
Hier kann man z.B. die drei Fragen aus dem Daily Scrum beantworten:
Was habe ich seit dem letzten Mal bearbeitet? Was werde ich bis zum
nächsten Mal bearbeiten? Was waren meine Probleme? Wöchentlich
Wöchentlich führe ich mit jedem meiner Azubis ein 30-minütiges O3
durch, in dem wir über den aktuellen Stand der Ausbildung aber auch
private Inhalte sprechen können. Zusätzlich gibt es ein Weekly
Review mit allen Azubis, in dem jeder Teilnehmer seinen Link der
Woche vorstellt, einen Code-Schnipsel, der ihn stolz macht, und die
Inhalte meiner Website (Podcast oder Fachartikel) besprochen
werden. Gerade zu Beginn der Ausbildung führe ich auch wöchentlich
Lernzielkontrollen mit den Azubis durch, um von Anfang an
zielgerichtet auf die Abschlussprüfung hinzuarbeiten.
Zweiwöchentlich Alle zwei Wochen findet unsere Teambesprechung
statt, zu der die Azubis die Besprechungsprotokolle anfertigen.
Dabei sollen sie sich mit den verwendeten Fachbegriffen
auseinandersetzen und so ganz nebenbei die Inhalte des Berufs und
des eigenen Unternehmens lernen. Im Bi-Weekly Review sprechen wir
über durchgeführte Code Reviews und Pair Programmings. Jeder Azubi
hat die Möglichkeit, eigenen Code Review zu lassen, aber auch sich
Code eines anderen anzuschauen. Und darüber hinaus sollen sie noch
Pair Programmings mit anderen Kollegen durchführen. Monatlich
Einmal im Monat wird das Berichtsheft kontrolliert. Dieser wichtige
Ausbildungsinhalt, der auch wichtig für die Zulassung zur Prüfung
ist, soll von den Azubis eigenständig einmal im Monat erstellt
werden und wird dann von mir als Ausbilder korrigiert und
abgezeichnet. Jeder Azubi soll einmal im Monat einen längeren
Fachartikel schreiben, der potentiell auch auf dem eigenen Blog
veröffentlicht werden kann. Ich korrigiere den Artikel und gebe
Feedback zum Inhalt. Alle drei Monate soll jeder Azubi einen kurzen
Fachvortrag vor der IT-Abteilung halten. Dies dient der
Vorbereitung auf die spätere Projektpräsentation, aber auch wieder
der Vertiefung bestimmter fachlicher Inhalte. Ab dem zweiten
Lehrjahr gehe ich mit den Azubis einmal im Monat eine komplette
IHK-Prüfung durch, damit das große Themenspektrum langfristig
erarbeitet werden kann und auch die Fragestellung der IHK klar
wird. Halbjährlich In halbjährlichen Evaluierungsgesprächen wird
langfristig die Ausbildung geplant und ein detailliertes Feedback
zur Arbeit des Azubis, aber auch des Ausbilders eingeholt. Jährlich
Einmal im Jahr führen die IT-Azubis für die neuen Azubis ein
Bootcamp durch, bei dem technische Inhalte wie z.B. Shortcut in
häufig benutzten Programmen oder kleine Tools, um die Arbeit zu
erleichtern, vorgestellt werden. Dies trainiert die Azubis für
Schulungen und beim Sprechen vor großen Gruppen.
Literaturempfehlungen Das hier sind die Bücher aus dem erwähnten
Buchclub. *(direkt beim Rheinwerk-Verlag bestellen*) Sandi Metz -
99 Bottles of OOP * Links Permalink zu dieser Podcast-Episode
RSS-Feed des Podcasts Bewertung von Auszubildenden
(Evaluierungsbögen) Bewertung von Auszubildenden (Teil 2)
Podcast-Serie: Lernzielkontrollen Häufige Fragen zum Berichtsheft
Vorbereitung auf die schriftliche Abschlussprüfung Der eigene
Webserver (Teil 1) Azubi-Blogs: Jonas und Vincent Zusammenfassung
Wie ich die Ausbildung gestalte In meiner Ausbildung zum/zur
Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung verbinde ich
eigenständiges Lernen mit regelmäßigem Austausch. Die beschriebenen
Ansätze lassen sich auch auf andere IT-Berufe übertragen. Fast alle
meine bisherigen Azubis haben mit einer Eins abgeschlossen. Als
IT-Azubi kannst du eigene Ideen einbringen und mit deinem/deiner
Ausbilder:in besprechen, welche Termine oder Lernformen dir helfen.
Bei meinen Angeboten ist dein Feedback ausdrücklich erwünscht, auch
wenn Termine ausfallen oder etwas im Alltag schlecht funktioniert.
Einige Lernformen entfalten ihre Wirkung über mehrere Monate.
Deshalb beginne ich früh mit festen Terminen und passe sie an den
jeweiligen Lernstand sowie die Aufgaben im Betrieb an. Die meisten
beschriebenen Angebote gehören seit Jahren zu meiner Praxis; das
tägliche Stand-up ist erst seit wenigen Wochen dabei. Das jährliche
Bootcamp steht zum Zeitpunkt der Aufnahme noch bevor. Im eigenen
Tempo lernen Tutorials zu konkreten Technologien Zum
Ausbildungsbeginn bearbeitest du bei mir ein Java-Tutorial
selbstständig. Java ist im Betrieb verbreitet und deckt
objektorientierte Inhalte für die Abschlussprüfung ab. Der englisch
kommentierte Code hilft dir zugleich, Fachbegriffe kennenzulernen.
Wie lange du dafür brauchst, hängt von deinen Vorkenntnissen und
deinem Lerntempo ab. Eine feste Zeitvorgabe gibt es dafür nicht. Du
probierst den Code aus und programmierst selbst, bevor du mit
Projekten beginnst. Bei Fragen stehen dir neben mir auch
erfahrenere IT-Azubis zur Seite. Im weiteren Verlauf kommen
Tutorials zu Git hinzu; SQL und Datenmodellierung bearbeitest du
ebenfalls auf diesem Weg. Ich erstelle die Materialien selbst oder
prüfe geeignete Angebote, bevor ich sie dir gebe. Fachbücher
gemeinsam lesen Im Buchclub vereinbare ich mit dir, welche Kapitel
du bis zum nächsten Gespräch liest. Die festen Termine helfen
dabei, regelmäßig Zeit zum Lesen einzuplanen. Anschließend
bespreche ich mit dir die Inhalte und offene Fragen. Zu meinen
Büchern gehören das IT-Handbuch für Fachinformatiker:innen und 99
Bottles of Object Oriented Programming. Letzteres behandelt unter
anderem Refactoring und testgetriebenes Entwickeln sowie lesbaren
Code....
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