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Zeit für Bayern Archiv

1148 Episoden
6 Minuten
Schlank mit Bier: Gerade Genießer, die wir irgendwie ja eigentlich alle sein wollen, gerade Genießer tappen schon gern in die Falle des Übergewichts. Und jeder von uns weiß selbst am besten wer daran schuld ist; nämlich er selbst. Und was schuld ist. Bei letzterm allerdings gehen die Meinungen ziemlich auseinander, was genau jetzt schuld am Übergewicht war. Waren es die vorher bereits erwähnten Schweinshaxen, waren es die Buttercremetorten, war es der Schoklad? Drei Sorten von Lebensmitteln, die, was die Frage des Übergewichts angeht, in schlimmstem Verdacht stehen. Ja und dann kommt unter den Getränken noch das Bier dazu. Da wollen wir der Frage nachgehen, ob das guate, echte, gsüffige, gschmackige, ewige bayerische Bier wirklich Schuld hat an dem nach ihm benannten Bauch.
52 Minuten
Was verbindet die Franken? Politisch war das Gebiet über hunderte von Jahren ein reiner Flickenteppich aus unzähligen Kleinstherrschaften. Heute besteht Franken aus drei Bezirken - die mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) in jeder Hinsicht erfahrbar sind.
53 Minuten
Die dunklen Jahre des Hauses Wittelsbach Die Zeit des Dritten Reiches war auch für die Wittelsbacher eine Zeit des Leidens. Die Nationalsozialisten fürchteten eine Thronbesteigung des bayerischen Kronprinzen Rupprecht. Der Sohn des letzten bayerischen Königs flüchtete ins Exil, seine Familie wurde von den Nazis verfolgt und in die Konzentrationslager Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau verschleppt. Als "Sonderhäftlinge" hatten sie einen privilegierten Status, mussten aber dennoch um ihr Leben fürchten. In den Konzentrationslagern wurden sie zudem Augenzeugen der Verbrechen des deutschen Faschismus. Thomas Muggenthaler zeichnet "die dunklen Jahre des Hauses Wittelsbach" an Hand von Dokumenten und Interviews nach. Der Autor hat sich mit Herzog Franz von Bayern und Herzog Max in Bayern, sowie deren Schwestern, Fürstin Waldburg Zeil und Fürstin Quadt nach ihren ganz persönlichen Erinnerungen gefragt.
53 Minuten
Tanja Gronde hat sich für ihre kleine bayerische Wurschtologie auf eine Reise vom Allgäu bis Oberfranken gemacht; geführt nur von der Mundpropaganda zwischen Seitling und Bauernseufzer, Bratwurscht und Weißwurscht und Wiener.
5 Minuten
Jetzt in den närrischen Tagen werden sie zu Tausenden gegessen: Die fränkischen Faschingskrapfen. Dieser Faschingskrapfen ist richtig gesund, wenn er die gute Hiffenmark- oder Hagebuttenmarmelade in seinem Innern hat. Denn diese Marmelade ist irre vitaminreich. Norbert Steiche:
6 Minuten
Beim Krapfen hab ich' s ja schon erwähnt: Schmalz und Fasching gehören zusammen. So gesehen ist in München jeder Tag, auch außerhalb der Faschingszeit, ein schmalziger. Denn direkt am Münchner Viktualienmarkt, gibt es ein kleines Cafe, da steht manchmal am Samstag Nachmittag schon eine Schlange vor der Tür. Die Menschen warten auf frisch rausgebackene Schmalznudeln. Schmalznudel, so heißt auch das Café selbst. Oder, für die, die es besonders insiderisch ausdrücken wollen: Café Frischhut. Da gibt` s nur Schmalzgebäck zum Essen, sonst nichts. Die Schmalznudel ist in München eine Institution, steht in jedem Reiseführer und wird trotzdem hauptsächlich von Einheimischen angesteuert. Früher auch noch besonders gern von abgestürzten Nachtschwärmern, als die Schmalznudel schon um fünf aufgemacht hat, mittlerweile macht sie erst um sieben auf, denn das Hauptgeschäft geht am Nachmittag.
5 Minuten
Das Wort "Fasching" war früher nur in Österreich und Niederbayern geläufig und ist erst im 19. Jahrhundert bis nach München vorgedrungen. Und darüber hinaus nach Schwaben und ins Allgäu. Dort gibt es jetzt ein nebeneinander von Fasching und Fasnacht. Es gibt den bunten Fasching mit dem Gaudiwurm und die alemannische Fasnacht mit dem Narrensprung. Bei dem geht's nicht um Politik oder darum, Alltagsprobleme witzig zu karikieren. Narrensprünge sind vielmehr Treffen von traditionellen Narrengruppen aus dem ganzen alemannischen Raum vom Allgäu bis zum Schwarzwald und in die Schweiz. Wir waren in Sonthofen, wo heuer der größte Narrensprung stattgefunden hat.
5 Minuten
"Schnaps" ist von Haus aus kein süddeutsches Wort. Es kommt aus Norddeutschland, wo die Leute zum Bier einen Klaren als Brandbeschleuniger trinken. Unsereinem schmeckt das Bier auch so. Und so ist das Wort "Schnaps" auch ein Unwort für die vielfältigen Obstbrände, die in Bayern - egal ob in Franken, in Schwaben oder in Altbayern seit jeher geschätzt und hergestellt werden. Zum Beispiel im bayerischen Oberland südlich von München. Der Sauerkirschbrand der Destillerie Liedschreiber in Schafstatt im Tegernseer Tal etwa hat bei der Bayerischen Obstbrandprämierung 2010 die Gold-Medaille bekommen.
6 Minuten
Mit dem richtigen Getränk kann jeder den Fasching genießen - auch wenn er kein geborener Gaudibursch ist. Denn, soviel ist sicher, Gaudiburschen sind inmmer geborene Gaudiburschen - im Zweifelsfall wissen sie es nur eine ganze Zeit lang nicht. So war es auch bei Bernd Händel, wenn man so will, dem fränkischen Gaudiburschen schlechthin. Gut: Der Mann steht seit mehr als 35 Jahren auf der Bühne und irgendwie hätte er das mit dem geborenen Gaudiburschen eigentlich immer wissen können. Schließlich ist er Ende Oktober geboren und damit Ende Januar, also mitten im Fasching gezeugt. Trotzdem: Als Händel am 1. April 2005 einen Anruf vom Bayerischen Rundfunk bekam, glaubte er zunächst an einen Aprilscherz. Es sollte aber nicht einmal ein verspäteter Faschingsscherz werden: Vielmehr wurde es harte Arbeit und - jede Menge Quote: Bernd Händel übernahm 2006 die Schlüssel-Position überhaupt im Fränkischen Fasching: er wurde Sitzungspräsident bei der Veitshöchheimer "Fastnacht in Franken", dem Quotenbringer des Bayerischen Fernsehens, und Aushängeschild und Kristallisationspunkt des fränkischen Faschings.
5 Minuten
"Heute Wurstball" oder "Wurstpartie!". Solche Annoncen kann man nämlich zur Zeit immer wieder zum Beispiel in den Oberpfälzer Zeitungen lesen. Die Eingeweihten wissen, was gemeint ist, aber schon im benachbarten Niederbayern zum Beispiel kann sich unter dem Begriff "Wurschtball" niemand was vorstellen. Ist das Ganze ein Faschingsball, wo es nur Würschtl zu essen gibt? Verkleidet man sich gar als solche? Oder ist es ein Fest der örtlichen Metzgerinnung? Das Rätsel wird noch schwieriger, wenn man einen Oberpfälzer fragt. Denn ein "Wurschtball" hat gar nichts zu tun mit einem Ball, es wird dort weder getanzt noch Musik gespielt. Er findet nicht ausschließlich im Fasching statt und bei den "Wurschtbällen" heutzutage isst man auch alles mögliche, nur eben keine Wurscht.
53 Minuten
Vom Alterswohnsitz zum Feriendomizil Geschichten aus dem Austragshäusl Von Regina Fanderl Nicht ist mehr, wie es war. Und schon gleich gar nicht in der Landwirtschaft. Wie Kuhställe, Milchpreise oder Landmaschinen haben sich auch die Austragshäuser, mancherorts auch Zuhäuser genannt, stark verändert. Im Aussehen und in ihrer Bestimmung! Ursprünglich als in direkter Nachbarschaft zum Hof gelegene Wohnsitze der Altbauern gedacht, beherbergen sie heute in vielen Fällen "Fremde", wie man früher gesagt hätte. Das fing schon in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts an. Für ein schönes Nebeneinkommen sorgte schon damals das Vermieten der Zuhäusln an so genannte Sommerfrischler. Dann kamen in Scharen Menschen, die "Kraft durch Freude" auf dem Land suchten und schließlich immer mehr Städter, die als Dauermieter bald keine "Fremden" mehr waren, sondern in vielen Fällen gute Freunde. Heute gilt in bestimmten Großstadtkreisen einer, der in aller Bescheidenheit von "seinem Zuhäusl" mit Familienanschluss erzählen kann, als besonders "trendy". Freilich leben bis heute auch echte Austragler und aus anderer Zeit übrig gebliebene landwirtschaftliche Hilfskräfte in den ihnen zugedachten Gebäuden. Wie es den einen und den anderen darin und damit geht, hat Regina Fanderl versucht, herauszufinden.
53 Minuten
Bayern besitzt mit Abstand die größte Waldfläche aller Bundesländer. Mehr als ein Drittel des Freistaats besteht aus Bäumen, insgesamt sind es 2,56 Millionen Hektar. Doch solch nackte Zahlen sagen nur wenig über die wahre Bedeutung, die der Wald für das Land und seine Menschen seit jeher hat. Wald war alles! Denn es ist noch keine drei Dutzend Generationen her, dass man vor lauter Bäumen den Wald gar nicht sehen konnte - weil er überall war. Und weil alles aus ihm kam, nicht nur Fuchs und Hase und Räuber. Vor allem Bau- und Brennholz, Nahrung, Werkzeug und Waffen hat man sich aus den mehr oder minder dichten Wäldern Bayerns beschafft. Von den mittelalterlichen Rodungen und Siedlungsbauten über die Jagd der Frühen Neuzeit bis zur landwirtschaftlichen Nutzung und den Grundlagen jeglicher industriellen Entwicklung - Bayern verdankt dem Wald viel bis alles. Nicht zuletzt die schönen Mythen rund um die Wilderer und die literarischen Jäger- und Hochwald-Ergüsse eines Ludwig Ganghofer oder eines Ludwig Thoma. Wenn heute meist nur recht nüchtern von Forstreformen, Gewinnorientierung und Monokulturen die Rede ist, will dieses Radiofeature den Blick auf eine Art Mentalitätsgeschichte des Waldes werfen. Nicht (nur), um den Wald einseitig romantisch zu verklären, sondern um Antworten zu finden auf die Fragen: Wie hat er die Bayern geprägt? Und was für ein Menschentyp ist es, der da im Wald lebt(e)?