Psychologen beim Frühstück Archiv
346 Episoden
57 Minuten
„Ich habe in meinem Leben herausgefunden, dass die Sehnsucht die einzig ehrliche Eigenschaft des Menschen ist.“, sagte der Philosoph Ernst Bloch in einem Interview zu seinem 90. Geburtstag. Für die Psychologie ist Sehnsucht sehr kompliziert zu erforschen: Ist es eine Emotion? Eine Kognition? Kann man sie "messen"? Gründe genug, uns beim Frühstück über das Phänomen "Sehnsucht" zu unterhalten. Was ist der "Sinn" von Sehnsucht? Wie werden Sehnsüchte gezielt durch die Werbung geweckt? Ab wann wird eine SehnSUCHT krankhaft? Und vieles mehr… Sehnsucht ist in meinem Herzen und kann mir nicht genommen werden. Nichts kann sie zerstören. Und das ist gut so!
51 Minuten
Folge 162 Weisheiten "In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…" - Hermann Hesse "In zwanzig Jahren wirst du die Dinge bereuen, die du nicht getan hast anstatt die Dinge, die du getan hast. Deshalb zieh den Anker ein, verlasse den sicheren Hafen und fang den Wind in deinen Segeln. Entdecke, träume, erkunde.“ - Mark Twain Wir sprechen heute über Weisheiten und Sprüche, die uns berühren und uns zum Nachdenken anregen. Für Michael spielt der Spruch aus Hermann Hesses Stufengedicht eine große Rolle und für Annika ist Mark Twain in ihrem Leben wichtig.
54 Minuten
"Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen", sagte Buddha. Und da Tilly für ein paar in einem buddhistischen Kloster war, unterhalten wir uns heute über Buddha und das Glück.
45 Minuten
Annika hatte einen Infektion. Also lag sie im Bett - und sah Olympia. Und der beste Ehemann von allen, unser bärtige Psychologe Tilly, versorgte sein Weib - und guckte gleich mit. Dabei fiel uns auf, dass gerade deutsche Sportler oftmals unglaublich enttäuscht waren, weil sie "nur" eine Silber- oder gar Bronzemedaille gewonnen hatten. Die Temperaturen, der Belag der Anlaufstrecke, die Luftfeuchtigkeit, die Uhrzeit… es gab nichts, was nicht als Entschuldigung für "das große Versagen" herhalten musste. Natürlich stimmte vieles. Aber unter den gleichen Bedingungen schafften andere ähnliches oder waren unglaublich glücklich über Rang Acht, wie eine sehr junge 1500-Meter-Läuferin. Ein Lichtblick! Und diese Läuferin bedankte sich ausserdem bei allen, die sie unterstützt hatten, damit sie so weit kommen konnte! Als beim modernen Fünfkampf der Damen das grundsätzlich fremde Pferd (!) scheute und verweigerte, also keineswegs gewillt war, den Springparcour zu absolvieren, forderte die Trainerin die deutsche Reiterin (eigentlich auf Goldkurs!) auf, zuzuschlagen und boxte das Pferd. Die Reiterin fuchtelte mit der Gerte und weinte. Reaktion der Trainerin vor der Kamera: Weinen und Wut darüber, dass das Pferd bereits bei einer anderen Reiterin gebockt hatte, man aber nicht tauschen konnte…! Und das auf die Frage, was gerade mit dem Pferd passiert war! Normale Reaktion wäre doch gewesen, abzusteigen, das Pferd zu beruhigen und vom Platz zu entfernen. Anscheinend hatte es dort Schlimmes erlebt. Aber es ging nur um diese Goldmedaille. Sowieso ein blöder Sport, indem man auf fremden Pferden reiten soll… Das bringt uns zu folgenden Fragen: Muss es immer höher, schneller, weiter sein? Ist alles außer Gold ein Versagen? Müssen wir mit Ellenbogen und ohne jedes Mitgefühl nach vorne oder oben streben? Wie bleibt da unsere Menschlichkeit?
58 Minuten
Annika und ich versuchen in dieser Folge u.a. folgende Fragen zu beantworten: Warum trifft uns Kritik mehr, als wenn wir gelobt werden? Gibt es „gute“ Kritik und wie sieht die aus? Wie gehe ich mit Kritikern um - auch mit dem, der in meinem Kopf sitzt? Wie schaffe ich es, dass mich Kritik nicht so persönlich trifft? Wie kann ich jemanden "konstruktiv" kritisieren? Kritik im Zeitalter von Cybermobbing und Shitstorm: Was kann ich tun? Wir freuen uns von Euch zu hören und zu lesen und wünschen Euch einen entspannten Sonntag!
45 Minuten
Folge 158 Nein sagen lernen Warum fällt uns das "Nein!" sagen so schwer? Was sind die Ursachen dafür? Wie können wir es lernen? Ist es überhaupt erstrebenswert? Ist ein bewusstes "Ja!" sagen nicht genauso wichtig? Darüber unterhalten wir uns heute morgen bei selbstgemachter Erdbeermarmelade und Bio-Schwarzbrot…
48 Minuten
Wir haben uns vor knapp einem halben Jahr über Corona-Stress unterhalten. Nun sinken anscheinend die Infektionszahlen und schon erscheint ein neuer Begriff: In den USA wurde der Begriff des "Cave-Syndroms" (Höhlen-Syndrom) erfunden. Es soll das Verhalten beschreiben, dass Menschen sich trotz Lockerungen und stark sinkender Infektionszahlen weiterhin zurückziehen, sich lieber zu Hause verkriechen. Was ist dran am "Cave-Syndrom"? Wieviel Vorsicht ist weiterhin nötig? Die Infektionszahlen sind in verschiedenen europäischen Ländern inzwischen schon wieder deutlicher angestiegen als in Deutschland, aber auch hier nehmen die Infektionen wieder zu. Komplette Sorglosigkeit ist also gefährlich! Masken und Abstandsregeln werden unser Leben weiterhin begleiten - und ab und an wohl auch noch eine gewisse Angst, die aber auch Leben retten kann. Unser und das der Anderen. Bleibt also bitte wachsam und gesund!
54 Minuten
Als Fortsetzung von letzter Woche, in der wir uns über "Das Böse im Menschen" unterhalten haben, sprechen wir heute über die "Dunkle Triade". Sie bezeichnet die Persönlichkeitsmerkmale von Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Eine Studie von dänischen Forschern der Aarhus University in Dänemark konnte zeigen, dass dass Psychopathen mit höherer Wahrscheinlichkeit Wirtschaftswissenschaften als Studienfach wählen.Sie fanden außerdem heraus, dass Psychologie-Studierende eher weniger zu psychopathischen Persönlichkeitsstörungen neigen. Ihre Schlussfolgerung: Persönlichkeitsmerkmale sind zumindest ein Teil des Prozesses, der am Ende bestimmt, für welches Studium und folglich welchen Beruf sich jemand entscheidet. Also erklären wir in dieser Folge die Begriffe Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Und wir geben Tips, wie man diese Menschen erkennen und wie man sich vor ihnen schützen kann.
59 Minuten
Gut und Böse, Yin und Yang – für die meisten Menschen gehören diese Gegensätze untrennbar zum Menschen dazu. Doch wie kommt das Böse in den Menschen? - Welche psychischen Voraussetzungen muss es geben, damit ein Mensch bösartige Strukturen aufweist? - Welche Rolle spielt dabei das Gehirn? - Wie entwickeln sich Psychopathen? - Und was für eine Rolle spielt dabei der freie Wille? Wie kann man sich gegen die Auswirkung einer schlimmen Kindheit entscheiden und nicht den gewaltbereiten Weg, der vorgelebt wurde, weitergehen? - Warum fehlen bei manchen Menschen Empathie und Moral? Wenn Ihr wollt, gibt es in der nächsten Folge mehr zum Thema "Das Böse in uns" - beispielsweise ob wir gut oder böse geboren werden oder ob es den sogenannten Todestrieb gibt. Schreibt uns!
37 Minuten
„Die Kinder lernen nur von denen, die sie lieben.“, sagte Goethe. Und das ist unser heutiges Thema: Erziehung durch Beziehung. Und das gilt nicht nur für Erziehung von Kindern sondern auch für Erwachsene in Beziehungen, in der Therapie, auf der Arbeit. Was sind also die Voraussetzungen für eine "gute" Beziehung? Wie sehr schaden "Helikoptereltern", die ihre Kids überbehüten? Was ist eine hilfreiche Therapeuten-Klienten Beziehung? Wie entsteht "erlernte Hilflosigkeit"? uvm Wir wünschen euch trotz der Hitze einen entspannten Sonntag! Annika und Michael
46 Minuten
Egal, ob nun vier Wochen Abschalten in den Highlands im Sommer oder im Alltag eine viertel Stunde lang die Beine hochlegen, Lebenspausen beziehungsweise Pausen überhaupt sind extrem wichtig für uns. Psychologen haben herausgefunden, dass wir während des Lernens in den Pausen noch mehr lernen. Wie das? Lapidar sagen wir oft: das muss sich erst mal setzen. Und machen instinktiv eine Pause. Medizinisch gesehen arbeitet unser Gehrn dann 20 mal so schnell, um das Gelernte zu verarbeiten. Manche Lebensläufe werden gerade auch während eines Einstellungsprozesses kritisiert, weil sie sogenannte Lücken aufweisen. Doch gerade die Lücken sind es, die uns oft persönlich weiter bringen. Vielleicht haben wir uns in dieser Lücke umorientiert, einen neuen Weg gefunden oder etwas Neues gelernt. Alles, was wir lernen und entscheiden bringt uns eine neue Facette. Die wir wiederum in einen möglicherweise neuen Job einbringen können. Kurz und knapp: Pausen sind wichtig, darum sollten sie immer wieder stattfinden.
50 Minuten
"Ich lebe hier und jetzt. Ich bin das Ergebnis von allem, was geschehen ist oder geschehen wird, aber ich lebe hier und jetzt." Dieses Zitat von Paulo Coelho hat uns zu der Idee gebracht, uns heute einmal über "Achtsamkeit" zu unterhalten. Was ist "Achtsamkeit" eigentlich? Warum ist Achtsamkeit in unserer Zeit wieder so im "Trend"? Wie und wo kann man Achtsamkeit lernen? Und was versteht Coelho unter einer "Weltenseele"? Eine Frage von Annika, die sich über Eure Antworten freuen würde. "Achtsamkeit" dass der Zukunftsforscher Matthias Horx zum Trendwort des 21. Jahrhunderts erklärte, stammt vom althochdeutschen "ata" ab. Das ist ein veralteter Ausdruck für "Nachdenken" und "Aufmerksamkeit". Einer, der die buddhistische Theorie und Praxis von Achtsamkeit kennengelernt und wissenschaftlich untersucht hat, ist Jon Kabat Zinn. Er hat zum Beispiel die "mindfulness based stress reduction" Therapie entwickelt, in der Achtsamkeit eine zentrale Rolle spielt. Wir wünschen Euch eine achtsame Zeit!
55 Minuten
Der Individualpsychologe Alfred Adler hat gesagt: "Die größte Gefahr im Leben ist, dass man zu Vorsichtig ist!" Und genau darüber unterhalten wir uns heute: Wieviel Vorsicht ist eigentlich gut? Wann lähmt sie uns und schlägt in Angst um? Werden wir im Laufe unseres Lebens immer ängstlicher und müssen besonders aufpassen, uns nicht in unserer "Comfort Zone" zu verstecken? Jan schreibt dazu auf Facebook: "Wer nie etwas riskiert (vor allem auf zwischenmenschlicher Ebene), kann auch nichts gewinnen oder noch besser gesagt hat schon verloren…Merkwürdige Worte. Im Sinne von sie sind es Wert, sie sich zu merken!" Und Gerrit schreibt u.a. dazu:"Wir können sicher Einfluss nehmen auf Handlungen und Selbssteuerungen, aber welche und wo, das ist unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Menschen und seinen Grundlagen ab (auch die Dauer von Leiden und Stress, verändert zum Beispiel über die Stress-Achse die Prozesse, so dass einiges niemals wieder veränderbar ist). Die Kunst ist herauszufinden, was ist veränderbar, was nicht, was kann ich ergänzen und wo muss ich verhandeln." Wir freuen uns über Eure Kommentare auf Facebook, Instagram & Co. So haben wir das Gefühl, noch mehr von Euch zu erfahren und für Euch diesen Podcast zu machen. Und ja: Wir freuen uns auch über Bewertungen auf iTunes und Spotify und über das Teilen, wenn Ihr mögt…
52 Minuten
Annika und Tilly sind überglücklich: 150 Folge voller Pimmelbrötchen, Pflaumenmus und EarlGrey Tee! Und das ist NICHT geschummelt… Und darum geht es heute: Das in unserer Gesellschaft Schummeln geradezu Salonfähig geworden ist. So ein bisschen Beschönigen, so ein bisschen "Ich bin in einer Besprechung", wenn man eigentlich klönt und Kaffee trinkt. So ein bisschen die Steuererklärung aufrüschen. Alles nicht so schlimm, oder? Es ist eine grundsätzliche Frage. Und es ist kein Kavaliersdelikt, wenn man sich anderen Menschen gegenüber einen Vorteil erschleichen möchte -Sei es in der Eigendarstellung oder mit einen tatsächlichen Gewinn. Notlügen und Wahrheitsschmeicheler benutzen wir oft, um Menschen nicht zu verletzen. Trotzdem ist der Übergang vom Abschreiben, von der kleinen Schummelei bei der Bewerbung zum ausgewachsenen Lügengebilde, was sehr schnell zusammenbrechen kann, fließend. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass Schummeleien, Lügen und Betrügereien irgendwann wie ein Bumerang zu uns zurückkommen. Halten wir es also mit dem alten Spruch: "Ehrlich währt am längsten".
57 Minuten
Obwohl wir mit einem gewissen Temperament und damit mit einer gewissen emotionalen "Grundausstattung" geboren werden, gibt es in unser Gesellschaft, aber auch in den einzelnen Familien Emotionen, die beliebt und die weniger beliebt sind. Wut gehört in einigen Familien ganz klar zu den unerwünschten Emotionen schon bei Kleinkindern: "Hör auf rumzubrüllen, Du bekommst kein Eis!". "Sei leise, Dein Vater muss schlafen!". "Hör auf zu meckern und nerv nicht Deine Mutter!". Innerhalb unserer Gesellschaft gibt es aber auch Gruppen, in denen gerade bei Männern Wut als Stärke angesehen wird und alle "weichen" Gefühle wie Zärtlichkeit oder Weinen gedeckelt werden. Dabei entsteht Wut bei uns allen automatisch in Gehirnteilen wie der Amygdala, wenn diese Gefahr registriert. Wut ist also eine Emotion, die zeigt, dass irgendetwas nicht stimmt und uns eigentlich zum Handeln auffordern will. Es sei denn, uns wurde früh beigebracht, dass wir nicht liebenswert sind, wenn wir wütend sind. Oder uns durch traumatische Erlebnisse der Zugang zu dem Gefühl Wut versperrt wurde. Wir bedanken uns für Eure vielen Zuschriften und Kommentare auf Facebook, Instagram und per Mail. So macht es Freude mit und für Euch diese Sendung zu machen! Wir wünschen Euch einen schönen Sonntag! Annika + Michael