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7 Tage 1 Song Archiv

344 Episoden
9 Minuten
Madeleine Hofmann hat ein Buch geschrieben – Trost – da fragt sie sich was gibt eigentlich Trost. Hintergrund ist eine Krebsdiagnose, die sie mit Anfang 30 erhalten hatte. Ich finde das Buch hat eine unverkrampfte Herangehensweise an das Thema – wichtige Begegnungen spielen eine Rolle. Und das Kreative ist wichtig – zum Buch gibt es eine Playlist mit Songs, die Madeleine ausgesucht hat und später ist eine entstanden mit ganz vielen Songs, die andere Menschen als Trostspender genannt hatte.

Am Anfang singt Sia „I was a broken Thing“ - irgendwie ging es mir nicht gut, ich war kaputt, Broken und konnte nicht mehr.  Im Laufe des Liedes geht es dann darum, wie ich wieder zurück zu Kräften komme. Im Lied gelingt es, der Vogel wird wieder frei und kann wieder fliegen und kann singen. Für Madeleine spiegelt und das den Verlauf ihrer Krankheit und der Therapie wider. Am Anfang hat sie sich nicht gut gefühlt und eingesperrt und verletzt gefühlt. Natürlich existierte die Hoffnung, dass das aber für sie so weitergeht, wie es auch in dem Lied weitergeht, nämlich dass sie irgendwann wieder zu Kräften kommt. Da dies passiert ist, steckt jetzt ganz viel Kraft in diesem Song. Insofern kann der Song jetzt auch in ganz anderen Zusammenhängen für die Überwindung von Unterdrückung und das Finden der eigenen Stimme stehen.

http://madeleinehofmann.com

Hier der Link zu den beiden Playlists:

https://open.spotify.com/playlist/7hcshW5rRFVEYEPquTZUNC?si=296d6549141e4103

https://open.spotify.com/playlist/6ALb0rdp1zTur0VlQtMTeJ?si=8cc0dd79cbac4373

und hier der Link zu der Doku über die Madeleine spricht

https://youtu.be/YCSo2hZRcXk?si=Xo3jbhUUl7ktw5gf

Foto Erik Lang

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12 Minuten
In dieser Folge ist Florence Brokowski-Shekete mit dabei. Sie war Lehrerin und ist inzwischen

Schulamtsdirektorin.  

Als Autorin veröffentlichte sie 2020 ihre Autobiografie „Mist, die versteht mich ja! Aus dem Leben einer Schwarzen Deutschen“. 2022 folgte das Buch „Raus aus den Schubladen! Meine Gespräche mit Schwarzen Deutschen“. Außerdem ist Sie Teil des Podcast „SchwarzWeiss“ und Gastgeberin des People Talks „Schwarzwälder & Butterkuchen“.

Ich habe Sie angesprochen, da mir die Musikauswahl zu Ihren Beiträgen auf Instagram so gut gefällt – Seit 2022 habe ich versucht Sie für eine Folge zu gewinnen – damals hatte sie einen Beitrag mit Barry White – You´re The One I Need unterlegt.

Barry White war ein Meister der Liebe – seine Songs handeln oft von Sehnsucht, Wertschätzung und echter Verbindung. In You’re the One I Need geht es um:

Zuneigung und Wertschätzung für eine bestimmte Person - ein Gefühl von Zugehörigkeit und Anerkennung - die Wichtigkeit einer tiefen Verbindung, die über das Oberflächliche hinausgeht. Das fand ich spannend aus dem Barry White Schlafzimmer rein ins Klassenzimmer – Wie sollte eine Lehrkraft sein, wo die Schülerinnen und Schüler sagen: „Your The One I Need“?

Gib der Schule Seele

Ich will wissen wie es Dir geht, diese Frage sollte alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen und Schulaufsicht beflügeln. Bevor es um Rechthaben und Bestimmen geht, erst einmal mit Barry White zu sagen You´re The One I Need und alles was wir machen, wird nur gut sein, wenn wir ein Interesse aneinander haben und darauf achten, dass es uns allen so gut wie möglich geht. Das ist der Soul den wir in das System Schule reingrooven sollten.

Für mehr Information: https://fbs-icc.com/ueber-mich/ 

Foto Universal Music

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14 Minuten
Stefanie Kornherr von der Stef White Band hat sich für diese Folge „Reason to Believe“ von Bruce Springsteen aus dem Album Nebraska ausgesucht. Es ist eines ihrer Lieblingslieder von Bruce. Es erzählt von Menschen, die alles verloren haben. Keine lauten Geschichten, sondern leise: Ein Mann trauert um einen Hund. Eine Frau wartet vergeblich auf ihren Mann. Ein Prediger steht allein vor leeren Bänken. Und doch – am Ende jedes schweren Tages – finden sie einen Grund zu glauben.

Aber woran glaubt man, wenn nichts mehr da ist? Das Lied gibt keine Antwort – und genau darin liegt seine Kraft. Vielleicht glauben wir nicht an ein Wunder, sondern einfach daran, dass morgen ein neuer Tag kommt. Dass wir weitergehen – nicht, weil alles gut ist, sondern weil die Zeit uns mitnimmt. Der stille Funke bleibt – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewissheit. Sondern vielleicht aus Gewohnheit, aus Trotz oder weil wir es selbst entscheiden. Und obwohl wir nicht wissen, warum, machen wir weiter. Aus freien Stücken – suchend, tastend, manchmal ohne Richtung. Aber aus uns heraus.

„Deliver Me From Nowhere/Erlöse mich vor dem Nichts“ ist nicht nur der Titel eines Films, der bald über dieses Album erscheint, sondern auch des Buchs von Warren Zanes. Die Bedrohung des „Seins“ also unserer Existenz durch das Nichts bearbeitet auch der Theologe Paul Tillich, also kommt der auch ein wenig vor. Im Podcast kämpfen wir mit Stefanie, Bruce und Paul gegen das Nichts.

 

Dem „Nichts“ Worte und Musik entgegensetzen

 

Für Paul Tillich offenbart sich das Göttliche nicht im Spektakulären, sondern im Fragmentarischen, in den Brüchen. Er spricht von der „Offenbarung im Konkreten“ – also in den scheinbar beiläufigen Momenten. Das Heilige blitzt auf in der Alltäglichkeit, im Zwischenraum, wo das Nichts nicht ganz durchdringt – ich würde sagen: Bruce Springsteen erkennt die Glaubensrest im Alltäglichen und kann ihnen Töne und Sprache geben.

Springsteen & Tillich wissen: Erlösung beginnt nicht mit Antwort, sondern mit Artikulation. Der erste Schritt ist: „Ich schreie.“ Und das Lied Reason to Believe ist so ein Schrei – kein Happy End, kein Licht, aber eine Stimme. Und das ist mehr als nichts.

Stefanie erzählt von so einem magischen Moment – ein Springsteen Konzert in Prag ist ausgefallen. Ich kann mich ärgeren, oder ich kann singen… im Podcast hört ihr was passiert ist.

Der Link führt euch zu einem Video wo Bruce Springsteen über die Entstehung des Albums spricht https://youtu.be/6fkqxgFv6ZY?si=xHIyGQOAdXWT9hbj

Foto @ Danny Clinch

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19 Minuten
Diese Folge ist mit der Werkstatt für Ortsgeschichte Köln Brück – erinnern ist wichtig und die Geschichten, die ein Ort vom Krieg erzählet sind oft entscheidender als komplexe Erzählungen.

Der Songhandelt von einem toten Soldaten, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Er erinnert an das Opfer, das er und viele andere gebracht haben. Er mahnt diejenigen, die noch am Leben sind, an, für den Frieden zu kämpfen und dafür zu sorgen, dass es nicht wieder zu einem Krieg kommt. Er ermutigt jeden, die Lüge zu durchschauen und das Richtige zu tun. – Der Krieg belügt das Leben!

Und du hast ihnen alles gegeben,

Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Hast du toter Soldat mal ein Mädchen geliebt?

Sicher nicht, denn nur dort wo es Frieden gibt,

Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihen,

Warst Soldat um zu sterben nicht um jung zu sein.

Der Ort, wo fast alle Jungen eines Abi-Jahrgangs gestorben sind sagt uns: Wenn der Tod dieser Menschen aus Köln Ostheim überhaupt einen Sinn gehabt haben soll, ist es der: Dass er hier und heute eine Mahnung ist. Diese zu früh gestorbenen Menschen rufen uns auf: Tut alles dafür, dass nie wieder ein rassistisches, menschenverachtendes und diktatorisches Regime an die Macht kommt. Denn politische Einstellungen und Entwicklungen, die uns nach den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs unvorstellbar schienen, sind auf dem Vormarsch. Die Geschichte zeigt uns, wie schnell Errungenschaften zerstört werden können, wenn die Demokraten nicht zusammenstehen. Ein Rückblick in die Geschichte zeigt, was zu tun ist.

Hannes Wader schwört uns mit seinem Lied darauf ein für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein - diesen Schwur sind wir den 17 Toten Flakhelfern schuldig.

Foto  Michael Meyborg

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10 Minuten
Heute mit Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik des BBZ Grevenbroich und sie reden über Wut.

Wut ist nicht das Problem, sie kann die Lösung sein, wenn sie verstanden und genutzt wird.

Darum geht es heute um Wut:

This is my fight song

Take back my life song

Wenn eine Grenze überschritten wird, ist es wichtig, eine Grenze zu ziehen – zu zeigen ich bin da – ich sende ein Signal – ich werde selbst wieder mächtig – Selbstermächtigung

Im Fight Song heißt es:

I might only have one match

But I can make an Explosion

Ich hab vielleicht nicht viel – nur ein Streichholz – aber ich weiß was ich damit machen muss – ich bin klar – ich habe ein Ziel und dafür setze ich meine Ressourcen ein – auch wenn es erstmal nur wenig ist.

Wie Friederike von Aderkas beschreibt, lernen viele von uns – besonders Frauen – dass Wut unerwünscht ist. Dass sie „unweiblich“ sei, irrational, gefährlich.

Wir ersetzen sie durch Traurigkeit oder Schuld. Weil wir gelernt haben: „Wenn ich wütend bin, bin ich nicht liebenswert.“ 

Aber Wut ist kein Makel.

Sie ist ein Warnsystem.

In ihrem Buch Wutkraft schreibt Friederike von Aderkas, dass Wut eine Form von Selbstfürsorge sein kann. Davon erzählt eine der Studierenden im Podcast, sie hat das gespürt: Diese Wut war keine Zerstörung. Sie war ein Alarmsignal. Eine rote Lampe, die mir sagte: Hier stimmt etwas nicht. Hier wird deine Grenze überschritten.

„Wut ist ein vitales Gefühl. Sie hat eine Schattenseite, aber auch eine positive, energiegeladene, weil sie uns signalisiert: Da stimmt gerade etwas nicht für mich, und ich muss etwas verändern.“ Ich muss lernen meinen „Nein-Muskel“ zu trainieren.

In Gedanke 3 erzählen die Studierenden von ihren Erfahrungen in einem Rage Room in Venlo. Einem dieser Orte, an denen du einen Baseballschläger in die Hand bekommst und dann: BUMM!

https://rageroomvenlo.nl/de/

Foto  Gabriel Jeffrey/Columbia Records

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8 Minuten
Im Podcast diese Woche hören wir Samuel Hug. Er ist Pfarrer der Metalchurch, einer evangelisch-reformierten Kirchgemeinde für die Metalfans in der Schweiz. Zusammen mit ihrer Gottesdienstband Adoramus gestaltet er am diesjährigen Wacken-Openair den Gottesdienst zum Festivalstart mit.

Der Song proklamiert, dass die Ausgebeuteten eines Tages selbst aufstehen werden:

Du passt besser auf die Verdammten auf (Gott steh dir bei)

Sie werden ihre Ketten zerbrechen (hey)

Nein, du kannst sie nicht aufhalten (Gott steh dir bei)

Sie kommen um dich zu holen

Eigentlich kommt der Ausdruck «Balls To The Wall» aus dem Pilotenjargon. Es geht um die kugelförmigen Griffe der Triebwerksteuerung im Cockpit. Wenn man diese Bälle voll nach vorne drückt, bekommt man maximalen Schub. Der Ausdruck ist also verwandt mit «Pedal to The Metal» aus dem Autojargon, dem deutschen «Bleifuss». Aber es kann mir niemand sagen, dass hier im Song mit den Bällen nicht die männlichen Geschlechtsteile gemeint sind.

Und dann bekommst du deine Eier an die Wand, Mann

die Eier an die Wand

Ich höre mich schon lautstark mitbrüllen im Wacken-Infield: «Balls to the Wall, man!» Ja, das Unrecht der Sklaverei muss enden.

In diesem Song steckt die Botschaft niemanden verloren zu geben. Es geht um den Ausbruch aus den Ketten.

Watch the damned, they're gonna break their chains

Rebellion ist nicht das Gegenteil von Glauben – sondern manchmal seine Frucht

Der Song sagt: Selbst die Verloren-Geglaubten, die Abgehängten, die Niedergedrückten – sie brechen aus. Nicht aus Hass, sondern aus Hoffnung.

In Jesus Christus hat Gott auch für uns diesen Weg aufgetan, die Ungerechtigkeit zu überwinden – nicht durch Gegengewalt und Rache, sondern durch Segnen.

Auch Jesus hat Ketten gesprengt; und zwar die von Angst, von Scham, von Machtlosigkeit.

So ist Glaube ist kein Wegducken. Kein „Augen zu und durch“. Glaube ist ein Aufstehen. Ein „Es reicht!“. Der Heilige Geist ist kein heiliges Blechle sondern Heavy Metal – kein Stromsparmodus sondern Starkstrom und Feuer – wie diese Musik – von daher gut, dass es die Metalchurch gibt.

Foto Martin Hausler

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14 Minuten
Es gibt den schönen Band „anders bleiben“ Briefe der Hoffnung in verhärteten Zeiten herausgegeben von Selma Wels – dort kannst Du den sehr schönen Brief von Nava Ebrahimi an Dirk von Lowtzow von Tocotronic lesen –  und es ist für mich ein Geschenk, dass aus diesem Brief und dem Song in diesem Brief eine 7Tage1Song Folge geworden ist.

Im Podcast erzählt Nava Ebrahimi von ihrem R5, der Tocotronic Cassette und von der Bedeutung der Textzeilen: 

Ich bin zwar hier geboren

Doch es ist mir auch egal

Und

Ich bin nicht hier geboren

Doch es ist mir auch egal

Das „egal“ ist eine wichtige Ansage in Zeiten des erstarkenden Nationalstolzes, wo eigenes Selbstbewusstsein auf Kosten von anderen geht. Das war in den 90ern so und ist heute genauso wichtig laut mitzusingen.

 

Mich hat der letzte Satz von Nava Ebrahimi im Podcast sehr berührt und daher schreibe ich ihn hier für euch zum Lesen auf – aber besser ist natürlich alles zu hören:

„Tocotronic haben mir aber gezeigt, dass es auch wirklich ein Deutschsein gibt mit dem ich mich sehr verbinden kann. Ich mag diesen Satz aus meinem Essay sehr gern, deswegen möchte ich Ihnen gerne nochmal zum Abschluss sagen: Misstraut euch selbst, höre ich als im besten Sinne sehr deutsche Botschaft, aber lasst euch nicht die Sprache verschlagen.“

Heute wie in den 90ern haben wir wieder die, die laut Deutschland in die Welt grölen – ich danke Tocotronic dafür, dass die mir da helfen zu sagen „so ist das aber nicht“ lieber am Zweifel festhalten – ich finden diesen Zweifel, dieses Misstrauen viel einladender, als diesen ausschließenden Nationalstolz – anders bleiben, aber eben bleiben – dazugehören – das macht für mich ein Land aus – zusammen bleiben anstatt Spaltung – und immer laut bleiben wo die Spalter grölen.

Foto Borries

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8 Minuten
Ich frage immer wieder Menschen, die irgendwo etwas Interessantes sagen, ob wir das nicht mit einem Song verbinden können – Stefan Rinner ist auch so ein interessanter Mensch und seine Forschung zu abwertender Sprache sind in unserer Zeit sehr wichtig-

„Words are very unnecessary / They can only do harm“

Der Song vermittelt ein tiefes Misstrauen gegenüber Sprache und legt nahe, dass Worte eher verletzen als verbinden.

Überlegt mal beim Zuhören dieser Folge - Wie Sprache nicht nur kommunikativ, sondern auch destruktiv wirken kann, insbesondere in Form von abwertender Sprache. Die Zeile trifft die Kernfrage seiner Forschung: Wie üben Worte Macht aus – und wann fügen sie Schaden zu? – unser Gast Stefan Rinner forscht über die zerstörerischen und heilenden Aspekte von Sprache.

https://stefan-rinner.webnode.page

Redefreiheit ist zentral für die Demokratie, aber sobald Worte gezielt verletzen, manipulieren oder Tatsachen verdrehen, wird ihr Gebrauch problematisch. Stefan Rinner zeigt, dass nicht jedes gesprochene Wort automatisch schützenswert ist – es kommt darauf an, was gesagt wird, wie und mit welcher Absicht. In diesem Sinne sind Worte nicht „unnecessary“, sondern im Gegenteil: notwendig – necessary, wenn sie zur Erkenntnis, Verständigung und Verantwortung beitragen. Die Freiheit zu sprechen verlangt deshalb auch die Pflicht, das Richtige zu sagen.

Das richtige im richtigen Moment zu sagen, wird dann im therapeutischen Kontext in einer ganz anderen Weise wichtig – denn hier wird Menschen durch sprachliche Interventionen dabei geholfen, ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu verändern und psychische Entwicklung zu fördern.

Foto @ Anton Corbijn

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9 Minuten
Wie viele wissen bin ich Berufsschulpfarrer an einem Berufskolleg und ich finde es sinnvoll mit Klassen über die dort vorhandenen Rituale zu sprechen und zu fragen und zuzuhören. Hilal bei Instagram @teacher__light hatte Bilder vom Hennaabend ihrer Schwester gepostet und da ging es auch um unser Lied von dieser Woche. Mit diesem Impuls kam ich mit der Körperpflegeklasse meiner Schule richtig gut ins Gespräch und da haben wir gedacht wir machen einen Podcast.

„Yüksek Yüksek Tepelere“ ist kein fröhliches Hochzeitslied, sondern ein Stück mit tiefem kulturellem Gewicht. Es dient als Ritual der Trauer vor dem Übergang, das in der Hochzeitsfreude Raum für Reflexion über die Rolle der Frau, Familie und Heimat schafft. Im Gespräch mit der Klasse wurde deutlich, dass beim Singen dieses Liedes auch an die Hochzeiten davor in der Familie gedacht wird – an die Partnerschaften, die gut gelaufen sind und an die, wo es nicht so gut lief.

Ein Hennahabend ist ein Übergangsritual. Im Mittelpunkt stehen die Braut und ihre Herzensmenschen. Feierlich wir ein Tablett mit Henna in den Raum getragen – auf dem Tablett sind Kerzen und Blumen – mit dem Henna verbinden sich die feiernden Personen –  

Wenn es losgeht, werden die Lichter gedimmt, die Braut sitzt in der Mitte des Raumes, bedeckt mit einem roten Schleier. Um sie herum singen Frauen dieses Lied. Die Atmosphäre ist ruhig, oft fließen Tränen – nicht nur bei der Braut, sondern auch bei den Müttern, Tanten und Freundinnen. Unser Song wird meist a cappella oder mit leiser Musikbegleitung gesungen.

Das Auftragen der Henna auf die Hände der Braut und der anderen Personen steht für Verbundenheit gegenüber den Wurzeln und die Trauer über den Abschied. Das Lied verstärkt diesen Effekt. Und das Lied verbinden alle Bräute, da es eigentlich auf allen Feiern gesungen wird.

Foto Z Müzik

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9 Minuten
Der Münchner Bestseller-Autor und Theologe Uwe Birnstein hat mehrmals mit Udo Lindenberg über Gott und die Welt gesprochen. Im Buch „Alles klar, Udo Lindenberg“ beschreibt er die religiösen Bezüge in Lindenbergs Liedern und Bildern. Uwe ist zu Gast in dieser Folge und er bringt den Tod, die Geschichte vom verlorenen Sohn und Paulus miteinander in Beziehung.

Und mit Udo Lindenberg, können wir dann sagen: „Wieder genauso“ – Es ist alles klar, auch wenn mal was schief geht.

Im Song begegnet Udo Lindenberg dem Tod und sie gehen sehr locker miteinander um. Paulus hat das in der Bibel so gesagt – Tod wo ist dein Stachel? Wo ist das womit du mir weh tun kannst? Ich habe keine Angst vor Dir du bist ein Gedankenstrich und dann geht es weiter. Und ich nehme dich als gnädig war und lass mir von dem, was nach dem Tod kommt auch keine Angst machen, bestimmte Dinge nicht zu machen, weil dann Hölle oder Strafen drohen – ich mache es wieder genauso – denn am Ende von Leben wartet Gnade, da wartet eine Umarmung.

Foto Polydor Island Group

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15 Minuten
Paul Tillich sagt:  G*tt hat mit unserem Da-Sein zu tun. Das, was die Grundlage des Lebens ist. G*tt ist nicht oben im Himmel und ganz weit weg, sondern unten in der Tiefe – der Boden unter den Füßen, die Grundlage für alles. Dem wollen wir mit dem Song der Toten Hosen nachgehen. Der Podcast ist gelichzeitig eine Erinnerung an den Abi-Gottesdienst des BBZ Grevenbroich.

Jeremia 29,11 – „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht G*tt: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Die Zukunft liegt vor uns – offen, ungewiss, voller Möglichkeiten. In „Tage wie diese“ heißt es: „Wir stehen nicht still für eine ganze Nacht.“ Es ist eine Zeit des Aufbruchs. 

Es ist wichtig, dass wir jemanden haben, die oder der sagt: Ich habe Gedanken der Hoffnung für dich. Auch wenn wir noch nicht wissen, wo unser Platz im Leben ist, können wir mutig gehen – im Vertrauen, dass uns jemand eine Zukunft gönnt.

Hab keine Angst, ich gebe auf dich acht

Johannes 15,12 – „Das ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Schule ist vor allem eines: Gemeinschaft. In Freundschaft, Streit, Versöhnung und gemeinsamen Lachanfällen war sie erlebbar. Auch „Tage wie diese“ erzählt davon, gemeinsam unterwegs zu sein: „Ich trag dich durch die Leute. Hab keine Angst, ich gebe auf dich acht.“ In solchen Momenten spüren wir, was echte Freundschaft bedeutet – und wie sehr sie uns trägt. Das Gebot der Liebe wird lebendig in jeder helfenden Hand, in jedem offenen Ohr, das wir einander geschenkt haben und nur wenn die Worte lebendig werden machen sie hier einen Sinn.

Foto Bastian Bochinsky 

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8 Minuten
Heute ist Taibe Qorri dabei – Sie ist Friseurin, Mutter und politische Quereinsteigerin aus Neukirchen-Vluyn, die mit ihrem Format „Politik im Friseurstuhl“ ihren Salon in einen lebendigen Raum für Demokratie verwandelt hat. Als gebürtige Kosovo-Albanerin und Stipendiatin des Programms „Love Politics“ bringt sie Menschen ins Gespräch und zeigt, wie nah Politik am Alltag sein kann. Ihr Ziel: Politik mit den Menschen und für die Menschen gestalten – authentisch, nahbar und lösungsorientiert. 

In der Folge geht es um die Wahnsinnshow in den Medien und heute besonders in den Sozialen Medien – was machten diese ganzen wahnsinnigen Bilder eigentlich mit uns. Abstumpfung oder Empathie?

Das Lied kritisiert die Gleichgültigkeit, die ja durch die ständige Flut von Nachrichten entsteht. Es fordert dazu auf, sich mit seinen eigenen Gefühlen und der Realität auseinanderzusetzen. Wie kommen wir in einen Austausch miteinander und bleiben nicht in unseren Blasen. Wie können wir unsere Wut über bestimmte Zustände in Mut etwas zu tun verwandeln. Fang in deinem Umfeld an so wie es Taibe gemacht hat.

 

Hier ein Bericht über Taibe Qorri: https://www.extra-tipp-am-sonntag.de/moers-niederrhein/taibe-qorri-politik-im-friseurstuhl-und-fuer-alle_aid-123404647

 

Und hier ab Minute 6:20 - https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/meldungen/Neue-Dunkelfeldstudie-Mehr-als-60-Prozent-der-Politiker-erleben-Gewalt,gewaltpolitiker100.html

 Foto Jens Herrndorff

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12 Minuten
Nadine von der Metalchurch in der Schweiz stimmt in dieser Folge mit Avengend Sevenfold überein, dass der Mensch, zwar zur Freiheit berufen ist, sich aber immer wieder Könige sucht. Er hat es aber selbst in der Hand, was das für Könige sind, und ob sie letztlich zur Unterdrückung wie im Song oder eben zu einem gelingenden Leben in Freiheit führen. 

Dem Festivalseelsorgeteam auf dem Greenfield-Festival ist das Zweite definitiv lieber. Darum wollen bieten sie den Menschen ein offenes Ohr an. Sie möchten dadurch den Menschen eine Stimme geben, egal ob «In Stimmung oder verstimmt». 

Wer gerade in Interlaken am Greenfield sein sollte , dann schau doch vorbei.

https://greenfieldfestival.ch/festival-guide - dort The Chapel suchen bei 04 Gelände und Einrichtungen

Homepage der Metalchurch: https://metalchurch.ch

Nadine sagt im Podcast: „In der Festivalseelsorge erleben wir immer wieder, wie Menschen unfrei sind. Ihre Fesseln, ihre Ketten und Gefängnisse haben verschiedenste Formen. Das kann eine Krankheit sein, die das Leben plötzlich massiv einschränkt, oder was uns immer wieder begegnet sind Suchtthematiken. Menschen, die nicht trinken möchten, aber die der

Alkohol bzw. die Sucht fest im Griff hat. Oder Menschen, die in schwierigen, teils

toxischen Beziehungen gefangen sind. Daneben sind mir auf dem Festival auch schon

Menschen begegnet, die auf Grund eines Handicaps extrem eingeschränkt sind, im

Gespräch hat sich dann aber gezeigt, dass sie sich alles andere als unfrei fühlen.

Ich denke also, Freiheit ist manchmal nicht nur eine rein äußerliche Angelegenheit,

sondern hat viel mit der persönlichen Einstellung zu tun. Ich habe vorhin gesagt, Freiheit

ist für mich Geschenk, Herausforderung und Verantwortung zugleich.

Geschenk. Ich bin überzeugt, Gott hat uns freiheitlich geschaffen, und zur Freiheit

berufen. Nach seinem Ebenbild. Das ist sein Geschenk an die Menschen.“

Foto Brian Catelle

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12 Minuten
„Emotional Landscapes / They puzzle me“ so singt Björk.

Musik, Landschaft, andere Menschen, meine Hoffnungen meine Sehnsüchte – das ist wie ein Puzzle – ich brauche Teile, die zusammenpassen, damit etwas entsteht. In diesem Stück bringt es Björk auf den Punkt: emotional Landscapes - Gefühle sind nicht einfach, sondern komplexe, rätselhafte Landschaften. Landscapesverweist nicht nur auf emotionale Vielfalt, sondern auch auf Tiefe und Ausdehnung. Eine Landschaft ist nicht auf einen Blick zu erfassen – sie muss durchwandert, erlebt und verstanden werden. In der Freundschaft zu Jóga findet Björk offenbar jemanden, die diese Landschaft kennt oder sie mit ihr teilt. Es ist ein gemeinsames Navigieren durch seelische Räume – durch Freude, Schmerz, Unsicherheit und Verbundenheit. Jóga ist das Teil, was genau in Björks Emotionales Puzzle passt.

Und da Jóga genau das ist was Björk braucht, hat sie dieses Liebeslied an ihre Freundin geschrieben. Die Freundin kann im Song eine emotionale Landschaft sein – mein Himmel, meine Sonne, mein Boden unter den Füßen und etwas in dem ich aufgehe – meine Freundin ist nicht nur bei mir, sie ist in mir. Es ist etwas Schönes solche Freundinnen oder Freunde zu haben, oder auch ein solcher Freund oder eine solche Freundin sein zu dürfen. So wünsche ich jedem Menschen dieser Welt Freunde und Freundinnen im Umfeld zu haben, die sie sehen, die sie verstehen, die da sind. Und selbst wenn man sie länger nicht sieht und man sieht sich, dann ist alles wieder da, Björk könnte mitten in der Nacht bei Jóga anrufen und sie wüsste das –Jóga vor der Tür stehen würde genau. Ich wünsche uns allen Freundinnen und Freunde wie Jóga.

Mit in der Folge ist Selda Kaya – hier ihre Homepage: http://www.seldakaya.de

Im Gedanke 2 spielt das Video eine Rolle – hier ist der Link dazu: https://youtu.be/loB0kmz_0MM?si=pquR0-ZRkAAVci90

Foto  Nick Knight, PolyGram

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8 Minuten
In einer Welt, die von Unruhe, Spaltung und Schmerz geprägt ist, gibt es nur wenige Künstler, die es verstehen, durch Musik und Worte gleichermaßen Trost zu spenden, Mut zu machen und Klarheit zu schaffen. Bruce Springsteen ist einer dieser seltenen Stimmen – ein Poet des Alltags, ein Chronist der zerrissenen Gesellschaft, oder ganz poetisch: ein fester Fels in den Stürmen unserer Zeit.

Beim Auftakt seiner Europa-Tour „Land Of Hope And Dreams“ am 17.Mai gab er in Manchester vor dem Song "My City of Ruins" ein Statement ab:

Den Song leitete er nach dem Statement mit Let us Pray ein – und darum geht es heute

I pray for the strength, Lord with these hands, 

I pray for your love, Lord with these hands,

Pray for the faith, 

"Come on rise up",

Menschen, die gebrochen wurden, können wieder aufstehen. Gemeinschaft ist möglich, wo Zerfall war.

Ein Gebet ist ein Ausdruck von Hoffnung, oft mitten in der Verzweiflung. Es ist ein Ruf nach etwas Höherem – sei es Gott, Menschlichkeit oder einfach nur der bessere Teil von uns selbst. My City of Ruins ist genau das: ein Ruf aus der Asche, der gleichzeitig klagt und heilt, trauert und stärkt.

Bruce Springsteen verwies in Manchester auf James Baldwin – einen schwarzen Schriftsteller und Bürgerrechtler, der das Amerika seiner Zeit mit scharfem, aber hoffnungsvollem Blick analysierte. Baldwin schrieb einmal: „Not everything that is faced can be changed, but nothing can be changed until it is faced.”Diese Haltung – das Unrecht zu benennen, ohne die Hoffnung aufzugeben – findet sich in diesem Springsteens Song und in so vielen anderen

In einer Zeit, in der Demokratien unter Druck stehen, in der Menschen sich zunehmend gespalten fühlen, in der Kriege und Krisen Bilder der Zerstörung erzeugen, ist My City of Ruins ein leiser, aber unerschütterlicher Ruf nach Menschlichkeit. Es erinnert uns daran, dass Gemeinschaft nicht aus Mauern besteht, sondern aus Menschen. Dass Heilung möglich ist, wenn wir uns aufrichten – gemeinsam.

"Come on rise up", 

Hier geht es zum Video mit der Ansprache und dem Song aus Manchester 

https://youtu.be/S65TuGUVCtc?si=gQSL-QuRU1uFCmYs

Foto Rob de Martin

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