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7 Tage 1 Song Archiv

344 Episoden
12 Minuten
Zuerst geht es im Podcast um Jesse Owens, einem schwarzen Topathleten der 1936 bei den olympischen Spielen im Nazi-Deutschland, mehrmals eindrucksvoll die Lüge der „Herrenrasse“ widerlegte, indem er viermal Gold  gewann – für viele Menschen ein Symbol wie dumm die Ideale der Nazis waren. Insofern ist Jesse Owens immer auch eine Symbolfigur dafür rassistisches Denken aus dem Gedankengut zu verbannen. Im Song rast Megaloh  „Geht nach vorn“ - eine Aufforderung an uns alle, uns rassistische Gedanken nicht mehr gefallen zu lassen und Haltung zu zeigen „wie der Bruder Jesse Owens“. Wie das aussehen kann, dabei hilft uns Quinton Ceasar, er ist in Südafrika geboren und jetzt Pfarrer in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Quinton erzählt von seiner Kindheit in Südafrika, von seinem Studium in Deutschland und von seinem Traum für eine Welt, in der sich alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Geschichten begegnen, wir sind nicht alle gleich, sondern wie unterschiedliche Farben eines Regenbogens, manche Farben vermischen sich, manche nicht, wichtig ist aber, dass alle Farben sich gegenseitig zuhören und kapieren das alle Teil der Geschichte sind – ihrer Geschichte – daher ist zuhören und Begegnung so wichtig. Quinton spricht von der Ubuntu Philosophie - die Idee, alle Menschen sind miteinander verbunden und gehören zusammen. Respekt und sich für die Erlebnisse und Geschichten der Mitmenschen interessieren - so wie bei Jesse Owens und Lutz Long. Im Gedanken 3 werden dann Personen vorgestellt, die uns über Jesse Owens und die BSMG das Weiterdenken erleichtern können, es sind Maya Angelou, Martin Luther King jr. und Chimamanda Ngozi Adichie. 

Foto: Anthony Kutz

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8 Minuten
Für diese Folge habe ich einen passenden Song zur Jahreslosung gesucht: Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36). Als im September 2020 Patti Smith dann mit prominenten Kollegen wie Michael Stipe und Joan Baez eine neue Video-Version ihres Songs „People Have The Power“ veröffentlichte war die Wahl gefallen. Der Anlass könnte aktueller nicht sein.„People Have The Power“ – die Menschen haben die Macht. Die  Verbindung zur Jahreslosung  ist das „seid wie“ in dem Vers. Nicht nur in den Himmel starren und auf Gott warten, sondern um sich herumschauen. Und dafür ist es gut eine Prophetin wie Patti Smith zu haben, die uns genau daran erinnert.Sie spielt das Lied gerne live - Genauer: Sie singt es nicht, sie schreit und wütet und spuckt und reckt die Faust. "Long Live Revolution" und all das ist kein Gerede eines schlichten Gemüts in einer komplizierten Welt - dies ist Patti Smiths Glaubensbekenntnis. Dass sich doch noch etwas ändern lässt, dass viele Individuen gemeinsam Macht entfalten können. „People Have The Power“ ist einer dieser Songs die einfach Lust auf Revolution machen – Hey! – Revolution ist gar nicht so schwer, macht einfach alle mit – das Ziel ist doch klar. Veränderung ist möglich, Geschichte geht nicht nur an uns vorbei, es geht uns auch an. Patti Smith singt mit der Überzeugung ihres Glaubens – Fühlt die Kraft und das ist nur der Anfang, da geht noch viel mehr – Und es gibt so viele ansteckende Versionen mit dem Who ist Who der Rockprominenz. Wir Menschen haben die Kraft auch den Mist von den Idioten zu reparieren. Video ist leicht bei You Tube zu finden "People Have The Power" 2020

Mir ging es nicht immer gut in den letzten Monaten, was mit geholfen hat war Musik und daher wollte ich sozusagen eine musikalische Überschrift für das Jahr 2021 haben. Wenn es mir mal schlecht geht. Und wir haben gesehen – Kampf gegen Pandemie ist eben kein Kampf, den wir mit Panzern, Bomben und Gewalt gewinnen können – sondern nur als Menschen, die wissen wie Barmherzigkeit funktioniert – Wir haben gesehen - Egoismus ist der Nährboden für neue Ausbrüche des Virus.

Wie verhalte ich mich richtig, woher kommt die Kraft für Barmherzigkeit - Musik kann die Unsicherheit verdrängen – und „People Have The Power“ lässt mich liebevoll auf meine Mitmenschen schauen, die vielleicht auch tastend unsicher aber auch voller guten Willen unterwegs sind -ist ja für uns alle die erste Pandemie – „People Have The Power“ - da entsteht die Hoffnung: Der Mensch neben mir kriegt es hin, der kann mich stabilisieren. Klappt natürlich nicht immer.  „People Have The Power“ hilft mir dann aber auch in den Krisen, Geduld – einfach weil die Fantasie da ist wir können etwas erreichen.

Das Video zur Hausaufgabe: U2 und Eagles Of Death Metal https://youtu.be/hBlJoI8CZ04

Die englischen Texte werden von Andreas gelesen. 

Der Song von Jens Böttcher: //songwhip.com/jensbottcher/ich-traf-jesus-in-meinem-stammcafe

Foto: CC BY 4.0 by Tradelands

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7 Minuten
Loredana singt davon alleine klar zu kommen. Ganz schnell reduzieren wir Künstlerinnen wie Loredana auf ihre Haare, ihre Klamotten, ihre Männergeschichten, ob sie jetzt stimmen oder nicht. Wir finden es anstrengend oder zickig, wenn Frauen selbstbewusst auftreten und den Platz in der ersten Reihe beanspruchen. Manchmal ist es auch so, dass wir „Frauenprobleme“ in Ausschüsse schieben, in denen dann nur Frauen sitzen – und ich bekenne mich auch schuldig: manchmal werden darüber dann auch Witze gemacht. Durch diese Folge habe ich mich mit Feminismus auseinander gesetzt und sicher habe ich als Anfänger noch nicht alles verstanden, aber ich will weiter lernen und mir ist es auch nicht mehr egal welche Chancen Frauen durch die Strukturen unserer Gesellschaft haben.

 „Als ich dich gebraucht hab´, warst du nicht mehr da“ – egal ob Mann oder Frau – das ist immer schlecht! Vielleicht ist Feminismus eine Chance, die bisherigen Kommunikationsmuster der Gesellschaft und Organisationsformen von Arbeit zu überdenken – dass nicht die alten Fehler von Unterdrückung und Unterwerfung wiederholt werden, sondern wir in fröhlicher Selbstbestimmung miteinander leben können- Es wäre doch eine tolle Welt, wenn niemand mehr sagen müsste. „als ich dich gebraucht hab´, warst du nicht mehr da“

Die Loredana Texte liest Annika, den Segensspruch Doris

Foto: Armin Morbach @tushmagazine

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23 Minuten
Mit dieser Folge mache ich ein Experiment, da an Heilig Abend sicher viele Menschen nicht in die Kirche gehen können oder wollen – kommt mein Heilig Abend Gottesdienst über den Podcast zu Euch. Für mich hat die Botschaft des Songs "Let It Be" dieses Jahr sehr zu Weihnachten gepasst, auch wenn die Nacht dunkel und wolkenverhangen ist, da ist immer noch ein Licht, das für dich scheint und zwar so lange bis es wieder morgen wird. Und „Let It Be“ ist eigentlich ja auch etwas was in die Corona Zeit passt, manchmal scheint es so, dass Not nicht mehr beten lehrt sondern laut werden lässt, aggressiv, egosistisch – der Song bietet einen anderen Weg an – in der Not, in "Times of Trouble" - hör mal in dich rein, keine wilden Aktionen, sammle deine Kräfte – überlege was für dich wichtig ist – lass dir  durch dieses Zur-Ruhe-Kommen Erkenntnisse schenken. Insofern ist für mich „Let It Be“ in 2020 ein wunderschönes Weihnachtslied.

Neben "Let It Be", begleitet mich das Lied „Dies ist die Nacht da mir erschienen“ (eg40) durch diesen Podcast, dieses Lied schenkt mir neben  "Let It Be" Lichtstrahlen für Weihnachten – sie lauten: Freundlichkeit, Gnadenschein, Seligkeit, Liebeslicht,  deine Gunst, Weihnachtskunst, dazu noch das Fürchte dich nicht des Engels und die Gelassenheit von "Let It Be" – ich finde diese Wörter helfen mir still zu werden und über mich in der Corona-Welt nachzudenken:  Welche dieser Lichtstrahlen leuchten für mich welche nicht – mit den Beatles möchte ich nicht gleich beim ersten Gedanken aufspringen und loslegen, sondern über die Feiertage, das "Let It Be" pflegen, lass einfach mal manches sein  – ich bin zwar in „Times of Trouble“ aber es ist nicht das Ende – ich muss nicht sofort bei der ersten Idee losrennen, sondern kann mir den Stern mit seinen Lichtstrahlen in Ruhe anschauen und überlegen in welche Richtung es für mich weitergehen könnte.

Ich bedanke mich bei den zahlreichen Leserinnen und Lesern aus der Kirchengemeinde Grevenbroich.

Das Segenswort des EKD Ratspräsidenten Heinrich Bedford-Strohm ist eine gekürzte Aufnahme von der EKD Facebookseite vom 16.12.2020

Foto: Universal

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10 Minuten
Was brauchen wir, wenn es dunkel wird? Ich erinnere mich gerne an das Gute-Nacht-Lieder-Singen mit meinem Vater. Im Dunkeln sitzen und meinen Vater singen hören – immer wieder die bekannten Strophen. Auch wenn alles schief gelaufen es – am Abend ist es dann einfach mal alles gut – in den Arm genommen werden – jemand glaubt an mich, auch wenn nichts geklappt hat – wahrscheinlich schwingt in den Tönen dann auch die Geschichte und die Beziehungen des Sängers mit – ein Lied, was meinen Vater durch Flucht und Kriegsdurcheinander getragen hat, wie kleiner waren da meine Sorgen, allerdings haben sie sich trotzdem bedrohlich angefühlt. Ausruhen und morgen dann wieder versuchen die Berge des Lebens zu überqueren.

Manchmal reißt uns der Alltag auseinander, eigene Ansprüche und was dabei dann so rauskommt, oder die Ansprüche der anderen oder einfach so, zerreißt es mich. Es geht nicht immer alles zusammen, wenn ich zaubern könnte, dann würde ich etwas für dich zaubern – nichts zum Anfassen, sondern, dass du dein Glück findest. Und das Glück hat etwas mit dem Weg zu tun, Glück hat etwas damit zu tun durchs Dunkle zu kommen. Glück hat etwas damit zu tun nicht jeden Erfolg, alles Erreichte auf sich zu beziehen sondern am Ende des Tages– Danke zu sagen.

Im Song sind auch zwei Menschen in der Dunkelheit verbunden. Und der Sänger tut etwas für einen anderen Menschen – er wünscht der Person in allem Zerrissen-sein und wieder Zusammenkommen – dass er sein Glück findet.

Aber im Podcast geht es nicht nur um den Song, sondern auch um meinen Vater und sein Gute-Nacht-Lieder-Singen für mich und meine Geschwister - Irgendwie hatte ich immer ein Gefühl, dass es schon so ist, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ich mein Glück finde auch wenn es dunkel es – und sicher hat das was damit zu tun, dass wir im Dunkeln gesungen haben. – Ich weiß dass ich mein Glück finde. Mein Vater sagt, dass die Nacht rein optisch schon dunkel ist, es aber Gefühle gibt, die Lichtstrahlen erzeugen und dann ist das Dunkle nicht mehr dunkel. Und das ist dann ist Gute-Nacht-Lieder-Singen ein bisschen wie zaubern.

Die Texte des Brings Songs werden von Holger Pyka gelesen.

Tipp Holgers Adventskalender: https://youtu.be/cjQY7AyOFjw

Foto: Unviversal

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9 Minuten
Dieses mal gibt es einen Song von einem meiner absoluten Lieblingsalben – London Calling von The Clash - und in unserem Song geht es um fröhliche Revolution und kritisches Hinterfragen der Konsumwelt. Nachdem ich das Buch 4 Äpfel von David Wagner gelesen hatte, war mir klar, ich muss etwas mit diesem Song machen. Wie stark hängen wir an der Illusion, dass Geld Freiräume gibt, die kommt auch bei David Wagner vor, wenn er davon spricht, dass es so etwas wie eine Verpflichtung zum Einzukaufen. Aber das Einkaufen ist letztlich eine Täuschung, denn dabei wird der Verbraucher verbraucht – getäuscht, ausgenutzt. Warenemotionen ersetzen die wahren Emotionen – Wir sind in einer Welt der Dinge gelandet, in der alles zur Ware geworden ist – Shoppen als Erfüllung der Wünsche – daher stehen dann die Altkleiderberge – Eine Milliarde Kleidungsstücke hängen ungetragen in unseren Schränken – und weil viele Menschen in der Corona Zeit ihre Kleiderschränke aussortiert haben, steht der Altkleidermarkt vor dem Zusammenbruch.

Warum zahlt ihr Geld für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Kommt lieber zu mir – bei mir ist alles umsonst. – Jesaja 55,2

Was macht mich satt - wir leiden an unseren Abhängigkeiten in der Konsumentenwelt – oft sind wir „Lost in the Supermarket“– äußerlich sind wir frei – wir können uns alles zu jeder Zeit kaufen,  - aber wir täuschen uns selbst, weil wir meinen Lebenssinn ist Besitz, Vorteile, Prestige und Macht – alles Faktoren die eigentlich nichts mit uns direkt zu tun haben, weil sie außerhalb von uns stehen – wir suchen weiter – und konsumieren, Nahrungsmittel, Getränke, Drogen um die Leere zu füllen – aber wir sind ja von Innen unfrei und leer – und da muss die Veränderung ansetzen, da ist das Glück und der Sinn zu finden.

Jesus sagt dazu Mt 23,24: „Ihr blinden Führer, die ihr die Mücken aussiebt, das Kamel aber verschluckt.“ Wir kapieren einfach nicht was wichtig ist, wir verlieren uns im Klein – Klein

Warum zahlt ihr Geld für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Kommt lieber zu mir – bei mir ist alles umsonst. – Jesaja 55,2

Durch den Leistungsgedanken entfernen wir uns voneinander, wir werden immer einsamer, Jesaja spricht die Einladung aus satt zu werden, dadurch, dass man sich Zeit nimmt einfach so und Zeit verschenkt einfach so – das Rechnen hört auf und so hat die Liebe zueinander, die echten Beziehungen wieder Platz, wir brauchen Hände, die sich zueinander ausstrecken und nicht in das nächste Regal. 

Danke an George für die Text-Performance

Foto: Instagram @The Clash, Allan Tannenbaum

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8 Minuten
In dieser Folge erzählt uns Oli von seiner Geschichte mit dem Ärzte Song und wie er in diesem Podcast gelandet ist. Er zieht eine Verbindungslinie zwischen witzigen Texten, politischen Botschaften und den Losungen. Wir Christen sind Teil der „Heilung der Welt“ – und die beginnt mit dem Bekenntnis wie es Jeremia 17, 14 heißt: „Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ – und dann sind wir an der Reihe. Mit diesem Song im Kopf oder auch auf den Lippen, können wir anfangen christliche Verantwortung und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand zusammengehen zu lassen und vielleicht können wir die letzten Zeilen des Liedes Hurra, dann mit Überzeugung hören und mitsingen:„und überall wo man hinguckt, Liebe und Frieden und so.“

Liebe und Frieden haben ganz viel mit "Verbindung" zu tun – verbinden in dem Sinn von Kontakt/Verbindung oder aber auch „verbinden“ im Sinne von der Behandlung einer Wunde – etwas heilen. Auch wir können Verbinderinnen und Verbinder sein. - Wie können wir dafür sorgen, dass eine gesellschaftliche Wende hin zu Frieden, Liebe und Akzeptanz auch anders Denkender und Glaubender entsteht? Ohne Vorurteile, ohne total selbstbezogen nur auf sich zu schauen – sondern laut Hurra schreien, wenn es allen besser geht und die Freude wirklich echt ist, weil das Vergleichen mal Pause hat. Oli fordert uns im Podcast auf, loszulegen vielleicht lustig, vielleicht auch mit Ironie aber ANFANGEN! - in meinem Wohnort, in meiner Nachbarschaft, in meinem Freundeskreis, aber auch in den sozialen Medien. Es braucht laute und klare Stimmen der Vernunft und Toleranz. Die Ärzte sind dafür ein sehr gutes Beispiel, denn trotz allem Klamauk setzen sie sich immer wieder für Gerechtigkeit ein, unlängst in den Tagesthemen dafür, dass in der Corona-Krise auch die Künstlerinnen und Künstler nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Schaut auch mal auf die Instagram Accounts von Oli: @Oligella , @4Younity , @bauchgefuehlband - unter #songtag macht er auch eine tolle Aktion 

Foto: Jörg Steinmetz

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11 Minuten
In dieser Folge geht es um die Stopp Taste in unserer Pausenlosigkeit. Immer erreichbar sein, ein gefüllter Terminkalender und vielleicht sogar völlig erschöpft von der Arbeit zu kommen, als Beweis dafür lebendig zu sein. Gentleman möchte dies in Frage stellen – viel zu viel strömt auf uns ein, und wir können und dem in der digitalen Welt manchmal nur entziehen, wenn wir wirklich auf Stopp drücken und auch alles Digitale wirklich zur Seite legen. Der Feind der Entspannung vibriert eben manchmal direkt an unserem Körper in der Hosentasche.

Es geht also darum sich Zeit zu nehmen, für das was wirklich wichtig ist – und das bin ich vielleicht wirklich ICH selbst. Mal alles ausschalten, was mich ablenkt und zu überlegen auf was kommt es an, der Sonntag als Unterbrechung der Pausenlosigkeit und so in Kontakt mit der Kraftquelle des Lebens zu kommen, sagt Isabel, nicht immer nur Vollgas und Action, sondern auch mal erkennen, das Gott in der Stille ist, wie Nicolai in Bezug auf Psalm 46,10 sagt und schließlich erzählt Gunnar von der großen weiten Welt die es zu entdecken gilt und die eben nicht verpixelt ist.  Pause machen und dann zu planen, was mache ich digital und was eben nicht.

Das Digitale ist oft überwältigend und nimmt uns wie im Sturm gefangen, es reißt uns regelrecht mit – ABER 1.Könige 19,12 sagt in diesen ganzen heftigen Erscheinungen ist Gott nicht bei der persönlichen Begegnung mit Elija, sondern im stillen, sanften Sausen – also nur Mut – Drück mal kurz auf Stopp!

Isabel, Nicolai und Gunnar nehmen uns mit in ihre Geschichten vom Time out - vielen Dank dafür.

Besucht die drei doch mal bei Instagram: @isi_study_theo @pfarrerausplastik @pastor.engel oder unseren Künstler: @gentleman_official

Foto: Pascal Buenning

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8 Minuten
Ende Oktober erschien eine neue Bruce Springsteen Platte, schnell war klar, dass der Titelsong „Letter To You“ praktisch eine Podcast-Vorlage ist. Es geht um Leben und Tod, gute und schlechte Zeiten, Ängste und Zweifel, Hoffnung und Träume. Also um alles, worum es bei Bruce Springsteen immer geht. Und so schreibt uns in diesem Podcast Miriam Groß, Pfarrerin in New York einen akustischen Brief aus ihrer Stadt. Sie schenkt uns Einblicke auf normale Begegnungen, auf Beziehungsarbeit in schwierigen Covid Zeiten. Sie berichtet über Solidarität und Zusammenhalt, anstatt über Zerrüttung – ein Brief voller Hoffnungsstrahlen.

Im Song singt Bruce Springsteen von ganz unterschiedlichen Gefühlen, aber er geht in den Austausch mit der Empfängerin oder dem Empfänger seines Briefes, er öffnet sein Herz, vielleicht um etwas bei anderen zu bewegen oder einfach auch um sich selbst vor jemand anderem zu vergewissern, was in diesen Zeiten jetzt wichtig und angesagt ist.

Im Podcast hören wir sozusagen den akustischen Brief von Miriam aus New York, sie ist dort Pfarrerin, wie Bruce Springseen öffnet sie ihr Herz, um uns anzuregen unsere Herzen zu öffnen. Sie berichtet von ihrer Arbeit als Polizeiseelsorgerin und Gesprächen über Rassismus und sie erzählt von ermutigenden Erfahrungen als Helferin bei der jüdischen Tafel, wo sie bei der Essensausgabe mit Holocaust Überlebenden ins Gespräch kommt.

Überlegt mal, an wen würdet Ihr gerne einen Brief schreiben?

Die Songtexte hat Dr. Daniel Moore, Flint Michigan gelesen  - https://www.shilohmbcflint.org/Home

Miriam Groß bei Instagram: @mi_gross , Miriams Blog aus New York: https://miriamgross.blog

Foto Danny Clinch

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8 Minuten
Im Song von Bon Iver gibt es im ganzen Song  Zitate und Anspielungen die sich in irgendeiner Form mit Kapitalismuskritik beschäftigen – zum Beispiel das wiederkehrende Shed A Little Light – kommt von einem Song von James Taylor mit gleichem Titel – ein Licht werfen auf das, was wichtig ist – als Lichtblick wird dort Martin Luther King genannt – dieses Licht soll die Blickrichtung auf ein Füreinander richten.

Dann hat die Band Bruce Springsteen überzeugt mitzumachen, wenn man es weiß erkennt man ihn – sein Rufen ist etwas nach hinten gemixt, aber unverkennbar hört man ihn bei „Help is surley on his way“ rufen – das passt ja auch zu ihm dem Anwalt der Kleinen, der Aufbrüche und Ausbrüche aus engen Strukturen besingt – verkümmere nicht, wir sind Born to run.

Dann taucht auch noch die Figur der Martha auf, die manche vielleicht aus der biblischen Geschichte von Maria und Martha kennen – Martha erfüllt alle Erwartungen und beschwert sich später, Maria handelt nach ihrem Gefühl und missachtet die Erwartungen.

Schließlich wird im Titel noch auf die Abendmahlsbotschaft gespielt

Ate up all the cake

And they drank their own wine

They were always on the take

Der Titel ist im August diesen Jahres erschienen und hat mich seit dem nicht mehr losgelassen – immer habe ich gegrübelt, was sollen diese Puzzlestücke alles sagen?

Bon Iver entwickeln die Idee, wie ein Systemwandel aussehen könnte – sie setzten dem Kapitalismus ein System entgegen, wo wir aufeinander achten. Die Geschichte von Maria und Martha wird von ihnen weiter geschrieben – die müde Martha braucht Hilfe und Unterstützung sich einmal hinlegen zu können. Mit Hilfe des Bildes vom Abendmahl kommen Bon Iver zu der Erkenntnis, dass Freiheit immer auch Freiheit der anderen bedeutet – das ist nicht neu, es gab es schon bei Calvin und hieß dort gebundene Freiheit.

Also Freiheit bedeutet eben nicht „den ganzen Kuchen alleine zu essen“ auch wenn ich es kann, Freiheit ist auch die Einladung in dieser Freiheit achtsam zu sein – dass Martha, die durch ihre Arbeit Freiheit möglich macht auch mal eine Pause – Ruhe – bekommt.

In die Playlist habe ich Shed a little Light von James Taylor für Maria reingelegt und Born to run von Bruce Springsteen für Martha

Foto: Graham Tolbert & Crystal Quinn

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12 Minuten
In Folge 34  kommen die Taufsprüche meiner Enkel vor. Es geht somit auch um die Menschen, die vor mir geglaubt, gezweifelt, und gehofft haben Sie hatten manchmal  nicht mehr als Wörter und Mitmenschen, wenn es nicht mehr weiterging. Diese Wörter kommen durch Kommunikation, durch Miteinander ins Leben – und letzten Endes ist dann eigentlich ganz einfach – wir hoffen „Dein Reich komme“ und meinen damit Shalom, Frieden, Beziehungen, die stimmen – die Beziehung, die ich zu mir und meinem Leben habe, stimmt, die Beziehung, die ich zu meinen Mitmenschen und zur Welt um mich herum habe, stimmt und so entsteht eine stimmige Beziehung zu dem, was meinem Leben Sinn und Energie gibt – ich nenne das mal „Gott“ – aber wenn alles stimmt ist der Name fast egal.

„Hände kommen von allen Seiten, fangen an nach dir zu greifen, engen dich ein, versperren dir den Weg. Stimmen flüstern Unwahrheiten, ohne ein Gesicht zu zeigen, sie können und sie wollen dich nicht versteh'n“ so heißt es im Song – es gibt Mächte, die möchten mich zu sich rüberziehen, dann verliere ich aber mein Leben – „bleib bei den Dingen, die du liebst“ – also bleib bei den Sachen, wo die Beziehung stimmt, dann wirst du leben. 

Verschwende dich nicht, verbrenne dich nicht

An heißer Luft und schlechter Energie

Verschwende dich nicht, veränder dich nicht

Bleib bei den Dingen die du liebst

Für mich als Vater und mittlerweile Opa ist das im Grunde der Wunsch, den ich meinen Kindern und Enkeln mitgeben möchte. Sie sollen das Gefühl haben das Leben macht Sinn und ist keine Verschwendung. Madsen drücken das ganz toll in ihrem Song aus, alle möglichen Sachen greifen nach einem, wollen etwas, ziehen Energie. Da ist es wichtig Orientierung zu behalten – Taufsprüche können so eine Orientierung sein – 3 Enkel, 3 Taufsprüche, 3x Orientierung in der Welt – 3x Ermutigung sein Leben mit beiden Händen zu packen und es selbst zu leben und nicht nur aushalten!

Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. (Apg 18,9b-10a)

Denn Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2.Tim 1,7)

Gott ist Geist, wo aber der Geist Gottes ist, da ist Freiheit (2.Kor 3,17)

Die Bibeltexte liest Marei, die Songtexte Tobias, ich freue mich sehr, dass meine Tochter Pauline mitmacht.

Foto: Dennis Dirksen

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7 Minuten
Spread Your Wings – breite deine Flügel aus und warte auf den Rückenwind, die Fantasie, die Ermutigung die dich wegträgt aus der Chancenlosigkeit – die auf diese Chance warten können, Kraft bekommen, dass wir lossegeln wie Adler, dass unsere müden Knochen  wieder neue Energie bekommen.

Spread Your Wings – so wie Sammy im Song glaubt, dass der Putzlappen nicht die Zielflagge des Lebens ist, sondern, dass es etwas zu entdecken gibt. Ich muss nicht auf ewig, in meinem Lebensgefängnis stecken bleiben

Jesaja hat seinen Leuten gesagt (Jesaja 40,29-31): Hey, sagt Gott, lass dich von mir mitnehmen, komm wir heben zusammen ab, damit du mal rauskommst aus dem ganzen Mist, ich zieh dich hoch aus allem was dich runterzieht. Reg dich nicht auf und komm zur Ruhe – Spüre wohin es uns tragen will – und keine Angst – auch mit kleinen ungeübten Flügeln geht das.

In Gedanke 3 gibt es dann für euch alle die Einladung eine Runde mitzufliegen und dabei über Möglichkeiten und Kraft nachzudenken, das ist besser als über die Arschlöcher in der Emerald Bar, oder in Babylonien, oder in deinem Leben, nachzugrübeln, die mir den Plan für mein Leben diktieren wollen und mich eigentlich nur runterziehen möchten.

Den Text in Gedanke 3 liest Paulus

Foto: Universal Music

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8 Minuten
Mit dieser Folge kommt unsere Auseinandersetzung Trilogie zum Ende Folge 30 "Weil ma su schnell nit kapott jeht" Folge 31 Nicht gleich die Wut wegwischen, sondern schauen woher sie kommt und jetzt - sich den Verletzungsgeschichten stellen. Wir können unsere gemeinsame Erinnerungslandschaft betreten und dabei in den Schuhen der Anderen laufen.  Gefühle wie Leid, Trauer und Enttäuschung muss ich auf mich herunterregnen lassen, vielleicht auch durchnässt im Gewitter stehen. Angst vor Trennung und  Zerrüttung gehören eben auch zum Leben dazu.

Auseinandersetzungen können aber zu einem Ort der Heilung werden. Wenn man sich dort mit vertauschten Rollen und mit Verständnis begegnet – wie es so schön heißt in den Schuhen des anderen laufen.  Im Grunde stand Jesu Wirken immer im Zusammenhang mit Versöhnungsbemühungen. Er setzte sich mit Sünderinnen und Sündern an einen Tisch, so schenkt er neuen Leben – eine neue Chance für jede und jeden!

Die Songtexte werden von Henning Kober gelesen. http://www.henning-kober.de/

Foto: Robert Grischek

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8 Minuten
In dieser Folge geht es um Annes Lieblings Fuck You Song. - Fuck You! sagen oder unsere Wut beinhalten eine Energie. Bei der Wut geht es nicht darum, Dinge kaputt zu machen, Beziehungen zu zerschlagen, oder sich dauerhaft schmollend an den Rand zu stellen und nur noch zu meckern. Vielmehr ist es wichtig, in sich reinzuhorchen und nicht zu früh Dinge als vergeben und vergessen hinzustellen, wenn sie doch eigentlich noch in uns nagen. Gerade in der Kirche reden wir so gerne schnell von Vergebung. Von der befreienden Macht der Versöhnung. Und vergessen dabei manchmal, dass Gefühle, die da sind, verlangen, gefühlt zu werden.

„Not ready to make nice“, das heißt auch: Dass man nicht immer um den großen Knall herum schleichen kann; sondern dass es manchmal besser ist, miteinander mitten hindurch zu gehen. Das braucht Zeit. Und die Bereitschaft, die Kraft der Wut auszuhalten. – Wie wir ja auch letzte Woche gelernt haben: „Weil ma su schnell nit kapott jeht“

Anne und ich finden, The Chicks können mit ihrem Song Mut geben – auch selbst zu sagen: brav? Jetzt noch nicht, meine Wut braucht noch etwas Zeit.

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13 Minuten
Folge 30 ist ein wieder ein kölsches Lied und wie viele dieser Lieder ist es voller Herzenswärme und Zuspruch.

Immer noch do ist so etwas wie ein Segenslied - Segen bedeutet ja auf lateinisch Benedictio – also etwas Gutes sagen und hier wird beschrieben, wie gut es ist, wenn es Menschen gibt die sagen: Ja, ich bin immer noch da, für dich EGAL ob Narben, Fehler, himmelhoch jauchzend oder auf die Schnauze gefallen und betrübt.

So ist für mich das Lied "Immer noch do" von Kasalla das Wichtige im Leben in Töne gefasst, Freundschaft, füreinander da sein, einen Schritt aus dem Alltag gehen - alles zusammen in etwas mehr als 4 Minuten, aber ich will mir nicht selbst erzählen müssen, warum der Song toll ist.

Als Lehrer und Pfarrer ist man immer schnell dabei "Recht zu haben" und vielleicht auch "Recht zu sprechen", daher ist es für mich als Berufsschulpfarrer immer wieder gut anderen Menschen zu zu hören.

Ich darf Ernst Mörs, einem legendären Gastwirt,  zuhören, der erklärt, wie die Atmosphäre in einer Kneipe entsteht, damit sich das in einer Kneipe ereignen kann, wovon Kasalla singen. 

Ich darf Georg Hinz zuhören, Kulturreferent des Kölner Domforums und Mitbegründer von Loss mer singe, der vom Zusammengehörigkeitsgefühl und seiner segensreichen Kraft spricht.

https://www.domforum.de

http://www.lossmersinge.de

Und ich darf Holger Pyka zuhören, der den Satz "Weil ma su schnell nit kapott jeht" verwendet um über die Bejahung von Scheiße zu sprechen, Narben und Fehler gehören dazu, müssen aber einen Menschen nicht runterziehen. "Weil ma su schnell nit kapott jeht" kann auch Mut geben in eine Auseinandersetzung zu gehen und für Klärung zu sorgen, daran geht man so schnell nicht kaputt und vielleicht ist es hinterher sogar besser als vorher

https://ev-uo.de/ueber-uns/team/holger-pyka/

Die Texte werden von Moni gelesen

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