7 Tage 1 Song Archiv
344 Episoden
13 Minuten
In der aktuellen Podcast-Folge geht es um den Song „Baraye“ des iranischen Künstlers Shervin Hajipour. Er hat diesen Song aus Twitter-Tweets zusammengebaut. Er singt sein Lied aus Solidarität für die iranischen Frauen und für alle, die sich für die Freiheit und Akzeptanz einsetzen. Der Song ging um die Welt. Hier einige Zeilen in deutscher Übersetzung:
Damit es erlaubt ist, auf den Straßen zu tanzen.
Dafür, dass wir Angst haben wenn wir uns küssen.
Für meine Schwester, Deine Schwester
unsere Schwestern,
damit wir die faulenden Gedanken ändern können
für die Frauen, das Leben, die Freiheit,
für die Freiheit für die Freiheit für die Freiheit
Frau, Leben, Freiheit!
Der Wahlspruch der Bewegung im Iran stellt die Frau in den Mittelpunkt und verwendet gewaltfreie, lebensbejahende Begriffe. In den monotheistischen Religionen hängen Frau und Leben eng miteinander zusammen – so bedeutet Eva „Leben“. Wenn ich das weiterdenke: Frau und Leben bringt nur dann einer Gesellschaft Freiheit, wenn ich die Frauen leben lasse und zwar in Freiheit leben lassen. Frau, Leben, Freiheit bedeutet keine Gewalt, keine Bevormundung – wenn man so will macht Gewalt – die Unterdrückung der Freiheit - eine Gesellschaft unfruchtbar, steril – Mitgefühl, Solidarität und Liebe bringt etwas zur Welt, diese Werte sind fruchtbar – durch diese Werte entsteht neues Leben.
So singt Shervin Hajipour:
für die Frauen, das Leben, die Freiheit,
für die Freiheit für die Freiheit für die Freiheit
Über Kim Herrmann und ihre ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit haben in dieser Folge 3 iranische Frauen mitgemacht, sie berichten von ihren Erfahrungen und erzählen, was ihnen dieses Lied bedeutet.
Foto Mohammad Nasiri
Homepage: https://7tage1song.de
Playlist Podcast und Song: https://open.spotify.com/playlist/20KHRuuW0YqS7ZyHUdlKO4?si=b6ea0b237af041ec
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Facebook: https://www.facebook.com/pg/7tage1song/
Kontakt: post@7tage1song.de
Link zum Song: https://songwhip.com/shervinhajipour/baraye2022
Spotify Playlist: https://open.spotify.com/playlist/0M5tOXTC0lM8RVycUBQnjy?si=idKC-CFaRp2ZD992gvWvsQ
Damit es erlaubt ist, auf den Straßen zu tanzen.
Dafür, dass wir Angst haben wenn wir uns küssen.
Für meine Schwester, Deine Schwester
unsere Schwestern,
damit wir die faulenden Gedanken ändern können
für die Frauen, das Leben, die Freiheit,
für die Freiheit für die Freiheit für die Freiheit
Frau, Leben, Freiheit!
Der Wahlspruch der Bewegung im Iran stellt die Frau in den Mittelpunkt und verwendet gewaltfreie, lebensbejahende Begriffe. In den monotheistischen Religionen hängen Frau und Leben eng miteinander zusammen – so bedeutet Eva „Leben“. Wenn ich das weiterdenke: Frau und Leben bringt nur dann einer Gesellschaft Freiheit, wenn ich die Frauen leben lasse und zwar in Freiheit leben lassen. Frau, Leben, Freiheit bedeutet keine Gewalt, keine Bevormundung – wenn man so will macht Gewalt – die Unterdrückung der Freiheit - eine Gesellschaft unfruchtbar, steril – Mitgefühl, Solidarität und Liebe bringt etwas zur Welt, diese Werte sind fruchtbar – durch diese Werte entsteht neues Leben.
So singt Shervin Hajipour:
für die Frauen, das Leben, die Freiheit,
für die Freiheit für die Freiheit für die Freiheit
Über Kim Herrmann und ihre ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit haben in dieser Folge 3 iranische Frauen mitgemacht, sie berichten von ihren Erfahrungen und erzählen, was ihnen dieses Lied bedeutet.
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9 Minuten
Ich habe das Buch “Die Ewigkeit ist ein guter Ort” von Tamar Noort gelesen. Und bin begeistert. In dem Buch befällt die angehende Pastorin Elke eine “Gottesdemenz” - Glaubenssätze fallen ihr nicht mehr ein. Ihr vorgezeichneter Weg als Pastorentochter gerät da mal so richtig durcheinander. Das, was bisher Gewissheit und Halt gegeben hat, ist auf einen Schlag nicht mehr greifbar, nicht mehr verfügbar.
Ich kenne das Gefühl auch bei mir – Glauben ist schon etwas sehr zerbrechliches, der Glaube ist mal da und mal nicht. Oder auch, wenn ich ihn dann mal so gerne richtig packen würde, dann ist Glaube wie nasse Seife, das flutscht dann einfach weg. Aber dann ist Glaube auch wieder überraschend und taucht einfach so auf, wo ich es nicht erwartet habe. Und von diesen Dingen handelt das Buch.
Ich würde hier natürlich nicht über das Buch reden, wenn es nicht auch etwas mit einem Song zu tun hätte. Am Ende des Buches kommt der Song “Anthem” von Leonard Cohen in einer Predigt von Elke vor. Eine bekannte Zeile im Song lautet:
There is a crack, a crack in everything
That's how the light gets in
Es besteht Hoffnung. Auch wenn etwas kaputt geht – wenn mein Glaubenssystem oder mein Lebensmodell einen Riss bekommt, dann ist da auch eine Chance, dass durch vorher festes und stabiles auf einmal ein neues ein anderes Licht zu mir durchscheinen kann.
Tamar Noort sagt zu ihrem Buch: “Mich hat interessiert, was passiert, wenn man diese Orientierungspunkte im Leben wegnimmt und sich selber schaffen muss: Woran glaube ich und woran orientiere ich mich?“
Elke im Buch muss Trauerarbeit leisten, sie muss im Buch ganz viele Trümmerstücke umschichten, die bei ihr so rumlagen – irgendwie setzt sich Elke im Buch wieder neu zusammen – und ich finde es mutmachend, wenn die Pastorin im Buch betet: “Gott, verdammte Kackscheiße, wo zur Hölle steckst du?” - Ja, so darfst Du beten – ich muss mich nicht verstellen im Gebet – ein Gebet ist kein “perfect offering” - beten kann bedeuten: Gott die Trümmer des eigenen Lebens krachend vor die Füße zu werfen.
Im Buch “verliert” Elke ihren alten Gott – und irgendwie ist das erst erschreckend – aber dann entsteht da eben auch dieser “freie Raum”, da wo vorher der “alte Gott” war – freier Raum kann Angst machen, aber es ist auch eine Chance – es ist ein Raum, der ist frei der ist offen für neues.
Ein Interview zum Buch https://youtu.be/nLMZ2P5nNOk
Noch ein Bericht: https://www.ardmediathek.de/video/hallo-niedersachsen/tamar-noort-die-autorin-aus-barskamp/ndr-niedersachsen/Y3JpZDovL25kci5kZS9mMDA3NDMwYi0wYmRiLTQ1ODMtYTkyMy0wOTVjYzk5MmFlNmY
Foto mrbill78636
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Link zum Song: https://songwhip.com/leonard-cohen/anthem1992
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Ich kenne das Gefühl auch bei mir – Glauben ist schon etwas sehr zerbrechliches, der Glaube ist mal da und mal nicht. Oder auch, wenn ich ihn dann mal so gerne richtig packen würde, dann ist Glaube wie nasse Seife, das flutscht dann einfach weg. Aber dann ist Glaube auch wieder überraschend und taucht einfach so auf, wo ich es nicht erwartet habe. Und von diesen Dingen handelt das Buch.
Ich würde hier natürlich nicht über das Buch reden, wenn es nicht auch etwas mit einem Song zu tun hätte. Am Ende des Buches kommt der Song “Anthem” von Leonard Cohen in einer Predigt von Elke vor. Eine bekannte Zeile im Song lautet:
There is a crack, a crack in everything
That's how the light gets in
Es besteht Hoffnung. Auch wenn etwas kaputt geht – wenn mein Glaubenssystem oder mein Lebensmodell einen Riss bekommt, dann ist da auch eine Chance, dass durch vorher festes und stabiles auf einmal ein neues ein anderes Licht zu mir durchscheinen kann.
Tamar Noort sagt zu ihrem Buch: “Mich hat interessiert, was passiert, wenn man diese Orientierungspunkte im Leben wegnimmt und sich selber schaffen muss: Woran glaube ich und woran orientiere ich mich?“
Elke im Buch muss Trauerarbeit leisten, sie muss im Buch ganz viele Trümmerstücke umschichten, die bei ihr so rumlagen – irgendwie setzt sich Elke im Buch wieder neu zusammen – und ich finde es mutmachend, wenn die Pastorin im Buch betet: “Gott, verdammte Kackscheiße, wo zur Hölle steckst du?” - Ja, so darfst Du beten – ich muss mich nicht verstellen im Gebet – ein Gebet ist kein “perfect offering” - beten kann bedeuten: Gott die Trümmer des eigenen Lebens krachend vor die Füße zu werfen.
Im Buch “verliert” Elke ihren alten Gott – und irgendwie ist das erst erschreckend – aber dann entsteht da eben auch dieser “freie Raum”, da wo vorher der “alte Gott” war – freier Raum kann Angst machen, aber es ist auch eine Chance – es ist ein Raum, der ist frei der ist offen für neues.
Ein Interview zum Buch https://youtu.be/nLMZ2P5nNOk
Noch ein Bericht: https://www.ardmediathek.de/video/hallo-niedersachsen/tamar-noort-die-autorin-aus-barskamp/ndr-niedersachsen/Y3JpZDovL25kci5kZS9mMDA3NDMwYi0wYmRiLTQ1ODMtYTkyMy0wOTVjYzk5MmFlNmY
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12 Minuten
Mit dem Song „Brand New Start“ von Paul Weller möchte ich diese Woche Dorothee Sölles 20.Todestag würdigen. Für mich war Dorothee Sölle so etwas wie ein brandneuer Start Theologie, ganz neu und erfrischend „anders“ zu sehen. Immer wieder kritisierte sie Allmachtsvorstellungen und verknüpfe ihre Kritik an politischen Missständen mit theologischen Inhalten. Sie fragte und forderte immer dieses „mehr“ an Leben. Da muss doch mehr zu finden sein in diesem Leben – dieses mehr nennen Paul Weller und Dorothee Sölle Liebe.
There's somewhere else I should be
There's someone else I can't see
There's something more I can find
There's only love to me
Mit all dem war Dorothee Sölle unbequem für die Kirchenleitung ihrer Zeit. Und das war auch gut so. Weil die evangelische Kirche eben kein Lehramt hat, sondern gemeinsam nach G*ttes Wort fragt. Unsere Kirche lebt davon, dass es kritische Denker*innen wie sie gibt. „Freie Geistesmacht“, so nennt das etwa der Theologe Schleiermacher. „Prophetinnen“ nannte man das früher.
Ich freue mich sehr, dass mit Thorsten Latzel, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, ein Vertreter der Kirchenleitung, Dorothee Sölle würdigt.
Als theologische Spezialistin unterstützt mich Swantje Amelung, sie promoviert zur Verbindung von Glauben und politischer Aktion bei Dorothee Sölle und Helmut Gollwitzer. Hier dreht sich vieles um die Fragen: Wie nah ist uns eigentlich der Himmel und G*tt? Können wir hier auf der Erde aufräumen, das wegmachen, was ein gutes Leben verhindert. Die Frage nach einem guten Leben hängt für Dorothee Sölle immer mit der Frage nach Gerechtigkeit zusammen. Ihr ganzes Leben und ihre Theologie waren mit dieser Frage verbunden. Im Paul Weller Song heißt es:
I'm gonna clear up my earth
And build a heaven off the ground
Not something distant on a cloud
But something real to me
Swantje beschreibt in Gedanke 2 und 3 in welcher Weise Dorothee Sölle unterwegs zu einer neuen Welt – zum Reich G*ttes war. Für Sölle ist eine zweckfreie, antiautoritäre Liebe wichtig, die Hierarchien abbaut. Die Liebe zwischen Menschen und die Liebe Gottes zum Menschen und des Menschen zu G*tt. Das ist hier keine Romantik, sondern eine Empfindsamkeit, ein Gefühl der Verbundenheit mit allem Lebendigen. Diese Liebe macht empfindlich für Strukturen der Gewalt und wird solidarisch mit Menschen, die von Ungerechtigkeiten betroffen sind. Sölle kann in Liebe und arbeiten sagen: „Je stärker die Liebe, desto stärker auch die revolutionäre Kraft!“. Liebe ist bei Sölle untrennbar mit Gerechtigkeit verbunden. Ohne Gerechtigkeit verliert Liebe ihre Glaubwürdigkeit.
Foto Universal Music
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There's somewhere else I should be
There's someone else I can't see
There's something more I can find
There's only love to me
Mit all dem war Dorothee Sölle unbequem für die Kirchenleitung ihrer Zeit. Und das war auch gut so. Weil die evangelische Kirche eben kein Lehramt hat, sondern gemeinsam nach G*ttes Wort fragt. Unsere Kirche lebt davon, dass es kritische Denker*innen wie sie gibt. „Freie Geistesmacht“, so nennt das etwa der Theologe Schleiermacher. „Prophetinnen“ nannte man das früher.
Ich freue mich sehr, dass mit Thorsten Latzel, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, ein Vertreter der Kirchenleitung, Dorothee Sölle würdigt.
Als theologische Spezialistin unterstützt mich Swantje Amelung, sie promoviert zur Verbindung von Glauben und politischer Aktion bei Dorothee Sölle und Helmut Gollwitzer. Hier dreht sich vieles um die Fragen: Wie nah ist uns eigentlich der Himmel und G*tt? Können wir hier auf der Erde aufräumen, das wegmachen, was ein gutes Leben verhindert. Die Frage nach einem guten Leben hängt für Dorothee Sölle immer mit der Frage nach Gerechtigkeit zusammen. Ihr ganzes Leben und ihre Theologie waren mit dieser Frage verbunden. Im Paul Weller Song heißt es:
I'm gonna clear up my earth
And build a heaven off the ground
Not something distant on a cloud
But something real to me
Swantje beschreibt in Gedanke 2 und 3 in welcher Weise Dorothee Sölle unterwegs zu einer neuen Welt – zum Reich G*ttes war. Für Sölle ist eine zweckfreie, antiautoritäre Liebe wichtig, die Hierarchien abbaut. Die Liebe zwischen Menschen und die Liebe Gottes zum Menschen und des Menschen zu G*tt. Das ist hier keine Romantik, sondern eine Empfindsamkeit, ein Gefühl der Verbundenheit mit allem Lebendigen. Diese Liebe macht empfindlich für Strukturen der Gewalt und wird solidarisch mit Menschen, die von Ungerechtigkeiten betroffen sind. Sölle kann in Liebe und arbeiten sagen: „Je stärker die Liebe, desto stärker auch die revolutionäre Kraft!“. Liebe ist bei Sölle untrennbar mit Gerechtigkeit verbunden. Ohne Gerechtigkeit verliert Liebe ihre Glaubwürdigkeit.
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9 Minuten
Die bekannteste Stelle im Lied dieser Woche ist sicher das: "Lalalallalala" – kaum ist es zu hören, schon hat der Song einen gepackt – so einfach, so fantastisch
Ich bin ein Passagier, und ich fahre und fahre und fahre
Iggy Pop ist in den 70er Jahren – tagelang planlos in Berlin mit der S-Bahn gefahren.
Iggy Pop setzt sich in die Bahn und lässt sich als Passagier durch die Gegend fahren, dabei erholt er sich von den ganzen Exzessen, die er so durchgemacht hat.
Es ist ein Song über das Leben und ein Song über die Freundschaft – mit ihm in Berlin war David Bowie, mit ihm zusammen hat er dort mehrere Alben aufgenommen, auch „Lust for Life“ auf dem unser Song zu finden ist.
Der Song selbst entstand auf einer dieser S-Bahn Fahrten. In der S-Bahn schrieb Iggy den Text -
Gitarrist Rick Gardiner komponierte das Riff, David Bowie sang im Background-Chor – und fertig war der Song.
Und bis heute wirft der Song Fragen auf: Wohin geht der Zug deines Lebens? Bist du zufrieden? Nimmst du dein Leben an, wie es ist? Was ist schöne Fassade, was ist bittere Wirklichkeit, Wie sieht es hinter den Fassaden aus? Alles nur schöner Schein? Öffnet sich für dich auch manchmal der Himmel?
„Ich bin ein Passagier, und ich fahre und fahre und fahre
vorbei an den rückwärtigen Fassaden der Stadt. Ich sehe die Sterne hervorbrechen,
ich bin unter Glas, sehe den leuchtenden, tiefen Himmel,
einen Riss im Himmel über der Stadt, und alles sieht gut aus heute Nacht!“
Das Ziel ist dann in meinen Augen nichts Materielles - sondern es ist das, was in Beziehung entsteht - das was uns zusammen singen lässt Iggy und David - mich und dich.
Für Iggy Pop in Berlin war es wichtig einen Freund, einen Mitreisenden zu haben– einen der mal fragt, wo bist du gewesen, jemand der ausgelassen mit einem mitsingt, so wie in diesem Lied. Ich denke solche Beziehungen, Freundschaften können den Blick für etwas öffnen, was über diese Welt hinausgeht. Und auch Mut machen auch vor die Tore der Stadt – in die Unsicherheit zu gehen.
Sicher muss man nicht so viel Risiko nehmen wie Iggy Pop, aber es ist wichtig loszufahren, durch die Stadt die sich mein Leben nennt und alles sehen - die Erfolge, das tolle und die Schmach, die Niederlagen, das Scheitern – beides wird vorbei gehen. Und merk dir – unterwegs sein bedeutet auch immer wieder mal den eingeschlagenen Weg zu verlassen.
Ich bin nur ein Gast, ein Durchgangsreisender auf Erden sagt die Bibel. Immer unterwegs zu neuen Ufern, neuen Orten, neuen Begegnungen. Wie wunderbar ist es, wenn es ein Danklied sein kann, ein leichtes, verspieltes „Lalala“, das mich begleitet - auch auf der letzten Fahrt zur Endstation… und keine Angst - "everything was made for you and me".
Denn es ist alles für dich und mich gemacht
Foto Universal Music
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Kontakt: post@7tage1song.de
Link zum Song: https://songwhip.com/iggy-pop/the-passenger
Spotify Playlist: https://open.spotify.com/playlist/0M5tOXTC0lM8RVycUBQnjy?si=idKC-CFaRp2ZD992gvWvsQ
Ich bin ein Passagier, und ich fahre und fahre und fahre
Iggy Pop ist in den 70er Jahren – tagelang planlos in Berlin mit der S-Bahn gefahren.
Iggy Pop setzt sich in die Bahn und lässt sich als Passagier durch die Gegend fahren, dabei erholt er sich von den ganzen Exzessen, die er so durchgemacht hat.
Es ist ein Song über das Leben und ein Song über die Freundschaft – mit ihm in Berlin war David Bowie, mit ihm zusammen hat er dort mehrere Alben aufgenommen, auch „Lust for Life“ auf dem unser Song zu finden ist.
Der Song selbst entstand auf einer dieser S-Bahn Fahrten. In der S-Bahn schrieb Iggy den Text -
Gitarrist Rick Gardiner komponierte das Riff, David Bowie sang im Background-Chor – und fertig war der Song.
Und bis heute wirft der Song Fragen auf: Wohin geht der Zug deines Lebens? Bist du zufrieden? Nimmst du dein Leben an, wie es ist? Was ist schöne Fassade, was ist bittere Wirklichkeit, Wie sieht es hinter den Fassaden aus? Alles nur schöner Schein? Öffnet sich für dich auch manchmal der Himmel?
„Ich bin ein Passagier, und ich fahre und fahre und fahre
vorbei an den rückwärtigen Fassaden der Stadt. Ich sehe die Sterne hervorbrechen,
ich bin unter Glas, sehe den leuchtenden, tiefen Himmel,
einen Riss im Himmel über der Stadt, und alles sieht gut aus heute Nacht!“
Das Ziel ist dann in meinen Augen nichts Materielles - sondern es ist das, was in Beziehung entsteht - das was uns zusammen singen lässt Iggy und David - mich und dich.
Für Iggy Pop in Berlin war es wichtig einen Freund, einen Mitreisenden zu haben– einen der mal fragt, wo bist du gewesen, jemand der ausgelassen mit einem mitsingt, so wie in diesem Lied. Ich denke solche Beziehungen, Freundschaften können den Blick für etwas öffnen, was über diese Welt hinausgeht. Und auch Mut machen auch vor die Tore der Stadt – in die Unsicherheit zu gehen.
Sicher muss man nicht so viel Risiko nehmen wie Iggy Pop, aber es ist wichtig loszufahren, durch die Stadt die sich mein Leben nennt und alles sehen - die Erfolge, das tolle und die Schmach, die Niederlagen, das Scheitern – beides wird vorbei gehen. Und merk dir – unterwegs sein bedeutet auch immer wieder mal den eingeschlagenen Weg zu verlassen.
Ich bin nur ein Gast, ein Durchgangsreisender auf Erden sagt die Bibel. Immer unterwegs zu neuen Ufern, neuen Orten, neuen Begegnungen. Wie wunderbar ist es, wenn es ein Danklied sein kann, ein leichtes, verspieltes „Lalala“, das mich begleitet - auch auf der letzten Fahrt zur Endstation… und keine Angst - "everything was made for you and me".
Denn es ist alles für dich und mich gemacht
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7 Minuten
You Got a Problem Without Knowing It
Ein Problem zu haben ohne es zu wissen – ist ja eine Umschreibung von Selbstgerechtigkeit – wie schnell wird das eigene Leben als „normal“ als Norm angesehen und alle außerhalb dieser Norm werden als „unnormal“ als weniger Wert angesehen. Das könnt ihr auch merken wie wir manchmal schimpfen: „wie behindert oder schwul ist das denn“
Manchmal kennen wie aber auch ein Problem und wollen es nicht wahr haben, weil es unseren Lebensstil stört "You got a fucked up mind" – Wir lügen uns dann unser Leben schön.
Heute reden wir im Podcast über das Problem der Sklaverei
Wir wissen es eigentlich für ganz viele Produkte unseres täglichen Bedarfs werden Menschen unter den schlimmsten Bedingungen ausgebeutet. Aber gerne tun wir so, als wüssten wir nichts von diesem Problem.
Expertin Sarah Vecera sagt im Podcast – die Ausbeutung funktioniert, weil wir wollen, dass es funktioniert. Wir haben einfach nicht aufgehört die schlimmen Strukturen von Kolonialismus und Sklaverei zu beenden. Das funktioniert weiter so „gut“ weil es in unserem Denken rassistische Strukturen gibt – die Menschen, die da ausgebeutet und ihrer Lebenschancen beraubt werden, sind eben nicht so schlau, nicht so zivilisiert oder was auch sonst noch alles, wie wir weißen gebildeten humanistischen Europäerinnen und Europäer.
You got a fucked up mind
Oh no, You got a problem without knowing it
Leider ignorieren wir dieses Problem gerne, obwohl wir es eigentlich kennen.
Um anzufangen müssten wir etwas gegen unsere Bequemlichkeit tun, unser Verhalten ändern und auch viel öfter über dieses Problem reden.
Also leg los – direkt vor deiner Haustür
Ich teste immer wieder Wettbewerbsideen der Bundeszentrale für politische Bildung dieser Podcast ist ein Ergebnis des erziehungswissenschaftlichen Gymnasiums des BBZ Grevenbroich.
Foto Andreas Langfeld
Homepage: https://7tage1song.de
Playlist Podcast und Song: https://open.spotify.com/playlist/20KHRuuW0YqS7ZyHUdlKO4?si=b6ea0b237af041ec
Instagram: https://www.instagram.com/7tage1song/
Facebook: https://www.facebook.com/pg/7tage1song/
Kontakt: post@7tage1song.de
Link zum Song: https://songwhip.com/the-baboon-show/you-got-a-problem-without-knowing-it
Spotify Playlist: https://open.spotify.com/playlist/0M5tOXTC0lM8RVycUBQnjy?si=idKC-CFaRp2ZD992gvWvsQ
Ein Problem zu haben ohne es zu wissen – ist ja eine Umschreibung von Selbstgerechtigkeit – wie schnell wird das eigene Leben als „normal“ als Norm angesehen und alle außerhalb dieser Norm werden als „unnormal“ als weniger Wert angesehen. Das könnt ihr auch merken wie wir manchmal schimpfen: „wie behindert oder schwul ist das denn“
Manchmal kennen wie aber auch ein Problem und wollen es nicht wahr haben, weil es unseren Lebensstil stört "You got a fucked up mind" – Wir lügen uns dann unser Leben schön.
Heute reden wir im Podcast über das Problem der Sklaverei
Wir wissen es eigentlich für ganz viele Produkte unseres täglichen Bedarfs werden Menschen unter den schlimmsten Bedingungen ausgebeutet. Aber gerne tun wir so, als wüssten wir nichts von diesem Problem.
Expertin Sarah Vecera sagt im Podcast – die Ausbeutung funktioniert, weil wir wollen, dass es funktioniert. Wir haben einfach nicht aufgehört die schlimmen Strukturen von Kolonialismus und Sklaverei zu beenden. Das funktioniert weiter so „gut“ weil es in unserem Denken rassistische Strukturen gibt – die Menschen, die da ausgebeutet und ihrer Lebenschancen beraubt werden, sind eben nicht so schlau, nicht so zivilisiert oder was auch sonst noch alles, wie wir weißen gebildeten humanistischen Europäerinnen und Europäer.
You got a fucked up mind
Oh no, You got a problem without knowing it
Leider ignorieren wir dieses Problem gerne, obwohl wir es eigentlich kennen.
Um anzufangen müssten wir etwas gegen unsere Bequemlichkeit tun, unser Verhalten ändern und auch viel öfter über dieses Problem reden.
Also leg los – direkt vor deiner Haustür
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9 Minuten
Auf dem Cover des neuen Albums von Megaloh sind drei Kreuze zu sehen – Stacheldrahtkreuze - Das hat mich gepackt. Ich finde das ein einfaches und ein ganz starkes Bild.
Megaloh singt, was Jesus vielleicht am Kreuz gedacht haben könnte:
Was hätte sein können, ist nichts geworden
Manches, was wir fühlen, können wir nicht beschreiben mit Worten
Ein guter Mensch - endet am Kreuz. Einer, der für andere da war, wird am Ende von allen verlassen, auch von seinen engsten Freunden. Und Gott antwortet ihm auch nicht. So jedenfalls erzählt es das älteste Evangelium in seiner Jesusgeschichte. War damit alles umsonst?
Niemand kann wissen, wie sich Jesus am Kreuz gefühlt hat. Unsere Evangelien schweigen darüber. Im Zentrum der Erzählungen steht etwas anderes: wofür Jesus gelebt hat und dann auch gestorben ist. Ob dieses Lebensprogramm aufgegriffen und von den Nachfolgern in die Tat umgesetzt wird, daran bemessen die Evangelien, ob Jesus gescheitert ist oder nicht.
Jesus ging es nicht darum sich selbst zu retten.
Ich denke – das ist einfach kaum zu verstehen – schon gar nicht für Menschen, die in den Strukturen des Größer und Stärker seins hängen – wer immer besser und toller sein will und so auf andere Menschen blickt – dem sagt Jesus: Vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lk 23,34)
Also: Drei Kreuze in einer Welt voller falscher Ideen, voller eingegrenzter Gebiete die mit Gewalt, Macht und auch mit handfesten Lügen verteidigt werden.
Aber die Botschaft ist nicht, „Gib auf“ und auch nicht „Hilf dir selbst“
Sondern: Niemand muss sich selbst retten.
Auch im totalen Scheitern schimmert ein Trotzdem – ein trotzdem Paradies
Manchmal kann alles zu viel sein
Mehr, als du verstehen kannst
Auch wenn du es noch nicht sehen kannst
Die Sonne wird wieder scheinen
Ich kann diese Sonne Liebe nennen, die mir in zärtlichen liebevollen Blicken entgegen leuchtet. Dies ist unbedingt die stellt keine Bedingungen, die bleibt auch, wenn dich andere hängen lassen – die bleibt wenn du sagt „Manchmal kann alles zu viel sein“
Die bewertet auch nicht nach: Was hätte sein können, ist nichts geworden – Bei Paulus hört sich das so an: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur kann uns von der Liebe scheiden. (Röm 8,38f)
Die Songtexte liest Annika
Link zu dem Bild der 3 Kreuze auf dem Cover:https://www1.wdr.de/radio/cosmo/musik/album-der-woche/megaloh-drei-kreuze-100.html
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Megaloh singt, was Jesus vielleicht am Kreuz gedacht haben könnte:
Was hätte sein können, ist nichts geworden
Manches, was wir fühlen, können wir nicht beschreiben mit Worten
Ein guter Mensch - endet am Kreuz. Einer, der für andere da war, wird am Ende von allen verlassen, auch von seinen engsten Freunden. Und Gott antwortet ihm auch nicht. So jedenfalls erzählt es das älteste Evangelium in seiner Jesusgeschichte. War damit alles umsonst?
Niemand kann wissen, wie sich Jesus am Kreuz gefühlt hat. Unsere Evangelien schweigen darüber. Im Zentrum der Erzählungen steht etwas anderes: wofür Jesus gelebt hat und dann auch gestorben ist. Ob dieses Lebensprogramm aufgegriffen und von den Nachfolgern in die Tat umgesetzt wird, daran bemessen die Evangelien, ob Jesus gescheitert ist oder nicht.
Jesus ging es nicht darum sich selbst zu retten.
Ich denke – das ist einfach kaum zu verstehen – schon gar nicht für Menschen, die in den Strukturen des Größer und Stärker seins hängen – wer immer besser und toller sein will und so auf andere Menschen blickt – dem sagt Jesus: Vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lk 23,34)
Also: Drei Kreuze in einer Welt voller falscher Ideen, voller eingegrenzter Gebiete die mit Gewalt, Macht und auch mit handfesten Lügen verteidigt werden.
Aber die Botschaft ist nicht, „Gib auf“ und auch nicht „Hilf dir selbst“
Sondern: Niemand muss sich selbst retten.
Auch im totalen Scheitern schimmert ein Trotzdem – ein trotzdem Paradies
Manchmal kann alles zu viel sein
Mehr, als du verstehen kannst
Auch wenn du es noch nicht sehen kannst
Die Sonne wird wieder scheinen
Ich kann diese Sonne Liebe nennen, die mir in zärtlichen liebevollen Blicken entgegen leuchtet. Dies ist unbedingt die stellt keine Bedingungen, die bleibt auch, wenn dich andere hängen lassen – die bleibt wenn du sagt „Manchmal kann alles zu viel sein“
Die bewertet auch nicht nach: Was hätte sein können, ist nichts geworden – Bei Paulus hört sich das so an: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur kann uns von der Liebe scheiden. (Röm 8,38f)
Die Songtexte liest Annika
Link zu dem Bild der 3 Kreuze auf dem Cover:https://www1.wdr.de/radio/cosmo/musik/album-der-woche/megaloh-drei-kreuze-100.html
Foto Universal Music
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8 Minuten
Ich finde in diesen Zeiten sollten mehr Anti-Kriegs Lieder gespielt werden und irgendwie sollten dann automatisch die Radios und Streaming Dienste bei diesen Nummern lauter werden und bei „War Pigs“ von Black Sabbath dann – allein schon wegen den Pigs im Titel „Sau-laut“.
Ein Text voller Wut gegen Kriegstreiber, gegen Menschen, die aus militärischen Auseinandersetzungen ihren Profit ziehen. Damals hatten Black Sabbath den Vietnamkrieg vor Augen. Vor kurzem erklärte Textdichter und Bassist Geezer Butler: „Traurig, dass meine Texte relevant bleiben. - Vielleicht sollten Größenwahnsinnige wie Putin noch einmal hinhören.“
Was fast schon nach purer Verzweiflung klingt, erfährt im weiteren Verlauf des Songs eine dramatische Kehrtwende. Wenn nämlich Sabbath-Shouter Ozzy Osbourne in die Zukunft schaut:
Er schildert das Jüngste Gericht.
Der Tag des Jüngsten Gerichts, an dem jeder Mensch von Gott Gerechtigkeit erfährt, ist wesentliches christliches Gedankengut. Und dass die, die ihre Schuld nicht bereuen, bildlich gesprochen „in der Hölle schmoren werden“, auch. Geezer Butler sagt in einem Interview: „Krieg ist der wahre Satanismus. Politiker sind die wahren Satanisten. Krieg ist einfach teuflisch und destruktiv. Das war, was ich sagen wollte!“
No more war pigs have the power
Hand of God has struck the hour
Was ist das eigentlich für eine Vision?
›War Pigs‹ ist ein frontaler Angriff gegen das Militär und seine menschenverachtenden Methoden. Am Ende steht die Hoffnung auf ausgleichende Gerechtigkeit – am Ende sollen die Opfer nicht noch einmal verlieren!
So wird hier das Jüngste Gericht nicht als kleinliche Abzählerei von Fehlverhalten oder sexuellen Verfehlungen geschildert– es geht auch nicht um irgendwelche dogmatische Prüfungen - gläubig oder ungläubig. Auch Gottesdienstbesuche werden nicht per göttlichen Fleißklebebildchen belohnt – sondern es geht darum, ob Gott, trotz aller gegenteiliger Erfahrungen, die wir hier auf der Erde machen, gerecht ist – „Gott wird die Tränen abwischen – die vor Trauer, Wut und Enttäuschung über Gott und den ungerechten Zustand der Welt geweint worden sind.“
Die englischen Texte liest George
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Link zum Song: https://songwhip.com/black-sabbath/war-pigs-live
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Ein Text voller Wut gegen Kriegstreiber, gegen Menschen, die aus militärischen Auseinandersetzungen ihren Profit ziehen. Damals hatten Black Sabbath den Vietnamkrieg vor Augen. Vor kurzem erklärte Textdichter und Bassist Geezer Butler: „Traurig, dass meine Texte relevant bleiben. - Vielleicht sollten Größenwahnsinnige wie Putin noch einmal hinhören.“
Was fast schon nach purer Verzweiflung klingt, erfährt im weiteren Verlauf des Songs eine dramatische Kehrtwende. Wenn nämlich Sabbath-Shouter Ozzy Osbourne in die Zukunft schaut:
Er schildert das Jüngste Gericht.
Der Tag des Jüngsten Gerichts, an dem jeder Mensch von Gott Gerechtigkeit erfährt, ist wesentliches christliches Gedankengut. Und dass die, die ihre Schuld nicht bereuen, bildlich gesprochen „in der Hölle schmoren werden“, auch. Geezer Butler sagt in einem Interview: „Krieg ist der wahre Satanismus. Politiker sind die wahren Satanisten. Krieg ist einfach teuflisch und destruktiv. Das war, was ich sagen wollte!“
No more war pigs have the power
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Was ist das eigentlich für eine Vision?
›War Pigs‹ ist ein frontaler Angriff gegen das Militär und seine menschenverachtenden Methoden. Am Ende steht die Hoffnung auf ausgleichende Gerechtigkeit – am Ende sollen die Opfer nicht noch einmal verlieren!
So wird hier das Jüngste Gericht nicht als kleinliche Abzählerei von Fehlverhalten oder sexuellen Verfehlungen geschildert– es geht auch nicht um irgendwelche dogmatische Prüfungen - gläubig oder ungläubig. Auch Gottesdienstbesuche werden nicht per göttlichen Fleißklebebildchen belohnt – sondern es geht darum, ob Gott, trotz aller gegenteiliger Erfahrungen, die wir hier auf der Erde machen, gerecht ist – „Gott wird die Tränen abwischen – die vor Trauer, Wut und Enttäuschung über Gott und den ungerechten Zustand der Welt geweint worden sind.“
Die englischen Texte liest George
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13 Minuten
The Dark Side of the Moon” wird 50 Jahre alt, aus diesem Grund habe ich mit Pfarrer Sebastian Schmidt aus Troisdorf diesen Podcast gemacht. Mit diesem Album wollten sich Pink Floyd mit den Zwängen auseinanderzusetzen, die Menschen auf der ganzen Welt davon abhalten, glücklich zu sein. Und so greifen die einzelnen Songs auf dem Album existentielle Fragen auf, die jede und jeden betreffen - sie Titel heißen „Atmen“, „Zeit“, „Geld“ oder auch „Wir und die anderen“.
Sebastian und ich finden es faszinierend, dass der Soziologe Hartmut Rosa in vielen seiner Schriften immer wieder auf Pink Floyd kommt. Er berichtet von Konzertbesuchen und auch von Songs, die ihm gefallen. Und irgendwie hängt das dann alles mit der Frage – „Was ist gutes Leben?“ – zusammen.
Ein gutes Leben ist da, wo ich Zeit habe mich mit Dingen vertraut zu machen, wo ich es schaffe, mitzuschwingen. Das gelingt aber immer weniger, Rosa nennt das Entfremdung – die Welt ist uns fremd geworden, weil wir die Zeit füreinander und miteinander verloren haben.
In Resonanzmomenten wird ein Mensch berührt, bewegt und fühlt sich verbunden. In diesem Moment kann die Frage: „Was mache ich hier eigentlich?“ beantwortet werden – und wo das passiert, da fühle ich mich wohl.
Mehr zu Hartmut Rosa https://www.deutschlandfunk.de/demokratie-braucht-religion-der-soziologe-hartmut-rosa-im-gespraech-dlf-bea5aa62-100.html
https://www.deutschlandfunkkultur.de/hartmut-rosa-resonanz-antwort-auf-die-kapitalistische-100.html
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Link zum Song: https://songwhip.com/pink-floyd/time
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Sebastian und ich finden es faszinierend, dass der Soziologe Hartmut Rosa in vielen seiner Schriften immer wieder auf Pink Floyd kommt. Er berichtet von Konzertbesuchen und auch von Songs, die ihm gefallen. Und irgendwie hängt das dann alles mit der Frage – „Was ist gutes Leben?“ – zusammen.
Ein gutes Leben ist da, wo ich Zeit habe mich mit Dingen vertraut zu machen, wo ich es schaffe, mitzuschwingen. Das gelingt aber immer weniger, Rosa nennt das Entfremdung – die Welt ist uns fremd geworden, weil wir die Zeit füreinander und miteinander verloren haben.
In Resonanzmomenten wird ein Mensch berührt, bewegt und fühlt sich verbunden. In diesem Moment kann die Frage: „Was mache ich hier eigentlich?“ beantwortet werden – und wo das passiert, da fühle ich mich wohl.
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12 Minuten
Am 16.Februar ist Tony Marshall gestorben. Kurz vor seinem Tod hat er den Song „Der letzte Traum“ aufgenommen.
Der letzte Traum ist immer noch in Farbe
In meiner Welt ist immer noch Musik
Und das Gefühl, das ich vom Leben habe
Es ist so groß, das meine Seele fliegt
Der letzte Traum wird mich noch lange tragen
Er fängt mich auf, was immer auch geschieht
Der Journalist Marc Raschke hatte sich darüber Gedanken auf Instagram gemacht und so sind wir miteinander ins Gespräch und er in den Podcast gekommen.
Der Tod von Tony Marshall hat ihn an Fernsehabende mit der Oma erinnert. An die Showtreppe. Wie wäre es, wenn wir alle so zwischendurch jede Treppe als Showtreppe für uns wahrnehmen würden?
Ein Tod von einer berühmten stilprägenden Person ist immer auch eine gute Gelegenheit die eigene Endlichkeit thematisieren – zu überlegen wer bin ich eigentlich und was will ich und was brauche ich – bei einem guten Schlager leuchtet die Ehrlichkeit durch die Inszenierung hindurch und so können auch diese Songs zu Herzenswärmern werden.
Ich verrate hier nicht die Originalversion des Songs – in Gedanke 2 wird es verraten.
Es ist schon eine emotionale Nummer und mit dem eigenen Ende vor Augen bekommt das dann alles noch mal eine Extraportion Schmalz – aber ich finde, es ist guter Schmalz und Schmalz auf dem Brot sorgt ja auch dafür das der Käse auf dem Brot bleibt – ich denke wir brauchen Emotionen, denn die halten Leib und Seele zusammen und dieses Lied zielt direkt auf die Seele. Ich denke, so manche und mancher, wird nach dem Song gedacht haben: „Hui hätte ich jetzt nicht gedacht, das mir das bei Tony Marshall passiert.“
Dieser Furchtlose Blick in die Augen der eigenen Endlichkeit von Tony Marshall funktioniert in meinen Augen, weil er für sich selbst etwas gefunden hat, das Stärker ist als der Tod. Insofern empfinde ich den Song als Hilfe das zu buchstabieren was Glauben ist.
Und wer mag kann hier mal schauen:
https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/tony-marshall-mein-letzter-traum/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE4MTA0MTU
oder auch hier:
https://www.reha-suedwest.de/mb/tony-marshall-stiftung/
über Marc Raschke:
https://agentur-blaulicht.de
Foto SWR/Kimmig/Kerstin Joensson
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Der letzte Traum ist immer noch in Farbe
In meiner Welt ist immer noch Musik
Und das Gefühl, das ich vom Leben habe
Es ist so groß, das meine Seele fliegt
Der letzte Traum wird mich noch lange tragen
Er fängt mich auf, was immer auch geschieht
Der Journalist Marc Raschke hatte sich darüber Gedanken auf Instagram gemacht und so sind wir miteinander ins Gespräch und er in den Podcast gekommen.
Der Tod von Tony Marshall hat ihn an Fernsehabende mit der Oma erinnert. An die Showtreppe. Wie wäre es, wenn wir alle so zwischendurch jede Treppe als Showtreppe für uns wahrnehmen würden?
Ein Tod von einer berühmten stilprägenden Person ist immer auch eine gute Gelegenheit die eigene Endlichkeit thematisieren – zu überlegen wer bin ich eigentlich und was will ich und was brauche ich – bei einem guten Schlager leuchtet die Ehrlichkeit durch die Inszenierung hindurch und so können auch diese Songs zu Herzenswärmern werden.
Ich verrate hier nicht die Originalversion des Songs – in Gedanke 2 wird es verraten.
Es ist schon eine emotionale Nummer und mit dem eigenen Ende vor Augen bekommt das dann alles noch mal eine Extraportion Schmalz – aber ich finde, es ist guter Schmalz und Schmalz auf dem Brot sorgt ja auch dafür das der Käse auf dem Brot bleibt – ich denke wir brauchen Emotionen, denn die halten Leib und Seele zusammen und dieses Lied zielt direkt auf die Seele. Ich denke, so manche und mancher, wird nach dem Song gedacht haben: „Hui hätte ich jetzt nicht gedacht, das mir das bei Tony Marshall passiert.“
Dieser Furchtlose Blick in die Augen der eigenen Endlichkeit von Tony Marshall funktioniert in meinen Augen, weil er für sich selbst etwas gefunden hat, das Stärker ist als der Tod. Insofern empfinde ich den Song als Hilfe das zu buchstabieren was Glauben ist.
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9 Minuten
In einem anderen Lied kann Thees Uhlmann singen „Wir singen, um uns zu erinnern.“ Und das ist ganz nah an unserem Lied der Woche. Thees Uhlmann erinnert sich an Dinge, die an einem 7.März passiert sind. Uns begleitet heute neben dem Song die Theologin Catherine Keller, sie ist Prozesstheologin – das bedeutet alle unsere Bilder – also auch die theologischen und die Bilder von G*tt verändern, vervielfältigen und entwickeln sich; und das, was wir uns in diesen Bildern vorstellen, wird als lebendiger Prozess erkannt.
Die Gleichzeitigkeit von so vielen Dingen, die kann uns verrückt machen. Manchmal schaffen wir es noch nicht einmal unser Handy wegzulegen, da wir Angst haben wir könnten auf diese Weise etwas verpassen. Was stürmt da alles auf uns ein.
Im Buch Hiob zeigt sich G*tt in einem Wirbelsturm und will Hiob zeigen, dass das eben Teil seiner manchmal chaotischen Welt ist. Catherine Keller deutet das interessant:
G*tt, der ‚Geist des Weltsturms‘ will nicht unser Leiden, sondern eine Welt, die als lebendiges, wirbelndes, offenes System besteht? Diese Welt ist zufällig unsere Schöpfung, die reale Welt mit ihren endlichen Geschöpfen, die leben, essen, riskieren, jubeln und sterben, eine Welt voller Veränderung und wechselseitiger Abhängigkeiten, in der das Leiden unvermeidlich ist. Diese Welt ist in ihrem Chaos so lebendig, dass sich immer wieder neues Leben ereignet. Deshalb kann, selbst für jemanden, der so tragisch verletzt wurde wie Ijob, neues Leben stattfinden.“ (Über das Geheimnis, S.118)
Es ist gut wenn wir in diesem Durcheinander Netze knüpfen, die uns halten.
Mit dabei im Podcast ist Dr. Farina Dierker, Referentin in der Frauenseelsorge im Bistum Osnabrück, sie knüpft in ihren Beiträgen Beziehungen zur amerikanischen Prozesstheologin Catherine Keller.
Foto: Ingo Pertrammer
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Die Gleichzeitigkeit von so vielen Dingen, die kann uns verrückt machen. Manchmal schaffen wir es noch nicht einmal unser Handy wegzulegen, da wir Angst haben wir könnten auf diese Weise etwas verpassen. Was stürmt da alles auf uns ein.
Im Buch Hiob zeigt sich G*tt in einem Wirbelsturm und will Hiob zeigen, dass das eben Teil seiner manchmal chaotischen Welt ist. Catherine Keller deutet das interessant:
G*tt, der ‚Geist des Weltsturms‘ will nicht unser Leiden, sondern eine Welt, die als lebendiges, wirbelndes, offenes System besteht? Diese Welt ist zufällig unsere Schöpfung, die reale Welt mit ihren endlichen Geschöpfen, die leben, essen, riskieren, jubeln und sterben, eine Welt voller Veränderung und wechselseitiger Abhängigkeiten, in der das Leiden unvermeidlich ist. Diese Welt ist in ihrem Chaos so lebendig, dass sich immer wieder neues Leben ereignet. Deshalb kann, selbst für jemanden, der so tragisch verletzt wurde wie Ijob, neues Leben stattfinden.“ (Über das Geheimnis, S.118)
Es ist gut wenn wir in diesem Durcheinander Netze knüpfen, die uns halten.
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10 Minuten
Mit zwei Jahren wusste Tim Petras, dass er ein Mädchen ist. Mit vier Jahren schrie er, er schneide sich "das Ding" jetzt ab. Die Mutter und der Vater suchten Hilfe und unterstützten ihr Kind. "Ich hatte halt Glück, dass meine Eltern das gemacht haben", sagt Kim Petras jetzt. "Und so viele Leute haben nicht das Glück." Die Großeltern distanzierten sich von den Eltern, Nachbarn beschimpften die Mutter als Hexe, bewarfen ihr Auto auf dem Weg zur Schule mit Eiern.
In der Schule wurde Petras "Transe" genannt, mal schlug ihr jemand ins Gesicht, mal pinkelte jemand in der Umkleidekabine auf ihre Sportsachen. Zu Hause fand sie Schutz in ihrem Kinderzimmer. An den Wänden hingen Poster, eine Wand für Britney Spears, eine für Paris Hilton. Petras hörte die Spice Girls, Kylie Minogue und Beyoncé. Sie las nach, wie ihren Stars der Durchbruch gelungen war, und sie schrieb Songs. "Ich habe mich immer so gefühlt, als könnte ich in Popwelten verschwinden, wenn ich keinen Bock hatte auf nichts." Sie tanzte vorm Spiegel und sang in eine Bürste. Sie lernte die Gesten ihrer Heldinnen. Sie fand Schutz im Pop.
Damals, als Hilton noch an ihrer Kinderzimmerwand hing, bekam Petras Hormone, als weltweit jüngster Patient -mit 12 Jahren. Mit 16, ebenfalls als jüngster Patient, folgte die Operation, die Tim körperlich vollends zu Kim werden ließ.
Im Video zu ihrem Hit "I Don't Want It at All", mehr als vier Millionen Aufrufe auf YouTube, kommt irgendwann die echte Paris Hilton durch Petras' Zimmertür.
Und jetzt begegnet Kim Petras anderen als Star, Menschen haben eine Geschichte mit ihr
Und aus dieser Erfahrung wie Musik ihr Hoffnung gegeben hat, entstand unser Song der Woche.
Mit im Podcast ist Alex Brandl bei Instagram @alpha.oh.mega, Pfarrer an der Olympiakirche in München und im Podcast „Gott or not“ des Sonntagsblattes zu hören.
Foto: Universal Music
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Link zum Song: https://songwhip.com/kim-petras/if-jesus-was-a-rockstar
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In der Schule wurde Petras "Transe" genannt, mal schlug ihr jemand ins Gesicht, mal pinkelte jemand in der Umkleidekabine auf ihre Sportsachen. Zu Hause fand sie Schutz in ihrem Kinderzimmer. An den Wänden hingen Poster, eine Wand für Britney Spears, eine für Paris Hilton. Petras hörte die Spice Girls, Kylie Minogue und Beyoncé. Sie las nach, wie ihren Stars der Durchbruch gelungen war, und sie schrieb Songs. "Ich habe mich immer so gefühlt, als könnte ich in Popwelten verschwinden, wenn ich keinen Bock hatte auf nichts." Sie tanzte vorm Spiegel und sang in eine Bürste. Sie lernte die Gesten ihrer Heldinnen. Sie fand Schutz im Pop.
Damals, als Hilton noch an ihrer Kinderzimmerwand hing, bekam Petras Hormone, als weltweit jüngster Patient -mit 12 Jahren. Mit 16, ebenfalls als jüngster Patient, folgte die Operation, die Tim körperlich vollends zu Kim werden ließ.
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Und jetzt begegnet Kim Petras anderen als Star, Menschen haben eine Geschichte mit ihr
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14 Minuten
Heute geht es um den Rockklassiker Hotel California der Gruppe Eagles. Mein Gast in dieser Folge ist Volker Lehnert, Pfarrer und Gitarrist in der 70er Jahre Cover-Rockband Highway 72. So fasziniert ihn besonders das legendäre Gitarrensolo in diesem Song. Der Text beschreibt eine verzweifelte, kaputte Welt, aber die Gitarren predigen Hoffnung gegen alle Hoffnung - also sagt die Musik unterschwellig etwas anderes als das, was der Text transportiert? Das gibt dem Song etwas Doppelsinniges - einerseits nämlich ist der Reisende aus dem Song gefangen in seinen eigenen Abgründen „You Can Never Leave It“ – er steckt in seiner Ausweglosigkeit fest - dies wird deutlich in der Zeile „It could be Hell“. Andererseits - lassen ihn die Hoffnung der Woodstock Zeit auch nicht mehr los, einmal von Love & Peace berührt kann man sich von diesen Idealen letztlich nicht mehr guten Gewissens lösen „You Can never leave it - it could be Heaven“. So beschreibt Hotel California den Menschen als Gefangenen in einem doppelten Sinne einerseits in seinen Abgründen und andererseits in seinen Hoffnungen.
Im Christentum wird gesagt, dass Jesus die Macht des Bösen gebrochen hat. Und zwar nicht mit einer Fixierung auf das Böse sondern mit einem vertrauensvollen Blick auf den Gott der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens. Und das schützt uns dann auch davor andere zu verteufeln und so verschwindet das Biest für einen Moment.
Wenn man die Textbotschaft des Songs kurz zusammenfassen möcte kann man sagen: „Überfluss macht arm“- Luxus benebelt den Verstand. Die Eagles sind eine der Bands, die die gnadenlose Vermarktung von Musik und deren Ideale mitbekommen haben. Die Musikindustrie begann alles zum Geschäft zu machen. Auf einmal ging es bei Musik eben oft nur noch ums Geld verdienen. Dieses Geld ist dann das Futter für das teuflische Biest – von dem es heißt, dass wir es nicht mehr killen können, wenn es losgelassen wurde. Dieses teuflische Biest des Profitstrebens ist dann auf einmal überall, es macht sich breit und bestimmt unsere Vollzüge.
Auch Ideale wie Love & Peace werden zur Marke gemacht und so zu einer Illusion denn auf einmal geht es auch bei Liebe und Frieden ums Geschäft.
Der amerikanische Religionsphilosoph Cornel West kritisiert in diesem Zusammenhang uns Menschen: Wenn wir gegen das Geld nicht aufstehen, dann landen wir in einer Hotel-Zivilisation – es geht dann nur noch um materielle Bedürfniserfüllung – und so bin ich am Ende wunschlos-unglücklich – diese Bequemlichkeit ist vielleicht das Böse, das teuflische, das mit dem „Beast“ in dem Song gemeint ist und so macht Überfluss arm.
Foto The Eagles Archives
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Link zum Song: https://songwhip.com/eagles/hotel-california
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Im Christentum wird gesagt, dass Jesus die Macht des Bösen gebrochen hat. Und zwar nicht mit einer Fixierung auf das Böse sondern mit einem vertrauensvollen Blick auf den Gott der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens. Und das schützt uns dann auch davor andere zu verteufeln und so verschwindet das Biest für einen Moment.
Wenn man die Textbotschaft des Songs kurz zusammenfassen möcte kann man sagen: „Überfluss macht arm“- Luxus benebelt den Verstand. Die Eagles sind eine der Bands, die die gnadenlose Vermarktung von Musik und deren Ideale mitbekommen haben. Die Musikindustrie begann alles zum Geschäft zu machen. Auf einmal ging es bei Musik eben oft nur noch ums Geld verdienen. Dieses Geld ist dann das Futter für das teuflische Biest – von dem es heißt, dass wir es nicht mehr killen können, wenn es losgelassen wurde. Dieses teuflische Biest des Profitstrebens ist dann auf einmal überall, es macht sich breit und bestimmt unsere Vollzüge.
Auch Ideale wie Love & Peace werden zur Marke gemacht und so zu einer Illusion denn auf einmal geht es auch bei Liebe und Frieden ums Geschäft.
Der amerikanische Religionsphilosoph Cornel West kritisiert in diesem Zusammenhang uns Menschen: Wenn wir gegen das Geld nicht aufstehen, dann landen wir in einer Hotel-Zivilisation – es geht dann nur noch um materielle Bedürfniserfüllung – und so bin ich am Ende wunschlos-unglücklich – diese Bequemlichkeit ist vielleicht das Böse, das teuflische, das mit dem „Beast“ in dem Song gemeint ist und so macht Überfluss arm.
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9 Minuten
Heute geht es um die Optimismushymne „Zukuft Pink“ von Peter Fox
Johanna di Blasi vom RefLab aus der Schweiz hat in einem interessanten Text darauf hingewiesen, dass unser Optimismus-Song fast zeitgleich mit dem „Climate Book“ von Greta Thunberg erschienen ist. Also „Zukunft Pink“ und „Angst vor Zukunftsverlust“ gleichzeitig.
Und spannend ist doch, ob wir gerade diese Gleichzeitigkeit als Herausforderung annehmen müssen.
Bei Greta Thunberg stehen Gerechtigkeit und Gleichheit im Zentrum ihres Lösungsvorschlags.
Und Gerechtigkeit und Gleichheit – die klingen ja auch bei Peter Fox an, nur kreisen da eben auch die Hüften. Also verbinden wir beides, kritisch bleiben aber den Spaß nicht zu kurz kommen lassen.
Auch das Thema kulturelle Aneignung spielt im Podcast eine Rolle.
Musik entsteht durch Inspiration, ich höre etwas, es gefällt mir und ich baue das in meine Musik ein. Eigentlich kein Problem – na ja, eben nur eigentlich: Ich denke bedenkenlos unterschiedliche Kulturen miteinander vermixen können wir erst, wenn wir die Kolonialgeschichte richtig aufarbeiten. Die ganze Popkultur lebt ja von der Verschmelzung, der Kombination und der Fusion von Musik, Mode usw.
Für Menschen, die aus Kulturen kommen, die jahrhundertelang unterworfen wurden und sich irgendwie auch heute noch an ihren Traumata abkämpfen, ist das Schwierige daran zu erkennen, ob es sich um einen Austausch auf Augenhöhe handelt oder unverschämten Diebstahl, den es eben jahrhundertelang gegeben hat. Etwas verwenden bedeutet dann immer: den Schmerz derer kennt, denen Freiheit, Würde und Kultur für nichts weggenommen wurde und sich dafür einsetzen, dass sich der Diebstahl nicht wiederholt.
Wenn sich also Künstlerinnen und Künstler von anderen inspirieren lassen, sollten sie sich darüber Gedanken machen, wie sie mit diesem Schatz aus anderen Kulturen in ihrem Werk umgehen, wie sie dem, was sie sich nehmen Respekt erweisen.
Auf Instagram schreibt Peter Fox: „Ich bin stolz, euch den Alliance-Remix zu „Zukunft Pink“ gemeinsam mit dem Präsidenten des südafrikanischen Amapiano, Focalistic, und der feinsten Auswahl weiterer Afro-Künstler*innen, die in Deutschland leben, zu präsentieren. Auf die Tanzfläche, los geht’s!!"
Darum geht es nämlich zusammen zu Tanzen und Gerechtigkeit für die Menschen – Power To The People!
Die Texte werden von Schülerinnen der EGY20A des @bbz_gv gelesen.
Link zum RefLab Artikel: https://www.reflab.ch/ich-seh-die-zukunft-pink/
Foto Felix Broede
Homepage: https://7tage1song.de
Playlist Podcast und Song: https://open.spotify.com/playlist/20KHRuuW0YqS7ZyHUdlKO4?si=b6ea0b237af041ec
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Kontakt: post@7tage1song.de
Link zum Song: https://songwhip.com/peter-fox/zukunft-pink-alliance-remix
Spotify Playlist: https://open.spotify.com/playlist/0M5tOXTC0lM8RVycUBQnjy?si=idKC-CFaRp2ZD992gvWvsQ
Johanna di Blasi vom RefLab aus der Schweiz hat in einem interessanten Text darauf hingewiesen, dass unser Optimismus-Song fast zeitgleich mit dem „Climate Book“ von Greta Thunberg erschienen ist. Also „Zukunft Pink“ und „Angst vor Zukunftsverlust“ gleichzeitig.
Und spannend ist doch, ob wir gerade diese Gleichzeitigkeit als Herausforderung annehmen müssen.
Bei Greta Thunberg stehen Gerechtigkeit und Gleichheit im Zentrum ihres Lösungsvorschlags.
Und Gerechtigkeit und Gleichheit – die klingen ja auch bei Peter Fox an, nur kreisen da eben auch die Hüften. Also verbinden wir beides, kritisch bleiben aber den Spaß nicht zu kurz kommen lassen.
Auch das Thema kulturelle Aneignung spielt im Podcast eine Rolle.
Musik entsteht durch Inspiration, ich höre etwas, es gefällt mir und ich baue das in meine Musik ein. Eigentlich kein Problem – na ja, eben nur eigentlich: Ich denke bedenkenlos unterschiedliche Kulturen miteinander vermixen können wir erst, wenn wir die Kolonialgeschichte richtig aufarbeiten. Die ganze Popkultur lebt ja von der Verschmelzung, der Kombination und der Fusion von Musik, Mode usw.
Für Menschen, die aus Kulturen kommen, die jahrhundertelang unterworfen wurden und sich irgendwie auch heute noch an ihren Traumata abkämpfen, ist das Schwierige daran zu erkennen, ob es sich um einen Austausch auf Augenhöhe handelt oder unverschämten Diebstahl, den es eben jahrhundertelang gegeben hat. Etwas verwenden bedeutet dann immer: den Schmerz derer kennt, denen Freiheit, Würde und Kultur für nichts weggenommen wurde und sich dafür einsetzen, dass sich der Diebstahl nicht wiederholt.
Wenn sich also Künstlerinnen und Künstler von anderen inspirieren lassen, sollten sie sich darüber Gedanken machen, wie sie mit diesem Schatz aus anderen Kulturen in ihrem Werk umgehen, wie sie dem, was sie sich nehmen Respekt erweisen.
Auf Instagram schreibt Peter Fox: „Ich bin stolz, euch den Alliance-Remix zu „Zukunft Pink“ gemeinsam mit dem Präsidenten des südafrikanischen Amapiano, Focalistic, und der feinsten Auswahl weiterer Afro-Künstler*innen, die in Deutschland leben, zu präsentieren. Auf die Tanzfläche, los geht’s!!"
Darum geht es nämlich zusammen zu Tanzen und Gerechtigkeit für die Menschen – Power To The People!
Die Texte werden von Schülerinnen der EGY20A des @bbz_gv gelesen.
Link zum RefLab Artikel: https://www.reflab.ch/ich-seh-die-zukunft-pink/
Foto Felix Broede
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9 Minuten
Ich mag das Buch „Scheiblettenkind“ von Eva Müller. Im Kapitel 5 kommt unser Podcast-Song vor. Das Kapitel beginnt damit, dass die Heldin eine Empfehlung für das Gymnasium bekommt, aber auf die Haupt-und Realschule geht. Einfach weil den Eltern die Idee fehlt, ihrer Tochter eine höhere Schule besuchen zu lassen. Niemand in der Familie war bisher auf einem Gymnasium. Sie berichtet von dem Gefühl billige Klamotten zu tragen und nicht so gebildet zu reden. Es wird von der Situation gesprochen mit reicheren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten befreundet zu sein, die nicht verstehen, warum ein Nebenjob nötig ist, um sich Freizeitvergnügen leisten zu können.
Am Ende jedes Kapitel kommentiert Karl Marx in einem aktuellen Setting die Szene. Für mich eine Stärke des Buches, es zeigt sich Karl Mary ist in unserer Wertekrise eine aktuelle Orientierung.
Schon im 19Jh konnte Marx die Unterjochung des Menschen, aber auch schon der Natur beklagen und keineswegs hatte er eine staatliche Uniformität vor Augen, wie wir das aus kommunistischen Staaten kennen, sondern sein Ziel war: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“
Bis heute gibt es viele Menschen, die die Benachteiligungen der unteren Klassen nicht wahrhaben wollen. Menschen werden, je nach Herkunft, bei Bewerbungen, Wohnungssuche oder beim Kindergarten oder Schulplatz früher aussortiert. Privilegierte Personen wollen von so etwas häufig nichts wissen, denn sie denken, dass ihre bessere Stellung etwas mit ihrer eigenen Leistung zu tun hat und wer unten ist, der hat eben nichts geleistet, Armut hat dann etwas mit persönlichem Versagen zu tun, dies macht reichere Leute, die das sagen zu Menschen, die etwas geschafft haben.
Ich finde das Buch Scheiblettenkind daher so wichtig, denn es zeigt, Armut oder eine sozial schlechtere Stellung haben eben oft ganz andere Gründe – das Buch hilft allen Menschen, besonders aber auch Menschen mit einem privilegierten Status ihre Stellung zu hinterfragen. Denn oft profitieren eben gerade die privilegierten von den ungerechten Strukturen.
Der Song und das Buch können uns allen helfen, uns mit mehr Wertschätzung zu begegnen und genauer hinzuschauen, anstatt schnell zu urteilen oder einfach alles schon vorher zu wissen. Dieser empathische Blick kann helfen, dass wir als Gesellschaft wieder mehr zusammenkommen und uns nicht alles um die Ohren fliegt, wie wir es ja leider immer öfter erleben.
Hier gibt es ein schönes Interview mit Eva Müller: https://www.deutschlandfunkkultur.de/scheiblettenkind-graphic-novel-eva-mueller-klassismus-100.html
Foto Mercury/Rankin
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Link zum Song: https://songwhip.com/pulp/common-people
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Am Ende jedes Kapitel kommentiert Karl Marx in einem aktuellen Setting die Szene. Für mich eine Stärke des Buches, es zeigt sich Karl Mary ist in unserer Wertekrise eine aktuelle Orientierung.
Schon im 19Jh konnte Marx die Unterjochung des Menschen, aber auch schon der Natur beklagen und keineswegs hatte er eine staatliche Uniformität vor Augen, wie wir das aus kommunistischen Staaten kennen, sondern sein Ziel war: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“
Bis heute gibt es viele Menschen, die die Benachteiligungen der unteren Klassen nicht wahrhaben wollen. Menschen werden, je nach Herkunft, bei Bewerbungen, Wohnungssuche oder beim Kindergarten oder Schulplatz früher aussortiert. Privilegierte Personen wollen von so etwas häufig nichts wissen, denn sie denken, dass ihre bessere Stellung etwas mit ihrer eigenen Leistung zu tun hat und wer unten ist, der hat eben nichts geleistet, Armut hat dann etwas mit persönlichem Versagen zu tun, dies macht reichere Leute, die das sagen zu Menschen, die etwas geschafft haben.
Ich finde das Buch Scheiblettenkind daher so wichtig, denn es zeigt, Armut oder eine sozial schlechtere Stellung haben eben oft ganz andere Gründe – das Buch hilft allen Menschen, besonders aber auch Menschen mit einem privilegierten Status ihre Stellung zu hinterfragen. Denn oft profitieren eben gerade die privilegierten von den ungerechten Strukturen.
Der Song und das Buch können uns allen helfen, uns mit mehr Wertschätzung zu begegnen und genauer hinzuschauen, anstatt schnell zu urteilen oder einfach alles schon vorher zu wissen. Dieser empathische Blick kann helfen, dass wir als Gesellschaft wieder mehr zusammenkommen und uns nicht alles um die Ohren fliegt, wie wir es ja leider immer öfter erleben.
Hier gibt es ein schönes Interview mit Eva Müller: https://www.deutschlandfunkkultur.de/scheiblettenkind-graphic-novel-eva-mueller-klassismus-100.html
Foto Mercury/Rankin
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15 Minuten
Heute geht es um den Song zur berühmten Tanzszene aus der Netflix Serie „Wednesday“, der ja auch zum TikTok Phänomen wurde.
Well, when the sun goes down and the moon comes up
I turn into a teenage Goo Goo Muck
Yeah, I cruise through the city and I roam the streets
Looking for something that is nice to eat, mmm
Pass auf ich kann mich in ein Monster verwandeln – singen The Cramps im Song.
Die Serie behandelt das Thema des Monsters in uns und was wir so nach außen tragen. Johanna di Blasi von der Internetplattform RefLab.ch analysiert: Hinter der der christlichen Fassade der puritanischen Pilgrims verbergen sich „satanische“ Monster und scheinbar stecken hinter der Fassade der Monster wahre Christ*innen. So sind die Böse, die das Böse in sich verdrängen, es aber nach außen projizieren und dort fanatisch bekämpfen.
Die Monsterkinder aus dem Internat wissen um ihre Monstrosität und lernen einen sozialverträglichen Umgang mit ihr. Normies dagegen verdrängen (tendenziell) ihre Schatten, die dadurch unkontrollierbar und gerade deswegen gefährlich werden können.
Nevermore, das ist der Name des Internats, dies kann als Ausdruck trotziger Entschlossenheit verstanden werden: Nie mehr Opfer sein. Oder auch: Nie mehr Intoleranz.
You better duck - When I show up
Wednesday räumt auf mit den falschen, selbstgerechten Werten im Pilger-Park Jericho. Sie sagt: „Es gehört eine besondere Dummheit dazu, einen Vergnügungspark Eiferern zu widmen, die Völkermord begangen haben.“
Historisch fällt die Ankunft der ersten Pilgerväter und die erste Einfuhr versklavter Menschen aus Afrika für die Plantagenarbeit nahezu zusammen. Der glorifizierte Anfang der Pilgrims und der Beginn einer US-amerikanischen Schuldgeschichte fallen zusammen. Was wir in der Serie sehen, ist die Umkehrung des einst identitätsstiftenden nationalen Narrativs christlicher Besiedlung (Pilgrim Fathers). An dessen Stelle tritt eine postkoloniale und „diversitäre“ Sichtweise auf die amerikanische Vergangenheit: der Blick auf Verbrechen gegenüber den ethnisch und kulturell Anderen.
Und es ist toll, wenn die ganzen Videos von dem Tanz zur Musik der Cramps Lust auf die Serie machen.
Tanz in der Serie
https://youtu.be/tg3m1N6V_fk
Der Tanz bei TikTok
https://youtu.be/6RXO2pBMsII
Text von Johanna di Blasi bei RefLab
https://www.reflab.ch/wednesday-und-die-pilgrim-monsters/
Foto Masao Nakagami
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Link zum Song: https://songwhip.com/the-cramps/goo-goo-muck
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Well, when the sun goes down and the moon comes up
I turn into a teenage Goo Goo Muck
Yeah, I cruise through the city and I roam the streets
Looking for something that is nice to eat, mmm
Pass auf ich kann mich in ein Monster verwandeln – singen The Cramps im Song.
Die Serie behandelt das Thema des Monsters in uns und was wir so nach außen tragen. Johanna di Blasi von der Internetplattform RefLab.ch analysiert: Hinter der der christlichen Fassade der puritanischen Pilgrims verbergen sich „satanische“ Monster und scheinbar stecken hinter der Fassade der Monster wahre Christ*innen. So sind die Böse, die das Böse in sich verdrängen, es aber nach außen projizieren und dort fanatisch bekämpfen.
Die Monsterkinder aus dem Internat wissen um ihre Monstrosität und lernen einen sozialverträglichen Umgang mit ihr. Normies dagegen verdrängen (tendenziell) ihre Schatten, die dadurch unkontrollierbar und gerade deswegen gefährlich werden können.
Nevermore, das ist der Name des Internats, dies kann als Ausdruck trotziger Entschlossenheit verstanden werden: Nie mehr Opfer sein. Oder auch: Nie mehr Intoleranz.
You better duck - When I show up
Wednesday räumt auf mit den falschen, selbstgerechten Werten im Pilger-Park Jericho. Sie sagt: „Es gehört eine besondere Dummheit dazu, einen Vergnügungspark Eiferern zu widmen, die Völkermord begangen haben.“
Historisch fällt die Ankunft der ersten Pilgerväter und die erste Einfuhr versklavter Menschen aus Afrika für die Plantagenarbeit nahezu zusammen. Der glorifizierte Anfang der Pilgrims und der Beginn einer US-amerikanischen Schuldgeschichte fallen zusammen. Was wir in der Serie sehen, ist die Umkehrung des einst identitätsstiftenden nationalen Narrativs christlicher Besiedlung (Pilgrim Fathers). An dessen Stelle tritt eine postkoloniale und „diversitäre“ Sichtweise auf die amerikanische Vergangenheit: der Blick auf Verbrechen gegenüber den ethnisch und kulturell Anderen.
Und es ist toll, wenn die ganzen Videos von dem Tanz zur Musik der Cramps Lust auf die Serie machen.
Tanz in der Serie
https://youtu.be/tg3m1N6V_fk
Der Tanz bei TikTok
https://youtu.be/6RXO2pBMsII
Text von Johanna di Blasi bei RefLab
https://www.reflab.ch/wednesday-und-die-pilgrim-monsters/
Foto Masao Nakagami
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Link zum Song: https://songwhip.com/the-cramps/goo-goo-muck
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