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Spreewaldpodcast Archiv

69 Episoden
1 Stunde 14 Minuten
Das Dahme-Seen-Gebiet zwischen Berlin und dem Spreewald ist nicht so bekannt wie z.B. der Spreewald. Das ist schade, denn was einem hier Region und Leistungsträger bieten, braucht sich wahrlich nicht verstecken und kann auch auf eine lange Tradition zurückblicken. Schon Friedrich Wilhelm der I. ließ in Königs Wusterhausen sein Jagdschloss errichten und bildete hier die "Langen Kerls" aus. Heute bietet das Schloss nicht nur die klassische Führung an, sondern hat auch Angebote speziell für Kinder oder in den Kavaliershäusern die überregional bekannten Schlosskonzerte. Und auch sonst gibt es viel Entdeckenswertes zwischen Schönefeld und Märkisch Buchholz: rund 70 Seen, Flüsse und Kanäle laden zu allem ein, was mit dem Thema "Wasser" verbunden ist. Vom einfachen Baden über eine Hausboot-, Floß- oder Paddeltour, vom Stand-up-Paddeln bis zur Dampferfahrt. Dazu eine Familienradtour an 10 Seen entlang über 35 km unter dem Motto "Pack die Badehose ein" oder den 66-Seen-Wanderweg - alles schön im Flachland für jedermann geeignet.

Links zur Sendung:

Tourismusverband Dahme-Seen

Tropical Islands  

Naturpark Dahme-Heideseen

Dahme-Radweg

Hofjagd-Weg

Verkehrsverbund Berlin Brandenburg

Schloss Königs Wusterhausen

Weinladen Königs Wusterhausen

Capitol Kino Königs Wusterhausen 

Restaurant Jagdschloss 1896 Königs Wusterhausen

Rundwanderweg Tiergarten 

Dahmelandmuseum

Funkerberg Museum
37 Minuten
Eugen Nowak - Leiter des Biosphärenreservates Spreewald   In dieser Folge wollen wir uns näher mit dem Namensgeber dieses Podcast beschäftigen – dem Spreewald. Erster Ansprechpartner hierfür ist Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservates Spreewald mit Sitz in Lübbenau. Der Spreewald ist eine über Jahrhunderte von Menschen gestaltete Landschaft, die sich an die Besonderheiten der Aue der Spree angepasst hat. Es ist ein eiszeitlich geprägtes Urstromtal. Vom Norden kam der Gletscher bis an den Rand des Spreewaldes. Aus dem Gletschertor floss ein riesiger Strom – die Ur-Spree – und hat ein flaches Tal aufgeschürft. Als sich das Eis zurückzog versumpfte das Tal. Durch das nur flache Gefälle hat sich der Fluss in hunderte oder tausende Fließe aufgespalten. Erst spät wurde der Spreewald durch die Menschen besiedelt, da die Verhältnisse unwirtlich waren. Es gab immer wieder Hochwasser und alles musste über das Wasser auch transportiert werden. In dieser Auseinandersetzung zwischen Mensch und Natur entstand die heutige Kulturlandschaft. Es ist eine Vielfalt an Lebensräumen mit besonderer landschaftlicher Schönheit entstanden – weshalb die Gäste so gerne hierherkommen. Diese Kulturlandschaft unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erhalten ist Aufgabe des Biosphärenreservates.   Dazu gehören zum Beispiel die Spreewaldwiesen mit den bekannten Heuschobern, die Vielfalt der Fließe sowie der Wald als solcher. In früheren Zeiten war die Spreewald-Niederung komplett von Sumpfwäldern bedeckt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich ein Landschaftskunstwerk aus Wiesen und Fließen entwickelt.

Ein Biosphärenreservat ist in spezielle Schutzgebietskategorien aufgeteilt mit dem Ziel, einen Ausgleich zwischen Mensch und Natur herzustellen. Unter Schirmherrschaft der UNESCO gibt es ein weltweites Netz von 660 Schutzgebieten in über 120 Ländern, welche das Ziel haben, Modellregionen nachhaltiger Entwicklung zu sein. Das Alleinstellungsmerkmal von Biosphärenreservaten ist dabei, dass sie großräumig sind und die Menschen und wirtschaftlichen Interessen bewusst und aktiv miteinbeziehen.   Das Biospährenreservat Spreewald ist rund 500 km2 oder 50.000 ha groß. Die Längsausdehnung beträgt gut 100 km zwischen Schmogrow vor den Toren von Cottbus bis Lübbenau / Vetschau im Süden. Im Norden von Straupitz / Neu Zauche über die Wespentaille bei Lübben am uralten Spreeübergang, bis in den Unterspreewald bei Schlepzig / Krausnick. In der Breite beträgt die Ausdehnung gut 20 km. Würde man alle Fließe und Gräben des Spreewalds aneinanderreihen, käme man auf eine Gesamtlänge von gut rund 1.550 km. Davon sind ca. 400 km für den Tourismus nutzbar. Ein Biosphärenreservat muss überall auf der Welt drei Zonen beinhalten: 3% Kernzone sollen erreicht werden, die unter strengen Naturschutz ohne wirtschaftliche Nutzung steht. Die rund 20%ige Pufferzone drum herum sind Naturschutzgebiete, die aktive Pflege erfordern und schließlich 80% bewirtschaftete und besiedelte Flächen mit nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten wie zum Beispiel die Landwirtschaft und der Tourismus. Das Hochwasser gehört zum Fluss und zur Aue dazu. Der Spreewald ist ein Paradebeispiel für funktionierende Überflutungsräume, zum Beispiel um die Stadt Lübben zu schützen. Intakte Auen sind jedoch selten geworden, weshalb es gilt sie zu bewahren. Dabei sind Siedlungen zu schützen und die Interessen der Land- und Waldwirtschaft zu berücksichtigen. Das Biosphärenreservat Spreewald gibt es nun seit über 26 Jahren und kann einige Erfolge vorweisen. Dabei braucht man viele Partner. Einer davon ist der Spreewaldverein, der sich unter anderem für den Erhalt der Landwirtschaft einsetzt und auch die Dachmarke „Spreewald“ gesichert hat. Produkte aus dem Spreewald können dadurch zertifiziert werden. Insgesamt ist das Bewusstsein bei allen Beteiligten gestiegen, dass wir Verantwortung für den Erhalt des Spreewaldes tragen. Nicht zuletzt der Tourismus lebt genau davon. L
27 Minuten
Manuela Hanschick ist Geschäftsführerin beim Tourismusverband Niederlausitzer Land mit Sitz in Luckau.

 

Luckau wurde 1276 erstmalig erwähnt und war ab 1492 eine der Hauptstädte der Niederlausitz. Heute hat die ehemalige Kreisstadt unweit des Spreewaldes rund 9.500 Einwohner. Das Stadtbild wird durch den historischen Stadtkern und seiner gut 1.800 m langen Stadtmauer sowie den Stadtgraben geprägt. Nicht zuletzt durch die erste Brandenburgische Landesgartenschau im Jahr 2000 wurde das gesamte historische Ensemble bis heute sehr gut erhalten.

 

In der Altstadt befinden sich zahlreiche restaurierte Gebäude wie das historische Rathaus, der Hausmannsturm mit der Georgenkapelle, prächtige Bürgerhäuser mit Renaissance-Giebeln, die gotische Hallenkirche mit barocker Orgel und das Napoleonhäuschen. Und wenn neben zahlreichen deutschen Film- und Fernsehproduktionen auch noch Hollywood den Weg nach Luckau findet, na dann darf man das schon als Anerkennung der hier geleisteten Arbeit sehen. Unter anderem wurden hier Szenen aus dem Film „Der Vorleser“ mit Kate Winslet oder auch Szenen der erfolgreichen Serie „Homeland“ gedreht.

 

Der erste Weg für die Gäste sollte in die Kulturkirche in der Nonnengasse führen. Hier findet man die Touristeninformation und erhält Auskünfte und Material zur Erkundung der Stadt. Man kann aber natürlich auch Stadtführungen buchen, wobei um vorherige Anmeldung gebeten wird. Angeboten werden die Stadtführungen

 

·      Auf Napoleons Spuren durch Luckau

·      Bürgerpracht statt Fürstenmacht

·      Nachtrundgang

·      Altstadt, Parks und Gärten und

·      Klöster, Kirchen, Knäste

 

Näheres kann dem Flyer im PDF – Format entnommen werden.

 

Im gleichen Gebäude befindet sich auch das Niederlausitzmuseum mit seiner Dauerausstellung zur Geschichte der Niederlausitz und wechselnden Sonderausstellungen, wie im Moment zum Thema  „Reformation“.

 

Von 1747 bis immerhin 2005 war hier übrigens ein Gefängnis untergebracht. Zu den Prominenten Insassen gehörten unter anderem Karl Liebknecht und Adolf Grimme. Zur Geschichte des Gefängnisses gibt es die Möglichkeit eines „Knastrundgangs“ mit Audio-Guide.
28 Minuten
Andreas Nicolai - Cartoonmuseum Brandenburg (Luckau)

 

 

Das Museum für Humor und Satire, besser bekannt als Cartoonmuseum Brandenburg befindet sich in Luckau nahe der Altstadt. Auf dem Gelände in der Nonnengasse wurde aus einer ehemaligen JVA nach dem Umbau ein Kulturforum mit Kulturkirche, Touristinformation, Wohnungen, KITA und Indoorspielplatz. Das Ensemble hat verschiedene Architekturpreise gewonnen. Das Cartoonmuseum ist dabei Untermieter auf Zeit im Archiv des Landkreises Dahme-Spreewald.

 

Das Museum hat insgesamt eine Fläche von 150 m2.

 

Hinter dem Museum steckt eine ernstzunehmende Vereinigung: die Cartoonlobby e.V. mit gut 90 Mitgliedern. Die Cartoonlobby ist ein Interessenverband der Cartoonisten mit der Aufgabe, das Image der Karikatur und des Cartoons als eigenständige Kunst- und Kulturform zu befördern. In der Region Berlin-Brandenburg soll es hierzu ein Forum für die Begegnung, die Forschung und den Informationsaustausch geben. Langfristig wird ein entsprechend größeres Museum in der Bundeshauptstadt angestrebt.

 

Die „Vorstufe“ in Luckau bietet dem Verein dabei hervorragende Arbeitsmöglichkeiten um zu zeigen, was geleistet werden kann. Das angestrebte Museum in Berlin soll dann natürlich in wesentlich größerem Rahmen Ausstellungen ermöglichen.

 

Zurzeit gibt es in Luckau vier Ausstellungen pro Jahr mit 120 – 160 Einzelobjekten. Natürlich wird viel gelacht, sodass auch Andreas Nicolai Spaß daran hat. Besonders reizvoll ist es für ihn, in Luckau direkt in Kontakt mit dem Publikum zu kommen. Das wäre in einem größeren Haus in Berlin wahrscheinlich nicht mehr der Fall.

 

Im Fundus des Museums befinden sich ca. 30.000 Originalzeichnungen. Den Grundstock der Sammlung bilden bislang vorwiegend die Werke ostdeutscher Zeichnerinnen und Zeichner aus dem Umfeld des EULENSPIEGEL.

 

Hier wird Zeitgeschichte dokumentiert, die locker und zugänglich ist. Die Werke stammen unter anderem von Reiner Schwalme, Barbara Henniger, Cleo-Petra Kurze, Helmut Jacek, Klaus Stuttmann, Til Mette, HOGLI oder Kriki.

 

Andreas Nicolai selbst hat als Jugendlicher in der DDR angefangen zu zeichnen, aber – wie das eben so ist - nur als Hobby. Nach dem Chemie-Studium kam er zurück nach Berlin und half dabei, Ausstellungen zu organisieren. Durch diese Arbeit hat er viele Künstler kennengelernt und wuchs immer weiter in die Szene rein. So hat es sich er
20 Minuten
Umweltbildung durch das Biosphärenreservat Spreewald – Interview mit Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats

 

Das Biosphärenreservat Spreewald unterhält in Lübbenau, Schlepzig und Burg Besucherinformationszentren. Das Haus für Mensch und Natur in Lübbenau ist zugleich auch Sitz der Biosphärenreservatsverwaltung.

 

In der Ausstellung in Lübbenau, welche nur gut 3 Minuten zu Fuß vom Marktplatz in der Altstadt entfernt ist, werden Themen behandelt wie zum Beispiel

 

·      Was ist ein Biosphärenreservat?

·      Was hat es mit der UNESCO zu tun?

·      Wie kommt es zu Hoch- und Niedrigwasser?

 

Außerdem erhält man Informationen zur Natur des Spreewaldes, kann auf einer Auen-Liegewiese den Vogelstimmen lauschen und an der Decke die Vögel beobachten. Kinder können auch einen Biberbau von Innen erkunden.

 

Auch zur Spreewälder Kultur wird Wissenswerte auf interessante Art vermittelt.

 

·      Was ist ein Heuschober ?

·      Was macht die Spreewaldgurke aus?

·      Wie ist die Landschaft geformt worden?

·      Wie sind die Spreewälderwiesen entstanden?

 

Für den Besuch der sehr modernen und multimedialen Ausstellung auf gut 250 qm sollte man 2 – 2,5 Stunden einplanen. Dabei hat die Ausstellung eine extra Spur für Kinder inklusive einem Quiz. Es gibt fünf Kurzfilme mit 5-8 Minuten Länge zu Themen wie Spreewald romantisch, historisch oder naturkundlich.

 

Im Unterspreewald
25 Minuten
Melanie Kossatz - Spreewaldverein e.V.

Der Spreewaldverein hat seinen Sitz in der Kreisstadt Lübben (Spreewald). Seit 2016 ist Melanie Kossatz die Geschäftsführerin des Vereins.

 

Der Spreewaldverein ist in den 90er Jahren entstanden und widmet sich inhaltlich der Entwicklung des Spreewaldes. Es geht darum, gemeinsame regionale Projekte zu entwickeln, zu fördern und umzusetzen und mit Blick auf regionale Lebensmittel die Landwirte und Produzenten zusammenzubringen, damit eine lokale Wertschöpfungskette entsteht. Im Spreewald hat all das natürlich auch einen touristischen Aspekt bekommen, denn die Spreewaldgurke ist nicht zuletzt auch Werbeträger der Region! Aber auch Leinöl und Meerrettich sind über die Grenzen hinaus bekannt.

Insgesamt sind es inzwischen über 1.000 Produkte die unter der Dachmarke Spreewald zertifiziert sind. Bei der Spreewaldgurke selbst handelt es sich um eine EU-weit geschützte geographische Angabe. Kurz gesagt bedeutet es für den Verbraucher: wo Spreewälder Gurken drauf steht sind auch Spreewälder Gurken drin! Auf rund 500 ha wurden 2017 = 30 Tonnen Spreewaldgurken geerntet. 4% davon sind Biogurken.

 

Wer sich über die Produkte der Dachmarke informieren will, findet viele interessante Infos und einen sehr guten Überblick auf der Webseite www.gutes-spreewald.de Dort findet man übrigens auch das Spreewälder Kulinarium, welches über Restaurants der Region informiert, die Gerichte mit Zutaten aus dem Spreewald anbieten.

Wer sich einmal live vor Ort einen Überblick verschaffen will, der ist herzlich zum Gurkentag eingeladen! Jeweils am 2. Augustwochenende präsentiert sich der Spreewald mit all seinen Anbietern in Golßen. Man kann mit Produzenten und Händlern ins Gespräch kommen, die Spreewaldkonserve besichtigen und natürlich jede Menge verkosten!

 

Auch die Grüne Woche bietet in jedem Jahr die Möglichkeit, sich in der Brandenburghalle am Stand des Spreewaldvereins zu informieren.
33 Minuten
Die Geschäftsführerin der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft, Jana Lopper, stellt heute das besonders reizvolle Reisegebiet Lieberose/Oberspreewald vor. Gut 20 Minuten von der Kreisstadt Lübben entfernt, gilt die Region als Geheimtipp unter den Spreewald-Kennern.

 

Zwischen Straupitz, Lieberose und Goyatz wird nicht nur eine besondere Kahnfahrt im Hochwald angeboten, sondern auch mit dem Schwielochsee, der Lieberoser Heide und tollen kulturellen Angeboten gepunktet.

 

Allein in Straupitz sollte man einen Tag verbringen, um der schon vom Weitem sichtbaren Schinkelkirche einen Besuch abzustatten, die 3fach-Holländerwindmühle zu besuchen und einen Kaffee im historischen Kornspeicher zu trinken. In der Mühle kann man übrigens nicht nur frisch gepresstes Leinöl und vieles mehr kaufen, sondern auch die Leibspeise der Spreewälder zu sich nehmen: Pellkartoffeln, Leinöl und Quark!

 

Und eine besondere Kahnfahrt wird auch angeboten: unterstützt durch einen Audio-Guide erzählt ein alter Karpfen an 22 Erlebnispunkten die Geschichte des Spreewalds. Überhaupt: wer die absolute Ruhe des Spreewalds einmal erleben will, wird hier schneller fündig, als in den stark frequentierten Hauptorten! Und nicht nur für Touristen gilt die Brunft-Kahnfahrt in Neu Zauche als Geheimtipp! Im Herbst zur Brunftzeit wird in den frühen Abendstunden aufgebrochen um der Hirschbrunft zu lauschen – ein einmaliges Erlebnis. Wer das lieber nicht auf dem Kahn erleben möchte, der kann auch mit den Rangern der Stiftung Naturlandschaften eine entsprechende Führung an Land mitmachen.

 

Straupitz liegt außerdem am 260 km langen Gurkenradweg. Von hier bis zum Schwielochsee sind es gerade mal 35 km durch die wunderschöne Landschaft.

 

Am Schwielochsee liegt auch die Gemeinde Goyatz. Hier wurde mit viel Liebe und privatem Engagement ein Dampfmaschinenmuseum errichtet, dass inzwischen überregional bekannt ist und überall lobend erwähnt wird. Die private Sammlung mit Vorführungen öffnet nach Voranmeldung.

Am alten Spreewaldbahnhof ist ein restaurierter Wagon der ehemaligen Sreewaldbahn zu besichtigen. Hier findet man auch die Touristinfo.

Die Hafenterassen in Goyatz sind übrigens auch wasserseitig zu erreichen, quasi von der Ostsee aus!

 

Nicht weit entfernt, in Zaue, findet man den Ferienhaus- und Campingpark Ludwig Leichhardt. Leichhardt stammte au
34 Minuten
Paul-Gerhardt-Weg – Natur, Kultur und wandern, eins gehört zum andern!

 

 

Manfred Reschke ist ein Berliner Original - und ehrenamtlicher Wanderwegewart im Dahme-Seen-Gebiet.

Der sympathische Rudower hat mehrere tausend Wanderkilometer hinter sich gebracht und lebt nach dem Motto „Der beste Weg zur Gesundheit ist der Weg zu Fuß - und dabei laufend Freude zu erleben!“

 

Bekannt wurde er als Erfinder des 66-Seen-Wanderweges in Brandenburg. Das Buch zu diesem Wanderweg ist inzwischen in der 8. Auflage erschienen.

 

Das neueste Kind Manfred Reschkes ist der Paul-Gerhardt-Weg. Angeregt wurde dieser durch die Paul-Gerhardt-Gesellschaft und den Tourismusverband Dahme-Seen. Er führt von der Nikolaikirche in Berlin-Mitte über Königs Wusterhausen und Mittenwalde bis nach Lübben in den Spreewald.

 

Die neun Tagesetappen von je rund 15 km sind so organisiert, dass man gut mit Bus und Bahn an- und abreisen kann. Der Weg orientiert sich an den drei Wirkungsstätten Paul Gerhardts in Berlin, Mittenwalde und Lübben.

 

Paul Gerhardt (1607 – 1676) zählt zu den bedeutendsten deutschen Kirchenlieddichtern. Seine Werke sind weltweit bekannt und gehören auch heute noch in die evangelischen Gesangsbücher.

 

Die attraktive Wanderroute ist aber auch für alle interessant, die sich nicht für die Geschichte Paul Gerhardts interessieren. Es gibt zahlreiche Städtchen, Naturlandschaften, Museen etc. die jedermann in ihren Bann ziehen werden.

 

Der Paul-Gerhardt-Weg ist so jung, dass die Ausschilderung als solches noch nicht erfolgt ist. Da der Weg aber auf bereits vorhandenen und ausgeschilderten Wegen verläuft, kann er sehr gut mit Hilfe des neuen Buches "Paul-Gerhardt-Weg" von Manfred Reschke, erschienen im Trescher-Verlag, erwandert werden. Die erforderlichen Karten sind Bestandteil des Buches.

 

Gestartet wird in Berlin an der Nikolaikirche. In Berlin muss man nur hin und wieder kurze Straßen ablaufen. Der Großteil führt auch hier durch Parkanlagen.  Über das Engelbecken in Kreuzberg, den Görlitzer Park, zum Treptower Park und Plänterwald geht es mit der Fähre bis zur Wuhlheide. Bei Köpenick beginnen dann die Waldgebiete hin zu Grünau und dann über die Landesgrenze nach Brandenburg. Ab jetzt hat man die Großstadt schon hinter sich gelassen und kann sich dem Dahme-Seen-Gebiet und dem Spreewald widmen.

 

Königs Wusterhausen selbst ist übrigens idealer Ausgangspunkt für die gesamte Wanderung. Mit dem S-Bahnanschluss an Berlin und Regionalbahn und Regionalexpress in Richtung Spreewald ist KW als Start- und Endpunkt ideal geeignet. Zwei Hotels in Bahnhofsnähe bieten sich zur Übernachtung an.

 

Neben den neun Etappen des Paul-Gerhardt-Weges werden übrigens auch 10 sehr schöne Rundwanderwege in dem Buch empfohlen.

 

Reschke ist bekennender Fan des Dahme-Seen-Gebietes und z
41 Minuten
Was macht den Spreewälder stark? Pellkartoffeln, Leinöl und Quark!

Ich bin heute bei Christian Behrendt in Sagritz zu Gast. Er betreibt dort mit seiner Familie in 7. Generation am Ufer der Dahme die Kanow-Mühle. Das Leinöl hier ist kaltgepresst, naturtrüb und stets frisch und der Leinsamen kommt auch aus der Region – was nicht selbstverständlich ist!

Neben der alten Mühle gibt es eine moderne Ölmühle mit gläserner Produktion und Verkaufsraum. Insgesamt 17 verschiedene Sorten Öl gibt es hier inzwischen und natürlich auch Spreewäldergurken, Meerrettich und andere typische Produkte. . Der Rohstoff für das Kokosöl kommt allerdings nicht aus dem Spreewald. Und einen Online-Shop gibt es übrigens auch.

Was es mit dem Leindotteröl auf sich hat, warum man den Ölkuchen nicht zum Kaffee servieren sollte und welches Öl das Zeug für den neuesten Trend hat erfahrt Ihr mit viel Vogelgezwitscher im Interview.

Und nun: Glück zu!

Shownotes:

www.kanow-muehle.de

www.spreewald-versand.de

www.spreewaldverein.de

www.ferdinandmarkt.com/Wochenmarkt.html
32 Minuten
Kunsthistorikerin Ulrike Kremeier ist die Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst. Das Museum hat zwei Standorte: in Frankfurt (Oder) und in Cottbus.

 

Das heutige Interview durfte ich im ehemaligen Dieselkraftwerk Cottbus (dkw) führen. Es ging dabei nicht nur um die moderne Kunst als solche, sondern auch darum, wie ein Kunstmuseum eigentlich „funktioniert“ und welche Aufgaben die Direktorin dabei hat. Für mich als bekennenden Laien in diesem Fach, der Kunst in allen Facetten einfach nur konsumiert, sich daran erfreut und weniger bewertet, war es sehr kurzweilig, erhellend – und ich war von der Energie, Begeisterung und Ausstrahlung meiner Interviewpartnerin durchaus beeindruckt. Diese Frau passt ohne Frage in die Energieregion Lausitz-Spreewald!

 

Gelegen ist das Museum in einer an sich schon besuchenswerten Ecke in Cottbus – der Mühleninsel. Dem Umfeld mit den Fachwerk-Gerberhäusern sollte man bei einem Besuch einiges an Aufmerksamkeit und Zeit widmen, es lohnt sich!

 

Das dkw als Museum gibt es an diesem Standort seit fast zehn Jahren. Das ehemalige Dieselkraftwerk entstand 1927/28 und wurde von dem bedeutendem Architekten der neuen Sachlichkeit, Werner Issel, entworfen.

 

Das Landesmuseum bietet als Alleinstellungsmerkmal die größte Sammlung an Kunst aus Ostdeutschland. Insgesamt befinden sich rund 40.000 Werke im Depot der beiden Häuser und es ist das einzige Museum für moderne Kunst in Brandenburg.

 

Es werden mehrere Ausstellungen auf den rund 1.300 qm Ausstellungsfläche geboten, die aber alle stets miteinander auf verschiedene Art und Weise verbunden sind.

 

Besonderes Augenmerk legt Ulrike Kremeier auf den pädagogischen Auftrag, wie z.B. die Kunstvermittlung für alle Altersgruppen. Kinder sind dabei über die verschiedenen Institutionen wie Kita, Schule, Hort oder auch über freie Aktivitäten besonders gern gesehen Gäste des Hauses. Zwei Museumspädagoginnen widmen sich zurzeit dieser anspruchsvollen Aufgabe.

 

Der Veranstaltungskalender des Hauses ist prall gefüllt mit hervorragenden Angeboten, welche sich insgesamt in das kulturelle Angebot der Stadt Cottbus mit dem Staatstheater, dem Piccolo-Kindertheater, dem Weltspiegel-Kino, dem Branitzer-Park und noch viel mehr, sehr gut einfügen.

 

Zu all dem und noch viel mehr erfahren Sie Interessantes im Podcast!

 

Links:

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst

Werner Issel

Otto Dix
21 Minuten
"Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später."

aus "Die Feuerzangenbowle", deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1944 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Sie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl. Regie führte Helmut Weiss (www.wikipedia.de)

Heinz Lange ist der Herr der Dampfmaschinen im Spreewaldort Goyatz. Seine Sammlung ist beeindruckend, geht es doch in erster Linie nicht um die Spielzeug-Dampfmaschinen die viele noch aus der Kindheit kennen, sondern um beeindruckend große Maschinen mit bis zu 2.000 PS. Oftmals standen die Maschinen Jahrzehnte ungenutzt herum und wurden dem Laufe der Zeit überlassen. Niemand legte Wert auf die Erhaltung der alten Technik. Aber wenn Heinz Lange von solchen Fundstücken hört, ist er mit seinem Know-How gefragt und macht sich auf den Weg zur Rettung – sofern die Zustimmung seiner Gattin vorliegt!

 

Sein Interesse für Dampfmaschinen wurde in der Lehrzeit von 1950-1953 in Spremberg geweckt.  Die Stadt reizt nicht nur mit dem hügeligen Land links und rechts der Spree und Tal, sondern war ein bedeutender Textilstandort. Als Elektromaschinenbauer kümmerte er sich, wenn kleine Generatoren nicht mehr liefen und repariert werden mussten.

 

Die Dampfmaschinen waren in der Textilindustrie bis ca. 1960 in Betrieb. Der mit ihnen verbundene Qualm und Dreck sorgte dafür, dass die Leute froh waren, wenn die Maschinen abgeschaltet wurden. Niemand verschwendete damals einen Gedanken an de
19 Minuten
Katrin Doil - Dreifach Holländer-Windmühle Straupitz

 

Neben der Schinkelkirche ist die Holländer-Windmühle das bekannteste Bauwerk in Straupitz. Katrin Doil gibt Auskunft über das, was den Besucher hier erwartet.

 

Es ist die letzte produzierende Dreifachwindmühle Europas mit Mahl-, Öl- und Sägemühle. Die Mühle wurde 1850 als Kornmühle errichtet. 1885 wurde das Sägewerk angebaut und 1910 schließlich die Ölmühle. Alle Gewerke sind heute voll produktionsfähig. Das Spreewaldgold Leinöl wird hier jeden Tag frisch hergestellt!

 

Die Kornmühle und das Sägewerk sind nur zu besonderen Anlässen in Betrieb. Die Produktion des Leinöls kann aber täglich während der Öffnungszeiten besichtigt werden. Der Leinmüller gibt gerne Auskünfte zur Herstellung.

 

Wer mag, kann im Mühlen-Café auch gleich das Spreewälder-Nationalgericht mit dem Spreewaldgold verkosten: Pellkartoffeln, Leinöl und Quark. Hier kann man sich im Shop auch gleich mit Leinöl, Brot und anderem für zuhause eindecken. Das Leinöl wird auch in sehr schönen Tongefäßen angeboten, die in Cottbus hergestellt werden und mit der Mühle verziert sind.

Das Leinöl wird übrigens ausschließlich aus Spreewälder Leinsamen hergestellt – durchaus keine Selbstverständlichkeit! Die Mühle bezieht den Leinsamen vom Gut Sellendorf und der Agrargenossenschaft Dürrenhofe oder auch aus dem Nachbarort Neu Zauche. Hier gilt: wo Spreewald drauf steht, ist auch Spreewald drin!

 

Die Mühle ist heute im Besitz der Gemeinde Straupitz. Der Mühlenverein hat sie von der Gemeinde gepachtet und betreibt die Mühle. Das gesamte Areal ist sehr gepflegt und immer einen Besuch wert. Hier kann man als Familie entspannt einige Stunden verbringen, eine kleine Mahlzeit einnehmen und sich natürlich mit Leinöl eindecken – das es im Übrigen auch in Bio-Qualität gibt.

Geplant ist zurzeit noch ein neues Müllerhaus, welches größere Gruppen aufnehmen kann. Es wird sich also auch künftig noch einiges hier tun!

Links
20 Minuten
Christoph Hanke ist Pfarrer in Straupitz. Er ist ein Kind der Region und es ist nicht die Regel, in diesem Beruf in seiner Heimat wirken zu dürfen. Dabei wollte er schon immer gerne auf dem Land arbeiten und kam vor einiger Zeit - nach längere Abwesenheit - als Pfarrer nach Straupitz zurück, wo er mit seiner Familie lebt. Dass er dabei in der bekannten und besonderen Schinkelkirche arbeiten darf, rundet das Ganze noch ab.

 

Die Kirche ist schon von Weitem zu sehen. Da stellt sich die Frage, wieso eine solch große und architektonisch besondere Kirche ausgerechnet in Straupitz steht. Christoph Hanke kennt die Antwort: die alte Kirche war damals zu klein für die vielen Gläubigen, sodass man gezwungen war, eine neue Kirche zu bauen. Zur Gemeinde gehörten damals acht kleinere Kirchen. Und statt acht neue zu bauen, entschied man sich halt für eine große Kirche mit 1.000 Plätzen.

Und wie so oft im Leben spielten auch damals schon Beziehungen eine Rolle, die dafür sorgten, dass Karl Friedrich Schinkel als Architekt gewonnen werden konnte.

 

Im Gutsdorf Straupitz war die Familie von Houwald viele Jahrhunderte ansässig. Der Bruder des Patronatsherrn lebte als Dichter in Berlin und gehörte zum Freundeskreis von Schinkel. Aus dem Jahr 1826 ist ein Schriftwechsel erhalten der belegt, dass Schinkel vorsichtigt angefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, eine große Kirche für Straupitz zu entwerfen. Schinkel antwortete postwendent – und schickte nach 14 Tagen die fertigen Entwürfe. Aber er fragte auch gleich nach, ob für diesen nicht kleinen Auftrag denn auch die Finanzierung gesichert sei. Dass war sie natürlich nicht und so setzte Schinkel selbst sich beim König für den Bau der Kirche ein. Dieser gewährte das Gnadengeschenk und die Verwaltung gab grünes Licht. 1828 begann dann der Bau und 1832 wurde die Kirche eingeweiht.

 

Die Kirche zeichnet sich durch den lichtdurchfluteten Kirchenraum aus. Es gibt ein sehr großes Kirchenschiff und große Seitenfenster, insgesamt schon einen verschwenderischen Raum. Es ist übrigens der größte Landkirchenbau Schinkels überhaupt.

 

Das Inventar ist im Original erhalten. Im Wesentlichen konnte die Kirche trotz Kriegsbeschädigungen so erhalten werden, wie Schinkel sich das vorgestellt hatte. Zunächst aus politischen, später aus wirtschaftlichen Gründen erhielt man zu DDR-Zeiten keine Genehmigungen für die dringend notwendige Sanierung. Die Sperrung des Gebäudes wegen Baufälligkeit stand zu befürchten. Erst nach 1989 gab es durch Fördermittel die Möglichkeit erfolgreich zu sanieren und die Kirche so wiederherzurichten, wie sie heute aussieht.
43 Minuten
Gisela Christl ist die „Spreewald-Christl“ und betreibt im Lübbener Ortsteil Steinkirchen den Wendischen Bauernhof.

 

Nicht nur hier vor Ort bietet sie ein abwechslungsreiches Angebot für alle an, die sich für den Spreewald allgemein, die sorbisch/wendische Kultur oder auch den Spreewaldkrimi interessieren!

 

Rund um die Spreewald-Gurke wird sogar ein spezielles Seminar angeboten. Das Interesse ist groß und alle wollen wissen „Warum schmecken die Gurken im Spreewald eigentlich so gut?“ Beim Gurken-ABC erfährt der Seminar-Teilnehmer Wissenswertes rings um die Gurke und muss auch aktiv mitarbeiten. Das Wissen wird natürlich mit Augenzwinkern und guter Laune vermittelt – nicht zuletzt auch musikalisch, denn Gisela Christl packt dafür auch ihr Akkordeon aus. Am Ende erhält jeder Teilnehmer noch ein Zertifikat – sofern er die Prüfungsfragen korrekt beantworten konnte. Und obendrauf gibt es noch das private Rezept von Gisela Christl für einfach leckere Spreewälder – Gurken!

 

Übrigens: bei all ihren Angeboten trägt die Spreewald Christl eine wendisch-sorbische Tracht – nicht immer die Sonntagstracht, aber immer mit Haube!

 

Im Lübbener Ortsteil Steinkirchen werden die Traditionen des Spreewaldes noch wirklich gelebt und nicht für Touristen „aufgeführt“. Zampern, Spinte- oder Eierkuchenball – all das gehört zum Leben in Steinkirchen dazu, genauso wie die Spreewälder-Mundart, die aus dem wendisch-sorbischen abgeleitet ist. Gäste sind bei den Veranstaltungen herzlich willkommen – und das gilt noch als Geheimtipp!

 

Die besondere Kunst und Technik der Osterei-Gestaltung ist weit über die Grenzen des Spreewalds hinaus bekannt. Was es aber mit dem Waleien oder Eiertrudeln auf sich hat, wissen dann schon nur wenige. Dabei ist auch dieser (heidnische) Brauch jedes Jahr zu Ostern auf der Lübbener Schlossinsel zu bestaunen.

 

Was es mit diesen Traditionen auf sich hat, woher sie kommen und wie sie gestaltet werden, erklärt uns die Spreewald Christl im Interview.

 

Übrigens bietet Gisela Christl auch spezielle Führungen für die Fans des ZDF-Spreewaldkrimis an. Diese finden im emotionalen Zentrum der Filme statt – in Lübbenau. Der Spreewaldkrimi versteht es auf besondere Art und Weise die Mystik und Sagenwelt des Spreewalds in die Handlung einzubinden, was der Region deutschlandweit zu noch mehr Bekanntheit verholfen hat.

 

 

weiterführende Links zum Interview:
45 Minuten
Wolfgang Esser - Produzent des Spreewaldkrimis

Durch Zufall bekam ich die Chance als Komparse im XI. Teil des Spreewaldkrimis mitzuspielen. Im Rahmen der Dreharbeiten der letzten 10 Jahre bekamen unglaublich viele Spreewälder diese Möglichkeit und spielten gerne mit, was natürlich zeigt, dass der Spreewaldkrimi in der Region gut angekommen ist.

 

Ich nutzte die Gelegenheit, um mit dem Produzenten Wolfgang Esser über seine Arbeit, den Spreewaldkrimi und den Spreewald zu reden. Bei der Vorbereitung auf das Interview wurde mit klar, dass man die Begriffe Produzent, Redakteur und Regisseur natürlich kennt, aber wer macht da eigentlich was und wie kann man es abgrenzen? Wie kam es überhaupt zum Spreewaldkrimi? Für diese und viele andere Fragen hat Wolfgang Esser sich viel Zeit in einem entspannten, aber spannendem, Interview genommen.

 

Hier der Inhalt zusammengefasst:

 

Das Zusammenspiel von Drehbuchautor, Produzent und Redakteur ist eigentlich ganz klassisch für einen deutschen Fernsehfilm.

 

Die Redaktionen der Sender sind nicht die Ideengeber für den einzelnen Film, aber am Ende die Auftraggeber. Der Produzent stellt dort seine Idee vor und ist quasi der Auftragnehmer. Die Aufgabe des Produzenten ist es vorzudenken, wie sich das Sehverhalten der Zuschauer und die Programme entwickeln werden. Insofern ist man auch ein bisschen Visionär als Produzent. Wenn man eine spannende Idee hat, dann muss man sich Partner suchen und diese mitnehmen und davon überzeugen.

 

Man stellt sich Fragen wie: Zu welchem Sender gehe ich? Um welchen Sendeplatz bewerbe ich mich mit meiner Idee? Für den Spreewaldkrimi ging Esser zum ZDF, weil der Sendeplatz des Montagskinos ihn natürlich gereizt hat. Er musste beim zuständigen Redakteur die Flamme für das neue Projekt entfachen und danach ging dieser dann in viele verschiedene Gremien und zu verschiedenen Entscheidern und kämpfte um das Projekt – und am Ende gab es Grünes Licht vom Sender. Dafür spielen natürliche viele Erwägungen eine Rolle, allen voran Erfolg, aber auch persönliche Vorlieben der Entscheider.

 

Das ist auch beim Produzenten nicht anders. Auch er muss einschätzen, ob der Stoff überhaupt verkaufbar ist und ob er selbst das Projekt umsetzen will. Man muss einen langen Atem haben und konkurriert mit vielen anderen Ideen, die an die Sender herangetragen werden.

 

Ein Problem ist, dass der Erfolg selbstverständlich nicht berechenbar ist, wenn man etwas Neues probiert. Da gibt es immer ein Risiko. Der Spreewaldkrimi ist dafür ein gutes Beispiel. Er ist in einer Zeit entstanden, in der es zwar reichlich Krimi-Formate gab, die aber ausschließlich in Städten spielten und klassische Ermittlerkrimis waren. Zu der Zeit gab es im Buchbereich die Welle der skandinavischen Kr
Spreewaldpodcast

Spreewaldpodcast

Zwischen Berlin und Dresden liegt der Spreewald. Oder auch der Flughafen BER, Königs Wusterhausen, Tropical Islands, Lübben, Burg, Lübbenau, Luckau und die Lausitz - mit hunderten von Ausflugszielen f...