Die Kulturpessimist*innen Archiv
148 Episoden
1 Stunde 55 Minuten
„Love, friendship, kindness, that does not make me weak. It defines, who I am.“ Nach Jahren, in denen der Superheld*innen-Mythos vor allem dekonstruiert wurde – vom zynischen Zerrbild Homelander bis zum grüblerischen Snyderverse-Übermenschen – wagt „My Adventures with Superman“ die Rekonstruktion. Kein müder Gott, der an der Menschheit verzweifelt, sondern ein junger Clark Kent, der zwischen Praktikum beim Daily Planet, erster Liebe und der Frage nach seiner Herkunft schlicht ein guter Mensch sein will. Erzählt im Anime-Look zwischen Avatar und She-Ra erleben wir im Kern eine Highschool-Geschichte, deren Klassenraum eine Zeitungsredaktion ist. In dieser Episode sprechen wir darüber, wie „MAwS“ (und im selben Atemzug Gunns „Superman“, der in KPS091 schon eine eigene Episode bei uns bekommen hat) die Menschlichkeit wieder nach vorne stellt – und trotzdem den Mut hat, die supremistischen Tendenzen der kryptonischen Herkunft zu zeigen, ohne den Helden davon bestimmen zu lassen. Wir reden über die found family rund um diesen Clark, über eine ungewohnt karrierebewusste Lois mit eigener Agenda, über herrlich schräge Nebenfiguren wie Mallah, Brain und Mxy und über ein riesiges Villain-Aufgebot mit einem – wir finden: klar besser als sonst motivierten – Lex Luthor. Wer von all denen ist denn nun das „My“ im Titel der Serie? Wir freuen uns wie immer auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
58 Minuten
12 Jahre und 100 fucking Folgen Kultpess Wie gut, dass wir das in diesem Jahr auf dem wundervollsten aller Podcast-Festivals mit euch feiern konnten! Live auf dem Podstock hat uns das Publikum zusammen beim großen Knack für die Outtakes unterstützt, auf von Jan und Stefan liebevoll erstellten Bingokarten versucht, ein Kultpess-Bingo zu erreichen, und den Spieß letztlich einmal umgedreht: Diesmal sind es nicht Eric, Becci und Christopher, die ihre Lieblingsfilme und -serien mitgebracht haben, sondern tolle Gäste und ihre All Time Favourites – von österreichischen Polizeihunden über 60er-Jahre-Agentenpsychedelik bis Studio Ghibli. Und ein Kultpess-Urgestein hat auch vorbeigeschaut! Wie immer also eine bunte Tüte von allem, was das Herz begehrt. Danke, dass ihr auch nach 12 Jahren immer noch an unserer Seite seid. Ihr seid die besten, liebe Kultpessis! P.S.: Diese Ausgabe könnt ihr auf dem YouTube-Kanal des Podstock auch als Video anschauen: Kultpess, jetzt auch in Farbe!
1 Stunde 33 Minuten
„Don't worry. It'll be okay.“ Was wäre, wenn Regenbögen Menschen aus der Zukunft wären, die durch die Zeit reisen? Der französische Animationsfilm Arco – bei den Golden Globes und den Oscars 2026 als Bester Animationsfilm nominiert – erzählt von zwei Zukünften: einer nahen, die erschreckend nah an den großen Sorgen und Problemen unserer Gegenwart liegt (Klimakatastrophe mit Waldbränden vor der Haustür, Roboter als Kinderbetreuer, Hologramm-Eltern per Zoom-Call), und einer fernen, in der die Menschen in den Wolken wohnen, weil die Erde sich endlich erholen darf. Regisseur Ugo Bienvenu, Comiczeichner und hier auf seinem Spielfilmdebüt, hat das Projekt während der Pandemie aus dem Zeichnen heraus entwickelt – drei Jahre Storyboard, bevor ein Wort Drehbuch existierte. Wir sprechen darüber, worum es in Arco wirklich geht: Radical Imagination, Carearbeit und abwesende Eltern, ein empathischer Care-Roboter als Gegenentwurf zum bösen KI-Klischee – und den stillen Zeitloop am Ende, der alles noch einmal anders aufrollt. Ist Arcos utopische ferne Zukunft ein Versprechen oder eine Ausweichbewegung? Wir freuen uns auf eure Gedanken in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
2 Stunden
„It's better to be an unripe green apple than a wormy red one.“ Ein Jahrhundert vor Cersei Lannister und Ned Stark und dem ganzen großen Gemetzel, zwei ungleiche Typen auf einem matschigen Ritterturnier. Kein Drache weit und breit, kein großer Krieg im Mittelpunkt, nur Dunk und Egg. Mit „A Knight of the Seven Kingdoms" geht HBO den vielleicht unwahrscheinlichsten Schritt im Game-of-Thrones-Universum: eine Serie, die es wagt, weniger zynisch zu sein als ihre Vorgänger. In dieser Episode sprechen wir darüber, was den seltsamen Zauber dieser ersten Staffel ausmacht: kein Abarbeiten von Handlungsebenen, kein Drachen-Spektakel als Krücke, stattdessen ein Turnier in Ashford und die echte Frage, was Edelmut bedeutet. Wir diskutieren den Humor – diegetisch wie nicht-diegetisch –l, die vielleicht beste Kampfchoreographie in 120 Jahren Ritterfilm, den klugen Einsatz von Musik – und was die Serie mit ihren Frauenfiguren anstellt (oder eben nicht). Und natürlich stellen wir die große offene Frage: Wurde Dunk nun wirklich zum Ritter Ser Duncan the Tall geschlagen – und ist das überhaupt der Punkt? Was meint ihr: Kann Westeros ohne Zynismus funktionieren – oder ist der Zauber von Dunk und Egg nur möglich, weil wir das Ende der Geschichte schon kennen? Wir freuen uns auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
2 Stunden 47 Minuten
„Es geht darum, das Rätsel zu lösen. Wir drei, gemeinsam!“ Kollegen, wir haben einen Fall! Das hat sich Freund des Hauses und Kultpess-Chronist Jan (@zwangsdemokrat) gedacht und uns als Gast in dieser Episode die aktuelle Verfilmung der Hörspiel- und Buchserie „Die drei ???“ mitgebracht. Es handelt sich um den 100. Fall von Justus, Peter und Bob und damit die erste 3-bändige Jubiläumsfolge und Lieblingsfolge so manchen Fans: die Toteninsel. Gleichzeitig ist es schon der dritte Film der aktuellen Reihe von Regisseur Tim Dünschede und der zweite Versuch einer Verfilmung der Serie. Und da liegt auch schon der (Karpaten-)Hund begraben: Kann man ein deutsches Kulturgut, dass sich mit den Stimmen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich so tief in unsere DNA gegraben hat, überhaupt mit neuen Schauspieler*innen verfilmen – selbst wenn einer davon der im Haus Kultpess sehr geschätzte Julius Weckauf ist? Und wenn ja, welche aus der Zeit gefallenen Eigenheiten der Serie sollte man im Jahr 2026 aktualisieren, um einen guten Film draus zu machen? Das diskutieren wir genauso wie das bewusst künstliche Set-Design und die Tatsache, dass für 103 Filmminuten ganz schön viel an der Geschichte verändert werden musste, um die drei Bücher hineinzupressen. Und wie ihr es von den Kultpess kennt, geht es natürlich auch um Marx – André Marx. Zum Glück ordnet Jan uns den Fall in die komplette Drei-???-Historie mit all ihren Irrungen und Wirrungen ein – Vorwissen ist also nicht erforderlich; ihr könnt euch einfach in diese Episode fallen lassen. Wie immer freuen wir uns aber auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
4 Stunden 57 Minuten
Nicht einfach nur ein Jahresrückblick – bei euren Kultpess gibt es gleich eine Jahresabschlussgala! Denn wir präsentieren wie immer nicht nur Erics, Beccis und Christophers Top 10 des Jahres in Sachen Filmen und Serien, sondern auch eure Lieblinge in den lustigen, überspezifischen Kategorien, die ihr euch selbst ausgedacht habt. Ihr habt uns wieder eine sagenhafte Anzahl von Audios geschickt und wir sind sehr demütig und dankbar, dass wir so eine tolle Community haben. Ohne euch wäre diese Sendung nicht dasselbe! DANKE! Und jetzt: Viel Spaß bei unserem Jahresabschlussgala-Doppelpack – hier die 2. Folge zu den Filmen des Jahres 2025!
4 Stunden 29 Minuten
Nicht einfach nur ein Jahresrückblick – bei euren Kultpess gibt es gleich eine Jahresabschlussgala! Denn wir präsentieren wie immer nicht nur Erics, Beccis und Christophers Top 10 des Jahres in Sachen Filmen und Serien, sondern auch eure Lieblinge in den lustigen, überspezifischen Kategorien, die ihr euch selbst ausgedacht habt. Ihr habt uns wieder eine sagenhafte Anzahl von Audios geschickt und wir sind sehr demütig und dankbar, dass wir so eine tolle Community haben. Ohne euch wäre diese Sendung nicht dasselbe! DANKE! Und jetzt: Viel Spaß bei unserem Jahresabschlussgala-Doppelpack – hier die 1. Folge zu den Serien des Jahres 2025!
1 Stunde 53 Minuten
„It's storytelling. The rites and the rituals. Costumes, all of it. It's storytelling. I guess the question is, do these stories convince us of a lie? Or do they resonate with something deep inside us that's profoundly true, that we can't express any other way except storytelling?.“ „Wake Up Dead Man – A Knives Out Mystery“ schickt Meisterdetektiv Benoit Blanc in seinen bislang düstersten Fall – und lässt ihn ausgerechnet dort ermitteln, wo Wahrheit traditionell verkündet werden soll: im Schatten der Kirche. Der dritte Teil von Rian Johnsons Whodunit-Reihe und nutzt das Genre einmal mehr als sezierendes Werkzeug für gesellschaftliche Machtstrukturen. In dieser Episode sprechen wir über Rian Johnsons bewusste Entscheidung für einen religiösen Resonanzraum – geprägt von seinem eigenen Hintergrund – und darüber, wie der Film unterschiedliche Formen von Glauben nebeneinanderstellt: Nächstenliebe und Autorität, Gemeinschaftund Instrumentalisierung, Zweifel und populistische Gewissheit. Figuren wie der machtbewusste Monsignore Wicks, der empathische Father Jud oder die zwischen Loyalität und Wahrheit zerrissene Martha stehen für konkurrierende Moralmodelle in einem System, das von Geld, Einfluss und einfachen Antworten korrumpiert wird. Wir diskutieren, ob der Film eine allgemeine Aussage über Religion trifft – oder vielmehr darüber, wie Glaube politisch aufgeladen, vereinnahmt und radikalisiert werden kann, wie zum Beispiel in der MAGA-Bewegung in den USA. Am Ende bleibt die große Frage: Geht es hier wirklich darum, wer es war – oder darum, welche Systeme Taten ermöglichen, verschleiern und rechtfertigen? Was meint ihr: Ist Wake Up Dead Man der politischste Teil der Reihe? Wir freuen uns wie immer auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
2 Stunden 31 Minuten
„You know this is crazy. You know this is wrong.“ Wie neu kann etwas werden, das aus purem Verfall entsteht? In Bugonia, Yorgos Lanthimos’ neuestem Genre-Mutanten aus Sci-Fi, Horror, Thriller und Komödie, treffen zwei Entführer auf eine Milliardärin – oder auf das, was in einer „verrotteten“ Welt zwangsläufig durch Kapitalismus entsteht. Kann etwas, dass sich so nach logischer Schlussfolgerung des Systems, in dem wir leben, anfühlt, vielleicht auch „außerirdisch“ sein? Diese Frage hat Protagonist Teddy für sich klar mit ja beantwortet. Ob wir das auch so sehen, darum geht es in dieser Episode. Wir sprechen wir über die moralischen Trümmerfelder des Films: über Teddy, dessen tragische Backstory nichts entschuldigt (oder doch?); über Michelle Fuller, die Verantwortung predigt, aber vor allem PR produziert; und darüber, was es mit uns als Zuschauer*innen macht, wenn im Raum steht, dass ausgerechnet der Verschwörungstheoretiker recht haben könnte. Dabei diskutieren wir Lanthimos’ extrem künstliches Stiluniversum, den mythologischen Titel „Bugonia“ und die Idee einer „Wiedergeburt aus Verwesung“, die historisch ein Irrglaube ist – und vielleicht auch im Film einer bleiben muss. Uns interessiert natürlich: Was macht die Auflösung mit euch? Wie interpretiert ihr das Ende des Films – wortwörtlich, metaphorisch oder irgendwas dazwischen? Wir freuen uns wie immer auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
1 Stunde 52 Minuten
„We exist on completely diffent moral spectrums.“ James Gunn hat’s schon wieder getan. Der Antiheld Peacemaker, der sich in „The Suicide Squad“ überraschend in die Herzen der Zuschauenden gespielt hat, kehrt in seiner zweiten Staffel zurück und bringt nicht nur Chris Smiths moralische Zerrissenheit, sondern gleich das ganze Universum durcheinander: neue Timeline, neue Parallelwelten, neue Regeln. Zwischen Retcon und Reboot erzählt die Serie weiter von einem Mann, der Frieden will – koste es, was es wolle – und dabei immer tiefer in seine eigenen Widersprüche stürzt. In unserer Episode sprechen wir über James Gunns Versuch, Peacemaker als Brücke zwischen dem alten DCEU und seinem neuen DCU zu inszenieren, über den psychologischen Shift der zweiten Staffel – weniger Plot, mehr Selbstzerstörung – und darüber, warum ausgerechnet Vigilante der einzige ist, der sich in keinem Universum verändert. Außerdem: faschistische Parallelwelten mit Holzhammer-Subtilität, Checkmate als neue Organisationsfantasie, und ein Lex Luthor, der schon mal die Weichen für Man of Tomorrow stellt. Natürlich geht’s auch um stilistische Fragen wie die R-rated Inszenierung von Brutalität und Full Nudity, Musikeinsatz, John Cenas erstaunlich gereiftes Spiel und die Frage, warum sich das Finale plötzlich so anders anfühlt – und ob wir das gut finden. Was meint ihr – ist Peacemaker Staffel 2 noch Selbstironie oder schon Selbstparodie? Wir freuen uns wie immer auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
2 Stunden
„Absence of a heart would be quite fatal.“ „Star Trek: Strange New Worlds“ geht in die dritte Staffel – und verliert dabei weder seine Lust am Genre-Hopping noch den Blick auf die großen Fragen von Star Trek: Wer ist Feind, wer Freundin? Was macht uns zu „Monstern“ – Biologie, Entscheidungen oder die Perspektive der anderen? Und welche Verantwortung hat eine so große Organisation wie Star Fleet beim Erkunden (oder doch Erobern?) neuer Welten? Zur Mitte der für die Serie geplanten 5 Staffeln sind eure liebsten Kultpessis einmal zusammengekommen, um den Status Quo der Serie zu beleuchten, die uns in den ersten beiden Staffeln doch sehr begeistert hatte. Wir sprechen ganz konkret über Captain Batels Suche nach einer neuen Identität, über Ortegas’ Traumaaufarbeitung und über das Netz von Beziehungen, das die Brückencrew immer enger zusammenführt. Aber auch darüber, wo die Serie ihre Utopie verspielt: zwischen heteronormativem Romance-Drama, deterministischen Biologie-Erzählungen und dem Zwang, immer mehr TOS-Figuren ins Ensemble zu holen. Was meint ihr – hat die Serie den Zauber der ersten beiden Staffeln behalten oder sich im Nostalgie-Ballast verheddert? Wir freuen uns auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
2 Stunden 47 Minuten
„Maybe that's the real Punk Rock.” Fliegt er noch gegen Wände oder schon in unsere Herzen? Superman ist zurück auf der Leinwand – vielleicht DER eine Superheld, über den man niemandem mehr etwas erzählen muss. Der eine Superheld, dessen Lore sich so fest in unsere Köpfe gesetzt hat, ein Crawl am Filmbeginn mit 10 Zeilen Text ausreicht, um komplett drin zu sein. Der eine Superheld, der – richtig verstanden – das neue DC Universe auf ein festes Fundament stellen kann. Oder? Liegen vielleicht auch zu viel Erwartungen auf dem neuen DC-Filmchef James Gunn und seiner Schauspielcrew rund um die hinreißenden David Corenswet und Rachel Brosnahan? Kann ein locker-leichter, fast kitschiger Superheldenfilm wirklich der Übergang zu etwas Neuem sein, das auch nach vier Filmen noch spannend ist? Und wie politisch hätten wir's denn gerne? Über all das und ja, natürlich auch über den unerzogensten Hund der Filmgeschichte, sprechen wir in dieser Episode. Was glaubt ihr – schafft Christopher es dieses Mal, Marx nicht zu erwähnen? :) Wir freuen uns auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog. Und schicken euch gern weiter zu unseren Podcastkolleg*innen aus anderen Podcasts, die den Diskurs um den Film noch viel mehr bereichern. Mehr dazu in der Episode und in den Shownotes!
2 Stunden 32 Minuten
„Next Year on Yavin.” Faschismus, Fragmentierung, Farmen: Die zweite Staffel der Star-Wars-Serie Andor setzt die Geschichte um Cassian fort, aber sie erzählt weit mehr als nur seine. Im Zentrum stehen nicht Heldentum oder Schicksal, sondern Systeme: Bürokratien, Imperien, Rebellionen – und was sie mit den Menschen machen, die in ihnen funktionieren, scheitern oder verschwinden. In dieser Episode sprechen wir über die strukturelle und visuelle Brillanz von Tony Gilroys Serie, über Mon Mothmas stille Radikalisierung und Luthen Raels Selbstverbrennung, über Bürokrat*innen mit Machtkomplexen, Revolutionär*innen mit Schuldkomplexen und das ISB als Paradebeispiel für faschistische Organisationslogik. Welche Formen des Aufstands gibt es und (warum) braucht die Rebellion Charaktere wie Saw Gerrera und Luthen? Was erzählt uns Andor über die Summe kleiner Brüche, statt die große Heldentat in den Fokus zu nehmen? Was hat das alles mit Marx zu tun? Und warum fühlt es sich so verdammt aktuell an? Wir freuen uns auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog. Vielleicht habt ihr ja auch eine Idee, wer das Baby ist :)
1 Stunde 45 Minuten
„This isn't the fight!” Ein rutschender Kühlschrankmagnet, eine Schulter im Bild, ein Blick durch einen Türspalt – „Nickel Boys”, das fiktionale Regiedebüt des bisherigen Dokumentarfilmers RaMell Ross, basierend auf einem Roman von Colson Whitehead, zwingt uns mit seiner Ego-Perspektive in eine radikale Nähe. Der Film zeigt Gewalt nicht spektakulär, sondern kontrolliert – oft durch Reaktionen, durch Stille, durch das, was wir nicht sehen. Genau darin liegt seine Wucht. In dieser Episode sprechen wir über die visuelle und erzählerische Kraft dieses besonderen Blicks, über Elwood und Turner als zwei gegensätzliche Überlebensstrategien und Philosophien in der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung – und darüber, was es bedeutet, wenn ein Mensch am Ende buchstäblich im Anderen weiterlebt. Wie kann ein Film so schonungslos sein, ohne voyeuristisch oder ästhetisierend zu werden? Und was bleibt von einem Ich, wenn man der Gewalt nicht entkommt, sondern ihr entwächst? Außerdem: Barry-Jenkins-Vergleiche, stille Wut, laute Subjektivität – und warum Nickel Boys vielleicht kein Film zum reinen Anschauen, sondern auch einer zum Aushalten ist. Wir freuen uns auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.
3 Stunden
„They give us half a life and think we won’t fight for it.” Ein Schreibtisch, vier Wände, Neonlicht. Keine Fenster, keine Erinnerungen – nur Arbeit. Hier beginnt jeden Morgen das halbe Leben der Innies Marc S., Helly, R., Irv und Dylan bei Lumon Industries. In der zweiten Staffel der Serie Severance kämpfen die Innies, die sich ihrer Situation als „Abspaltung und Resterampe” ihrer Outies immer mehr bewusst werden, nicht nur um ihre Freiheit, sondern auch um ihre Menschlichkeit. In unserer Episode sprechen wir über die gnadenlose Logik von Kapitalismus und Corporatism, über die philosophischen Fragen nach Menschlichkeit und Menschenrechten – und darüber, was eigentlich Ziegen mit all dem zu tun haben. Außerdem tauchen wir tief in die immer dichtere Lumon-Lore ein: Was will das Unternehmen wirklich? Wie viel Kontrolle hat Helena – und wie viel Ms. Cobel? Was bedeutet es, wenn ein Mensch in noch mehr Teile zerlegt wird als nur zwei? Und wieso ist die Selbstbefriedigung von Dieter Eagan der Ausgangspunkt von allem? Wir freuen uns, wenn ihr mit uns weiterdiskutiert – wie immer auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog! Notfalls nehmen wir auch eine Marching-Band-Performance :)