Seelenfutter Archiv
312 Episoden
39 Minuten
Wohin uns die Träumen führen, davon handelt die neue Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter. "in den kavernen des traumes lagern die geheimen vorräte", damit beginnt das Gedicht von Jürgen Brocan, das Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in ihrer 237. Folge vorstellen. Spannend, wohin der Weg der am Tag fortgeführten Träume dann führt. Dagegen erklingt Herders Gedicht "Ein Traum ist unser Leben" sphärisch, weil darin im Alltäglichen auch immer etwas Ewiges durchschimmert. Dazu gibts Bibelworte, vom Propheten Joel und aus dem Buch des Predigers. Traumschön.
36 Minuten
Ist es Melancholie oder schmunzelnde Altersweisheit? Mit Issa's Haiku verbinden sich grundlegende Haltungsfragen, die sich aus einer Alltagssituation ergibt, wenn nämlich jemand flugs überholt wird. Ein herbstliches Abendbild. Dabei lässt die maximale Reduktion der Haiku-Technik, ein Gedicht in 17 Silben, reichlich Raum für eigene Ausdeutungen. Dazu stellen Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht "Septembertag" von Christian Morgenstern, das ebenso in enorm knapper Form ein intensives Herbstgefühl in Worte bringt, bei dem es um Wahrheit, Leid und Süße geht. Sehr besonders! Dazu gibt es Bibelworte aus der Genesis und nach Johannes.
42 Minuten
Der Standort, den ich habe, ist geprägt von Erfahrung und von Haltung. Luis Garcis Montero dichtet in "Ich bekenne" über Schuld und Befreiung: "Abhängig von einem Fehltritt bin ich..." Ein Gedicht, das auch von der Relevanz von Dichtung erzählt. Groß. Dazu stellen Lyrik-Podcaster Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht "Bekenntnis" von Rose Ausländer. Ein wahrlich starkes statement. Und auch hier spielt die Lyrik eine große Rolle: "...zur Poesie, die das Märchen vom Menschen spinnt". Zwei starke confessions! Dazu gibt es Bibelworte von Paulus.
41 Minuten
Wald-Gedichte tragen eine besondere Färbung ein. Das Staunen vor der Schöpfung, das sich manchmal mit dem Staunen vor dem Schöpfer verbindet. Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen ein Gedicht der zeitgenössischen deutsch-finnischen Dichterin Dorothea Grünzweig und "Waldesrauschen" des Dichters Stephan Milow zusammen. Bei Grünzweig erscheint der Wald als Schutzraum, der birgt und nährt ganz wie in frühkindlichster Erfahrung. Es wird wirklich existentiell. Milow, der weit über 100 Jahre früher dichtete, malt die Sinnlichkeit des Waldes aus, um schließlich sich ins Metaphysische zu erheben ("Ich wehe aus der Urzeit her und ehe weiter bis ans Ende"). Wunderbar! Dazu gibt es Bibelworte aus dem Psalmen und aus dem Buch Samuelis.
37 Minuten
Der Frieden ist fragil in diesen Zeiten, in der Welt und im eigenen Land. Grund genug, dass Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard zum Friedenswochenende 01.09. Friedensgedichte präsentieren und miteinander bedenken. "Der Friede" zeigt sich im gleichnamigen Gedicht von Klabund arg zerzaust und abgekämpft. Und doch so unerhört kostbar. In "Friedensmacht" des Dichters, Sing-Songwriters Max Prosa tritt der Frieden kraftvoll auf, wenn auch dabei zerbrechlich, wunderbar. Gerade im Gegenüber wirken beide Gedichte besonders. Dazu gibt es Psalmverse.
45 Minuten
Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz. Die Zuschreibungen für Schneewittchen sind weit bekannt. In "schneewittchenrosen“ nimmt die Dichterin Doris Runge die Farbtöne auf und lässt sie so weit schweben, im Botanischen, im Menschlichen, im Existentiellen – darüber nachzusinnen ist eine große Freude. Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen dazu Richard Dehmels „Wellentanzlied“, ein traumschön rhythmisch-schaukelndes Gedicht, scheinbar ungetrübt, aber in kluger Tiefe angelegt. Dazu gibt es Bibelworte aus dem Buch des Prediger und vom Prophetenbuch Jona.
38 Minuten
"nach dem Guss das Warten". Die ganz eigene Stimmung nach einem Sommerregen fängt die Lyrikerin Friederike Haerter in ihrem Gedicht "Parkstühle" aufs Schönste ein. Bezaubernd, wie die Sitzmöbel zum Leben erwachen! Dazu stellen Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht "Regenlied" von Selma Meerbaum-Eisinger. Darin erklingt das Rauschen des Starkregens, die Energie und Gewalt der Elemente bezwingen jeden Widerstand: Zum Schluss aber das Nachtropfen, "von müder Süße". Großartig! Dazu gibt es Bibelverse vom Propheten Jeremia und aus den Psalmen.
45 Minuten
Der schwedische Lyriker und Literaturnobelpreisträger Harry Martinson dichtet über Siebensterne, ein zähes, krautiges Primelgewächs. Macht vielleicht nicht viel her, aber hält viel aus. "Die Entschiedenheit der Schmächtigen", so endet das Gedicht "Siebensterne", "ist nicht geringer als die der Eichen". Großartig! Dazu stellen Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht "Stimmungen" des Wurzeners Joachim Ringelnatz: Manchmal fühlt sich Leben an wie ein machtloser Grashalm, manchmal wie ein alle Kleinlichkeiten majestätisch überblickender Eichenbaum. Zwei Gedichte, die Natur beschreiben und menschlichen Leben deuten. Seelenfeinkost wieder einmal. Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen.
44 Minuten
Eine ganze Welt in einem Wandertuch: "Könnt ich einen Zipfel dieser Welt erst packen" dichtet Gertrud Kolmar in ihrem wunderbaren Poem "Die Fahrende", das ganz Große in direkter Linie zum lyrischen Ich gemalt: "Alle Eisenbahnen dampfen in meine Hände". Doch diese Welt-Reise verstört und erschüttert. Am Ende erst tritt Stille ein. Dazu stellen Lyrikpodcast-hosts Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard ein erhebendes Gedicht von Christian Morgenstern: "Und so heb dich denn aus den Nebeln des Grams". Ein gewaltiger Aufschwung. Und das Leid schwindet. Dazu gibt es Bibelworte vom Propheten Jesaja und aus dem Hebräerbrief.
45 Minuten
Düster und bedrohlich geht es zu im aktuellen Lyrikpodcast Seelenfutter, und zugleich schelmisch und augenzwinkernd. Heinrich Deterings „in den Domänen der Dämonen“ zaubert eine finster-kalte Atmosphäre, in der das Unwesen zeitloser Finster-Kräfte in sprachlicher Eleganz und Wortwitz entkleidet wird. Nicht ganz, aber erträglich bleibt es immer. Dazu stellen Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard „Mein Dämon“ von Hugo Ball, eine Burleske, in der das ganz große Schöpfungswerk neben einem eingeschnitten Fußzehennagel steht – hinreißend. Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen und nach Matthäus.
35 Minuten
Die Sache mit der Identität ist nicht so einfach. Manchmal ist das Eigene etwas Vielfaches. So dichtet die große Emmy Hennings im Jahr 1922. „Ich bin so vielfach“ lautet der Titel des Gedichtes, das die Lyrikpodcast-Hosts Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in der aktuellen Folge des Seelenfutter vorstellen. Dazu setzen sie ein Gedicht des Sängers und Dichters Max Richard Lessmann, ein „Husumer Jung“ unserer Tage, dass von der inneren Arbeit erzählt, die die Suche nach dem Eigenen mit sich bringt: „…Weil Augen mit dunklen Schatten mehr sehen…“. Dazu gibt es Bibelworte aus dem Buch der Offenbarung und dem Buch Prediger.
1 Stunde 4 Minuten
In der ersten internationalen Sonderfolge des Lyrikpodcast Seelenfutter geht es um die Kraft der Sprache. Was sie kann, wo sie versagt, wie sie in uns wächst. Dabei bringt der österreichischen Lyriker und Musiker Thomas Andreas Beck ein sehr besonderes Gedicht von Peter Turrini bei, derart intensiv, auch verstörend, vor allem aber: Ein Weckruf. Die Gastgeber des Lyrikpodcasts Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen dazu "Worte" von Ernst Stadler, ein coming-of-age-Gedicht über Aneignung von Sprache, sowie "Revolte" von Rose Ausländer, von der Bemächtigung, die von Worten ausgeht. Dazu klingen Bibelverse aus den Psalmen, nach Matthäus und aus den Johannes-Briefen. "Heuer", wie es in Österreich heißt, gehts unter die Haut und in den Mut.
37 Minuten
Nachtgedichte von besonderer Magie stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard im Lyrik-Podcast Seelenfutter zueinander: In „wie kino“ entfaltet Doris Runge ein phantastisches Bild einer Abendstimmung, in die selig einzutauchen fast naturgesetzlich scheint. Dazu klingt Eichendorffs „Nachtzauber“, von romantischer Innigkeit und nicht ohne Rührung, wunderschön. Dazu Psalmworte. Wirklich eine Seelen-Wohltat.
Ps.: Nachtgedichte gibts auch live: Das Nacht-Seelenfutter im Rahmen der Husumer Kulturnacht, 06.07., 22.45h in der Marienkirche
Ps.: Nachtgedichte gibts auch live: Das Nacht-Seelenfutter im Rahmen der Husumer Kulturnacht, 06.07., 22.45h in der Marienkirche
43 Minuten
Karl Kraus verstummte, weil er die Welt "lesen" konnte, im Jahr 1933: "Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte". Im Lyrik-Podcast Seelenfutter stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Erschüttern des großen deutschen Lyrikers zu Beginn der Nazi-Zeit neben das Gedicht "Fragen" der zeitgenössischen mexikanischen Lyrikerin Maricela Guerrero, die der Herzensbewegung des Dichtens eine ganz andere Richtung gibt: Damit "wir dem Ruf der Freude folgen können". Mythische und mystische Wortbilder geben eine eigentümliche Kraft in düsterer Zeit. Seelennahrung, versehen mit Bibelversen nach Lukas und aus den Psalmen.
43 Minuten
Dramatisch kommt die aktuelle Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter daher, denn die großen Lebensthemen werden aufgerufen in den kleinen poetischen Texten, die Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard vorstellen. Max Prosa singt und dichtet, hier einen Text, der den Finger in die Wunde legt, dass es der Menschheit bei aller Schicksalsgemeinschaft doch grundlegend an Mitgefühl fehlt. Annette von Droste-Hülshoff, die große Droste, dichtet in einem Schwall aus Zorn und Anklage über die satt-sicheren "frommen Leute", die über andere urteilen und dabei sich selbst richten. "Not" ist der verbindende Schlüssel. Dazu gibt es Psalmworte. Spannend.