"Das Abenteuer Persönlichkeit" von Roland Kopp-Wichmann Archiv
386 Episoden
21 Minuten
Narzissten erkenne ich meist sofort, in den ersten paar Minuten. An ihrer Mimik, der Körpersprache und ihrem Verhalten. Bei einem 3-h-Coaching betreten sie als Narzisst nicht meinen Praxisraum, sie besetzen ihn. - Mit raumgreifenden Schritten steuern sie auf den Sessel zu und lassen sich breitbeinig darin fallen. - Oder Sie verrücken gleich mal den Sessel ohne zu fragen, so dass sie mir genau gegenübersitzen. - Dann schauen sie mich nicht an, sie mustern mich. Sie wollen wissen, woran sie mit mir sind. - Und stellen oft eine Frage nach meiner Kompetenz: „Haben Sie eigentlich Erfahrung mit Vorständen/top-down-issues/Konflikteskalationen …
20 Minuten
Der Coaching-Markt wächst. Dieser Trend ist sowohl in Deutschland als auch weltweit festzustellen. Die Wachstumsraten liegen im zweistelligen Bereich. Schätzungen gehen von 8.000 bis 10.000 seriösen Anbietern in Deutschland aus. Mit steigender Tendenz. Da der Titel „Coach“ nicht geschützt ist, kann sich jeder so nennen. Das heißt, zu den genannten Zahlen kommen noch die „unseriösen“ Anbieter dazu. Wie soll man da ein erfolgreicher Coach werden?
25 Minuten
Seit die zierliche Japanerin Marie Kondo 2011 ihr erstes Buch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert veröffentlicht hat, kennen Menschen in aller Welt ihre „KonMari“-Methode. Da ich manchmal ein Näschen für Trends habe, schrieb ich schon damals einen Blogartikel über diese neue Form des Aufräumens. Hier können Sie ihn lesen … Mehr als sieben Millionen Exemplare ihrer inzwischen drei Bücher wurden in 38 Sprachen übersetzt. Seit Anfang des Jahres, marketingmäßig ideal zum Zeitpunkt der Neujahrsvorsätzen, hat die umtriebige Japanerin ihre eigene Marie-Kondo-Show bei Netflix. Und die Serie ist ein Riesenerfolg. Die Leute lieben Aufräumen mit Marie Kondo. Hier die Marie Kondo Methode in Kurzform: - Alle Gegenstände in Haus oder Wohnung werden nach Kategorien bearbeitet und nicht nach Zimmern. - Also alle Hosen, alle Hemden, die gesamte Unterwäsche usw. - Man beginnt mit Kleidung, denn dort gibt es am meisten auszusortieren. - Dann kommen Bücher, Papiere, die Komono (Küche, Bad, Garage, Diverses) - Und am Ende Gegenstände, die stark mit Gefühlen und Erinnerungen behaftet sind. Das ist naturgemäß am schwersten. - Alle Sachen sollen in einem großen Haufen liegen, bevor man sie aussortiert. Nur so bekommen Sie einen – manchmal einen erschreckten – Eindruck, wie viel Zeug Sie tatsächlich besitzen. Und jetzt kommt der Clou: Aussortiert wird nicht nicht nach Nützlichkeit, Brauchbarkeit oder ursprünglichem Anschaffungswert – sondern nur nach „spark joy“. Dazu soll man jeden Gegenstand in die Hand nehmen und spüren, ob er Freude auslöst. Seit sieben Jahren halte ich meine Sachen mit dieser Methode in Ordnung. Trotzdem gibt es elf Punkte, wo ich finde, dass Marie Kondo nicht Recht hat ... Hören Sie mehr dazu auf diesem Podcast. Diesen Beitrag können Sie auf meinem Persönlichkeits-Blog nachlesen.
14 Minuten
Jeder hat wohl schon mal Dinge erlebt, die er als Zufall einordnet, also als unwahrscheinliche, glückliche Umstände, die er nicht willentlich hätte herstellen können. Ich auch. Irgendwann in unserem Leben haben wir alle Synchronizitäten erlebt – Zufälle, bei denen sehr unwahrscheinliche Ereignisse auftreten. Sind solche Zufälle nur Zufälle oder ist da mehr am Werk? Was bedeuten Zufälle? Ist Zufall nur ein Mangel an Information? Um solche bemerkenswerten Ereignisse zu erklären, prägte der Schweizer Psychologe C. G. Jung den Begriff „Synchronizität“ und definierte ihn so ... Hören Sie mehr dazu auf diesem Podcast. Diesen Beitrag können Sie auf meinem Persönlichkeits-Blog nachlesen. Noch mehr Persönlichkeits-Tipps bekommen Sie mit meinem sonntäglichen Newsletter. Bitte bewerten Sie diesen Podcast. Danke.
27 Minuten
Sinnfragen tauchen in meinen Coachings immer wieder auf. Solche Fragen entstehen bei Menschen, die es geschafft haben. Also eine Karrierestufe erreicht, die ein auskömmliches Einkommen sichert. Die eine Partnerschaft oder eine Familie haben, wo die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und Zeit ist, durchzuatmen – und Bilanz zu ziehen. Alles okay soweit. Und wie geht’s jetzt weiter? Wie es weitergehen kann und was einen dabei antreibt, erklärt gut die Bedürfnispyramide von Maslow. Wenn der Job fesselnd und herausfordernd genug ist, ist alles gut. Sinnfragen entstehen, wenn sich jemand am Ende eines langen Arbeitstages fragt: „Was habe ich heute eigentlich gemacht?“ . Und darauf keine befriedigende Antwort findet. So wie mein Klient im 3-h-Coaching.
27 Minuten
Bestimmt kennen Sie Beispiele von passiv-aggressivem Verhalten. Auch wenn Sie dabei nicht an diesen Fachbegriff denken: - Auf der Autobahn schleicht ein Autofahrer im Schneckentempo, eine Reihe Autos hinter sich. Auf sein Verhalten angesprochen würde er vielleicht antworten, dass durch zu schnelles Fahren Unfälle passieren und die Autobahn für alle da wäre. - Ein Angestellter befolgt die von der Geschäftsführung gemachten Vorschriften sklavisch genau und verzögert dadurch die Zusammenarbeit mit anderen. Darauf angesprochen, weist er daraufhin, dass Vorschriften eben dazu da sind, dass man sie befolgt, sonst bräuchte man sie ja nicht. - Der Azubi, der beim Zusammenstellen der Stühle im Seminarraum laut schnauft und öfter eine lange Pause macht, um sich zu erholen. - Der Partner, der oft Kopfweh bekommt, wenn beim Zubettgehen eine erotische Stimmung in der Luft liegt. - Ein Mitarbeiter reißt einen Witz über Schwule. Als ein homosexueller Kollege sich das verbittet, wird ihm Humorlosigkeit vorgeworfen. - Ein Kind, das sich ungerecht behandelt fühlt, läuft von zu Hause weg und hofft, dass die Eltern sich Sorgen machen und es suchen. Ihr Partner will eigentlich nicht mit ins Kino, sagt aber dann doch zu. Braucht allerdings so lange, sich fertigzumachen, dass sie erst eine halbe Stunde später loskommen. - Der neidische Kollege, der es immer mal vergisst, Sie über ein wichtiges Detail des Kunden zu informieren. Das Gemeinsame dieser Menschen ist: Sie ärgern sich, aber sie sprechen nicht darüber, sondern kontern mit Sturheit und indirektem aggressiven Verhalten. Und sie widersetzen sich äußeren Einflüssen. Hören Sie mehr dazu auf diesem Podcast. Diesen Beitrag können Sie auf meinem Persönlichkeits-Blog nachlesen. Noch mehr Persönlichkeits-Tipps bekommen Sie mit meinem sonntäglichen: Newsletter. Bitte bewerten Sie diesen Podcast. Danke. Bild: https://www.flickr.com/photos/zionfiction/8334993349/
25 Minuten
Über Ohnmacht und die entsprechenden Gefühle zu schreiben, ist riskant. Denn das passt nicht zum Zeitgeist, der eher die unbegrenzte Machbarkeit verherrlicht. Wie gerade die Meldung über genetisch veränderte Babies zeigt. Wir wollen uns nicht ohnmächtig fühlen, sondern phantasieren lieber: „Nichts ist unmöglich!“ oder behaupten tapfer „Geht nicht gibt’s nicht!“ Aber wenn wir ehrlich sind, müssen wir erkennen, dass wir häufiger ohnmächtiger sind als uns lieb ist. Nicht nur angesichts von Naturkatastrophen oder Wetterereignissen. Das alltägliche Leben zeigt uns, wie wenig wir oft ausrichten können: Im Dieselskandal werden Autokäufer jahrelang für dumm verkauft. Und das noch mit kräftiger Unterstützung der eigenen Regierung. Jährliche Konferenzen beschwören den Ernst der drohenden Klimakatastrophe, vor der der Club of Rome seit 50 Jahren warnt. Nur sture Optimisten glauben noch, dass die für ein Überleben notwendigen Klimaziele noch erreicht werden können. Als Radfahrer fühlt man sich ohnmächtig gegenüber rücksichtslosen Autofahrern. Fußgänger erleben dasselbe mit rücksichtslosen Radfahrern. Ohnmacht zu erleben, ist ein scheußliches Gefühl. Denn wir spüren dann, dass wir auf ein Geschehen keinen Einfluss haben. Absolut keine Kontrolle. Niemand will das haben – und trotzdem erleben wir es täglich. Wir retten uns oft daraus, indem wir glauben, dass es ja nicht so sein müsste.
17 Minuten
Was Menschen mit einer Zwangsstörung wirklich verstören kann, ist die Erkenntnis, dass eine Zwangsstörung selten weggeht. Meist ist es so: Die Zwangsstörung wird nicht besser – aber Sie werden besser im Umgang mit den Zwängen.
13 Minuten
Im öffentlichen Raum lernt man die egoistische Seite von Menschen schnell kennen: - Autofahrer, die auf der Autobahn mit der Lichthupe drängeln. - Radfahrer, die sich an keine Verkehrsregeln halten. - Bahnreisende, die das ganze Zugabteil an ihrer Handykommunikation teilhaben lassen. - Helikoptereltern, die schwungvoll fast über Ihren Fuß ihr Kind bis vor den Schuleingang fahren. - Gaffer, die Rettungsarbeiten bei Unfällen behindern und alles filmen wollen. - Männer, die im Bus breitbeinig sitzen und andere mit ihrer Lieblingsmusik beschallen. - Urlaubsgäste, die um 7 Uhr morgens sich die besten Liegen reservieren. - … Gibt es einen gemeinsamen Faktor, der solche antisozialen, rücksichtslosen Verhaltensweisen erklären könnte? Hören Sie mehr dazu in diesem Podcast. Diesen Beitrag können Sie nachlesen auf meinem **[Persönlichkeits-Blog](https://www.persoenlichkeits-blog.de/article/110983/egoismus)**. Noch mehr Persönlichkeits-Tipps bekommen Sie mit meinem sonntäglichen Newsletter. [https://goo.gl/Ht4kJ5](https://goo.gl/Ht4kJ5) Ich würde mich freuen, wenn Sie meinen Podcast bewerten. Danke!
18 Minuten
_„Auch wenn ich mittendrin bin, gehöre ich nicht dazu“_, war der erste Satz meines Coaching-Klienten. Dieser Satz ließ mich aufhorchen, weil ich vor Jahren mal eine Studie gelesen hatte, wie sehr das mangelnde Gefühl von Zugehörigkeit und Depression miteinander in Verbindung stehen. _„Wie meinen Sie das?“_ fragte ich. _„Ich bin Jurist, Einserkandidat, im Iran geboren. Meine Eltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland und wollten mir alles ermöglichen, was hier wichtig ist. Bildung, Aufstieg, Wohlstand. Ich habe das alles geschafft, aber ich weiß nicht wo ich hingehöre.“ _ Menschen mit diesem Lebensthema fühlen sich häufig fehl am Platz, ziehen sich allgemein schnell zurück. Glauben, dass sie irgendwie anders seien als andere und deswegen eher stören oder eine Belastung sind. Zugehörigkeit ist ein starker Motor für Handlungen. Jugendliche lassen sich tätowieren oder den Kopf kahl scheren. Der erste Schluck Alkohol, die ersten Drogen oder der Wunsch, einer Sekte anzugehören, entspringen diesem starken Drang nach Zugehörigkeit. Auch der Terrorist fühlt die Zugehörigkeit zu seiner Gruppe und ist bereit, sich im Sinne der Spielregel zu opfern. _„Wie und wann erleben Sie Ihre mangelnde Zugehörigkeit?“ _wollte ich wissen. _„Ich leite eine florierende Anwaltskanzlei in Stuttgart mit zwei Partnern und sechs Angestellten“, antwortete der Klient. „Mittags gehen wir meistens in einem der umliegenden Restaurants essen. Da weiß ich zum Beispiel nie, mit wem ich essen gehen soll. Gehe ich mit den Partnern, denke ich, dass die lieber ohne mich essen gehen würden, weil ich der Chef bin. Aber ich denke, das würden sie sich nicht trauen, mir da zu sagen. „Manchmal würde ich lieber mit einigen Angestellten essen gehen, weil die lustiger sind, aber dann denke ich, dass sie lieber unter sich wären und sich auch nicht trauen, mir das zu sagen. Als Ausweg schütze ich um die Mittagszeit meistens Arbeit vor und gehe allein in ein Schnellrestaurant. Aber ich finde das seltsam!“_ Hören Sie mehr dazu in diesem Podcast. Diesen Beitrag können Sie nachlesen auf meinem **[Persönlichkeits-Blog](https://www.persoenlichkeits-blog.de/article/111045/zugehoerigkeit)**. Noch mehr Persönlichkeits-Tipps bekommen Sie mit meinem sonntäglichen Newsletter. [https://goo.gl/Ht4kJ5](https://goo.gl/Ht4kJ5) Ich würde mich freuen, wenn Sie meinen Podcast bewerten. Danke!
21 Minuten
Eine Zwangsstörung ist eine häufige, chronische und lang anhaltende psychische Erkrankung, bei der ein Mensch unkontrollierbare, wiederkehrende Gedanken (Obsessionen) und Verhaltensweisen (Zwänge) hat, und den Drang verspürt, sie immer zu wiederholen. Zwangsgedanken können sein: Angst vor Keimen oder Verunreinigungen Unerwünschte verbotene oder tabuisierte Gedanken, die Sex, Religion und Unfälle betreffen. Aggressive Gedanken gegenüber anderen oder sich selbst. Die Dinge müssen symmetrisch oder in perfekter Ordnung angeordnet werden. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht etwas zwanghaft tun muss“, berichtet die Lehrerin im Coaching. „Ich hatte schon immer eine lebhafte und weitreichende Phantasie, und vielleicht hat das zu den Zwängen beigetragen, mit denen ich immer noch kämpfe. Etwas so Einfaches wie das Ausschalten eines Lichtschalters kann zu einer halbstündigen Aufgabe werden. Mein Körper kann sich mit dem Schalter an der Wand herumschlagen und mein Gehirn würde den Zwang mit aufdringlichen Gedanken bekämpfen, bis Tränen über mein Gesicht strömen. Gleichzeitig hämmert mein Herz wie wild und ich schwitze. Manchmal beneide ich Menschen, die eine Grippe haben oder Burnout oder das Bein gebrochen. Da meine Kämpfe „unsichtbar“ sind, ist es meistens extrem schwer, Arbeitgebern und Freunden zu erklären, dass ich zu spät kam, weil ich zwanzig Minuten damit verbracht habe, das Licht auszuschalten. Oder weil ich dreimal zu meinem Haus zurückfuhr, um sicherzustellen, dass meine Tür abgeschlossen war.“ Marion Z. ist Oberstudienrätin an einem Gymnasium. 44 Jahre alt, verheiratet, ein 15 jähriger Sohn. Hören Sie auf diesem Podcast, was hinter den Zwängen stand.
"Das Abenteuer Persönlichkeit" von Roland Kopp-Wichmann
Einer der ältesten und erfolgreichsten Podcasts zum Thema "Persönlichkeit".