Morgenimpuls Archiv
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Ein weiteres sehr buntes und tiefsinniges Bilderbuch von Leo Lionni ist das vom Chamäleon. Es sitzt da und stellt fest: der Papagei ist grün, der Elefant grau, der Goldfisch rot und das Schweinchen rosa. Aber ich selbst wechsle immer die Farbe, je nachdem wo ich sitze. Auf Zitronen ganz gelb, auf Heidekraut lila und auf Tigern gestreift. Auf einem grünen Blatt traurig sitzend, bleibt er grün und will da immer bleiben, um endlich eine eigene Farbe zu haben. Aber der Herbst kommt und das Blatt und das Chamäleon werden erst rot, dann braun und werden dann von einem Windstoß auf die Erde geworfen und werden schwarz. Und plötzlich sitzt dort ein zweites Chamäleon. Und sie beschließen, immer zusammen zu bleiben und zusammen ihre Farben zu wechseln, wie immer sie wollen. Und das tun sie dann auch und sind glücklich und zufrieden für den Rest ihres Lebens. Jemanden zu finden, der meine Fragen und Sorgen, meine Freude und mein Leid, meine Farben und mein so unterschiedliches Leben teilt, ist ein großes Glück für uns Menschen. Schon in den schönen Erschaffungsgeschichten im Buch Genesis, wo es um Erfahrungen der Menschen mit Gott geht heißt es: "Es ist nicht gut das der Mensch allein ist" Miteinander und aneinander werden wir zu dem Menschen, die wir sein können und wie Gott uns gedacht hat. In den harten Monaten und Jahren der Coronapandemie haben wir sosehr gespürt, dass wir einander brauchen um Leben zu können und um uns zu entwickeln. Gerade Kinder und Jugendliche haben sehr gelitten und wir wissen heute, dass viele Probleme, die sie jetzt haben, aus der verordneten Einsamkeit kommen. "Wer glaubt, ist nie allein" ist andererseits eines der schönen Worte, die von Papst Benedikt überliefert sind. Die tiefe Verbundenheit und Gemeinschaft mit dem Gott des Lebens und mit allen an ihn Glaubenden, ist ein großer Schatz in unserem Dasein und ist vielen Menschen gerade in den letzten Jahren nochmal viel bewusster geworden.
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Eine weitere der vielen schönen Geschichten von Leon Lionni ist die von Frederick. Er lebt mit seiner Feldmäusefamilie an einer alten Steinmauer nahe bei einem Kornspeicher. Aber irgendwann zogen die Bauern weg und der Kornspeicher war leer. Und so mussten die kleinen Mäuse Tag und Nacht sammeln und suchen damit sie Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zusammensammeln und für den Winter einlagern konnten. Außer Frederick. Auf die Anfrage der anderen Mäuse gab er zu bedenken: ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten dunklen Wintertage, ich sammle Farben, denn der Winter ist grau, ich sammle Wörter, denn im langen Winter haben wir nichts mehr, worüber wir sprechen können. Und so kommt es. Als der Winter lang und kalt und grau wird, erzählt er von Sonne und Wärme, blauem Himmel und bunten Blumen, dichtet fröhliche Gesänge und hilft seiner Familie, die dunkle, kalte, graue und hungrige Zeit gut zu überstehen. Role Kalkbrenner hat daraus ein wunderschönes Lied getextet das so beginnt: „Ich sammle Farben für den Winter und mal sie auf ein Blatt Papier. Und wird die Welt eines Tages grau und leer, dann schenk ich meine Farben her. Ich sammle Licht für alle Blinden, die die Schönheit dieser Welt schon nicht mehr sehn. Die gerade Wege gehn, ohne sich mal umzudrehn, die immer nur im Schatten stehn.“ Ich finde diese Geschichte und den Songtext sehr passend für uns Glaubende heute früh. In den im Moment, nicht so leichten Zeiten weltweit und auch in unserem Land braucht es Menschen, die innere Vorräte angesammelt haben. Vorräte an guten Ideen, Vorräte an guten Worten des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, Vorräte an Geschichten des Volkes Gottes, die immer weitererzählt werden und die nie an Aktualität verlieren, Vorräte an Liedern und Gebeten, die Herz und Seele guttun, ganz gegen die scheinbare Übermacht der Fakten und der Fakenews, Vorräte der Zuversicht, weil wir ahnen und glauben, dass es einen guten Gott gibt, der uns in unserem Leben nicht allein lässt und unsere auch schwierigen Wege mitgeht. Und dann braucht es Menschen, die diese Vorräte, die sie in sich tragen, bereitwillig teilen und mit vollem Herzen und vollen Händen Austeilen und nicht in Sekunden zählen, wie lange dieses Austeilen, dieses Segnen dauern darf. Danke Frederick für diesen guten Tipp.
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Ich hatte ja schon erzählt, dass ich über den Jahreswechsel die Autobiografie des Autors Leo Lionni gelesen habe und bin darin auf viele seiner Buchtitel gestoßen. Manche davon kenne ich, aber viele sind mir fremd und neu. Eine besondere Episode beschreibt er, in dem das erste sehr erfolgreiche Buch entstanden ist. Er hatte seine zwei sehr fitten und agilen Enkelkinder sicher durch eine lange Bahnfahrt zu leiten, ohne dass sie zu viel Unfug anstellen konnten. Also nimmt er im Zugabteil Papier aus seiner Aktentasche, zerreißt es und legt eine Geschichte mit gelben und blauen, schnell zurecht gerissenen Punkten. Und er erzählt die Geschichte im Tun, und alle Mitreisenden werden immer leiser und hören sehr gebannt zu. Es geht um Freundschaft und Liebe und auch um Farben und wie sich Farben verändern, als sich das kleine Blau und das kleine Gelb umarmen. Freundschaft verändert Menschen und es kommen neue Farben ins Spiel des Lebens. Die Eltern Blau und Gelb in der Geschichte erkennen ihre Kinder zunächst nicht wieder, weil sie doch bisher keine grünen Kinder haben. Erst in den erschrockenen Tränen der Kinder werden die Ursprungsfarben gelb und blau wieder sichtbar. In den Menschen, die in Freundschaft mit Jesus leben und leben wollen, wird das genau so deutlich. Sie verändern sich, weil sie versuchen, wie er zu leben, seine Färbung anzunehmen, seine Art zu beten, mit dem Vater im Himmel im Kontakt zu bleiben, seine Art mit dem Guten und dem Bösen in den Menschen umzugehen und den eigenen Auftrag nicht zu vergessen. "Seid heilig, weil auch ich heilig bin" ist eine der Aufforderungen Jesu, die Petrus in einem seiner Briefe schreibt. Und dieses heilig, also immer mehr heil werden, der Einzelnen, fördert und färbt ab und steckt an und lässt ebenso die Menschen der Umgebung eine neue Farbe in ihrem Leben annehmen und aufleuchten. Mehr als blau und gelb und grün und bei jedem von uns in einer anderen Leuchtkraft.
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Kennen Sie Swimmy, das entzückend kleine Kinderbilderbuch aus den Sechzigerjahren?Ich hatte über den Jahreswechsel die Autobiografie des Autors Leo Lionni gelesen und bin darin auf viele seiner Buchtitel gestoßen. Und meine Mitschwester hatte dieses kleine Büchlein tatsächlich im Regal. Es ist die Geschichte eines kleinen Fisches in einem großen Schwarm kleiner roter Fische. Im Unterschied zu ihnen ist er nicht rot, sondern schwarz, also anders. Als sein Schwarm von einem großen Fisch gefressen wird und nur er allein übrig bleibt, schwimmt er aus den kleinen Felsenecken des Meeres hinaus in das große, furchterregende Meer und sieht viele wunderbare Geschöpfe, die er vorher nie gesehen hat. Und er trifft einen Schwarm seiner Artgenossen, die sich auch fürchten, ins große Meer zu schwimmen. Und Swimmy hat eine Idee: er lässt seine Schwarmkollegen als Riesenfisch formiert schwimmen und er, er entschließt sich ganz energisch, das Auge dieses Fisches zu sein. Er hat die Gabe, schon vor seinem geistigen Auge zu sehen, wie das als Riesenfisch gehen wird und so können alle seine Kollegen sich auf ihn verlassen ohne immer Angst haben zu müssen, von großen Fischen gefressen zu werden und können ab jetzt fröhlich im Meer leben. Die eine Erkenntnis aus dem Büchlein ist, gemeinsam sind wir stark und Gemeinschaft ist etwas, was wir Menschen brauchen. Aber die noch schönere Erkenntnis ist für mich der feste Entschluss des so kleinen Fischleins, das Auge des Riesenfisches, also der Gemeinschaft zu sein. Was ist so ihr Entschluss für dieses, nun begonnene Jahr 2024? Was oder wie oder wer wollen Sie sein? Und eben nicht nur für mich allein, sondern für die Gemeinschaft meiner Familie, meiner Stadt, meines Dorfes, meiner Arbeitsstelle, meiner Gemeinde, meiner Nachbarschaft, meines Lieblingsvereins? Wo will ich Hand, Fuß, Auge, Ohr, Herz und Seele sein, weil ich es kann und weil ich es will? Eine spannende Überlegung für den Beginn dieses Jahres. Danke Swimmy!
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Morgen feiert die Kirche das (Hoch-)Fest "Epiphanie". "Epiphanias" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Erscheinung, Offenbarwerdung. An diesem Tag wird die Offenbarwerdung der Göttlichkeit Jesu vor aller Welt gefeiert. Erst ab dem 4. Jahrhundert wurde der Tag auch "Dreikönigstag" bzw. "Heilige Drei Könige" genannt.Neben der hohen Theologie, die sich dahinter verbirgt, und die uns deutlich macht, dass sich Gott denen offenbart, die ihn suchen, hat mich immer am meisten daran fasziniert, dass sich um diesen 6. Januar herum zigtausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ganz Deutschland auf den Weg machen – so wie damals die drei weisen Sterndeuter. Sie ziehen von Haustür zu Haustür für die gute Sache – in diesem Jahr für Kinder und Projekte in Amazonien. Sie sammeln Geld für Kinder, denen es nicht so gut geht, die dringend unsere Hilfe brauchen. Ihre Geschenke sind also nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe, die sie dem Kind von Bethlehem geben. Ihr Geschenk ist das "auf den Weg machen" und damit die Botschaft dieses göttlichen Kindes lebendig halten! Denn das spätere Leben dieses Jesuskindes hat so deutlich gemacht, dass es vor allem darum geht: sich für den Nächsten einsetzen, seine materielle und seelische Not wahrnehmen und sich auf den Weg machen, um diesem Nächsten wirklich liebend zu begegnen. Wer das tut, kommt dem Kind von Bethlehem automatisch ganz nah – so nah wie damals die drei Sterndeuter. Wer das tut, kommt dem göttlichen Licht ganz nah und macht unsere Welt dadurch ein Stück heller. Und ein Text von Bischof Klaus Hemmerle macht es nochmal deutlicher. Er schreibt nämlich: "Der Stern hat sich nicht geirrt, als er den Wüstenweg wies, den untersten, den härtesten Weg. Der Stern hat sich nicht geirrt, als er stehen blieb über dem Haus der kleinen Leute: dort ist die große Zukunft geboren.Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es sich aufmachte, den Unbekannten zu suchen. Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es nicht aufgab in der sichtlosen Ungeduld. Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es sich beugte vor dem Kind."
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In der letzten Silvesternacht gab es, wie jedes Jahr, schon Stunden vorher laute Böllerei und schon länger vor Mitternacht dachten manche, nicht mehr warten zu können und legten los mit bunten und lauten Silvesterraketen. Wir saßen in der Anbetungskapelle, mitten in dem ganzen Trubel, zwischen Marktplatz und Kurkölner Platz und dachten zwischendurch, wir hätten die Mitternachtsglocke überhört. Selten habe ich sosehr gespürt, dass dieser Gott genau in diesen Trubel gekommen ist. In die Feierfreude des neuen Jahres, in das Geistervertreiben mit der Knallerei, in das Trinken und Wünschen und Tanzen und sich alles Liebe wünschen. Und als dann die Glocken geläutet haben und wir das "Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“ gesungen hatten, sind wir auch nach draußen gegangen um zu schauen, zu staunen, zu grüßen und mit kleinen Wunderkerzen strahlende Funken zu senden. Irgendwann später gab es einen komischen lauten Knall und da hatten Jugendliche unseren Metallbriefkasten mit einem Böller demoliert und die Klappe lag auf der Straße und das Schloss war herausgesprengt. Aber am anderen Morgen, als sei nicht gewesen, stand in dem demolierten völlig offenen Briefkasten ein Brief für uns Schwestern mit einer Einladung zu einer Veranstaltung. Dieses Bild mit dem kleinen Brief, der in dem kaputten Briefkasten stand, ist für mich schon jetzt DAS Bild des Jahres 2024. Es ist mit einem Schmunzeln der Beweis, dass Gott in all unser Durcheinander, in all den Lärm und auch nicht sehr schönen Erlebnisse, mitten dahinein seine Botschaften schickt und uns erreichen kann. Das Wort für heute steht beim Propheten Jesaja. Er sagt: "Wendet euch mir zu und lasst euch erretten, ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde; denn ich bin Gott, und sonst niemand. Ich habe bei mir selbst geschworen, und mein Mund hat die Wahrheit gesprochen, es ist ein unwiderrufliches Wort: Vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird bei mir schwören: Nur beim Herrn - sagt man von mir - gibt es Rettung und Schutz.“ Tun wir das einfach und nehmen wir seinen Brief aus dem demolierten Briefkasten an.
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Im ersten Jahr, als wir die ägyptisch koptische Flüchtlingsfamilie bei und aufgenommen hatten, gab es mit dem kleinen Sohn das schöne Spiel, an den Bildern und Statuen im Haus entlangzugehen und die Namen der Personen zu sagen. Aber das ist für einen Einjährigen nicht so leicht. Aus Katharina wurde also Nina, aus Veronika wurde Otta, aus dem Hl. Josef wurde Bubu und so weiter. Und im Treppenhaus, an einem Poster mit einem Kreuz kam dann: Oh guck: Schua. Es hat ein bisschen gedauert bis ich verstanden habe, dass er Jeschua – Jesus meinte. Heute denken wir mit der ganzen Kirche an den Heiligsten Namen Jesu. Der Apostel Paulus bringt die große Bedeutung des Namens Jesu in den Zeilen des Philipperbriefes auf den Punkt. Da heißt es: "Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt 'Jesus Christus ist der Herr' – zur Ehre Gottes, des Vaters"Der Name ist schon von seiner Übersetzung her gewissermaßen Programm. Denn "Jesus" (von Jeschua oder Jehoschua) bedeutet wörtlich übersetzt "Gott rettet". Somit spricht jeder, der den Namen Jesu nennt, immer auch ein kurzes Glaubensbekenntnis. In den Jahrhunderten ab 1500 haben die Franziskaner und die Jesuiten, die Verehrung des Namens Jesu, und damit des menschgewordenen Gottessohnes besonders gefördert. Erst seit 2002 ist er wieder als Gedenktag im römischen Kalender. In der Ostkirche hat sich das immerwährende Jesusgebet, auch Herzensgebet genannt, erhalten und viele Menschen beten es. Es ist ganz einfach und heißt: "Jesus Christus, erbarme Dich meiner". Nehmen Sie sich zwischendurch in einer Pause, beim Warten an der roten Ampel, auf die Bahn oder beim Weg zum Einkaufen vor, dieses kleine Gebet zu beten: Jesus Christus, erbarme Dich meiner. Sie bekennen und vertiefen ihren Glauben an den rettenden Sohn Gottes und an den, der gesagt hat: Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt!
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Der neu ernannte Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz wurde am 9. Dezember im Paderborner Dom vorgestellt und von vielen Menschen im vollen Dom herzlich begrüßt. Und dann hat er in einer kurzen Ansprache von sich erzählt und von seinem Werdegang und von den Tagen bis zu dieser Ernennung. Und von den vielen schönen Sätzen und Erkenntnissen dieser Rede ist mir ein Satz hängengeblieben. Er hatte an dem Tag, bevor er von seiner Ernennung erfahren hatte, mit Diakonen darüber nachgedacht was es bedeutet, "an der Wirklichkeit vorbei kann man nicht geistlich sein…".Ja, genau das ist es, was auch den franziskanischen Ansatz der Verkündigung ausmacht. Die Wirklichkeit sehen und leben und durchdenken und dann mit dem Evangelium, den Worten aus der Heiligen Schrift in Beziehung setzen und Kraft und Energie daraus ziehen. Oder auch andersherum, die Texte in den Gebetszeiten lesen und hören und dann über den Tag reflektiert im Handeln in die Wirklichkeit einbringen und Realität werden lassen. Wenn ich schon mal den Begriff "Das Evangelium leben" benutze, verstehen viele Zuhörende diesen Begriff gar nicht mehr. Von daher gefällt mir der Begriff "mit der Wirklichkeit geistlich sein" so viel besser und ist für viele wahrscheinlich verständlicher.Der Hymnus der heutigen Laudes macht noch einmal deutlich: Gottes Wort ist es, das Anfang und Ende der Welt begründet und uns damit im Neuen Jahr Zuversicht schaffen will."Wort Gottes, dessen Macht und Ruf im Urbeginn die Welt erschuf. Du bist der Anfang und das Ende.Der Himmel und die ganze Welt sind deiner Hoheit unterstellt. Du bist der Zeiten Lot und Wende.Die Weisheit baute sich ein Haus, darin spricht Gott sich selber aus, und dieses Wort hat uns getroffen.Nun ist die Welt nicht mehr so leer, nicht mehr die Last so drückend schwer: Der Weg zum Vater steht uns offen."
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Von Ursula Sänger-Strüder gibt es einen kurzen Text für diesen Neujahrsmorgen. Er heißt:"Manchmal wünsche ich mir da kommt eine/r und weckt uns polternd auf aus dem Schlaf der Mittelmäßigkeit. Erinnert uns an unseren Auftrag fröhlich, beharrlich Gottes Wort weiterzutragen, ernst zu machen mit seiner Verheißung und an seinem Reich mitzubauen"Das ist ein ziemlich starkes Wort und verschreckt ganz schön. Aber es heißt darin: fröhlich und beharrlich Gottes Wort weiterzutragen.Das alte Jahr 23 ist vergangen. Kölner würden sagen: Was fott is, is fott. Vergangenem nicht nachtrauern ist eine gute Entscheidung, damit in Herz und Seele Platz wird für Neues. Das Neue fängt einfach an: Vor vielen Jahrhunderten wurde der Jahreswechsel so festgelegt. "Et is, wie et is", sie wissen schon, die Kölner sagen es so. Und wenn es so ist, dann ist es klug, es so zu nehmen und in Gottes Namen zu beginnen.Das alte schließen, und das neue freundlich grüßen. "Et kütt, wie et kütt", die Gelassenheit zu haben, ein neues Jahr mit allem anzunehmen, von dem wir überhaupt nicht wissen, was es bringen wird, hat mit dieser Freundlichkeit zu tun. Wenn ich den neuen Tag mit einem Lächeln in mein Spiegelbild beginne, lächelt mir der Tag zurück. Begrüße ich das neue Jahr mit einem Lächeln.Ernst zu machen mit der göttlichen Verheißung ist nicht so easy, wenn man, wie viele von uns, nicht mehr so fit und voller Tatendrang ist und Herz und Leib und Seele einen guten Anstupser gebrauchen können. Im Buch Numeri steht der schöne Text, der seither im neuen Jahr als Lesungstext in der Eucharistiefeier gelesen wird:"Der HERR sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen: Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen."Vertrauen wir im neuen Jahr auf diesen Segen Gottes mit der Bitte, dass er gebe, dass es gut wird, was wir beginnen und mit Tatendrang anfangen.
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Wir sind "zwischen den Jahren" – Weihnachten ist irgendwie schon vorbei, das aktuelle Jahr liegt in den letzten Zügen, aber das neue ist noch nicht da. Wobei wir Christen wissen: Die Weihnachtszeit, die dauert ja noch. Viele Menschen nutzen die Tage jetzt zum Entspannen, vielleicht das Buch zu lesen, das man geschenkt bekommen hat oder man hat endlich mal Zeit für die Familie. Zwischen den Jahren: 2023 ist gefühlt vorbei, 2024 aber noch nicht da. Mir fällt auf: Eigentlich sind wir Christen immer "zwischen den Jahren". Denn wir warten ja auf die Wiederkunft von Jesus Christus. Das klingt erstmal etwas fremd, aber so endet die Bibel: mit der festen Hoffnung, dass am Ende der Zeiten – "Endzeit", klingt irgendwie bedrohlich – Jesus wiederkehrt. Und gleichzeitig sagt Jesus im Matthäusevangelium: "Ich bin bei euch alle Tage". Ja, was denn nun? Ist er schon da oder kommt er noch? Beides, wir können uns auf seine Gegenwart jetzt verlassen, im Gebet, in der Begegnung mit anderen Menschen, im Gottesdienst. Und dann sagt die Bibel, dass diese Welt irgendwann endet und Jesus Christus wiederkommt. Ob das mit der Apokalypse so sein wird wie in manchen Hollywood-Filmen mit Erdbeben und allen möglichen Katastrophen? Das weiß ich nicht. Aber tröstlich finde ich den Gedanken, dass wenn alles irgendwann endet, wir darauf vertrauen können, dass dann Jesus Christus mit uns da ist. Die Welt vergeht, aber Jesus bleibt. So klingt das mit dem Ende der Welt dann gar nicht so mehr so bedrohlich. Also, genießen Sie die Zeit zwischen den Jahren.
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Dieser Tag, der Tag der unschuldigen Kinder beginnt mit Angst. Die Angst des Königs Herodes vor einem angekündigten neuen König. Nein, er hat keine Angst vor einem Säugling, aber er hat Angst, irgendwann einmal seine Macht abgeben zu müssen. Und er reagiert, wie viele Diktatoren vor und nach ihm. Er lässt morden. Um auch ja diesen Säugling zu erwischen, lässt er alle Säuglinge und Kleinkinder in Bethlehem und Umgebung umbringen. Sie können nichts für die Angst eines Königs und haben von dem neugeborenen König noch nichts gehört. Sie können sich nicht wehren, aber die Nachricht von ihrem Tod ist bis heute bekannt und dieser Tag wird begangen als ein Tag für alle, die um ihr Leben gebracht worden sind, weil sie diesem Gott, der als schutzloses Kind auf die Welt gekommen ist, mehr geglaubt haben als einem ängstlichen aber machtvollen König oder Diktator. Der König hatte Angst davor, von diesem Kind vom Thron gestürzt und seiner Macht beraubt zu werden.Mir selbst bleibt immer aus dem Evangelium des ersten Weihnachtstages von Johannes ein Satz hängen, der mich dann sehr beschäftigt. Da steht: "Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden. Allen die an seinen Namen glauben." - Allen, die IHN aufnahmen gab er Macht: und zwar keine Macht im irdischen Sinn um Völker und Staaten zu regieren und vielleicht auch diese Macht zu missbrauchen. Er gibt uns allen, die ihn im Herzen, mit Verstand und Glauben aufnehmen, die Macht seine Kinder zu sein. Kinder eines Vaters, der uns bedingungslos liebt und Kraft und Geist und Stärke verleiht, der seinen Sohn sendet, um uns noch näher zu sein und unser Leben zu teilen und uns aus den Verstrickungen des Unguten und Bösen herauszuholen. Und dann am Ende sogar den Tod zu überwinden und Leben in seiner Herrlichkeit auf immer möglich zu machen.Und solche Macht hat niemand sonst: kein Putin, keine Hamas, kein Trump, kein Jinping und keine Terroristen jeglicher Färbung. Diese Macht hat nur Gott. Das heißt nicht, dass die Kinder Gottes leichter durchs Leben gehen. Aber es bedeutet, dass sie mit glaubendem Herzen besser mit dem fertig werden, was sie im Leben bedrängt. Weil sie wissen, dass sie einen Vater haben, der sie liebt. Gott sei Dank.
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Der heutige Gedenktag des Apostels und Evangelisten ist mit einem alten Brauch verbunden, der "Johannesminne". In meinen ersten Jahren im Kloster gab es am Johannestag einen Brauch, den ich nicht kannte und der uns jungen Schwestern ein bisschen komisch und witzig, weil eben fremd, war. Die Oberin hat eine Flasche des eigens in der Heiligen Messe geweihten Weines geöffnet, ein Glas eingeschenkt und ist von Schwester zu Schwester gegangen und hat feierlich gesagt: "Trinke die Liebe des heiligen Johannes!"In der vorchristlichen Antike kannten die Griechen und Römer ein besonderes Trankopfer zu Ehren ihrer Götter. Ähnliches begegnet uns bei den Volksstämmen der Germanen. Das Mittelalter wandelte diesen uralten Brauch zu einem "Trinken zu Ehren der Heiligen" um. Bis in die jüngere Zeit reichte man in der römischen Basilika San Nicola in Carcere am Tag des großen Volksheiligen Nikolaus Brot und Wein; die Pilger, die zur Heiligtumsfahrt nach Kornelimünster bei Aachen wallfahrteten, erhielten Kornelibrot und -wein. Aber sowohl die Römer als auch die Rheinländer – die in ihrer Mentalität ziemlich verwandt sind – dürften diese Form der Verehrung zu eifrig betrieben haben. In unseren Tagen muss sich der Gläubige an beiden Orten mit Brot alleine begnügen.Es ist ein sympathischer Brauch, mit einem guten Wein anzustoßen und auf den zu trinken, der so wunderbar in einem Brief gesagt hat: "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm"
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Wir alle kennen das große Te Deum im Gotteslob: das "Großer Gott wir loben Dich, Herr wir preisen Deine Stärke. Vor Dir neigt die Erde sich, und bewundert Deine Werke." In der Version die wir kennen, wird die Größe und Herrlichkeit Gottes besungen, auch alle, die ihn loben und preisen werden aufgezählt: die Engel, die Apostel und die Propheten, und die Blutzeugen, wie der Heilige Stephanus, an den wir heute denken. Und dann geht es in den nächsten Strophen um unsere Versprechen, ihm zu dienen und ihn zu ehren und an ihn zu glauben. Sehr machtvoll, sehr prächtig, sehr inbrünstig geschmettert an hohen Festtagen.Bei dem Schweizer Pfarrer Ueli Greminger habe ich eine Version des Liedes gefunden, die genau in unsere Zeit zu passen scheint. In die Zeit, die geprägt ist von Krieg und Krisen, von Diktatoren und Tyrannen, von Millionen Flüchtenden, von Katastrophen und Nöten, die unendlich viele Menschen betreffen. In seiner Version des "Großer Gott wir loben Dich" heißt es ganz anders:Kleiner Gott, wir lieben dich. Kind, uns rührt das Schwache, Zarte.Wieder zeigt an Weihnacht sich: Weiches bricht das Starke, Harte.Klein fängst du auf Erden an, dass der Mensch dich lieben kann.Gott zeigt sich als Menschenkind, denn wir fürchten seine Größe.Weil wir eingeschüchtert sind, zeigt sich Gott in seiner Blöße.Und er zittert und er friert, dass der Mensch die Angst verliert.Kleiner Gott, dich lieben wir. Klein ist noch dein Reich auf Erden.Schwache Menschen dienen dir, und dein Reich wird grösser werden.Friede sei in diesem Haus Und dring in die Welt hinaus.
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Schauen Sie heute Abend den Kleinen Lord? Der Film kommt jedes Jahr vor dem Heiligen Abend zur besten Sendezeit im Fernsehen. Wir schauen ihn jedes Jahr und auch unsere brasilianischen Mitschwestern kennen ihn von Zuhause. Was finden wir so toll an diesem Weihnachtsfilm, der nach einem Kinderbuch von Frances Burnett verfilmt worden ist? Es ist diese Geschichte vom unbefangen an das Gute im Menschen glaubenden Jungen, der, von seiner Mutter gut erzogen, seinen Großvater kennenlernt und ihn für den besten Großvater der Welt hält. Er erlebt ihn als griesgrämigen Alten der keine Freude mehr am Leben hat, seine Untertanen terrorisiert und aus diesem Enkel, den er notgedrungen zu seinem Nachfolger machen muss, die gleiche Sorte Mensch machen will. Aber der Junge hat ein gütiges Herz, sieht Not und Leid der Menschen in der Umgebung, entschuldigt manches, was er nicht versteht und nimmt die Menschen in der Umgebung so wie sie sind. Und wir können im Film die Wandlung des Alten Herrn miterleben: vom Griesgram zum lächelnden gütigen, verstehenden, aufblühenden und seine Fehler und Schwächen Erkennenden. Er schämt sich seiner Hartherzigkeit und versucht wieder gut zu machen, was er all die hoffnungslosen Jahre angerichtet hat. Und wir sind mit glücklich, wenn die Geschichte um den falschen Enkel gut ausgeht, der Großvater sogar seine Abneigung gegen die amerikanische Schwiegertochter aufgeben kann und alle laut und glücklich am Weihnachtsabend zusammensitzen: der Herr und die Knechte, der Pfarrer und die Leibeigenen, die Bediensteten und der kleine Lord in der Mitte. Nirgendwo ist die Weihnachtsbotschaft unaufdringlicher und schöner dargestellt: das Kind, das die Großen dazu bringt, zusammen zu kommen, miteinander zu feiern und zu teilen, was sie haben. Und beim Fest sind alle gleich: arm und reich, begabt und begrenzt, fromm und eher nicht so. Und ein bisschen sind wir berührt, weil wir ahnen, dass es oft bei uns selbst nicht so ist, es aber so sein könnte. Und das macht uns Hoffnung. Dieses Kind, das geboren wird und dessen Fest wir bald feiern, kann es schaffen, dass wir uns neu ausrichten: zu uns selbst, zu unserem Nächsten und zu Gott.
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Was denken Sie, wird für Sie das diesjährige Weihnachtswunder? Dass wir nicht wieder, wie in Pandemiezeiten, zuhause sitzen müssen, um einander nicht anzustecken? Dass wir in unserer Nähe keinen Krieg befürchten müssen, weil die Ukrainer für uns die Russen aufhalten in deren wahnsinnigen Überfall und Landraub? Dass ein Radiosender eine unglaubliche Kampagne losgetreten hat um Müttern und Kindern in Not weltweit zu helfen und schon mehrere Millionen an Spendengeldern zusammengekommen sind? Dass beim weltweit größten Weihnachtssingen im Dortmunder Stadion mehr als 73.000 Menschen Advents- und Weihnachtslieder gesungen haben? Sicher gibt es noch unendlich viele kleine und große Wunder, die geschehen, weil Menschen aufmerksamer werden für das Wunderbare der Weihnacht.Mir hat am Montag auf einem Weihnachtsmarkt eine Frau ihr Weihnachtswunder erzählt. Ich stehe mit einem herrlich duftenden heißen Kaffee an einem kleinen Stehtisch auf dem festlich geschmückten Markt und eine Frau kommt dazu und fragt, ob sie sich zu mir stellen darf. Ja gerne. Ich wünsche ihr guten Appetit zu einem riesengroßen Germknödel mit Vanillesoße, sie bedankt sich und erzählt in einem Satz, dass sie das heute als ihr Weihnachtswunder feiern wird: dass sie nämlich heute die Bestätigung bekommen hat, krebsfrei zu sein. Nach jahrelangem Kampf und vielen Höhen und Tiefen ist es nun geschafft. Und das feiert sie auf einem Weihnachtsmarkt mitten in der Großstadt, der auch "Markt der Engel" heißt, mit ihrem Mann der gerade dazu kommt und mit zwei Ordensfrauen, die sich mit ihr aufrichtig freuen.In den uralten Sehnsuchtstexten der Bibel heißt es für heute:O Morgenstern, Glanz des unversehrten Lichtes, der Gerechtigkeit strahlende Sonne: o komm und erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!Für diese Frau ist der Morgenstern aufgegangen und hat sie herausgeholt aus der Finsternis der Krankheit und dem Schatten des Todes, der jahrelang über ihr gelegen hat. Dank sein Gott!