Genuss im Bus - der mobile Wein-Podcast Archiv
239 Episoden
45 Minuten
In dieser Podcast-Reihe spreche ich mit Winzerinnen und Winzern aus den verschiedenen deutschen Anbaugebieten über ihre Erfahrungen hinsichtlich Witterungsverlauf, Reifeentwicklung und der Gefahren, denen die Reben im Jahresverlauf 2023 ausgesetzt waren. Fast unisono berichten die Winzer und Winzerinnen von einem ungemein herausfordernden Jahrgang, nicht nur hierzulande, sondern auch in unseren Nachbarländern. In den meisten deutschen Anbaugebieten folgten auf einen entspannten und überwiegend vielversprechenden Start Hochdruckwetterlagen, die dem Oidium, also dem Mehltau-Befall günstige Bedingungen boten. Das waren trockene und meist sonnige Tage, denen Nächte mit niedrigen Temperaturen folgten. Die relative Luftfeuchtigkeit stieg. War diese Gefahr gebannt, folgte an nicht wenigen Orten in den folgenden Wochen die nächste Herausforderung. Warme, z.T. heiße Temperaturen mit so gut wie keinem Niederschlag verursachte Trockenstress. Als dann die ersehnten Niederschläge endlich in der 2. Julihälfte kamen, war die Freude groß und die Situation in den Weinbergen entspannte sich. Aus diesem Segen wurde jedoch mit zunehmendem Dauerregen ein Fluch. Das verfügbare Wasser lud die Beeren einerseits ein, schnell zu wachsen, andererseits blieb die Reifeentwicklung wegen fehlender Wärme und Sonneneinstrahlung in dieser Phase zurück. Beeren, die schnell sehr groß werden, neigen dazu sich gegenseitig abzudrücken und aufzuplatzen. Der Infektionsdruck nimmt zu. Fliegen werden angelockt. In manchen Lagen und bei manchen Rebsorten musste die Lese früh beginnen, weil weiteres Zuwarten zu noch mehr Fäulnis geführt hätte. Nicht überall waren die Trauben optimal reif. Andererseits drohten Säureverluste aufgrund der warmen Herbsttage. Es war nicht leicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Spätreifende Sorten waren diesmal im Vorteil. Im Vorteil waren auch all jene, die ihre Weinberge im Schuss hatten, über gesunde und ältere Anlagen und ausreichend Humus verfügten und beim Pflanzenschutz ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Aber auch sie hatten während der Lese alle Hände voll zu tun, mussten die Zahl der Helfer erhöhen und so penibel selektieren, dass sich der Leseaufwand in machen Lagen und für manche Rebsorten exorbitant erhöhte. Die Erträge gingen gegenüber den Vorjahren zurück, obwohl die Verbände noch wenige Wochen zuvor das Gegenteil prognostiziert hatten. Dort, wo der Zustand der Trauben ein weiteres Zuwarten mit der Lese erlaubte, konnte man vom weitgehend stabilen und warmen Herbstwetter profitieren. Auf jeden Fall war es eine ungemein zügige Lese, für viele Betriebe die schnellste Lese, die sie je erlebt haben. Nicht zuletzt, weil sowohl Guts- und Lagenweine als auch die vielen unterschiedlichen Rebsorten praktisch gleichzeitig reif waren. Das zusammen mit dem hohen Selektionsaufwand machte die Weinlese 2023 zu einem echten Kraftakt, zu einer riesen Herausforderung.
1 Stunde 5 Minuten
Mein Interviewgast ist diesmal Flo Busch von der Domaine Flo Busch in Südfrankreich. Flo lebt und arbeitet gemeinsam mit seiner Frau Paola in der kleinen Gemeinde Jonquières knapp 40 Kilometer westlich von Montpellier im Languedoc. Weinbaulich bekannter ist die Nachbargemeinde Montpeyroux und natürlich vor allem die Appellation Terrasses du Larzac, eines der aktuell dynamischsten und spannendsten Ursprungsgebiete im ganzen Languedoc, wenn nicht sogar Frankreich weit. Flo stammt aus einer nicht ganz unbekannten Winzerfamilie in Pünderich an der Mosel. Seine Eltern Rita und Clemens Busch haben dort im Laufe der vergangenen 30 Jahre ökologischen Steillagenweinbau vom feinsten praktiziert und auf der Basis biodynamischer Prinzipien ein Weingut mit Weltruf aufgebaut. Wie es nun kam, dass Flo nicht an der Mosel, sondern im französischen Süden Weine auf Flaschen füllt, wer und was ihn auf diesem Weg geprägt und beeinflusst hat und mit welchen Grundüberzeugungen er gemeinsam mit seiner Frau das Winzerhandwerk betreibt, darüber spreche ich mit ihm in dieser Episode von Genuss im Bus. En passent ist es eine exzellente Lehrstunde zum Weinbau im Herault und zur Frage, wie verantwortungsbewusster und ökologischer Weinbau unter den Klimabedingungen warmer und vor allem extrem trockener Landstriche gelingt. Wer die Weine von Flo zum ersten mal im Glas hat, dürfte überrascht sein, wie frisch, leichtfüßig und energiegeladen sie einem entgegentreten - gerade so als wollten sie mit einem Augenzwinkern darauf verweisen, dass ein Stück Mosel in ihnen steckt.
1 Stunde 3 Minuten
Für eine weitere Episode von Genuss im Bus habe die junge Winzerin Laura Paccot vom Weingut La Colombe ans Mikrofon geholt. Laura lebt und arbeitet in Fechy am Genfer See im Weinbaugebiet Waadt. Sie hat zwar gerade erst den elterlichen Betrieb übernommen, doch bereits mit ihren ersten Jahrgängen zeigt sie Flagge. Die Kollektion präsentiert sich noch einmal präziser, fokussierter und puristischer. Chichi und Brimborium waren auch die Sache ihres Vaters Raymond nicht. Nun aber hat Laura ihre Weine von den letzten Resten, die sie noch an Überflüssigem mit sich trugen, befreit. Auf diese Weise abgespeckt und reduziert haben sie eine Strahlkraft gewonnen, die sie über alles stellen, das ich je aus dieser Gegend im Glas hatte. Die Terroirs ihrer Heimat und die hier seit Jahrhunderten heimische Rebsorte Chasselas liegen ihr sehr am Herzen. Unter anderem geht es ihr um die Rettung der großen Klonenvielfalt beim Chasselas und die Beantwortung der Frage, welche Klone an die Bedingungen der Weinbergslagen rund um Féchy am besten angepasst sind und zugleich gute Eigenschaften mitbringen, die Herausforderungen des Klimawandels zu parieren. Darüber und über viele weitere Themen spreche ich mit Laura in dieser Podcast-Episode.
1 Stunde 13 Minuten
Mein Interviewgast ist diesmal Edgar Brutler, der erste rumänische Winzer, den ich für Genuss im Bus ans Mikrofon hole. Edgar gehört zur bislang noch recht kleinen Winzerschar, die das vergessene Potenzial des rumänischen Weinbaus reanimieren und der Welt die verborgenen Schätze ihrer Heimat zeigen möchten Sein 2018 gegründetes Weingut liegt in Bildegg im Nordwesten Transsylvaniens in der Weinregion Crisana. Die 4 ha Weingärten, die er seit 2018 ökologisch bewirtschaftet, sind, wie für die Region üblich, überwiegend nach dem Prinzip des gemischten Satzes und in der traditionellen Einzelpfahlerziehung bepflanzt - ein wilder Mix aus fast zwei Dutzend Sorten, darunter etliche, deren Identität bis heute nicht eindeutig ermittelt werden konnte. Das Durchschnittsalter seiner Reben ist immens, in der Spitze älter als 90 Jahre. Bereits für seine ersten Abfüllungen hat er von der internationalen Sommelierszene viel Lob und Zustimmung erhalten, vor allem weil er einen kompromisslos eigenständigen Weg verfolgt und dabei auf die originelle Strahlkraft der lokalen Rebsorten setzt. Er selbst beschreibt seinen Zugang zum Weinmachen heute als „Old School Avantgarde“. Old School Avantgarde mit viel Bauchgefühl wäre präziser. Der sensible Musiker vertraut nämlich ganz und gar seinen Sinnen. Riechen, schmecken und ertasten gehen ihm über alle technischen Analysen. „Diesen Firlefans hinter mir zu lassen, war wie eine große Befreiung. Endlich allein meiner Wahrnehmung und Intuition vertrauen zu dürfen, war ein riesiges Geschenk“, so Edgar im O-Ton.
1 Stunde 2 Minuten
Mein Interviewgast ist diesmal mit Zoltan Heimnann erstmals ein ungarischer Winzer. Oder vielleicht sollte ich ihn treffender als „Kadarka Man“ anmoderieren. Wieso dieser Titel? Na ja ganz einfach, weil Zoltan für diese alte ungarische Rebsorte durchs Feuer geht. Er will sie rehabilitieren, etablieren, will beweisen, dass sie zu unrecht belächelt und ins Abseits gestellt wurde. Zoltan, der „Kadarka Man“. Im Interview reden wir darüber, weshalb er bei der Verfolgung dieses Ziels zunächst sehr viel Lehrgeld hat bezahlen müssen, dass er sich dafür mit seinen ungemein erfolgreichen Eltern hat in den Klinch begeben müssen und lernen müssen, den Ungeduldigen in sich zu zähmen und langfristig zu denken. Aber er ist zutiefst überzeugt, dass seine Heimat, dass Szekszárd eins der potentesten und vielversprechendsten Weinterroirs Ungarns ist und dass er es zu seiner Lebensaufgabe machen möchte, ja machen muss, der Welt ein schönes und authentischen Bild des kulturellen Erbes seiner Heimat, der lokalen Terroirs und Rebsorten zu liefern. Er sagt: „Dieses kulturelle Erbe verpflichtet gerade uns junge Winzer, die wir mit so viel besseren Voraussetzungen gesegnet sind, als unsere Eltern das vor 30 Jahren waren.“
37 Minuten
Mein Interviewgast ist diesmal Valentina Phillips, die Presse und Öffentlichkeitsverantwortliche des Concours Mondial de Bruxelles. Sie ist eine echte Globetrotterin. Geboren ist sie in Bulgarien. Mit 18 kam sie nach Deutschland, um hier zu studieren. 2008 hat sie den Masterabschluss im Studiengang Medien und Kommunikation an der Uni Augsburg gemacht. Im Anschluss hat sie für eine PR-Abentur in Stuttgart gearbeitet, bevor sie in 2015 nach Brüssel weiterpilgerte, um dort für den Concours die Presse und Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen. Seit letzten Sommer wohnt Valentina in Denver, ist von dort aber weiterhin für den CMB tätig. Wer sie kennenlernt, spürt sofort ihre Leidenschaft, mit der sie unterwegs ist. Sie liebt das Organisieren, vor allem den Kontakt zu Menschen, am liebsten in einem internationalen, polyglotten Kontext. Dass sie neben dem Deutschen noch Englisch, Französisch, Spanisch, Bulgarisch und Russisch spricht, kommt ihr da sehr entgegen. Während ich im Interview mit ihr über die Hintergründe des Concours Mondial spreche, findet gerade in Agerola, unweit von Neapel, der nächste Wettbewerb statt. Diesmal sind über 50 Fachjuroren an die Amalfiküste gereist, um knapp 1000 Schaumweine zu bewerten. Die Einreichungen kommen aus allen wichtigen Erzeugerregionen, ganz vorne die Champagne mit 160 Anmeldungen.
1 Stunde 35 Minuten
Mein Interviewgast in der 143. Ausgabe von Genuss im Bus ist Frank John vom Hirschhorner Hof in Neustadt-Königsbach. Bevor er dort seßhaft wurde, arbeitete Frank John viele Jahre als angestellter Betriebsleiter - zunächst bei Heyl zu Herrnsheim in Nierstein und anschließend beim Deidesheimer Weingut Reichsrat von Buhl. Heute ist er mit rund 150 Beratungstagen europaweit für mehr als 10.000 Hektar Weingärten zuständig. Als flying winemaker berät er vor allem solche Betriebe önologisch, ökologisch und ökonomisch, die ihre Weinberge gesunden, kellertechnische Interventionen minimieren und die betrieblichen Abläufe nachhaltiger gestalten wollen. 2002 erfüllten er und seine Frau Gerlinde sich einen gemeinsamen Traum. Sie kauften in Neustadt-Königsbach den Hirschhorner Hof, ein 400 Jahre altes Renaissance-Anwesen mit beeindruckendem Kreuzgewölbekeller. Mittlerweile von ihren Kindern tatkräftig unterstützt, keltern sie dort auf der Basis biologisch-dynamischer Prinzipien große Weine alter Schule.
1 Stunde 7 Minuten
Für eine weitere Episode von Genuss im Bus war ich in der Südpfalz unterwegs und habe in Siebeldingen die Winzerin Barbara Roth besucht. Gemeinsam mit ihrem Mann Thorsten Ochocki betreibt sie das Sekt- und Weingut Wilhelmshof. Wie so viele deutsche Winzerpaare haben auch Barbara und Thorsten sich während ihres Studiums in Geisenheim kennen und lieben gelernt. 2005 haben sie - nachdem sie zuvor in verschiedenen Weltgegenden ihre Erfahrungen diversifiziert und erweitert haben - gemeinsam den Betrieb von Barbaras Eltern in Siebeldingen übernommen. Seither haben sie ihn kontinuierlich weiterentwickelt - die Rebflächen erweitert, Gebäude saniert und modernisiert, die Umstellung auf ökologischen und nachhaltigen Weinbau eingeleitet und das Produktportfolio so aufgebaut, dass es auf zwei starken Säulen basiert, etwa zur Hälfte auf klassisch flaschenvergorenem Sekt und zur anderen Hälfte auf Stillweinen in den Farben weiß, rot und rosé. Im Interview besprechen wir zwei zentrale Themen: zunächst über die Zukunftsrebsorten und ihre Bedeutung für den nachhaltigen und verantwortungsvollen Weinbau und dann im zweiten Teil des Interviews über die Methoden und Strategien des Wilhelmshofs bei der Bereitung klassisch flaschenvergorener Sekte nach dem Vorbild der Champagne und weshalb gerade die Zweigleisigkeit zwischen Sekt- und Stillweinproduktion unter den Bedingungen immer heterogener und unberechenbar werdender Jahrgangsverläufe zur Minimierung betriebswirtschaftlicher Risiken beiträgt.
1 Stunde 9 Minuten
Für eine weitere Episode von Genuss im Bus war ich in Frankreich unterwegs und habe im Jura die junge Winzerin Hélène Berthet-Bondet besucht. Zu Hause ist sie in der wohl berühmtesten Appellation des Jura, in Chateau-Chalon. Ich spreche mit ihr darüber, weshalb das Jura lange unter dem Radar blieb, ja als rückständig galt, heute aber in den Augen vieler Wein-Experten geradezu mythische Verehrung genießt. Kaum ein junger ambitionierter Winzer, der nicht dorthin pilgert, um den Produzenten vor Ort ihre Geheimnisse der Weinbereitung zu entlocken. Die Winzer des Jura stehen weltweit an der Spitze einer Gegenbewegung zu all den glattgebügelten, charakterlosen Abfüllungen, die landauf landab die Regale füllen. Die Weine aus dem Jura haben diesen besonderen individuellen Charme, den immer mehr Menschen bei vielen anderen Angeboten so sehr vermissen. Doch was ist eigentlich das Besondere am Jura-Wein? Sind es die Kalk- und Mergelböden, das lokale Klima oder die einheimischen Rebsorten? Welchen Anteil an der zunehmenden Wertschätzung hat die Tradition der Weinbereitung sous voile, also die Reifung der Weine unter dieser besonderen Hefeschicht? Oder ist alles ganz anders und die genialen Crémants des Gebiets sind verantwortlich für die Renaissance? Fragen über Fragen. Hélène beantwortet sie im Interview.
48 Minuten
Für eine weitere Episode meines Podcasts Genuss im Bus bin ich noch einmal im Rheingau unterwegs und habe in Walluf das Weingut Jean Baptist Becker besucht und dort den heutigen Inhaber Hans-Josef Becker, genannt Hajo, ans Mikrofon geholt. Er gilt landauf landab als das Schnauzbart-Urgestein des klassischen Rheingaus. Es ist fast ein bisschen ein Paradox: Die einen stufen Hajo Becker als altmodischen Winzer ein, während gerade junge Sommeliers, Geisenheim-Absolventen und Wein-Nerds seine Weine förmlich anbeten. In seinem direkt am Rhein gelegenen Weingarten haben wir uns getroffen und weil die Zeit, die zur Verfügung stand, knapp bemessen war, habe ich das Interview anders angelegt als sonst hier im Podcast üblich. Ich habe mir ein paar zentrale Aspekte herausgepickt und sie Hajo so zugespielt, dass er kurz und prägnant dazu Stellung beziehen kann. Mit dem Ergebnis, dass uns der Altmeister des trockenen Rieslings und ganz wunderbarer Spätburgunder tiefe Einblicke in sein Denken, Handeln und sein Wertesystem gibt.
1 Stunde 2 Minuten
Für eine weitere Episode von Genuss im Bus bin ich in den Rheingau gefahren und habe in Östrich-Winkel das junge Winzerpaar Cosima Lindenau und Niklas Eisenacher getroffen. Beide haben im Herbst 2019 ihr Weinbaustudium in Geisenheim begonnen und sich kurz später in einander verliebt. Dabei mitgeholfen haben sicher auch ihrer beider Leidenschaften, die Leidenschaft für Wein und die Leidenschaft für Yoga. Eine Partnerschaft fürs Leben entstand und mit ihr ein bemerkenswertes Wein-Start-up. Groß denken und immer mit beiden Beiden auf dem Boden bleiben, das scheint das Erfolgsgeheimnis der beiden zu sein. Da war irgendwie zu erwarten, dass es nicht lange dauern kann, bis sie sich ihren Traum von einem eigenen Weingut erfüllen. In Winkel konnten sie zuschlagen und den Eiserhof übernehmen. Und gleich legen sie richtig los. Vieles soll anders werden, draußen in den Weinbergen genauso wie im Weinkeller und dem Wohngebäude. Die ehemalige Gutsschenke haben sie mittlerweile in ein Yogastudio verwandelt. Gemeinsam mit einem Team aus fünf Yogalehrern finden hier regelmäßig Yogakurse und Meditationsstunden statt. Logisch, dass sich das auch im Namen des Weinguts niederschlagen würde. „Prana“ haben sie es genannt, der Hindu-Ausdruck für Lebensenergie. Und genau darüber sprechen wir auch im Podcast: über Energie, das neue Leben der beiden und wie es gelingt, sich heute so aufzustellen, dass das gemeinsame Projekt zukunftsfähig wird, eben nachhaltig und lebenswert.
1 Stunde 24 Minuten
Für die heutige Episode habe ich die beiden Protagonisten eines ungemein erfolgreichen österreichischen Startups ans Mikrofon geholt - Michael Linke und Franz Hofbauer. Michael ist ein waschechter Pfälzer, der auch nach Jahren im Ausland dem Sound seiner Muttersprache treu bleibt. Franz ist in der Wachau aufgewachsen, genauer gesagt in dem kleinen Trandorf, also dort, wo der Spitzer Graben ins Waldviertel übergeht. Beide stammen nicht aus Weinbaubetrieben. Sie sind aus Interesse und einer starken Motivation heraus zum Wein gekommen. Ihre Sporen haben sie sich im In- und Ausland verdient, darunter bei so bekannten Weingütern wie der Domäne Wachau, Bürklin-Wolf und Felton Road in Neuseeland. Ganz besonders nachhaltig waren ihre gemeinsames Erlebnisse bei Pyramid Valley Vineyards im neuseeländischen Canterbury. Über all das spreche ich mit den beiden, vor allem aber interessiert mich, wie es ihnen gelungen, fast aus dem Nichts im vergessenen, weinbaulich zum Teil verwahrlosten Spitzer Graben ein kleines Juwel zu zimmern und aus den Rieden Brandstatt, Bruck, Kalkofen und Trenning Weine auf die Flasche zu ziehen, die keinen Vergleich mit den Abfüllungen der berühmten Wachauer Starwinzern unten im Tal zu scheuen brauchen.
55 Minuten
Für die heutige Episode habe ich die Mainzer Winzerin Eva Vollmer eingeladen, am Mikrofon Platz zu nehmen, nicht zuletzt, weil sie in den vergangenen Monaten - gemeinsam mit einer Handvoll Mitstreiterinnen - mit viel Engagement dafür geworben, sich dafür stark gemacht hat, die Thematik der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, der sogenannten Piwis öffentlichkeitswirksam auf die Agenda zu katapultieren. Weil Eva fest an die Zukunft von Piwis glaubt, hat sie ihnen einen neuen Namen gegeben: sie nennt sie Zukunftsreben. Ihre Vorteile bilanziert sie wie folgt: Geringerer Spritzmitteleinsatz, weniger Hilfsstoffe, niedrigere Maschinenkosten, weniger Überfahrten und deshalb geringere Bodenverdichtungen, weniger Risiken und eine schlussendlich deutliche Verringerung des CO2-Fußabdrucks. Das stellt sich im Falle vieler Vinifera-Reben in der Regel ganz anders dar. Der Pflanzenschutz gestaltet sich bei manchen sogar so aufwendig, dass in Sachen Umweltbelastung kein grosser Unterschied mehr zwischen bio und konventionell besteht. Im Podcast-Interview, das ich mit Eva geführt wird deutlich, dass sie zutiefst davon überzeugt ist, dass insbesondere all jene, die in und mit der Natur arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen, große Verantwortung für eine intakte Umwelt, die Bewahrung der biologischen Vielfalt und möglichst geringen Ressourcenverbrauch auf ihren Schultern tragen. In dieser Hinsicht will sie persönlich Verantwortung übernehmen und vorangehen.
48 Minuten
Ich spreche mit Michael Bode-Böckenhauer, dem Geschäftsführer des Vinocentral in Darmstadt, einem spannenden Weinhandel, der ganz aktuell vom Meininger Verlag die Auszeichnung „Weinhändler des Jahres in der Kategorie „Nachaltiger Weinhandel“ zugesprochen bekommen hat. Im Interview mit Michi will ich wissen, was das ist so ein Nachaltiger Weinhandel und wie es sich darin lebt und arbeitet. Wir reden natürlich auch über das Sortiment des Vinocentral und weshalb sich die Kunden am Darmstädter Standort so wohl fühlen. Also freut Euch auf ein super interessantes Interview mit Michael Bode-Böckenhauer, dem Geschäftsführer des mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichneten Vinocentral in Darmstadt.
1 Stunde 21 Minuten
Paula Bosch ist unbestreitbar eine der anerkanntesten Wein-Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Nach Ihrer Ausbildung zur Restaurant-Fachfrau baute sie sich in der Weinstube Leimeister in Königstein im Taunus den Ruf der ersten weiblichen Sommelière Deutschlands auf. Trotz einiger Vorbehalte in dieser klassischen Männer-Domäne wurde sie anschließend im Hotel Inter-Conti in Köln als Chef-Sommelière engagiert. 1991 wurde sie von dem damals mit drei Sternen ausgezeichneten Tantris verpflichtet, wo sie Herrin über einen Weinkeller mit bis zu 60.000 Flaschen war. Seit nunmehr rund 10 Jahren ist Paula Bosch als Konsulentin für Gastronomie, Hotellerie und Handel unterwegs. Sie begleitet zudem Weinreisen und organisiert Weinverkostungen. Auch das Schreiben beherrscht sie. Mit Ihren Kolumnen und Büchern ist sie eine der ganz großen Influencerinnen in Deutschland Weinwelt. Ihr neuestes Werk "Eingeschenkt - Deutschlands erste Sommelière über Winzer, Weine und die Zukunft der Branche" ist gerade im Zabert & Sandmann Verlag erschienen. In dem Buch führt sie Gespräche mit zwölf Wegbegleitern, Freunden, Winzern und Stammgästen. In diesen unterhaltsamen, persönlich gehaltenen Gesprächen wird ganz oft zurückgeblickt in die Vergangen, es werden wichtige Entwicklungslinien in der Wein- und Gastrobranche identifiziert. Auch Schwachstellen und Problemzonen werden nicht ausgelassen. Mit dabei ist Hans Haas, ehemaliger Küchenchef des Tantris, Sterrnekoch Tohru Nakamura und der Gastronom Axel Bach. Ebenso der Garibaldi-Inhaber Eberhard Spangenberg und der Sommelier Daniel Kurosh von der Szene-Pizzeria NineOFive. Dabei sind auch drei bekannte deutsche Winzer: Joachim Heger, Bernhard Ott und Stephan Attmann. Paula Bosch ist Gast im Podcast Genuss im Bus.
Genuss im Bus - der mobile Wein-Podcast
Interviews mit Winzern und Menschen aus der Wein- & Food-Szene