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Episoden

32 Minuten
Die Militärausgaben erreichen mit 2900 Milliarden Dollar einen neuen Weltrekord. Trotzdem fehlen Waffen und Munition: Der Ukraine gehen die Abwehrraketen aus, die USA haben ihre Bestände im Iran-Krieg verschossen. Wer profitiert vom Rüstungsboom – und warum kann die Rüstungsindustrie nicht liefern? Die Nato-Staaten wollen künftig fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben. In den USA liegt der grösste Budgetantrag der Geschichte auf dem Tisch. An Geld mangelt es nicht – und doch fehlen die Waffen. Die Ursachen reichen weit zurück. Nach dem Kalten Krieg schrumpfte die westliche Rüstungsindustrie drastisch, Reservekapazitäten galten als Verschwendung. Dazu kommen Abhängigkeiten, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Der Sprengstoff für europäische Artilleriegranaten stammt faktisch aus einer einzigen Fabrik in Polen, der Rohstoff für die Treibladung grösstenteils aus China. Gleichzeitig verändert der Drohnenkrieg, welche Waffen überhaupt gebraucht werden. Eine iranische Angriffsdrohne kostet rund 35'000 Dollar, die Rakete zu ihrer Abwehr vier Millionen. Diese Rechnung kann der Westen nicht gewinnen. Die grossen Gewinner sind deshalb nicht die traditionellen Rüstungskonzerne, sondern junge Technologiefirmen, die es vor fünf Jahren kaum gab. «SRFglobal» fragt, wohin die Milliarden fliessen, warum sie nicht in Waffen münden und wer am Wettrüsten tatsächlich verdient. Denn bezahlt wird auch von jenen, die es gar nicht merken: über Steuern, über Staatsschulden und über die eigene Altersvorsorge. Moderator Sebastian Ramspeck spricht darüber mit Tom Karako von der US-Denkfabrik CSIS, der Drohnenexpertin Ulrike Franke vom European Council on Foreign Relations sowie Michael Horowitz vom Council on Foreign Relations.
32 Minuten
Die FIFA ist eine der mächtigsten Organisationen der Welt. Sie mobilisiert Milliarden, verhandelt mit Staatschefs und richtet mit der Fussball-WM eines der grössten globalen Ereignisse aus. Unter Infantino ist sie zu einem geopolitischen Akteur geworden. Was will er erreichen – und wer profitiert? Mit 211 Mitgliedsverbänden vereint die FIFA mehr Mitglieder als die UNO. Als privater Verein mit Sitz in Zürich verfügt sie über enorme finanzielle und politische Macht – ohne demokratische Legitimation und mit begrenzter externer Kontrolle. Kritiker sehen darin eine Entwicklung, die sich unter Präsident Gianni Infantino nochmals verstärkt hat. Als FIFA-Präsident pflegt Infantino enge Beziehungen zu den Mächtigsten dieser Welt. Ob Donald Trump, Wladimir Putin oder der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman: Infantino bewegt sich noch mehr als sein Vorgänger auf dem Parkett der Weltpolitik. Die Nähe zu politischen Entscheidungsträgern macht die FIFA selbst zu einem geopolitischen Akteur. Besonders sichtbar wird diese Entwicklung bei der Vergabe und Inszenierung von Weltmeisterschaften. Russland, Katar, die USA und künftig Saudi-Arabien zeigen, wie eng Sport, Prestige und politische Interessen miteinander verknüpft sind. SRFglobal untersucht, wie die FIFA zur Weltmacht wurde – und welche Rolle der Fussball dabei spielt. Moderator Sebastian Ramspeck spricht darüber mit dem ehemaligen FIFA-Kommunikationschef Alexander Koch, dem Korruptionsexperten und FIFA-Kritiker Mark Pieth sowie dem Journalisten und FIFA-Kenner Simon Kuper von der «Financial Times».
30 Minuten
Luxusvillen, Steuerfreiheit und Sicherheit: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind zum Magneten für Superreiche geworden. Doch der Krieg im Iran bringt das Geschäftsmodell der Emirate ins Wanken. Hinter der glitzernden Fassade von Dubai und Abu Dhabi beginnt eine neue Machtverschiebung am Golf. Noch vor wenigen Jahrzehnten bestanden grosse Teile der heutigen Vereinigten Arabischen Emirate aus Wüste, kleinen Küstenorten und Beduinengesellschaften. Heute zählen Dubai und Abu Dhabi zu den sichtbarsten Symbolen globalen Reichtums und moderner Urbanität. Der Aufstieg der Emirate gilt als eine der schnellsten Transformationen der modernen Geschichte. Doch hinter dem Glanz der Moderne verbirgt sich ein traditionell-autokratisches System mit dynastischen Machtstrukturen in einem fragilen regionalen Gleichgewicht und mit prekären geopolitischen Allianzen. Wie wurden die Emirate innert weniger Jahrzehnte zur Wirtschafts- und Regionalmacht? Welche Rolle spielt Abu Dhabi heute im geopolitischen Machtkampf zwischen Iran, Saudi-Arabien, Israel und den USA? Und wie stabil ist ein Staat, dessen Wohlstand von Sicherheit, offenen Handelsrouten und globalem Vertrauen abhängt? Moderator Sebastian Ramspeck spricht mit der US-Sicherheitsexpertin für die Golfregion Elizabeth Dent vom Washington Institute, dem Golfexperten Andreas Krieg vom King’s College in London sowie der Wirtschaftsexpertin Karen Young vom Middle East Institute.
28 Minuten
Der Iran-Krieg erschüttert nicht nur den Nahen Osten, sondern auch die USA. In der MAGA-Bewegung wachsen die Zweifel am Kriegskurs von US-Präsident Donald Trump und seiner Nähe zu Israel. Droht Trumps Basis auseinanderzubrechen? Droht gar der Bruch zwischen den USA und Israel? Den Krieg gegen den Iran haben die USA und Israel Seite an Seite begonnen. Doch nun gerät das Bündnis unter Druck. Nicht nur, weil die beiden Staaten aussenpolitisch unterschiedliche Ziele verfolgen. Sondern auch, weil in den USA der innenpolitische Widerstand gegen den Krieg wächst. In Donald Trumps eigener MAGA-Bewegung wächst der Widerstand: gegen die Strategie im Krieg und gegen die Nähe zu Israel. Rechte Podcaster und einflussreiche Stimmen aus dem konservativen Lager kritisieren den Kurs des Präsidenten teils scharf – und stellen die Frage, in wessen Interesse dieser Konflikt geführt wird. Gleichzeitig verändert sich auch der Blick auf Israel in den USA. Die Unterstützung ist nicht mehr selbstverständlich, vor allem bei jüngeren Amerikanerinnen und Amerikanern. Was lange als parteiübergreifender Konsens galt, wird zunehmend zum politischen Streitpunkt. Für Israel selbst wächst damit der Druck: Das Land ist stärker denn je auf die USA angewiesen – trifft aber auf eine amerikanische Öffentlichkeit, die kritischer wird. Eine Entwicklung mit potenziell weitreichenden Folgen für beide Seiten. Was bedeutet das für die politische Zukunft Trumps? Wie stabil ist seine Bewegung? Und wie belastbar ist die Allianz zwischen den USA und Israel in einer sich verändernden Welt? Moderator Sebastian Ramspeck spricht mit dem Nahost-Experten Aaron David Miller, dem ehemaligen israelischen Diplomaten Daniel Levy sowie der Politikwissenschaftlerin Rachel Blum.
34 Minuten
Nirgendwo liegen Fortschrittsglaube und Kriegsangst näher beieinander als in Taiwan. In der Hauptstadt Taipeh pulsiert das Leben, doch mit dem Ukraine-Krieg wächst die Sorge vor einer Invasion durch China. Viele zweifeln, ob ihnen die USA beistehen würden – zumal die Invasion längst begonnen habe. Taiwan erscheint Besucherinnen und Besuchern als freies, friedliches und modernes Land. Doch politisch steht die Insel so stark unter Druck wie schon lange nicht mehr. Denn für die Volksrepublik China ist Taiwan Teil des eigenen Territoriums. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass die Insel früher oder später einverleibt werden soll, wenn nötig mit Gewalt. Würde sich Taiwan für unabhängig erklären, wäre dies ein Kriegsgrund. Die USA sind seit Jahrzehnten ein enger Partner Taiwans, doch ob sie dem Land im Ernstfall militärisch beistehen würden, ist ungewiss. Amerikanische Präsidenten haben sich dazu unterschiedlich geäussert. Die Unklarheit sorgt in Taiwan für Unsicherheit. Vor Ort spricht Moderator Sebastian Ramspeck mit hochrangigen Entscheidungsträgern wie dem stellvertretenden Aussenminister Wu Chih-chung und Lin Fei-fan vom Nationalen Sicherheitsrat. Sie erklären, wie Taiwan versucht, sich gegen eine militärisch überlegene Macht zu behaupten. Dank ziviler Widerstandskraft und asymmetrischer Kriegsführung soll ein Angriff für China möglichst teuer werden. Ein Krieg um Taiwan würde weltwirtschaftliche Verwerfungen mit sich bringen. Schliesslich produziert das Land die Mehrheit der Chips, die in praktisch allen elektronischen Geräten zum Einsatz kommen – vom Mobiltelefon bis zum Kampfflugzeug. Die Dominanz in der Chip-Industrie ist für Taiwan Schutz und Risiko zugleich. Moderator Sebastian Ramspeck ist für «SRFglobal» vor Ort in Taiwan. Zusätzlich beleuchtet SRF-China-Korrespondent Lukas Messmer die chinesische Sicht und spricht mit Zhou Bo, einem ehemaligen Oberst der chinesischen Armee. Die zentrale Frage bleibt: Kann Taiwan den Druck aushalten – und für wen spielt die Zeit?
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Über diesen Podcast

Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). SRFglobal widmet sich jeden Monat einem Thema der internationalen Politik – mit Geschichten, Analysen und Stimmen aus der ganzen Welt. Moderator ist Sebastian Ramspeck, Gastmoderatorin Wasiliki Goutziomitros.
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