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Nervensache Führung Archiv

11 Episoden
16 Minuten
Aus Fehlern und Feedback wird Format. Es gibt diesen einen Fehler, der dir bis heute nachhängt. Du denkst nicht gern daran. Und wenn du ehrlich bist, hast du aus ihm mehr gelernt als aus fast allem, was glattging. Das ist kein Trost, das ist ein Muster. Das Wichtigste hat uns fast immer das gelehrt, was schiefgegangen ist. Ich nenne das die persönliche Lebensprofessur: erlittenes Wissen statt angelesenes. Es ist die Kompetenz, für die dich niemand zertifiziert und die trotzdem am tiefsten sitzt. Die Schwierigkeit liegt beim Zugang. Kritik trifft dein Nervensystem, bevor sie dein Denken erreicht, und ein System in Abwehr kann nicht lernen. Man kann nicht gleichzeitig die Tür verrammeln und jemanden hereinlassen. Deshalb geht es in dieser Folge von "Nervensache Führung" auch um die Ein-Prozent-Frage nach dem nächsten Feedback. Sie ist klein genug, dass dein System sie zulässt, und groß genug, dass sich über die Jahre etwas verändert. Das ist keine Selbstgeißelung. Das ist Selbstachtung. Alle Links in den Shownotes.
13 Minuten
Wenn es eng wird, braucht niemand mehr Tempo. Alle brauchen eine klare Linie. Etwas geht schief. Der Raum wird schnell und laut, alle wollen sofort von dir wissen, was jetzt zu tun ist. Und du spürst den Sog, mitzubeschleunigen, weil Tempo sich nach Handlungsfähigkeit anfühlt. Es ist meist das Gegenteil. Ein System in der Krise braucht keine höhere Drehzahl, es braucht einen ruhigen Punkt. Du bremst nicht mit Tempo. Du bremst mit Fokus. Deshalb bekommst du in dieser Folge von „Nervensache Führung“ zwei Fragen, die klein genug sind, um auch im Tunnel zu funktionieren. Alle Links in den Shownotes.
22 Minuten
Ab sofort gibt es das Buch zum Podcast: "Nervensache Führung - Warum moderne Manager psychologische Tiefe brauchen, um Wirksamkeit zu entfalten". Überall da, wo es Bücher gibt; und natürlich per Klick in den Shownotes. Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge! Und... wow - was für eine Reise mit euch. Danke für eure Unterstützung! In dieser Episode von "Nervensache Führung" geht es darum zwischen echter Verantwortung und dem Gefühl, alles tragen zu müssen, zu unterscheiden. Grenzenlose Verantwortung ist keine tiefere Verantwortung, sie ist eine verdünnte. Und sie hat einen Preis, den nicht nur du bezahlst: Wer alles übernimmt, nimmt seinem Team seinen Teil weg. Außerdem schauen wir uns den Unterschied zwischen Denken und Grübeln an.
18 Minuten
Grenze ist nicht Härte. Grenze ist Klarheit. Ein Ja, das dir schon beim Aussprechen leidtut. Du hörst dich zusagen und weißt in derselben Sekunde, dass du das nicht leisten kannst, nicht ohne dass etwas anderes hinten runterfällt. Dieses schnelle Ja ist selten eine Entscheidung. Es ist ein Reflex, ein Beschwichtigungsreflex, und Reflexe sind schneller als du. Deshalb funktioniert der gute Vorsatz nicht: Du besiegst den Reflex nicht mit Kraft. Du überholst ihn mit Zeit. In dieser Folge von „Nervensache Führung“ geht es darum, warum ein Mensch ohne Grenzen am Ende unzuverlässig wird, für sich und für andere. Es geht um zwei sehr konkrete Werkzeuge: den Zwischenraum-Satz, der dir die Zeit verschafft, die der Reflex dir nimmt, und das freundliche Nein ohne Begründungs-Girlande. Alle Links in den Shownotes.
13 Minuten
Derselbe Satz, zwei Atemlagen. Einmal glaubt man dir, einmal nicht. Und niemand im Raum könnte erklären, woran es lag. Deine Stimme verrät deinen Zustand, bevor dein Inhalt ankommt. Sie sitzt höher, wenn du angespannt bist, sie wird schneller, sie verliert die Tiefe und mit der Tiefe die Wirkung. Das ist keine Frage von Talent oder Ausstrahlung, sondern von Atem und Muskeltonus. Deshalb ist Stimmarbeit immer auch Regulationsarbeit, und zwar in beide Richtungen. Du klingst nicht nur souveräner, wenn du dich regulierst. Du wirst souveräner, wenn du anders atmest, im selben Atemzug. In dieser Folge von „Nervensache Führung“ geht es um die Einbahnstraße Atem und darum, warum das lange Ausatmen beruhigt. Und um die Pause, die keine Peinlichkeit ist, sondern ein Führungsinstrument: Wer keine Pausen macht, gibt seinen Worten keine Zeit anzukommen. Alle Links in den Shownotes.
12 Minuten
Souverän ist nicht, wer nichts spürt. Souverän ist, wer spürt und bleibt. Ein Satz im Meeting, und plötzlich schlägt dein Herz im Hals. Du bist auf einmal jung und klein und willst dich verteidigen, obwohl der Satz das gar nicht hergibt. Rational weißt du das sogar. Es hilft nur nichts. In dieser Folge von „Nervensache Führung“ geht es um das, was in genau diesem Moment passiert. Um die Amygdala, diesen Rauchmelder, der lieber einmal zu oft anschlägt als einmal zu selten. Um den Unterschied zwischen einer Person, die dich trifft, und einer Tür, die berührt wird, hinter der etwas viel Älteres liegt. Und um die tröstliche Nachricht, dass die heftigste Welle meist nach etwa neunzig Sekunden abebbt, wenn du sie nicht fütterst. Du musst nicht den ganzen Konflikt überstehen. Nur eine kurze Welle. Dafür bekommst du den Boden-Anker: eine Übung für den Moment, in dem der Kopf flieht und die Füße bleiben. Alle Links in den Shownotes.
14 Minuten
Dein Zustand wird zum Zustand der anderen, ob du willst oder nicht. Du kommst zu spät in eine Besprechung. Der Vormittag war zu voll, du bist noch halb im letzten Termin. Du sagst nichts von alldem, du setzt dich, du lächelst. Und Minuten später ist der ganze Raum angespannt, ohne dass jemand ein Wort darüber verloren hätte. Das ist keine Einbildung. Zustände übertragen sich in Echtzeit, über Stimme, Tempo, Blick, Atem, Mikromimik. Wir regulieren uns aneinander, ein Leben lang, und das hört im Berufsleben nicht auf. Es fällt dort nur weniger auf. Für dich als Führungskraft heißt das zweierlei. Erstens: Du bist nie nur ein Mensch im Raum, du bist das Klima, in dem die anderen arbeiten. Zweitens: gespielte Ruhe funktioniert nicht. Der Körper der anderen liest den Unterschied zwischen ruhig sein und ruhig wirken zuverlässiger, als es dir lieb ist. Deshalb steht am Ende dieser Folge eine kleine Übung vor der Tür, drei Atemzüge lang, einmal mit Absicht und einmal ohne. Alle Links in den Shownotes.
13 Minuten
Psychologische Sicherheit ist eine nervensystemische Tatsache. In dieser Folge von „Nervensache Führung“ geht es um Neurozeption, also darum, wie dein System Sicherheit prüft, lange bevor du es bemerkst. Und um eine unbequeme Wahrheit: Die wahrscheinlichste Quelle von Unsicherheit in einem Team ist die Person, die es führt. Nicht aus böser Absicht. Aus Position. Sicherheit lässt sich nicht anordnen. Sie lässt sich nur ermöglichen, und das beginnt bei dem ersten Signal, das du beim Betreten eines Raums setzt. Alle Links in den Shownotes.
16 Minuten
In dieser Folge von „Nervensache Führung“ geht es um die autonome Leiter: um Sicherheit, um Mobilisierung, um Rückzug. Und um die entlastende Einsicht, dass du kein ungeduldiger Mensch bist, sondern in einem mobilisierten Zustand warst. Das ist ein Unterschied, der alles verändert, denn ein Charakter ist schwer zu ändern, ein Zustand nicht. Am Ende bekommst du eine Übung, die vor jedem wichtigen Raum funktioniert und aus einem einzigen Wort besteht. Alle Links in den Shownotes.
25 Minuten
Später Nachmittag, Konferenzraum. Auf dem Tisch liegt eine Entscheidung, die niemand fällen will, und alle schauen zu dir. In deinem Brustkorb zieht sich etwas zusammen. Ein Teil von dir würde gern sagen: Ich weiß es auch nicht. Und trotzdem hörst du dich sagen, mit ruhiger Stimme: Gut, dann machen wir das so. Der Termin endet, du lächelst noch im Flur. Und dann, im Auto, im Aufzug, im leeren Treppenhaus, fällt das Gesicht. Einfach so. In dieser ersten Folge von „Nervensache Führung“ geht es um den Preis, den niemand auf der Rechnung sieht. Darum, warum die Anstrengung, souverän zu wirken, dein Nervensystem dauerhaft hochfährt. Und um eine Übung, die neunzig Sekunden dauert und nach dem nächsten Termin schon funktioniert. Wenn du einen dieser Momente kennst, ist diese Folge für dich. Und die ganze Staffel eigentlich auch. Alle Links in den Shownotes.
3 Minuten
Es gibt diesen einen Moment. Du gehst aus einem Meeting, du hast gelächelt, du hast genickt, du hast gesagt: alles gut. Und kaum bist du allein, fällt das Gesicht. Ich bin Anja Ozik-Scharf. Ich arbeite seit über zwanzig Jahren mit Menschen, die führen, als Therapeutin, als Beraterin, an der Universität. Und ich habe eine Sache gelernt, die kaum jemand ausspricht: Das Teuerste an Führung ist nicht die Verantwortung. Es ist die Maske. In diesem Podcast geht es nicht um noch ein Werkzeug und nicht um zehn Tipps für bessere Meetings. Es geht um dein Nervensystem. Darum, was wirklich passiert, wenn du souverän wirken willst. Und darum, was möglich wird, wenn du es nicht mehr musst. Jede Folge beginnt mit einer Szene aus dem echten Führungsalltag. Dann kommt das, was diese Szene mit dir macht. Und erst danach, ganz leise, das, was die Wissenschaft dazu weiß. Am Ende ein einziger Gedanke, den du mitnimmst. Schön, dass du da bist. Alle Links zum Buch und zur Arbeit findest du in den Shownotes.