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Zukunft Natur Archiv

42 Episoden
1 Stunde 6 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Jonas Landolt vom Verein Wilde Weiden Schweiz über ein Naturschutzkonzept, das Weidetiere wieder zu natürlichen Landschaftsgestaltern macht.

Zu Beginn klären wir die Unterschiede zwischen konventionellen Weiden, Naturschutzweiden und wilden Weiden. Jonas erklärt, weshalb sich die Dynamik auf wilden Weiden grundlegend von herkömmlichen Weidesystemen unterscheidet und welche Vorteile dadurch für die Biodiversität entstehen.

Wir sprechen über die Tierrassen, die auf wilden Weiden eingesetzt werden, warum diese Flächen bewusst unterhalb von 1'000 Metern über Meer geplant werden und welche natürlichen Prozesse dort wieder zugelassen werden.

Natürlich geht es auch um den Verein selbst. Jonas gibt Einblicke in den aktuellen Stand des Projekts, die nächsten Entwicklungsschritte, die Vereinsstruktur sowie die Finanzierung. Gleichzeitig spricht er offen über die Herausforderungen beim Aufbau eines solchen Projekts.

Ein weiteres Thema ist die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Wie werden Landwirtinnen und Landwirte entschädigt, wenn sie Flächen für wilde Weiden zur Verfügung stellen? Warum stammt hochwertiges Fleisch und Milch oft von Tieren, die auf naturnahen Weiden leben? Und welche Pflege- und Herdenschutzmassnahmen sind notwendig?

Zum Schluss verrät Jonas, wo bereits heute beeindruckende Wilde Weiden besucht werden können, wie Menschen ohne eigenes Land das Projekt unterstützen können und weshalb dieses Beweidungskonzept ein wichtiger Baustein für die Förderung der Biodiversität in der Schweiz sein könnte.

Links:

Verein Wilde Weiden

Buch "Wildes Land"

Buch "Gracing Ecology" (Englisch)

Verein Naturnahe Weidelandschaften
58 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Valentin Moser über den Biber und warum kaum ein anderes Tier unsere Landschaft so stark verändert wie er.

Valentin gibt spannende Einblicke in das Leben des Bibers. Wir sprechen darüber, was er frisst, wie sein Familienleben funktioniert und weshalb er bis zu zwei Meter hohe Dämme bauen kann.

Gerade in Zeiten des Klimawandels gewinnt der Biber zusätzlich an Bedeutung. Während Hitzeperioden bleibt sein Lebensraum angenehm kühl und seine Dämme speichern Wasser in der Landschaft. Davon profitieren nicht nur Biber, sondern auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Wir sprechen darüber, welche Arten besonders von Biberrevieren profitieren, welche weniger gut mit den Veränderungen zurechtkommen und warum die Dämme für Jungfische oft wertvolle Lebensräume schaffen. Auch erfahren wir, wie wandernde Fische Biberdämme überwinden können.

Natürlich thematisieren wir auch die Konflikte. Biber können Schäden an landwirtschaftlichen Flächen und an der Infrastruktur verursachen. Valentin erklärt, welche Lösungen bereits bestehen und warum er sich kreativere politische Ansätze wünscht. Beispielsweise könnten überflutete Flächen als Biodiversitätsförderflächen anerkannt und entsprechend entschädigt werden.

Ausserdem erfährst du, wie du dich verhältst, wenn du einem Biber begegnest, warum Wölfe erstaunlich erfolgreiche Biberjäger sein können und was jede und jeder von uns tun kann, um den Biber und seine wertvolle Arbeit zu unterstützen.

Zum Schluss erzählt Valentin von seinem Lieblingstier, der Zwergmaus, die nach langer Zeit in der Nordostschweiz wieder nachgewiesen werden konnte.

Links:

Wie der Biber die Biodiversität fördert

Biber und Fledermäuse

Video wie Fische einen Biberdamm durchbrechen
46 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Antonio Diblasi von sanu future learning über Umwelt- und Naturbildung und warum sie eine zentrale Rolle für die Zukunft unserer Natur spielt.

Antonio erklärt, weshalb viele Menschen den Zustand der Schweizer Natur deutlich positiver einschätzen, als er tatsächlich ist. Unsere Erinnerungen an Landschaften und Artenvielfalt stimmen oft nicht mehr mit der Realität überein. Da hilft das Thema dieses Podcasts. Die Umweltbildung hilft, diese Wahrnehmung zu schärfen und ein besseres Verständnis für die Herausforderungen unserer Zeit zu schaffen.

Doch was ist Umweltbildung überhaupt? Antonio zeigt, dass sie viel mehr ist als reine Wissensvermittlung. Es geht darum, die eigene Rolle zu erkennen und ins Handeln zu kommen. Deshalb setzt sanu auf praxisnahe Weiterbildungen, die konkrete Lösungen vermitteln und Menschen befähigen, in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld etwas zu bewirken. Dabei richten sich die Angebote sowohl an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger als auch an erfahrene Fachpersonen.

Ein weiteres Thema ist die Kritik, die häufig entsteht, wenn neue Naturflächen angelegt werden. Frisch umgesetzte Aufwertungen wirken oft ungewohnt oder sogar „verwüstet“, obwohl sie langfristig wertvolle Lebensräume schaffen. Antonio erklärt, wie mit solchen Reaktionen umgegangen werden kann, welche Rolle Kommunikation dabei spielt und welche 3 Hebel am besten wirken bei aufkommender Kritik.

Wir sprechen zudem über die Erwartung vieler Menschen, dass es für Naturförderung einfache Rezepte und Standardlösungen gibt. In der Praxis sind die Bedingungen jedoch von Fläche zu Fläche unterschiedlich. Antonio zeigt, wie trotzdem erfolgreiche und artenreiche Lebensräume entstehen können.

Zum Schluss werfen wir einen Blick auf die Arbeit von Gemeindemitarbeitenden und Pflegeverantwortlichen. Oft werden ihre Entscheidungen vorschnell beurteilt, obwohl die Anforderungen und Herausforderungen in der Naturpflege sehr individuell und komplex sind.

Also, wer die Natur kennenlernen will, kann bei den Bildungsangeboten von sanu vorbeischauen.

Link: sanu future learning
47 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Kai Reinacher über die enge Verbindung zwischen Biodiversität und Ernährungssicherheit. Ein Thema, das oft unterschätzt wird, obwohl es unsere tägliche Ernährung direkt beeinflusst.

Anhand der Bestäuber zeigt Kai eindrücklich, wie abhängig unsere Landwirtschaft von funktionierenden Ökosystemen ist. Der Rückgang vieler Wildbienenarten wird heute zunehmend durch Honigbienen kompensiert. Doch diese sind anfälliger für Krankheiten und Umweltveränderungen, was unsere Lebensmittelproduktion verletzlicher macht.

Wir sprechen auch darüber, woran man eine wirklich artenreiche Wiese erkennt und weshalb solche Lebensräume weit mehr leisten, als nur schön auszusehen. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Arten, die wiederum wichtige Funktionen für die Landwirtschaft übernehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Ursachen des Biodiversitätsverlusts. Kai macht deutlich, dass die Verantwortung nicht allein bei den Landwirten liegt. Auch politische Entscheidungen, wirtschaftliche Anreize und unser Konsumverhalten haben die heutige Situation mitgeprägt. So führte beispielsweise die Möglichkeit, Grundnahrungsmittel günstig zu importieren, zu Veränderungen in der Schweizer Landwirtschaft, die bis heute Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben.

Zudem werfen wir einen Blick auf die globale Nutzung unserer Böden. Kai erklärt anhand von Zahlen und Vergleichen, wie unterschiedlich effizient verschiedene Formen der Lebensmittelproduktion mit den vorhandenen Ressourcen umgehen und welche Rolle die Nutztierhaltung dabei spielt.

Zum Schluss diskutieren wir, wie Biodiversität und Ernährungssicherheit wieder stärker in Einklang gebracht werden können. Denn nicht nur Politik und Landwirtschaft sind gefragt. Auch die Entscheidungen, die wir täglich beim Einkauf treffen, können einen Unterschied machen.

Links zu den Fakten:

Ernährung (Englisch)

Vegane Ernährung (Deutsch)
51 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Daniel Slodowitcz von Holosem über artenreiche Wiesen und die Bedeutung von autochthonem Saatgut für die Förderung der Biodiversität.

Daniel erklärt, warum nicht jede ökologisch wertvolle Wiese automatisch als Saatgutspender geeignet ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit regionale Samen gesammelt werden können. Dabei erfahren wir auch, weshalb es von Vorteil ist, wenn die Pflanzen einer Wiese gleichzeitig blühen und warum bei anderen Wiesentypen mehrere Erntedurchgänge notwendig sind.

Ein weiteres Thema sind die biogeografischen Zonen der Schweiz. Sie bilden den Minimumstandart für Holosem und Daniel zeigt auf, weshalb diese Zonen teilweise sehr gross sind und beispielsweise in den Alpen nicht immer alle regionalen Unterschiede abbilden können.

Wir sprechen zudem über technische Innovationen in der Saatgutgewinnung. Daniel stellt den ersten elektrisch betriebenen Samensammler vor, den sogenannten e-Beetle, der sich sowohl an steilen Hängen als auch in feuchten Wiesen bewährt hat.

Natürlich geht es auch um die Frage, wer solches Saatgut benötigt und welches Ziel Holosem verfolgt. Dabei wird deutlich, wie wichtig regionales Saatgut für die langfristige Förderung der Artenvielfalt ist.

Spannend ist auch die Erkenntnis, dass die Samenernte einer Wiese nicht schadet. Im Gegenteil: Sie kann die Artenvielfalt sogar fördern und einen positiven Beitrag zur Entwicklung wertvoller Lebensräume leisten.

Zum Schluss gibt Daniel Einblicke in eine oft unterschätzte Herausforderung: die Lagerung von Wildpflanzensamen und die Frage, wie deren Qualität langfristig erhalten werden kann.

Holosem.ch
42 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Christian Hossli, Projektleiter Lachscomeback beim WWF, über die Rückkehr des Wildlachses in die Schweiz.

Zu Beginn werfen wir einen Blick in die Vergangenheit. Christian erzählt, wie der Lachs einst in grosser Zahl in Schweizer Gewässern vorkam und welche Rolle er für Mensch und Natur spielte. Doch dann verschwand er vollständig. Wir sprechen darüber, welche Faktoren zum Verschwinden des Lachses führten und warum er bis heute nicht zurückkehren konnte.

Christian erklärt, wo die Bestände aktuell vorkommen, weshalb der Lachs bereits vor den Toren der Schweiz steht und welche Hindernisse ihn noch von seiner Rückkehr abhalten.

Es freut mich zu hören, dass bereits heute junge Lachse ausgesetzt werden. Diese prägen sich ihre Wanderroute ein und sollen in einigen Jahren als erwachsene Tiere in die Schweiz zurückkehren. Vorausgesetzt, die Gewässer werden durchgängig und die verbleibenden Hindernisse können überwunden werden.

Des Weiteren sprechen wir darüber, welche Rolle Fischwanderhilfen und die Sanierung von Kraftwerken spielen, wie realistisch eine Rückkehr des Lachses ist und was geschieht, wenn er tatsächlich wieder Schweizer Gewässer erreicht.

Mehr unter:

Lachscomeback.ch
59 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Yanik Fuchs von Aqua Viva über den Zustand der Schweizer Gewässer, deren Bewohner und auch über Grenzwerte bei Stoffen wie PFAS oder Mikroplastik, die oft eine trügerische Sicherheit vermitteln.

Yanik erklärt, wie sich Aqua Viva gemeinsam mit dem Projekt „Fluss Frei“ für lebendige und gesündere Gewässer einsetzt und welche konkreten Projekte bereits umgesetzt werden. Denn, unsere Flüsse sind stark verbaut und vielerorts weit entfernt von einem natürlichen Zustand.

Ein zentrales Thema sind die über 170’000 künstlichen Stufen und Schwellen in Schweizer Fliessgewässern. Wir sprechen darüber, warum diese Bauwerke ursprünglich entstanden sind, weshalb sie heute für viele Arten zum Problem werden und wie schwierig ihr Rückbau ist.

Natürlich geht es auch um die Fische. Welche Herausforderungen haben sie neben Wasserkraftwerken und Hindernissen zusätzlich zu bewältigen? Und wie verändert der Klimawandel unsere Gewässer?

Leider werden wir in der Schweiz wohl nie mehr vollständig zu ursprünglichen, naturnahen Gewässern zurückkehren können. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, unsere Flüsse und Bäche deutlich aufzuwerten.

Yanik zeigt zudem, was jede und jeder Einzelne zu gesünderen Gewässern beitragen kann (oft mit einfacheren Mitteln, als man denkt).

Zum Schluss erzählt er von seinem Lieblingstier, dem Biber, und warum dessen Dämme für Fische meist kein Problem darstellen.

Links:

Aqua Viva | Fluss Frei

IG Lebendige Thur
50 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Eva Baier von Fischwanderung GmbH über die Wanderungen unserer Fische und die vielen Hindernisse, die ihnen heute im Weg stehen.

Warum wandern Fische überhaupt? Eva erklärt, wie wichtig freie Gewässer für ihren Lebenszyklus sind und wie stark Stauwehre und Wasserkraftwerke diese Wanderungen einschränken. Gleichzeitig gibt sie Einblick, wie weit der Ausbau von Fischwanderhilfen in der Schweiz bereits fortgeschritten ist und welche Herausforderungen noch bei den vielen Anlagen ohne funktionierende Durchgängigkeit bestehen.

Denn, eine Fischtreppe allein reicht oft nicht aus. Damit Fische wirklich sicher wandern können, braucht es zusätzliche Lösungen wie Bypässe. Was Planung und Umsetzung deutlich komplexer macht.

Wir sprechen zudem über das Monitoring der Fischwanderungen und warum es nicht genügt, einfach eine Kamera ins Wasser zu stellen.

Ein weiteres Thema sind die unzähligen kleinen Hindernisse in unseren Gewässern. Hunderttausende künstliche Stufen und Verbauungen erschweren den Fischen zusätzlich die Wanderung.

Zum Schluss werfen wir einen Blick auf den Zustand der Schweizer Fischbestände. Eva erklärt, was Fische wirklich brauchen, um besser leben zu können und was wir Menschen konkret dazu beitragen können.

Wenn du mehr über die Fischwanderungen wissen möchtest, lohnt sich ein Besuch der Wissensseite von Eva:

wissen.fischwanderung.ch

Hinweis: Im Podcast sprechen wir von 100'000 Hindernisse in unseren Fliessgewässern die eine Fallhöhe von 15 cm oder mehr haben. Tatsächlich ist die Fallhöhe dieser 100'000 Hindernissen 50 cm oder mehr. Also Hindernisse mit 15 cm, oder 40 cm kommen gar nicht in der Statistik vor.
44 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Andrea Haslinger über das Projekt „Bonjour Nature“ von Pro Natura und darüber, wie Gärten zu wertvollen Lebensräumen für Schmetterlinge und viele weitere Arten werden können.

Andrea gibt spannende Einblicke in den Ablauf der Zertifizierung und erklärt, warum die Anforderungen bewusst hoch sind und was im Vergleich zu den früheren Zertifizierungen geändert hat. Ein Naturgarten ist mehr als einfach „wachsen lassen“. Er braucht Wissen, gezielte Pflege und die richtigen Strukturen.

Wir sprechen auch darüber, wie der Weg zur Zertifizierung aussieht, wie man sich anmeldet und wie der Gartentest auf der Website dabei hilft, den eigenen Garten besser einzuschätzen.

Ein paar Tipps kommen auch vor. Was hat in einem Schmetterlingsgarten keinen Platz? Themen wie Neophyten und Pestizide spielen dabei eine zentrale Rolle.

Und für alle ohne eigenen Garten gilt: Jede Fläche zählt. Andrea zeigt, wie auch Balkone oder kleine Flächen einen Beitrag leisten können.

Links:

Bonjour Nature

Direkt zum Gartentest
52 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Martin Kreiliger über Schutzwälder und ihre zentrale Rolle für unsere Sicherheit. Denn sie gehören zu den effektivsten und gleichzeitig kostengünstigsten Massnahmen gegen Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Überschwemmungen.

Wir erfahren, welche Baumarten und Mischungen je nach Gefahr am besten geeignet sind und warum ein stabiler Schutzwald weit mehr ist als nur eine Ansammlung von Bäumen. Gleichzeitig sprechen wir über die Herausforderungen in der Praxis. Sowohl bei der Pflege von Schutzwäldern als auch im Vergleich zu technischen Lösungen wie Steinschlagnetzen.

Ein spannender Teil ist die Wirkung über die Berge hinaus: Schutzwälder tragen dazu bei, dass auch das Mittelland besser vor Naturgefahren geschützt ist. Doch wie entwickeln sich diese Wälder? Nehmen sie zu oder ab?

Mit Blick in die Zukunft wird klar. Der Klimawandel stellt Schutzwälder vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es auch positive Nachrichten, etwa durch die genetische Vielfalt der Bäume, die Anpassung ermöglicht.

Wir sprechen zudem über die Wiederbewaldung nach Störungen wie Waldbränden. Warum ist die natürliche Verbreitung von Samen oft nicht ausreichend? Und weshalb spielen Forstgärten eine entscheidende Rolle, um im Ernstfall schnell reagieren und Hänge stabilisieren zu können?

Eine Folge über die Bedeutung, die Verletzlichkeit und das enorme Potenzial unserer Schutzwälder und warum sie eine der klügsten Investitionen in unsere Zukunft sind.

Zum Schluss wird es persönlich. Martin erzählt, warum der Wolf sein Lieblingstier ist.

Links:

Bergwaldprojekt

Klengeln erklärt
46 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Sandro Jenni über unsere Beziehung zu Tieren und die Frage, warum uns manche Schicksale tief berühren, während andere kaum Beachtung finden.

Im Alltag zeigt sich ein spannendes Muster: Einzelne Tiere, etwa ein gestrandeter Wal oder ein bekanntes Zootier, können grosse Emotionen und Mitgefühl auslösen. Gleichzeitig bleibt das Leid vieler anderer Tiere oft abstrakt und fern. Wir gehen diesem Phänomen auf den Grund und sprechen darüber, wie Nähe, Geschichten und Identifikation unsere Wahrnehmung prägen.

Ein zentraler Aspekt ist die Frage, wie wir Tieren Leidensfähigkeit zuschreiben. Diese Einschätzung ist selten objektiv, sondern stark von unserem Kontext abhängig. Tiere, die wir beobachten, kennenlernen oder emotional zuordnen können, erscheinen uns oft „näher“. Während andere weniger stark wahrgenommen werden.

Dabei spielen auch kulturelle Unterschiede eine wichtige Rolle. Je nach Gesellschaft werden Tiere unterschiedlich bewertet, geschützt oder genutzt. Diese Normen beeinflussen unser Denken stärker, als uns oft bewusst ist.

Wir sprechen zudem darüber, wie unser Gehirn mit inneren Widersprüchen umgeht. Menschen mögen keine Konflikte und versuchen, sie möglichst schnell aufzulösen. Das führt oft dazu, dass wir einfache Erklärungen oder Rechtfertigungen suchen, anstatt uns mit der ganzen Komplexität auseinanderzusetzen.

Gerade in einer Zeit, in der viele Themen emotional aufgeladen sind, wird dieser Mechanismus besonders sichtbar. Medien und Gesellschaft greifen häufig einzelne, gut erzählbare Geschichten auf, während grössere Zusammenhänge schwieriger greifbar bleiben.

Link: Buch
52 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Natalie Oberholzer von Ecoviva über Naturpädagogik und warum sie ein zentraler Schlüssel ist, um Kindern einen echten Zugang zur Natur und zu Umweltthemen zu ermöglichen.

Natalie zeigt, wie gut sich Naturpädagogik in den Lehrplan 21 integrieren lässt. Insbesondere im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“. Denn Lernen draussen ist nicht nur möglich, sondern bietet enormes Potenzial für verschiedenste Fachbereiche.

Natalie staunt zudem immer wieder über die Kinder und wie offen, neugierig und anders sie die Natur wahrnehmen und wie viel sie dabei entdecken. Sie empfiehlt Lehrpersonen, unter anderem, direkt vor dem Schulhaus zu starten. Dort lassen sich alle fünf Sinne ohne grosse Planung oder Reisen einfach einsetzen und gezielt fördern.

Wir sprechen darüber, was einen guten Naturlernort ausmacht und welche Vorteile solche Lernumgebungen bieten (auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen wie ADHS). Gleichzeitig zeigt Natalie, wie ihre Module Lehrpersonen entlasten und Themen wie Mathematik oder sogar Finanzbildung integrieren können.

Auch mögliche Risiken kommen zur Sprache: Zecken, Fuchsbandwurm oder Verletzungen und wie man damit in der Praxis sinnvoll umgeht, ohne die Kinder von Naturerfahrungen abzuhalten.

Zum Schluss erzählt Natalie von ihrer Lieblingspflanze, der Brennnessel, und warum sie so viel mehr kann, als man denkt.

Ecoviva

Joseph Cornell
51 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Etienne von Speisepilze.ch über die zentrale Rolle von Totholz in der Natur. Was oft als „Abfall“ wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit ein wichtiger Baustein für funktionierende Ökosysteme. Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig ein natürlicher Wasserspeicher, der Feuchtigkeit aufnimmt und langsam wieder abgibt.

Die Zersetzung von Holz ist nicht einfach. Pilze gehören dabei zu den wichtigsten Verwertern und schaffen die Grundlage dafür, dass andere Arten wie der Hirschkäfer profitieren können. Dabei wird auch deutlich, warum stehendes Totholz ökologisch oft wertvoller ist als liegendes.

Wir sprechen darüber, wie einfach sich Totholz in den Alltag integrieren lässt. Sei es im Garten, in Form von Asthaufen, Baumstümpfen oder unbehandeltem Holz in Zäunen und Beeteinfassungen. Selbst kleine Strukturen können bereits einen grossen Beitrag zur Förderung seltener Arten wie Wildbienen oder Hirschkäfer leisten.

Auch Gemeinden können erstaunlich viel machen: Sie können Totholz und andere organische Materialien gezielt vor Ort einsetzen und Pilze können bei der Beschleunigung von Zersetzungsprozessen super helfen

Etienne teilt also spannende Beobachtungen aus seiner Arbeit und gibt konkrete Tipps für den Aufbau eines funktionierenden Holzhaufens. Zum Schluss wird es nochmals persönlich. Er erzählt von seinem Lieblingstier, dem Hirschkäfer, und wie man ihn mit etwas Glück selbst entdecken kann.

Schau mal bei Etienne vorbei: Speisepilze.ch
1 Stunde
In dieser Folge spreche ich mit Olivier Magnin von Regioflora über die Bedeutung einheimischer Pflanzen und warum die richtige Herkunft entscheidend ist. Im Zentrum stehen regionale Pflanzen und ihre Ökotypen, die eng mit biogeografischen Zonen verknüpft sind. Olivier erklärt, was in den Übergangszonen passiert und wie damit umgegangen wird.

Wir sprechen über verschiedene Methoden der Saatgutsammlung, ihre Vor- und Nachteile sowie über die wachsende Zahl an Gärtnereien, die sich auf die Vermehrung einheimischer Pflanzen spezialisiert haben. Ein wichtiges Thema ist dabei auch die sogenannte Outbreeding Depression und wie sie vermieden werden kann.

Olivier gibt zudem praktische Tipps für den eigenen Garten. Worauf sollte man beim Pflanzenkauf achten? Warum sind Biogärtnereien oft die bessere Wahl? Und wie erkennt man mit einer einfachen Frage, ob man beim richtigen Anbieter ist?

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Potenzial einheimischer Pflanzen in Siedlungen. Ganze Grünflächen könnten damit gestaltet werden. Die sind ökologisch sinnvoller und oft kostengünstiger für Gemeinden.

Im Hinblick auf den Klimawandel plädiert Olivier dafür, einheimischen Pflanzen zuerst eine Chance zur Anpassung zu geben, statt vorschnell auf mediterrane Arten zu setzen.

Zum Schluss stellt er den Pflanzenfinder von Regioflore vor. Ein praktisches Werkzeug, um passende Arten für den eigenen Standort zu finden.

Pflanzenfinder

Regioflora

Mission B

Bioterra

Bio Suisse
1 Stunde 3 Minuten
In dieser Folge tauchen wir ein in die Welt der Wasserflächen im Garten. Gemeinsam mit Michael Gut von Salamander Naturgarten sprechen wir über Biopools, Schwimmteiche und deren spannende Kombinationen.

Welche Systeme fördern die Biodiversität und welche nicht? Michael zeigt, warum Schwimmteiche eine hohe Biodiversität haben und erzählt von Lösungen, damit Pflanzen und Tiere nicht durch Wellen gestört werden, und erklärt, welche Rolle durchdachte Gestaltung dabei spielt.

Ein spannendes Thema ist der Biofilm. Ein oft unterschätztes, aber enorm leistungsfähiges System, das Wasser auf natürliche Weise reinigt. Sowohl in unseren Gewässern als auch in Biopools. Umso mehr stellt sich die Frage, warum klassische Pools noch immer mit Chlor betrieben werden, obwohl es mit dem Biofilm funktionierende natürliche Alternativen gibt.

Wir sprechen darüber, ob bestehende Pools in Biopools umgebaut werden können und welche Vorteile für Menschen und für Amphibienbestehen.

Auch typische Missverständnisse kommen zur Sprache: Sind naturnahe Gärten wirklich aufwändiger? Warum sind Algen kein Problem, sondern Teil der Lösung? Und warm ein Wildbienenhotel selten die Biodiversität fördert.

Ein weiterer Fokus liegt auf sogenannten Tierfallen. Wir klären, welche Gefahren im Garten oft unterschätzt werden. Z.B. durch Mähroboter oder falsch gestaltete Teiche und wie sich diese vermeiden lassen.

Salamander Naturgarten