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Irgendwas mit Nachhaltigkeit? Archiv

83 Episoden
1 Stunde 25 Minuten
Die mit den zwei Seiten

Eigentlich sollte es für diese Woche eine ganz normale Podcastfolge werden. Dann kam ein Gerichtsurteil gegen TotalEnergies. Und gleichzeitig rollte eine Hitzewelle über Europa.

Also machen wir es heute wie früher auf einer Schallplatte.

Seite A: Ein französisches Gericht stellt die Frage neu, wie weit die Verantwortung von Unternehmen für die Emissionen ihrer Produkte reicht. Ist Scope 3 mehr als eine Bilanzierungskategorie? Und erleben wir gerade die Rückkehr der Produzentenverantwortung?

Seite B: Ich nehme euch mit auf meine Rückfahrt vom Sustainability Summit des TÜV Rheinland in Berlin. Eine gesperrte A2, aufgeplatzter Asphalt, überlastete Umleitungen und die Erkenntnis, dass Klimarisiken längst keine PowerPoint-Folien mehr sind.

Zwei Geschichten.

Zwei Perspektiven.

Am Ende vielleicht doch nur zwei Seiten derselben Platte.

️ Themen dieser Folge:

Das Urteil gegen TotalEnergies und Scope 3

CO₂-Fußabdruck und Produzentenverantwortung

Klimarisiken und Kaskadeneffekte

Hitzewelle in Europa

Infrastruktur, Resilienz und Unternehmensrisiken

Warum Klimaschutz und Klimaanpassung zusammengehören

Zum Nachlesen und Vertiefen natürlich auch wieder ein paar Shownotes:

TotalEnergies und Scope 3

Reuters: Pariser Gericht verpflichtet TotalEnergies, Klimarisiken der Nutzung seiner Produkte offenzulegen und einen überarbeiteten Vigilanzplan vorzulegen. Reuters: TotalEnergies must report risks caused by emissions

AP News: Einordnung des Urteils und Bedeutung für die Produzentenverantwortung. AP News: Paris court gives TotalEnergies 6 months to tighten its climate policies

Hitze und wirtschaftliche Folgen

Handelsblatt-Gastbeitrag: Ein einzelner Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Handelsblatt: Ein einzelner Hitzetag kostet rund 431 Millionen Euro

SWR: Zusammenfassung der Prognos-Studie und wirtschaftliche Auswirkungen extremer Hitze. SWR: Hitze schadet der Wirtschaft

Reuters: Rekordtemperaturen über 40 °C, Schäden an Straßen und Schienen sowie Auswirkungen auf Infrastruktur und Gesundheit in Deutschland und Europa. Temperature records shattered in Europe as deadly heatwave moves east

Euronews: Deutschland erreicht mit 41,7 °C einen neuen Temperaturrekord, Hitzeschäden unter anderem auf der A2 sowie Schäden an der Leipziger Straßenbahn-Infrastruktur. Germany breaks heat record again

Berlin.de: Informationen zur Hitzewelle in Berlin, Hitzewarnungen und Rekordtemperaturen. Heat wave hits Berlin
1 Stunde 15 Minuten
Aus dem VSME wird der VS.

Kaum hatte die Nachhaltigkeitsbranche gelernt, wofür die vier Buchstaben eigentlich stehen, streicht die EU zwei davon wieder.

Doch hinter der Umbenennung steckt deutlich mehr als ein Rebranding.

Der neue Voluntary Standard (VS) soll künftig für einen Großteil der europäischen Unternehmen die Grundlage freiwilliger Nachhaltigkeitsberichterstattung werden. Gleichzeitig begrenzt er über den Value Chain Cap, welche ESG-Daten große Unternehmen überhaupt noch von ihren Lieferanten verlangen dürfen.

Klingt nach Bürokratieabbau?

Genau darüber wird aktuell gestritten.

Während Wirtschaftsverbände Entlastung feiern, warnen Banken, Investoren und NGOs vor Informationsverlusten. Scope 3, Klimarisiken, Transformationspläne und Lieferkettendaten stehen plötzlich im Zentrum einer Debatte, die weit über Nachhaltigkeitsberichte hinausgeht.

In dieser Folge erfährst du:

Warum aus dem VSME plötzlich der VS wurde

Weshalb der Value Chain Cap möglicherweise wichtiger ist als der Standard selbst

Warum Scope 3 zum politischen Zankapfel geworden ist

Weshalb WWF, Banken und Wirtschaftsverbände völlig unterschiedliche Erwartungen haben

Warum der VS eigentlich kein klassischer Nachhaltigkeitsbericht ist

Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten

Und warum vermutlich gerade hunderte Berater ihre Webseiten aktualisieren

Eine Folge über ESG, CSRD, Omnibus, Lieferketten, Bürokratieabbau, Nachhaltigkeitsmanagement und die Frage:

Wie viele Nachhaltigkeitsinformationen braucht die Wirtschaft eigentlich wirklich?

Shownotes

Europäische Kommission – Sustainability Reporting Standard for Voluntary Use (VS)

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/17232-Sustainability-reporting-standard-for-voluntary-use_en

Konsultation und Stellungnahmen zum VS

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/17232-Sustainability-reporting-standard-for-voluntary-use/feedback_en

EFRAG – Voluntary Reporting Standard for SMEs (VSME)

EFRAG VSME Projektseite

DRSC – Informationen zum Voluntary Standard (VS)

DRSC Nachhaltigkeitsberichterstattung VS
1 Stunde 10 Minuten
Da ist "Irgendwas mit Nachhaltigkeit?" inzwischen ein Jahr alt.

65 Folgen. Unzählige Stunden Recherche, Aufnahme, Schnitt und gelegentliche Diskussionen mit Mikrofonen, Software und der eigenen Motivation.

Eigentlich sollte dieser Podcast nur ein Experiment werden. Schauen, ob jemand zuhört. Schauen, ob es Spaß macht. Schauen, ob Nachhaltigkeit genug Stoff bietet.Ein paar Wochen. Ein, vielleicht zwei "Handvoll" Folgen.

Und dann?

Ein Jahr lang: Jede Woche eine Folge! Dazu CSRD-Specials und aktuelle Themen als Sonderfolgen.

Spoiler: Nachhaltigkeit bietet mehr als genug Stoff.

In dieser Jubiläumsfolge blicke ich zurück auf das erste Podcastjahr. Auf Überraschungen, Irrtümer, Lieblingsfolgen, Gegenwind, Nachhaltigkeitsbürokratie, gesellschaftliche Debatten und die Erkenntnisse, die mir nicht immer gefallen haben.

Warum handeln Menschen oft nicht nach dem, was sie längst wissen? Warum beschäftigen sich manche Organisationen ernsthaft mit ihrer Zukunft, während andere Risiken ignorieren? Warum scheint Nachhaltigkeit plötzlich selbst zum Problem geworden zu sein, obwohl die eigentlichen Probleme weiterhin existieren?

Zwischen Klimakrise, Omnibus, Norbert dem Archivar, Backlash, Wesentlichkeitsanalysen und 65 Folgen hat sich mein Blick auf Nachhaltigkeit verändert. Vielleicht geht es am Ende gar nicht um Nachhaltigkeit. Vielleicht geht es um Menschen.

Danke an alle, die in den vergangenen zwölf Monaten zugehört, kommentiert, diskutiert, widersprochen oder den Podcast weiterempfohlen haben.

Und keine Sorge:

Das erste Jahr ist vorbei.

Der Podcast noch nicht.
1 Stunde 11 Minuten
Nachhaltige Veranstaltungen? Klingt erst einmal nach Mehrwegbechern, vegetarischem Catering und der Empfehlung, mit der Bahn anzureisen.

Doch nachhaltige Veranstaltungswirtschaft ist deutlich mehr!

In dieser Folge spreche ich mit Marco Roscher, Referent für Nachhaltigkeit bei der fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen von Messen, Kongressen, Festivals und Events und diskutieren, welche Rolle Nachhaltigkeit dabei heute und in Zukunft spielt.

Unsere Themen:

• was eine nachhaltige Veranstaltung überhaupt ausmacht

• warum Nachhaltigkeit weit mehr ist als Klimaschutz

• welche Rolle die ISO 20121 für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement spielt

• wie Nachhaltigkeit entlang der gesamten Veranstaltungs-Lieferkette umgesetzt werden kann

• warum Veranstaltungen ein besonders wirksamer Ort für Verhaltensänderungen sind

• weshalb Menschen nachhaltiges Verhalten häufig erst übernehmen, wenn sie es selbst erleben

• welche Potenziale Green Nudging & Gamification bieten

• ob Nachhaltigkeit bereits ein echter Wettbewerbsvorteil ist

• wie die Branche mit Greenwashing und Glaubwürdigkeit umgeht

• und wie die Veranstaltung der Zukunft aussehen könnte

Ein Gedanke, der sich durch das gesamte Gespräch zieht: Menschen ändern ihr Verhalten selten durch Vorschriften oder Präsentationen. Sie ändern es durch Erfahrungen.

Wer einmal erlebt hat, dass nachhaltiges Handeln funktioniert, Spaß macht und keinen Verzicht bedeutet, nimmt diese Erfahrung oft mit nach Hause.

Eine Folge über Veranstaltungen. Und gleichzeitig eine Folge darüber, wie gesellschaftlicher Wandel entsteht.

Viel Spaß beim Hören!

DIE SHOWNOTES

Umweltbundesamt: Nachhaltige Veranstaltungen

Praxisleitfäden und Hilfestellungen für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen.

https://www.umweltbundesamt.de/nachhaltige-veranstaltungen

Blauer Engel für Veranstaltungen

https://produktinfo.blauer-engel.de/uploads/criteriafile/de/230/DE-UZ%20236-072024-de-Kriterien-V2.pdf

Quick Guide ISO 20121 – Nachhaltigkeitsmanagement in der Veranstaltungsbranche

Praxisorientierte Einführung in die internationale Norm für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement.

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-50333-8

Bestival Berlin

Praxisbeispiel für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement und im Gespräch als Beispiel für die Anwendung der ISO 20121 erwähnt.

https://convention.visitberlin.de/ueber-uns/bestival

IMEX Frankfurt

Eine der weltweit größten Fachmessen für Meetings, Events und Incentives.

https://imex-frankfurt.com/

Landkarte der Veranstaltungswirtschaft

https://www.igvw.org/wp-content/uploads/Landkarte-der-Veranstaltungswirtschaft-2021.pdf

fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft

https://forward.live/

IFES - International Federation of Exhibition and Event Services

https://www.ifesnet.com/

AUMA – Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

https://www.auma.de/

Green Nudging

Informationen und Praxisbeispiele rund um nachhaltige Verhaltensimpulse.

https://green-nudging.de/

Green Nudges

Internationale Plattform mit Beispielen und Forschung zu Nudging-Ansätzen.

https://www.green-nudges.com/

Net Zero Carbon Events

Internationale Initiative zur Dekarbonisierung der Veranstaltungsbranche.

https://www.netzerocarbonevents.org/

Net Zero Carbon Events Roadmap

Die Roadmap der Branche auf dem Weg zu klimaneutralen Veranstaltungen.

https://www.netzerocarbonevents.org/wp-content/uploads/NZCE_Roadmap2022_Full-Report-updated-26Jan2023.pdf

Harrys Bude

Soziales Projekt aus Köln, das im Gespräch als Beispiel für gesellschaftliches Engagement und gelebte Nachhaltigkeit erwähnt wurde.

https://www.harrys-bude.org/

SWR-Dokumentation: „Harry macht satt“

https://youtu.be/dbS7OpThyE0

The Firm of the Future – A Business Inspired by Nature

Denise DeLuca und George Hutchins über Kooperation, Resilienz und zukunftsfähige Organisationen.

https://forward.live/wp-content/uploads/2026/05/DeLuca-Denise_Brochure_Business_Inspired_by_Nature.pdf
1 Stunde 18 Minuten
Im Königreich Terra breitet sich ein Grauer Nebel aus.

Die Wälder werden kleiner. Die Brunnen trockener. Die Menschen suchen nach Antworten.

Und wie in jedem guten Märchen suchen sie vor allem nach einem Helden.

Dies ist die Legende von Terra.

Eine Fantasy-Geschichte über Prophezeiungen, Kommissionen, Hoffnung, Irrtümer und einen Archivar dritter Klasse namens Norbert.

Eine Märchenfolge?

Eine Satire?

Ein Experiment?

Und falls ihr euch währenddessen fragt, was das alles mit Nachhaltigkeit zu tun hat:

Hört einfach weiter.
1 Stunde 4 Minuten
Moin.

Der Klimawandel ist abgesagt.

Zumindest wenn man einigen Schlagzeilen der letzten Wochen glaubt.

Denn das berüchtigte Klimaszenario SSP5-8.5, lange Zeit das Synonym für die schlimmsten Folgen der Erderwärmung, gilt inzwischen als zunehmend unrealistisch und wurde im neuen Szenario-Rahmenwerk für den kommenden IPCC-Bericht nicht mehr als Standardpfad übernommen. Für manche Medien offenbar Grund genug, gleich die gesamte Klimakrise mit abzuräumen.

Problem gelöst. Podcast beendet. Nachhaltigkeit kann weg.

Oder?

In dieser Folge schauen wir uns an, was tatsächlich hinter der Diskussion steckt, warum der IPCC die Klimakrise keineswegs abgesagt hat und weshalb aus einer wissenschaftlichen Einordnung innerhalb weniger Tage eine politische und mediale Erzählung wurde.

Und während manche noch darüber diskutieren, ob Nachhaltigkeit überhaupt noch nötig ist, stehen bereits die nächsten Regulierungen vor der Tür:

Die PPWR verändert die Spielregeln für Verpackungen in Europa grundlegend. Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile, Mehrwegquoten und neue Dokumentationspflichten werden für viele Unternehmen zur Pflichtaufgabe.

Die EmpCo-Richtlinie erklärt dem Greenwashing den Kampf. Wer künftig mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ wirbt, braucht dafür belastbare Nachweise. Das Zeitalter der grünen Bauchgefühle endet langsam, aber sicher.

Wir sprechen über Klimaszenarien, Schlagzeilen, Verpackungen, Marketingversprechen und darüber, warum Nachhaltigkeit als Unternehmensthema erstaunlich wenig davon abhängt, ob das schlimmste Klimaszenario nun plausibel ist oder nicht.

Kurz gesagt:

Die Klimakrise wurde nicht abgesagt.

Die Regulierung auch nicht.

Und deshalb gibt es wohl doch noch weitere Folgen von „Irgendwas mit Nachhaltigkeit?“.
47 Minuten
80 Prozent der Umweltwirkung eines Produkts werden festgelegt, bevor überhaupt produziert wird.

Bevor die erste Schraube sitzt.Bevor das erste Kilogramm CO2 entsteht.Bevor irgendjemand über Recycling, Kreislaufwirtschaft oder Nachhaltigkeitsberichte spricht.

In dieser Folge geht es um den eigentlichen Ursprung vieler Umweltprobleme:Designentscheidungen.

Warum Produkte oft so gebaut werden, dass sie nicht reparierbar sind.Warum Recycling häufig schon am Reißbrett scheitert.Warum Nachhaltigkeit in Entwicklungsprozessen strukturell untergeht.Und warum wir inzwischen hervorragend regulieren können, wie Unternehmen über Nachhaltigkeit sprechen, während die eigentlichen Produkte oft immer noch für Wegwerfen statt Kreislaufwirtschaft entwickelt werden.

Wir reden über:

Viktor Papanek und die Verantwortung von Design

Life Cycle Thinking und die blinden Flecken der Produktentwicklung

geplante Obsoleszenz und das Phoebus-Kartell

Cradle to Cradle, Reparierbarkeit und Kreislaufdesign

ESPR, Digitalen Produktpass und das Regulierungsparadox der EU

Fast Fashion, Green Claims und nachhaltige Verpackungen für schlechte Produkte

und die vielleicht unangenehmste Frage überhaupt:

Muss dieses Produkt eigentlich existieren?

Eine Folge über Produktdesign, Wegwerfgesellschaft, Kreislaufwirtschaft, Regulierung und den teuersten Fehler überhaupt:Den Fehler am Anfang.

SHOWNOTES / QUELLEN / LESETIPPS

- EU Circular Economy Action Plan: https://ec.europa.eu/environment/strategy/circular-economy-action-plan_en

- Leyla Acaroglu / Unschool of Disruptive Design: https://www.leylaacaroglu.com

- Leyla Acaroglu / What You Probably Didn’t Learn in Design School:

https://www.youtube.com/watch?v=PeQdOxXdTcQ

- TED Talk Leyla Acaroglu "Paper Beats Plastic?": https://www.ted.com/talks/leyla_acaroglu_paper_beats_plastic_how_to_rethink_environmental_folklore

- Viktor Papanek, "Design for the Real World" (1971)

- Braungart / McDonough, "Cradle to Cradle" (2002)

- Ellen MacArthur Foundation - Fashion and the Circular Economy: https://www.ellenmacarthurfoundation.org/fashion-and-the-circular-economy

- EU Ökodesign-Verordnung (ESPR): https://ec.europa.eu/growth/industry/sustainability/ecodesign-sustainable-products-regulation_en

- EU Right to Repair Directive (2024): https://commission.europa.eu/topics/consumers/right-to-repair_en

- Digitaler Produktpass: https://ec.europa.eu/growth/industry/sustainability/digital-product-passport_en
1 Stunde 15 Minuten
Nachhaltigkeit lebt von schönen Geschichten.

Von Roadmaps.

Von Transformationspfaden.

Von strategischen Zielbildern.

Von perfekt designten LinkedIn-Posts mit Sonnenuntergang, Windrad und dem Satz:

‚Gemeinsam gestalten wir die Zukunft.‘ Und dann gibt es die Realität. Excel-Dateien mit kaputten Formeln.

Überforderte Teams. Geschätzte Scope-3-Daten. Budgets, die plötzlich verschwinden.

KPI-Chaos.

Regulatorik, die sich schneller verändert als manche Unternehmensstrategie.

Und Menschen, die gleichzeitig die Welt retten und Lieferantenfragebögen nachtelefonieren sollen.

In dieser Folge reden wir über die Dinge, die man normalerweise eher nach dem Meeting sagt.

Oder nach dem dritten Bier auf Nachhaltigkeitskonferenzen.

Freut euch auf:

7 Dinge, die man auf LinkedIn nicht schreibt

10 Dinge, die man nicht im Nachhaltigkeitspodcast sagt

5 Dinge, die man nur nach dem dritten Bier auf Nachhaltigkeitskonferenzen hört

8 Dinge, die Unternehmen niemals offiziell sagen würden

6 Dinge, die Berater selten offen sagen

9 Dinge, die Nachhaltigkeitsmanager:innen heimlich denken

7 Dinge, die trotzdem Hoffnung machen

Eine Folge über Tabus.Über Widersprüche.Über organisierte Improvisation.

Und darüber, warum Ehrlichkeit vielleicht gerade wichtiger wird als Hochglanz.

Staffel 3, Folge 3: „Die mit dem Tabu“
1 Stunde 31 Minuten
Irgendwas mit Nachhaltigkeit?

Die mit der Reichweitenangst!

Reichweitenangst, Ladefrust, Preisdebatten.

Und dazwischen die unbequeme Wahrheit: Es funktioniert. Meistens sogar ziemlich gut.

Diese Folge ist kein Hype und kein Gegen-Hype.

Sondern ein Blick auf Elektromobilität aus der Praxis.

Mehrere Jahre elektrisch unterwegs.

Vom ersten „Mal schauen, ob das überhaupt geht“ bis zu dem Punkt, an dem es einfach Alltag wird.

Was sich wirklich verändert, wenn man nicht mehr tankt, sondern lädt.

Warum viele Diskussionen immer noch auf Annahmen basieren, nicht auf Erfahrung.

Und wieso Verhalten oft wichtiger ist als Technik.

Es geht um die typischen Urban Legends: Reichweite, Laden, Winter, Strommix.

Was davon stimmt. Was nicht. Und was irgendwo dazwischen liegt.

Dazu ein ehrlicher Blick auf Kosten und Energiepreise.

Warum der Vergleich oft schon im Ansatz schief läuft.

Und weshalb die Frage „lohnt sich das?“ selten so einfach zu beantworten ist, wie sie gestellt wird.

Außerdem ein Perspektivwechsel in die Unternehmenswelt.

Dort, wo weniger diskutiert und mehr gerechnet wird.

Und wo Elektromobilität manchmal nicht ideologisch, sondern schlicht wirtschaftlich wird.

Und am Ende bleibt eine ziemlich unspektakuläre Erkenntnis:

Elektromobilität ist weder die Lösung für alles.

Noch ist sie der große Irrweg.

Sie ist ein Werkzeug.

Und wie gut es funktioniert, hängt weniger vom Auto ab als von den Rahmenbedingungen.

Keine Romantik, kein Kulturkampf.

Nur Praxis.
37 Minuten
Nachhaltigkeit scheitert selten an fehlendem Wissen.

Und auch nicht an fehlenden Daten.

Sie scheitert an Entscheidungen.

In dieser Folge geht es um den Ort im Unternehmen, an dem sich tatsächlich entscheidet, was passiert... Und das ist in den wenigsten Fällen der Vorstand, die Strategieabteilung oder das Nachhaltigkeitsteam.

Es ist der Einkauf.

Dort, wo Angebote verglichen werden.

Dort, wo über ein paar Prozent Preisunterschied entschieden wird.

Dort, wo Lieferketten, Materialien und Risiken real ausgewählt werden.

Und genau dort verliert Nachhaltigkeit erstaunlich oft.

Nicht, weil sie niemand ernst nimmt.

Sondern weil sie im entscheidenden Moment nicht die gleiche Rolle spielt wie Preis, Verfügbarkeit und Qualität.

Die Folge schaut sich an, warum das so ist, warum selbst die öffentliche Beschaffung als einer der größten Einkäufer mit genau diesen Fragen kämpft und was sich konkret ändern müsste, damit sich Entscheidungen tatsächlich verschieben.

Es weder um Moral, noch um perfekte Daten.Und nein, auch nicht um den nächsten Bericht.

Es geht um eine ziemlich einfache Frage:

Was passiert in dem Moment, in dem wirklich entschieden wird?
1 Stunde
Staffelfinale! Ok, schon wieder?! Wow, das ging gefühlt echt schnell.

Also:

In S2 E23 von "Irgendwas mit Nachhaltigkeit?" geht es um die vielleicht unangenehmste Frage nach der regulatorischen Entlastung: Was bleibt von Nachhaltigkeit, wenn keiner mehr berichten muss?

Diese Folge schaut bewusst nicht mehr nur auf CSRD, ESRS und Berichtspflichten, sondern auf das, was danach kommt. Oder eben nicht kommt. Denn genau jetzt zeigt sich, ob Nachhaltigkeit je mehr war als ein sauber formatierter Projektordner mit Dashboard, KPI-Logik und Vorstandsvorwort.

Ich spreche darüber, warum Reporting nie das eigentliche Ziel war, weshalb Daten noch keine Wirkung erzeugen und an welchen Stellen im Unternehmen echte Veränderung entsteht: im Einkauf, in der Produktentwicklung, in Finance, im Vertrieb, in den Anreizsystemen und im Umgang mit Klimarisiken.

Es geht um den Unterschied zwischen Dokumentation und Steuerung. Zwischen Compliance und Transformation. Zwischen gut aussehen und anders entscheiden.

Und es geht um die große Illusion der letzten Jahre: die Hoffnung, dass Messen automatisch zu Handeln führt.

Das Staffelfinale markiert damit auch den Übergang in Staffel 3. Weg vom Bericht. Hin zu den Machtfragen im Unternehmen: Wer entscheidet? Nach welchen Kriterien? Mit welchen Anreizen? Und mit welchen blinden Flecken?

Eine Folge über Wirkung, Reifegrad und die Frage, ob Nachhaltigkeit im Unternehmen gerade verschwindet oder endlich dort ankommt, wo sie immer hingehörte: in die echte Managementlogik.

Und keine Sorge, Staffel 3 fängt gleich in der nächsten Woche an ;)
51 Minuten
Mehr als die Hälfte aller Umweltaussagen in der EU sind vage, irreführend oder schlicht unbelegt. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Zahl aus einer Studie der Europäischen Kommission von 2020. Und trotzdem klebt seit vierzig Jahren auf gefühlter Hälfte aller Verpackungen irgendwas mit „klimaneutral“, „ökologisch“ oder „nachhaltig“ drauf. OhneNachweis. Ohne Standard. Und ohne Konsequenz.

Das ändert sich jetzt. Mit der EmpCo-Richtlinie und der neuen UWG-Novelle zieht die EU die Reißleine: Ab dem 27. September 2026 muss jede Umweltaussage belegbar, verständlich erklärt und direkt nachprüfbar sein. Selbst erfundene Nachhaltigkeitssiegel sind verboten. Kompensationsbasierte Klimaneutralitätsbehauptungen ohne echte Reduktion sind verboten. Und wer dagegen verstößt, riskiert Abmahnungen, Klagen und - was langfristig mehr schmerzt - den Vertrauensverlust bei Kunden, die ohnehin schon müde sind.

In dieser Folge erklär ich, was genau sich ändert, warum es überfällig war, und wo die

Grenzen dieser Regulierung liegen. Ich schaue auf alle drei Perspektiven: Unternehmen mit bestehender Nachhaltigkeitskommunikation, kleine Betriebe ohne Nachhaltigkeitsabteilung, und Verbraucherinnen und Verbraucher, die endlich einen QR-Code scannen können,ohne ins Leere zu klicken.

Und am Ende ein Gedanke, der mich beschäftigt:Regulierung schafft eine Untergrenze. Aber eine Untergrenze ist kein Ziel. Was wir brauchen, ist beides - klare Regeln und die Ambition, darüber hinauszugehen.

Gruen sagen, grün meinen. Jetzt Pflicht.

HINWEIS

Diese Folge ist keine Rechtsberatung.

Shownotes/Hintergrundinformationen:

https://environment.ec.europa.eu/topics/circular-economy-topics/green-claims_en

https://www.umweltbundesamt.de/themen/staerkerer-schutz-vor-greenwashing-in-deutsches
52 Minuten
Wir reden über Wasserknappheit, Artensterben, Klimarisiken, teure Lebensmittel und politische Wut, als wären das getrennte Krisen.

Sind sie nicht.

Sie beginnen oft am selben Ort: auf dem Feld.

„Die mit dem Feld“ ist keine Folge gegen die Landwirtschaft. Im Gegenteil. Sie zeigt, warum viele Höfe selbst in einem System festhängen, das maximale Erträge, minimale Preise und perfekte Verfügbarkeit verlangt, während Wetter, Wasser und Boden längst andere Rechnungen schreiben.

Zwischen Familienhof, Agrarkonzern, Supermarktlogik und politischer Symbolschlacht wird sichtbar, wie aus Nahrung ein Renditesystem geworden ist und warum am Ende alle über Dieselpreise reden, aber kaum jemand über die eigentlichen Spielregeln.

Es geht um Boden, Wasser, Biodiversität, Düngemittel, Marktmacht, Proteste, „der Liter Diesel kostet bald fünf Mark“ und die unbequeme Frage, warum die, die unsere Lebensgrundlage produzieren, oft selbst am stärksten unter dem System leiden.

Eine Folge über Höfe und Holdings, über Trecker und Trading Floors, über Preiswahrheit, Polarisierung und die leise Hoffnung, dass Zukunft vielleicht genau dort beginnt, wo wir sie am seltensten suchen:

Irgendwas mit Nachhaltigkeit...auf dem Feld.
57 Minuten
Wasser ist in Unternehmen erstaunlich lange nur der kleine blaue Tropfen geblieben. Ein Nebenschauplatz zwischen Papierverbrauch, LED-Umrüstung und der beruhigenden Gewissheit, dass der Hahn im Büro ja noch läuft.

Dabei steckt Wasser längst in allem, worüber wir sonst so ernst reden: Lieferketten, Rohstoffpreise, Chipkrisen, Landwirtschaft, Migration, geopolitische Spannungen und der stillen Frage, wie lange sich Wohlstand eigentlich noch auf ausgelagerter Knappheit aufbauen lässt.

In dieser Folge geht es um die berühmten 140 Liter Wasser in deiner Tasse Kaffee, um Baumwolle aus Regionen, die ihr Grundwasser schneller verlieren als jede Quartalsplanung, um Halbleiter aus Dürrezonen und um die fast schon elegante Art, wie wir unseren Durst in andere Teile der Welt verschoben haben, bis er in keiner eigenen KPI mehr sichtbar ist.

Ich spreche über Wasser als Unternehmensrisiko, als Machtfrage, als Stoffstrom, als Preissignal und als das vielleicht unterschätzteste geopolitische Thema unserer Zeit. Nicht als moralischen Appell, sondern als ziemlich nüchterne Beschreibung dessen, was passiert, wenn Flüsse plötzlich mehr Einfluss auf Geschäftsmodelle haben als Marktanalysen.

Und dann ist da noch die unangenehmste Frage von allen: Was genau passiert, wenn aus etwas, das zum Überleben notwendig ist, ein handelbares Finanzprodukt wird?

Eine Folge über Kaffee, Baumwolle, Chips, Wintergemüse, Wasserrechte, trockene Flüsse und die bemerkenswerte Fähigkeit moderner Wirtschaft, existenzielle Risiken so lange umzubenennen, bis sie in Excel harmlos aussehen.

Wenn nach dieser Stunde selbst die Tomate im Supermarktregal ein wenig politischer wirkt als vorher, war die Folge erfolgreich.

SHOWNOTES

- WRI Aqueduct Water Risk Atlas: https://www.wri.org/aqueduct

- Water Footprint Network (Hoekstra): https://waterfootprint.org

- CDP Water Security Framework: https://www.cdp.net/en/water

- WWF Water Risk Filter: https://waterriskfilter.panda.org

- Alliance for Water Stewardship: https://a4ws.org

- UN Resolution Recht auf Wasser (A/RES/64/292): https://undocs.org/A/RES/64/292
46 Minuten
Aus aktuellem Anlass: Ein Krieg, der begann während Diplomaten in Maskat gerade von einem Durchbruch sprachen. Die Straße von Hormus blockiert. Ölpreis bei zeitweise 110 Dollar+. LNG-Kapazitäten in Katar zu 17 Prozent ausgefallen....

Ach, und irgendwo in einem deutschen Meetingraum sagt gerade jemand: "Wir haben das Thema Nachhaltigkeit erstmal zurückgestellt. Die Lage ist zu unsicher."

Natürlich.

Diese Folge nimmt diesen Satz auseinander. Nicht nett, aber gründlich.

Themen: Die echten Gründe für Dekarbonisierung jenseits von Klimarhetorik: Versorgungssicherheit, Geopolitik, Resilienz, Kapitalzugang. Ein regulatorischer Realitätscheck: Was ist von CSRD, Taxonomie, CBAM, PPWR und Lieferkettensorgfalt noch übrig und was kommt trotzdem. Konkrete Maßnahmen für Industrie, Logistik und Dienstleister, hoffentlich auch für die, die schon viel umgesetzt haben und wissen wollen was als nächstes kommt. Private Hebel für Fortgeschrittene. Und ein Ausblick auf das, was als nächste Krise bereits einen Namen hat, falls jemand noch Argumente für die Warteliste braucht.

Die Polykrise ist kein Ausnahmezustand. Sie ist der Normalzustand. Wer auf Stabilität wartet, wartet auf etwas, das es nicht mehr gibt.

Dekarbonisierung ist keine Antwort auf eine stabile Welt. Sie ist die Antwort auf diese.