Inside Universitätsmedizin Mainz - Spannende Einblicke für alle Archiv
29 Episoden
9 Minuten
„Man weiß heute, dass gut 50 Prozent aller Alzheimer-Fälle durch Faktoren, die wir selbst beeinflussen können – Sport, Ernährung, Schul- und Ausbildung, Herz-Kreislauf Aktivierung – zu verhindern wären“, sagt Prof. Dr. Christian Behl, Direktor des Instituts für Pathobiochemie, im Gespräch mit Ralf Kiesslich. Dabei gibt er weitere spannende Einblicke in die Entwicklung der Alzheimer-Forschung und berichtet von der Entstehung verschiedener Krankheitshypothesen, u.a. der sehr lange verfolgten sogenannten Amyloid Hypothese in den 90er Jahren. Diese führt die Alzheimer-Erkrankung auf Ablagerungen von Proteinklumpen im Gehirn, genannt Plaques, zurück, was aber bis heute wissenschaftlich noch nicht geklärt ist. Dreißig Jahren später ist die Alzheimer-Erkrankung immer noch ein wichtiger Forschungsschwerpunkt von Christian Behl – 2023 hat er dazu ein Buch veröffentlicht: „Ich habe mir erlaubt, kritisch über die Amyloid-Hypothese zu schreiben und auch zu reden, die nach wie vor das Feld dominiert. Ich bin im Laufe der Zeit immer mehr davon abgekommen, Amyloid als einzigen Auslöser dieser Erkrankung zu sehen.“ Für ihn ist heute vielmehr klar, dass Alzheimer eine multifaktorielle Erkrankung ist. „Ich glaube, wir haben Aussicht auf neue und wirksamere Medikamente, wenn wir den Forschungsbereich öffnen und weitere Faktoren neben den Plaques in den Blick nehmen.“
13 Minuten
„Das Herz ist ein tolles Organ, in dem so viel steckt – und auch optisch wunderschön“, beschreibt Dr. Kathrin Dohle in Folge 44 der Reihe „Inside UM“ ihre Faszination für die Herzchirurgie. Als Fachärztin in der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie kümmert sie sich vor allem „um die kranken Herzen“ auf der Intensivstation. „Die Herzchirurgie und die herzchirurgische Intensivmedizin sind für mich persönlich das faszinierendste Fach, das es gibt. Wir können kränkste Patienten wieder gesund machen und ihnen eine Lebensqualität geben.“ Um Patient:innen in solch kritischen Situationen zu beruhigen, ist neben einem starken Team auf der Intensivstation auch viel Empathie nötig: „Aufklärung und sich Zeit für ein Gespräch nehmen: Das ist extrem wichtig. Wenn die Patient:innen wissen, was auf sie zukommt und was sie zu erwarten haben, sind viele Ängste allein schon dadurch genommen.“ Und mitunter hilft in solchen Situationen auch singen – was Kathrin Dohle wunderbar mit ihrer zweiten Leidenschaft verbinden kann: Sie ist passionierte Fastnachterin und in jeder Kampagne als Sängerin sehr aktiv. „Im Schatten des Doms“ ist für sie das Mainzer Fastnachtslied schlechthin. Zusammen mit Thomas Neger und den Humbas hat sie es im letzten Jahr bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vor einem Millionenpublikum gesungen: „Unglaublich“, schwärmt Kathrin Dohle. „Das hätte ich nie zu träumen gewagt.“
6 Minuten
Für Sinan Cetin war nach zwei Schulpraktika im Krankenhaus klar: „Ich möchte in der Pflege arbeiten.“ Heute ist er Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie und Gesprächspartner von Professor Ralf Kiesslich in Folge 34 der Reihe „Inside UM“. Sinan Cetin betreut auf der Intensivstation herzchirurgische Patientinnen und Patienten – den Wandel in der modernen Herzchirurgie hin zu zunehmend minimal-invasiven Eingriffen und die vielen Hightech-Maschinen, mit denen er täglich arbeitet, findet er besonders spannend. Damit alles reibungslos funktioniert, legt er großen Wert auf eine intensive Einarbeitung und ist selbst Teil des Einarbeitungsteams auf seiner Station: „Ich möchte neuen Kolleginnen und Kollegen Werkzeuge an die Hand geben, damit sie es auch so einfach haben, wie ich es am Anfang hatte.“ Sein Plädoyer für eine Pflegeausbildung an der Universitätsmedizin Mainz: „Ich konnte viele Fachgebiete kennen lernen, die es nicht überall gibt.“ Als Beispiel nennt er die Neurochirurgie, Knochenmarktransplantationen und die Herzchirurgie – sein heutiger Arbeitsbereich. Als Teamplayer betont Sinan Cetin, dass die Arbeit im Team sehr viel leichter fällt, zum Beispiel weil sich Kompetenzen ergänzen: „Am Ende des Tages arbeite ich in einem ganz großen Team – dem #TeamUM!“
11 Minuten
In dieser Folge von „Inside UM“ geht es um das Thema Onkologie. Im Gespräch mit Ralf Kiesslich berichtet Matthias Theobald unter anderem über die Prävention von Krebserkrankungen. Man könne einiges tun, damit Krebs erst gar nicht auftritt, so der Direktor der III. Medizinischen Klinik. Wenn dies doch der Fall ist, arbeiten unter dem Dach des Onkologischen Spitzenzentrums der Universitätsmedizin Mainz zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten gemeinsam daran, dass die Erkrankung nicht schicksalhaft ist, sondern dass Patient:innen die bestmögliche, individuelle Therapie bekommen. Auch eine mögliche künftige Krebsimpfung steht im Fokus des Gesprächs. „Unser Wissen für Ihre Gesundheit“ – dieses Motto der Universitätsmedizin gilt damit gerade auch in der Onkologie.
11 Minuten
Von einer Therapierevolution spricht Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik und Poliklinik, in seinem Interview mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich bei einer neuen Folge der Reihe „InsideUM“ gleich mehrfach. Beim schwarzen Hautkrebs etwa hat vor allem die Entfesselung des Immunsystems dazu geführt: „Wir wissen heute, dass es im Immunsystem sozusagen eingebaute Bremsen gibt, die verhindern, dass das Immunsystem den Tumor angreift. Wenn wir diese Bremsen blockieren, können wir das eigene Immunsystem dazu bewegen, Tumorzellen und Metastasen zu beseitigen.“ Und das mit beeindruckendem Erfolg: „Bei schwarzem Hautkrebs war vor 15 Jahren die Bildung von Metastasen gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Heute heilen wir 50 Prozent dieser Patient:innen. Hier sieht man, wie Forschung beim Menschen ankommen kann.“ Eine weitere Therapierevolution macht Stephan Grabbe bei der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen aus, etwa bei Neurodermitis. „Wir haben verstanden, wie die Entzündungsprozesse vonstattengehen, die zum Beispiel den quälenden Juckreiz auslösen. Und wir haben Medikamente, die diese Entzündungsfaktoren gezielt abschalten.“
11 Minuten
Seit dem 1. September 2024 leitet Prof. Dr. Samir Abou-Ayash die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde an der Universitätsmedizin Mainz. Im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich berichtet er über seine Schwerpunktthemen digitale Zahnmedizin und Zahnmedizin im Alter, erläutert die Vorzüge, von Studierenden im Rahmen ihres Medizin-Studiums behandelt zu werden, und beschreibt die Zusammenarbeit der vier zahnmedizinischen Kliniken an der Universitätsmedizin Mainz. Sein Fachgebiet, die Prothetik, beschäftigt sich mit der Herstellung von Zahnersatz, berichtet Samir Abou-Ayash. Dabei kommen inzwischen überwiegend digitale Technologien zum Einsatz: „Wir formen den Kiefer heute zumeist mittels lichtbasierter Scanner digital ab. Das ist nicht nur angenehmer als früher mit der Abdruckmasse, es ist vor allem genauer und dadurch können wir Zahnersatz herstellen, der wunderschön passend ist.“ Bei der Herstellung des Zahnersatzes kommen dann die Werkstoffkunde und neue Fertigungsverfahren, allen voran der 3D-Druck, ins Spiel. „Hier haben wir eine riesige Bandbreite an Materialien zur Auswahl, von Keramiken über Metalle bis hin zu Kunststoffen. Ein ganz spannendes Feld!“ Praktische Tipps zum richtigen Zähneputzen und wie Patient:innen einen Termin in der Zahnklinik bekommen, dürfen natürlich auch nicht fehlen.
11 Minuten
„Die Herz- und Gefäßmedizin funktioniert nur gut in Teams“, so lautet das Credo von Prof. Dr. Hendrik Treede, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie, das sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich zieht. Dies seien Teams, in denen verschiedene Berufsgruppen eng zusammenarbeiten, aber auch Teams, die fächerübergreifend kooperieren – etwa Herzchirurg:innen und Kardiolog:innen oder Angiolg:innen und Gefäßchirurg:innen. In Mainz wird ein großes Spektrum in der Herz- und Gefäßchirurgie angeboten, so Treede: „Auch hier sind hochspezialisierte Teams der Schlüssel einer erfolgreichen Patientenversorgung – vom Säugling bis zum hochbetagten Menschen.“ Ganz wichtig für Hendrik Treede sind neue schonende OP-Methoden, die in der modernen Herzchirurgie heute zur Verfügung stehen: „Solche minimal-invasiven Verfahren sind für die Patientinnen und Patienten ein Segen, da ihnen so eine wesentlich belastendere OP am offenen Herzen erspart bleibt.“ Außerdem geht es in dieser Podcast-Folge der Reihe „Inside UM“ um klinische Forschung in der Herzchirurgie, sportliche Aktivitäten zur Förderung der Herzgesundheit und um einen Tanz vor einem Klinikgebäude. Neugierig geworden? Reinhören lohnt sich.
10 Minuten
Frauen – Leben – Stärken: So lautet die Mission der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit. Deren Direktorin, Prof. Dr. Annette Hasenburg, betont im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich: „Wir können unglaublich viel für unsere Frauen erreichen“ – und spricht dabei die große Bandbreite ihres Faches an, das Frauen in allen Lebensphasen begleitet. Mit Blick auf die Geburtshilfe und den Moment der Geburt sagt Annette Hasenburg: „Es gibt fast nichts berührenderes als diesen ersten Augenblick, wenn ein neues Leben auf die Welt kommt.“ Das Wichtigste für sie: die Frau mit ihren Wünschen und Ängsten mitzunehmen und den Partner oder die Partnerin gut einzubeziehen. Weitere spannende und emotionale Themen dieser Podcast-Folge von „Inside UM“ sind die interdisziplinäre Versorgung von frühgeborenen Kindern sowie die Behandlung von Brustkrebs- und Endometriose-Patientinnen in zertifizierten Zentren.
10 Minuten
Professorin Tanja Germerott leitet an der Universitätsmedizin Mainz das Institut für Rechtsmedizin. Im Interview mit Ralf Kiesslich erzählt sie, dass es in der Rechtsmedizin nicht nur darum geht, eine klassische Leichenschau zu betreiben, sondern heutzutage moderne Verfahren wie die Computertomographie wichtige Hinweise auf die Todesursache liefern. Darüber hinaus beschäftigt sich die Rechtsmedizin sehr viel mit den Lebenden: für Menschen, die Gewalt erfahren haben bietet die Universitätsmedizin Möglichkeiten, sich sehr diskret untersuchen zu lassen.
9 Minuten
Im Interview mit Ralf Kiesslich verrät Prof. Dr. Tobias Bäuerle, seit August 2024 Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, in welchen Bereichen er in Mainz klinisch und wissenschaftlich Impulse setzen möchte – wichtige Stichworte sind Sinn und Nutzen von KI in der Radiologie sowie die onkologische Bildgebung. Doch zunächst geht es um den Namen der Klinik für Radiologie: Während die Diagnostische Radiologie bildgebende Verfahren wie konventionelles Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder Ultraschall umfasst, ist das Besondere der Interventionellen Radiologie, dass man therapeutisch tätig werden und beispielsweise über eine Nadel einen Lebertumor mittels Hitze direkt unschädlich machen kann. Das Thema onkologische Bildgebung liegt Tobias Bäuerle ganz besonders am Herzen, hier ist er nun schon seit mehr als 20 Jahren tätig. Sein Ziel in Mainz ist es, krankmachende Mechanismen mittels Bildgebung darzustellen und so Diagnose und Therapie zu verbessern. Eine intensive Zusammenarbeit bei den verschiedensten bildgebenden Verfahren im Rahmen des Departments für Bildgebung, minimalinvasive und molekulare Therapie ist ihm besonders wichtig und „sicherlich die richtige Entwicklung“.
8 Minuten
„Das Stichwort schmerzfreies Krankenhaus ist tatsächlich Realität und das wollen wir unseren Patient:innen bieten“, sagt Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas mit Blick auf sein Fach, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und die oft zitierte Angst vorm Zahnarzt. „Eine empathische Kommunikation und der Einsatz moderner Schmerztherapie sind dabei zentrale Bausteine.“ Welche beeindruckenden Möglichkeiten die Medizin heute bei der Rekonstruktion von schweren Gesichtsverletzungen bietet, warum der Neubau der Zahnklinik sein Herz höherschlagen lässt, und was chirurgische Disziplinen in der Erforschung neuer Materialien für Implantate verbindet – auch das schildert Bilal Al-Nawas sehr eindrücklich in dieser Podcast-Folge der Reihe „Inside UM“ Interview mit Professor Ralf Kiesslich. Zurück aus der Sommerpause, nehmen wir mit dieser Folge aber nicht nur unsere Podcast-Reihe wieder auf: Im Zuge der Bildung von Departments an der Universitätsmedizin Mainz wurde jüngst am 1. September auch das Department für Kopf-Hals-Medizin gegründet: Es besteht aus den zahnmedizinischen Kliniken, der Augen- und der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und soll die im Podcast erwähnte interdisziplinäre Zusammenarbeit der verwandten Disziplinen weiter stärken sowie die gemeinsame Nutzung von Ressourcen fördern – in dem Zuge wurden zum Beispiel OP-Bereiche und Stationen der Mund-, Kiefer-, Geschichtschirurgie und der HNO zusammengelegt.
11 Minuten
„Blut spenden ist ein wunderbarer, altruistischer Weg, um Patient:innen zu helfen und sogar Leben zu retten. So können wir mit einer Blutspende gleichzeitig bis zu drei Patient:innen helfen“, berichtet Prof. Dr. Daniela Krause im Gespräch mit Ralf Kiesslich. Daniela Krause ist Direktorin des Instituts für Transfusionsmedizin – Transfusionszentrale und nun zu Gast in der Reihe „Inside UM“. Um Blutspenden so unkompliziert wie möglich zu gestalten, bietet die Transfusionszentrale einen ganz besonderen Service an – von Montag bis Samstag ist Blut spenden während der Öffnungszeiten ohne Termin möglich. Auch in der Forschung ist Daniela Krause mit ihrem Team sehr aktiv – im Fokus stehen beispielsweise so genannte CAR-T-Zellen als neue Therapieoption bei Krebs und rheumatologischen Erkrankungen. CAR-T-Zellen – chimeric antigen receptor T cells – sind Zellen des eigenen Immunsystems, die genetisch verändert und dann zur gezielten Bekämpfung von Krebs und künftig auch anderer Erkrankungen eingesetzt werden. Mit dieser Folge verabschieden wir uns in die Sommerpause. Ab September könnt ihr Euch auf weitere spannende Folgen freuen, wenn es wieder heißt „Inside UM – Spannende Einblicke für alle“. Bis dahin wünschen wir Euch schöne Ferien – und denkt daran: Blut spenden während der Urlaubszeit ist besonders wichtig!
8 Minuten
Moderner Gelenkersatz als Taktgebung für die Medizin von morgen – dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch diese Folge der Reihe „Inside UM“. Zu Gast ist dieses Mal der Orthopäde Prof. Dr. Philipp Drees. Im Interview sagt er: „Unsere Patient:innen werden immer älter – und sie möchten auch nach Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Knie-Gelenks aktiv bleiben. Wir müssen es schaffen, ihnen diese Lebensqualität zurückzugeben.“ Dafür kommen zunehmend minimal-invasive und damit schonende OP-Verfahren, aber auch individuell gefertigte Knieprothesen zum Einsatz. „Wir passen nicht den Knochen an eine Prothese an, sondern die Prothese an den Knochen. Das ist näher am Original – und von den Ergebnissen her überragend.“ Wichtig ist auch, dass Patient:innen das Bett nach einer OP schnell wieder verlassen können. „In einer Patientenschule bereiten wir sie darauf vor, dass sie bereits zwei Stunden nach der OP wieder über den Flur gehen werden – und nach der Entlassung nach drei bis vier Tagen schon tausend Meter gehen können.“
8 Minuten
Den Anfang macht Prof. Dr. Philipp Lurz, der seit Oktober 2023 das Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz leitet. Im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Ralf Kiesslich geht es um die große Bedeutung der Herzgesundheit, die Zusammenarbeit vieler Berufsgruppen und medizinischer Disziplinen im Zentrum für Herz- und Gefäßmedizin, seine persönliche Motivation, Kardiologe zu werden und eine Weltpremiere an der Universitätsmedizin Mainz. „Man braucht ein großes interdisziplinäres Team, um Patient:innen mit Herz- oder Gefäßerkrankungen erfolgreich und gut behandeln zu können“, sagt Philipp Lurz.