Der Iran-Krieg hat 14 Millionen Barrel pro Tag aus dem Weltmarkt
genommen, bei einem globalen Verbrauch von gut 100 Millionen.
Nach jeder Lehrbuchlogik hätte der Ölpreis explodieren müssen. Er
ist gestiegen, aber die Katastrophe blieb aus. Der Grund liegt
nicht bei OPEC, die während der Krise so schwach war, dass die
Emirate ausgestiegen sind. Er liegt in Peking. China hat seine
Ölimporte von 10 bis 11 Millionen Barrel am Tag auf knapp über 5
Millionen halbiert. Das ist fast die Hälfte der Anpassung, die
während der Coronakrise stattfand, als die halbe Weltwirtschaft
stillstand.
Adam Tooze erklärt, wie China das durchgesetzt hat: über
strategische Reserven von mehr als einer Milliarde Barrel,
gekauft in den Jahren niedriger Preise, über einen Exportstopp
für Raffinerieprodukte, über angeordnete Verbrauchskürzungen in
der Petrochemie und über den schnellen Umstieg auf
Elektromobilität. Ohne Peking hätte der Preis wohl 20 bis 30
Dollar pro Barrel höher gelegen. Dazu: warum Öl anders
funktioniert als Pipelinegas und ein niedriger Preis deshalb
allen Nettoimporteuren nützt, allen voran dem globalen Süden,
warum Monopsonie das entscheidende Stichwort ist und China diese
Macht auch bei Eisenerz, Kupfer und seltenen Erden einsetzt, bis
zur Verhaftung von Managern, und warum Tooze davon ausgeht, dass
China den Peak Oil längst hinter sich hat. Erstaunlich bleibt,
wie wenig Peking politisch daraus gemacht hat.
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Kapitel:
00:00 – Intro: Der Ölschock, der ausblieb
00:39 – 14 Millionen Barrel Ausfall, keine Preisexplosion
02:18 – China halbiert seine Ölimporte
03:54 – Die drei Machtmittel: Reserven, Exportstopp, Elektroauto
05:40 – Wer profitiert vom niedrigen Ölpreis?
06:12 – Öl ist fungibel: ein Preis für den ganzen Weltmarkt
08:07 – Der globale Süden als größter Gewinner
10:18 – Preiskontrolle statt Übergewinnsteuer
10:55 – Monopsonie: Wenn der Kunde wirklich König ist
12:53 – Eisenerz, Kupfer, seltene Erden: Chinas härtere Mittel
13:54 – Dauerhafte Machtverschiebung oder Taktik?
14:16 – Peak Oil in China und der Fünfjahresplan
16:49 – Blick zurück: 1973, 1979 und das Ende einer Epoche
18:53 – Eine Welt nach OPEC
19:38 – Outro
Collage: Surplus, Material: Doro Zinn
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