LandAussichten Archiv
53 Episoden
34 Minuten
Zum ersten Mal seit Jahrhunderten waren 2022 weniger als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche. Mit sinkenden Mitgliederzahlen sinken auch Kirchensteuererträge, während vielerorts gleichzeitig Kirchen und Kirchengebäude seltener genutzt werden. Bistümer und Landeskirchen stehen daher vor der Frage, wie der eigene Gebäudebestand weiterentwickelt werden kann. So schätzen Forscher:innen, dass schon bald jede vierte bis fünfte Kirche nicht mehr ausschließlich als Gottesdienstraum genutzt werden wird. Gerade im ländlichen Raum ist das eine zentrale Frage, denn hier ist die Kirche oft mehr als nur Ort des Gottesdienstes. Sie ist Wahrzeichen, Treffpunkt und manchmal einer der wenigen öffentlichen Räume im Dorf und für viele mit Erinnerungen verbunden.
Wie geht es also mit Kirchen, Klöstern und Pfarreien auf dem Land weiter? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft uns Helmut Ramsauer, Co-Gründer von rvda, einem Kollektiv für Projektentwicklung und Beratung wirkungsorientierter Immobilienprojekte. Er ist außerdem Initiator der Churchability-Konferenz, die Akteurinnen und Akteure aus Politik, Kirche, Gesellschaft und Immobilienbranche zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen für den kirchlichen Gebäudebestand zu entwickeln.
In unserem Gespräch haben wir unter anderem darüber gesprochen, dass der "Tsunami" des Kirchenleerstands zwar noch bevorsteht, sich aber bereits deutlich ankündigt. Helmut erklärt dabei zentrale Begrifflichkeiten wie „Profanierung“ und „Umwidmung“ und gibt Einblicke in innerkirchliche Prozesse und Akteursstrukturen. Außerdem ging es darum, wie wichtig es ist, lokale Gemeinschaften und Behörden von Anfang an in Umnutzungsprojekte einzubinden und wie beim Abschied von der eigenen Dorfkirche die emotionale Ebene mitgedacht werden kann.
Helmut betont, dassbei Umnutzungen lokale Herausforderungen aufgegriffen werden sollten, anstatt den Fokus nur auf Vermarktung und Veräußerung zu legen und gleichzeitig viel Geschick und dass Immobilien-Fachwissen benötigt wird. Ein weiteres Thema: Oft sind die Mittel noch nicht komplett weggefallen, sondern perspektivisch gefährdet – Zeit, die genutzt werden sollte, denn erfolgreiche Umnutzungsprozesse brauchen Zeit, Engagement und ein gemeinsames Ziel. Zum Schluss sprechen wir darüber, warum es noch viel mehr Formate braucht, die verschiedene Perspektiven aus Kirche, Immobilienwirtschaft und Politik zusammenbringen; so wie es die Churchability-Konferenz bereits vormacht.
Weiterführende Links:
· Studie „Wirkungsökosysteme für kirchliche Umnutzungen“ von SPINPARTNERS
· Projekt Churchground der Berthold Leibinger Stiftung, das die Aufwertung von Freiräumen rund um Kirchen unterstützt
· Mittlerweile für Kulturveranstaltung genutzte Kirche St. Agnes in Berlin
· Churchability-Konferenz, die am 15. Oktober 2026 in Essen stattfindet
Wie geht es also mit Kirchen, Klöstern und Pfarreien auf dem Land weiter? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft uns Helmut Ramsauer, Co-Gründer von rvda, einem Kollektiv für Projektentwicklung und Beratung wirkungsorientierter Immobilienprojekte. Er ist außerdem Initiator der Churchability-Konferenz, die Akteurinnen und Akteure aus Politik, Kirche, Gesellschaft und Immobilienbranche zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen für den kirchlichen Gebäudebestand zu entwickeln.
In unserem Gespräch haben wir unter anderem darüber gesprochen, dass der "Tsunami" des Kirchenleerstands zwar noch bevorsteht, sich aber bereits deutlich ankündigt. Helmut erklärt dabei zentrale Begrifflichkeiten wie „Profanierung“ und „Umwidmung“ und gibt Einblicke in innerkirchliche Prozesse und Akteursstrukturen. Außerdem ging es darum, wie wichtig es ist, lokale Gemeinschaften und Behörden von Anfang an in Umnutzungsprojekte einzubinden und wie beim Abschied von der eigenen Dorfkirche die emotionale Ebene mitgedacht werden kann.
Helmut betont, dassbei Umnutzungen lokale Herausforderungen aufgegriffen werden sollten, anstatt den Fokus nur auf Vermarktung und Veräußerung zu legen und gleichzeitig viel Geschick und dass Immobilien-Fachwissen benötigt wird. Ein weiteres Thema: Oft sind die Mittel noch nicht komplett weggefallen, sondern perspektivisch gefährdet – Zeit, die genutzt werden sollte, denn erfolgreiche Umnutzungsprozesse brauchen Zeit, Engagement und ein gemeinsames Ziel. Zum Schluss sprechen wir darüber, warum es noch viel mehr Formate braucht, die verschiedene Perspektiven aus Kirche, Immobilienwirtschaft und Politik zusammenbringen; so wie es die Churchability-Konferenz bereits vormacht.
Weiterführende Links:
· Studie „Wirkungsökosysteme für kirchliche Umnutzungen“ von SPINPARTNERS
· Projekt Churchground der Berthold Leibinger Stiftung, das die Aufwertung von Freiräumen rund um Kirchen unterstützt
· Mittlerweile für Kulturveranstaltung genutzte Kirche St. Agnes in Berlin
· Churchability-Konferenz, die am 15. Oktober 2026 in Essen stattfindet
40 Minuten
In dieser Folge von „LandAussichten“ sprechen wir mit Dr. Wladimir Sgibnev vom Leibniz-Institut für Länderkunde (Leipzig) über ländliche Mobilität und die Frage, was Deutschland aus den Erfahrungen Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens lernen kann. Denn wenn über gute Mobilität gesprochen wird, fällt der Blick oft auf die üblichen Vorbilder: etwa die Schweiz oder Frankreich. Dabei gibt es auch im Osten Europas und darüber hinaus spannende Lösungen, von denen sich einiges lernen lässt.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In den 1990er-Jahren mussten sich Mobilitätssysteme unter völlig neuen Bedingungen organisieren. Staatliche Finanzierung, Expertise und eingespielte Versorgungssysteme brachen weg, und plötzlich waren pragmatische Lösungen gefragt, die den Alltag trotzdem am Laufen hielten.
Ein besonders anschauliches Beispiel sind die Marschrutki: kleine Minibusse, die vielerorts aus improvisierten Notlösungen entstanden und sich zu einem festen Bestandteil des Nahverkehrs entwickelten. Dahinter steckt mehr als eine bestimmte Art von Fahrzeug: Es geht um Selbstorganisation, Solidarität und die Frage, wie Mobilität funktioniert, wenn öffentliche Strukturen an ihre Grenzen kommen.
Gleichzeitig geht es um die Frage, was wir heute von solchen Erfahrungen lernen können. Wladimir Sgibnev blickt kritisch auf eine Mobilitätswende, die sich stark an Digitalisierung, Automatisierung und großen Zukunftsversprechen orientiert. Denn manchmal liegt die Lösung näher: ein verlässlicher Takt, ein gut ausgebautes Busangebot oder die Reaktivierung einer Bahnstrecke können im ländlichen Raum deutlich mehr bewirken als die nächste Hightech-Idee.
Der Blick geht deshalb auch auf Beispiele, die in Deutschland bislang wenig bekannt sind: funktionierende Nebenbahnnetze und Oberleitungsbusse in Mittel- und Osteuropa ebenso wie Bürgerbusmodelle in Sachsen. Was diese Ansätze verbindet: Sie müssen nicht spektakulär sein, sondern vor allem vor Ort funktionieren und zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen passen.
Zum Schluss wird es noch einmal grundsätzlicher: Was können wir aus alltäglichen Nachhaltigkeitspraktiken in postsozialistischen Regionen lernen? Und warum muss nachhaltiges Leben nicht immer sichtbar, neu oder besonders innovativ sein? Das Gespräch zeigt, dass ländliche Mobilität eng mit regionaler Entwicklung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Frage verbunden ist, wie wir unseren Alltag organisieren.
Für vertiefende Infos:
Post-socialist urban infrastructures: learning from systems of less
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In den 1990er-Jahren mussten sich Mobilitätssysteme unter völlig neuen Bedingungen organisieren. Staatliche Finanzierung, Expertise und eingespielte Versorgungssysteme brachen weg, und plötzlich waren pragmatische Lösungen gefragt, die den Alltag trotzdem am Laufen hielten.
Ein besonders anschauliches Beispiel sind die Marschrutki: kleine Minibusse, die vielerorts aus improvisierten Notlösungen entstanden und sich zu einem festen Bestandteil des Nahverkehrs entwickelten. Dahinter steckt mehr als eine bestimmte Art von Fahrzeug: Es geht um Selbstorganisation, Solidarität und die Frage, wie Mobilität funktioniert, wenn öffentliche Strukturen an ihre Grenzen kommen.
Gleichzeitig geht es um die Frage, was wir heute von solchen Erfahrungen lernen können. Wladimir Sgibnev blickt kritisch auf eine Mobilitätswende, die sich stark an Digitalisierung, Automatisierung und großen Zukunftsversprechen orientiert. Denn manchmal liegt die Lösung näher: ein verlässlicher Takt, ein gut ausgebautes Busangebot oder die Reaktivierung einer Bahnstrecke können im ländlichen Raum deutlich mehr bewirken als die nächste Hightech-Idee.
Der Blick geht deshalb auch auf Beispiele, die in Deutschland bislang wenig bekannt sind: funktionierende Nebenbahnnetze und Oberleitungsbusse in Mittel- und Osteuropa ebenso wie Bürgerbusmodelle in Sachsen. Was diese Ansätze verbindet: Sie müssen nicht spektakulär sein, sondern vor allem vor Ort funktionieren und zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen passen.
Zum Schluss wird es noch einmal grundsätzlicher: Was können wir aus alltäglichen Nachhaltigkeitspraktiken in postsozialistischen Regionen lernen? Und warum muss nachhaltiges Leben nicht immer sichtbar, neu oder besonders innovativ sein? Das Gespräch zeigt, dass ländliche Mobilität eng mit regionaler Entwicklung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Frage verbunden ist, wie wir unseren Alltag organisieren.
Für vertiefende Infos:
Post-socialist urban infrastructures: learning from systems of less
41 Minuten
In der heutigen Zeit stehen viele Kommunen in Deutschland vor massiven finanziellen Herausforderungen. Insbesondere in ländlichen Räumen ist die Frage nach der Handlungsfähigkeit der Gemeinden von zentraler Bedeutung. In unserer 50. Jubiläumsfolge von "LandAussichten" beleuchten wir die aktuellen Herausforderungen der Kommunalfinanzen und suchen nach Lösungen. Unser Gast, Dr. Dominik Frankenberg vom Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen, geht mit uns auf Ursachensuche. Dabei nimmt er uns mit in die Funktionsweise des kommunalen Finanzsystems und bringt Ideen mit, wie die Dorf- und Gemeindekassen nachhaltig gestärkt werden können.
Um die aktuellen Herausforderungen besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Im frühen 19. Jahrhundert, nach der Niederlage Preußens im Vierten Koalitionskrieg, wurden umfassende Reformen initiiert, die auch die Kommunalverwaltung betrafen. Die Stein-Hardenbergschen Reformen hatten zum Ziel, die Selbstverwaltung der Gemeinden zu stärken und das Interesse der Bürger:innen an öffentlichen Angelegenheiten zu fördern. Diese Reformen führten zu einer größeren Autonomie der Kommunen gegenüber dem preußischen Zentralstaat.
Heute steht die kommunale Handlungsfähigkeit erneut unter enormem Druck. Ein vom Städte- und Gemeindebund, dem Landkreistag und anderen Institutionen organisierter Aktionstag "Kommunen am Limit" hat kürzlich auf die gravierenden finanziellen Defizite in den Gemeinden aufmerksam gemacht. Die Ursachen sind vielfältig: Steigende Ausgaben, besonders für Sozialleistungen und Infrastrukturprojekten. Sinkende Steuereinnahmen, bedingt durch den demografischen Wandel und die gesamtwirtschaftliche Rezession. Auf Bundes- und Landesebene kommen zudem gesetzliche Vorgaben hinzu: neue Leistungen, die auf kommunaler Ebene bereitgestellt werden und die Haushalts- und Personalsituation weiter belasten.
Die Herausforderungen gefährden nicht nur die finanzielle Stabilität der Kommunen, sondern auch ihre Fähigkeit, grundlegende Dienstleistungen für die Bürger:innen bereitzustellen. Im Alltag bedeuten klamme Kommunen für die Bürger:innen weniger ÖPNV, höhere Kitapreise, ausbleibende Schwimmbadsanierungen oder höhere Hundesteuern.
Für Dominik Frankenberg braucht es für den Weg raus aus der kommunalen Finanzkrise unter anderem mehrerer Dinge: eine stärkere finanzielle Autonomie der Kommunen, um freier über ihre Finanzen entscheiden zu können. Und eine Reform des Finanzausgleicha zwischen Bund, Ländern und Kommunen, die eine dauerhafte, auskömmliche Finanzierung und kommunale Handlungsfähigkeit sicherstellt.
Die Diskussion um die Kommunalfinanzen ist komplex, aber entscheidend für die Zukunft ländlicher Räume in Deutschland. Denn die Bewertung des Staates und seiner Leistung erfolgt insbesondere im täglichen Erleben vor der eigenen Haustür. Um aus der Sackgasse zu kommen, braucht es deshalb künftig eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um die finanziellen Herausforderungen zu meistern.
Weiterführende Infos:
Kommunaler Finanzreport 2026 der Bertelsmann-Stiftung, an dem Dominik Frankenberg mitgearbeitet hat
Blogbeitrag von Dominik Frankenberg zum Thema Kommunalfinanzen 2025 in ländlichen Räumen
Mehr zum Aktionstag "Kommunen am Limit
Um die aktuellen Herausforderungen besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Im frühen 19. Jahrhundert, nach der Niederlage Preußens im Vierten Koalitionskrieg, wurden umfassende Reformen initiiert, die auch die Kommunalverwaltung betrafen. Die Stein-Hardenbergschen Reformen hatten zum Ziel, die Selbstverwaltung der Gemeinden zu stärken und das Interesse der Bürger:innen an öffentlichen Angelegenheiten zu fördern. Diese Reformen führten zu einer größeren Autonomie der Kommunen gegenüber dem preußischen Zentralstaat.
Heute steht die kommunale Handlungsfähigkeit erneut unter enormem Druck. Ein vom Städte- und Gemeindebund, dem Landkreistag und anderen Institutionen organisierter Aktionstag "Kommunen am Limit" hat kürzlich auf die gravierenden finanziellen Defizite in den Gemeinden aufmerksam gemacht. Die Ursachen sind vielfältig: Steigende Ausgaben, besonders für Sozialleistungen und Infrastrukturprojekten. Sinkende Steuereinnahmen, bedingt durch den demografischen Wandel und die gesamtwirtschaftliche Rezession. Auf Bundes- und Landesebene kommen zudem gesetzliche Vorgaben hinzu: neue Leistungen, die auf kommunaler Ebene bereitgestellt werden und die Haushalts- und Personalsituation weiter belasten.
Die Herausforderungen gefährden nicht nur die finanzielle Stabilität der Kommunen, sondern auch ihre Fähigkeit, grundlegende Dienstleistungen für die Bürger:innen bereitzustellen. Im Alltag bedeuten klamme Kommunen für die Bürger:innen weniger ÖPNV, höhere Kitapreise, ausbleibende Schwimmbadsanierungen oder höhere Hundesteuern.
Für Dominik Frankenberg braucht es für den Weg raus aus der kommunalen Finanzkrise unter anderem mehrerer Dinge: eine stärkere finanzielle Autonomie der Kommunen, um freier über ihre Finanzen entscheiden zu können. Und eine Reform des Finanzausgleicha zwischen Bund, Ländern und Kommunen, die eine dauerhafte, auskömmliche Finanzierung und kommunale Handlungsfähigkeit sicherstellt.
Die Diskussion um die Kommunalfinanzen ist komplex, aber entscheidend für die Zukunft ländlicher Räume in Deutschland. Denn die Bewertung des Staates und seiner Leistung erfolgt insbesondere im täglichen Erleben vor der eigenen Haustür. Um aus der Sackgasse zu kommen, braucht es deshalb künftig eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um die finanziellen Herausforderungen zu meistern.
Weiterführende Infos:
Kommunaler Finanzreport 2026 der Bertelsmann-Stiftung, an dem Dominik Frankenberg mitgearbeitet hat
Blogbeitrag von Dominik Frankenberg zum Thema Kommunalfinanzen 2025 in ländlichen Räumen
Mehr zum Aktionstag "Kommunen am Limit
33 Minuten
In dieser Folge von „LandAussichten“ haben wir mit Christine Herntier, die Bürgermeisterin von Spremberg, zu Gast. Im Gespräch geht es um die Herausforderungen des Strukturwandels in der Lausitz und die Frage, wie Kommunalpolitik in bewegten Zeiten gestaltet werden kann?
Im Mittelpunkt steht dabei die veränderte Rolle von Kommunen: Strukturwandel ist längst nicht mehr nur eine Frage von Investitionen und Fördermitteln, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Es geht um neue Perspektiven für regionale Wertschöpfung, um Verantwortung vor Ort und um die Frage, wie Vertrauen entsteht, wenn politische Prozesse Zeit brauchen, um Wirkung zu zeigen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Konflikten und Spannungen in der Region. Christine Herntier berichtet von dem Gegenwind, dem Kommunalpolitiker:innen zunehmend ausgesetzt sind, und spricht offen über gesellschaftliche Polarisierung sowie rechtsextreme Vorfälle. Diese reichen von persönlichen Anfeindungen über rechtsextreme Symbole im öffentlichen Raum bis hin zu Ereignissen, die auch das schulische Umfeld erreichen. Sie erklärt, warum es wichtig ist, diese Entwicklungen sichtbar zu machen, welche Reaktionen darauffolgten und warum Kommunen mehr Handlungsspielräume brauchen, um vor Ort wirksam reagieren zu können.
Außerdem geht es um Beteiligung und Zusammenhalt: Welche Formate des Austauschs helfen wirklich? Wie können unterschiedliche Gruppen in der Gesellschaft besser erreicht werden, insbesondere auch junge Menschen? Und was stärkt Gemeinden, wenn der soziale Zusammenhalt unter Druck gerät?
Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn: Woran sich erkennen lässt, dass Strukturwandel gelungen ist, und welche Rolle Zivilgesellschaft, Engagement und lokale Initiativen dabei spielen.
Für vertiefende Infos:
Christine Herntier
Lausitzrunde
Im Mittelpunkt steht dabei die veränderte Rolle von Kommunen: Strukturwandel ist längst nicht mehr nur eine Frage von Investitionen und Fördermitteln, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Es geht um neue Perspektiven für regionale Wertschöpfung, um Verantwortung vor Ort und um die Frage, wie Vertrauen entsteht, wenn politische Prozesse Zeit brauchen, um Wirkung zu zeigen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Konflikten und Spannungen in der Region. Christine Herntier berichtet von dem Gegenwind, dem Kommunalpolitiker:innen zunehmend ausgesetzt sind, und spricht offen über gesellschaftliche Polarisierung sowie rechtsextreme Vorfälle. Diese reichen von persönlichen Anfeindungen über rechtsextreme Symbole im öffentlichen Raum bis hin zu Ereignissen, die auch das schulische Umfeld erreichen. Sie erklärt, warum es wichtig ist, diese Entwicklungen sichtbar zu machen, welche Reaktionen darauffolgten und warum Kommunen mehr Handlungsspielräume brauchen, um vor Ort wirksam reagieren zu können.
Außerdem geht es um Beteiligung und Zusammenhalt: Welche Formate des Austauschs helfen wirklich? Wie können unterschiedliche Gruppen in der Gesellschaft besser erreicht werden, insbesondere auch junge Menschen? Und was stärkt Gemeinden, wenn der soziale Zusammenhalt unter Druck gerät?
Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn: Woran sich erkennen lässt, dass Strukturwandel gelungen ist, und welche Rolle Zivilgesellschaft, Engagement und lokale Initiativen dabei spielen.
Für vertiefende Infos:
Christine Herntier
Lausitzrunde
1 Stunde 17 Minuten
In dieser Folge von „LandAussichten“ geht es ins Wendland, eine Region im Norden Deutschlands, die viele vor allem durch die Kulturelle Landpartie (KLP) kennen. Die KLP ist viel mehr als ein Festival. Sie steht für ein besonderes Lebensgefühl – geprägt von Gemeinschaft, Selbstorganisation und einer Region, die sich über Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat. Gemeinsam mit Antonia Traulsen (Filmemacherin und Kulturschaffende) und Rainer Süßmilch (Schauspieler und Musiker) sprechen wir darüber, wie aus einer politischen Aufbruchszeit ein dichtes Netz aus Kultur, Initiativen und Projekten entstanden ist, in dem Kunst, Alltag und Dorfleben eng zusammengehören. Dabei geht es auch um das Land als Möglichkeitsraum – um Freiräume, offene Orte und die Frage, wie gemeinschaftliches Gestalten gelingen kann.
Im Mittelpunkt stehen die zwölf Tage der Kulturellen Landpartie: Höfe öffnen sich, Scheunen werden zu Bühnen und ganze Dörfer verwandeln sich in Orte für Kunst, Musik, Theater und Begegnung. Die Veranstaltungen sind dezentral organisiert, von lokalen Akteuren getragen und bewusst nicht-kommerziell. Gleichzeitig geht es auch um die Herausforderungen und die Frage, wie sich das Format in Zukunft weiterentwickeln kann.
Außerdem schauen wir auf das Leben außerhalb der Festivalzeit: Wie lebt es sich in einer Region, die stark von Engagement und gemeinschaftlicher Verantwortung geprägt ist? Und was bleibt, wenn die Bühnen wieder abgebaut sind und der Alltag zurückkehrt? Was bedeutet es, aus der Stadt ins Wendland zu ziehen – und wie verändert sich das Leben dort, wo Mitgestaltung und Eigeninitiative so wichtig sind?
Unsere Gäste erzählen von Projekten, Nachbarschaften, Jugendinitiativen und kreativen Netzwerken, die weit über die Festivalwochen hinauswirken. Aus einzelnen Ideen entstehen dauerhafte Orte und Strukturen, die das ganze Jahr über das Leben im Wendland prägen und immer wieder neue Formen des Zusammenlebens ermöglichen.
Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:
Kulturelle Landpartie Wendland
Quartier 4 – Soziokulturelles Zentrum
Dorf Diahren
Im Mittelpunkt stehen die zwölf Tage der Kulturellen Landpartie: Höfe öffnen sich, Scheunen werden zu Bühnen und ganze Dörfer verwandeln sich in Orte für Kunst, Musik, Theater und Begegnung. Die Veranstaltungen sind dezentral organisiert, von lokalen Akteuren getragen und bewusst nicht-kommerziell. Gleichzeitig geht es auch um die Herausforderungen und die Frage, wie sich das Format in Zukunft weiterentwickeln kann.
Außerdem schauen wir auf das Leben außerhalb der Festivalzeit: Wie lebt es sich in einer Region, die stark von Engagement und gemeinschaftlicher Verantwortung geprägt ist? Und was bleibt, wenn die Bühnen wieder abgebaut sind und der Alltag zurückkehrt? Was bedeutet es, aus der Stadt ins Wendland zu ziehen – und wie verändert sich das Leben dort, wo Mitgestaltung und Eigeninitiative so wichtig sind?
Unsere Gäste erzählen von Projekten, Nachbarschaften, Jugendinitiativen und kreativen Netzwerken, die weit über die Festivalwochen hinauswirken. Aus einzelnen Ideen entstehen dauerhafte Orte und Strukturen, die das ganze Jahr über das Leben im Wendland prägen und immer wieder neue Formen des Zusammenlebens ermöglichen.
Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:
Kulturelle Landpartie Wendland
Quartier 4 – Soziokulturelles Zentrum
Dorf Diahren
28 Minuten
Diese Folge LandAussichten führt uns auf eine kleine Zeitreise ins 12. und 13. Jahrhundert auf dem Land. Damals befand sich die Namensgebung der Menschen und Orte gerade im Umbruch: Zu Rufnamen (heute: Vornamen) gesellten sich Beinamen (unsere heutigen Familiennamen). Da die Menschen damals noch nicht Namen wie Matteo-Lewin oder Mathilda-Lia trugen, war die Auswahl auf wenige, oft christliche Namen beschränkt. Das Problem? In den Dörfern doppelten sich so viele Namen. Straßennamen und Hausnummern gab es aber auch noch nicht, was die klare Zuordnung einzelner Menschen oft schwierig machte. So behalfen sich die Menschen mit Dorf- bzw. Hausnamen, um Häuser und ihre Bewohner:innen klar zu identifizieren. Einzelne Häuser bekamen so eigene Namen, die sich auf ihre ehemaligen Besitzer:innen, deren Namen, besonderen Eigenschaften, Spitznamen, Beruf oder auf die Lage des Gebäudes bezogen. „Ins Amend“ konnte so beispielsweise das Haus am Ende einer Straße beschreiben.
Und damit in die Gegenwart: Durch mobilere ländliche Gesellschaften, die öfter umziehen, gerät heutzutage mit den Namen vielerorts auch ein Stück Dorfgeschichte in Vergessenheit. Daher machen sich Gemeinden wie Abtsteinach daran, das Wissen zusammenzutragen, Schilder aufzuhängen und Führungen anzubieten, um dieses alte Wissen zu bewahren und neu zu beleben.
Zu Gast im Podcast ist Gabi Gerner. Sie ist Verwaltungsfachangestellte bei der Gemeinde Abtsteinach und kümmert sich dort seit 2012 um Tourismus, Beschaffung und Veranstaltungsorganisation. Geboren wurde sie 1963 im Ortsteil Unter-Abtsteinach – in einem Haus mit dem Hausnamen „Ähls“. Ihre Verbindung zur Dorfgeschichte und zu den Hausnamen ist daher nicht nur beruflich, sondern auch persönlich geprägt.
Im Gespräch geht es unter anderem darum, was Dorf- und Hausnamen über frühere Bewohner:innen verraten – etwa, wenn der Hausname weiblich war oder bestimmte Adjektive enthält. Wir sprechen darüber, welche Herausforderungen es bei der Recherche und Sicherung dieses Wissens gibt, wie viel (Nicht-)Wissen über alte Namen und Dorfgeschichte noch vorhanden ist und welche Dynamiken das Projekt im Dorf angestoßen hat. Außerdem geht es darum, welchen Mehrwert das Projekt für den Tourismus bietet. Denn die sichtbaren Hausnamenschilder regen heute Austausch, Begegnung und Dorfentwicklungsprozesse in Abtsteinach an – etwa, wenn man sich auf den Weg „ins Honspäidasch“ macht, um gemeinsam ein Glas Wein zu trinken.
Weiterführende Links:
– Eine Übersichtskarte der Häuser mit Schildern der alten Hausnamen in Abtsteinach
– Hintergrund zur Geschichte von Familien- und Hausnamen in Deutschland: Fachartikel: Die Hausnamen (Dorfnamen) von Allendorf/Lahn von Thomas Euler
Und damit in die Gegenwart: Durch mobilere ländliche Gesellschaften, die öfter umziehen, gerät heutzutage mit den Namen vielerorts auch ein Stück Dorfgeschichte in Vergessenheit. Daher machen sich Gemeinden wie Abtsteinach daran, das Wissen zusammenzutragen, Schilder aufzuhängen und Führungen anzubieten, um dieses alte Wissen zu bewahren und neu zu beleben.
Zu Gast im Podcast ist Gabi Gerner. Sie ist Verwaltungsfachangestellte bei der Gemeinde Abtsteinach und kümmert sich dort seit 2012 um Tourismus, Beschaffung und Veranstaltungsorganisation. Geboren wurde sie 1963 im Ortsteil Unter-Abtsteinach – in einem Haus mit dem Hausnamen „Ähls“. Ihre Verbindung zur Dorfgeschichte und zu den Hausnamen ist daher nicht nur beruflich, sondern auch persönlich geprägt.
Im Gespräch geht es unter anderem darum, was Dorf- und Hausnamen über frühere Bewohner:innen verraten – etwa, wenn der Hausname weiblich war oder bestimmte Adjektive enthält. Wir sprechen darüber, welche Herausforderungen es bei der Recherche und Sicherung dieses Wissens gibt, wie viel (Nicht-)Wissen über alte Namen und Dorfgeschichte noch vorhanden ist und welche Dynamiken das Projekt im Dorf angestoßen hat. Außerdem geht es darum, welchen Mehrwert das Projekt für den Tourismus bietet. Denn die sichtbaren Hausnamenschilder regen heute Austausch, Begegnung und Dorfentwicklungsprozesse in Abtsteinach an – etwa, wenn man sich auf den Weg „ins Honspäidasch“ macht, um gemeinsam ein Glas Wein zu trinken.
Weiterführende Links:
– Eine Übersichtskarte der Häuser mit Schildern der alten Hausnamen in Abtsteinach
– Hintergrund zur Geschichte von Familien- und Hausnamen in Deutschland: Fachartikel: Die Hausnamen (Dorfnamen) von Allendorf/Lahn von Thomas Euler
46 Minuten
Mit Blick auf die Weiterentwicklung des Mehrjährigen Finanzrahmens der EU steht auch ein Förderansatz der Ländlichen Entwicklung in den vergangenen Monaten immer wieder im Fokus: LEADER. Die Methode, die erstmals vor ca. 35 Jahren Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wurde, wird aktuell in insgesamt 372 Regionen in Deutschland genutzt. Mit ihr werden Backhäuser, Machbarkeitsstudien, Musikkurse und Bürgerbusse finanziert; abgestimmt auf die lokalen Bedarfe vor Ort und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Hand. Über 2027 hinaus ist die Zukunft von LEADER jedoch mit Blick auf ihre Mittelausstattung und inhaltliche Ausrichtung ungewiss. In der neuen Folge LandAussichten gehen wir daher der Frage nach, wie es mit LEADER weitergeht: Was der Ansatz vor Ort leistet, wie er weiterentwickelt werden kann und wie der aktuelle Stand der Debatte auf EU-Ebene ist.
Zu Gast ist Dr. Hartmut Berndt, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen in Deutschland (BAGLAG). Er war unter anderem im Göttinger Land und in der Region Saale-Rudolstadt als Regionalmanager tätig und ist heute stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats Ländliche Entwicklung. Seit über 20 Jahren setzt er sich für die Belange ländlicher Regionen, die Weiterentwicklung von LEADER und die Vernetzung und den Wissenstransfer zwischen den Lokalen Aktionsgruppen ein.
Im Gespräch klären wir, wie die Methode im Detail in der Praxis funktioniert und warum der Bottom-up-Ansatz so gut zu ländlichen Räumen passt. Rund um die Frage der Weiterentwicklung sprechen wir zudem darüber, wie sich der Ansatz praxisnäher und unbürokratischer gestalten ließe. Abschließend werfen wir einen Blick auf die aktuellen MFR-Vorschläge der Kommission und ihre Bedeutung für den LEADER-Ansatz, die Details und Fragen rund um ein geplantes Rural Target und was Regionalmanager:innen mit Gärtner:innen gemeinsam haben.
Zu Gast ist Dr. Hartmut Berndt, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen in Deutschland (BAGLAG). Er war unter anderem im Göttinger Land und in der Region Saale-Rudolstadt als Regionalmanager tätig und ist heute stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats Ländliche Entwicklung. Seit über 20 Jahren setzt er sich für die Belange ländlicher Regionen, die Weiterentwicklung von LEADER und die Vernetzung und den Wissenstransfer zwischen den Lokalen Aktionsgruppen ein.
Im Gespräch klären wir, wie die Methode im Detail in der Praxis funktioniert und warum der Bottom-up-Ansatz so gut zu ländlichen Räumen passt. Rund um die Frage der Weiterentwicklung sprechen wir zudem darüber, wie sich der Ansatz praxisnäher und unbürokratischer gestalten ließe. Abschließend werfen wir einen Blick auf die aktuellen MFR-Vorschläge der Kommission und ihre Bedeutung für den LEADER-Ansatz, die Details und Fragen rund um ein geplantes Rural Target und was Regionalmanager:innen mit Gärtner:innen gemeinsam haben.
39 Minuten
In den letzten Jahren ist an einem Begriff kein Vorbeikommen: Resilienz. Sie begegnet uns in Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Coaching – und zunehmend auch in der Regionalentwicklung. Denn gerade in ländlichen Räumen häufen sich Transformationsprozesse wie demografischer Wandel und Energiewende. Daher stellt sich die Frage: Warum blühen manche Dörfer trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf, während anderer stagnieren – und wie können Dörfer unter Druck nicht nur bestehen, sondern auch gedeihen? Unsere neue Folge sucht rund um die Frage der Resilienz nach Antworten, zeigt ihre strategische Bedeutung für Regionen und räumt zugleich mit Buzzword-Mythen auf.
Zu Gast ist Dr. Alistair Adam Hernández, wissenschaftlicher Mitarbeiter am VISTRA-Institut der Universität Vechta und im Interreg-Projekts SIRR – Sustainable, Innovative and Resilient Rural Areas. Aufgewachsen im grünen Norden Teneriffas, arbeitet Alistair seit mehreren Jahren an der Schnittstelle von Land- und Regionalentwicklung – als Aktionsforscher, Berater und Lehrtrainer. Seine Promotion widmete er der Resilienz ländlicher Räume in Spanien, England und Deutschland.
Im Gespräch beleuchten wir, warum manche Dörfer trotz widriger Umstände vorankommen, während andere stagnieren. Alistair erklärt, welche Rolle Selbstorganisationsfähigkeit spielt und wie regionale Geschichte Resilienz stärkt – illustriert mit Beispielen aus Spanien und England. Wir diskutieren, warum Resilienz als Buzzword so populär ist, wie man sie trotzdem praktisch greifbar macht, welche Arten von Resilienz es gibt und was Dörfer auf Stelzen damit zu tun haben. Außerdem geht es um die Schnittstelle von Aktionsforschung und Resilienz: Wissen teilen, Impulse setzen und gemeinsam lernen, statt nur zu analysieren!
Weiterführende Links:
Alistairs Promotionsschrift „Das resiliente Dorf“ ist über den oekom-Verlag erhältlich: https://www.oekom.de/buch/das-resiliente-dorf-9783962383084
Mehr zum von erwähnten schwedischen Symbiosenetzwerk in Sotenäs lest ihr unter: https://symbioscentrum.se/symbiosisdevelopment.4.63823e331859e02e4ce1b618.html
Mehr zum Hintergrund der Community Land Trusts erfahrt ihr auf Alistairs Blog unter: https://ruralvision.eu/die-zuegel-unserer-entwicklung-in-der-hand-haben-die-community-development-trusts-teil-1/
Zu Gast ist Dr. Alistair Adam Hernández, wissenschaftlicher Mitarbeiter am VISTRA-Institut der Universität Vechta und im Interreg-Projekts SIRR – Sustainable, Innovative and Resilient Rural Areas. Aufgewachsen im grünen Norden Teneriffas, arbeitet Alistair seit mehreren Jahren an der Schnittstelle von Land- und Regionalentwicklung – als Aktionsforscher, Berater und Lehrtrainer. Seine Promotion widmete er der Resilienz ländlicher Räume in Spanien, England und Deutschland.
Im Gespräch beleuchten wir, warum manche Dörfer trotz widriger Umstände vorankommen, während andere stagnieren. Alistair erklärt, welche Rolle Selbstorganisationsfähigkeit spielt und wie regionale Geschichte Resilienz stärkt – illustriert mit Beispielen aus Spanien und England. Wir diskutieren, warum Resilienz als Buzzword so populär ist, wie man sie trotzdem praktisch greifbar macht, welche Arten von Resilienz es gibt und was Dörfer auf Stelzen damit zu tun haben. Außerdem geht es um die Schnittstelle von Aktionsforschung und Resilienz: Wissen teilen, Impulse setzen und gemeinsam lernen, statt nur zu analysieren!
Weiterführende Links:
Alistairs Promotionsschrift „Das resiliente Dorf“ ist über den oekom-Verlag erhältlich: https://www.oekom.de/buch/das-resiliente-dorf-9783962383084
Mehr zum von erwähnten schwedischen Symbiosenetzwerk in Sotenäs lest ihr unter: https://symbioscentrum.se/symbiosisdevelopment.4.63823e331859e02e4ce1b618.html
Mehr zum Hintergrund der Community Land Trusts erfahrt ihr auf Alistairs Blog unter: https://ruralvision.eu/die-zuegel-unserer-entwicklung-in-der-hand-haben-die-community-development-trusts-teil-1/
31 Minuten
In dieser Folge treffen wir Bernadette LaHengst, Musikerin und Theatermacherin, die sich in ihren Werken gegen soziale Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit einsetzt sowie für den Klimaschutz engagiert.
Im Podcast sprechen wir über ihren Einsatz als „bedingungslose Chorleiterin”, darüber, was für sie Heimat bedeutet, und über die Sehnsucht nach dem Weggehen und Ankommen.
Als Chorleiterin ist Bernadette LaHengst auch in ländlichen Räumen unterwegs, zum Beipsiel in Wittenburg. Hier war sie gemeinsam mit dem Stadtplaner Ton Matton unterwegs und hat Aktionen gegen Leerstand und Landflucht durchgeführt, die zu einem gestärkten Selbstbewusstsein der Menschen vor Ort geführt haben. So wurden leerstehende Häuser bestrickt und ein Beschwerdechor gegründet.
Die verschiedenen Chöre, die Bernadette in allen Landesteilen gegründet hat, dienen aber nicht nur dem Beschweren, sondern auch der Visionsentwicklung und tragen dazu bei, die Situation vor Ort mit Humor zu betrachten. Wichtiger noch: Diese Chöre tragen zum Zusammenhalt der Gesellschaft vor Ort bei, denn die Menschen reden und singen wieder miteinander und lernen, auch mit Widersprüchen und anderen Meinungen umzugehen.
Songs, über die wir gesprochen haben:
„Gib mir meine Zukunft zurück“ von Bernadette LaHengst https://www.youtube.com/watch?v=RpoO_7ncnvM
„Das Dorf am Ende der Welt von Michael Girke/Jetzt! von unserem Label „Fast Weltweit“ aus Ostwestfalen aus dem Jahr 1988. https://www.youtube.com/watch?v=5Q3pdLvQfBA&list=RD5Q3pdLvQfBA&start_radio=1
Chorprojekte in ländlichen Regionen von Bernadette La Hengst:
(Wittenburg) Die Große Straße führt hier raus (2012) https://www.youtube.com/watch?v=k68g4N5cJhE&list=RDk68g4N5cJhE&start_radio=1
Salzkammergut Hymne: Über Berge blicken lernen (2024) https://www.youtube.com/watch?v=if9Q7Y0nD7E&list=RDif9Q7Y0nD7E&start_radio=1
Tribsees, ich kann deine Zukunft sehen (2020/21) https://www.youtube.com/watch?v=dNhfmI9PbRA&list=RDdNhfmI9PbRA&start_radio=1
Gottsbüren, eine Vision (2015) https://www.youtube.com/watch?v=WT3OgcZnIDU&list=RDWT3OgcZnIDU&start_radio=1
Saarpfalz: Vereint Euch! (2018) https://www.youtube.com/watch?v=NTnkQRjpCmo&list=RDNTnkQRjpCmo&start_radio=1
Weißwasser: Bela Woda gib mir Magie (2019) https://www.youtube.com/watch?v=-dJblSKxJP0&list=RD-dJblSKxJP0&start_radio=1
Im Podcast sprechen wir über ihren Einsatz als „bedingungslose Chorleiterin”, darüber, was für sie Heimat bedeutet, und über die Sehnsucht nach dem Weggehen und Ankommen.
Als Chorleiterin ist Bernadette LaHengst auch in ländlichen Räumen unterwegs, zum Beipsiel in Wittenburg. Hier war sie gemeinsam mit dem Stadtplaner Ton Matton unterwegs und hat Aktionen gegen Leerstand und Landflucht durchgeführt, die zu einem gestärkten Selbstbewusstsein der Menschen vor Ort geführt haben. So wurden leerstehende Häuser bestrickt und ein Beschwerdechor gegründet.
Die verschiedenen Chöre, die Bernadette in allen Landesteilen gegründet hat, dienen aber nicht nur dem Beschweren, sondern auch der Visionsentwicklung und tragen dazu bei, die Situation vor Ort mit Humor zu betrachten. Wichtiger noch: Diese Chöre tragen zum Zusammenhalt der Gesellschaft vor Ort bei, denn die Menschen reden und singen wieder miteinander und lernen, auch mit Widersprüchen und anderen Meinungen umzugehen.
Songs, über die wir gesprochen haben:
„Gib mir meine Zukunft zurück“ von Bernadette LaHengst https://www.youtube.com/watch?v=RpoO_7ncnvM
„Das Dorf am Ende der Welt von Michael Girke/Jetzt! von unserem Label „Fast Weltweit“ aus Ostwestfalen aus dem Jahr 1988. https://www.youtube.com/watch?v=5Q3pdLvQfBA&list=RD5Q3pdLvQfBA&start_radio=1
Chorprojekte in ländlichen Regionen von Bernadette La Hengst:
(Wittenburg) Die Große Straße führt hier raus (2012) https://www.youtube.com/watch?v=k68g4N5cJhE&list=RDk68g4N5cJhE&start_radio=1
Salzkammergut Hymne: Über Berge blicken lernen (2024) https://www.youtube.com/watch?v=if9Q7Y0nD7E&list=RDif9Q7Y0nD7E&start_radio=1
Tribsees, ich kann deine Zukunft sehen (2020/21) https://www.youtube.com/watch?v=dNhfmI9PbRA&list=RDdNhfmI9PbRA&start_radio=1
Gottsbüren, eine Vision (2015) https://www.youtube.com/watch?v=WT3OgcZnIDU&list=RDWT3OgcZnIDU&start_radio=1
Saarpfalz: Vereint Euch! (2018) https://www.youtube.com/watch?v=NTnkQRjpCmo&list=RDNTnkQRjpCmo&start_radio=1
Weißwasser: Bela Woda gib mir Magie (2019) https://www.youtube.com/watch?v=-dJblSKxJP0&list=RD-dJblSKxJP0&start_radio=1
41 Minuten
Noch vor 10 Jahren war das Konzept eher typisch für urbane Szenekieze wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Mittlerweile finden sich in vielen Landgemeinden und Kleinstädten in Bahnhöfen, Schulen oder anderen umgenutzten Gebäuden CoWorking Spaces. Hier wird gemeinschaftlich und flexibel gearbeitet, sich ausgetauscht und neue Orte der Begegnung geschaffen.
Einer, der an der Verbreitung von CoWorking Spaces auf dem Land nicht ganz unschuldig ist, ist Tobias Kremkau. Er ist unser Gast in der neuen Folge LandAussichten und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen New Work und CoWorking im Kontext ländlicher Räume. Als Berater für die Genossenschaft CoWorkLand unterstützt er Betreiber*innen von Coworking Spaces, schreibt Studien und begleitet Projektgruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, neue Arbeits- und Begegnungsorten auf dem Land zu schaffen.
Im Gespräch mit Louis Schlag gibt er Einblicke aus seinem beruflichen Alltag, teilt seine Begeisterung für das Thema und macht die Herausforderungen und Chancen deutlich, die mit der Schaffung und dem Betrieb von CoWorking Spaces einhergehen. Besonders geht es dabei darum, wie vielfältig ländliche CoWorking Gemeinschaften sind und welche Bedeutung CoWorking-Spaces und MehrWertOrten als Begegnungsorte und Andockorte für die regionale Entwicklung tragen. Abschließend haben wir auch über die Veränderungen des Konzepts in den letzten Jahren gesprochen und darauf geblickt, wie sich seine eigene Philosophie zum Thema verändert hat.
Weitere Informationen und weiterführende Links zur Episode findet ihr hier:
· Mehr zur CoWorkLand eG erfahrt ihr auf ihrer Website unter: https://coworkland.de/
· Zum Konzept der MehrWertOrte lest ihr unter: https://coworkland.de/mehrwertorte/
· Die von Tobias angesprochene Studie zu Coworking im ländlichen Raum, inkl. Typologie, Trends und Beschreibung findet ihr unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Coworking_im_laendlichen_Raum.pdf
· Wo die zentralen Erfolgsfaktoren der Gründung liegen, lässt sich in der Broschüre "Coworking auf dem Land – Wie es gelingt und was es dafür braucht" nachlesen: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/coworking-land-bule.html
Wir freuen uns auf eure Gedanken und Kommentare zur Episode!
Einer, der an der Verbreitung von CoWorking Spaces auf dem Land nicht ganz unschuldig ist, ist Tobias Kremkau. Er ist unser Gast in der neuen Folge LandAussichten und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen New Work und CoWorking im Kontext ländlicher Räume. Als Berater für die Genossenschaft CoWorkLand unterstützt er Betreiber*innen von Coworking Spaces, schreibt Studien und begleitet Projektgruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, neue Arbeits- und Begegnungsorten auf dem Land zu schaffen.
Im Gespräch mit Louis Schlag gibt er Einblicke aus seinem beruflichen Alltag, teilt seine Begeisterung für das Thema und macht die Herausforderungen und Chancen deutlich, die mit der Schaffung und dem Betrieb von CoWorking Spaces einhergehen. Besonders geht es dabei darum, wie vielfältig ländliche CoWorking Gemeinschaften sind und welche Bedeutung CoWorking-Spaces und MehrWertOrten als Begegnungsorte und Andockorte für die regionale Entwicklung tragen. Abschließend haben wir auch über die Veränderungen des Konzepts in den letzten Jahren gesprochen und darauf geblickt, wie sich seine eigene Philosophie zum Thema verändert hat.
Weitere Informationen und weiterführende Links zur Episode findet ihr hier:
· Mehr zur CoWorkLand eG erfahrt ihr auf ihrer Website unter: https://coworkland.de/
· Zum Konzept der MehrWertOrte lest ihr unter: https://coworkland.de/mehrwertorte/
· Die von Tobias angesprochene Studie zu Coworking im ländlichen Raum, inkl. Typologie, Trends und Beschreibung findet ihr unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Coworking_im_laendlichen_Raum.pdf
· Wo die zentralen Erfolgsfaktoren der Gründung liegen, lässt sich in der Broschüre "Coworking auf dem Land – Wie es gelingt und was es dafür braucht" nachlesen: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/coworking-land-bule.html
Wir freuen uns auf eure Gedanken und Kommentare zur Episode!
1 Stunde
#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit
In der heutigen Folge von "LandAussichten" nehmen wir euch mit zu den Gesundheitskiosken in Thüringen – Orte, an denen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum neu gedacht wird. Diese Kioske sind mehr als nur medizinische Anlaufstellen: Sie verbinden Beratung, Prävention und Telemedizin mit sozialer Vernetzung und schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen unkompliziert Antworten auf Fragen zu Gesundheit und Alltag finden. Sie schließen Versorgungslücken, erleichtern den Zugang zu Ärzt:innen und vernetzen die Menschen vor Ort.
Unsere Gäste, Christopher Kaufmann, Bürgermeister und Initiator der Gesundheitskioske, und Kerstin Faber, Planerin und frühere Projektleiterin bei der IBA Thüringen, berichten aus erster Hand von der Entstehung, den architektonischen und sozialen Aspekten sowie der Akzeptanz der Kioske in der Bevölkerung. Diese Kioske agieren wie kleine Trabanten, die Informationen aus der Region aufnehmen und weitergeben, und sind Teil eines größeren Netzwerks, das medizinische Versorgung, Beratung und Gemeinschaft miteinander verbindet. Die Gestaltung, Sichtbarkeit und die Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend für ihren Erfolg. Die Kioske sind dabei bewusst so angelegt, dass sie Menschen zusammenbringen, Beteiligung ermöglichen und den ländlichen Raum stärken. Statt einer Eistüte weht am Kiosk ein kleines Fähnchen mit ‚Offen‘, das den Weg weist und zum Eintreten einlädt.
Im Gespräch geht es um die Vision einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung, die weit über Medizin hinausgeht. Diese zielt darauf ab, den Alltag der Menschen insgesamt zu erleichtern und soziale Belange stärker einzubeziehen. Wir diskutieren, wie Architektur, Vernetzung und Technologie Brücken zwischen medizinischer Versorgung, Telemedizin und sozialer Teilhabe schlagen können, welche Chancen sich durch regionale Netzwerke ergeben und wie kleine Impulse in ländlichen Räumen große Wirkung entfalten. Besonders deutlich wird, dass die Umsetzung solcher Projekte Mut, Experimentierfreude und langfristiges Engagement erfordert – und dass selbst scheinbar kleine Maßnahmen, wie ein gut gestalteter, sichtbarer Kiosk, nachhaltige Veränderungen vor Ort bewirken können.
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie Gesundheitskioske die Gesundheitsversorgung in Thüringen neu denken und ländliche Räume stärken, hört rein!
Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:
Die Website der Projektinitiatorin – Stiftung Landleben / Gesundheitskioske: http://www.stiftung-landleben.de/unsere-partner/gesundheitskioske.html
Die Projektübersicht der IBA Thüringen / Region Seltenrain zum Thema Gesundheitskioske: https://iba-thueringen.de/projekte/region-seltenrain-gesundheitskioske
Ein Fachbeitrag im Onlinemagazin Baunetzwissen zum Thema Gesundheitskioske: https://www.baunetzwissen.de/sonnenschutz/objekte/sonderbauten/gesundheitskioske-in-thueringen-8186002
In der heutigen Folge von "LandAussichten" nehmen wir euch mit zu den Gesundheitskiosken in Thüringen – Orte, an denen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum neu gedacht wird. Diese Kioske sind mehr als nur medizinische Anlaufstellen: Sie verbinden Beratung, Prävention und Telemedizin mit sozialer Vernetzung und schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen unkompliziert Antworten auf Fragen zu Gesundheit und Alltag finden. Sie schließen Versorgungslücken, erleichtern den Zugang zu Ärzt:innen und vernetzen die Menschen vor Ort.
Unsere Gäste, Christopher Kaufmann, Bürgermeister und Initiator der Gesundheitskioske, und Kerstin Faber, Planerin und frühere Projektleiterin bei der IBA Thüringen, berichten aus erster Hand von der Entstehung, den architektonischen und sozialen Aspekten sowie der Akzeptanz der Kioske in der Bevölkerung. Diese Kioske agieren wie kleine Trabanten, die Informationen aus der Region aufnehmen und weitergeben, und sind Teil eines größeren Netzwerks, das medizinische Versorgung, Beratung und Gemeinschaft miteinander verbindet. Die Gestaltung, Sichtbarkeit und die Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend für ihren Erfolg. Die Kioske sind dabei bewusst so angelegt, dass sie Menschen zusammenbringen, Beteiligung ermöglichen und den ländlichen Raum stärken. Statt einer Eistüte weht am Kiosk ein kleines Fähnchen mit ‚Offen‘, das den Weg weist und zum Eintreten einlädt.
Im Gespräch geht es um die Vision einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung, die weit über Medizin hinausgeht. Diese zielt darauf ab, den Alltag der Menschen insgesamt zu erleichtern und soziale Belange stärker einzubeziehen. Wir diskutieren, wie Architektur, Vernetzung und Technologie Brücken zwischen medizinischer Versorgung, Telemedizin und sozialer Teilhabe schlagen können, welche Chancen sich durch regionale Netzwerke ergeben und wie kleine Impulse in ländlichen Räumen große Wirkung entfalten. Besonders deutlich wird, dass die Umsetzung solcher Projekte Mut, Experimentierfreude und langfristiges Engagement erfordert – und dass selbst scheinbar kleine Maßnahmen, wie ein gut gestalteter, sichtbarer Kiosk, nachhaltige Veränderungen vor Ort bewirken können.
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie Gesundheitskioske die Gesundheitsversorgung in Thüringen neu denken und ländliche Räume stärken, hört rein!
Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:
Die Website der Projektinitiatorin – Stiftung Landleben / Gesundheitskioske: http://www.stiftung-landleben.de/unsere-partner/gesundheitskioske.html
Die Projektübersicht der IBA Thüringen / Region Seltenrain zum Thema Gesundheitskioske: https://iba-thueringen.de/projekte/region-seltenrain-gesundheitskioske
Ein Fachbeitrag im Onlinemagazin Baunetzwissen zum Thema Gesundheitskioske: https://www.baunetzwissen.de/sonnenschutz/objekte/sonderbauten/gesundheitskioske-in-thueringen-8186002
40 Minuten
Im Rahmen unserer Rural Science Slams bringt die Andreas Hermes Akademie aktuelle Forschung zu ländlichen Räumen in die Hauptstadt. Aber wer bringt eigentlich Wissenschaft, Kommunikationsformate, Inhalte und Ideen aus der Forschung aufs Land, wo doch die meisten Forschungseinrichtungen in Städten angesiedelt sind?
In dieser Episode unseres Podcasts "Landaussichten" diskutieren Louis Schlag und Philipp Schrögel über die Herausforderungen und Chancen der Wissenschaftskommunikation in ländlichen Räumen. Sie beleuchten das Projekt "Heimspiel Wissenschaft", das darauf abzielt, Wissenschaftsinhalte auch für die Bevölkerung in ländlichen Regionen zugänglich zu machen. Hierbei nutzt das Projekt persönliche Verbindungen, in dem es Forschende, die aus ländlichen Regionen stammen, für einen Vortrag in die heimische Kneipe, Vereinsheim oder Feuerwehrhaus zurückbringt.
Im Gespräch teilt Philipp Schrögel Anekdoten und Highlights aus den „Heimspielen“ und betont die Bedeutung des lokalen Bezugs und persönlichen Kontakts für den Erfolg solcher Formate. Dabei geht es um das Ernstnehmen kultureller Barrieren zwischen Stadt und Land, warum eine Moderation und ein Rahmen entscheidend sind und wie das Projekt und der Ansatz auch die Bildungsmobilität in Deutschland stärken kann.
Heimspiel Wissenschaft war ein gemeinsames Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der con gressa GmbH und dem #Wisskomm Lab am Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS) der Universität Heidelberg. Gefördert wurde es ursprünglich durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mittlerweile wird der Ansatz von einzelnen Hochschulen weitergeführt. Auch die Max Planck-Gesellschaft hat das Format aufgegriffen und organisiert Heimspiele mit Forschenden aus Max Planck-Instituten.
Aus dem Gespräch lassen sich verschiedene Kernpunkte mitnehmen:
· Die Wissenschaft genießt in Deutschland ein moderat positives Vertrauen.
· Die persönliche Geschichte und der Bezug der Vortragenden spielen eine wichtige Rolle für das Gelingen der Veranstaltungen.
· Etablierten mobilen WissKommformaten wie Wanderausstellungen fehlt es häufig an persönlichen Verbindungen in die Gemeinden hinein.
· Das Setting und die Örtlichkeit spielen eine wichtige Rolle: Bekannte Begegnungsorte wie Kneipen oder Vereinsheime schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und erleichtern damit den Austausch.
· Wissenschaftskommunikationsveranstaltungen in ländlichen Räumen sind oft erfolgreicher, je kleiner die Gemeinde ist.
· Es gibt ein großes Interesse an Wissenschaft in ländlichen Regionen und vergleichbare Angebote sind in ländlichen Räumen oft begrenzt.
· In den Veranstaltungen geht es nicht immer nur um die Inhalte, sondern auch um die Biografien und Werdegänge der Forschenden.
· Die Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation liegen in der Finanzierung und Zeit der Forschenden.
In dieser Episode unseres Podcasts "Landaussichten" diskutieren Louis Schlag und Philipp Schrögel über die Herausforderungen und Chancen der Wissenschaftskommunikation in ländlichen Räumen. Sie beleuchten das Projekt "Heimspiel Wissenschaft", das darauf abzielt, Wissenschaftsinhalte auch für die Bevölkerung in ländlichen Regionen zugänglich zu machen. Hierbei nutzt das Projekt persönliche Verbindungen, in dem es Forschende, die aus ländlichen Regionen stammen, für einen Vortrag in die heimische Kneipe, Vereinsheim oder Feuerwehrhaus zurückbringt.
Im Gespräch teilt Philipp Schrögel Anekdoten und Highlights aus den „Heimspielen“ und betont die Bedeutung des lokalen Bezugs und persönlichen Kontakts für den Erfolg solcher Formate. Dabei geht es um das Ernstnehmen kultureller Barrieren zwischen Stadt und Land, warum eine Moderation und ein Rahmen entscheidend sind und wie das Projekt und der Ansatz auch die Bildungsmobilität in Deutschland stärken kann.
Heimspiel Wissenschaft war ein gemeinsames Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der con gressa GmbH und dem #Wisskomm Lab am Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS) der Universität Heidelberg. Gefördert wurde es ursprünglich durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mittlerweile wird der Ansatz von einzelnen Hochschulen weitergeführt. Auch die Max Planck-Gesellschaft hat das Format aufgegriffen und organisiert Heimspiele mit Forschenden aus Max Planck-Instituten.
Aus dem Gespräch lassen sich verschiedene Kernpunkte mitnehmen:
· Die Wissenschaft genießt in Deutschland ein moderat positives Vertrauen.
· Die persönliche Geschichte und der Bezug der Vortragenden spielen eine wichtige Rolle für das Gelingen der Veranstaltungen.
· Etablierten mobilen WissKommformaten wie Wanderausstellungen fehlt es häufig an persönlichen Verbindungen in die Gemeinden hinein.
· Das Setting und die Örtlichkeit spielen eine wichtige Rolle: Bekannte Begegnungsorte wie Kneipen oder Vereinsheime schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und erleichtern damit den Austausch.
· Wissenschaftskommunikationsveranstaltungen in ländlichen Räumen sind oft erfolgreicher, je kleiner die Gemeinde ist.
· Es gibt ein großes Interesse an Wissenschaft in ländlichen Regionen und vergleichbare Angebote sind in ländlichen Räumen oft begrenzt.
· In den Veranstaltungen geht es nicht immer nur um die Inhalte, sondern auch um die Biografien und Werdegänge der Forschenden.
· Die Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation liegen in der Finanzierung und Zeit der Forschenden.
44 Minuten
Der Demografische Wandel kickt überall. In der nahen Zukunft werden immer mehr Boomer in Rente gehen und in vielen Betrieben und Organisationen ihre Arbeitsplätze räumen. Und was kommt dann? Wer übernimmt die Jobs, die zahlreichen Ämter, die diese Generation ausgefüllt hat? Und wie kann ein guter Übergang gelingen?
Für viele ist die Übergabe mit großen Herausforderungen verbunden. Wie hört man auf? Wie geht man mit den vielfältigen Emotionen, Erwartungen und Ängsten um, die an dem Thema hängen? Wie hält man Wissen in der Organisation? Und wie organisiert und plant man überhaupt den Ablauf der Übergabe? Welchem Druck ist man da ausgesetzt? Wie kommuniziert man richtig? All das sind Fragen, die wir mit unseren Gäst:innen diskutiert haben.
Im Gespräch zu Gast waren Laura Jungnickel und Sophia Krebber, damals beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, die über ko-kreative und kooperative Nachfolgegestaltung im Projekt Inno4Ufo geforscht haben. Das Projekt Inno4Ufo steht für innovative Instrumente zur Unterstützung der Unternehmensfortführung in ländlichen Räumen. Gemeinsam mit Brandenburger Betrieben hat das Projekt untersucht, wie Unternehmensnachfolgen neugestaltet werden können und wie sie wirtschaftliche sowie soziale Stabilität in ländlichen Räumen sichern können.
Das Projekt ist im August abgeschlossen worden, dementsprechend gab es viele Ergebnisse, die Laura und Sophia mit uns teilen können und die in ihrer Abschlusspublikation wunderbar nachzulesen sind: https://nachfolgemagazin.carrd.co/. Wir nehmen verschiedene Punkte mit:
Je früher der Prozess angeschoben wird, desto besser können die Beteiligten einbezogen werden und umso mehr Kontrolle hat man auch über die Gestaltung.
Vertrauen muss aufgebaut werden, lange bevor man über Nachfolge spricht.
Die alleinige Verantwortung schreckt viele ab. Die Lösung können kooperative Geschäftsmodelle sein, bei denen gemeinsam mit Mitarbeitenden Nachfolgelösungen entwickelten werden, die Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Verantwortung kann auch auf mehreren Schultern verteilt werden.
Wichtige Herangehensweisen sind dabei: Kleine Aufgabenpakete, definierte Aufgaben, Gemeinschaftsgefühl, Verlässlichkeit und dass der Dialog zwischen den Generationen gesucht wird. Insbesondere über Erwartungen sollte dabei gesprochen werden. Wichtig ist außerdem: Nur, weil etwas immer so war, muss es nicht so bleiben, sondern kann auch verändert werden.
Lust mehr zum Thema Betriebsübergabe zu lernen und hands-on Tipps zu bekommen, wie man den Prozess angeht? Die AHA bietet hier verschiedene Workshops an, schaut gerne mal auf unserer Homepage vorbei!
Für viele ist die Übergabe mit großen Herausforderungen verbunden. Wie hört man auf? Wie geht man mit den vielfältigen Emotionen, Erwartungen und Ängsten um, die an dem Thema hängen? Wie hält man Wissen in der Organisation? Und wie organisiert und plant man überhaupt den Ablauf der Übergabe? Welchem Druck ist man da ausgesetzt? Wie kommuniziert man richtig? All das sind Fragen, die wir mit unseren Gäst:innen diskutiert haben.
Im Gespräch zu Gast waren Laura Jungnickel und Sophia Krebber, damals beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, die über ko-kreative und kooperative Nachfolgegestaltung im Projekt Inno4Ufo geforscht haben. Das Projekt Inno4Ufo steht für innovative Instrumente zur Unterstützung der Unternehmensfortführung in ländlichen Räumen. Gemeinsam mit Brandenburger Betrieben hat das Projekt untersucht, wie Unternehmensnachfolgen neugestaltet werden können und wie sie wirtschaftliche sowie soziale Stabilität in ländlichen Räumen sichern können.
Das Projekt ist im August abgeschlossen worden, dementsprechend gab es viele Ergebnisse, die Laura und Sophia mit uns teilen können und die in ihrer Abschlusspublikation wunderbar nachzulesen sind: https://nachfolgemagazin.carrd.co/. Wir nehmen verschiedene Punkte mit:
Je früher der Prozess angeschoben wird, desto besser können die Beteiligten einbezogen werden und umso mehr Kontrolle hat man auch über die Gestaltung.
Vertrauen muss aufgebaut werden, lange bevor man über Nachfolge spricht.
Die alleinige Verantwortung schreckt viele ab. Die Lösung können kooperative Geschäftsmodelle sein, bei denen gemeinsam mit Mitarbeitenden Nachfolgelösungen entwickelten werden, die Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Verantwortung kann auch auf mehreren Schultern verteilt werden.
Wichtige Herangehensweisen sind dabei: Kleine Aufgabenpakete, definierte Aufgaben, Gemeinschaftsgefühl, Verlässlichkeit und dass der Dialog zwischen den Generationen gesucht wird. Insbesondere über Erwartungen sollte dabei gesprochen werden. Wichtig ist außerdem: Nur, weil etwas immer so war, muss es nicht so bleiben, sondern kann auch verändert werden.
Lust mehr zum Thema Betriebsübergabe zu lernen und hands-on Tipps zu bekommen, wie man den Prozess angeht? Die AHA bietet hier verschiedene Workshops an, schaut gerne mal auf unserer Homepage vorbei!
34 Minuten
In Landgemeinden quer durch die Republik machen Menschen ihr eigenes Kino - und das auf dem Acker, im Feuerwehrhaus oder in der Scheune. Einfach Leinwand aufhängen, Soundanlage hochfahren, Kasten Limo auf, Grill an und los geht’s.
Aber wie jongliert man als Veranstalter alle rechtlichen und finanziellen Fallstricke, die an einer solchen Vorführung hängen? Genau hier kommt das Projekt „Dorfkino einfach machbar“ ins Spiel: Das Team übernimmt die Verhandlung mit den Verleihern, vernetzt und bündelt überregional verschiedene Kulturorte in Abspielringen. Hierdurch werden Kosten gemeinsam getragen, Risiken minimiert und ermöglicht, Filmprogramme selbst in entlegenen Spielstätten mit geringen Zuschauerzahlen zu zeigen.
Unser heutiger Gast ist Jens-Hagen Schwadt, der derzeitige Vorsitzende des Filmklubs Güstrow. Als Koordinator des Projekts "Dorfkino einfach machbar" engagiert er sich leidenschaftlich dafür, Filmvorführungen auch in kleineren Gemeinden zu ermöglichen und aufleben zu lassen.
In der aktuellen Podcastfolge blicken wir auf historische Vorläufer mobiler Kinovorstellungen auf dem Land, sprechen über den Einfluss der Covid-Pandemie auf die Arbeit des Vereins und wie sich gewerbliche und nicht-gewerbliche Kinoangebote auf dem Land gegenseitig unterstützen. Falls ihr selbst aktiv werden wollt, erfahrt ihr, welcher Film für Freiluftkinos ein absoluter Dauerbrenner ist, und warum man sich vor Streaming-Konkurrenzangeboten nicht fürchten sollte. Für Filmfans und Cineast:innen gibt Jens-Hagen Schwadt abschließend noch einige ländliche Kino-Geheimtipps in Deutschland: Schmuckstücke wie das LiLa im Lam oder das Kino 35 in Fulda, die programmatisch und baulich die ländliche Kinokultur prägen.
Weiterführende Informationen findet ihr unter:
· Das Projekt "Dorfkino einfach machbar": https://www.dorfkinoeinfach.de/
· Mehr zum „Landfilm“, der in der DDR Filmvorführungen in ländliche Regionen brachte: https://de.wikipedia.org/wiki/Landfilm
· Zum Förderportal der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt: https://foerderdatenbank.d-s-e-e.de/
· Entdeckt Jens-Hagen Schwadts Kino-Geheimtipps:
o Lichtspielhaus Lila in Lam: https://www.lichtspielhauslam.de/
o Kino35 in Fulda: https://www.kino35.de/
o Kino im Kulturgasthof „Alte Reederei“ in Fürstenberg/Havel: http://brueckenschlagfuerstenberg.de/startseite/kino/
Aber wie jongliert man als Veranstalter alle rechtlichen und finanziellen Fallstricke, die an einer solchen Vorführung hängen? Genau hier kommt das Projekt „Dorfkino einfach machbar“ ins Spiel: Das Team übernimmt die Verhandlung mit den Verleihern, vernetzt und bündelt überregional verschiedene Kulturorte in Abspielringen. Hierdurch werden Kosten gemeinsam getragen, Risiken minimiert und ermöglicht, Filmprogramme selbst in entlegenen Spielstätten mit geringen Zuschauerzahlen zu zeigen.
Unser heutiger Gast ist Jens-Hagen Schwadt, der derzeitige Vorsitzende des Filmklubs Güstrow. Als Koordinator des Projekts "Dorfkino einfach machbar" engagiert er sich leidenschaftlich dafür, Filmvorführungen auch in kleineren Gemeinden zu ermöglichen und aufleben zu lassen.
In der aktuellen Podcastfolge blicken wir auf historische Vorläufer mobiler Kinovorstellungen auf dem Land, sprechen über den Einfluss der Covid-Pandemie auf die Arbeit des Vereins und wie sich gewerbliche und nicht-gewerbliche Kinoangebote auf dem Land gegenseitig unterstützen. Falls ihr selbst aktiv werden wollt, erfahrt ihr, welcher Film für Freiluftkinos ein absoluter Dauerbrenner ist, und warum man sich vor Streaming-Konkurrenzangeboten nicht fürchten sollte. Für Filmfans und Cineast:innen gibt Jens-Hagen Schwadt abschließend noch einige ländliche Kino-Geheimtipps in Deutschland: Schmuckstücke wie das LiLa im Lam oder das Kino 35 in Fulda, die programmatisch und baulich die ländliche Kinokultur prägen.
Weiterführende Informationen findet ihr unter:
· Das Projekt "Dorfkino einfach machbar": https://www.dorfkinoeinfach.de/
· Mehr zum „Landfilm“, der in der DDR Filmvorführungen in ländliche Regionen brachte: https://de.wikipedia.org/wiki/Landfilm
· Zum Förderportal der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt: https://foerderdatenbank.d-s-e-e.de/
· Entdeckt Jens-Hagen Schwadts Kino-Geheimtipps:
o Lichtspielhaus Lila in Lam: https://www.lichtspielhauslam.de/
o Kino35 in Fulda: https://www.kino35.de/
o Kino im Kulturgasthof „Alte Reederei“ in Fürstenberg/Havel: http://brueckenschlagfuerstenberg.de/startseite/kino/
1 Stunde 4 Minuten
In der heutigen Folge wird das Studierenden-Austauschprogramm Rurasmus vorgestellt, das Studierenden die Möglichkeit bietet, ein Semester lang in den ländlichen Räumen zu verbringen. Statt grauer Theorie steht hier das echte Leben auf dem Plan, und das Mitwirken an konkreten Herausforderungen vor Ort. Ob Mehrgenerationenwohnen, Ortskernentwicklung oder nachhaltiger Tourismus, viele spannende Projekte sind durch die Zusammenarbeit der Austauschstudierenden und Einheimischen vor Ort schon entstanden.
Die Gäst:innen Roland Gruber, Mitgründer des Forschungsinstituts Rurasmus, und Charlotte vom Kolke, aktuelle Teilnehmerin im Rurasmus-Programm teilen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse rund um die ländliche Entwicklung und Beteiligungsmöglichkeiten. Wir diskutieren, wie Studierende aktiv zur Lösung von Herausforderungen in Gemeinden beitragen können und welche Chancen sich für sie in ländlichen Regionen bieten.
Im Gespräch geht es dabei um vielzählige Themen: dem Brückenschlag zwischen Stadt und Land, aber auch zwischen Wissenschaft und Praxis, sowie der Frage was überhaupt ein gutes Leben und Wohnen auf dem Land ausmacht. Die persönliche Entwicklung der Studierenden ist dabei genauso wichtig, wie sich auf die Menschen vor Ort einzulassen und selbst von der Macher:innen-Mentalität, die dem Land zugeschrieben wird, zu profitieren. Denn direkt vom Auslandssemester in Marseille landet Charlotte vom Kolke in Michalenbach in Oberösterreich und ist begeistert:
„Ich lebe in einem Dorf, wo es einfach viele Macher:innen gibt, oder ganz generell sind Menschen am Land gerne aktiv und das gefällt mir sehr gut, damit kann ich mich absolut identifizieren.“
Sie forscht dort zur Ortsentwicklung und möchte u.a. einen Baukasten für Bürgerbeteiligung in der Bauleitplanung entwickeln. Besonders aufgefallen ist ihr, wie herzlich sie vor Ort aufgenommen wurde, aber auch wie viel mehr Planung es braucht, um sich in den ländlichen Räumen zu bewegen, wenn der Bus nur zweimal am Tag fährt.
Auch Roland Gruber, der selbst in den ländlichen Räumen lebt und zudem Vize-Bürgermeister von Moosburg ist, weiß, dass schon kleine Impulse vor Ort viel bewirken können. Er sieht die europäische Initiative Rurasmus als Möglichkeit, Antworten zu geben für konkrete Fragestellungen, die die Gemeinden umtreiben und oft nicht zu lösen wissen. Überraschend war für ihn, dass Persönlichkeitsentwicklung für Studierende als zentrales Thema auf den Plan trat. Und wenn er sich noch etwas wünschen würde, dann das Programm ähnlich wie das Studierenden-Austauschprogramm Erasmus auf ganz Europa auszuweiten. Das wären dann potenziell 140.000 Kommunen. Und:
„Wenn alle 140.000 europäischen Kommunen parallel jedes Semester junge Menschen in ihren Orten haben und mutige Zukunftsideen kreieren, dann schaffen wir einen richtig starken Entwicklungs-Schub für unsere ländlichen Räume.“
Wenn ihr mehr erfahren möchte, wie Rurasmus die Wahrnehmung des ländlichen Lebens verändert und eine neue Generation von Veränderer:innen fördert, schaltet ein!
Für vertiefende Infos zum Programm und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:
Die Website des Studierenden-Austauschprogramms Rurasmus: https://www.rurasmus.
Das Zukunftsbild Michaelnbach 2035: https://www.michaelnbach.at/Zukunftsbild_Michaelnbach_2035_
Den Publikationsbeitrag der Wüstenrotstiftung zu Leben vor der Stadt. Einfamilienhäuser als Möglichkeitsräume (Download) – Wüstenrot Stiftung
Die Gäst:innen Roland Gruber, Mitgründer des Forschungsinstituts Rurasmus, und Charlotte vom Kolke, aktuelle Teilnehmerin im Rurasmus-Programm teilen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse rund um die ländliche Entwicklung und Beteiligungsmöglichkeiten. Wir diskutieren, wie Studierende aktiv zur Lösung von Herausforderungen in Gemeinden beitragen können und welche Chancen sich für sie in ländlichen Regionen bieten.
Im Gespräch geht es dabei um vielzählige Themen: dem Brückenschlag zwischen Stadt und Land, aber auch zwischen Wissenschaft und Praxis, sowie der Frage was überhaupt ein gutes Leben und Wohnen auf dem Land ausmacht. Die persönliche Entwicklung der Studierenden ist dabei genauso wichtig, wie sich auf die Menschen vor Ort einzulassen und selbst von der Macher:innen-Mentalität, die dem Land zugeschrieben wird, zu profitieren. Denn direkt vom Auslandssemester in Marseille landet Charlotte vom Kolke in Michalenbach in Oberösterreich und ist begeistert:
„Ich lebe in einem Dorf, wo es einfach viele Macher:innen gibt, oder ganz generell sind Menschen am Land gerne aktiv und das gefällt mir sehr gut, damit kann ich mich absolut identifizieren.“
Sie forscht dort zur Ortsentwicklung und möchte u.a. einen Baukasten für Bürgerbeteiligung in der Bauleitplanung entwickeln. Besonders aufgefallen ist ihr, wie herzlich sie vor Ort aufgenommen wurde, aber auch wie viel mehr Planung es braucht, um sich in den ländlichen Räumen zu bewegen, wenn der Bus nur zweimal am Tag fährt.
Auch Roland Gruber, der selbst in den ländlichen Räumen lebt und zudem Vize-Bürgermeister von Moosburg ist, weiß, dass schon kleine Impulse vor Ort viel bewirken können. Er sieht die europäische Initiative Rurasmus als Möglichkeit, Antworten zu geben für konkrete Fragestellungen, die die Gemeinden umtreiben und oft nicht zu lösen wissen. Überraschend war für ihn, dass Persönlichkeitsentwicklung für Studierende als zentrales Thema auf den Plan trat. Und wenn er sich noch etwas wünschen würde, dann das Programm ähnlich wie das Studierenden-Austauschprogramm Erasmus auf ganz Europa auszuweiten. Das wären dann potenziell 140.000 Kommunen. Und:
„Wenn alle 140.000 europäischen Kommunen parallel jedes Semester junge Menschen in ihren Orten haben und mutige Zukunftsideen kreieren, dann schaffen wir einen richtig starken Entwicklungs-Schub für unsere ländlichen Räume.“
Wenn ihr mehr erfahren möchte, wie Rurasmus die Wahrnehmung des ländlichen Lebens verändert und eine neue Generation von Veränderer:innen fördert, schaltet ein!
Für vertiefende Infos zum Programm und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:
Die Website des Studierenden-Austauschprogramms Rurasmus: https://www.rurasmus.
Das Zukunftsbild Michaelnbach 2035: https://www.michaelnbach.at/Zukunftsbild_Michaelnbach_2035_
Den Publikationsbeitrag der Wüstenrotstiftung zu Leben vor der Stadt. Einfamilienhäuser als Möglichkeitsräume (Download) – Wüstenrot Stiftung