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  4. #51 – Jenseits der üblichen Vorbilder: Was ländliche Mobilität von östlichen Ansätzen lernen kann
In dieser Folge von „LandAussichten“ sprechen wir mit Dr.
Wladimir Sgibnev vom Leibniz-Institut für Länderkunde (Leipzig)
über ländliche Mobilität und die Frage, was Deutschland aus den
Erfahrungen Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens lernen
kann. Denn wenn über gute Mobilität gesprochen wird, fällt der
Blick oft auf die üblichen Vorbilder: etwa die Schweiz oder
Frankreich. Dabei gibt es auch im Osten Europas und darüber
hinaus spannende Lösungen, von denen sich einiges lernen lässt.

Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Zeit nach dem Zusammenbruch
der Sowjetunion. In den 1990er-Jahren mussten sich
Mobilitätssysteme unter völlig neuen Bedingungen organisieren.
Staatliche Finanzierung, Expertise und eingespielte
Versorgungssysteme brachen weg, und plötzlich waren pragmatische
Lösungen gefragt, die den Alltag trotzdem am Laufen hielten.

Ein besonders anschauliches Beispiel sind die Marschrutki: kleine
Minibusse, die vielerorts aus improvisierten Notlösungen
entstanden und sich zu einem festen Bestandteil des Nahverkehrs
entwickelten. Dahinter steckt mehr als eine bestimmte Art von
Fahrzeug: Es geht um Selbstorganisation, Solidarität und die
Frage, wie Mobilität funktioniert, wenn öffentliche Strukturen an
ihre Grenzen kommen.

Gleichzeitig geht es um die Frage, was wir heute von solchen
Erfahrungen lernen können. Wladimir Sgibnev blickt kritisch auf
eine Mobilitätswende, die sich stark an Digitalisierung,
Automatisierung und großen Zukunftsversprechen orientiert. Denn
manchmal liegt die Lösung näher: ein verlässlicher Takt, ein gut
ausgebautes Busangebot oder die Reaktivierung einer Bahnstrecke
können im ländlichen Raum deutlich mehr bewirken als die nächste
Hightech-Idee.

Der Blick geht deshalb auch auf Beispiele, die in Deutschland
bislang wenig bekannt sind: funktionierende Nebenbahnnetze und
Oberleitungsbusse in Mittel- und Osteuropa ebenso wie
Bürgerbusmodelle in Sachsen. Was diese Ansätze verbindet: Sie
müssen nicht spektakulär sein, sondern vor allem vor Ort
funktionieren und zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen
passen.

Zum Schluss wird es noch einmal grundsätzlicher: Was können wir
aus alltäglichen Nachhaltigkeitspraktiken in postsozialistischen
Regionen lernen? Und warum muss nachhaltiges Leben nicht immer
sichtbar, neu oder besonders innovativ sein? Das Gespräch zeigt,
dass ländliche Mobilität eng mit regionaler Entwicklung,
gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Frage verbunden ist, wie
wir unseren Alltag organisieren.

Für vertiefende Infos:

Post-socialist urban infrastructures: learning from systems
of less
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„#51 – Jenseits der üblichen Vorbilder: Was ländliche Mobilität von östlichen Ansätzen lernen kann“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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