Sphereraum Talk Archiv
64 Episoden
50 Minuten
Wie können wir schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger bauen, ohne dabei architektonische Qualität und lebenswerte Städte aus den Augen zu verlieren? Darüber sprechen wir im SphereRaum Talk mit Bernhard Egert, Head of Timber Construction bei UBM Development. UBM hat sich in den vergangenen Jahren strategisch stärker auf nachhaltige Immobilienentwicklung und den modernen Holzbau ausgerichtet. Doch der Weg zu einer breiteren Anwendung ist anspruchsvoll: Genehmigungsverfahren, fehlende Erfahrung mit modernen Bauweisen, wirtschaftliche Herausforderungen und unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern bremsen die Entwicklung. Bernhard Egert bringt jahrzehntelange Erfahrung im Holzbau mit und kennt die Branche aus unterschiedlichen Perspektiven – vom Bauunternehmen über die Projektentwicklung bis zur strategischen Umsetzung neuer Bauweisen. Im Gespräch erklärt er, warum Holz längst mehr ist als eine nachhaltige Alternative zu Beton, wo die tatsächlichen Herausforderungen liegen und weshalb sich die Bauwirtschaft auch organisatorisch verändern muss. Ein zentrales Thema ist dabei die "Systematisierung des Bauens". Höhere Vorfertigung, automatisierte Prozesse und gebündelte Leistungen können helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen und Projekte effizienter umzusetzen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich industrielle Bauprozesse mit architektonischer Vielfalt, Baukultur und dem Anspruch an lebenswerte Städte verbinden lassen. Wir sprechen außerdem über Brandschutz und verbreitete Vorurteile gegenüber Holzgebäuden, über die Bedeutung von Bildung und Wissenstransfer sowie über politische und regulatorische Rahmenbedingungen. Warum kommen manche Regionen beim Holzbau schneller voran als andere? Was muss sich bei Planung, Genehmigung und Zusammenarbeit ändern? Und wie werden wir im Jahr 2045 bauen? Ein Gespräch über die Chancen des Holzbaus, strukturelle Herausforderungen der Immobilienbranche und die Frage, wie wir die Zukunft des Bauens aktiv gestalten können.
35 Minuten
„Natürlich können wir das!“ Natürlich können wir Gebäude energetisch sanieren. Natürlich können wir unsere Sanierungsquote erhöhen. Natürlich können wir Prozesse einfacher machen. Natürlich können wir nachhaltiger bauen und wirtschaftlich sinnvoll handeln. Die Frage ist nur: Wie schaffen wir es, dass aus dem „Können“ auch ein „Machen“ wird? Genau darüber sprachen wir mit Anne Ehrenberg. Über die neuen BEG-Förderbedingungen und fehlende Planungssicherheit. Über die Frage, warum die energetische Sanierung in Deutschland so langsam vorankommt. Über komplizierte Prozesse, Normen und die vielen Beteiligten, die ein Sanierungsprojekt schnell komplex machen. Spannend war aber auch die persönliche Seite. Anne beschreibt ihren Führungsstil als menschlich und intuitiv. Offenheit, Transparenz und gemeinsames Lernen sind für sie zentrale Werte. Und sie sagt sehr klar, dass auch Führungskräfte zeigen dürfen, wenn eine Situation schwierig ist. Es ging aber auch über Frauen in Führung. Darüber, dass sich zwar einiges verändert hat, Führungspositionen in Architektur und Immobilien aber noch immer häufig männlich besetzt sind. Anne findet: Es braucht Vorbilder. Menschen, die vorangehen und zeigen: Warum können wir das nicht? Vielleicht ist das die Haltung, die wir gerade an vielen Stellen brauchen: Nicht kleinreden, was schwierig ist. Aber auch nicht ständig erklären, warum etwas nicht geht. „Natürlich können wir das!“
48 Minuten
„Smart Buildings bauen wir gar nicht mehr.“ Für Ingo Magon geht es längst nicht mehr darum, ein Gebäude einfach „smart“ zu machen. Entscheidend ist, "was wir mit den Daten eines Gebäudes anfangen können." Und damit sind wir bei einer Frage, die er auch aus seiner Leidenschaft für den Motorsport kennt: Wie bekomme ich mehr Leistung aus einem Motor heraus? Für ihn gilt diese Frage nicht nur für Autos, sondern genauso für Immobilien: - Was können wir besser machen? - Wie können wir Gebäude im Betrieb kontinuierlich optimieren? - Wie können wir vorhandene Daten für alle relevanten Beteiligten verfügbar und nutzbar machen? - Wie erkennen wir Fehlfunktionen, bevor der Mieter sie bemerkt? - Und wie können digitale Werkzeuge dabei helfen, gerade im Bestand mehr aus dem Vorhandenen herauszuholen? „Smart“ ist damit für ihn kein zusätzliches Feature mehr. Es wird zur Grundlage dafür, "Gebäude besser zu verstehen und jedes Jahr ein Stück besser zu machen." Zudem sprachen Natalie Bräuninger und Wiebke Becker mit ihm über Fachkräftemangel, Standardisierung, Wärmepumpen, KI im Gebäudebetrieb, Resilienz und die Frage, welche Rolle der Mensch in einem zunehmend digitalen Gebäudebetrieb spielt.
48 Minuten
Welche Immobilien brauchen wir eigentlich noch? Diese Frage stellt Dr. Bernd Schade, Vorsitzender der Geschäftsführung der OFB Projektentwicklung, im Gespräch mit Natalie Bräuninger und Wiebke Becker – und sie führt mitten hinein in die großen Fragen, vor denen die Immobilienbranche heute steht. Seit fast 30 Jahren ist Schade in der Immobilienwirtschaft unterwegs. Er selbst beschreibt sich als „Troubleshooter“: jemand, der Probleme löst, Projekte voranbringt und dabei immer auch die strategische Perspektive im Blick behält. Andere würden ihn als zielstrebig und ungeduldig beschreiben. Aber auch als jemanden, der viel Vertrauen gibt. Sein Blick auf die Branche ist dabei bemerkenswert pragmatisch. „Viele verkriechen sich hinter Regularien“, sagt er und plädiert dafür, häufiger die Ärmel hochzukrempeln und neue Wege auszuprobieren – etwa beim seriellen Bauen. Gleichzeitig geht es für ihn längst nicht mehr nur darum, *was* wir bauen können. Entscheidend ist die Frage: "Was brauchen Nutzer und Investoren tatsächlich?" Für Schade entscheidet sich die Zukunft der Immobilie im "Wettbewerb des Kapitals". Warum sollte ein Investor in eine Immobilie investieren? Warum sollte ein Unternehmen gerade dieses Gebäude mieten? Und welche Qualitäten werden künftig tatsächlich nachgefragt? Auch Nachhaltigkeit versteht er nicht als Marketingthema. Seine frühe Beschäftigung mit Umweltfragen prägt ihn bis heute – von Kreislaufwirtschaft und Materialwahl bis hin zu energieeffizienten Gebäuden. Ein Gespräch über Immobilien, die Zukunft unserer Städte, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Kapital – und darüber, was einen guten Projektentwickler eigentlich ausmacht.
34 Minuten
„Es ist wichtig, selbstreflektiert zu bleiben.“ Dieser Satz von Sandra Altmann passt eigentlich ziemlich gut zu vielen Themen, über die wir im aktuellen SphereRaum Talk gesprochen haben. - „Wohnen kann man nicht isoliert denken.“ Für Sandra gehören Quartier, Mobilität, Energie, Infrastruktur und soziale Angebote zusammen. Am Ende geht es nicht nur um Wohnqualität, sondern um Lebensqualität. - „Bestands- und Neubauinvestitionen konkurrieren um diesen einen Euro, den wir investieren.“ Neubau oder Bestand? Beides ist notwendig. Gerade für sozial orientierte Wohnungsunternehmen ist das eine enorme Herausforderung: bezahlbare Mieten sichern, den Bestand klimagerecht entwickeln und gleichzeitig neuen Wohnraum schaffen. - „Es geht darum, Haltung zu übernehmen.“ Für Sandra bedeutet das unter anderem, Verantwortung für bezahlbares Wohnen, soziale und ökologische Verträglichkeit sowie Gleichberechtigung zu übernehmen – und diese Haltung auch tatsächlich zu leben. - Und dann ist da noch Female Leadership. Sandra erzählt offen von Situationen, in denen sie trotz ihrer Position als Vorständin für eine Kellnerin, Assistentin oder „Ehefrau von irgendwem“ gehalten wurde. Sie nimmt vieles mit Humor. Gleichzeitig zeigt ihre Geschichte, dass sich bei Rollenbildern noch einiges bewegen darf. Und vielleicht schließt sich damit der Kreis zum ersten Satz: „Es ist wichtig, selbstreflektiert zu bleiben.“ Nicht nur persönlich, sondern auch als Branche.
51 Minuten
Mehr teilen, mehr bekommen. Was wäre, wenn die Zukunft des Wohnens nicht darin liegt, dass jeder immer mehr Raum für sich allein braucht, sondern darin, dass wir wieder mehr teilen? Lea Mishra denkt Wohnen genau so neu. 2019 gründete sie POHA House, heute baut sie mit Zweitbox bereits ihr zweites Unternehmen. Im Gespräch sprechen wir darüber, warum Co-Living weit mehr sein kann als kleine, möblierte Wohnungen, warum Raum für sie ein Produkt ist und was die Immobilienbranche von Tech und anderen Branchen lernen kann. Aber auch um die andere Seite geht es: Wie schafft man mehrere Unternehmen, zwei kleine Kinder und den eigenen Anspruch an sich selbst? Und am Ende kommen wir zu einer vielleicht überraschenden Erkenntnis über KI, Produktivität und Unternehmertum: Mehr Geschwindigkeit bedeutet nicht automatisch mehr Fortschritt. Manchmal braucht eine gute Idee vor allem eines: Ruhe.
1 Stunde 1 Minute
"Die Nachfrage nach Qualität steigt." In der aktuellen Folge von SphereRaum Talk sprechen wir mit Andreas Wißmeier, Geschäftsführer Asset Management bei der Rock Capital Group, über seinen Weg in die Immobilienbranche, prägende Projekte und die Frage, was Immobilien heute zukunftsfähig macht. Vom Schülerjob in einer Wohnungsbaugesellschaft bis zur Verantwortung für komplexe Immobilienportfolios: Andreas Wißmeier zeigt, dass erfolgreiche Karrieren nicht immer geradlinig geplant sind – sondern durch Neugier, Verantwortung und die Bereitschaft entstehen, Chancen zu nutzen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs: die Transformation von Büroimmobilien. Am Beispiel des Projekts HEADS in Aschheim erzählt Andreas, wie aus einer großen Herausforderung eine neue Perspektive entstanden ist. Nach dem Wegfall des ursprünglichen Nutzers wurde das Gebäude neu gedacht – mit dem Ziel, eine Arbeitswelt zu schaffen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Einige zentrale Gedanken aus der Folge: - Im aktuellen Marktumfeld zählen nicht mehr allein Lage und Quadratmeter. Entscheidend sind Immobilien, die Mehrwert bieten, flexibel nutzbar sind und auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen. - New Work braucht mehr als neue Raumkonzepte. Es geht um Begegnung, Kommunikation und darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen gerne arbeiten. - Immobilien müssen langfristig gedacht werden. - Herausforderungen können Innovation auslösen. Mit einer langfristigen Perspektive und dem Mut, neue Wege zu gehen, entstehen Projekte mit nachhaltiger Wirkung. Ein Gespräch über Immobilien als Lebensräume, über Unternehmertum und darüber, warum gute Projekte nicht nur funktionieren, sondern auch eine Geschichte erzählen sollten.
50 Minuten
„Ist das Einfamilienhaus das Problem?“ Mit dieser Frage sind wir in einen der spannendsten Teile meines Gesprächs mit Melanie Kloth von der NRW.BANK eingestiegen. Ihre Antwort war differenziert: Das Einfamilienhaus wird auch künftig seinen Platz haben – für viele Familien bietet es eine hohe Lebensqualität. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob diese Wohnform angesichts von Flächenverbrauch, Infrastrukturkosten, Mobilität und demografischem Wandel noch das Leitbild für die Zukunft sein kann. Genau darüber haben wir gesprochen. Und über viele weitere Themen: - Warum Quartiere wichtiger sind als einzelne Gebäude. - Weshalb Kommunen stärker regional zusammenarbeiten müssen. - Warum Daten und Wissen eine zentrale Grundlage für gute Entscheidungen sind. - Und warum „Wissen zugänglich machen“ ein entscheidender Hebel ist, um Kommunen bei der Entwicklung lebenswerter Städte und Quartiere zu unterstützen.
39 Minuten
Vermögen wird zu Verantwortung. Dieser Gedanke hat unser Gespräch mit Heidi Abraham geprägt. Family Offices agieren oft im Hintergrund und haben doch einen enormen Einfluss auf Wirtschaft, Immobilien und Gesellschaft. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Rendite, sondern um die Frage, welche Werte mit Vermögen verbunden werden. Im SphereRaum Talk sprechen wir darüber, - warum Immobilien für viele Unternehmerfamilien weit mehr als eine Anlageklasse sind, - weshalb Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit bei Investmententscheidungen immer wichtiger werden, - warum die nächste Generation früher eingebunden werden sollte, - und weshalb gutes Investieren immer auch etwas mit Haltung zu tun hat. Besonders hängen geblieben ist ein Satz von Heidi: „In gutem Investieren spiegelt sich Haltung wider.“ Ebenso inspirierend war der persönliche Blick auf ihre Karriere: „Manches findet dich auch.“ Denn nicht jede Laufbahn ist geradlinig – manchmal entstehen die besten Chancen dort, wo man bereit ist, Neues auszuprobieren.
48 Minuten
Im Gespräch mit Felix Grelck ging es nicht um große Worte, sondern um das, was Projektentwicklung im Alltag wirklich ausmacht. Um Verantwortung, welche nicht erst am Ende eines Projekts beginnt, sondern sich durch alle Phasen zieht: Felix hat das anhand einiger Beispiele sehr klar beschrieben: - Mietverträge müssen flexibler werden. - Entscheidungen werden im Team getroffen und nicht entlang einzelner Zuständigkeiten. - Projekte funktionieren nur, wenn Verantwortung aktiv übernommen wird. - Und wenn man bereit ist, die Extrameile zu gehen, wenn es notwendig ist. Das zeigt sich besonders in komplexen Bestands- und Innenstadtprojekten wie dem Trinkhaus Carré oder den UNIQ Towers. Dort geht es nicht nur um Entwicklung, sondern um laufendes Lösen von Problemen. Mit dem Anspruch, jedes Detail im Blick zu behalten und Projekte konsequent weiterzubringen. Bei MOMENI wird das intern als „MOMENI-Familie“ beschrieben: kurze Wege, viel Vertrauen, klare Erwartungen. Und genau daraus entsteht am Ende das, worum es in der Projektentwicklung eigentlich geht: funktionierende Gebäude, die langfristig Bestand haben.
41 Minuten
„Kapital ist nicht kreativ.“ Das sagt René Reif ziemlich früh im Gespräch im Podcast SphereRaum Talk und irgendwie bleibt genau dieser Satz hängen. Weil er vieles erklärt, was danach kommt. Reif erzählt nicht die typische Immobilien- oder Finanzierungsstory. Es geht weniger um Modelle, mehr um Haltung. Und um die Frage, wann man eigentlich aufhört, nur zu beraten und anfängt, selbst zu gestalten. „Aus dem Schatten der Beratung heraustreten“ beschreibt diesen Moment ziemlich gut. Weg vom Erklären, hin zum Machen. Und dann dieser Satz: „Unternehmer ist das Gegenteil von Unterlasser.“ Klingt einfach, ist aber ziemlich treffend, wenn man ihm zuhört. Der CEO der OrT Group geht Gesprächen nicht aus dem Weg. Auch dann nicht, wenn es unbequem wird oder Entscheidungen weh tun. Gerade dort, sagt er, passiert Entwicklung. Zwischendrin wird es persönlicher. „Ich bin ein Glückskind“ sagt er. Aber direkt danach kommt kein Selbstzufriedensein, sondern das Gegenteil: sich fordern, Grenzen verschieben, nicht stehen bleiben. Und vielleicht am ehrlichsten: „Krisen haben mich jedes Mal besser gemacht.“
39 Minuten
"Ich bin meistens sehr klar und direkt." Mit dieser Haltung ist Stefanie Lütteke im neuen SphereRaum Talk zu Gast und gibt einen sehr persönlichen Einblick in Führung, Kommunikation und die aktuellen Herausforderungen der Immobilienbranche. Schon in ihrem Werdegang zeigt sich diese Klarheit: vom Architekturstudium über Stationen in internationalen Studien- und Arbeitsumfeldern bis hin zur bewussten Entscheidung für das Bau- und Immobilienmanagement. Rückblickend sagt sie über diese Entwicklung: „Ich habe gemerkt, dass ich sehr viel besser im Managen als im Entwerfen bin.“ Heute verantwortet sie als Partnerin und Head of NRW bei Drees & Sommer die strategische Entwicklung einer ganzen Region mit fünf Standorten und über 500 Mitarbeitenden. Ihr Anspruch dabei ist eindeutig: nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten. Mit Stringenz, Struktur und einem starken Fokus auf Lösungen. Das Gespräch verbindet persönliche Erfahrungen mit einem Blick auf die großen Fragen der Immobilienwirtschaft: Wie gelingt Transformation im Bestand? Wie verändert sich Führung in großen Organisationen? Und wie schafft man es, trotz Komplexität handlungsfähig zu bleiben? Am Ende steht ein Bild von Führung, das auf auf dem Mut basiert, Dinge direkt anzusprechen: „Man muss die Sachen auf den Tisch legen, dann kann man drüber reden und dann kann man in der Regel auch nur eine gute Lösung für alle Beteiligten finden.“
37 Minuten
Vom Architektur-Praktikum in Köln über ein Brownstone-Projekt in New York bis in die Geschäftsleitung des Düsseldorfer Projektentwicklers die developer: Melike Wirth ist ihren Weg nicht nach Plan gegangen, sondern aus Überzeugung. „Ein Bauherr ließ uns einen Teppich in Neonfarben designen. Da wusste ich: So fremdbestimmt will ich nicht arbeiten.“ Heute entwickelt sie Projekte ganzheitlich, mit einem klaren Blick auf das, was wirklich zählt: Qualität, Haltung und die Frage, wie Gebäude langfristig funktionieren. Im Gespräch wird deutlich, wie sehr sich die Branche verändert hat. Es geht nicht mehr um höher, schneller, weiter, sondern darum, genauer hinzuschauen, abzuwägen und bewusst zu entscheiden. Gerade im Umgang mit Bestand zeigt sich, welches Potenzial bereits vorhanden ist – oft mit Qualitäten, die man sich im Neubau so nicht mehr leisten würde. Auch beim Thema Nachhaltigkeit plädiert sie für einen differenzierten Blick: Gebäude auf jede mögliche Zukunft vorzubereiten, ist nicht automatisch sinnvoll. Manchmal bedeutet Fortschritt auch, bewusst zu reduzieren. Was bleibt, ist der Anspruch, Räume zu schaffen, die Menschen wirklich nutzen und gerne besuchen. „Die Menschen kommen, weil sie das gut finden.“ Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Folge: Gute Projekte entstehen nicht zufällig, sondern durch Haltung, Partnerschaften und die Bereitschaft, Dinge immer wieder neu zu hinterfragen.
46 Minuten
Projektsteuerung ist weit mehr als Kosten, Termine und Kontrolle. In dieser Folge von SphereRaum Talk sprechen Natalie Bräuninger und Wiebke Becker mit Sascha Thran, Geschäftsführer bei WITTE Projektmanagement, über die Rolle der Projektsteuerung in einer Branche, die von wachsender Komplexität, vielfältigen Interessen und hohem Erwartungsdruck geprägt ist. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was muss Projektsteuerung heute leisten? Für Sascha ist die Antwort klar: Es geht darum, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und Projekte in eine gemeinsame Richtung zu führen. „Wir gehen als die Neutralsten in Projekte.“ Dabei wird schnell deutlich, wie sehr dieses Berufsbild von Kommunikation, Haltung und Menschenführung lebt. Projektsteuerer bewegen sich zwischen Bauherrenschaft, Planung und Ausführung – und übernehmen weit mehr als nur eine koordinierende Rolle. „Wir sind alles: Lehrer, Manager, Kindergärtner, Motivator.“ Das Gespräch dreht sich außerdem um Teamkultur, Führung und die Entwicklung des Berufsbilds, aber auch um die Frage, wie man in komplexen Projekten Klarheit behält und Verantwortung trägt. Ein zentrales Prinzip dabei: „Die gute Lösung muss im Vordergrund stehen.“ Ein besonderer Fokus liegt auf der Neuen Staatsoper Hamburg, einem Projekt, das für WITTE eine neue Dimension markiert – und zeigt, wie wichtig Gelassenheit und Erfahrung im Umgang mit großen Aufgaben sind. Ein Gespräch über Zusammenarbeit, Haltung und die Kunst, Projekte auf Augenhöhe zum Erfolg zu führen.
49 Minuten
Seit Januar 2026 ist Simone Moser Geschäftsführerin der LBBW Immobilien-Gruppe – nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Schnittstelle von Finanzwelt und Immobilienwirtschaft. In der neuen Folge von SphereRaum Talk spricht sie über ihren Weg, ihren Wechsel und darüber, wie Führung heute funktioniert, vor allem in einer Branche, die sich gerade neu sortieren muss. Was im Gespräch besonders hängen bleibt, ist ihre Klarheit in Haltung und Führung: „Ich möchte bewusst Entscheidungen tragen.“ „Klare Kommunikation wird oft mit Härte verwechselt.“ „Fachlichkeit ist nicht alles – methodische Kompetenz ist entscheidend.“ Und immer wieder kommt man zurück zu dem, was sie schon früh geprägt hat: ein starkes Streben nach Unabhängigkeit und der Wunsch, Dinge selbst gestalten zu können. Auch ihr Blick auf Karriere ist bemerkenswert pragmatisch: „Mach das, was du gerne machst, gut.“ Und: „Wenn man sich zu enge Grenzen setzt, verpasst man so viel.“ Ein Gespräch über Führung, Entscheidungen und darüber, warum es gerade jetzt nicht reicht zu warten, sondern darum geht, Dinge aktiv nach vorne zu bringen.