Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Arte Alpe Adria | Kultur Momente Archiv

100 Episoden
30 Minuten
„Durch die Zeit“ mit Armin Guerino

Artist Talk anlässlich der Ausstellung in der Alpen Adria Galerie Klagenfurt

Weiße Krallen des Hahns, Magie und Meer, Wüste, Sandsturm, Tornado, strömender Regen, gelbe toxische Wolken: Eine geradezu magische Malerei und Bildsprache, die die Grenzen der gesprochenen Sprache transzendiert. Körper werden punktiert, Landschaften verletzt, und doch in ihrer Kunstschönheit dargestellt. Guerino: „Was ich male ist das, was ich über meine Sprache hinaus denke“ und „Für mich ist die Bildwerdung, die Erzeugung von Bildgegenständen, ein Prozess dessen, der der Wirklichkeit etwas hinzufügt.“ Das künstlerische Werk verweist einerseits auf das Motiv in der realen Welt und beinhaltet anderseits zusätzlich die Prozesshaftigkeit (in) der Darstellung selbst. Ein Motiv in Guerinos Werk ist eben nicht eine simple Abbildung der Realität, sondern es ergänzt diese durch den Prozess der Wahrnehmung in ihrer künstlerischen Interpretation. Und genau um diesen transformativen Schaffensprozess geht es dem Künstler.

Armin Guerino erzählt von verletzten Körpern und Landschaften, seinen Reisen nach Afrika, emotionalen Erinnerungen, kuriosen Anekdoten und kunsthistorische Reflexionen. „Durch die Zeit“ begleitet er uns bei einem sehr persönlichen Rundgang durch sein über 40jähriges Kunstschaffen.

Gestaltung der Sendung und Begleittext: Dagmar Travner
34 Minuten
In der Langen Nacht der Museen 2026 erzählt Maria Nicolini von ihren Erinnerungen an  die Künstlerin Maria Lassnig und die wechselvolle Geschichte des Ateliers in der Klostergasse beim Heiligengeistplatz in Klagenfurt.

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Kapitel:

00:00 „Ich will das Unmögliche“ – Auftakt

01:10 Willkommen im Maria-Lassnig-Atelier

03:25 Hanno Kautz: Das Atelier und seine Geschichte

06:22 Der Guttenbrunner-Akt: Ein Bild sorgt für Aufsehen

07:22 Das Atelier als Treffpunkt der Avantgarde

08:19 Paris, Arnulf Rainer und die abstrakte Malerei

10:25 Der lange Weg zur internationalen Anerkennung

12:21 Maria Nicolini: Erinnerungen an Lassnig und Rainer

15:43 Künstler, Handwerker und Dichter in der Klostergasse

19:19 Körperbewusstsein: Lassnigs künstlerischer Anspruch

20:12 „Ich will das Unmögliche“ – Die Rettung des Ateliers

23:35 Wie ein Zahntechniker den Abriss verhinderte

26:59 Warum Maria Nicolini das Haus kaufte

29:29 Fragen aus dem Publikum: Persönliche Verbindungen

32:25 Das Atelier heute: Veranstaltungen und Newsletter

32:44 Abschied und Einladung ins Atelier
29 Minuten
Feuer, Schüsse, Stille: Kunst zum Leben erwecken

Über die Ausstellung „ABSTRAKT material+struktur“ im MMKK

Mit Nora Leitgeb und Brigitte Kogler sowie einer Wortspende von Manfred Bockelmann zu seiner Malerei der Stille

Was passiert, wenn ein Bild nicht gemalt, sondern angezündet, beschossen oder aufgeschäumt wird? Wenn sich Linien in Landschaften verwandeln und wenn ein Teppich plötzlich nicht aus Wolle, sondern aus schwerem Bleidraht geflochten wird?

Abstrakte Kunst wird oft einmal als spröde und schwer zugänglich empfunden. Doch in der Ausstellung „ABSTRAKT material+struktur“ im Museum Moderner Kunst Kärnten wird Abstraktion zu einer sinnlichen Erfahrung.

Nora Leitgeb und Brigitte Kogler führen uns durch durch eine eindrucksvolle Ausstellung. Wir wandern zu Bernard Aubertins Feuerbild und Cornelius Koligs aufgeschäumten Rahmen über Hayato Mizutanis raumfüllende „Weiße Leere“ bis hin zu stillen Horizonten von Manfred Bockelmann, einem beschossenen Mond von Hans Bischoffshausen, verborgenen Landkarten von Michael Kos und einem Teppich aus Blei von Katharina Heinrich.

Gestaltung des Beitrags: Dagmar Travner.

Anmerkung: Weil unser ausführliches Gespräch so schön/spannend war ;)) handelt es sich hier um einen gestrafften Neuschnitt samt neuer Moderation der letzten beiden Sendungen (Teil 1+ 2 der Ausstellung ABSTRAKT)

 
31 Minuten
Struktur und Material lautet der Schwerpunkt der Ausstellung ABSTRAKT im Museum Moderner Kunst Kärnten, durch die uns Nora Leitgeb und Brigitte Kogler führen. Im Beitrag (Teil 1) von vor zwei Wochen standen skulpturartige Werke im Fokus. Wir betrachteten eine Feuer Intervention von Bernard Aubertin und weitere Werke der ZERO-Avantgarde wie reliefartige Bilder von Hans Bischoffshausen und Otto Piene sowie riesig aufgeschäumte Bilderrahmen von Cornelius Kolig.

In diesem zweiten Teil des Rundgangs durch die Ausstellung ABSTRAKT struktur+material geht es um stille Horizonte, vertikal verborgene Landkarten und einen real beschossenen Mond – zumindest seine Darstellung. Wir beschäftigen uns mit geometrischen Formen und Linien, die – kreisförmig, gewellt, vertikal oder horizontal – angelegt, visuelle Illusionen erschaffen.

Zu Beginn kommt Manfred Bockelmann selbst in einem Interview aus dem Jahr 2025 zu Wort. Er erzählt von den Anfängen seines Kunstschaffens und insbesondere seiner sogenannten „Malerei der Stille“: abstrakten Linien, die horizontal angeordnet die Assoziation von weiten Landschaften und fernen Horizonten heraufbeschwören.

Zurück im MMKK führen uns danach Nora Leitgeb und Brigitte Kogler weiter durch die Ausstellung ABSTRAKT. Wir schauen uns die Werke von Manfred Bockelmann genauer an und widmen uns anschließend u.a. dem beschossenen Mond von Hans Bischoffshausen, einer Landkarten-Installation von Michael Kos, in der die Landkarten selbst verborgen sind, und einem bleischweren Teppich von Katharina Heinrich, die in dieser Arbeit 1000 m Bleidraht verflochten hat.

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Anmerkung: Teil 1 mit dem Titel „Luft, Licht, Feuer“ (ausgestrahlt am 19.8.2026) gibt es hier nachzuhören: https://cba.media/789552
30 Minuten
Eine Kapelle, die fast bis zum Rand gefüllt ist mit einem riesigen weißen Ballon. Und eine Ausstellung mit dem Titel „ABSTRAKT material+struktur“, die mit einer Feuer-Intervention beginnt. Wer hätte gedacht, dass abstrakte Kunst so spannend sein kann?

Im MMKK, dem Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt führen Nora Leitgeb und Brigitte Kogler führen durch eine Ausstellung, deren „Focus“, also Brenn-Punkt, auf Materialität und Struktur liegt. Weiters besuchen wir in der Burgkapelle die Installation „Weiße Leere“ von Hayato Mizutani.

Der zweite Teil unseres Gesprächs folgt im nächsten Beitrag in zwei Wochen.

Gestaltung der Sendung Dagmar Travner
33 Minuten
Artist Talk mit Deborah Sengl

Deborah Sengl ist bekannt für ihre ausdrucksstarken Tier-Mensch Darstellungen: Mischwesen mit dem Körper von – oft realen – Persönlichkeiten und einem passendem Tierkopf. Nun lernen wir mit ihren aktuellen Werkreihen „Lasst Rosen sprechen“ und „Kärnten ganz Innen“ neue Aspekte der Künstlerin kennen. Für ihre Ausstellung zum 30jährigen Jubiläum der Galerie Walker auf Schloss Ebenau hat sie sich in Anspielung auf das Rosental eine ganz besondere Serie mit Rosenköpfen auf den historischen Körpern von Dichtern und Dichterinnen einfallen lassen. Weitere Räume des Schlosses sind der Auseinandersetzung mit Ingeborg Bachmann und anderer berühmter Frauen Kärntens gewidmet  – die in ganz Senglscher Manier als menschliche Hybridwesen mit Tierköpfen dargestellt werden.

Das Werk von Deborah Sengl ist facettenreich und geht weit über simple Fabelwesen oder Allegorien hinaus. Neben den aktuellen, eigens für diese Ausstellung geschaffenen Werken, gibt es auch Arbeiten der sich ergänzenden Serien „Trouble in Paradise“ und „Inside Out“ zu besichtigen. Darüberhinaus gibt es derzeit in Kärnten noch weitere Werke der Künstlerin zu bewundern. Beispielsweise Deborah Sengls Beitrag zur MillstART 2026: Ein realer Schweinskopf auf einem menschlichen Wachskörper, der auf einem Hometrainer radelt. Weiters ist als Dauerleihgabe der Galerie Walker im kärnten.museum der Setzkasten „Minimundus“ mit einer Reihe ungewöhnlicher Klagenfurter „Wahrzeichen“ ausgestellt, der 2018 zum 500jährigen Jubiläum der Stadt Klagenfurt angefertigt wurde.

Deborah Sengls Werk ist geprägt von enormer Vielfalt und tiefgründiger Intellektualität; der Künstlerin gelingt es jedoch, Kunstinteressierte an der Hand zu nehmen und die Arbeiten niederschwellig, auf ganz intuitive Weise erfahrbar zu machen. Das muss man als Künstlerin erst mal schaffen!

Auf Schloss Ebenau im Rosental erwartet uns also eine ganz besondere Schau, durch die uns die Künstlerin selbst führt.

Interview, Begleittext und Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner
31 Minuten
Bereits zum fünften Mal arbeitet Ina Loitzl den ganzen Juli über im Sommeratelier vom „Kunstbahnhof Wörthersee“ in Velden. Hier entsteht ihre neueste Werkreihe „Big Object and small CUTOUTS“. Das Atelier bzw. die Ausstellungsräumen liegen direkt am Hausbahnsteig Velden im alten Bahnhofsgebäude und sind sowohl von Kunstinteressierten als auch von Reisenden niederschwellig besuchbar. Ina Loitzl, eine gebürtige Klagenfurterin, die nun in Wien lebt, genießt diese Kreativ-Zeit an diesem besonderen Ort der zufälligen Begegnungen, wo man der Künstlerin bei der Arbeit zuschauen oder bei einem Workshop mitmachen kann.

Während dieses Sommeraufenthalts entsteht – neben einer neuen sechsteiligen CUTOUT Fenster-Installation am Hausbahnsteig West des Bahnhofs Velden – ein geheimnisvolles großes Objekt in Gelb. Man darf auf die Vernissage am 31.7. gespannt sein, wenn die aktuellen Werke enthüllt werden.

Interview und Gestaltung des Beitrags: Dagmar Travner
30 Minuten
Im zweiten Teil des Ausstellungsrundgangs „das TIER. und wir / animality“ im Rahmen der MillstART 2026 führt uns der Kurartor Michael Kos durch weitere Räume des Stifts Millstatt, wie u.a. den Gewölbekeller, die Waschküche und den Kreuzgang; die historischen Orte sind derzeit bevölkert von allerlei tierischen Gestalten.

Gestaltung des Beitrags: Dagmar Travner

Der erste Teil mit Anette Lang und Michael Kos über die Mottozimmer und über das historische Stift, das derzeit mit zeitgenössischer Kunst bestückt ist, gibt es im Beitrag davor bzw. kann in der Mediathek nachgehört werden: https://cba.media/781608
30 Minuten
das TIER. und wir – MillstART 2026

Rundgang durch die Ausstellung im Stift Millstatt mit Michael Kos und Anette Lang (Teil 1)

Die MillstART 2026 lädt mit dem Titel „das TIER. und wir“ zur Besichtigung ein. Michael Kos, Ausstellungskurator diesjährigen MillstART, und Anette Lang, die Obfrau des Kunstvereins MillstART, führen durch die Ausstellungsräume des Stifts Millstatt.

Interview und Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Der zweite Teil folgt im nächsten Beitrag bzw. kann hier nachgehört werden: https://cba.media/783340
28 Minuten
Christian Ludwig Attersee gibt Einblicke in seine bildwerfende Attersee-Sprache, seine Liebe zur Malerei, die Höhen und Tiefen des Kunstbetriebs und erklärt, warum die künstliche Intelligenz außerstande ist, inspirierende Neuschöpfungen in der Kunst zu produzieren.

„Mit einem Stück Blei und einem Stück Papier kann man täglich die Welt verändern“ – Christian Ludwig Attersee

Attersees Bilder erkennt man auf den ersten Blick, sein Stil entzieht sich jeglicher kunsthistorischer Einordnung, denn er hat sich seinen eigenen unverwechselbaren Stil erschaffen. Der 86jährige Künstler und ehemalige Segelsportler – daher der Name ATTERSEE – hält sich mit Pilates, dem Tragen von Bildern und seinen Reisen körperlich fit; die mentale Fitness ist wohl seinem wachen Geist geschuldet, der tagtäglich in einen Dialog mit seinen Bildern, der Sprache und Musik tritt und nicht stillsteht. Welcher arrivierte Künstler probiert schon aus Neugier KI-Systeme aus, um danach über künstlerische Anwendungen der Künstlichen Intelligenz philosophieren zu können? Attersee ist – wie man es heute ausdrücken würde – ein Mehrfachtalent, also ein Multikünstler, der sowohl in der Musik, Sprach- und Bildenden Kunst gleichermaßen beheimatet ist. Die Titel seiner Gemälde sind in der typischen Attersee-Sprache verfasst und lauten u.a. ‚Servierte Tropfen‘, ‚Fischverliebt‘, ‚Herzhändler‘, ‚Halbmondliebe‘, ‚Dominolauf‘, ‚Gondelheimat‘ und ‚Das Würfelrätsel‘. Für ihn ist es wichtig zu betonen, dass er angewandte Kunst schafft, die also im täglichen Leben der Menschen eine Rolle spielt und die nicht fürs Museum gemacht ist, sondern vielmehr zum Alltag gehört; Attersees Werke sollen in Wohnräumen zur täglichen Auseinandersetzung mit Kunst anregen. Weitere Anwendungen seiner Kunst sind die Gestaltung von Bühnenbildern oder Designs von Weinetiketten und Briefmarken.

Die Ausstellung ‚Servierte Tropfen – Bilddichtungen aus letzter Zeit’ zeigt über 40 neuere Werke, darunter etliche aus diesem Jahr 2026 und ist bis Ende September im Alten Pfarrhof Saak/Nötsch, Galerie Walker, zu sehen.

Interview, Begleittext und Gestaltung des Beitrags: Dagmar Travner
31 Minuten
Augentierchen, Eidechsen, Wüstenblumen

Gespräch mit Alexandra Deutsch zur Ausstellung „Im Fluss“ im Schloss Ebenau im Rosental/Kärnten

„Im Fluss“ lautet der Titel der gemeinsamen Ausstellung von Alexandra Deutsch und Christine de Pauli im Schloss Ebenau/Galerie Walker im Rosental. Alexandra Deutsch, eine Künstlerin aus Wiesbaden, zeigt im weitläufigen Schloss eine Vielzahl dreidimensionaler Wand-Objekte aus geschöpftem Papier sowie zwei exotisch anmutende geknüpfte Wandteppiche. Kräftige Farben und pralle Formen dominieren ihre Werke, die durch wellenartige organische Linien für Veränderung und Energie stehen. In den abstakten Arbeiten gibt es viel zu entdecken: Augentierchen, Eidechsen, Wüstenblumen, terrassenförmige Landschaften und fließende Strömungen. 

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Die Ausstellung „Im Fluss“ zeigt bis 7. Juni 2026 Werke von Alexandra Deutsch und  Christine de Pauli im Schloss Ebenau/Galerie Walker im Rosental. 

Das Gespräch mit Christine de Pauli („Meeresspiegelungen im Fluss“, Beitrag vom 15.4.) gibt es zum Nachhören hier https://cba.media/768769 und überall, wo es Podcasts gibt.
30 Minuten
Meeresspiegelungen im Fluss – Zum 80. Geburtstag der Künstlerin Christine De Pauli

Gespräch mit der Künstlerin zur Ausstellung „Im Fluss“ in Schloss Ebenau/Galerie Walker im Rosental

„Wir müsssen uns das Staunen und die Freude an der Schönheit erhalten“ – Christine de Pauli

Eindrucksvolle, zu staunender Stille einladende Gemälde entführen Kunstinteressierte im Schloss Ebenau (Galerie Walker) im Rosental südlich von Klagenfurt an das Meer. Christine de Pauli zeigt im Rahmen der Ausstellung „Im Fluss“ Werke, die von Gewässern und Musik inspiriert sind. Impressionistisch anmutende Kunstschönheit geprägt von bewegter, schimmender Tonalität in Meeresblau im reflexiven Spiel von Sonnenlicht und Wellen.

Ein Gespräch mit der Künstlerin Christine de Pauli anlässlich ihres 80. Geburtstags.

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Anmerkung:

„Im Fluss“ ist der Titel der Ausstellung im Schloss Ebenau im Rosental mit den Künstlerinnen Christine de Pauli und Alexandra Deutsch anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Galerie Walker. Das Gespräch mit Alexandra Deutsch folgt in der nächsten Sendung  am 20.5. bzw. zum Nachören nach Ausstrahlung hier: https://cba.media/773095

 
29 Minuten
Tabuisierung, Sprachlosigkeit und zeitgemäßes Fasten

Ein Aschermittwoch-Special mit Ina Loitzl

Gespräch mit Ina Loitzl über ihre Fastentuch-Installation „Lingua – sprachlos“ im Klagenfurter Dom, das Projekt „monstramus – wir zeigen“ im MMKK (beides 2023) sowie die Ausstellung „Waste Art – Wertloses wird Kunst“ in der Galerie Freihausgasse Villach (2022).

Im Jahr 2023 zierte ein außergewöhnliches Fastentuch den Klagenfurter Dom. Entworfen hat es die aus Klagenfurt stammende und nun in Wien lebende Ausnahmekünstlerin Ina Loitzl. Loitzls Arbeiten thematisieren Transformation und Ambivalenz, wobei sie die Grenzen gesellschaftlicher Tabubrüche und patriarchaler Wertevorstellungen auslotet. Die Freiheit von Kunst im Spannungsfeld von Religions- und Gesellschaftskritik kann nur durch die Macht des Dialogs bestehen bleiben.

Nachdenklich macht die von Ina Loitzl kuratierte Ausstellung „Waste Art – Wertloses wird Kunst“ aus dem Jahr 2022. Ina Loitzl fungierte hier als Künstlerin und Kuratorin und machte deutlich, dass auch das scheinbar Wertlose Bedeutung erlangen kann.

Gerade in der Fastenzeit bekommt Verzicht, Reduktion, Umwertung eine neue Dimension. Wie beim Fasten hinterfrägt Loitzl in ihrer Ausstellung: Was brauchen wir wirklich? Was kann bestehen? Was hat Wert?

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

 

 
38 Minuten
„Neue Krippen“ im Kunstbahnhof Wörthersee in Velden/Kärnten Barbara Ambrusch-Rapp über eine ungewöhnliche Krippen-Ausstellung

Zu einer ganz speziellen Krippenschau lädt Barbara Ambrusch-Rapp im Kunstbahnhof Wörthersee in Velden am Hausbahnsteig. Wir sprechen über zeitgenössische Interpretationen des Krippenmotivs, sowie die Auseinandersetzung von Kunstkritik, Zensur und Vandalismus. Aber auch und vor allem dreht es sich in der Ausstellung um Hoffnung und die positive Gestaltung unserer Welt und die Zukunft unseres Planeten, trotz aller widrigen Umstände. Es geht also um die ureigenste Bedeutung des lateinischen Adventus, nämlich der Ankunft des Erlösers.

Die Vernissage der Ausstellung „Neue Krippen“ findet am Freitag, den 5. 12. um 19 Uhr, Midissage am 6. und Finissage am 8. Dezember statt.

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Weitere Info zur Ausstellung: https://www.kunstbahnhofwoerthersee.at/event/neue-krippen-in-kaernten-2/
32 Minuten
Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen

Arte Alpe Adria | Kultur Momente trifft den gebürtigen Klagenfurter Künstler Manfred Bockelmann im Alten Pfarrhof Saag in Nötsch, wo er über seinen künstlerischen Werdegang spricht und wie es zu seiner Werkreihe „Zeichnen gegen das Vergessen“ kam.

„Das Blatt ist ein Symbol, dass das Leben weitergeht… Ich muss den Blättern eine Farbe geben, die sie nicht haben, damit Menschen stehen bleiben und sich fragen: Warum hat er das blau gemacht?“ – Manfred Bockelmann.

Nach Erfolgen in der Fotografie widmete sich der Künstler seiner „Malerei der Stille“ – das sind horizonal ausgerichtete, abstrakte Landschaften, die metaphorisch den Horizont transzendieren. Neuere Arbeiten wie „Sterbende Blätter“ zeigen gefallene Herbstblätter in blauer Farbe und weisen auf die Vergänglichkeit des Lebens hin. Nach einer überlebensgroßen Zeichnung von Christine Lavant für eine Lesung dachte sich der Künstler: „Wenn ich ein Foto hab, könnte ich etwas zeichnen, das mehr ist, als das Foto.“ So entdeckte Manfred Bockelmann seinem eigenen Lebensherbst die Portraitzeichnung für sich und begann zu seinem 70. Geburtstag mit der Werkserie „Zeichnen gegen das Vergessen“. Die riesigen Kohlezeichnungen sind berührend und erschreckend zugleich. Die großformatigen Portraits zeigen Kinder und Jugendliche, unmittelbar vor deren Deportation nach Auschwitz, wo sie dem NS-Regime zum Opfer fielen. Die zukünftigen Gräuel sind nicht sichtbar, doch mit dem heutigen Wissen sind diese so unschuldig anmutenden Werke kaum auszuhalten. Mit diesen Arbeiten setzt der Künstler ein Zeichen der Erinnerungskultur und gibt den in Vergessenheit geratenen NS-Opfern Gesicht und Namen zurück.

Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

Eine Auswahl der Werkserie „Zeichnen gegen das Vergessen“ ist bis zum 14. November 2025 im Künstlerhaus Klagenfurt im Rahmen der Ausstellung „Mazeltov! oder Glück gehabt!“ zu sehen.