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Sprachpfade Archiv

53 Episoden
1 Stunde 28 Minuten
In dieser speziellen Spezialfolge haben wir eine Spezialistin als Gästin im digitalen Raum: Lena Völkening ist Sprachwissenschaftlerin an der Uni Oldenburg und hat sich für uns durch den linguistischen Forschungsdschungel geschlagen und wir durften ihr auf Schritt und Tritt folgen.

Sie zeigt trickreich auf, was Gendern in unseren Köpfen macht, und stößt uns dabei beinahe spielerisch auf unsere eigenen internalisierten Stereotype. Es stellt sich dabei heraus, dass Gendern nicht gleich Gendern ist, sondern sich der gewünschte Effekt in unseren Köpfen nur bei manchen Formen einstellt. Lena erklärt uns auch, warum Gendern eigentlich auch gar nicht gendergerecht ist, aber wieso es sich trotzdem lohnen kann.

Eine faktenbasierte Streiftour durch die kognitive Genderlinguistik und die (vorläufige) Antwort auf die Frage: Was sagt die Sprachwissenschaft eigentlich zum Gendern? Direkt von Sprachwissenschaftler*innen zu euch.

Ein Podcast von Anton und Jakob. - https://www.instagram.com/sprachpfade  

Mit Lena Völkening. Danke für deine wunderbare Vorbereitung und das tolle Gespräch!

Lenas Buch ist unten in der Literatur angegeben.

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Von Lena erwähnte Experimente:

Elke Heise (2000): Sind Frauen mitgemeint? Eine empirische Untersuchung zum Verständnis des generischen Maskulinums und seiner Alternativen, in: Sprache und Kognition 19 (1-2), 3–13. 

--> Versuchspersonen sollten Geschichten schreiben und den Protagonist*innen Namen geben.

Lisa Irmen (2007): “What’s in a (Role) Name? Formal and Conceptual Aspects of Comprehending Personal Nouns, in: Journal of Psycholinguistic Research 36 (6), 431–456. 

--> Eye Tracking-Studie mit Satzpaaren.

Andreas Klein (2022): „Wohin mit Epikoina? – Überlegungen zur Grammatik und Pragmatik geschlechtsindefiniter Personenbezeichnungen“, in: Gabriele Diewald & Damaris Nübling (Hgg.), Genus – Sexus – Gender, Berlin & Boston, 135–189. 

--> Mehr männliche Vornamen für Menschen als für Personen.

Karin Kusterle (2011): Die Macht von Sprachformen. Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Genderwahrnehmung, Frankfurt. 

--> Versuchspersonen sollten sich Vornamen für Hilfskräfte, Studierende, Jugendliche usw. ausdenken.

Heiko Motschenbacher (2010): „Female-as-Norm (FAN). A typology of females and feminines”, in: Markus Bieswanger, Heiko Motschenbacher & Susanne Mühleisen (Hgg.), Language in its socio-cultural context, Bern, 35–67. 

--> Als wie „weiblich“ und „männlich“ bewerten Versuchspersonen Neutralformen wie Sträfling, Flüchtling und Bedienung?

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Weitere erwähnte Literatur:

Fabian Bross (2023): „Von biertrinkenden Studierenden, schlafenden Lachenden und gendersensibler Sprache. Zur Interpretation der Gleichzeitigkeit nominalisierter Partizipien“, in: Sprachreport 39 (3), 40-44.

Helga Kotthoff & Damaris Nübling (2024): Genderlinguistik. Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Unter Mitarbeit von Claudia Schmidt. Tübingen. 

George Lakoff & Elisabeth Wehling (2008): Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht, 3. Auflage, Heidelberg.

Luise Pusch (1988): „Die Kätzin, die Rättin und die Feminismaus“, in: Women in German Yearbook 4, 15-16.

Lena Völkening (2022): Gendern. Warum wir die Flexibilität des Sprachsystems nutzen sollten, Münster.

Alle Bücher ausleihbar in deiner nächsten Bibliothek! 

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Gegenüber Themenvorschlägen für die kommenden Ausflüge in die Sprachwissenschaft und Anregungen jeder Art sind wir stets offen. Wir freuen uns auf euer Feedback! Schreibt uns dazu einfach an oder in die DMs: 

anton.sprachpfade@protonmail.com oder jakob.sprachpfade@protonmail.com  

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Titelgrafik und Musik von Elias Kündiger 

https://on.soundcloud.com/ySNQ6 
57 Minuten
In dieser ersten Folge der dritten Staffel werfen wir einen genaueren Blick auf das kyrillische Schriftsystem, seine Geschichte und seinen prägenden Einfluss auf die moderne russische Sprache. Wir sprechen über die historischen Ursprünge des Schriftsystems, seine Entwicklung über die Jahrhunderte und die Rolle, die das Kirchenslawische und die orthodoxe Kirche in diesem Prozess gespielt haben. Außerdem gehen wir der Frage nach, warum andere ostslawische Sprachen auch Elemente des uns bekannten lateinischen Alphabets enthalten.

 

Begleite uns auf eine Reise durch Geschichte, Sprache und Kultur.

 

Ein Podcast von Anton und Jakob. 

 

Instagram: https://www.instagram.com/sprachpfade 

 

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Literatur:

Trunte, Nicolina. 2003. Altkirchenslavisch. 5. Auflage. München: Sagner.

Zybatow, Lew N. 2000. Sprachwandel in der Slavia. Die slavischen Sprachen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang.

Alle Bücher ausleihbar in deiner nächsten Bibliothek! 

 

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weitere Links:

 

Issatschenko, Alexander. 1975. Mythen und Tatsachen über die Entstehung der Russischen Literatursprache. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Zugriff über: http://www.kroraina.com/slav/issatschenko_1975.htm#3 (18.11.2024).

Eine kurze Geschichte der russischen Sprache (Video auf Russisch): https://www.youtube.com/watch?v=vDSn1HWY8J8&t=220s

Übersicht zur Russischen Sprache und zur Rolle des kyrillischen Alphabets: https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Sprache.

Kritische Reflexion zur russischen Sprache: https://www.dekoder.org/de/gnose/ostslawische-sprachen-geschichte-entwicklung.

Übersicht phonologischer Besonderheiten des Russischen: https://research.uni-leipzig.de/agintern/phonetik/Downloads/Russisch.pdf.

 

HINWEIS: Wir haben in dieser Folge Seiten aus der Wikipedia verlinkt. Das bedeutet nicht, dass wir jeder einzelnen Information jedes einzelnen Artikels der Wikipedia trauen. Die hier verlinkten Artikel besitzen aber trotz anführbarer Kritik eine gewisse Qualität und eignen sich deshalb als Ausgangspunkt, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. Falls ihr mit unseren Einschätzungen nicht übereinstimmt, meldet euch gerne. 

Gegenüber Themenvorschlägen für die kommenden Ausflüge in die Sprachwissenschaft und Anregungen jeder Art sind wir stets offen. Wir freuen uns auf euer Feedback! Schreibt uns dazu einfach an oder in die DMs: 

 

anton.sprachpfade@protonmail.com oder jakob.sprachpfade@protonmail.com  

 

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Grafiken und Musik von Elias Kündiger 

https://on.soundcloud.com/ySNQ6
59 Minuten
In unserer neuesten Podcastfolge geht es um die jiddische Sprache. Wir erkunden ihre Ursprünge im mittelalterlichen Heiligen Römischen Reich und tauchen dabei in die jüdische Geschichte Europas ein. Wir erfahren, wie sich das Jiddische im Laufe der Jahrhunderte von dort in Osteuropa ausgebreitet hat. Dabei beleuchten wir die einzigartigen kulturellen und linguistischen Einflüsse, die das Jiddische zu einer der interessantesten Sprachen der Welt machen und warum das Jiddische weder ein deutscher Dialekt noch eine einfach Schwestersprache des Deutschen ist.

Ein Podcast von Anton und Jakob. 

Instagram: https://www.instagram.com/sprachpfade 

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Weiterführende Literatur:  

Marion Aptroot und Roland Gruschka (2010): Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache, München.

Neil G. Jacobs (2005): Yiddish. A linguistic introduction, Cambridge / New York.

Neil G. Jacobs (2012): „What’s the difference between Hebrew and Yiddish?“, in: E.M. Rockerson und Barry Hilton (Hrsg.): The 5-Minute Linguist. Bite-sized Essays on language and Languages, 2. Aufl., Sheffield / Bristol (CT), S. 257-261.

Dov-Ber Kerler (1999): The Origins of Modern Literary Yiddish, Oxford.

Alle Bücher ausleihbar in deiner nächsten Bibliothek! 

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Links:

YIVO (New York): http://www.yivo.org/

Moses-Mendelssohn Zentrum (Potsdam): https://www.mmz-potsdam.de/

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Titelgrafik und Musik von Elias Kündiger 

https://on.soundcloud.com/ySNQ6 
1 Stunde 6 Minuten
Heute geht‘s ums Geld – zumindest in Ansätzen. Denn in der aktuellen Folge „Sprachpfade“ richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Sprache, die aus dem kapitalistischen Denken entstanden ist und dieses Denken tagtäglich stützt. Dabei gehen wir der Frage nach, wie die Sprache des Kapitalismus unsere Wahrnehmung und unsere Entscheidungen beeinflusst.

 

Um sich unserem Ziel anzunähern, betrachten wir das Konzept der Framesemantik genauer. Mit der Framesemantik wollen wir verstehen, wie Begriffe verwendet werden, um wirtschaftliche Narrative zu formen und Machtstrukturen zu festigen. In Anlehnung an das erst kürzlich erschienene Buch „Die Sprache des Kapitalismus“ von Daniel Stähr und Simon Sahner schauen wir uns bestimmte Wörter und Phrasen gezielt an, um das kapitalistische Framing im Detail zu untersuchen.

 

Ein Podcast von Anton und Jakob. 

 

Instagram: https://www.instagram.com/sprachpfade 

 

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Literatur:

 

Das Hauptwerk für diese Podcastfolge: Sahner, Simon & Daniel Stähr (2024): Die Sprache des Kapitalismus. Frankfurt am Main: S. Fischer.

 

zusätzliche Literatur:

 

Wehling, Elisabeth (2016): Politisches Framing: wie eine Nation sich ihr Denken einredet - und daraus Politik macht (Edition Medienpraxis 14). Köln: Herbert von Halem Verlag.

 

wissenschaftliche Literatur:

 

Busse, Dietrich (2012): Frame-Semantik: ein Kompendium. De Gruyter.

Ziem, Alexander (2008): Frames und sprachliches Wissen: kognitive Aspekte der semantischen Kompetenz (Sprache und Wissen, 2). Berlin: de Gruyter.

Ziem, Alexander, Lars Inderelst & Detmer Wulf (Hrsg.) (2021): Frames interdisziplinär: Modelle, Anwendungsfelder, Methoden. De Gruyter.

Ziem, Alexander & Alexander Lasch (2013): Konstruktionsgrammatik: Konzepte und Grundlagen gebrauchsbasierter Ansätze (Germanistische Arbeitshefte 44). Berlin; Boston: De Gruyter.

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weitere Links:

 

Zur Definition des Begriffes „Framing“: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/296348/framing/

 

Zur Rezension des Buches „Die Sprache des Kapitalismus“: https://www.deutschlandfunk.de/simon-sahner-daniel-staehr-die-sprache-des-kapitalismus-dlf-aa894516-100.html

 

Zum Interview der Autoren im „Fluter“: https://www.fluter.de/kapitalismus-sprache-wirtschaft-interview-sahner-staehr

 

Zum FrameNet – dem Framewörterbuch: http://framenet.icsi.berkeley.edu

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Grafiken und Musik von Elias Kündiger 

https://on.soundcloud.com/ySNQ6
60 Minuten
Heute geht es einerseits um das Genus, das sprachliche Geschlecht, das aber natürlich eigentlich gar kein Geschlecht ist. Woher kommt es und warum und wozu haben wir es im Deutschen?

Andererseits geht es um den Sexus, das außersprachliche, realweltliche Geschlecht einer Person oder eines Tieres (egal, ob biologisch, sozial, psychologisch oder juristisch).

Vor allem aber geht es um den Zusammenhang zwischen Genus und Sexus: mit der grammatischen Kategorie Genus kann man nämlich ganz einfach das Geschlecht einer Person oder eines Tieres ausdrücken. Und wir lernen, dass selbst, wenn man zum "falschen" Genus greift, das etwas über das Geschlecht einer Person aussagen kann.

Ein Podcast von Anton und Jakob.

Instagram: https://www.instagram.com/sprachpfade 

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Weiterführende Literatur: 

Greville G. Corbett (1991): Gender, Cambridge.

Charles F. Hockett (1958): A course in Modern Linguistics, New York. (Zitat zur Definition von Genus auf S. 231).

Klaus-Michael Köpcke und David Zubin (1996): „Prinzipien der Genuszuweisung im Deutschen“, in: Deutsch – typologisch, hrsg. v. Ewald Lang und Gisela Zifonun, Berlin/New York, S. 473-491.

Elisabeth Leiss (2005): „Derivation als Grammatikalisierungsbrücke für den Aufbau von Genusdifferenzierungen im Deutschen“, in: Grammatikalisierung im Deutschen, hrsg. v. Torsten Leuschner, Tanja Mortelmans und Sarah De Groodt, Berlin/New York, S. 11-30. (Zitat zum parasitären Sexus auf S. 25).

Damaris Nübling (2020): Genus und Geschlecht. Zum Zusammenhang von grammatischer, biologischer und sozialer Kategorisierung, Mainz/Stuttgart.

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Der World Atlas of Language Structures (kurz: WALS):

Matthew S. Dryer, Matthew und Martin Haspelmath (Hrsg.) (2013): World Atlas of Language Structure Online (v2020.3). Zenodo: https://doi.org/10.5281/zenodo.7385533, URL: https://wals.info/.

Daraus die beiden Karten ("Features"), die Jakob in der Folge erwähnt:

30A: Number of Genders (von Greville G. Corbett)

31A: Sex-based and Non-sex-based Gender Systems (von Greville G. Corbett)

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Grafiken und Musik von Elias Kündiger: https://on.soundcloud.com/ySNQ6
46 Minuten
In dieser Episode Sprachpfade tauchen wir in die faszinierende Welt der Prototypensemantik ein, einem Konzept der Kognitions- und Sprachwissenschaft, das aufzeigt, wie wir Menschen Kategorien bilden und verstehen. Unser besonderer Fokus liegt dabei auf einem ungewöhnlichen Beispiel: dem Pinguin.

 

Obwohl der Pinguin biologisch gesehen ein Vogel ist, entspricht er nicht dem typischen Bild eines Vogels, das viele von uns im Kopf haben. Warum fällt es uns schwer, den Pinguin als prototypischen Vogel zu sehen? Und was sagt uns das über die Art und Weise, wie wir Kategorien in unserem Geist organisieren?

 

Gemeinsam erkunden wir die Grundlagen der Prototypentheorie, diskutieren, wie Prototypen gebildet werden und warum einige Mitglieder einer Kategorie als "besseres" Beispiel wahrgenommen werden als andere. Wir beleuchten, wie diese Theorie in verschiedenen Kulturen angewendet wird und welche Implikationen sie für unser Verständnis von Sprache und Denken hat. Außerdem schauen wir uns die experimentellen Klassiker an, die als empirische Belege für die Prototypentheorie gelten.

 

Ein Podcast von Anton und Jakob. 

 

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Literatur:

 

Busse, Dietrich. 2009. Semantik (UTB Sprachwissenschaft 3280). Paderborn: Fink.

 

Sebastian Löbner. 2015. Semantik. Eine Einführung. Berlin / Boston: de Gruyter.

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Schwarz-Friesel, Monika. 2008. Einführung in die kognitive Linguistik (UTB Sprachwissenschaft 1636). 3., vollst. überarb. und erw. Aufl. Tübingen Basel: Francke.

 

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weitere Links:

 

Lasch, Alexander: https://youtu.be/MFzUw7MRjIY?si=qXdEbQrLwBLSGy4s

Willich, Alexander: https://www.youtube.com/watch?v=fBbSGjkaXEA

 

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Hier der Link zu der erwähnten Masterarbeit und der berühmten Fußnote (Nr. 26): https://www.linguist.de/overberg/sem.html

 

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Grafiken und Musik von Elias Kündiger 

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45 Minuten
Kennt ihr den Unterschied zwischen einer Sprache und einem Dialekt? Die Antwort ist eigentlich ganz kurz. Aber sie hinterlässt, wie so viele andere Antworten, die uns das Leben gibt, mehr Fragezeichen als zuvor. Wir geben in dieser Folge nicht nur die verboten kurze Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Dialekt und Sprache, sondern wir besprechen gleich auch noch mit dazu, warum die Antwort so verflixt kurz ist. Wir hören dazu eines der größten Zitate der Linguistik überhaupt, wie Luxemburg seine eigene Sprache bekam (und das obwohl es keine Marine hat) und warum Sprache sich in einem Kontinuum befindet. Wir hassen es, euch auf die Folter zu spannen, deswegen hört doch einfach schnell rein!

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Literatur:

G. Tucker Childs (2012): „What’s the difference between dialects and languages?”, in: The 5-minute linguist. Bite sized Essays on Language and Languages, herausgegeben von E. M. Rickerson und Barry Hilton, 2. Aufl., Sheffield / Bristol (CT), S. 21-25.

Heinrich Löffler (2003): Dialektologie. Eine Einführung, Tübingen.

Carsten Sinner (2014): Varietätenlinguistik. Eine Einführung, Tübingen.

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Karte: Das kontinentalwestgermanische Dialektkontinuum (dort fälschlicherweise bezeichnet als "Deutsche Dialekte"!)

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Grafiken und Musik von Elias Kündiger 

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48 Minuten
Heute mal Lust auf eine neue Folge Sprachpfade? Denn in der neuesten Folge geht es ja um kleine Wörtchen mit großer Bedeutung für die mündliche Kommunikation – die Modalpartikeln eben!

In dieser Episode schauen wir uns die Feinheiten der deutschen Sprache an und erkunden, wie Modalpartikeln wie 'doch', 'ja', 'mal', 'eben' und viele andere unser tägliches Gespräch beeinflussen und bereichern.

Wir erklären, was Modalpartikeln sind und wie sie verwendet werden, um Nuancen, Emotionen und soziale Hinweise in Gesprächen zu vermitteln. Außerdem beleuchten wir, warum diese kleinen, oft unscheinbaren Wörter so wichtig sind und wie sie das Verständnis und die Dynamik von Unterhaltungen prägen.

Folge dem Link zur neuesten Folge und entdecke die unsichtbaren Helfer der deutschen Sprache, die dich bei der Kommunikation unterstützen werden.

Ein Podcast von Anton und Jakob.

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Literatur:

Ballweg, Joachim. 2009. C14. Modalpartikel. In Ludger Hoffmann (ed.), Handbuch der deutschen Wortarten, 547–554. De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110217087.547.

Jany, Berit. 2022. „Das kann ja jeder sagen“: Neue Einsichten und Ansätze zur Vermittlung der Modalpartikeln im DaF-Unterricht. Linguistische Treffen in Wrocław. Oficyna Wydawnicza ATUT – Wrocławskie Wydawnictwo Oświatowe (21). 101–115. https://doi.org/10.23817/lingtreff.21-6.

Müller, Sonja. 2014. Modalpartikeln (Kurze Einführungen in Die Germanistische Linguistik, Band 17). Universitätsverlag Winter.

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59 Minuten
In unserer neuesten Podcastfolge tauchen wir tief in das faszinierende Universum der Kunstsprachen ein. Kunstsprachen? Ganz genau! Diese von Menschen konstruierten Sprachen sind nicht nur eine Spielerei von Sprachliebhaber*innen oder Fantasy- und Science-Fiction-Fans, sondern tragen oft tiefgründige kulturelle und politische Visionen in sich und erfüllen teilweise ganz praktische Zwecke.

In dieser Folge richten wir unser besonderes Augenmerk auf Esperanto – die wohl erfolgreichste Plansprache der Welt. Erfahre die spannende Geschichte hinter Esperanto: Von der Vision eines idealistischen Doktors über den knapp verpassten Aufstieg zur Weltsprache bis hin zur modernen und lebendigen Sprachgemeinschaft, die heute weltweit existiert.

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Weiterführende Literatur: 

Detlev Blanke (1985): Internationale Plansprachen. Eine Einführung (Sammlung Akademie-Verlag 34), Berlin [ND 2021].

Detlev Blanke & Sabine Fiedler & Humphrey Tonkin (Hg.) (2018): International Planned Languages, New York.

Arika Okrent (2009): In the land of invented languages. A celebration of linguistic creativity, madness, and genius, New York. --> Darin zum Esperanto die Kapitel 8-12.

Mark Rosenfelder (2010): The Language Construction Kit, Chicago. --> Für die, die Lust bekommen haben, selbst eine Sprache zu erfinden und ganz nebenbei einen einfachen und spaßigen Einstieg in die Sprachwissenschaft bekommen möchten.

Ludwik Lejzer Zamenhof als Doktoro Esperanto (1887): Internationale Sprache. Vorrede und vollständiges Lehrbuch, Warschau. --> als Faksimile hier frei zugänglich: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=100078

Ludwik Lejzer Zamenhof (1905): Fundamento de Esperanto, [o.O.]. --> der Kodex des Esperanto, also der Text, der die grundsätzliches Regeln der Sprache festlegt und das erste Wörterbuch liefert; seitdem in zahllosen Sprachen übersetzt und in zahllosen Auflagen erschienen; online hier: https://www.akademio-de-esperanto.org/fundamento/index.html

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Fürs kleine Lesen: 

Arika Okrent & E.M. Rickerson (2012): „Whatever happened to Esperanto?“, in: E.M. Rickerson & Barry Hilton (Hg.): The 5-Minute Linguist. Bite-sized Essays on Language and Languages, 2. Aufl., Sheffield / Bristol (CT). 

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Zum Reinnerden:

Die Verse aus dem Ringgedicht: Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,

ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.

 ‚Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, 

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden’

Der Gruß am Ende in Tolkiens Quenya=Elbisch (mit Audio): Elen síla lúmenn’omentiëlvo

 ‚Ein Stern scheint auf die Stunde unserer Begegnung‘

Die ersten Sätze des Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Esperanto (mit Audio): Ĉiuj homoj estas denaske liberaj kaj egalaj laŭ digno kaj rajtoj. Ili posedas racion kaj konsciencon, kaj devus konduti unu al la alia en spirito de frateco.

 ‚Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.‘

Voynich Manuskript: https://de.wikipedia.org/wiki/Voynich-Manuskript

HINWEIS: Wir haben in dieser Folge Seiten aus der Wikipedia verlinkt. Das bedeutet nicht, dass wir jeder einzelnen Information jedes einzelnen Artikels der Wikipedia trauen. Die hier verlinkten Artikel besitzen aber trotz anführbarer Kritik eine gewisse Qualität und eignen sich deshalb als Ausgangspunkt, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. Falls ihr mit unseren Einschätzungen nicht übereinstimmt, meldet euch gerne. 

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55 Minuten
„Twelve points go to …. Sprachpfade!?”

In dieser Folge nehmen wir die Sprache des Eurovision Song Contests (ESC) unter die Lupe! ️ Dabei besprechen wir, welche Rolle die Sprache eines Beitrages beim ESC spielt und wie die Sprachwahl mit kulturellen und sozialen Botschaften in den Liedern zusammenhängt. Dafür blicken wir zurück auf die Geschichte des ESCs und schauen uns an, wie sich die sprachliche und thematische Vielfalt des Festivals entwickelt hat und welche Rolle die Sprache eines Beitrages für den Sieg beim Grand Prix spielt. So viel können wir aber schon verraten: Die Geheimformel zum Sieg steckt nicht zwingend in der Musik!  

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Hier geht’s zur offiziellen Spotify-Playlist zu der Folge: Spotify 

Weiterführende Literatur:

Barbeau, Emmalee C. 2022. English language dominance in the Eurovision Song Contest: a sociolinguistic analysis. Masterarbeit an der Vytautas Magnus Universität. Zugriff am 21.05.2024 unter: https://hdl.handle.net/20.500.12259/239549.

Johnson, Emily D. 2014. A New Song for a New Motherland: Eurovision and the Rhetoric of Post-Soviet National Identity. The Russian Review 73(1). 24–46. https://doi.org/10.1111/russ.10718.

Motschenbacher, Heiko. 2016. Language, normativity and Europeanisation: discursive evidence from the Eurovision song contest (Postdisciplinary Studies in Discourse). London: Palgrave Macmillan.

Motschenbacher, Heiko. 2016. A Corpus Linguistic Study of the Situatedness of English Pop Song Lyrics. Corpora: Corpus-Based Language Learning, Language Processing and Linguistics. Edinburgh University Press 11(1). 1–28. https://doi.org/10.3366/cor.2016.0083.

Wolther, Irving. 2012. More than just music: the seven dimensions of the Eurovision Song Contest. Popular Music 31(1). 165–171. https://doi.org/10.1017/S0261143011000511.

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Links:

Charpentier, Marc-Antoine "Te Deum", H. 146: https://musopen.org/music/29025-te-deum-h-146/

Hier ein Link zur sprachlichen Analyse der Beiträge aus diesem Jahr: https://www.johnthego.com/2024/03/30/languages-eurovision-song-contest-2024/#:~:text=Which%20countries%20are%20singing%20in,entering%20in%20their%20native%20languages

Außerdem gibt es bei Wikipedia einen guten Überblick über die Sprachen beim ESC: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_languages_in_the_Eurovision_Song_Contest (vor allem die englischsprachige Seite ist informativ).

Besonders wertvoll ist dieser Überblick zur sprachlichen Vielfalt des ESCs: https://eurovisionworld.com/esc/an-exploration-of-language

Zur Geschichte des Wettbewerbs eignen sich folgende Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest

https://www.eurovision.de/geschichte/index.html

https://eurovision.tv/history/origins-of-eurovision

HINWEIS: Wir haben in dieser Folge Seiten aus der Wikipedia verlinkt. Das bedeutet nicht, dass wir jeder einzelnen Information jedes einzelnen Artikels der Wikipedia trauen. Die hier verlinkten Artikel besitzen aber trotz anführbarer Kritik eine gewisse Qualität und eignen sich deshalb als Ausgangspunkt, um sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Falls ihr mit unseren Einschätzungen nicht übereinstimmt, meldet euch gerne.

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Artwork und Musik von Elias Kündiger 

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1 Stunde 1 Minute
Jeden Tag sprechen wir. Aber wie eigentlich? Mit dem Mund, klar. Aber wie genau?

Diese Folge beantwortet diese Frage. Doch zuerst müssen wir uns ein paar Grundsatzfragen stellen:

Woraus besteht gesprochene Sprache eigentlich? Warum gibt es gleich zwei linguistische Teildisziplinen von Sprachlauten? Warum ist ein /r/ im Deutschen nicht gleich ein [r]? und aus wie vielen Lauten besteht das Deutsche eigentlich?

Danach geht es endlich ans Eingemachte: Wir folgen der Luft, die maßgeblich am Sprechen beteiligt ist, von der Lunge bis zu den Lippen und lernen dabei, warum man flüsternd nicht singen kann. Ganz nebenbei werden wir noch zu Mundraumanatom*innen. Außerdem lernen wir endlich den echten Unterschied (eigentlich ja: die echten Unterschiede!) zwischen Konsonanten und Vokalen. Mithilfe eines phonetischen Zaubertricks* kann Jakob am Ende sogar Russisch sprechen und Anton übersetzt.

*Nur eine rhetorische Figur - alles wissenschaftlich hier!

Ein Podcast von Anton und Jakob.

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Weiterführende Literatur:

Felicitas Kleber (2023): Phonetik und Phonologie. Ein Lehr- und Arbeitsbuch, Tübingen. (Daraus das Zitat über die Phonologie)

Klaus J. Kohler (1995): Einführung in die Phonetik des Deutschen, 2. Auflage, Berlin. (Daraus das Zitat über die Phonetik)

Bernd Pompino-Marschall (2009): Einführung in die Phonetik, 3. durchgesehene Auflage, Berlin / New York. (Daraus der russischer IPA-Text von Äsops Fabel "Die Sonne und der Wind")

Fürs kleine Lesen:

Peter Ladefoged (2012): „How are the sounds of language made?“, in: E.M. Rickerson / Barry Hilton (Hg.): The 5-Minute Linguist. Bite-sized Essays on Language and Languages, 2. Auflage, Sheffield / Bristol.

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Links:

Simple UPSID interface der Goethe-Universität Frankfurt (die Seite hat kein gutes Design, aber sie birgt viele interessante Fakten):

http://web.phonetik.uni-frankfurt.de/upsid.html

Dort findet ihr auch das gesamte Phoneminventar des Deutschen. Die UPSID benutzt übrigens nicht das IPA als phonetische Lautschrift.

Das IPA (International Phonetic Alphabet) der IPA (International Phonetic Association) zum freien Download:

https://www.internationalphoneticassociation.org/content/full-ipa-chart

Es gibt außerdem eine sehr gut kuratierte Wikipedia-Seite, die alle IPA-Zeichen listet, erklärt, Beispiele nennt und zu deren eigenen Wikipediaseiten mit weiteren Infos verlinkt (auch mit Audios!):

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen

Außerdem ein Überblick über Klicklaute (mit Audios): https://de.wikipedia.org/wiki/Klick_(Phonetik)

Zuletzt, für einen sehr knappen aber ausführlichen Überlick: https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulation_(Linguistik)

HINWEIS: Wir haben in dieser Folge viele Seiten der Wikipedia verlinkt. Das bedeutet nicht, dass wir jeder einzelnen Information jedes einzelnen Artikels der Wikipedia trauen. Die hier verlinkten Artikel besitzen aber trotz anführbarer Kritik eine gewisse Qualität und eignen sich deshalb als Ausgangspunkt, um sich mit dem Thema zu beschäftigen (für Literatur über Klicks aber bitte lieber die englische Version des Artikels verwenden).

Nicht alle Wikipediaartikel sind so qualitativ! Auch wenn sich ein Blick in die Wikipedia immer lohnt, ist es stets ratsam, Informationen doppelt zu checken. Diesen Doppelcheck können wir (im Rahmen unserer immer nur begrenzten Möglichkeiten) für die angegeben Wikipediaseiten gewährleisten. Wenn ihre vom phonologisch-phonetischen Fach seid und mit unseren Einschätzungen nicht übereinstimmt, meldet euch gerne!

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Gegenüber Themenvorschlägen für die kommenden Ausflüge in die Sprachwissenschaft und Anregungen jeder Art sind wir stets offen. Wir freuen uns auf euer Feedback! Schreibt uns dazu einfach eine Mail oder in die DMs:

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Artwork und Musik von Elias Kündiger 

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56 Minuten
In der ersten Folge der neuen Staffel stürzen wir uns gleich in ein neues Abenteuer!  In dieser Folge klären wir, was das genuin Menschliche an der Kommunikation ist und wie sich diese von der Kommunikation mit Maschinen – der heute so zahlreich erwähnten künstlichen Intelligenz (KI) – unterscheidet. 

Um diese spannende und zugegebenermaßen philosophische Frage zu beantworten, blicken wir in die Sprechakttheorie nach Austin und Searle. Diese besagt, dass wir mit Sprache handeln und mit jeder sprachlichen Äußerung unsere Intentionen verfolgen. Doch wie ist das, wenn wir mit KI chatten oder sprechen? Kann die KI sprachlich Handeln oder ist sie nichts weiteres als ein Replikat #BladeRunner?

Diese Frage und die Gefahren, die mit einem unreflektierten Umgang mit der KI einhergehen können, diskutieren wir in der neuesten Folge #Sprachpfade. Hört rein, um mehr über unseren Sprachgebrauch zu erfahren und spannende Anwendungsfelder der Linguistik kennenzulernen.

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Hier geht's zum Podcast Geschichten aus der Geschichte: https://www.geschichte.fm/

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Wissenschaftliche Literatur

Cole, David. 2023. The Chinese Room Argument. In Edward N. Zalta & Uri Nodelman (eds.), The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Summer 2023. Metaphysics Research Lab, Stanford University. https://plato.stanford.edu/archives/sum2023/entries/chinese-room/. (21. 04. 2024).

Finkbeiner, Rita. 2015. Einführung in die Pragmatik (Einführung Germanistik). Darmstadt: WBG, (Wiss. Buchges.).

Searle, John R. 1980. Minds, brains, and programs. Behavioral and Brain Sciences 3(3). 417–424. https://doi.org/10.1017/S0140525X00005756.

Fürs kleine "Schauen":

Gert Scobel (12.03.2020): „Können Computer denken? Das Chinesische Zimmer", in: Sockel, URL: https://youtu.be/eS1B348jdmc?si=yepZtCewn9znbgyU (15.04.2024).

Zitate aus der Presse:

Roberto Simanowski (03.04.2024): „Wie Sprachassistenten das Denken manipulieren“, in: Deutschlandfunkkultur, URL: (15.04.2024).

Michael Wooldridge (17.05.2023): "ChatGPT is not “true AI.” A computer scientist explains why", in: Big Think, URL: https://bigthink.com/the-future/artificial-general-intelligence-true-ai/ (21.04.2024).

Cal Newport (13.04.2023): "What Kind of Mind Does ChatGPT Have?", in: The New Yorker, URL: https://www.newyorker.com/science/annals-of-artificial-intelligence/what-kind-of-mind-does-chatgpt-have (21.04.2024).

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56 Minuten
In der 10. und letzten Folge unserer ersten Staffel geht es um das Deutsche als Männersprache. Dass das so ist, hat Luise F. Pusch bereits in den 80er Jahren festgestellt und seitdem hat sich zum Glück einiges getan. Aber nicht nur das moderne Deutsche kann als Männersprache verstanden werden, auch die historischen Sprachstufen des Deutschen waren Männersprachen. 

Besonders augenscheinlich wird das daran, wie das Deutsche Frauen bezeichnet und wie sich diese Bezeichnungen im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Worte ändern nämlich über die Zeit nicht nur ihre Form (z.B. entwickelt sich aus *frouwa* unsere *Frau*), sondern auch ihre Bedeutung. Um nicht durcheinanderzukommen, setzt man in der Sprachwissenschaft die Bedeutung eines Wortes in 'einfache Anführungszeichen'. 

Was früher 'Dame' bedeutet hat, ist heute ganz neutral *Frau*. Aus dem Wort, das früher 'Frau' bedeutet hat, wurde *Weib*. Die *Magd* bedeutete früher 'Mädchen', die *Dirne* war mal eine 'Dienerin', davor sogar einfach ein 'Mädchen'.  

Alle diese Worte verschlechtern nach gesellschaftlichen Maßstäben ihre Bedeutung auf irgendeine Art und Weise. Wie kommt es zu diesr sogenannten Pejorisierung bei Frauenbezeichnungen? Und warum verschlechtern sich parallele männliche Bezeichnungen nicht? Der *Mann* bleibt der 'Mann' und der *Herr* der 'Herr'. Die Antwort ist eigentlich keine Überraschung und leider immer noch Realität in unserer und vielen anderen Gesellschaften.

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Wissenschaftliche Literatur

Beate Hennig (1991): „Von adelmüetern und züpfelnunnen. Weibliche Standes- und Berufsbezeichnungen in der mittelhochdeutschen Literatur zur Zeit der Hanse“, in: Barbara Vogel, Ulrike Weckel (Hg.): Frauen in der Ständegesellschaft. Leben und Arbeiten in der Stadt vom späten Mittelalter bis zur Neuzeit, Hamburg, S.117-146.

Rudi Keller (1995): „Sprachwandel, ein Zerrspiegel des Kulturwandels?“, in: Karl-Egon Lönne (Hg.): Kulturwandel im Spiegel des Sprachwandels, Tübingen/Basel, 207–218.

Birgit Kochskämper (1999): ‚Frau‘ und ‚Mann‘ im Althochdeutschen (Germanistische Arbeiten zu Sprache und Kulturgeschichte 37), Frankfurt a.M. u.a.

Werner König, Stephan Elspaß, Robert Möller (2015): dtv-Atlas Deutsche Sprache, 18. durchgesehene und korrigierte Aufl., Grafiken von Hans-Joachim Paul, München. (Schaubilder aus der Folge: S. 22 und S. 112)

Damaris Nübling (2011): „Von der ‚Jungfrau‘ zur ‚Magd‘, vom ‚Mädchen‘ zur ‚Prostituierten‘. Die Pejorisierung der Frauenbezeichnungen als Zerrspiegel der Kultur und als Effekt männlicher Galanterie?“, in: Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte 2.1, S.344-362.

Luise F. Pusch (2023): „Das Deutsche als Männersprache. Diagnose und Therapievorschläge“, in: dieselbe: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik (Edition Suhrkamp Neue Folge 217), 15. Auflage, Frankfurt a.M., S.46-68.

Fürs kleine Lesen:

Kap. „5.1.5 Bedeutungsverschlechterung (Pejorisierung)“ und Kap. „5.4 Erste Fallstudie: Pejorisierung der Frauenbezeichnungen“, aus: Damaris Nübling, Antje Dammel, Janet Duke, Renata Szczepaniak (2017): Historische Sprachwissenschaft des Deutschen, 5. aktualisierte Auflage, Tübingen, S.147-148 und S.163-167.

Zitate aus der Presse:

Ronen Steinke (06.09.2020): „Antisemitismus in der Sprache. Da schwingt was mit“, in: taz online, URL: (27-02-2024).

Der Tagesspiegel (06.03.2023): Interview „Lisa Paus: ‚Wir leben nach wie vor im Patriarchat‘“, Website des BMFSFJ, URL: < https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/reden-und-interviews/lisa-paus-wir-leben-nach-wie-vor-im-patriarchat--222218> (27-02-2024).

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56 Minuten
Die letzten Wochen waren geprägt von den Auswirkungen des geheimen Treffens bei Potsdam, bei dem nicht weniger als die Remigration – also die Aussiedlung nicht-deutscher Bevölkerung besprochen wurde. Neben Rechtsextremisten und Rechtsradikalen waren dabei auch Politiker:innen und gesellschaftliche Vertreter:innen dabei, die die Brisanz des perfiden Treffens nochmals verschärfte. 

Dies galt für uns als ein Anlass, gestützt von euren Themenvorschlägen, uns mit dem Wort „Remigration“ auseinanderzusetzen und uns die Strategien und Merkmale der Sprache der Neuen Rechten anzuschauen. Von dort aus untersuchen wir, wie die Neue Rechte durch gezielte Sprachwahl versucht, ihre Ideologien zu verbreiten und ihre politischen Ziele zu erreichen. Von der bewussten Verwendung bestimmter Begriffe bis hin zur Manipulation von Emotionen durch Sprache – wir decken die vielfältigen Techniken auf, die dabei zum Einsatz kommen.

Dafür schauen wir auch in die Vergangenheit und besprechen, was Philosophen und Wissenschaftler wie Le Bon, Klemperer, Adorno und Habermas mit dem politischen Sprachgebrauch und der Sprache der Rechten zu tun haben. 

Schalte dich ein, um mehr über die Sprache der Neuen Rechten zu erfahren und herauszufinden, wie wir sie durch bewusste Sprachreflexion und -gestaltung kontern können. Begebe dich mit uns auf diesen Spannenden und aktuellen Sprachpfad! 

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Literatur:

Adorno, Theodor Wiesengrund & Volker Weiss. 2019. Aspekte des neuen Rechtsradikalismus: ein Vortrag. Berlin: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen. 2022. Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik. Berlin: Suhrkamp.

Klemperer, Victor & Elke Fröhlich. 2020. LTI: Notizbuch eines Philologen (Reclam Taschenbuch Nr. 20624). [Nachdruck] 2023. Ditzingen: Reclam.

Le Bon, Gustave. 2018. Psychologie der Massen. (Trans.) Rudolf Eisler. 17. Auflage. Hamburg: Nikol Verlag.

Lobin, Henning. 2021. Sprachkampf: wie die Neue Rechte die deutsche Sprache instrumentalisiert. Berlin: Dudenverlag.

Niehr, Thomas. 2021. Politolinguistik – Bestandsaufnahme und Perspektiven. In Heidrun Kämper & Albrecht Plewnia (Hrsg.), Sprache in Politik und Gesellschaft, 1–16. De Gruyter. Zugriff über: https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/10882/file/Niehr_Politolinguistik_2022.pdf.

Rota, Andrea. 2013. Victor Klemperer: LTI (1947). In Handbuch Nachkriegskultur, 304–307. Berlin, Boston: De Gruyter.

Rummel, Marlene. 2017. Brisantes Suffix?: zum Gewicht von “-ling” im Konzept des “Flüchtlings” (Sprache, Literatur, Kommunikation – Geschichte und Gegenwart 10). Gießen: Gießener Elektronische Bibliothek.

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Links:

https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verfassungsschutz-afd-sachsen-rechtsextremistisch-100.html#:~:text=Der%20sächsische%20Verfassungsschutz%20hat%20den,Landesverband%20mit%20einer%20solchen%20Bewertung.

https://www.ndr.de/kultur/buch/Remigration-ist-Unwort-des-Jahres-2023,unwortdesjahres140.html

https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500801/neue-rechte/

https://www.deutschlandfunk.de/alles-fuer-deutschland-thomas-niehr-ueber-die-normalisierung-von-ns-begriffen-dlf-0bbb6eb9-100.html

https://www.deutschlandfunk.de/kommunikationsstrategien-rhetorik-afd-neue-rechte-100.html

https://www.netzwerk-courage.de/wp-content/uploads/2023/05/Handreichung_AchtungszeichenNeueRechte_SAX.pdf

https://www.zeit.de/zett/politik/2017-05/gewalt-beginnt-im-kopf-die-sprache-der-rechten-im-netz

https://www.deutschlandfunk.de/alles-fuer-deutschland-thomas-niehr-ueber-die-normalisierung-von-ns-begriffen-dlf-0bbb6eb9-100.html

https://www.deutschlandfunk.de/kursiv-klassiker-die-sprache-des-dritten-reiches-entlarvt-100.html

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55 Minuten
Die zweite Lautverschiebung trennt das Hochdeutsche vom Niederdeutschen und anderen verwandten Sprachen wie dem Englischen. Unser modernes Standarddeutsch hat deshalb ein paar interessante lautliche Eigenheiten, die sonst in keiner anderen germanischen Sprache auftreten. Der Satz im Titel dieser Folge ist sinnlos, aber er zeigt alle Verschiebungen der zweiten Lautverschiebung vereint. Wenn man ihn auf Englisch übersetzt, treten die Unterschiede zu Tage. 

Doch wann passiert die zweite Lautverschiebung überhaupt? Von wo aus startet sie und wie breitet sie sich aus? Und warum überhaupt entwickelt sich dieser so komplexe Lautwandelprozess? Die kurze Antwort ist: Wir wissen es nicht. Die lange Antwort hört ihr in der Folge. 

Die Germanistik hat in über einem Jahrhundert Forschung viele verschiedene Theorien entwickelt, nicht alle können wir vorstellen. Doch bei manchen konnten wir uns das Lachen schlicht nicht verkneifen. So viel vorab: Die zweite Lautverschiebung hat ihren Ursprung nicht im gesteigerten Lebensgefühl der nach Süden ziehenden German*innen. Wer mehr wissen will, muss reinhören.

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Fürs ganz kurze Lesen:

Stephanie Stricker (1993): Artikel "Lautverschiebung", in: Helmut Glück / Michael Rödel (Hg.): Metzler-Lexikon Sprache, 5. Aufl., Stuttgart, S. 392-393.

Fürs kompakte und präzise Nachlesen:

Wilhelm Braun / Frank Heidermanns (2023): Althochdeutsche Grammatik I. Phonologie und Morphologie (SKGGDA 5.1), 17. Aufl., Berlin / Boston, S. 119-134.

Das Buch aus der Folge:

Friedrich Kluge / Elmar Seebold (2012): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 25. Aufl., Berlin / Boston.

Das Werk, aus dem Jakob zitiert (auch das Zitat von Grimm):

Judith Schwerdt (2000): Die 2. Lautverschiebung. Wege zu ihrer Erforschung, Heidelberg.

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