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Episoden

43 Minuten
Laura Laabs erkundet in diesem komplexen Spielfilm die geschichtlichen Ablagerungen eines Ortes in Mecklenburg, die Spuren der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart führen. Die 1985 in Ost-Berlin geborene Tochter der Autoren Jochen Laabs und Daniela Dahn studierte an der Potsdamer Filmuniversität und anschließend als Meisterschülerin bei dem Regisseur Andreas Kleinert. Inzwischen ist ihr erster Roman erschienen, auch “Adlergestell” verweist auf das wache Geschichtsbewusstsein der vielseitigen Künstlerin, die ein genaues Gespür für die Umbrüche und Widersprüche im Osten Deutschlands hat. Im MDR-Kultur-Café spricht sie mit uns über ihre künstlerische Entwicklung, über das Geschenk und die Last einer prominenten Familie, über die Auseinandersetzungen mit der DDR-Vergangenheit und ihr Geschichtsbild.
38 Minuten
Ich würde mich als sozial aufmerksamen Menschen betrachten“, sagt Anja Schneider im MDR KULTUR Café. Wenn sie die Wahl hätte, in einem Nobelrestaurant oder auf dem Leipziger Hauptbahnhof Menschen zu beobachten, würde sie sich immer für den Bahnhof entscheiden: „Wer steigt da ein und aus? Wer putzt die Züge? Wer arbeitet beim Friseur.“

Anja Schneider, Jahrgang 1977, kommt aus Altenburg. Mit Filmen wie „Tschick“, „Lieber Thomas“ oder „Mit der Faust in die Welt schlagen“ ist sie bekannt geworden.

Als die Mauer fällt, ist Anja Schneider zwölf. Diese Erfahrung der 90-ziger in Altenburg in Thüringen habe sie stark beeinflusst. „Das wirst du niemals rauskriegen aus mir.“ Bis heute fühle sie sich in der Kunstwelt manchmal fremd oder nicht vollständig zugehörig. Obwohl Anja Schneider seit zehn Jahren am Deutschen Theaters in Berlin spielt. Obwohl sie seit Jahren in Kino und Fernsehen etabliert ist.

In „Blendende Aussichten“, in der fünften Staffel der ARD-Hörspielserie, spielt sie wieder die spontane und optimistische Isa. Die Rolle passe nicht zu der Schublade „authentisch Sozialdrama“, wie sie oft im Film besetzt wird. „Ich komme vom Theater, und nichts ist für mich schöner, als die Leute zum Lachen zu bringen.“

Mit Carina Wiese, die Steffi spielt, denkt sie inzwischen auch über eine Verfilmung nach. „Carina und ich wollen das vorantreiben.“ Der Stoff passe so gut in die Gegenwart. „Das ist eine Geschichte über zwei Frauen mittleren Alters, die aus Ostdeutschland kommen.“

Eine Sendung von Carsten Tesch

Redaktion: Gabriele Bischoff
43 Minuten
Reisen sind für die meisten von uns aus Sehnsucht gemacht. Für Felicitas Hoppe sind sie seit Jahrzehnten Arbeit. Darüber nachzudenken, was mit uns geschieht, wenn wir unterwegs sind.Oder warum das Erzählen über Reisen oft genauso wichtig ist wie die Reise selbst. Weshalb gelungene Reisen vom Unvorhergesehenen leben. Und warum nicht zu reisen für sie auch keine Lösung ist. Darüber spricht die Büchner-Preisträgerin im MDR KULTUR Café. Anlass ist ihr aktueller Essay „Reisen“, in dem sie das Unterwegssein nicht als Sammlung schöner Orte versteht, sondern als Rätsel: zwischen Aufbruch und Rückkehr, Zufall und Planung, Erfahrung und Erinnerung.

Felicitas Hoppe ist seit ihrer Frachtschiffreise um die Welt und ihrem preisgekrönten Weltreise Roman „Pigafetta“ als Schriftstellerin eigentlich ständig unterwegs. Zu Arbeitsaufenthalten, Lesungen und Festivals in aller Welt. Sie versteht sich dabei aber nicht als Reiseschriftstellerin, sondern als eine reisende Schriftstellerin. Außerdem geht es in diesem Café um die Schattenseiten des Tourismus, um Fernweh und Heimweh, um Alleinreisen und die Frage, weshalb manche Reise eigentlich erst dann beginnt, wenn sie längst vorbei ist – nämlich in der Erinnerung und in den Geschichten, die wir darüber erzählen.Ein Gespräch über das Unterwegssein, über Literatur und darüber, warum jede Reise die Sicht auf die Welt – und auf uns selbst – verändern kann.

Eine Sendung von Carsten Tesch

Redaktion: Gabriele Bischoff
40 Minuten
"An meine Kindheitsjahre in Moskau kann ich mich so gut wie überhaupt nicht mehr erinnern", sagt Katerina Poladjan. Die preisgekrönte Schriftstellerin kam 1971 als Tochter eines Künstlers und einer Kunsthistorikerin zur Welt. Die Familie verließ die Sowjetunion und kam Ende der 70er Jahre nach Deutschland. "Vielleicht ist mein Schreiben mehr und mehr das Umkreisen dieser großen Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich?" Im MDR KULTUR Café reflektiert Poladjan ihre Lebensgeschichte, denkt nach darüber, was es für sie heißt, sich als Schriftstellerin gesellschaftlich einzubringen, und erzählt vom Leben auf Lesereisen. Eine Stunde voll kluger Sätze und mitreißender Geschichten mit einem Star der deutschen Gegenwartsliteratur. Die Vertonung ihres Romans Goldstrand steht in der kostenfreien App ARD Sounds zum Hören.

Eine Sendung von Ellen Schweda

Redaktion: Gabriele Bischoff
41 Minuten
Selbstregulierung ist ein Begriff aus der Kybernetik. Peggy Mädler erzählt, wie sie die Kybernetik als Variante der Systemtheorie in der Geschichte der DDR entdeckt hat: als einen kurzen Moment nach dem Bau der Mauer, in dem es in akademischen Kreisen möglich schien, dass die Partei etwas von ihrer totalen Kontrolle abgibT: Peggy Mädler, Jahrgang 1975, wurde in Dresden geboren. Zuletzt war sie erfolgreich mit dem Bestseller „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ - gemeinsam mit Annett Gröschner und Wenke Seemann. „In den Begriff Selbstregulierung habe ich mich sofort verliebt“, sagt Peggy Mädler. „Allerdings habe ich ihn anfangs stärker auf die persönlichen Beziehungen der Menschen bezogen als auf die gesellschaftlichen Verhältnisse.“ So sei dieser Begriff zum Prinzip ihres Romans geworden. In „Selbstregulierung des Herzens“ organisiert Peggy Mädler Erinnerungen wie ein empfindliches Netzwerk: Liebe, politische Strukturen, Familiengeschichten und technische Wissenschaft greifen ineinander wie Elemente eines Systems. Über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren bis in die Gegenwart suchen ihre Figuren nach Möglichkeiten und Nischen – in der Liebe, in der Datenverarbeitung und in einer Datschensiedlung nördlich von Berlin.

Der Roman erscheint bei Galliani. 304 Seiten.

Eine Sendung von Carsten Tesch

Redaktion: Gabriele Bischoff
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Über diesen Podcast

Informativ und unterhaltsam zugleich, das ist das MDR KULTUR-Café. In entspannter Atmosphäre erzählen prominente Gäste aus ihrem Leben, gewähren Einblicke in ihre Persönlichkeit und berichten über aktuelle berufliche Projekte.
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