Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

CoronaCast aus Dresden Archiv

110 Episoden
38 Minuten
Was rollt da auf uns zu? Oder sind wir schon mittendrin? Der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk (CDU), spricht in einer Pressekonferenz am Mittwoch von einer "zweiten Pandemie", ausgelöst durch mutierte Varianten des Coronavirus. Zaghafte Überlegungen für weitere Öffnungsschritte dürften sicher andere Umstände voraussetzen. "Ganz so drastisch würde ich es nicht formulieren", sagt der Virologe Alexander Dalpke im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. Dalpke leitet das Institut Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der TU Dresden. Der Virologe bestätigt, dass die sich aktuell gerade in Europa stark verbreitende Mutation B.1.1.1.7., die auch als britische Variante bezeichnet wird, zwar rascher zu verbreiten scheint. "Aber es ist nichts Neues, dass sich Viren verändern und mutierte Formen vorhergehende verdrängen." So sei etwa die Variante, die zu Beginn der Pandemie vor einem Jahr in Italien grassierte, heute nicht mehr da. Die britische Variante sei insofern besonders, als dass sie offenbar eine höhere und länger anhaltende Infektiosität bei angesteckten Personen zur Folge hat. "Die Viren können sich offensichtlich länger im Körper halten." Auch anders als bei lokal auftretenden Varianten, die immer mal vorkommen, sei die Verbreitung der britischen eine klassische Form, die durch das Eintragen von außen begünstigt werde. Dalpke sieht deshalb etwa in den Grenzkontrollen zu Tschechien ein wirksames Mittel zum Verlangsamen der Entwicklung. Das einfachste Mittel zum Schutz bleibe jedoch nach wie vor das Tragen von Masken und das Einhalten von Abständen. Die entscheidende Frage sei dem Virologen zufolge jedoch nicht, welche Variante ansteckender sei, sondern, ob die zur Verfügung stehenden Impfstoffe dagegen wirkten. "Das tun sie, und zwar alle drei in Deutschland zugelassenen." Neben den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna hebt Dalpke in dem Podcast-Gespräch vor allem auch den des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca hervor. "Der ist nämlich besser als sein Ruf und könnte wahrscheinlich sogar eine höhere Wirksamkeit als die momentan beschriebenen rund 70 Prozent erzielen." Wie, das erklärt Dalpke ausführlich im CoronaCast. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
50 Minuten
Maik Riße sucht im September 2019 eine neue Herausforderung. "Corona habe ich damit allerdings nicht gemeint", sagt der 42-Jährige, der jetzt seit einem Jahr nichts anderes mehr als den Krisenmodus kennt. Riße ist Verfahrensbetreuer beim Gesundheitsamt des Landkreises Meißen. Im CoronaCast, dem Podcast zur Pandemie von Sächsische.de, spricht er über seinen Job und gibt Einblicke in die teils komplexen wie komplizierten Abläufe seiner Behörde. Man könnte Riße auch als Systemadministrator bezeichnen, doch seine Tätigkeit allein auf das Technische zu reduzieren, genügt nicht. Denn nebenher schult er auch neues Personal, konferiert mit anderen Ämtern, muss die Gesetze genau kennen und zusammen mit seinen Kollegen oft Überbringer schlechter Nachrichten sein. Denn wenn das Gesundheitsamt anruft, bedeutet das meist Quarantäne. Da sei manchmal auch Fingerspitzengefühl gefragt. Bis vor kurzem hat die Bundeswehr wie in allen 13 Gesundheitsämtern in Sachsen auch in Meißen unterstützt. "Auf diese Jungs und Mädels war zu einhundert Prozent Verlass", bedankt sich Riße bei den Soldaten. Allerdings: "Unsere Soldaten kamen aus Bayern. Wenn sie mit ihrem Dialekt dann auf unseren in Sachsen gestoßen sind, mussten sie schon erstmal den Leuten klarmachen, dass da nicht ‘Verstehen Sie Spaß’ anruft." Doch die Hilfskräfte hätten sich schnell gut eingefügt. Wie auch die abgestellten Kräfte anderer Behörden. Im Meißner Gesundheitsamt ist der Bedarf an Helfern mit Beginn der zweiten Welle im Oktober sprunghaft gestiegen, erinnert sich Riße zurück. Vor Corona hätten im Bereich Infektionsschutz dort vier Personen gearbeitet. "Jetzt im Winter waren es zeitweise über 370." Momentan befinden sich die Infektionszahlen in dem Landkreis wieder auf geringerem Niveau. Nach dem Abzug der Bundeswehr sind es jetzt noch rund 165 Mitarbeiter, die täglich, wie Riße es sagt, an der "Corona-Front" kämpften. Doch im Podcast-Gespräch wird schnell klar: Es gibt nicht nur diese eine Front. Es gebe etliche Baustellen, meint er. "Was auch klar ist, weil weder die Gesundheitsämter noch das Infektionsschutzgesetz auf so eine Pandemie vorbereitet oder ausgelegt waren." Und dennoch erscheint es verwunderlich, dass noch bis Ende 2020 Laborergebnisse von Coronatests mit einer 40 Jahre alten Technik an das Gesundheitsamt übermittelt worden sind: mit dem Faxgerät. "Zum Glück hat sich das geändert. Jetzt übermitteln die Labore ihre Daten elektronisch über die sogenannte Demis-Schnittstelle." Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt müssen jetzt keine Faxe oder PDF-Dateien mehr abtippen. Die Gefahr, dass sich Zahlendreher einschleichen, sei damit verschwunden. Seither würde der Datenabgleich schneller gehen, weil nun ein einheitliches Verfahren die Grundlage sei. "Und jetzt kommen womöglich bald Schnelltests für jedermann. So gut das für den Einzelnen auch ist, so problematisch ist das für die Gesundheitsämter." Riße sieht mit den Schnelltests, deren Einführung zum 1. März vom Corona-Kabinett der Bundesregierung zunächst gebremst ist, den gerade erst errungenen Fortschritt schon wieder obsolet werden. Denn es sei nicht geregelt, in welcher Form Testergebnisse übermittelt werden. "Die einen schicken uns dann eine Excel-Tabelle, die anderen es irgendwie anders. Am Ende tippen wir wieder alles händisch ab." Außerdem sieht Riße noch einen anderen Nachteil: Während die Labore verpflichtet seien, positive Corona-Testergebnisse den Gesundheitsämtern mitzuteilen, gelte diese Verpflichtung für einen häuslichen Schnelltest nicht. Weitere Themen des Podcast-Gesprächs sind: Vergleich der Software-Lösungen SORMAS und Octoware Zuständigkeiten der Ämter und ihre Bindung an Landkreisgrenzen Der nur geringe Anteil der Gesundheitsämter an der Impfstrategie Die Speicherung empfindlicher Gesundheitsdaten im Zuge der Kontaktverfolgung Das Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle Beteiligten saßen weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
36 Minuten
Seit dem vergangenen Wochenende werden die Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol kontrolliert. Die Regionen gelten offiziell als Mutationsgebiete, weil sich dort veränderte, möglicherweise gefährlichere Formen des Coronavirus verbreiten. Bewacht werden die Grenzen von der Bundespolizei. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, erklärt Christian Meinhold von der Bundespolizeidirektion in Pirna, wie die Kontrollen ablaufen und was man im Grenzverkehr jetzt beachten muss. Die gute Nachricht vielleicht zuerst: Kontrollen bedeuten nicht, dass die Grenzen ganz geschlossen sind. "Aber es müssen schon die geforderten Einreisegründe vorliegen und bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit man problemlos rein fahren darf", sagt Meinhold. Und dazu zählen nicht das Tanken oder Einkaufen im Nachbarland. Einreisen können Berufspendler aus Tschechien ohne Quarantänepflicht nur, wenn sie in einem dieser Bereiche arbeiten: - Wasser, Abwasser und Energie - Abfallwirtschaft - Transport- und Verkehrsgewerbe - Apotheken und Pharmaindustrie - Bestattungswesen - Ernährungswirtschaft, also bei Betrieben zur dringenden Versorgung von Tieren - Informationstechnik und Telekommunikation Medizineinrichtungen und Laboren, also etwa Ärzte, Kranken- und Altenpfleger Für alle, die einreisen wollen, gelte zudem: "Sie müssen einen negativen, aktuellen Coronatest vorlegen und eine digitale Einreiseerlaubnis haben." Zwar könne beides auch beispielsweise am Grenzübergang an der A17 in Breitenau nachgeholt werden, jedoch bewege man sich da schon im Bereich einer Ordnungswidrigkeit. Die Dokumente müssen schließlich vorher vorliegen. Und wie laufen die Kontrollen ab? "Feste Anlagen gibt es nicht mehr in Europa, deshalb nutzen wir für die Überprüfung beispielsweise grenznahe Parkplätze." Dort wurden vergangene Woche binnen weniger Tage nach dem Beschluss des Bundesinnenministeriums zu der neuen Grenzregelung provisorische Kontrollstellen errichtet. Unterstützung beim Aufstellen von Containern, in denen etwa Coronatests gemacht werden, gab es von Hilfsorganisationen wie dem THW. "Die haben für solche Einsätze die Ausrüstung oft schnell verfügbar", so Meinhold, der sich über die kurzfristige Anordnung nicht beschweren will. "Das gehört zur Polizeiarbeit, dass man schnell auf Lagen reagieren muss." Dass es gerade am Anfang zu den langen Staus auf tschechischer Seite gekommen ist, dürfte jedoch eine Folge der nur mir geringem Vorlauf getroffenen Maßnahme gewesen sein. Hinzu kamen Witterungsbedingungen, die ohnehin den Verkehrsfluss behindert hätten. Die Situation an der Grenze sei daher zu Wochenbeginn nicht optimal gewesen. "Und wer Breitenau kennt, der weiß, dass es da nur zwei Jahreszeiten gibt: Winter und strengen Winter", so Meinhold scherzhaft. Gleichwohl betont er, habe sich die Lage rasch wieder entspannt und man habe auch bei Kontrollen die Abläufe noch optimieren können. Demnach stünden nicht etwa Lastwagen im Fokus, sondern der Individualverkehr. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei gewerblichen Fahrten, also überall, wo Geld dranhängt, in der Regel die Dokumente stimmen." Lastwagen würden deshalb nur stichprobenartig kontrolliert, einreisende Pkw jedoch vollständig. Bis Donnerstagabend kamen nach fünf Tagen Kontrolle allein an der sächsisch-tschechischen Grenze mehr als 20.000 Kontrollen zusammen. "Bei rund 5.000 Fällen mussten wir die Einreisen verweigern", so Meinhold. Und wie lange wird noch an der Grenze kontrolliert? Diese Entscheidung wird wohl Anfang kommender Woche fallen. Ursprünglich sollte die Maßnahme bis zum 23. Februar gelten. Bei einem Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Pirnaer Bundespolizei am Donnerstag meinte dieser, dass eine Verlängerung der Kontrollen in Anbetracht der Mutations-Lage in Tschechien "wahrscheinlich" sei. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Pe
1 Stunde 15 Minuten
Die Schulstudie der TU Dresden wird vom sächsischen Kultusministerium gern zitiert, um Schulen in der Pandemie als überwiegend sichere Orte zu bezeichnen. Denn die wissenschaftliche Untersuchung ist vergangenes Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder nicht erheblich zur Verbreitung des Coronavirus beitragen würden. "Aus unserer Stichprobe aus rund 1.500 Schülern und 500 Lehrern an 13 Schulen in Sachsen konnten wir das damals entsprechend ableiten", betont Professor Reinhard Berner im CoronaCast von Sächsische.de. Berner ist Kinderarzt und Leiter der Studie. Zudem führt er die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dresdner Universitätsklinikum. In dem Podcast stellt er sich inhaltlicher Kritik an der Studie und einem Vorwurf, den der zweite Gast der Gesprächsrunde, Dr. Hagen Schölzel, so formuliert: "Das Kultusministerium nutzt die Studie, um ein Narrativ zu konstruieren, das nach wie vor glaubhaft machen soll, dass Schulen vergleichsweise sicher sind." Schölzel ist Politik- und Kommunikationswissenschaftler der Universität Jena und befasst sich momentan insbesondere mit der sächsischen Schulpolitik. Die beiden Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche diskutieren in dem Podcast-Gespräch über die Frage, inwiefern die Staatsregierung, die die Studie finanziert, diese beeinflusst oder zumindest in der Kommunikation mit der Bevölkerung für politische Ziele benutzt. Einen Beleg dafür sieht Schölzel etwa in den Veröffentlichungsterminen der Studienergebnisse und auf welche Weise das passierte. "Nämlich immer jeweils kurz vor wichtigen Ministerrunden oder Entscheidungen zur Schulpolitik." Zudem merkt Schölzel an, dass etwa im Juli, als die Ergebnisse der ersten Phase der Studie präsentiert wurden, erst einige Tage nach einer öffentlichkeitswirksamen Pressekonferenz der wissenschaftliche Bericht vorgestellt wurde. Schölzel wirft der Regierung vor, so eine wissenschaftliche Diskussion über die Studie behindert zu haben. Denn mit der Pressekonferenz sei "die Erzählung, dass Kinder Corona bremsen würden", schon in der Welt gewesen. In der Diskussion verteidigt Berner die Studie der TU Dresden und auch die Ergebnisse. "Allerdings ist das, was wir da gemacht haben, auch nur ein Blick in die Vergangenheit gewesen. Das ist bei Antikörpertests immer so", betont er. Zudem wurden die Tests mit den teilnehmenden Schülern und Lehrern bisher jeweils nach Phasen niedrigen Infektionsgeschehens in Sachsen durchgeführt. Das gewonnene Bild der Studie könnte sich in der dritten Phase nun ändern. "Ich bin mir sicher, dass wir jetzt bei mehr Kindern und Lehrern durchgemachte Infektionen feststellen können." Sachsen war im November und Dezember schließlich lange Zeit das am stärksten von Corona betroffene Bundesland. Für die dritte Phase der Studie sollten eigentlich schon vor Weihnachten alle Proben genommen werden. "Wegen des Lockdowns hat sich das jetzt allerdings verzögert", erklärt Berner. "Unmittelbar nach Wiederöffnung der Schulen soll das fortgesetzt werden". Inwiefern die weiteren Ergebnisse die Entscheidungen der sächsischen Regierung beeinflussen, vermag Berner nicht abzuschätzen. Dass die Studie im vergangenen Sommer weltweite Beachtung gefunden hat, ist für Berner rückblickend nicht immer angenehm gewesen. Denn sogar der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte sich darauf bezogen, um Kinder als grundimmun gegen Corona zu bezeichnen. "Vor diesem Hintergrund würde ich heute Kinder nicht mehr als Bremsklötze für Corona-Infektionen bezeichnen", so Berner. Die gesamte Diskussion zwischen den Wissenschaftlern Reinhard Berner und Hagen Schölzel können Sie sich in dieser Folge CoronaCast anhören. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
29 Minuten
Die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus gehen deutschlandweit zurück, auch in Sachsen. "Für unseren Bereich kann ich einen Rückgang der Fälle jedoch noch nicht beobachten. Ich hoffe aber, dass die Entwicklung sich bald bemerkbar macht", sagt Gerold Münster. Der Geschäftsführer des Krematoriums in Döbeln spricht im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, über die momentan äußerst angespannte Situation in seiner Branche. Der 47-Jährige blickt auf nun inzwischen mehr als zwei Monate anhaltend hohen Arbeitsdruck für sich und seine Mitarbeiter zurück. Im Oktober vergangenen Jahres hätte man eine stetig wachsende Zahl an Sterbefällen bemerkt. Sukzessive seien dann täglich immer mehr Särge im Krematorium angekommen. "Rund um Weihnachten war dann der Höhepunkt erreicht." Um die momentane Lage zu beschreiben, zieht Münster Vergleichszahlen heran. "Im Dezember 2020 hatten wir in Döbeln rund 50 Prozent mehr Einäscherungen als durchschnittlich in diesem Monat in den vergangenen fünf Jahren." Die Anlage sei deshalb fast durchgehend in Betrieb, die Mitarbeiter jeden Tag da, auch an Feiertagen und Wochenenden. "Und trotzdem ist es an manchen Tagen so, dass wir abends mehr Särge auf dem Gelände haben als noch am Morgen." Von den Betreibern anderer sächsischer Krematorien weiß Münster, dass die Lage dort vergleichbar ist. "Eine Entspannung ist bei allen noch nicht zu spüren." Für Münster haben die Sterbezahlen, die im Zusammenhang mit der Corona-Lage derzeit noch anhaltend hoch sind, logistische Herausforderungen zur Folge. Etwa doppelt so viele Särge wie eigentlich in der Anlage angenommen werden können, lagern derzeit auf dem Gelände. "Jenseits unserer regulären Kapazitäten müssen wir auf ungekühlte Räume ausweichen. Deshalb dient jetzt unsere Trauerhalle als Lager." Das sei aber nur aufgrund der momentan niedrigen Außentemperaturen möglich. Außerdem parkt auf dem Gelände ein Sattelauflieger mit großem Kühlaggregat. "Den hatten wir im Dezember vorsorglich angeschafft, inzwischen ist er im Dauerbetrieb." Anders als die Trauerhalle könne der große Lkw-Anhänger auch noch bei höheren Außentemperaturen genutzt werden. Für Münster ist klar: "Das Team hat meinen größten Respekt. Seit Wochen stellt sich jeder ohne zu murren dieser momentanen Aufgabe." Die Arbeit in einem Krematorium ist nämlich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich anstrengend. Zudem würde mit einem Rückgang der Sterbezahlen auch das allgemeine Interesse wieder nachlassen. "Denn wir wollen nicht so sehr in die Öffentlichkeit. Uns genügt eigentlich die stille Anerkennung für unsere Arbeit." Außerdem erläutert Gerold Münster in dem Podcast-Gespräch, ob sich Einäscherungen von Corona-Toten von gewöhnlichen unterscheiden, welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen seine Mitarbeiter treffen müssen, und er gibt Einblicke in die Arbeitsweisen und Abläufe seiner Branche. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
1 Stunde
Dresden. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz verteidigt die Entscheidung des Freistaates, dass seit Anfang dieser Woche Schüler von Abschlussklassen wieder im Präsenzunterricht sind. "Nur so können wir gute und faire Abschlüsse anbieten", sagt der CDU-Politiker im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. Das Schuljahr ohne Prüfungen zu beenden, sei für ihn keine sinnvolle Option. Es würden Nachteile entstehen, weil die Abschlüsse nicht mit denen anderer Jahrgänge vergleichbar wären. Piwarz sieht beim Vorgehen mit den Abschlussklassen Sachsen außerdem auf einer Linie mit den anderen Bundesländern. "Dort wird teilweise überlegt, schon Anfang Februar wieder mit Grundschulen in den Wechselunterricht zu gehen." Dies sei im Freistaat frühestens am 8. Februar geplant, werde sich aber wahrscheinlich auf den 15. Februar verschieben. Bis dahin soll die von der Regierung noch zu beschließende neue Corona-Verordnung gelten, die eine Verlängerung der Schutzmaßnahmen vorsieht. Damit ist es auch höchstwahrscheinlich so, dass durch die Verschiebung und Teilung der Winterferien mindestens die Woche vom 8. bis 14. Februar für die meisten Schüler in häuslicher Lernzeit stattfinden wird. Dies werde laut Piwarz auch von dem dann vorherrschenden Infektionsgeschehen abhängen. "Im Kabinett hatten wir auch überlegt, die Ferienregelung wieder umzudrehen, uns aber dagegen entschieden." Damit könnten Eltern nun auch sicherer planen, so der Minister. Zudem sei es für die Schüler der Abschlussklassen auch wichtig, dass sie bis zu den ersten Prüfungen mindestens sechs Wochen am Stück Vorbereitungszeit bekommen. In dem 61 minütigen Podcast-Gespräch nimmt der Kultusminister noch zu einigen weiteren Themen ausführlich Stellung. Unter anderem geht es um: - die Digitalisierung von Schulen und des Schulalltags, - die LernSax-Pannen, die Folgen und einen großen abgewehrten DDoS-Angriff, - die Fortbildung des Lehrpersonals für digitale Angebote, - die weitere Corona-Teststrategie an Schulen und Kitas, - und die weiteren Pläne für Kindertagesstätten Das Podcast-Gespräch wurde in einem Konferenzraum im Kultusministerium in Dresden aufgezeichnet. Es sprechen Andrea Schawe und Fabian Deicke von Sächsische.de mit Sachsens Kultusminister Christian Piwarz. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen mit ausreichend Abstand zueinander getrennt.
45 Minuten
Die Ausfälle bei der sächsischen Lernplattform Lernsax haben bei Lehrern, Schülern und Eltern während des Lockdowns für reichlich Frust gesorgt. Denn die Software ist vor allem während der Corona-Pandemie zu einem wichtigen Kommunikationsmittel geworden. LernSax ermöglicht den Informationenaustausch zwischen Schülern und Lehrern, hilft beim Fernunterricht und dem Bereitstellen von Lernstoff. Doch es würde der Plattform nicht gerecht werden, sie nach den tageweisen Totalausfällen infolge von DDoS-Attacken oder Serverproblemen jetzt als unbrauchbar abzustempeln. So empfindet es Eberhard Müller, Lehrer an der Schkola Oberland in Ebersbach-Neugersdorf, einer freien Schule mit Gymnasium, Grund- und Mittelschule. "LernSax ist die Plattform auf die ich meine gesamte Arbeit verlagert habe", sagt der Lehrer im CoronaCast von Sächsische.de. Die Entscheidung hat er nicht erst mit dem Beginn der Pandemie getroffen, sondern schon vor reichlich zweieinhalb Jahren. "Denn in LernSax finde ich alles vor, was ich für den Unterricht und den Austausch mit meinen Schülern benötige." In dem Podcast-Gespräch räumt Müller zwar ein, dass technische Störungen immer bedauerlich seien, aber bei LernSax eigentlich nicht die Regel sind. "Die Probleme, die jetzt während Corona zutage kommen, haben mit der Plattform wenig zu tun. Dass es im Fernunterricht hakt, liegt oft an mangelhafter Infrastruktur." Damit meint Müller, die vor allem in ländlichen Regionen teils defizitäre Verfügbarkeit von schnellem Internet. In Müllers Gegend, dem Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, fällt das besonders auf - und führt auch zu Verärgerung. "Wenn ich von mir zu Hause nur ein, zwei Kilometer rüber nach Tschechien in den Wald gehe, habe ich 4G-Netz." Den Eindruck, dass man im Nachbarland bei ähnlich ländlicher Lage besser an schnelles Internet angeschlossen sei, hätten viele. "Da muss sich dringend etwas ändern." Einen zweiten Grund für den teils nur bedingten Erfolg des digitalen Lernens sieht Müller auch in der Qualifikation seiner Berufskollegen. "Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber es wurde uns Lehrern nicht wirklich gezeigt, welche Möglichkeiten LernSax bietet." Wer es nicht freiwillig erkundet habe oder wessen Schule keine Fortbildung dazu gemacht habe, dem fehlten jetzt die Kompetenzen. "Ich sage immer, wenn ein Klempner nicht nach vorgeschriebenen Standards arbeitet, entzieht man ihm die Lizenz." Das sei zwar überspitzt formuliert, aber man solle sich einmal vorstellen, wenn das auf die Lehrerschaft zutreffe. "Es müsste also eine zentral organisierte Weiterbildung geben", damit Digitalisierung und Schule zusammen finden, regt Müller an. Müller selbst ist 64 Jahre alt. Er unterrichtet Mathematik, Physik und seit einigen Jahren auch Informatik. Seit 1979 arbeitet er in seinem Beruf und hofft jetzt, knapp anderthalb Jahre bevor er in Rente geht, dass die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie dazu führen, dass die Schule digitaler wird. Außerdem geht es in dem Podcast auch um die Rolle der Eltern während der Heim-Unterrichtszeit, wie Schüler aus benachteiligten Verhältnissen die nötige Technik erhalten können und wie LernSax überhaupt entstanden ist. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
38 Minuten
Eigentlich würde sie jetzt schon im Impfzentrum in Büdingen in der Nähe ihres Wohnortes im hessischen Wetteraukreis Menschen gegen das Coronavirus impfen. Doch es kommt zunächst anders. „Geimpft bin jetzt erstmal nur ich selbst“, sagt Ulrike Koock im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. Die Landärztin hat sich im November freiwillig für den Einsatz gemeldet, der nun nicht wie geplant beginnt, weil auch in ihrem Bundesland nicht genug Impfstoff für eine flächendeckende Abgabe vorhanden ist. Als Hausärztin wäre sie eigentlich noch gar nicht an der Reihe. Auf der Prioritätenliste steht ihre Berufsgruppe in Kategorie 3 von 4, also ziemlich weit hinten. "Das kann man eigentlich nicht verstehen, weil wir täglich an vorderster Front stehen und potenzielle Erstkontakte mit Infizierten haben." Doch statt darüber zu schimpfen, findet Koock einen anderen Weg, mit diesem Problem umzugehen: einen charmanten, konstruktiven und vor allem öffentlichkeitswirksamen. Ulrike Koock ist nämlich nicht nur eine Hausärztin, die es aufs Land zog, sondern auch Goldene Medizin-Bloggerin des Jahres 2019, Journalistin und auf Twitter für mehr als 38.000 Follower da. Sowohl in ihrem Blog als auch in Sozialen Medien firmiert sie unter dem Namen "Schwesterfraudoktor". Sie schreibt meist über ihre Erfahrungen im Praxisalltag. Seit Beginn der Corona-Pandemie klärt sie zu diesem Thema auf und findet dabei eine Mischung aus Information, Witz und Alltagsdoku. So wie in dem Tweet Ende November, als sie ihre Anmeldung in einem Impfzentrum bekannt macht und dafür mehr als 6.000 Likes bekommt. Sie schreibt: "Ich habe mich gerade als Ärztin für die Impftzentren angemeldet. Ich werde euch alle chippen." Um mal ein neues Wort zu schöpfen: Koock könnte sich auch als "Impfluencerin" bezeichnen. Doch um Ruhm und Ehre im Netz geht es der 40-Jährigen nicht. Sie nutzt die verschiedenen Plattformen neben ihrer Praxis auch als Ort für medizinische Aufklärung. Und aktuell ist der Bedarf daran sehr groß - vor allem beim Thema Impfung. "Da muss man den Menschen Dinge erläutern. Wir reden schließlich bei den RNA-Impfstoffen über eine neue Technologie." In den Sozialen Medien wird Koock für ihre Beiträge zum Impfen jedoch auch attackiert. "Da gilt anscheinend bei manchen der Grundsatz: Du hast deine Fakten, ich meine Meinung." Hendrik Berth, Psychologie-Professor an der TU Dresden, bestätigt in dem Podcast Koocks Eindruck. "In der aktuellen Debatte ist es leider so, dass es Menschen gibt, die man auch mit den besten Absichten und Erklärungen nicht mehr erreichen kann", so Berth. Doch der Psychologe schätzt trotz der on- wie offline spürbaren gesellschaftlichen Spannungen die aktuelle Lage eher optimistisch ein. "Es gibt einen wirksamen Impfstoff und wir Menschen haben bewiesen, dass wir es schaffen, uns innerhalb eines Jahres an eine Ausnahmesituation zu gewöhnen." Genauso schnell wie man sich auf die Abstandsregeln, Maßnahmen oder Geisteratmosphäre in Stadien eingestellt habe, werde es auch umgekehrt funktionieren. Außerdem spricht der Psychologe im CoronaCast über die gesellschaftlichen Folgen der Coronakrise und wie Menschen mit dem erlittenen Schicksal einer eigenen Ansteckung oder einem schweren bis tödlichen Fall im eigenen Umfeld umgehen können. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
36 Minuten
Die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung für Sachsen ist 33 Seiten lang. Teils detailliert, teils offen formuliert sind darin alle Regeln aufgeführt, die nun mindestens bis zum 10. Januar Bestand haben. Damit ist auch genau dokumentiert, was zu Weihnachten und Silvester gilt. Wie bei allen Maßnahmen bisher setzt die Regierung auch weiterhin auf das Verständnis der Bürger und die Eigenverantwortung. Dennoch gibt es eine Instanz, die das Ganze kontrolliert: die Polizei. In der neuen Folge des CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, geht es mit Jörg Kubiessa genau darum. Der Präsident der Polizeidirektion Dresden erklärt die Regeln und wie seine Kollegen dafür sorgen, dass sie eingehalten werden. "Der Eindruck trügt nicht, wir sind derzeit verstärkt im Einsatz, um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren", sagt Kubiessa angesprochen auf eine sichtbare Polizeipräsenz etwa in der Dresdner Innenstadt. Das spiegelt sich auch in Zahlen wider: Im Zuständigkeitsbereich seiner Polizeidirektion, zu der neben der Stadt Dresden auch die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen zählen, wurden zwischen dem 30. November und 14. Dezember insgesamt 1.500 mündliche Verwarnungen ausgesprochen. "Meistens bei Verstößen gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung." Hinzu kämen noch rund 1.000 verhängte Ordnungstrafen wegen verschiedener Vergehen. Die wohl drängendste Frage, die die Menschen in Sachsen derzeit in Sachen Polizeitätigkeit beschäftigt, ist die nach Kontrollen zu Weihnachten. "Wir werden nicht mit den Leuten zusammen in den Wohnzimmern feiern", versichert Kubiessa. Jedoch sei es genauso, wie in jedem anderen Jahr auch, dass die "Beamten auch Häuser und Wohnungen aufsuchen, wenn sie gerufen werden". Heißt: Wer sich nicht corona-konform verhält und angezeigt wird, muss mit einer Blaulicht-Bescherung rechnen. Das Gleiche gilt im Grundsatz auch für Silvester, wenngleich da noch einmal andere Besuchsregeln gelten als an den Feiertagen. Außerdem spricht Kubiessa im CoronaCast über die besonderen Herausforderungen bei zurückliegenden "Querdenken"-Demonstrationen in Dresden, die Belastungen für Polzisten bei Einsätzen unter erhöhtem Infektionsrisiko und welche Maßnahmen zum Schutz der sächsischen Impfzentren ergriffen werden. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
35 Minuten
Theoretisch könnte es sofort losgehen mit der Corona-Impfung. "Alle 13 Impfzentren in Sachsen stehen bereit, die Arbeiten an den einzelnen Objekten sind so gut wie abgeschlossen", sagt Rüdiger Unger im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. Unger ist Vorsitzender des DRK-Landesverbandes, der in Sachsen die Zentren betreibt. Betrachtet man die aktuelle Lage im Freistaat dürfte mit dem bevorstehenden Beginn der Impfungen viel Hoffnung verbunden sein. Intensivbetten werden knapp, in Dresden gab es am Mittwoch beispielsweise keine freien mehr. Und in Zittau gibt es Berichte von einer möglichen Triage, die Ärzte in kritischen Situation zu der Entscheidung zwingt, welchem Patienten sie zuerst helfen, weil dieser eventuell bessere Heilungschancen hat als ein anderer. Doch sofort werde eine Massenimpfung nicht starten können, erklärt Unger. Er rechne erst im Januar damit. "Zunächst werden die an die Zentren angeschlossenen mobilen Impfteams die meiste Arbeit haben." Diese sollen etwa in Pflegeheimen ältere Menschen zu erst mit der Zweifach-Impfung versorgen. Der Impfstart für die breite Masse hänge von vielen Faktoren ab. Vor allem aber davon, wie viele Impfdosen wie schnell zur Verfügung stehen. Die erste Lieferung von 25.000 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer soll, wenn es noch wie geplant vor Weihnachten von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen wird, am 27. oder 28. Dezember in Sachsen eintreffen. Danach soll es sukzessive mehr werden. "Und möglicherweise beschleunigt auch ein Zulassung des Stoffs der Firma Moderna Anfang des Jahres den Impfungsprozess", hofft Unger. Der DKR-Vorstand spricht im CoronaCast aber nicht nur über die logistischen Herausforderungen bei den Impfzentren. Es geht auch um sicherheitsrelevante Themen sowie um die zentrale Frage, wie sich Menschen zu den Impfungen anmelden können und wie der Impfprozess abläuft. Darf ich mir mein Impfzentrum aussuchen? Können sich ganze Haushalte zugleich anmelden und kommen? Woher weiß man, welcher Prioritäten-Gruppe man angehört? Und wie viel Zeit vergeht zwischen den Impfterminen? Diese und weitere Fragen beantwortet Rüdiger Unger in dieser Folge CoronaCast. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
41 Minuten
Die vierte Auflage des Ski-Weltcups am Dresdner Elbufer wird trotz Lockdown wie geplant am 19. und 20. Dezember stattfinden. Das bestätigt Organisator René Kindermann im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. "Es handelt sich hier um Spitzensport, damit ist es gesetzlich gedeckt." Kindermann verweist auf andere Sportarten wie etwa Fußball oder Handball, die ihren Spielbetrieb auch trotz schärferer Corona-Regeln weiterhin fortsetzen können. Auch in der neuen Schutzverordnung des Freistaats soll es eine Ausnahmegenehmigung für Profis geben, die mit der Ausübung ihres Sport ihren Lebensunterhalt verdienen. "Damit der Weltcup sicher stattfinden kann, wurde ein aufwendiges Hygienekonzept erarbeitet", erklärt Kindermann. Dieses werde an den Wettkampftagen vom Dresdner Gesundheitsamt überwacht. Zusätzlich werden alle Athleten und Mitarbeiter des Weltcups auf Corona getestet. Die Athleten und ihre Betreuer sollen zudem kaum Kontakt zur Außenwelt haben und würden ihre sogenannte "Blase" von der Anreise am Donnerstag bis zur Abreise am vierten Adventssonntag nicht verlassen. Die Nutzung der 650 Meter langen Wettkampfstrecke für Privatpersonen oder Schulklassen wird in diesem Jahr aus Gründen des Infektionsschutzes nicht möglich sein. Auch der gesamte Bereich um die Strecke ist kleiner dimensioniert, Zuschauerplätze und ein VIP-Areal gibt es nicht. Der am Dresdner Flughafen in einem freien Hangar aus Zisternenwasser produzierte Kunstschnee soll ab Mittwochabend bis Donnerstagvormittag auf an den Elbwiesen verteilt werden. Die Organisatoren verlagern die Pistenarbeit in die Nachtstunden, um durch den Transport des Schnees mit Lastwagen den Verkehr nicht zu behindern. Für die Wettkampfstrecke werde zudem ausschließlich der in Klotzsche hergestellte Schnee genutzt und nicht aus anderen Orten bezogen. Im Podcast-Talk spricht Kindermann neben dem organisatorischen Ablauf des Weltcups unter Coronabedingungen, wozu auch die Rückabwicklung für bereits gekaufte Tickets zählt, auch über das Fernbleiben der Top-Nationen Norwegen, Schweden und Finnland. Namen wie Johannes Klaebo oder die Vorjahres-Siegerin Linn Svahn kommen nicht nach Dresden. Kindermann habe dafür zwar wenig Verständnis, sehe darin aber keine Verflachung des Wettbewerbs oder gar eine Abwertung des Events am Dresdner Elbufer. "Es wird auch wieder in aller Welt Bilder aus Dresden zu sehen geben. Sogar mehr als in den vergangenen Jahren". Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
30 Minuten
"Wie geht es dir jetzt?" Er kann die Frage eigentlich schon gar nicht mehr hören. Trotzdem stellen sie ihm alle. Freunde, Verwandte, Kollegen und nun auch Sächsische.de. Joe, 38 Jahre alt, kommt aus Dresden, lebt in Hessen, ist gegen Corona geimpft. Er beantwortet die Frage trotzdem gerne. "Mir geht es bestens, genauso wie vorher. Und mir ging es nicht einen Tag mies nach den Spritzen", sagt er im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. Für Joe, der seinen vollständigen Namen nicht nennen möchte, ist es ein ernstes Thema. Auch wenn er locker bis unterhaltsam über seine Teilnahme an der Studie der deutsch-amerikanischen Pharma-Koalition Biontech/Pfizer spricht, schwingen in seinen Aussagen zwei klare Botschaften mit. Erstens: Die Impfung hat bei ihm wie bei den allermeisten anderen Teilnehmern, die er kennengelernt hat, keine unangenehmen Folgen gehabt. Zweitens: Das Präparat tut offensichtlich das, was es soll. Es wirkt. Mit einem Antikörpertest konnte er für sich nachweisen, dass er nun immun gegen das Coronavirus ist. "In meinem Blut wurde die siebenfache Menge Antikörper nachgewiesen, die nötig wäre, um als immun zu gelten." Damit bestätigt Joe die Impfstoff-Forscher des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer. Die hatten im November mitgeteilt, der von ihnen entwickelte Wirkstoff biete einen bis zu 95-prozentigen Schutz vor Covid-19. Gute Neuigkeiten eigentlich. Dennoch gibt es nach wie vor Vorbehalte und Ängste in der Bevölkerung. Kann ein Impfstoff, der so schnell entwickelt wurde, tatsächlich wirken? Und ist er wirklich verträglich? Joe ist kein Wissenschaftler und berichtet, was er erlebt hat, als er im Oktober in der Entwicklungs-Phase - der sogenannten Dosierungsstudie - das Präparat bekam. "Ich hatte Kopfschmerzen nach dem zweiten Pieks, das war's", sagt er. Von anderen wisse er, dass sie eine Nacht über Schüttelfrost geklagt haben. Alexander Dalpke, Virologe und Professor an der TU Dresden, ist mit der Entwicklung der Impfstoffe vertraut. Auch er äußert sich im CoronaCast. "Zwar sind der Wissenschaft noch keine Details aus den Studien zugänglich. Aber aus der allgemeinen Faktenlage sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt", erklärt der Experte. Zudem entkräftet Dalpke das Gerücht, dass sich der Impfstoff auf das Genom von Menschen auswirke. Außerdem erläutert Dalpke im Podcast, wie der sogenannte mRNA-Impfstoff hergestellt wird und was genau der menschliche Körper macht, wenn er verabreicht wird. In Sachsen sollen Impfungen bald möglich sein. Das Land richtet Impfzentren ein, die ab Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Die Umsetzung übernimmt das DRK. Geplant ist, dass ab 15. Dezember zunächst die drei kreisfreien Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig ein Zentrum erhalten, später dann die zehn Landkreise. Zudem soll es auch mobile Impfteams geben, die zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden könnten. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
31 Minuten
Seit Dienstag gelten in Sachsen schärfere Corona-Regeln. Doch was passiert, wenn die beschlossenen Maßnahmen nicht reichen und nach dem Jahreswechsel die Fallzahlen weiter stark steigen? "Auch wenn wir das nicht wollen, dann müssten wir nach Weihnachten Kindergärten und Schulen schließen", sagt Michael Kretschmer im CoronaCast von Sächsische.de. Das Podcast-Gespräch mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen wurde am Dienstagabend geführt. Darin beschreibt Kretschmer die aktuelle Corona-Lage im Freistaat, und welche Wirkung er sich von den neuen Maßnahmen verspricht. Hoffnung setzt er darin, dass die Regeln auch nach wie vor von den meisten Menschen akzeptiert und eingehalten würden. "Dennoch, es kommt jetzt einmal mehr auf jeden einzelnen von uns an", appelliert Kretschmer und setzt auf die Eigenverantwortung der Menschen. Sachsen verzeichnet derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohner. In den meisten der 13 Regionen im Land gelten Ausgangsbeschränkungen. Haus oder Wohnung dürfen nur noch mit triftigem Grund verlassen werden. Zudem wurden die Maskenpflicht ausgeweitet und Alkoholverbote erlassen. Auch zu diesen teils harten Maßnahmen spricht Kretschmer im CoronaCast und verbindet das mit einer Ankündigung schärferer Kontrollen. Mit Blick auf Bilder der vergangenen Woche aus Seiffen, wo zahlreiche Ausflügler durch den Erzgebirgsort strömten, sagte er: "So etwas wird nächstes Wochenende nicht stattfinden. Dort wird die Polizei unterwegs sein und kontrollieren." Außerdem geht es in dem Talk um die Lage der Krankenhäuser im Freistaat. Es wird kritisch auf das Handeln der Regierung im Sommer geblickt und analysiert, weshalb im Herbst die Situation gekippt ist. Das Podcast-Gespräch wurde in einem Konferenzraum in der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden aufgezeichnet. Es sprechen Annette Binninger und Fabian Deicke von Sächsische.de mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen mehr als zwei Meter weit voneinander getrennt.
32 Minuten
Die Anzahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Sachsen hat sich innerhalb von drei Wochen verdreifacht. Das DIVI-Intensivregister, das deutschlandweit die Zahlen erhebt, meldet an diesem Mittwoch 258 Intensiv-Fälle im Freistaat. Die Kurve, die auf der Website des DIVI zu sehen ist, zeigt steil nach oben. Gesundheitsexperten blicken deshalb inzwischen verstärkt neben der Entwicklung von Inzidenzwerten in einzelnen Landkreisen auch auf die Auslastung der Krankenhäuser. "Diese Daten zeigen allerdings nur den Stand im Regelbetrieb. Sollte sich die Situation verschärfen, gibt es in den Kliniken Eskalationsstufen und zusätzliche Kapazitäten", erklärt Dr. Thea Koch. Die Ärztin ist Direktorin der Anästhesie und Intensivmedizin an der Uniklinik Dresden. Sie kennt die aktuelle Lage genau und ist Talk-Gast in der neuen Folge des CoronaCast. In dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie schildert Koch, wie sich die Situation auf Intensivstationen und für Covid-19-Patienten seit dem Frühjahr verändert hat. "Wir wissen inzwischen viel mehr über die Krankheit und können sie entsprechend besser behandeln", sagt die Ärztin. Zudem stünde mehr medizinisches Material bereit, was die Situation auch für das pflegende Personal entspannter mache. Koch spricht von einer insgesamt momentan noch verhältnismäßig ruhigen Lage. "Wenn die Worst-Case-Szenarien der Prognosen allerdings zutreffen, könnte es Ende November passieren, dass wir eine Eskalationsstufe erreichen." Das hieße dann: Notreserven an Intensivbetten auffahren, Patienten mit anderen Krankheiten verlagern. "Aber es besteht aktuell kein Grund zur Panik", so Koch. Außerdem gibt die Ärztin in dieser Folge auch Antworten auf zahlreiche medizinische und die Umstände einer Intensivbehandlung betreffende Fragen: - Welche Behandlungsmethoden gibt es? - Was können Medikamente wie Remdesivir oder Dexamethason? - Hat eine Blutplasma-Behandlung mit Anitkörpern einen Effekt? - Was bedeutet Beatmung? - Kann man Angehörige besuchen? - Wie geht es nach überstandener Intensivbehandlung für Betroffene weiter? - Wie geht das Klinik-Personal mit den Belastungen um? In einem kurzen News-Überblick zu Beginn der Episode wird detailliert auf die Neuigkeiten zum Thema Impfstoff-Entwicklung sowie die Folgen der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig eingegangen. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
32 Minuten
Die Corona-Schutzverordnung des Landes Sachsen regelt es: Sport in Vereinen und zusammen mit mehreren Personen ist so gut wie nicht mehr möglich. Klingt ganz einfach, ist es aber nicht. Die 97 Worte in Paragraph 4, Punkt 6a) und b) werfen Fragen auf. "Für uns stellt es sich als schwierig heraus, die Amtssprache in Sportsprache zu übersetzen," kommentiert Christian Dahms, was seit Montag im Freistaat gilt. Dahms ist Generalsekretär des Landessportbundes (LSB) und Gesprächsgast der aktuellen Folge CoronaCast. In dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie spricht der 46-Jährige über die Lage des Sports in Zeiten von Corona. Der LSB, so Dahms, habe Verständnis dafür, dass in Anbetracht steigender Infektionszahlen Kontakte minimiert werden sollen. "Jedoch hat der Sport in den vergangenen Monaten durch das Erarbeiten von Hygienekonzepten viel dafür getan, dass es nachvollziehbar ist, wer sich wann und wo begegnet." Dass es erneut ein Herunterfahren in fast allen Bereichen gibt, führe dazu, dass sich Menschen nicht mehr ausreichend bewegen könnten. Schließlich sind fast alle Sporteinrichtungen bis mindestens Ende November für Breiten- und Freizeitsportler geschlossen. Dennoch sieht der LSB-Chef in der aktuellen Situation auch ein Chance. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere Konzepte zu verbessern." Gelernt habe man auch aus der Restart-19 -Studie der Universität Halle. "Bei dem Tim-Bendzko-Konzert hat man gesehen, an welchen Stellen es kritisch wird." Demnach ballt es sich beim Ankommen vor Stadien oder wann immer Menschen auf etwas warten. Man könne das auch auf den Sport übertragen. Um es sicherer zu machen, müssten Abläufe entzerrt werden. "Das gilt im professionellen Bereich wie für Breiten- oder sogar Kindersport", sagt Dahms. Größere Probleme sieht der LSB-Mann in der durch die sächsische Verordnung beschriebene Unterteilung zwischen Profis und Amateuren. Denn ausgenommen vom Kontaktverbot sind nur Berufssportler und deren Wettkämpfe, die ohne Zuschauer stattfinden müssen. Und als Berufssportler gilt, wer einen entsprechenden Arbeitsvertrag hat und mit dem Sport seinen Lebensunterhalt sichert. "Genau das trifft nicht auf alle Leistungssportler zu. Manche sind Studenten oder gehen einen dualen Weg, weil sie vom Sport allein nicht leben können." An dieser Stelle wünscht sich Dahms mehr Spielraum. Zudem wirbt der LSB bei der Politik darum, dass die aktuell noch bis Ende 2020 laufende Soforthilferichtlinie um ein Jahr verlängert wird. "Das kann Vereinen und Sportlern, die jetzt in finanzielle Schwierigkeiten geraten, Sicherheit geben", so Dahms, der dieses Anliegen am vergangenen Montag bei einem Treffen Sachsens Ministerpräsident Kretschmer vorgetragen hat. Außerdem in dieser Podcast-Folge: - Was können Sportvereine tun, wenn sie durch Corona in finanzielle Schieflage geraten? - Es kommen vier Leistungssportler zu Wort, die ihre Sicht auf Corona schildern und die Rolle des Sports einordnen. Es sprechen: DSC-Volleyball-Kapitänin Lena Stigrot, Shortrackerin Anna Seidel, Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Christiane Reppe und Bob-Pilot Francesco Friedrich. - Im O-Ton: Ausschnitt aus der Regierungserklärung von Ministerpräsident Michael Kretschmer vom 4. November - Faktencheck: Virologe Alexander Dalpke erklärt, wieso Aerosole bei der Corona-Übertragung nicht die Hauptrolle spielen - Beitrag von Andreas Szabó über das Infektionsrisiko beim Sport
CoronaCast aus Dresden

CoronaCast aus Dresden

Das Corona-Update für Sachsen