Kontrafunk: Unter Freunden Archiv
223 Episoden
52 Minuten
Auf der spektakulär erfolgreichen Buchmesse „Seitenwechsel“, die am 8. und 9. November in Halle an der Saale stattfand, gab es „viel Licht“. Dies sagte die Organisatorin Susanne Dagen. Auch hier soll etwas Licht gebracht werden in die dunklen Machenschaften der Feinde der Freiheit, die in den vergangenen Jahren dafür gesorgt haben, dass sich unser Blickwinkel mehr und mehr verschoben hat. Die Buchmessen in Frankfurt am Main und Leipzig hatten den Korridor des Sagbaren so weit verengt, dass eine freie Messe geradezu notwendig geworden war. Sie geriet dann auch zu einem fröhlichen Fest und atmete den Geist der Freiheit, wie ihn die anderen Messen früher gehabt hatten. Susanne Dagen, die gut geschlafen hatte, und glücklich und erleichtert wirkte, hat bereits eine Nachfolge-Messe angekündigt. Vielleicht war der „Seitenwechsel“ wirklich, wie viele meinen, ein „Dammbruch“.
53 Minuten
Charlie Kirk hat es so gesagt: „Die beste Art, jemanden zu lieben, ist ihm die Wahrheit zu sagen“. Wenn ein freier und liebevoller Austausch von Meinungen abgebrochen wird, führt das zu Gewalt. Das musste Charlie Kirk auf tragische Weise erleben. Wie erleben wir die Reaktionen darauf? Sebastian Wessels hat sie ausführlich dokumentiert. Seine Arbeiten finden sich unter dem Stichwort „homo duplex“, womit gesagt sein soll, dass bei seinen Betrachtungen ein differenziertes Menschenbild zugrunde liegt. In seinem neuesten Video „Charlie Kirk und die Medien: Halluzinationen gegen Hass und Hexe“ zeigt Wessels, was Charlie Kirk wirklich gesagt und getan hat, und stellt es den Verzerrungen gegenüber, die uns zugemutet werden. Mit unerbittlicher Genauigkeit entlarvt er die arglistigen Täuschungen und bewussten Verdrehungen, die inzwischen bei den Medien, die wir mit unseren Gebühren finanzieren, zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Also: Wer ist hier derjenige, der liebt? Und wer ist der, der hasst?
50 Minuten
Die Redefreiheit sowie die damit verbundene Meinungsfreiheit sind tragende Säulen einer Demokratie. Wir erleben gerade, dass diese Säulen nicht nur wackeln, sondern kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Christian Zeller spürt in seinem Buch „Zerstörung der Meinungsfreiheit. Eine politische Zeitdiagnose“ die Ursprünge und Voraussetzungen auf, die schleichend zu dieser Entwicklung geführt haben und zeigt, wie weit sich der Ungeist einer Cancel-Culture bereits ausgebreitet hat. Dem will er entgegenwirken. Er stellt das „Bündnis für Redefreiheit“ vor, das aus der „Free Speech Union Schweiz“ hervorgegangen ist, und das über den Stellenwert der Redefreiheit und über die subtilen Methoden der Manipulation aufklären will. Er spricht über den „tribalistischen Knopf“, über Standpunktheorie und über die Katze von Jacques Derrida.
50 Minuten
Von Wolfgang Bittner gibt es mehr als achtzig Veröffentlichungen in allen schriftstellerischen Spielarten. Zuletzt hat er mit „Geopolitik im Überblick: Deutschland – USA – EU – Russland“ eine große historische Einordnung vorgelegt und in seinem neuen erzählerischen Werk „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“ gezeigt, wie sich die großen Themen auch in den kleinen Schicksalen wiederfinden. Bittner engagiert sich für den Frieden und sieht sich dabei in der Tradition von Schriftstellern wie Kurt Tucholsky, von dem es heißt, dass er versucht habe, mit einer Schreibmaschine den Krieg aufzuhalten. Bittner zitiert ihn: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ Wolfgang Bittner hat laut Nein gesagt zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Nun steht er auf der Todesliste der Ukraine. Er warnt eindringlich vor einem großen Krieg, den er als reale Bedrohung sieht. Dennoch will er die Hoffnung nicht aufgeben und seinen Optimismus bewahren.
53 Minuten
Chaim Noll, früher als Hans Noll bekannt, war auf Lese- und Informationsreise in Deutschland und Ungarn und hat das neue Buch „Verteidigung der Zivilisation. Israel und Europa in der islamischen Bedrohung“ vorgestellt. Er gibt ein differenziertes Bild von der Reaktion Israels auf das Massaker vom 7. Oktober und versucht eine Einordnung in die geopolitische Lage. Er erzählt von früheren Besuchen in Berlin, spricht von „deutscher Schwäche“ und vergleicht die Stimmung und das Lebensgefühl in Deutschland und Israel. Dabei kommt Deutschland nicht ganz so schlecht weg, wie er befürchtet hatte; denn er hat hier immer noch viele „vernünftige“ Stimmen erlebt, die sich, wie er hofft, durchsetzen werden. In einem nachgereichten Kommentar zur aktuellen Entwicklung nach der Freilassung der Geiseln spricht er von „großer Erleichterung“. Es gebe jedoch „keine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung“.
53 Minuten
Die Filme von Mario Nieswandt sind keine leichte Kost. Sie handeln von Kriegslügen und von den „Verbrechen“ der sogenannten Corona-Pandemie. Sie sind von starkem Engagement gezeichnet. Deshalb berühren sie einen. Woher kommt der Impuls? Woher nimmt Mario Nieswandt die Kraft, sich den Herausforderungen zu stellen? Er erzählt von seinen Einflüssen: Die Unrechtserfahrungen in der DDR haben seinen Blick geschärft; die Zeit, die er im Heim verbringen musste, haben ihn, wie er sagt, zum „Kämpfer“ gemacht. Hinzu kommt, dass ihm als bibeltreuer Christ Begriffe und Erklärungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die uns inzwischen fremd geworden sind. Nieswandt erkennt, dass heute Kräfte am Werk sind, die „das Böse“ verkörpern, die in der Bibel als das „Wirken des Teufels“ bezeichnet werden und dazu führen, dass die Lüge an die Stelle der Wahrheit tritt. Dem will Mario Nieswandt mit seinen Filmen entgegentreten.
51 Minuten
Der Titel klingt bescheiden: „Nur ein Piks“. Doch es tun sich Abgründe auf, die der Untertitel zumindest erahnen lässt: „Im Schatten der Impfung“. Mario Nieswandt sieht sich nur als „kleines Licht“ in einer „großen Branche“, doch er hat mit seinem Film schon sehr viel Licht in die finstere Schattenwelt gebracht. Mit fast zwei Millionen Besuchern ist sein mit schmalem Budget erstellter Film wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme in Deutschland – und die Nachwirkungen lassen nicht nach. Nun will Nieswandt mit seinem Film international auf Tournee gehen. Für ihn ist es wichtig, dass er den Film persönlich begleitet, dass er den Betroffenen hilft, mit ihnen spricht und ihnen rät, sich an den Verein „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ zu wenden. Denn nur in gemeinsamem Handeln – darin steckt für ihn der christliche Begriff der Gemeinde – sieht er Chance für eine Aufarbeitung und Bewältigung dieses „Großverbrechens“, wie er es sieht.
51 Minuten
„Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern …“ Dieser unscheinbare Zusatz zu Artikel 3 des Grundgesetzes, der auf Angela Merkel zurückgeht, hat sich als folgenschwere Weichenstellung erwiesen. Dass hier ein grundsätzlicher „Denkfehler“ vorliegt und es zu einer „bewussten Verwechslung von Gleichstellung und Gleichberechtigung“ kommt, hat Prof. Günter Buchholz früh erkannt und mit der „Frankfurter Erklärung“ eine Diskussion angestoßen, die sich zunächst an die akademische Öffentlichkeit gewandt hat und inzwischen die politische Arena erreicht hat. Im Bundestag kam es zu einer Anfrage nach den Forschungsansätzen der Gender Studies, die seither entstanden sind und nun auf den Prüfstand gehören. Buchholz blickt auf die Anfänge und Ursachen dieser Fehlentwicklung zurück, stellt sein Projekt „Freitagsbriefe“ vor und spricht über Entrismus und die Spätfolgen der sexuellen Revolution.
51 Minuten
Am helllichten Tag mitten in Berlin hat ein Nigerianer, der trotz offenem Haftbefehl auf der Straße lebte, auf Gabi Banfield mit einem Stein eingeschlagen und hätte sie beinahe getötet. Was sie in dem Moment und in den Monaten danach erlebt hat, war, wie sie sagt „außerhalb jeglicher Normalität“. Sie erzählt, wie sie von Hilfsorganisationen im Stich gelassen wurde, wie absurd die Gerichtsverhandlung war und dass die Pressemeldung über ihren Fall mit einem Foto von einem weißen, blonden Mann illustriert war. Kein Einzelfall. Wir erleben einen Angriff auf unsere Zivilisation, der in seiner Abgründigkeit noch nicht richtig erkannt und nicht richtig benannt wird. Gabi Banfield hat ein Systemversagen erlebt, ihre Wut auf den Staat und auf seine verkommenen Strukturen war größer als die auf den Täter. „Das Bewusstsein muss sich ändern“, sagt sie, wir müssen mit den Beschönigungen aufhören und endlich anfangen, uns gegen diese neuartige Form des Terrors zu wehren.
51 Minuten
Windräder ruinieren unsere Landschaften. Auch die letzten verbliebenen Rückzugsgebiete sollen nun der Windkraftindustrie zum Opfer fallen. Doch es regt sich Widerstand. Auch Dr. Wolfgang Epple wehrt sich. Sein neues Buch „Windkraftindustrie und Naturschutz“ hat den bezeichnenden Untertitel „Windkraft-Landschaftsschutz-Naturschutz-Ethik“; denn Epple bietet nicht nur Zahlen und Fakten, er ordnet sein Engagement auch in einen weltanschaulichen Rahmen ein, der an Hans Jonas und dem Prinzip Verantwortung orientiert ist. Epple mischt sich ein, er reist zu den im Schatten der Windräder leidenden Menschen, um ihnen Argumente gegen die Windkraft zu liefern und den Sinn für die Schönheiten der Welt wieder aufzuwecken. Da kommt es vor, dass Zuhörer in Tränen ausbrechen. Sie werden von dem Gefühl der „Solastalgie“ überwältigt, mit dem ein neuartiger Schmerz gemeint ist, ein Leiden unter dem Verlust der Heimat. Epple ermutigt seine Zuhörer: „Seien Sie solastalgisch. Schämen Sie sich nicht für die Tränen. Versuchen Sie etwas zu tun!“
50 Minuten
Worte sind nicht „harmlos“. So sieht es nicht nur Herta Müller. Hinter „geschmeidigen“ Ausdrücken wie „Aktivist“ und „Allyship“ lauert Gewalt. Nicht etwa „systemische“ oder gar indirekte, sondern brutale Gewalt, die von anonymen Gruppen verübt und von Anhängern der „woken“ Weltanschauung, denen jedes Verantwortungsgefühl fehlt, gerechtfertigt wird. Adrian Müller hat ein „Lexikon der Wokeness“ zusammengestellt, das nicht nur ein Nebeneinander von aktuellen Stichworten bringt, sondern Zusammenhänge aufzeigt und damit deutlich macht, wie bedrohlich diese „Aktivisten“ und „Allys“ in Wirklichkeit sind, die mit guten Absichten auftrumpfen und anderen Böswilligkeit unterstellen. Adrian Müller ordnet die neuen Begriffe aus seinem „Lexikon der Wokeness“ in einen theoretischen Rahmen; Kristin Möllers berichtet von Erfahrungen, die sie damit in der Praxis gemacht hat.
52 Minuten
Schon als Kind hat die kleine Rebecca bei regelmäßigen Besuchen im Iran mitansehen müssen, wie eine Gesellschaft plötzlich umkippt und sich alle so verhalten, als wären sie verwunschen. In Windeseile war ein totalitäres System entstanden, das keine Unstimmigkeiten mehr duldete. Das ging so weit, dass der Zwang zur Anpassung nicht mehr als Zwang empfunden wurde, sondern als etwas, was man von sich aus will, als wäre man zu 100 Prozent die Person, die man vorgibt zu sein. Doch Niazi-Shahabi weiß inzwischen: „Wo nur Regeln sind, ist das Leben nicht.“ Das gilt für das System im Iran, wo Umgangsformen für alle möglichen Gelegenheiten vorgeschrieben werden, und es galt für die Corona-Zeit, als uns die Maßnahmen vom Leben abgeschnitten haben und uns keine Rückzugsmöglichkeiten blieben. Wie schön wäre es, wenn wir Mode wieder als Spiel sehen und damit leben können, dass wir nun mal nicht perfekt sind. (Wiederholung vom 19. Januar 2025)
53 Minuten
Przemek Schreck ist künstlerischer Gesamtleiter des Vereins Die Erzählerei. Am liebsten spricht er über Kafka. Seit mehr als zwölf Jahren zieht er durch die Straßen von Prag und erzählt und erzählt. Er hält Vorträge in Schulen, Bibliotheken, Salons und leidenschaftlich gerne in Kaffeehäusern, wo Kafka sowieso hingehört und wo er ihn am besten mit seinen Erzählungen „lebendig machen“ kann. Das tut er mit Hingabe. Er stellt uns Kafka als lustigen und geselligen Menschen vor, jenseits aller „Klischeebilder“, die wir von ihm haben. Um es in einem für Kafka-Prosa typischen Als-ob-Satz zu sagen: Wenn Przemek Schreck von Kafka erzählt, ist es, als ob das Schwarzweißbild, das wir kennen, immer farbiger und schließlich dreidimensional würde, als ob uns Franz Kafka gegenübersäße und uns anlächelt. (Wiederholung vom 3. November 2024)
44 Minuten
Beinahe wäre ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Zusammen mit dem Schauspieler Thomas Rühmann hatte Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ in Zollbrücke im Oderbruch ins Leben gerufen; denn, so meint er: „Vom Rand sieht man besser“. Das Theater hat tatsächlich einen besonderen Blick ermöglicht. Das vermochte allein schon die Musik, die weit mehr ist als Instrumentalmusik, wie sie Goethe nicht mochte und als „halbes Ding“ angesehen hat. Morgensterns Musik ist vollständig. Sie ist aufgeladen mit dem Streben nach komplexer Schönheit. Sie ist ohne Worte, aber inhaltsschwer. Das zeigte sich schon am spektakulären Erfolg seiner Gruppe L’art de Passage mit dem Programm „Sehnsucht nach Veränderung“. Morgenstern berichtet, wieso es doch nicht zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes kam, und lässt uns von seiner Musik kosten, in der wir eine Grundstimmung vorfinden, die sich die gute Laune nicht verderben und sich die Träume nicht nehmen lässt. (Wiederholung vom 30. März 2025)
48 Minuten
Sein Opa hatte ihn ermahnt, dass man das überlieferte Wissen über den Wald nicht einfach übernehmen kann, vielmehr muss man es erarbeiten und erleben. Das hat Erwin Thoma getan. Er lernte nicht nur die Bedeutung von Mondholz kennen, er erkannte auch, dass in den „Bäumen der Schlüssel für ein gutes, gesundes Leben“ liegt und dass die Art, wie der Wald organisiert ist, einen Gegenentwurf zu unserem Wirtschaftsmodell darstellt. Da geht es um ein Miteinander, nicht um Konkurrenz; wer viel gibt, wird viel zurückbekommen. Das oft zitierte und ebenso oft kritisierte „Gespräch über Bäume“ lenkt uns in diesem Fall nicht ab, sondern ermöglicht uns ein neues Verständnis davon, wie wir besser mit Traditionen, mit der Natur und den Mitmenschen umgehen können. (Wiederholung vom 9. März 2025)
Kontrafunk: Unter Freunden
Hier herrscht Harmonie im Kontrafunk. Schriftsteller und Liedermacher Bernhard Lassahn, auch genannt „der Milde aus dem Norden“, unterhält sich mit Gästen, die in Kultur und Gesellschaft etwas Besonde...