Kontrafunk: Unter Freunden
Hier herrscht Harmonie im Kontrafunk. Schriftsteller und Liedermacher Bernhard Lassahn, auch genannt „der Milde aus dem Norden“, unterhält sich mit Gästen, die in Kultur und Gesellschaft etwas Besonderes beigetragen haben. Der Ton ist heiter, manchmal....
Podcaster
Episoden
22.02.2026
52 Minuten
Die von Dr. Kerstin Steinbach so genannte bessere Zeit (von 1965
bis 1975) zeichnet sich durch ein Lebensgefühl aus, das aus
heutiger Sicht geradezu märchenhaft wirkt: Man konnte angstfrei
seine Sexualität ausleben, selbstbewusst nackt sein und offen seine
Meinung aussprechen. Beendet wurde das kurze Glück durch die
aggressive „Schwarzerei“, also durch die staatlich abgesicherten
Vorstöße von Alice Schwarzer, die uns den gouvernantenhaften
Frauenrat und ein „gängelndes“ Sexualstrafrecht beschert haben und
durch Berufsverbote, die durch den Radikalenerlass von Willy Brandt
möglich wurden. Steinbach hat die „verhassten Bilder“ der „besseren
Zeit“, in der Prostitution und Pornokonsum rückläufig waren,
lustvoll dokumentiert, wehmütig kommentiert und historisch
eingeordnet. Damals galt: „Lustsuche statt Geldsuche“. Bei
Sachfragen sollte die Vernunft auf dem Richterstuhl sitzen, die
Geschlechterfrage sollte keine Rolle spielen, die Politik sollte
sich heraushalten. Das ist vorbei. Eine Rückkehr zu der „besseren
Zeit“ wird es so bald nicht geben. Jetzt geht es, so Steinbach,
darum, die Wiedereinsetzung der Verfassung zu erstreiten und die
Meinungsfreiheit zu verteidigen.
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15.02.2026
48 Minuten
Hinter der Abkürzung MWGFD verbirgt sich die Gesellschaft der
„Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und
Demokratie, e.V.“ Da haben sich prominente Mediziner und
Wissenschaftler zusammengefunden, um eine alternative Darstellung
der Corona-Problematik an die Öffentlichkeit zu bringen. Peter
Bickel sieht sich als ihr „Internetsprachrohr“. Er hat auf
Symposien erlebt, was Betroffene zu berichten hatten – er musste
weinen – und hat gleichzeitig erfahren, dass die Öffentlichkeit
dazu schweigt. So hat er sich entschlossen, die Internetseite zu
gestalten, die nun als Anlaufstelle für Impfopfer dient und
zugleich ein Podium für unterschiedliche Beiträge bietet. Die
werden von Johannes Clasen moderiert, der einerseits Fachleute zu
Wort kommen lässt, die etwas erklären, andererseits Betroffene, die
sich offenbaren. Für ihn ist eine „Sprachkultur im Sinne einer
Aufarbeitung die absolute Basis“ zur Überwindung der Spaltung der
Gesellschaft. Die MWGDF fordert einen „offenen Dialog“ mit
„wissenschaftlichen Studien, die auch konkurrierende Ansätze
berücksichtigen“. Doch es wird nicht nur gefordert und geklagt, auf
der Seite der MWGFD finden sich Möglichkeiten zur Versöhnung und
Beispiele, wie Betroffene ihr Schicksal in Liedern und Gedichten
verarbeiten und versuchen, ihr Leid zu überwinden.
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08.02.2026
49 Minuten
Der neue Film von Christoph Felder zeigt die spektakuläre
Geschichte des Soldaten Larry Colburn, der sich 1968 im
Vietnamkrieg seinen eigenen Kameraden mit Waffengewalt
entgegengestellt hatte und so das Massaker von My Lai beenden
konnte. Was er an einem einzigen Tag innerhalb von vier Stunden
erlebte, prägte sein gesamtes weiteres Leben. Mehr noch: Das Trauma
übertrug sich auf seinen Sohn. Für Christoph Felder ist es wichtig,
dass der Zuschauer nicht mit einem schlechten Gefühl aus dem Kino
kommt. Er zeigt uns eindrückliche Bilder, in denen Geschichten
enthalten sind, die in den Köpfen der Zuschauer weitererzählt
werden. Felder führt uns die Spätfolgen vor, die sich über
Generationen hinziehen. Der Film kommt zur rechten Zeit. Denn auch
wir stehen vor der Frage, ob wir nicht auch mit dem Kriegstrauma
unserer Vorfahren belastet sind und ob wir heute bereit wären,
unsere Kinder in den Krieg zu schicken. Wie weit würden wir gehen,
wenn wir uns im Ernstfall verweigern wollten? Der Fall Larry
Colburn macht das Dilemma deutlich. Wir müssen uns in so einem Fall
fragen: Welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich Widerstand leiste?
Welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich keinen Widerstand leiste
und einfach mitmache? Wie würden wir uns entscheiden? Sein Sohn
bemerkt beiläufig, als wäre es eine Selbstverständlichkeit: „Von
meinem Vater habe ich gelernt, wie wichtig es ist, für den Frieden
zu kämpfen.“
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01.02.2026
50 Minuten
Mark Twain kennt jeder. Aber kennen wir ihn wirklich? Peter Priskil
stellt uns einen Mark Twain vor, der „Schriften gegen den
Imperialismus“ verfasst hat und als stellvertretender Präsident der
„Antiimperialistischen Liga der Vereinigten Staaten“ aktiv war. Das
ist bisher im Schatten unserer Aufmerksamkeit geblieben, auch sein
Buch „König Leopolds Selbstgespräch“ wurde hierzulande kaum
wahrgenommen. Stefan Heym hatte es 1967 übersetzt, es blieb dennoch
weitgehend unbekannt. Peter Priskil hat vergessene und unterdrückte
Texte gesammelt, kommentiert, illustriert und zu einem imposanten
Buch zusammengestellt: „Der unbekannte Mark Twain“. Er gibt damit
zugleich einen kleinen Überblick über die Weltgeschichte in der
ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Nun können wir Mark
Twain nicht nur als großen Humoristen, sondern auch als großen
Humanisten kennenlernen, der sich über Lynchmorde empört, über die
Grausamkeiten bei der Eroberung der Philippinen und beim
Boxeraufstand in China. Wir sprechen über Imperialismus, damals und
heute. Über Rassismus, damals und heute. Über echten und falschen
Rassismus. Und über den Triumpf des Humors, auch wenn es ein
bitterer Humor ist.
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25.01.2026
46 Minuten
Georg Orwell hat schon im Jahr 1944 in seinem Essay „Was ist
Faschismus?“ festgestellt, dass der Begriff zum bloßen Schimpfwort
verkommen ist. Für die Jahre nach der Wende kann Dr. Thomas Hartung
den Befund bestätigen: „Wer alles Faschismus nennt, kennt keinen
mehr“, sagt er und führt als Beispiel den Umgang mit dem Gedenken
an Trümmerfrauen an. Hartung spricht von einer
„Begriffsverwahrlosung“, die als Folge des übereifrigen Kampfes
„gegen rechts“ entstanden ist und die sich auch da zeigt, wo man es
nicht erwartet hat, wenn es etwa um Blutspenden, um die DLRG, um
den Negerkuss oder Accessoires an Kleidungsstücken geht. Hartung
sieht sich selbst als Bildungspolitiker, und man merkt ihm sein
Engagement an, der „ungebildeten Gegenwart“ entgegenzutreten und
die „Bildungslandschaft zu verändern“. Das tut er, indem er für die
AfD arbeitet und sich gleichwohl beim Verfassen seiner
„Betrachtungen“, wie er seine Art der Essays nennt, einem
künstlerischen Ideal verpflichtet fühlt und Freiräume für das
eigene Denken schafft.
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Über diesen Podcast
Hier herrscht Harmonie im Kontrafunk. Schriftsteller und
Liedermacher Bernhard Lassahn, auch genannt „der Milde aus dem
Norden“, unterhält sich mit Gästen, die in Kultur und Gesellschaft
etwas Besonderes beigetragen haben. Der Ton ist heiter, manchmal
neckend, und immer typisch für ein Gespräch unter Freunden. Denn
Freundschaft ist etwas, das gerade auch dann hält, wenn politische,
philosophische oder religiöse Überzeugungen dagegenstehen.
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