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Kontrafunk: Unter Freunden

Kontrafunk: Unter Freunden

Kontrafunk 221 Episoden Neueste vor 4 Tagen

Hier herrscht Harmonie im Kontrafunk. Schriftsteller und Liedermacher Bernhard Lassahn, auch genannt „der Milde aus dem Norden“, unterhält sich mit Gästen, die in Kultur und Gesellschaft etwas Besonderes beigetragen haben. Der Ton ist heiter, manchmal....

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Episoden

52 Minuten
In seinem Kanal „Selfmade-Philosophie“ führt Ben Richter besonders krasse Netzfunde vor, die eindrucksvoll illustrieren, was Friedrich Nietzsche unter „Sklavenmoral“ verstanden hat. Davon ausgehend stellt er Betrachtungen über den Zustand der Gesellschaft an, die solche „geisteskranken“ Erscheinungen hervorbringt. Neben Nietzsche ist Max Stirner und seine Vorstellung von einem „radikalen Egoismus“ ein wichtiger Einfluss für sein Denken, das er in seiner Onlineplattform „Der freie Blick“ zur Diskussion stellt. Darüber hinaus bietet er Videokurse an, moderiert ein Buchklubtreffen und lädt zu einem jährlichen Treffen der Community in Sofia ein.

Ben Richter beschreibt seine persönliche Wandlung vom mittellosen, in Opferhaltung lebenden Kunststudenten zum Unternehmer, den es nicht zuletzt durch Corona und die Impfpflichtdebatte aus Deutschland vertrieben hat. Er spricht in Anlehnung an die Ausdrucksweise von Nietzsche ausdrücklich von „einem starken Ekelgefühl“ gegenüber dem Leben in Deutschland. Ausgerechnet in einem der ärmsten Länder Europas fühlt er sich frei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
45 Minuten
Mit dem Buch „Klar bin ich eine Ost-Frau!“, in dem Martina Rellin Frauen aus dem Osten ohne festen Fragenkatalog vom „richtigen Leben“ erzählen lässt, stellt sie sich in die Tradition der Protokollbücher von Autoren wie Maxie Wander und Günter Wallraff. Sie will ein möglichst vollständiges und realistisches Bild von der Lebenssituation zeichnen, frei von Verzerrungen und Einseitigkeiten, die durch einen oberflächlichen Westblick entstanden sind. Dabei geht es nicht nur um die von der Westpresse begierig aufgegriffene Frage, ob „Ostfrauen mehr Orgasmen haben“, sondern um ein authentisches Gesamtbild.

Dabei wendet sie die FKK-Methode an – „Man kann nicht am Nacktbadestrand sein, ohne sich selbst nackig zu machen“ –, um so ein vertrauensvolles Klima zu schaffen und ihr eigenes Engagement deutlich zu machen. Ihr geht es nicht darum, zu vergleichen, vielmehr will sie die Unterschiede würdigen, die Eigenarten und Besonderheiten. Das Projekt wird fortgesetzt, Martina Rellin will mit ihren Kursangeboten weitere Menschen ermutigen, über ihr Leben zu schreiben.
40 Minuten
Emrah Erken hat sich „verliebt“ in den Hot Jazz, in die Komplexität und die „Lebendigkeit“, die von alten Schellackplatten ausgeht, „als würde einem die Musik ins Gesicht springen“. Er sammelt die Platten nicht nur, er bereitet sie so auf, dass sie die Hörer von heute erfreuen können, und präsentiert seine Schätze auf seinem Kanal „Atticus Jazz“. Emrah Erken schwärmt besonders von Bix Beiderbecke und dem jungen Louis Armstrong – „etwas vom Besten, was die Vereinigten Staaten überhaupt hervorgebracht haben“ – und berichtet, wie einst ein Weißer zu ihm sagte: „Hey, weißt du was, ich hasse Nigger, aber du, du bist ganz anders.“
51 Minuten
Sieglinde Kliemen hat das erste Männerhaus gegründet, das „Zwüschehalt Bern“, ein Zufluchtsort für Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Dafür wurde ihr der Swiss Diversity Award in der Kategorie Equality verliehen. Es wirkt womöglich überraschend, dass ein solches Männerhaus überhaupt notwendig ist, aber nicht für Sieglinde Kliemen: Sie setzt sich dafür ein, weniger in einfachen Täter-Opfer-Schubladen zu denken, sondern die dahinterliegende Beziehungsdynamik und das gesamte System zu betrachten. Bei Trennungen werden Väter häufig strukturell benachteiligt, und Kinder werden als Machtmittel eingesetzt, während die Beistandschaften eher „Mutterschutz“ als „Kinderschutz“ betreiben.
46 Minuten
Schon während seiner Armeezeit im Jahre 2012 produzierte Sergei Chorolski humorvolle, leicht erotische Musikvideos. Mit Kriegsbeginn wurden die Videos politischer, nach seinem Spottlied „Patriotin“ über Frauen, die selber das Land verlassen hatten und gleichzeitig Männer zum Kämpfen aufforderten, wurde das Militär auf ihn aufmerksam. Er musste untertauchen, schließlich gelang ihm die Flucht, indem er nachts durch einen Grenzfluss nach Moldawien schwamm. In Deutschland setzt er seine Videoarbeit fort, nun jedoch als Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen: Er sammelt Aufnahmen von gewaltsamen Zwangsrekrutierungen durch die sogenannten TCK-Einheiten, die brutal Männer entführen.

Möglich wird das Gespräch durch Übersetzungen und Erklärungen von Sergei Bereschnjuk, der mit Sergei Chorolski befreundet ist und die aktuelle Lage in der Ukraine kennt. Beide hoffen, dass durch das Aufzeigen der Menschenrechtsverletzungen der internationale Druck erhöht werden kann und der Krieg ein baldiges Ende findet.
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Über diesen Podcast

Hier herrscht Harmonie im Kontrafunk. Schriftsteller und Liedermacher Bernhard Lassahn, auch genannt „der Milde aus dem Norden“, unterhält sich mit Gästen, die in Kultur und Gesellschaft etwas Besonderes beigetragen haben. Der Ton ist heiter, manchmal neckend, und immer typisch für ein Gespräch unter Freunden. Denn Freundschaft ist etwas, das gerade auch dann hält, wenn politische, philosophische oder religiöse Überzeugungen dagegenstehen. 
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