O-Ton Innere Medizin Archiv
67 Episoden
38 Minuten
In deutschen Kliniken starben im Jahr 2019 etwa 20.000 Menschen, obwohl ihr Tod vermeidbar gewesen wäre. Verglichen mit der Luftfahrt würde solch eine Zahl bedeuten, dass jeden dritten Tag ein Kurz- oder Mittelstreckenflugzeug abstürzt, verdeutlicht der Pilot und Human-Factors-Trainer Marco Dürbrook in der neuen Folge von O-Ton Innere Medizin. „Das ist ein inakzeptables Risiko. Kein Mensch würde mehr ins Flugzeug steigen. Daher frage ich mich: Warum gibt es da kein Umdenken in der Medizin?“ Gemeinsam mit Nina Steimle, Ärztin in Weiterbildung und Human-Factors-Trainerin, erklärt er, wie menschliche, aber auch strukturelle Aspekte wie z.B. Hierarchie, Konformitätsdruck, private Belastungen und Erschöpfung zu Fehlern oder Beinahe-Fehlern führen können. Derzeit würden diese Faktoren noch relativ wenig im klinischen Risikomanagement berücksichtigt. Dabei seien aus anderen Branchen Instrumente bekannt, die Fehler aufgrund menschlicher Faktoren reduzieren könnten und übertragbar wären. Letztlich sei ein höherer Fokus auf menschliche Faktoren für Krankenhäuser auch ökonomisch attraktiv, berichten die beiden. Zur Folgen-Übersicht: https://bit.ly/3UuYK9j
47 Minuten
Wenn es darum geht, Behandlungsfehler vor Patient:innen oder Vorgesetzten offenzulegen, ist die Angst vor juristischen oder disziplinarischen Folgen meist groß. Aus versicherungstechnischen Gründen sollte ein Schuldeingeständnis vermieden werden. Gleichzeitig ist aber eine ehrliche und transparente Kommunikation mit Patient:innen wichtig, damit diese die schwierige Situation bewältigen können und kein langwieriger Konflikt folgt. In der neuen Episode erklären daher der Medizinrechtler Maximilian Broglie, die Ärztin und Kommunikationstrainerin Dr. Patricia Hänel sowie die Onkologin Dr. Katrina Scholl, wie ein empathisches und gleichzeitig rechtssicheres Gespräch gelingt. Die Tipps aus dieser Folge finden Sie hier als PDF: https://www.medical-tribune.de/fileadmin/Bilder/landingpage/podcast/o-ton_innere-medizin/PDF_OTI_Folge19_Behandlungsfehler.pdf Zur Folgen-Übersicht: https://bit.ly/3UuYK9j Weitere Hinweise liefert das Aktionsbündnis Patientensicherheit in der Broschüre „Reden ist Gold“ und in der Never-Event-Liste: https://www.aps-ev.de/wp-content/uploads/2016/08/APS_Reden_ist_Gold_2017.pdf https://www.aps-ev.de/wp-content/uploads/2023/09/APS-Never-Event-Liste.pdf Die BGW informiert über Extremerlebnisse als Arbeitsunfall: https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/service/unfall-berufskrankheit/unfaelle-psychische-beeintraechtigungen/hilfe-nach-extremerlebnissen-14672
35 Minuten
Ein Patient wird nach einem Verkehrsunfall polytraumatisiert eingeliefert. Er stirbt noch im Schockraum, seine Angehörigen kommen in die Notaufnahme. Für die beteiligte Ärztin ist es eine aufwühlende Situation. Noch Tage später kommen in ihr immer wieder Bilder, Eindrücke und Emotionen hoch. Außerdem quält sie die Frage, ob sie fachlich alles richtig gemacht hat. Der Fall ist ein klassisches Beispiel für das Second-Victim-Phänomen, erklärt Prof. Dr. Reinhard Strametz in der neuen Folge von O-Ton Innere Medizin. Er ist Anästhesist, Ökonom und Experte für Patientensicherheit an der Hochschule RheinMain. Unter einem Second Victim versteht man eine Person im Gesundheitswesen, die an einem unerwünschten Patientenereignis, einem Fehler oder einer Patientenschädigung beteiligt war und davon ebenfalls negativ beeinträchtigt ist. Die Belastung kann so groß sein, dass psychische Hilfe erforderlich ist. Die typischen Symptome: Flashbacks, Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten und ein ständiges Hinterfragen der eigenen Handlungen. Zum Glück stehen die Heilungschancen der Betroffenen aber gut. Eine der Stellen, die niedrigschwellig Hilfe anbietet, ist der Verein PSU akut e.V. Wer unter der Helpline des Vereins anruft, erhält sofort Unterstützung. Geschäftsführer Andreas Igl erklärt, und wie die Gespräche ablaufen und welche weiteren Hilfen der Verein bietet. Die Helpline von PSU akut e.V. (täglich von 9 bis 21 Uhr): 0800 0 911 912 https://psu-helpline.de/ Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre eigenen Erfahrungen mit Behandlungsfehlern schildern, egal ob als Patient:in oder Ärzt:in. Wir behandeln selbstverständlich alle Berichte vertraulich. Sie erreichen uns unter o-ton-innere-medizin@medtrix.group Zur Folgen-Übersicht: https://www.medical-tribune.de/news/podcasts-der-medical-tribune-im-ueberblick/o-ton-innere-medizin?utm_source=Podcatcher&utm_medium=Link&utm_campaign=Shownotes+OTI
30 Minuten
Damit wartende Kinder sich nicht langweilen, gibt eine Krankenpflegerin ihnen leere Spritzen zum Spielen. Wenig später kann sie gerade noch verhindern, dass die Kleinen sich Luft spritzen. Diese Beinahe-Katastrophe schildert ein anonymer Arzt im Podcast O-Ton Innere Medizin. Es ist der Auftakt einer ganzen Miniserie zur Fehlerkultur in der Medizin. In der ersten Folge geht es um den Status Quo der Fehlermeldesysteme in Krankenhäusern. Der Gast erzählt, wie sich Meldungen über das CIRS von Morbitditäts- und Mortalitätskonferenzen unterscheiden, wie schwer es Ärztinnen und Ärzten fallen kann, einen Umgang mit Fehlern zu finden und welche Fehler ihm selbst schon passiert sind. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre eigenen Erfahrungen mit Behandlungsfehlern schildern, egal ob als Patient:in oder Ärzt:in. Wir behandeln selbstverständlich alle Berichte vertraulich. Sie erreichen uns unter o-ton-innere-medizin@medtrix.group Unter folgender Helpline finden medizinische Fachkräfte psychosoziale Unterstützung nach kritischen Ereignissen und anderen Belastungssituationen: https://psu-helpline.de/ Zur Folgen-Übersicht: medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
86 Sekunden
O-Ton Innere Medizin geht in die nächste Runde! In der neuen Miniserie von Medtrix und der DGIM dreht sich alles um die Fehlerkultur in der Medizin. Wir sprechen mit unseren Gästen offen über Behandlungsfehler und kritische Ereignisse. Welche Vorfälle passieren in den Kliniken und wie zuverlässig funktionieren die Fehlermeldesysteme? Wie informiert man Patient:innen deeskalierend und rechtssicher darüber, dass ein Fehler passiert ist? Und wie gelingt im Team eine offenere Kommunikation über kritische Ereignisse? Wir sprechen auch darüber, dass es Ärzt:innen schwer fallen kann, einen Umgang mit eigenen Behandlungsfehlern zu finden. So schwer, dass sie manchmal psychisch erkranken. Deshalb sprechen wir mit Expert:innen darüber, welche psychosozialen Unterstützungsangebote es gibt. Ziel unserer Miniserie ist eine bessere Prävention von Fehlern, ein offenere Kommunikation über Fehler und eine höhere Patientensicherheit. Start der neuen Staffel ist am 11. April. Damit Sie das nicht verpassen, denken Sie daran uns zu abonnieren. Wenn Sie möchten, schildern Sie uns gerne Ihre eigenen Erfahrungen mit Behandlungsfehlern, egal ob als Patient:in oder Mediziner:in. Die Erfahrungsberichte bereichern die Debatte rund um dieses zu wenig beachtete Thema. Sie erreichen uns unter folgender Mailadresse: o-ton-innere-medizin@medtrix.group Zur Folgen-Übersicht: https://medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin?utm_source=Shownotes
34 Minuten
Dass eine Krankhausreform notwendig ist, ist allgemein unbestritten. Doch die von Bundesgesundheitsminister Lauterbach angekündigte „Revolution“ scheint nur in kleinen Schritten voranzukommen. Auch bei der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin sind die anfänglichen Erwartungen an die Reform durch das zähe Ringen von Bund und Ländern mittlerweile gedämpft worden. Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland, Vorsitzender der DGIM-Kommission „Struktur der Krankenversorgung“, erklärt die Notwendigkeiten und Schwierigkeiten bei der Bildung von Leistungsgruppen, der Definition von Mindestanforderungen und der Sicherung der ärztlichen Weiterbildung. Er betont den Bedarf eines Transformationsfonds zur Finanzierung der Umstrukturierungen. Gesunkene Fallzahlen seit der Pandemie, fehlende Ländermittel für Investitionen sowie höhere Ausgaben für Personal und Klinikbetrieb bringen etliche Häuser bereits in finanzielle Bedrängnis. Das Reformziel der Zentralisierung und Spezialisierung an einzelnen Standorten, um den Personalmangel zu mindern und die Qualität zu verbessern, sei richtig. Dafür bedürfe es aber auch einer entsprechenden regionalen Planung und Kommunikation. Zur Folgen-Übersicht: medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
30 Minuten
Wer mehr Klimaschutz im Gesundheitswesen umsetzen möchte, kommt an der Inneren Medizin als einer der größten Disziplinen nicht vorbei. Was können Internist:innen beitragen, um Emissionen zu reduzieren? Prof. Dr. Frank Lammert, Vizepräsident der Medizinischen Hochschule Hannover, Gastroenterologe und Volkswirt, nennt viele Ansätze: Überversorgung vermeiden, Fachkräfte zu klimasensibler Patientenberatung befähigen, Kliniken nachhaltiger bauen und sich auf lokaler Ebene in die Stadtplanung einbringen. Wie sich all diese Maßnahmen umsetzen lassen, erfahren Sie in einer neuen Folge O-Ton Innere Medizin. Die Initiative „Klug entscheiden“ der DGIM gibt Tipps, um Überversorgung zu reduzieren: https://www.klug-entscheiden.com/ Zur Folgen-Übersicht: medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
36 Minuten
Allein durch seine Tätigkeit in der Klinik kommt Dr. Dr. Moritz Hundertmark in manchen Wochen auf 60 Arbeitsstunden. Eine hohe Belastung für den Arzt in Weiterbildung – insbesondere, wenn man bedenkt, dass er nach Feierabend noch Fachliteratur liest und in der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin tätig ist. Als Sprecher der AG Junge DGIM vertritt er gemeinsam mit Dr. Anahita Fathi die Interessen der Nachwuchsinternist:innen. Dr. Fathi hat ihre Weiterbildung bereits abgeschlossen, ist Internistin mit der Zusatzweiterbildung Infektiologie. In einer neuen Folge von O-Ton Innere Medizin sprechen die beiden darüber, welche Probleme derzeit in der Weiterbildung bestehen und wie sie sich lösen lassen. Vor allem unter dem ökonomischen Druck in den Krankenhäusern leiden viele Ärzt:innen in Weiterbildung, berichten sie. Mit dem Anstieg der Inflation habe das sogar noch zugenommen. Denn die Kliniken bauen teils Personal ab, obwohl die Arbeitsbelastung die gleiche bleibt. Entsprechend groß sei die psychosoziale Belastung der Assistenzärzt:innen. Es entstehe das Gefühl, überfordert und allein gelassen zu sein. Eine Ursache der des Problems liegt im DRG-System, das die Weiterbildung nicht berücksichtigt. Ob das durch die Klinikreform besser wird, scheint den beiden AG-Sprecher:innen fraglich. Der bekannt gewordene Gesetzesentwurf orientiert sich an den Strukturvoraussetzungen Nordrhein-Westfalens. Dort sind in den Leistungsgruppen nur drei Fachärztinnen und Fachärzte vorgesehen. Dies reiche für eine qualitativ hochwertige Weiterbildung keineswegs, kritisiert die AG Junge DGIM in einem Positionspapier. Um für angehende Assistenzärzt:innen transparent zu machen, ob ein Krankenhaus wirklich die erforderlichen Kompetenzen vermittelt, schlagen die beiden AG-Sprecher:innen ein Zertifikat der Fachgesellschaft vor. Auch Ranking-Tools für die Qualität der Weiterbildung in den Kliniken seien hilfreich. Zum Folgen-Überblick: www.medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin Über die AG Junge DGIM: https://www.dgim.de/ueber-uns/junge-dgim/ Weiterbildungsranking: http://www.wbranking.de/ https://www.medi-learn.de/klinikwahrheiten/
39 Minuten
Die innere Medizin trägt heute zu etwa einem Drittel zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung bei. Und ihr Anteil wächst: Während die Präferenz für Allgemeinmedizin insgesamt stagniert, sind es im internistischen Bereich jedes Jahr etwa 2 % mehr Ärztinnen und Ärzte, die sich als Primärversorger niederlassen. Gleichzeitig sorgt eine über 20 Jahre währende Trennung zwischen fach- und allgemeinärztlichem Bereich dafür, dass die Förderung von Hausarztmedizin weiterhin hausärztliche Internisten benachteiligt. Was braucht es, damit Weiterbildung auch für internistische Hausarztpraxen attraktiv ist? Was muss eine Praxis können, um weiterzubilden? Und was macht eine Praxis „sexy“ für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung? Weitere Informationen: DGIM-Appell: Internisten in der hausärztlichen Versorgung stärken https://www.dgim.de/nl-01-2022-hausaerztliche-internisten/ Informationen des Netzwerks Junger Ärztinnen und Ärzte des Marburger Bundes Hessen für angehende ÄiW https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/2022-06/Red%20Flags_Ambulante%20Weiterbildung.pdf Zur Folgen-Übersicht: www.medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
34 Minuten
Vor gut drei Jahren hat der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die „Weltneuheit“ verkündet: Deutschland ist das erste Land, in dem es Apps auf Rezept gibt - die DiGA. Und wo stehen wir heute? Viele Ärzte sind beim Verschreiben von DiGA weiterhin zurückhaltend. Prof. Martin Möckel, Vorsitzender der DGIM-Arbeitsgruppe Digitale Gesundheitsanwendungen / KI in Leitlinien, sagt: Ärzte brauchen die Möglichkeit, DiGA zu testen und kennenzulernen, um sie sicher verordnen und anwenden zu können. Die DGIM hat einen Kriterienkatalog entwickelt und die Hersteller aufgefordert, kurze Schulungsvideos mit verschiedenen Aspekten ihrer Produkte bereitzustellen. Ein Haupthindernis ist nach Ansicht von Prof. Möckel auch, dass sich die digitalen Anwendungen noch nicht in einen übergeordneten Therapieplan integrieren lassen. Das werde sich aber mit Medizinprodukten höherer Risikoklasse ändern. Insbesondere im Bereich Diabetes und Herzinsuffizienz erwartet der Internist viel Dynamik. Schon jetzt gebe es Anwendungen, die über Wearables Biosignale empfangen und verarbeiten können. Hier sieht er einen Mehrwert für die Telemedizin. Und auch so könnte die Zukunft aussehen: Symptom-Checker, die auf KI basieren, kommen in der Notaufnahme eines Krankenhauses zum Einsatz. Ein Roboter registriert per Handschlag Körpertemperatur, Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung. Er holt die Identifizierungsdaten in der Sprache des Patienten ein und informiert die diensthabende Ärztin. Sie entscheidet aufgrund der Daten und Grundeinschätzung über die nächsten Schritte. Zum Folgen-Überblick: www.medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
35 Minuten
Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet in der Medizin völlig neue Möglichkeiten: Selbstlernende Systeme, die Krankheiten diagnostizieren, Karzinome erkennen, bei der Auskultation unterstützen, Insulinwerte anpassen oder Verwaltungsaufgaben übernehmen. In einer neuen Folge von O-Ton Innere Medizin erklärt Prof. Dr. Martin Hirsch, welche Systeme bereits genutzt werden, ob Jobs auf dem Spiel stehen und warum er ChatGPT für unethisch hält. Der Experte ist Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz in der Medizin der Philipps-Universität Marburg. Und selbst ihn verblüffen die Fähigkeiten der Systeme manchmal. Beispielsweise schlagen sie sich sogar auf vermeintlich menschlichen Gebieten gut und können z.B. medizinethische Fragen sinnvoll abwägen. Ein regulativer Umgang mit den Eigenheiten selbstlernender Systeme sei noch nicht wirklich gefunden, erklärt Prof. Hirsch. Schließlich entwickeln diese sich nach ihrer Zertifizierung weiter. Die Krankenkassen signalisieren derweil, dass der Einsatz von KI künftig zum verpflichtenden Bestandteil ärztlicher Behandlungen werden könnte. So wäre vor der Verschreibung teurer Therapien eine Zweitmeinung einer KI denkbar. Zum Folgen-Überblick: www.medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
36 Minuten
Dr. Anja Vogelgesang hat zwei Kinder und ist angestellte Ärztin im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende. Sie weiß, was sich hinter dem für andere abstrakt klingenden Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ verbirgt. „Natürlich ist es so, dass Arbeiten im Krankenhaus häufiger mal bedeutet, dass man nicht pünktlich aus seinem Job rauskommt. Und das heißt, dass man viel Flexibilität braucht – in seinem Job und in der Familie.“ Leider ist das aber noch keineswegs selbstverständlich. Besonders Frauen haben immer noch mit fehlenden familienfreundlichen Strukturen zu kämpfen. Dr. Matthias Raspe bestätigt das. Er weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, sich mit Blick auf die familiären Verpflichtungen zu organisieren. Trotzdem: Männer und Frauen würden sich eben doch immer noch unterschiedlich in der Kindererziehung engagieren. „Es gibt da ein ganz klares Ungleichgewicht“, so Dr. Raspe. Das Problem, dass den Kliniken deswegen die Ärztinnen und Ärzte weglaufen, wird immer größer, sagt auch Dr. Raspe. Der angehende Personaloberarzt will sich in seiner kommenden Funktion mit diesem Problem beschäftigen. Welche Weichenstellungen er sinnvoll findet, wie ihn sein Realismus dabei auf dem Teppich hält und was Vätern und Müttern helfen würde – das hören Sie in unserem Podcast. ------------------------------------------- Das Handbuch „Familienfreundlicher Arbeitsplatz für Ärztinnen und Ärzte – Lebensqualität in der Berufsausübung“ der Bundesärztekammer richtet sich an Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte, die ihr Studium mit Beruf und Familie vereinbaren wollen bzw. müssen. Außerdem soll es die Personalverantwortlichen von Kliniken, MVZ, Praxen und Kommunen erreichen, die die Rahmenbedingungen für die ärztliche Berufsausübung qualitativ so gestalten wollen, dass der ärztliche Nachwuchs dort verbleibt. https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/Handbuch_Familie_Arbeitsplatz.pdf https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/Kurzfassung_Handbuch_Familie_Arbeitsplatz.pdf Mit der Checkliste „Das familienfreundliche Krankenhaus“ können Universitäten und Krankenhäuser als Arbeitgeber checken, ob sie für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewusst und aktiv fördern: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/Checkliste201108FamKh.pdf Die Checkliste „Die familienfreundliche Niederlassung“ soll Ärztinnen und Ärzten dabei helfen sich für eine zu ihrer individuellen Lebensplanung passenden Niederlassungsform in einem familienfreundlichen Wohnort mit entsprechenden Angeboten zu entscheiden: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/Checkliste201108FamNiederlassung.pdf Die Checkliste „Medizin studieren mit Kind“ soll Kliniken und BAföG-Ämtern darin unterstützen, familienfreundliche Strukturen aufzubauen. Studierende können sich anhand einer Checkliste eine Universität aussuchen, die familienfreundliche Angebote vorweist. https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/Checkliste201108StudKind.pdf AG Junge DGIM: https://www.dgim.de/ueber-uns/junge-dgim/ Bündnis Junge Ärzte: https://www.buendnisjungeaerzte.org/ DGIM-BDI Befragung mit Schwerpunkt Beruf und Familie: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0543-4544.pdf
29 Minuten
2025 soll die elektronische Patientenakte (ePA) für die allermeisten Bundesbürger Realität werden. So will es die Bundesregierung. Das geplante Digitalgesetz schafft dafür die Grundlangen. Denn die jetzige Version ist ein Rohrkrepierer. Die DGIM hat Anforderungen an eine funktionierende ePA definiert. DGIM-Experte PD Dr. Sebastian Spethmann erläutert, warum es wichtig ist, dass die Erstbefüllung der Akte durch Hausärzt*innen erfolgen sollte und welche Patient*innen besonders von der Datensammlung profitieren werden. Dass von der jetzigen Zustimmungslösung auf ein Opt-out-Verfahren umgestiegen werden soll, hält er für richtig. Auch für die freiwillige Spende von Gesundheitsdaten für die Forschung macht sich der Berliner Kardiologe stark. Weitere Informationen: https://www.dgim.de/fileadmin/user_upload/PDF/Pressemeldungen/20230809_PM_Stellungnahme_DigiG_F.pdf https://www.gematik.de/anwendungen/e-patientenakte/ https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/gesetze-und-verordnungen/guv-20-lp/digig.html Zur Folgen-Übersicht: www.medical-tribune.de/o-ton-innere-medizin
3 Minuten
Staffel-Start am 21. September 2023 – nicht verpassen und abonnieren! O-Ton Innere Medizin ist der Podcast für Internist:innen. So vielfältig wie das Fach sind auch die Inhalte: Im Fokus stehen mal gesundheitspolitische Themen, mal technische Neuerungen, mal Fragen des Managements - in der Praxis wie auch in der Klinik. Redakteur:innen von Medical Tribune sprechen mit Expert:innen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und bieten Ärzt:innen Antworten auf Fragen wie: Vor welchen Herausforderungen steht etwa die ärztliche Weiterbildung? Was macht eine gelungene Teamführung aus? Wie lässt sich die Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf steigern?
31 Minuten
Viele Ärztinnen und Ärzte würden gerne mehr Leistungen delegieren. Aber nicht immer sind MFA motiviert, die erforderlichen Fortbildungen zu machen. Welche Hemmschwellen gibt es? Und wie kann man Fortbildungen schmackhafter machen? Ein Hausarzt und eine MFA diskutieren in einer neuen Folge von O-Ton Innere Medizin. • Welche Hürden gibt es für MFA, sich weiterzubilden? (3:40) • Was kann eine Näpa – und lohnt sich die Fortbildung? (5:59) • Was kann eine Praxismanagerin? (10:18) • Wie verändern Fortbildungen die Einstufung nach Gehaltstarifvertrag? (12:58) • Quereinsteiger beschäftigen – eine gute Idee? (14:49) • Was muss sich bei der MFA-Ausbildung in den Praxen ändern? (18:17)