Bildungsstätte Anne Frank Archiv
144 Episoden
1 Stunde 50 Minuten
Marina Chervinsky, Leiterin des Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und Sanem Kleff, Direktorin des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, gehen der Frage nach, was Menschen zur Einwanderung nach Israel und Deutschland bewegt. Gelenkt wird der Blick auf die Erfahrungen der ersten Generation und verortet sie im Zusammenhang der jeweiligen Migrationsgesellschaft.
Aufzeichnung vom 05. Februar 2020
Aufzeichnung vom 05. Februar 2020
47 Minuten
Prof. Dr. Armin Nassehi und Richard C. Schneider in einer Podiumsdiskussion zum Thema Migrationsgesellschaft und Integration in Israel und Deutschland.
Aufzeichnung vom 05. Februar 2020
Aufzeichnung vom 05. Februar 2020
48 Minuten
Prof. Dr. Armin Nassehi, Soziologe mit Lehrstuhl für Soziologie an der Universität München, zur Frage nach der Bedeutung von und den Umgang mit Migration in Deutschland.
Aufzeichnung vom 05. Februar 2020
Aufzeichnung vom 05. Februar 2020
49 Minuten
Richard C. Schneider, Journalist, Autor und Dokumentarfilmer und ehem. Leiter des ARD-Studios in Tel Aviv, über die ethnischen Zugehörigkeiten, Integration und Konflikte in der israelischen Migrationsgesellschaft. Der gesamte Mitschnitt ist hier zu finden.
Aufzeichnung vom 02. Februar 2020
Aufzeichnung vom 02. Februar 2020
35 Minuten
Die Begrüßungsrede für die Veranstaltung „Migrationsgesellschaften im Wandel“ wurde gehalten von Karin Müller, der Vizepräsidentin des Hessischen Landtages. Darauf folgte eine Begrüßungsrunde mit Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration, Sandra Simovich, Generalkonsulin des Staates Israel, Uwe Becker, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus in Hessen und Gabriele Scherle, Vorstandsvorsitzende der Bildungsstätte Anne Frank.
Aufzeichnung vom 5. Februar 2020
Aufzeichnung vom 5. Februar 2020
2 Stunden 29 Minuten
Digitales Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen aus Israel, moderiert von Adrian Oeser (Hessischer Rundfunk).
Zum Filmprojekt "Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot":
https://www.docview.org/
Zum Buch "Der Junge mit der Mundharmonika. Aus dem Ghetto Theresienstadt mit dem Zug in die Freiheit":
http://metropol-verlag.de/produkt/zvi-cohen-mit-joerg-huber-und-elisa-makowski-der-junge-mit-der-mundharmonika/
Aufzeichnung vom 16. April 2020
Zum Filmprojekt "Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot":
https://www.docview.org/
Zum Buch "Der Junge mit der Mundharmonika. Aus dem Ghetto Theresienstadt mit dem Zug in die Freiheit":
http://metropol-verlag.de/produkt/zvi-cohen-mit-joerg-huber-und-elisa-makowski-der-junge-mit-der-mundharmonika/
Aufzeichnung vom 16. April 2020
47 Minuten
“Die Impfindustrie kassiert jetzt ab!“ - “Die italienischen Kliniken wollen doch nur an die Finanzhilfen!” - “Cui bono?” In aufgewühlten Zeiten wie diesen haben Verschwörungstheorien wieder eine traurige Hochkonjunktur; ob sie sich nun um Italien, den IS oder die USA drehen.
Unsere Kollegen Oliver Fassing und Tom Uhlig haben sich aktuelle Corono-Verschwörungstheorien angesehen. Im Podcast sprechen sie über Funktion und Argumentationsmuster dieser Theorien und ihre sozialpsychologische Funktion: Über Verschwörungstheorie erscheinen Erfahrungen eigener Ohnmacht und Entfremdung plötzlich erklär- und beherrschbar. Die beiden geben auch Tipps, was man tun kann, wenn im privaten Umfeld oder in sozialen Medien Verschwörungstheorien umgehen.
Unsere Kollegen Oliver Fassing und Tom Uhlig haben sich aktuelle Corono-Verschwörungstheorien angesehen. Im Podcast sprechen sie über Funktion und Argumentationsmuster dieser Theorien und ihre sozialpsychologische Funktion: Über Verschwörungstheorie erscheinen Erfahrungen eigener Ohnmacht und Entfremdung plötzlich erklär- und beherrschbar. Die beiden geben auch Tipps, was man tun kann, wenn im privaten Umfeld oder in sozialen Medien Verschwörungstheorien umgehen.
1 Stunde 17 Minuten
STREITBAR #11: Und wenn wir wieder rausdürfen: Kapitalismus abschaffen oder weiter wirtschaften wie zuvor?
Mit:
Janine Wissler: Die Diplom-Politologin ist Vorsitzende der Fraktion „Die Linke“ im Hessischen Landtag und stellvertretende Bundes-Vorsitzende ihrer Partei.
Ascan Iredi Der Bankkaufmann und Kapitalmarkt-experte arbeitet als Fondsmanager für die DZ Privatbank und ist Beisitzer im Kreisvorstand der Hochtaunus-FDP.
Moderation: Stefan Wolff ARD-Börsenexperte
Abgesagte Aufträge, Ausgangsbeschränkungen, Abstand halten: Die Corona-Krise führt zu einer Entschleunigung des Alltags bei gleichzeitiger Beschleunigung politischer Entscheidungen. Was gestern noch undenkbar schien, ist plötzlich Realität: Nicht mehr die Wachstumslogik des kapitalistischen Wirtschaftssystems steht an erster Stelle, sondern ethische Überlegungen haben Vorrang. Wo Flugzeuge am Boden bleiben und Kon-sum auf ein Minimalmaß schrumpft, erscheinen antikapitalistische und ökologische Forderungen in einem neuen Licht. Was also kommt nach der Corona-Krise: Kapitalismus abschaffen oder weiter wirtschaften wie zuvor?
Wir verlegen unsere monatliche StreitBar in den digitalen Raum und wollen diskutieren über die Grenzen von Markt- und Wachstumslogik und Alternativen wie das bedingungslose Grundeinkommen. Müssen wir nach der Krise schnellstmöglich weitermachen wie bisher, um unser Wirt-schaftssystem am Laufen zu halten? Oder ist jetzt der Moment, Gesellschaft sozial, ökologisch und ökonomisch ganz neu zu denken, unser Konsumverhalten zu hinterfragen und auch mit Blick auf die Klimakrise neue Wege einzuschlagen? Kurz: Wird nach Ende der Corona-Krise sofort wieder in die Hände gespuckt fürs Bruttosozialprodukt oder hinterfragen wir das kapitalistische System? Streiten Sie mit uns – wir freuen uns auf Kommen-tare auf unseren Social Media-Kanälen.
Aufzeichnung vom 31.03.2020
Mit:
Janine Wissler: Die Diplom-Politologin ist Vorsitzende der Fraktion „Die Linke“ im Hessischen Landtag und stellvertretende Bundes-Vorsitzende ihrer Partei.
Ascan Iredi Der Bankkaufmann und Kapitalmarkt-experte arbeitet als Fondsmanager für die DZ Privatbank und ist Beisitzer im Kreisvorstand der Hochtaunus-FDP.
Moderation: Stefan Wolff ARD-Börsenexperte
Abgesagte Aufträge, Ausgangsbeschränkungen, Abstand halten: Die Corona-Krise führt zu einer Entschleunigung des Alltags bei gleichzeitiger Beschleunigung politischer Entscheidungen. Was gestern noch undenkbar schien, ist plötzlich Realität: Nicht mehr die Wachstumslogik des kapitalistischen Wirtschaftssystems steht an erster Stelle, sondern ethische Überlegungen haben Vorrang. Wo Flugzeuge am Boden bleiben und Kon-sum auf ein Minimalmaß schrumpft, erscheinen antikapitalistische und ökologische Forderungen in einem neuen Licht. Was also kommt nach der Corona-Krise: Kapitalismus abschaffen oder weiter wirtschaften wie zuvor?
Wir verlegen unsere monatliche StreitBar in den digitalen Raum und wollen diskutieren über die Grenzen von Markt- und Wachstumslogik und Alternativen wie das bedingungslose Grundeinkommen. Müssen wir nach der Krise schnellstmöglich weitermachen wie bisher, um unser Wirt-schaftssystem am Laufen zu halten? Oder ist jetzt der Moment, Gesellschaft sozial, ökologisch und ökonomisch ganz neu zu denken, unser Konsumverhalten zu hinterfragen und auch mit Blick auf die Klimakrise neue Wege einzuschlagen? Kurz: Wird nach Ende der Corona-Krise sofort wieder in die Hände gespuckt fürs Bruttosozialprodukt oder hinterfragen wir das kapitalistische System? Streiten Sie mit uns – wir freuen uns auf Kommen-tare auf unseren Social Media-Kanälen.
Aufzeichnung vom 31.03.2020
60 Minuten
Gleichsetzungen von links und rechts, Hufeisen- und andere krude politische Theorien - darum geht's in unserem Band "Extrem Unbrauchbar", erschienen im Verbrecher-Verlag Berlin. Den Mitschnitt zu unserer Lesung im Freien Radio Kassel stellen wir Euch heute zur Verfügung!
1 Stunde 29 Minuten
Hessen ganz rechts - und wieder tötet Rassismus
Sonder-Abendveranstaltung anlässlich der Morde von Hanau
Trauer, Wut, Angst: Wir möchten morgen einen solidarischen Raum bieten, in dem wir über das, was uns nach Hanau beschäftigt, sprechen können.
Was brauchen von Rassismus betroffene Menschen jetzt? Welche politischen Konsequenzen fordern wir?
Und wie sorgen wir dafür, dass es nicht nur bei einem Momentum der Empörung seitens der Mehrheitsgesellschaft bleibt?
Auf dem Podium:
️Olivia Sarma - Leiterin der Beratungsstelle Response für Betroffene rechter, rassistischer & antisemitischer Gewalt
️Mehmet Daimagüler - Jurist & Autor, Anwalt der Nebenklage im NSU-Prozess
️Danijel Majic - Journalist (hessenschau)
️Walid Malik - antirassistischer Aktivist
Moderation: Aisha Camara (Response Hessen)
Sonder-Abendveranstaltung anlässlich der Morde von Hanau
Trauer, Wut, Angst: Wir möchten morgen einen solidarischen Raum bieten, in dem wir über das, was uns nach Hanau beschäftigt, sprechen können.
Was brauchen von Rassismus betroffene Menschen jetzt? Welche politischen Konsequenzen fordern wir?
Und wie sorgen wir dafür, dass es nicht nur bei einem Momentum der Empörung seitens der Mehrheitsgesellschaft bleibt?
Auf dem Podium:
️Olivia Sarma - Leiterin der Beratungsstelle Response für Betroffene rechter, rassistischer & antisemitischer Gewalt
️Mehmet Daimagüler - Jurist & Autor, Anwalt der Nebenklage im NSU-Prozess
️Danijel Majic - Journalist (hessenschau)
️Walid Malik - antirassistischer Aktivist
Moderation: Aisha Camara (Response Hessen)
2 Stunden 1 Minute
Gehört das jemandem? Dreadlocks, Kostüme & Ethno-Kitsch
Wir wollen das Konzept der kulturellen Aneignung genauer unter die Lupe nehmen. Zur Diskussion steht, wo die Kritik daran Machtverhältnisse aufdeckt – und ob sich gesellschaftliche Realitäten durch den Verzicht auf „Indianer“-Kostüme wirklich ändern lassen.
Mit Deborah Krieg, Fadila Madougou & Patsy l'Amour laLove
Moderation: Hadija Haruna-Oelker
Wir wollen das Konzept der kulturellen Aneignung genauer unter die Lupe nehmen. Zur Diskussion steht, wo die Kritik daran Machtverhältnisse aufdeckt – und ob sich gesellschaftliche Realitäten durch den Verzicht auf „Indianer“-Kostüme wirklich ändern lassen.
Mit Deborah Krieg, Fadila Madougou & Patsy l'Amour laLove
Moderation: Hadija Haruna-Oelker
1 Stunde 42 Minuten
"Madgermanes" Comic-Lesung & Gespräch mit Autorin Birgit Weyhe und Emiliano Chaimite (Afropa e.V.)
"Madgermanes" werden in Mosambik diejenigen genannt, die als sogenannte Vertragsarbeiter*innen in der DDR beschäftigt waren. Nach dem Mauerfall verlor ein Großteil von ihnen Arbeitsverträge und Aufenthaltsgenehmigungen.
Emiliano Chaimite und Birgit Weyhe erzählen von diesem kaum bekannten Teil deutsch-mosambikanischer Geschichte.
Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung 2015/Max-und-Moritz-Preis 2016
Moderation: Jakob Hoffmann ("stories + strips").
Teil des Rahmenprogrammes von "Anderen wurde es schwindelig.
1989/90:Schwarz, Jüdisch, Migrantisch" - Sonderausstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls
www.bs-anne-frank.de/ausstellungen/anderen-wurde-es-schwindelig/
"Madgermanes" werden in Mosambik diejenigen genannt, die als sogenannte Vertragsarbeiter*innen in der DDR beschäftigt waren. Nach dem Mauerfall verlor ein Großteil von ihnen Arbeitsverträge und Aufenthaltsgenehmigungen.
Emiliano Chaimite und Birgit Weyhe erzählen von diesem kaum bekannten Teil deutsch-mosambikanischer Geschichte.
Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung 2015/Max-und-Moritz-Preis 2016
Moderation: Jakob Hoffmann ("stories + strips").
Teil des Rahmenprogrammes von "Anderen wurde es schwindelig.
1989/90:Schwarz, Jüdisch, Migrantisch" - Sonderausstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls
www.bs-anne-frank.de/ausstellungen/anderen-wurde-es-schwindelig/
1 Stunde 43 Minuten
Vorstellung des neuen Themenheftes der Bildungsstätte Anne Frank
Die Neue Rechte kämpft ihren Kampf um kulturelle Hegemonie – und die Deutungshoheit über die jüngere Geschichte ist einer seiner wichtigsten Schauplätze. Zwar ist Geschichtsrevisionismus kein neues Phänomen, doch mit dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in den vergangenen Jahren, dem Einzug der AfD in den Bundestag und in sämtliche Landtage sowie der Gründung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung werden geschichtsrevisionistische Positionen auch in der Öffentlichkeit zunehmend prominenter geäußert.
Die Umdeutung der Geschichte soll dabei einen positiven Bezug zur "eigenen Nation", zur "Volksgemeinschaft" herstellen – die in der Vorstellung der Neuen Rechten selbstverständlich weiß und christlich ist: Jüdinnen und Juden, Muslime, People of Color und Homosexuelle gehören nicht dazu.
Das Themenheft "Geschichtsrevisionismus – Wie die Rechten die Geschichte umdeuten" gibt einen Überblick über aktuelle Formen von Geschichtsrevisionismus, benennt wichtige Akteur*innen und deren typische Argumentationsfiguren und zeigt, an welche gesellschaftlichen Einstellungen sie anknüpfen. Schließlich gibt das Themenheft Anregungen, geschichtsrevisionistischen Positionen argumentativ oder praktisch entgegenzutreten.
Zur Online-Version: bs-anne-frank.de/revisionismus
Mit Martín Steinhagen (Journalist, Frankfurt), Natascha Strobl (Politikwissenschaftlerin, Wien) und Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank) Moderation: Marie-Sophie Adeoso (Bildungsstätte Anne Frank).
Die Neue Rechte kämpft ihren Kampf um kulturelle Hegemonie – und die Deutungshoheit über die jüngere Geschichte ist einer seiner wichtigsten Schauplätze. Zwar ist Geschichtsrevisionismus kein neues Phänomen, doch mit dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in den vergangenen Jahren, dem Einzug der AfD in den Bundestag und in sämtliche Landtage sowie der Gründung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung werden geschichtsrevisionistische Positionen auch in der Öffentlichkeit zunehmend prominenter geäußert.
Die Umdeutung der Geschichte soll dabei einen positiven Bezug zur "eigenen Nation", zur "Volksgemeinschaft" herstellen – die in der Vorstellung der Neuen Rechten selbstverständlich weiß und christlich ist: Jüdinnen und Juden, Muslime, People of Color und Homosexuelle gehören nicht dazu.
Das Themenheft "Geschichtsrevisionismus – Wie die Rechten die Geschichte umdeuten" gibt einen Überblick über aktuelle Formen von Geschichtsrevisionismus, benennt wichtige Akteur*innen und deren typische Argumentationsfiguren und zeigt, an welche gesellschaftlichen Einstellungen sie anknüpfen. Schließlich gibt das Themenheft Anregungen, geschichtsrevisionistischen Positionen argumentativ oder praktisch entgegenzutreten.
Zur Online-Version: bs-anne-frank.de/revisionismus
Mit Martín Steinhagen (Journalist, Frankfurt), Natascha Strobl (Politikwissenschaftlerin, Wien) und Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank) Moderation: Marie-Sophie Adeoso (Bildungsstätte Anne Frank).
1 Stunde 6 Minuten
Buchvorstellung "Extrem Unbrauchbar"
Nach den Protesten gegen den G20- Gipfel in Hamburg gab der damalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel bekannt: “Alle angeblichen politischen Motive für diese Orgie an Brutalität sind verlogen und sollen nur das Deckmäntelchen dafür sein, worum es den Tätern aus allen Teilen Europas ging: um Gewalt an sich. […] Die Täter unterscheiden sich überhaupt nicht von Neonazis und deren Brandanschlägen. Mit angeblich ‘linken Motiven’ hat das alles nichts zu tun.”
Gabriel verschweigt hier einerseits natürlich die Eskalationsstrategie der Polizei, die für eben jene Aufnahmen gesorgt hat, derer man sich im Nachhinein so empört, andererseits ist der Vergleich auffällig: Unterscheiden sich die ‚Täter‘ durch überhaupt nichts von Neonazis? Einige angezündete Autos oder Papierkörbe werden hier mit angezündeten Geflüchtetenunterkünften, der Mordserie des NSU und der gewaltsamen Verfolgung von allen, die in den Augen der Nazis als nicht-deutsch gelten, auf eine Stufe gestellt.
Die Verwirrung Gabriels ist keine zufällige, sondern folgt dem Paradigma der Extremismustheorie, einem bis zur Unkenntlichkeit entstellenden Verständnis von Gesellschaft, nach dem die ‚gesunde‘ Mitte von ihren Rändern – Rechts- und Linksextremismus wie Islamismus – bedroht wird. Dieses Hufeisenmodell besagt, dass in der (vermeintlichen) Ablehnung der demokratischen Grundordnung sich die Extreme näher sind als sie es wahrhaben wollen, und ignoriert darüber den ständigen Schulterschluss konservativ-bürgerlicher mit völkisch Rechten Kräften. Die Extremismustheorie ist extrem Unbrauchbar, sie verschleiert mehr als sie erhält.
Mit der Buchvorstellung möchten wir einen Einblick in die Kritik der Extremismustheorie geben und insbesondere auf die Extremisierung von Geschlechter- und Sexualitätsentwürfen jenseits gesellschaftlicher Normalitätsvorstellungen eingehen.
Nach den Protesten gegen den G20- Gipfel in Hamburg gab der damalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel bekannt: “Alle angeblichen politischen Motive für diese Orgie an Brutalität sind verlogen und sollen nur das Deckmäntelchen dafür sein, worum es den Tätern aus allen Teilen Europas ging: um Gewalt an sich. […] Die Täter unterscheiden sich überhaupt nicht von Neonazis und deren Brandanschlägen. Mit angeblich ‘linken Motiven’ hat das alles nichts zu tun.”
Gabriel verschweigt hier einerseits natürlich die Eskalationsstrategie der Polizei, die für eben jene Aufnahmen gesorgt hat, derer man sich im Nachhinein so empört, andererseits ist der Vergleich auffällig: Unterscheiden sich die ‚Täter‘ durch überhaupt nichts von Neonazis? Einige angezündete Autos oder Papierkörbe werden hier mit angezündeten Geflüchtetenunterkünften, der Mordserie des NSU und der gewaltsamen Verfolgung von allen, die in den Augen der Nazis als nicht-deutsch gelten, auf eine Stufe gestellt.
Die Verwirrung Gabriels ist keine zufällige, sondern folgt dem Paradigma der Extremismustheorie, einem bis zur Unkenntlichkeit entstellenden Verständnis von Gesellschaft, nach dem die ‚gesunde‘ Mitte von ihren Rändern – Rechts- und Linksextremismus wie Islamismus – bedroht wird. Dieses Hufeisenmodell besagt, dass in der (vermeintlichen) Ablehnung der demokratischen Grundordnung sich die Extreme näher sind als sie es wahrhaben wollen, und ignoriert darüber den ständigen Schulterschluss konservativ-bürgerlicher mit völkisch Rechten Kräften. Die Extremismustheorie ist extrem Unbrauchbar, sie verschleiert mehr als sie erhält.
Mit der Buchvorstellung möchten wir einen Einblick in die Kritik der Extremismustheorie geben und insbesondere auf die Extremisierung von Geschlechter- und Sexualitätsentwürfen jenseits gesellschaftlicher Normalitätsvorstellungen eingehen.
1 Stunde 42 Minuten
Die Kids vergraben sich zuhause vor Konsolen und Rechnern, zocken Nächte durch und vermeiden so, sich dem »wahren Leben« da draußen zu stellen, das sie überfordert und einschüchtert – so oder so ähnlich geht ein gängiger Alltagsdiskurs über den Konsum von Videospielen. Dabei sind Videospiele selbstverständlich Bestandteil der Wirklichkeit: Der Drache in World of Warcraft ist als Niederschlag menschlicher Praxis ebenso echt wie das nächstgelegene Fußballfeld. Erfahrungen, die mit Videospielen gemacht bzw. in ihnen gesammelt werden, sind gesellschaftlich verpönt, außer das Feuilleton bescheinigt ihnen, Kunst zu sein. Was aber macht trotz ihrer weitverbreiteten sozialen Geringschätzung Videospiele so attraktiv? Welche Erfahrungen lassen sich mit ihnen machen? Warum spielen Leute in ihrer Freizeit Arbeitssimulatoren, warum Spiele, die viel zu schwer sind? Warum sind die Spiele von früher am besten? Und warum stimmt das überhaupt nicht?